Aww, vielen Dank für die ganzen lieben Reviews! Diesmal waren sogar vermehrt sehr ausführliche dabei, das hat mich wirklich sehr gefreut!! °strahl°
Fiiiiinaaaale, ooooh, Fiiiiinaaaale, oooohooooh! °grins° Hier das letzte Kapitel!
Left my heart
- Kapitel 10, Teil 3 -
16. Februar 2004: Montag
Es war fast neun Uhr morgens, als Harry aufgeregt und nervös ins Hauptquartier des IS flohte. Er war aufgeregt, Manny wieder zu sehen, aber besorgt über das Meeting. Er wusste nicht, was ihn erwarten würde, aber er konnte nur hoffen, dass diese Kollegen, die am Freitag so misstrauisch gewesen sind, unvoreingenommen sein würden.
In seinem Arbeitsbriefkasten befanden sich bereits Stapel an Papieren und zwei weitere erschienen, bevor er die anderen überhaupt entfernen konnte. Eines davon wackelte in dem Stapel und Harry holte es als Erstes heraus.
Meeting mit dem FBI in einen kleinen Konferenzraum verschoben. Zugang nur für unentbehrliche Mitglieder. Vertrauliche Angelegenheiten.
Er hob eine Augenbraue. Unentbehrliche Mitglieder schlossen ihn mit ein, nahm er an, neben all den Oberhäuptern der Abteilungen. Das war am Freitag noch nicht so gewesen. Er wühlte sich durch den Stapel und suchte nach der Kopie der überarbeiteten Übereinkunft und begann, sie genau zu lesen.
Um zehn vor zehn klopfte jemand an seiner Tür. Hermiones Kopf lugte herein, bevor er etwas sagen konnte.
„Harry, kannst du jetzt mit zum Konferenzraum kommen?", fragte sie.
„Sicher", seufzte er, sammelte seine Papiere zusammen und suchte nach einer Feder. Er war sich nicht sicher, ob er ihn zehn Minuten bereiter sein würde. Hermione stand im Türrahmen und kaute nervös auf ihrer Lippe. „Stimmt etwas nicht?"
„Nein", sagte sie, ihr Gesicht war seltsam leer. Er musterte sie, aber sie lächelte nur. Sie gingen den Gang entlang.
„Sie kamen also alle gut an, oder?", fragte Harry.
"Ja", bestätigte Hermione. Sie versuchte sehr, nicht zu lächeln.
Harry stieß sie mit dem Ellbogen an. „Hast du Manny erkannt?"
Sie errötete und nickte. „Oh, ja."
Harry grinste. "Er ist heiß, findest du nicht auch?"
"Halt die Klappe, Harry." Sie errötete noch viel tiefer. Das war ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sie interessiert war.
Sie erreichten die Tür zum Konferenzraum und sie legte eine Hand auf seinen Arm, um ihn davon abzuhalten, sie zu öffnen. Er wandte sich ihr zu. Sie starrte ihn nervös an.
"Was?", wollte er wissen.
Sie kämmte ihre Haare mit den Fingern, als wollte sie es glätten. „Bereit?", fragte sie. Er nickte und öffnete die Tür. Harry trat in den Konferenzraum und atmete tief durch.
Und erstarrte sofort.
An dem Tisch mit Cecelia und Manny saß Draco.
Harry war sich sicher, dass ihm alle Farbe aus dem Gesicht wich. Er konnte nicht einmal keuchen. Er hielt seinen Mund geschlossen und starrte ihn an. Draco hatte in dem Moment aufgesehen, in dem er hineingekommen war und der Ausdruck in seinem Gesicht spiegelte Harrys wider, abgesehen von dem Schock.
Hunderte Gedanken schossen sofort durch Harrys Kopf, zwangen ihn, sein Gehirn völlig abzuschalten. Er wusste, er sollte etwas sagen, aber er wagte es nicht.
„Setz dich", zischte Hermione und zog ihn zu den Stühlen.
