Schokofroschkarten

Gryffindors jüngster Quidditch-Triumph versetzte das ganze Haus in Hochstimmung, und am nächsten Wochenende verbesserte diese sich noch, als Slytherin Ravenclaw mit zweihundertfünfzig zu siebzig abfertigte und so dafür sorgte, dass zum ersten Mal seit fünf Jahren das Finale um den Quidditch-Cup zwischen Gryffindor und Slytherin ausgetragen werden würde. Harry war nicht weniger begeistert über diese Aussicht, nicht zuletzt, weil er es Malfoy und ganz Slytherin in seinem wohl letzten Quidditch-Spiel nochmal so richtig zeigen konnte. Die Lehrer sahen das naturgemäß anders, weil diese Paarung, die ohnehin wegen der großen Rivalität zwischen den beiden Häusern immer für reichlich Ärger im Vorfeld sorgte, dadurch nochmal an Spannung gewann. Harry fragte sich in den kommenden Wochen oft, ob die weiter ansteigenden Unmengen an Hausaufgaben auch darauf zurückzuführen waren, oder ob es nicht doch nur der normale Stress vor den UTZen war.

In Verteidigung gegen die dunklen Künste hatte Dawlish zur allgemeinen Begeisterung den Patronus-Zauber auf die Tagesordnung gesetzt, was bei Harry auch deshalb Erleichterung auslöste, weil Zabini und Nott es sich zur Gewohnheit gemacht hatten, sich bei ihren Duellen mit den zu übenden Zaubern zu verfehlen und Harry von hinten zu verhexen und zu entwaffnen, während er mit Neville übte.

„Der Patronus-Zauber ist Magie, die weit über das gewöhnliche Level des Durschnittszauberers hinausgeht", sagte Dawlish. „Um genau zu sein, geht er so weit darüber hinaus, dass er noch nicht einmal Teil der UTZ-Prüfungen ist. Da wir allerdings mit unserem Stoff schon sehr fortgeschritten sind und Sie alle ja bereits Erfahrungen mit Dementoren gemacht haben, werden wir ihm einige Lektionen widmen."

- „Bitte, Sir", fragte Dean Thomas mit erhobener Hand, „wo genau sind die Dementoren im Moment überhaupt? Aus Askaban sind sie ja abgezogen worden."

- „Das kann ich Ihnen nicht sagen, Mr Thomas", sagte Dawlish gelassen. „Die Antwort darauf dürften allerdings die Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe und die Damen und Herren vom Magischen Strafvollzug haben."

Diese Antwort hatten sie nicht, dachte Harry. Soweit er aus Savages letztem Brief wusste, bereitete die Abwesenheit der Dementoren dem Ministerium immer noch große Sorgen. Dawlish wusste das vermutlich auch, wollte aber wohl aus alter Gewohnheit nicht durchblicken lassen, dass das Ministerium ahnungslos war.

„Der Patronus-Zauber hat mehrere nützliche Funktionen", fuhr Dawlish fort. „Zum einen die bekannteste: er stellt den einzigen bekannten Schutz gegen Dementoren dar. Allerdings gibt es noch weitere Funktionen. Wer kann mir sagen- Miss Granger?"

Hermines geübte Hand war wie immer zuerst nach oben geschossen.

„Ein Patronus kann außerdem als Übermittler von Nachrichten dienen, Sir", sagte sie und klang dabei wie üblich, als hätte sie ein Lehrbuch verschluckt. „Je nach der Vertrautheit des jeweiligen Zauberers mit diesem Zauber können auch mehrere Botschaften gleichzeitig versendet werden."

- „Fünf Punkte für Gryffindor, Miss Granger", sagte Dawlish, was Theodore Nott laut schnauben ließ. „Völlig richtig. Nun, wie genau sieht ein Patronus denn aus? Mr Boot?"

- „Das ist bei jedem Zauberer und jeder Hexe anders, Sir", sagte Terry Boot. „Grundsätzlich ist es ein Schutzgeist in Form des Tieres, das die Persönlichkeit des Zaubernden am Besten widerspiegelt."