Er setzte sich Draco direkt gegenüber, starrte noch immer. Draco blickte genauso drein, da erinnerte Harry sich selbst daran, dass sie sich erst vor ein paar Tagen das letzte Mal gesehen hatten. Sein Haar war modern zerzaust und er trug seine Brille. Harry fragte sich, ob die Zeitumstellung seinen Stundenplan für den Augenzauber durcheinander gebracht hatte. Oder vielleicht hoffte er, es würde ihn unkenntlicher machen.
Draco starrte zurück, kaute auf seiner Unterlippe. „Hi", sagte er.
„Hi", erwiderte Harry. Er atmete zitternd ein und riss seine Augen von Draco los. „Hallo, Manny, Cecelia." Beide lächelten ihn warm an. Manny wies mit den Augen auf Draco und zuckte ganz leicht mit den Schultern, als ob er Harry mitteilen wollte, dass er auch nicht wusste, warum Draco mitgekommen war. Da war ein anderer Mann, den Harry nicht erkannte und der die überarbeitete Übereinkunft durchlas. Zu Harrys Rechten war Hermione, zu seiner Linken war Arnold Bass, der Direktor des IS. Er lächelte Harry warm an, seine Augen funkelten. Zwei weitere Abteilungsleiter waren anwesend, jedoch nicht der, der Harry am Tag zuvor fertig machen wollte.
Harry sah wieder zu Draco, glaubte kaum, dass er es wirklich war. Draco war hier, saß ihm gegenüber und das musste etwas bedeuten. Es musste einfach.
„Nun, Mr. Malfoy", sprach Fallin, als er durch den Türrahmen schritt. „Wie ich sehe, haben Sie sich entschlossen, unser Angebot anzunehmen."
„Mr. Malfoy ist ein Agent des FBI", warf Cecelia ein. Ihre Stimme hatte etwas Kommandierendes an sich, wodurch sie die Aufmerksamkeit auf sich zog. „Jegliche Übereinkunft, die Sie ihm vielleicht angeboten haben, geschahen ohne meine Zustimmung."
„Die Übereinkunft beinhaltet, dass er nicht verhaftet wird", entgegnete Fallin, welcher Cecelia gegenübersaß. „Im Gegenzug muss er kooperieren."
„Er hat nicht zugestimmt, beim Kooperieren anwesend sein zu müssen", erwiderte Cecelia und lächelte leicht. „Egal, was Sie denken, er ist ein wertvolles Mitglied meines Teams. Ich erwarte, dass er auch als ein solches behandelt wird."
Harry schielte zu Draco, um zu sehen, dass er mit wenig Interesse zuhörte. Er schien in Gedanken zu sein.
„Natürlich", meinte Fallin, obwohl Harry genau wusste, dass er darüber nicht glücklich war. Draco lächelte und Fallin wandte sich an ihn. „Also schön, Mr. Malfoy, warum sind Sie hier?" Harry blitzte zu Hermione, die mit den Schultern zuckte. Scheinbar hatte das Meeting gerade erst begonnen.
"Harry hat mich darum gebeten", erklärte Draco und wandte diesem seinen Blick zu.
Harrys Bauch machte einen Salto und er verpasste Fallins nächste Frage. Er war viel zu sehr damit beschäftigt, die Bewegung von Dracos Haar, als er den Kopf drehte und seine geschürzten Lippen, als er zu wieder zu sprechen begann, zu beobachten.
„Letzte Woche wurde ich informiert, dass mein Vater in San Francisco gesehen wurde", fing er an. „Ich nehme an, er war wegen mir da; immerhin versucht er seit Jahren, mich anzuwerben und geht sogar schon so weit, CIA Agenten zu bestechen, um mich aufzuspüren."
Fallins Nase rümpfte sich, aber er sagte nichts.
„Ich wusste, dass die CIA Harry ebenfalls beobachtete und ich fing an, zu glauben, dass Lucius plante, ihn anzugreifen, um ihn als Köder gegen mich zu verwenden, wahrscheinlich um mich zu bestehen, ihnen beizutreten." Harry starrte ihn erschrocken an, aber Draco traf seinen Blick nicht. „Also bot ich an, mich letzten Donnerstagabend mit ihm zu treffen. Ich wusste bereits, dass Harry wieder nach England zurückgehen würde und so hoffte ich, Lucius lange genug hinhalten zu können, damit Harry noch rechtzeitig verschwinden könnte... indem ich meine Kooperation anbot." Draco schluckte und Harry ließ seinen Blick durch den Raum wandern. Da waren mehrere erschrockene Ausdrücke und ein paar misstrauische. „Aber es stellte sich heraus, dass er Harry gar nicht benutzen wollte, um mich zu bekommen. Er wollte mich benutzen, um Harry zu bekommen."
„Warum?", verlange Fallin zu wissen und schielte zu Harry. „Was sollte Lucius Malfoy mit Harry wollen?" Harry schluckte und fragte sich dasselbe.
Draco atmete aus und sah zu Harry. "Weil er glaubt, dass Harry weiß, was mit Voldemort geschehen ist."
Ein überraschtes Raunen ging durch den Raum, alle Augen richteten sich auf Harry. „Ich... was?", fragte Harry.
„Das glauben sie eigentlich alle", fuhr Draco fort. „Sie glauben, du warst da und du weißt, warum und wie er verschwand. Darum wollen sie dich."
"Wovon zum Teufel sprichst du?", stotterte Harry. Er wusste überhaupt nichts von Voldemorts Aufenthaltsort; da war er sich sicher. Wie konnte er nicht wissen, dass er etwas wusste?
"Und ich glaube, sie haben Recht", sagte Draco und sah zu Harry. „Ich bezweifle, dass es ein Obliviate war. Wahrscheinlich war es eine Art Gedächtniszauber, der die Erinnerungen vor einem selbst verbirgt; andernfalls würden sie nicht so überzeugt sein, dass sie das Wissen wiedererlangen könnten."
„Warte", unterbrach Hermione. „Willst du damit sagen, dass Harry weiß, wo Voldemort ist, aber jemand hat den Zugriff auf diese Erinnerung versperrt, sodass er es nicht einmal selbst weiß?" Harry starrte sie an, nicht sicher, was er denken sollte. Es klang absurd.
„Ja", bestätigte Draco und musterte noch immer Harrys Gesicht. „Es muss von jemandem gemacht worden sein, der dir nahe steht. Vielleicht wollte dich dieser jemand beschützen, wer weiß? Mein Vater scheint davon seit Jahren zu wissen und ich weiß nicht, wer sonst noch." Draco sah sich um und schien sich selbst zu wappnen, bevor er weitersprach: „Das ist einer der Gründe, warum sie in den letzten Jahren einen Verbergungszauber auf das Ministerium gesprochen haben. Sie wollten, dass Harry diese Erinnerung in sich behielt, damit sie nicht an die Öffentlichkeit geriet - bis sie schließlich wollten, dass er sich erinnerte."
Harry schluckte und blickte zu Hermione. Er wusste nicht, was ein Verbergungszauber war, aber es klang plausibel.
„Verbergungszauber?", rief Fallin. „Das ist Unsinn! So was gibt es hier nicht."
Draco grinste. „Sie sind so naiv, wie viele von Ihnen. Ein Verbergungszauber ist ein sehr komplexer und alter Zauber."
"Ein dunkler?", fragte Hermione.