Harry musste unwillkürlich grinsen, als er Terry wortwörtlich die Erklärung wiederholen hörte, die er der DA damals gegeben hatte.

„Fünf Punkte für Ravenclaw, Mr Boot", sagte Dawlish. „Auch das ist völlig richtig. Dazu möchte ich noch ergänzen, dass sich die Form eines Patronus auch ändern kann, wenn sich die Persönlichkeit des Zaubernden geändert hat." Er räusperte sich kurz. „Wer von Ihnen hat bereits einen gestaltlichen Patronus zustande gebracht?"

Etwa die Hälfte der Klasse hob die Hand, also alle, die in der DA gewesen waren, außer Neville und Seamus, die es nie geschafft hatten.

„Sehr gut", sagte Dawlish. „Mr Potter, wären Sie so gut, den Zauber zu demonstrieren?"

Harry zuckte mit den Schultern, dachte daran, wie er Ginny zum ersten Mal geküsst hatte, und hob seinen Zauberstab.

Expecto Patronum!"

Der silberne Hirsch erschien, drehte eine elegante Runde durch den Raum und verschand dann.

„Oooh", machte Lavender begeistert.

„Fünf weitere Punkte für Gryffindor", sagte Dawlish. „Nun, wie beschwört man einen Patronus? Fokussieren Sie sich auf eine glückliche, eine wirklich glückliche Erinnerung und sprechen Sie die Worte. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es nicht sofort klappt, dieser Zauber ist nicht leicht zu meistern."

Er schwang seinen Zauberstab und die Tische schwebten hinüber zu den Wänden. „Falls Sie den Zauber bereits beherrschen, bilden Sie Paare mit denen, die ihn noch nicht gemeistert haben, und unterstützen Sie sie. Gleichzeitig versuchen Sie bitte selbst, den Zauber ungesagt auszuführen. Ich werde herumgehen und Ihre Bemühungen beobachten. Fangen Sie an."

Harry übte mit Neville, der begierig darauf war, endlich seinen Patronus zu sehen.

„Also, du weißt ja, wie's geht", sagte Harry. „Wichtig ist, dass die Erinnerung stark ist, okay? Snape in den Klamotten deiner Großmutter wird hierfür nicht reichen."

Neville grinste kurz. „Alles klar...Expecto Patronum!"

Eine silberne Wolke erschien, nahm aber keine Form an. Neville zuckte mit den Schultern. „Dachte, das ist einen Versuch wert."

- „Woran hast du gedacht?", fragte Harry neugierig.

Neville grinste ihn breit an. „An den besten Moment meiner Schulkarriere...Sie brauchen mich nicht 'Sir' zu nennen, Professor."

Harry lachte laut auf, was ihm einen genervten Blick von Nott einbrachte, der mit Ernie Macmillan übte.

„Okay", sagte er. „Komisch, dass das nicht geklappt hat. Aber fällt dir nichts besseres ein?"

- „Doch", sagte Neville. „Aber ich wollte klein anfangen."

Sein Gesicht nahm einen konzentrierten Ausdruck an. „Expecto Patronum!"

Ein riesiger Bär sprang aus Nevilles Zauberstab, sah sich kritisch im Raum um und verschwand dann wieder.

„Spitze, Neville", sagte Harry beeindruckt.

„Gut, dass es kein Frosch ist", meinte Neville trocken, aber er strahlte über das ganze Gesicht.

„Sehr beeindruckend, Mr Longbottom", sagte Dawlish, der hinüberkam. „Zehn Punkte für Gryffindor. Nun versuchen Sie es ungesagt."

Seinen Patronus ungesagt zu beschwören, stellte sich als die erwartet schwere Aufgabe heraus. Selbst Hermine, die neben ihnen mit Daphne Greengrass übte, schaffte es nicht, ihren silbernen Otter hervorzubringen und sah ungewohnt konsterniert aus. Kurz vorm Ende der Stunde passierte dann das, was sämtliche Slytherins im Raum entsetzt erstarren ließ. Expecto Patronum!, dachte Harry zum vierzehnten Mal und da war plötzlich der silberne Hirsch, sprang über Dawlishs Pult und verschwand wieder.