"Natürlich", antwortete Draco. "Wie alle wirklich nützlichen." Ein paar Leute im Raum schnaubten und Dracos Grinsen wurde herablassend. Der Ausdruck war ihm erschreckend bekannt und Harry fragte sich, wer Draco Malfoy wirklich war. War er die Inkarnation seiner Selbst von der Kindheit oder war er der Mensch, den Harry in San Francisco kennen gelernt hatte? „Sie bemerken ihn gar nicht, weil er zu schwierig zum Feststellen ist. Es verbirgt die eigene Wahrnehmung. Man hört auf, Dinge wahrzunehmen, die man normalerweise sieht. Der Effekt des Zaubers bleibt. Man muss mindestens eine Woche lang außerhalb der Reichweite des Zaubers sein, damit der Kopf wieder klar denken kann." Er wandte sich an Harry. „Darum wollten sie dich fangen, als du in San Francisco und somit außerhalb ihrer Kontrolle warst. Sie wollten dich bekommen, bevor du herausfandest, was vor sich ging."
„Das ist lächerlich", schnaubte Fallin und schüttelte den Kopf. „Es gibt keinen Beweis dafür."
„Er sagt die Wahrheit", erwiderte Harry und sah, wie sich all die Puzzleteile von selbst zusammenfügten. „Ich kann den Verbergungszauber jetzt spüren. Ich habe erst kürzlich bemerkt, wie mein Kopf all die letzten Jahre hinter Wolken gesteckt zu haben schien, aber jetzt ist alles klar." Ein stechender Schmerz hinter seinen Augen ließ ihn zusammenzucken.
„Dem Zauber zu widerstehen, verschafft dir Kopfschmerzen", erklärte Draco, „also passt sich dein Körper an und dein Kopf wird mit der Zeit weniger sensibel."
„Kann man ihn entfernen?", fragte Harry. „Oder ihm entgegenwirken?"
„Ich kann es, aber das wird Zeit kosten", sagte Draco. „Es wäre vielleicht nützlich, vorher jemandem beizubringen, ihm zu widerstehen."
Fallin blickte zwischen Harry und Draco hin und her, musterte beide vorsichtig. „Wie lange wissen Sie schon davon, Mr. Malfoy?"
„Zwei Jahre", gab Draco zu und zuckte lässig mit den Schultern. „Ich weiß nicht, wie lange der Zauber schon wirkt, aber nicht mehr als vier oder fünf Jahre, würde ich meinen."
"Und warum hast du uns das vor zwei Jahren noch nicht gesagt?", fragte Hermione, eine kleine Furche der Wut steckte hinter ihrer hochgezogenen Augenbraue. „Du hättest uns helfen können-"
„Ich hatte keine Verpflichtungen dem Zaubereiministerium gegenüber", schnarrte Draco. „Der IS hat meine Bewerbung abgewiesen, nachdem ich meine Ausbildung abgeschlossen hatte und setzte mich wegen meines Namens auf die „schwarze Liste". Ich bekam in diesem Land keine Stellung, vielen Dank dafür. Das FBI hatte keine Vorurteile." Er blickte durch den Raum, vermied Harry, sah aber jedem anderen in die Augen. „Außerdem arbeitete ich verdeckt. Es wäre dumm von mir gewesen, mit so einer Information herauszurücken, wenn so viele Leben gerettet werden konnten, indem man sie verschwieg."
„Dracos Arbeit in New York ist extrem wichtig", fügte Cecelia hinzu, ihre Stimme ließ von der Macht, die sie innehatte, vermuten. „Er hatte jeden Tag schwere Entscheidungen treffen müssen und ich kann Ihnen versichern, dass die Organisation fest hinter ihm steht." Fallin versteifte sich unter ihrem Blick.
"Darum sind wir nicht hier", unterbrach Harry. „Unsere Agenturen sind darüber übereingekommen, Informationen zu teilen und Draco hat die ehrliche Absicht des FBIs demonstriert. Ich schlage vor, wir machen mit den relevanteren Themen weiter." Hermione stupste ihn unter dem Tisch an, eine Geste der Unterstützung. „Zum Beispiel brauchen unsere Kollegen einen sicheren Platz, um ihr Vorhaben vorzubereiten und wir haben versprochen, ihnen zu helfen. Wir haben ebenso zugestimmt, die Verschlüsselungsstrategien zu teilen und Hermione wird ganz vorne mitarbeiten. Das Personal wird vielleicht anders als erwartet sein, aber das ändert nicht das Hauptziel dieses Unternehmens."