„Hervorragend, Mr Potter", sagte Dawlish, der ungewohnt beeindruckt aussah. „Zwanzig Punkte für Gryffindor!"

„Wahnsinn, Mann", sagte Ron tief beeindruckt, als sie sich auf den Weg zum Mittagessen machten. „Das war echt krass, sogar Hermine hat das nicht hingekriegt!"

Harry schmuggelte ein Grinsen in Hermines Richtung, das sie mit einem schwachen Lächeln erwiderte. Sie zuckte mit den Achseln.

„Ich hab ja immer gesagt, dass niemand Harry in Verteidigung das Wasser reichen kann, vor allem nicht bei diesem Zauber", sagte sie.

„Danke", nuschelte Harry mit ziemlich roten Ohren.


Auch in den anderen Fächern wurden ihnen immer schwerere Aufgaben gestellt, die teilweise nur Einzelne schafften. In Verwandlung ließ sie Professor McGonagall Schnecken in Mäuse verwandeln.

„Wirbellose in Säugetiere zu verwandeln ist die höchste Kunst der Verwandlung", dozierte sie, während sie vor der Tafel hin und hermarschierte. „Dies gehört zu den schwierigsten Aufgaben, die Sie bei ihren UTZ-Prüfungen erwarten."

Am Ende der Doppelstunde hatte Harry es immerhin geschafft, seiner Schnecke Haare zu verpassen, Hermines hingegen wurde zu einer Maus mit Schneckenpanzer, was ihr fünf Punkte für Gryffindor einbrachte. Flitwick und Sprout konfrontierten sie mit immer schwereren Zaubern und Pflanzen, und die Rezepturen in Zaubertränke wurden jetzt so kompliziert, das selbst Hermine Professor Slughorn wiederholt um Hilfe bitten musste. Harry und Ron kamen zwischen Quidditch-Training, Hausaufgaben und Wiederholungen schon kaum noch aus dem Arbeiten heraus, aber Hermines Pensum war absolut unmenschlich: anders als sie hatte sie nicht nur mit den Aufgaben für Verteidigung gegen die dunklen Künste, Kräuterkunde, Verwandlung und Zaubertränke, sondern auch noch mit Arithmantik und Alte Runen zu kämpfen, und nach allem, was Harry von Terry Boot und Daphne Greengrass hörte, als er sie in der Bibliothek traf, waren das die beiden Fächer, für die man das meiste tun musste. So verbrachten sie die meisten Abende im Gemeinschaftsraum immer nach dem gleichen Schema: Harry und Ron brüteten über ihren Hausaufgaben, mitleidig beobachtet von Ginny, bis sie endlich fertig waren und sich dann im Flüsterton über Quidditch unterhielten, um Hermine nicht zu stören, die mit zusammengebissenen Zähnen unzählige Rollen Pergament vollkritzelte und dabei abwesend Krummbein streichelte, der auf ihrem Schoß saß und sichtlich enttäuscht davon war, so wenig Beachtung zu erfahren.

Die Ankündigung, dass das nächste Hogsmeade-Wochenende trotz Selwyns Sichtung dort nicht abgesagt wurde, aber dafür unter maximalen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden würde, sorgte daher bei allen für große Erleichterung, da es eine willkommene Ablenkung bot. Hermine maulte natürlich trotzdem über einen vollen Tag verlorener Lernzeit, den sie dadurch auszugleichen versuchte, beim Frühstück manisch einen dicken Wälzer mit dem Titel Frühgermanische Runen Skandinaviens zu lesen. Die anderen sparten sich einen Kommentar, um sie nicht zu verärgern, es war so schon schwer genug gewesen, sie zum Mitkommen zu bewegen.

Der Weg vom Schloss zum Dorf war ungewöhnlich belebt: sämtliche Schüler wurden von den Lehrern zusammen nach Hogsmeade gebracht, um ihre Sicherheit zu garantieren, und einmal im Dorf angekommen stellten sie fest, dass ein gutes Dutzend Auroren paarweise die Straßen patrouillierte. Es war ein strahlend schöner Frühlingstag und so entschlossen sie sich, durch die Läden zu bummeln, bevor sie den Drei Besen einen Besuch abstatteten. Im Honigtopf kaufte Ron Tonnen verschiedenster Süßigkeiten, für die er vermutlich den Großteil seines Aurorengehalts vom Sommer ausgab.

„Die Prüfungsphase wird hart", knurrte er, als Harry ihn danach fragte. „Ein bisschen Schokolade zwischendurch wird uns gut tun."

- „Schokolade hilft nur gegen Dementoren, Ron", schmunzelte Ginny. „Und bei der Menge wirst du im Juni so dick sein, dass du durch keine Tür mehr durchpasst."

- „Außerdem gehört zur Aurorenausbildung doch auch ein Fitnesstest, wenn ich mich irre", fügte Harry grinsend hinzu. „Wie willst du Verdächtige verfolgen, wenn du deine Füße nicht mehr sehen kannst?"

- „Ich ziele einfach genauer", sagte Ron. „Und jetzt haltet die Klappe, bevor Hermine euch hört und sich daran erinnert, das ihre Eltern Zahnärzte sind."

Hermine schien tatsächlich etwas in der Richtung sagen zu wollen, als sie aus dem Laden traten, aber beim Anblick des Scherzladens, dem sie sich gerade zuwandten, vergaß sie ihre Predigt.

„Habt ihr das gewusst?", fragte sie verblüfft.

Der Scherzladen hatte sich grundlegend verändert, das große Schild über der Tür lautete nun nicht mehr „Zonko's" sondern „Weasleys Zauberhafte Zauberscherze- London, Hogsmeade, Bordeaux". In den Schaufenstern befanden sich neben den altbekannten Produkten jetzt auch die, die Harry aus Georges Laden in der Winkelgasse kannte.

„Er hat kein Wort gesagt", sagte Ginny empört.

„Knöpfen wir ihn uns vor", entschied Ron grinsend und sie gingen hinüber in den Laden, in dem es von Hogwarts-Schülern nur so wimmelte- offenbar hatten alle ihre über die Weihnachtstage wieder aufgefüllten Vorräte bereits wieder geleert. Ginny deutete grinsend hinüber zu Seamus Finnigan, der gerade eine Unmenge Stinkbomben in seinem Rucksack verstaute.

„Willkommen, Ladies and Gentlemen", sagte eine bekannte Stimme von oben herab. „Fühlen Sie sich wie zuhause!"

Sie hoben die Köpfe und sahen, nicht sonderlich überrascht, George am Geländer im Stockwerk über ihnen stehen. Während sie die Treppe hinaufgingen, entdeckte Harry weitere bekannte Gesichter unter dem Personal: Lee Jordan stand hinter der Kasse und Alicia Spinnet beriet ein paar kichernde Ravenclaw-Fünftklässlerinnen zu Liebestränken.

„Ich dachte, Alicia arbeitet jetzt in der Firma ihres Vaters?", fragte Ginny, nachdem sie George zur Begrüßung umarmt hatte. „Federkiele, stimmt's?"

- „Richtig", sagte George. „Aber am Wochenende hat sie frei und hilft hier aus, für den Besuch all dieser unschuldigen Schüler hier brauchte ich zusätzliches Personal."

- „Seit wann gehört dir der Laden?", fragte Harry.

„Hab ihn Zonko letzte Woche abgekauft", sagte George. „Der Gute wollte schon länger in Rente gehen und hat mich gefragt, ob ich den Laden übernehmen will."

Ron sah sich etwas neidisch um. „Und was hat das mit Bordeaux auf sich?"

- „Dafür ist unsere liebe Schwägerin verantwortlich", sagte George grinsend. „Bill hat sie so lange genervt, bis sie endlich wegen ihrer Schwangerschaft eine Pause bei Gringotts eingelegt hat, aber damit war sie nicht ausgelastet. Fleur hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass das Unruhestiftertum in Beauxbatons skandalös schlecht aufgestellt ist und ich habe es als meine Pflicht angesehen, einzugreifen. Die Außenstelle ist seit einem Monat geöffnet und läuft wirklich ausgesprochen zufriedenstellend."

- „George", stöhnte Hermine, deren Gesicht einen gequälten Gesichtsausdruck angenommen hatte. „Wie viele ZAGs hast du nochmal gemacht?"

George tat, als überlege er angestrengt und zählte sie dann an den Fingern ab. „Verteidigung gegen die dunklen Künste, Pflege magischer Geschöpfe und Zauberkunst", zählte er grinsend auf. „Ich persönlich fand ja, dass meine Leistung in Zaubertränke Zusatzpunkte für Kreativität verdient gehabt hätte, aber leider sahen die Prüfer das etwas anders."

Hermine schien ihr Lernpensum ernsthaft zu überdenken angesichts des Erfolgs, den George trotz seiner schulischen Verfehlungen offensichtlich hatte.

George grinste sie an. „Mach dir keine Sorgen, Hermine, du hast es ja trotz deines Lerneifers zu etwas gebracht, nicht wahr?"

Sie sah ihn misstrauisch an. „Was meinst jetzt genau?"

- „Naja, Rons Freundin zu sein ist natürlich alles andere als glorreich, aber ich glaube nicht, dass es eine andere Hexe in deinem Alter schon mal in die Schokofroschkarten geschafft hat."

- „Was?", fragte sie verwirrt. „Ich bin doch nicht in den- was?- oder?"

Georges Grinsen wurde noch breiter, er sah aus, als würde er Werbung für Zahnpasta machen. „Ihr wisst es nicht? Wie allerliebst!"

Er lehnte sich über die Brüstung. „Lee! Du hattest Recht! Wirf das Paket her!"

Lee Jordan gab Dennis Creevey sein Wechselgeld und warf George dann ein kleines Päckchen hoch, in dem drei Schokofrösche samt Karten waren.

„Wie unsere liebreizende Schwägerin sagen würde: Voila!"

Hermine sah George immer noch misstrauisch an. „Du willst uns verkohlen!"

- „Au contraire, ma chère!", sagte George entrüstet. „Das würde ich nie tun!"

Ron riss die Schokofrösche auf und schnappte verblüfft nach Luft, als er auf sein Gesicht starrte, das sich gelangweilt an der Nase kratzte.

„Das bin ich!"

- „Welch beneidenswerte Auffassungsgabe, Ronald", sagte George trocken.

Harry nahm die Karte mit seinem Bild und drehte sie neugierig um. Darauf stand:

Harry James Potter

Harry Potter, Orden der Merlin, Erster Klasse, wurde berühmt, als er im Alter von einem Jahr zur ersten Person wurde, die den Todesfluch überlebte. Der 'Junge, der lebt' beendete so den Ersten Zaubererkrieg und sechzehn Jahre später auch den Zweiten, als er den dunklen Magier Tom Riddle, der sich selbst 'Lord Voldemort' nannte, besiegte.

Außerdem ist Mr Potter bekannt als Sieger des Trimagischen Turniers 1994/95 und als jüngster Spieler der Gryffindor-Quidditch-Mannschaft seit über einem Jahrhundert, mit der er bislang dreimal als Sucher den Quidditch-Cup gewinnen konnte. Aktuell ist er Kapitän des Teams.

Zudem erhielt er einen Preis für besondere Verdienste um die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei.

„Wieso dürfen die das einfach so veröffentlichen, ohne uns zu fragen?", fragte Hermine erbost.

Ginny gluckste. „Du bist die einzige Person, die ich kenne, die sich ernsthaft darüber beschwert, in die Schokofroschkarten aufgenommen worden zu sein."

- „Sei kein Frosch, Hermine" sagte George. „Sieh dir Ronnielein an, wie es fast vor Stolz platzt. Mum wird durchdrehen, wenn sie davon hört."

Ron war in der Tat ziemlich rot.

„Genau das, was ich gebraucht habe", seufzte Harry. „Noch mehr Aufmerksamkeit."

- „Ich finde, es ist eine schöne Anerkennung", sagte Ginny streng. „Hört auf, euch zu beschweren- Ron, hör auf, so blöd zu grinsen und sei froh, dass sie dein erstes Spiel gegen Slytherin rausgelassen haben."

Harry lugte hinüber aud Rons Karte; sie hatte Recht: zu Quidditch hieß es nur:

...Mr Weasley nahm in zwei Saisons als Hüter des Gryffindor-Teams am Quidditch-Cup der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei teil, den das Team in beiden Jahren für sich entscheiden konnte.

Hermine verstaute ihre Karte in ihrer Handtasche, bevor er einen Blick darauf werfen konnte.

„Sollen wir euch helfen, George?", fragte sie in einem absolt durchschaubaren Versuch, das Thema zu wechseln.

„Nicht nötig", sagte George. „Geht ruhig schon vor in die Drei Besen, ich komme dann nach. Der größte Andrang sollte schon vorbei sein."


Der Pub war wie üblich völlig überfüllt und da nicht mal ein einziger Tisch frei war, stellten sie sich an die Theke, um dort ein Butterbier zu trinken.

„Ziemlich heiß hier drin", murmelte Ginny und fächerte sich Luft zu. „Sie sollten mal die Tür auf lassen."

In diesem Moment fuhr eine kühle Brise durch den Pub, weil die Tür sich kurz öffnete und dann wieder schloss. Ron, der nachsah, wer hereingekommen war, verschluckte sich an seinem Butterbier und spuckte es fast über den Tresen.

„Harry", keuchte er entsetzt.

Die anderen wirbelten herum und in diesem Moment gab es einen grellen Lichtblitz, der sie alle blendete. Harry riss seinen Zauberstab heraus und brüllte „Protego!" in die Richtung, in der er die Tür vermutete. Es gab einen dumpfen Knall und dann schrien mehrere Leute laut auf.

Als Harry wieder sehen konnte, stellte er fest, dass der Großteil der Besucher sich entweder unter den Tischen versteckt oder aber die Zauberstäbe in der Hand hatte. Beides war überflüssig, da ihm ein Blick reichte, um zu erkennen, dass der Lichtblitz nicht etwa von Selwyn gestammt hatte, sondern nur von Rita Kimmkorns Kamera. Die Reporterin selbst rappelte sich mühsam auf und rückte grimmig ihre juwelenbesetzte Brille zurecht.

„Die Kamera wirst du mir ersetzen müssen, Harry!"

- „Reparieren Sie sie selbst!", fauchte Ron zornig.

- „Die Schlagzeile wird einschlagen wie eine Bombe", sagte Rita zuckersüß. „Potter greift Reporterin an- Anschlag auf die Pressefreiheit-"

Hermine knallte ihr Butterbier so laut auf den Tresen, dass die Flasche beinahe zerbarst. „Sie sind ein Anschlag auf die Menschheit", knurrte sie. „Verschwinden Sie gefälligst, so lange Sie noch können!"

- „Ach, die kleine Miss Makellos ist auf da, wie erfreulich", sagte Rita. „Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf, zu erfahren-"

Was genau die Öffentlichkeit erfahren musste, sollte Harry nie erfahren, da Madam Rosmerta in diesem Moment zitternd vor Wut hinter dem Tresen hervorkam und ihren Zauberstab auf Rita Kimmkorn richtete.

„Raus hier!", brüllte sie laut. „Und lassen Sie sich nie wieder hier blicken, Sie haben Hausverbot! Das war das letzte Mal, dass sie einen meiner Kunden belästigt haben!"

- „Rosmerta, meine Liebe-"

- „RAUS!"

Die Tür der Drei Besen schlug knallend vor Ritas Nase zu.

„Danke", sagte Harry etwas verlegen.

„Keine Ursache, Harry", knurrte Madam Rosmerta „Das hätte ich schon vor Jahren tun sollen."