„Schön gesagt, Harry", sagte Bass. Er war während des Meetings ungewöhnlich still gewesen. „Vielleicht sollten wir das Treffen verschieben, damit sich unsere Gäste an den Zeitunterschied gewöhnen, Räume finden und sich einrichten können. Sollen wir uns hier am Mittwoch wieder treffen?"
Der Raum war still, niemand schien widersprechen zu wollen. Fallin warf einen weiteren misstrauischen Blick auf Draco, bevor er sich an Cecelia wandte: „Sehr schön. Direktor Montes, meine Mitarbeiter stehen Ihnen zur Verfügung."
Hermione stieß Harry erneut an und als er sich zu ihr drehte, sah er sie amüsiert grinsen. Neugierig hob er eine Augenbraue und sie rollte mit den Augen. Er blickte zurück zum Tisch und somit zu Draco, der auch grinste.
Jeder stand auf; Hände wurden geschüttelt und man stellte sich verspätet vor. Einer nach dem anderen gingen sie hinaus, aber Harry schien wie am Boden festgewurzelt. Draco stand auf der anderen Seite des kleinen Raums, nickte abwesend, als Cecelia ihm etwas ins Ohr flüsterte. Manny und Hermione sprachen leise neben der Tür und schienen sich allem um sich herum bewusst zu sein.
Harry wusste nicht, was er fühlte - er war aufgeregt, erleichtert und voller Furcht zur selben Zeit. Er fürchtete sich vor der Information, die Draco ihnen mitgeteilt hatte und er wusste, es würde noch etwas dauern, bis er es genau verstand. Er war noch nicht überzeugt, dass es wahr war.
Vielleicht log Lucius Malfoy. Harry hatte noch nie von einem Zauber gehört, der Erinnerungen versperrte und der durchgeführt werden konnte, ohne dass man es bemerkte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass er mit irgendjemandem kooperiert und ihn an diese bestimmte Erinnerung heran gelassen hätte, wo diese doch so wichtig während dem Krieg gewesen war - und danach.
Harry beobachtete Draco eine weitere Minute, bevor er all seinen Mut zusammennahm und um den Tisch herum schritt.
„Ich will, dass du vorsichtig bist", sagte Cecelia. „Ich bin immer noch nicht davon überzeugt, dass dein Erscheinen weise war."
Draco schielte schnell zu Harry, bevor er sich zurück an Cecelia wandte. „Das bin ich auch nicht, aber jetzt ist es zu spät. Ich habe mich geoutet und werde nicht mehr verdeckt arbeiten können."
„Du wirst an der Spitze der Todesserliste stehen", entgegnete Cecelia. Sie lächelte Harry an und drückte dann Dracos Schulter. „Ich muss noch etwas mit dem IS Direktor besprechen, also gehe ich besser." Sie zwinkerte Draco zu, dann wandte sie sich um und ging.
Draco sah ihr hinterher; es war beinahe so, als wollte er verhindern, Harry ins Gesicht zu sehen. Harry zauderte ein wenig, dann setzte er sich auf den Tisch und hoffte, dabei locker auszusehen, obwohl sein Herz wie wild pochte. Er wusste nicht, was ihn erwartete. Draco hatte gesagt, er war zurückgekommen, weil Harry ihn darum gebeten hatte, aber bedeutete es auch das, was Harry so sehr hoffte?
„Sie haben wirklich meinen Bericht gelesen?", fragte Hermione durch den Raum.
„Oh, ja", erwiderte Manny. „Ich konnte ihn nicht weglegen."
Harry rollte mit den Augen. Nicht einmal Ron hatte Hermiones Berichte gelesen.
Hermione kicherte. "Sind Sie... Wollen Sie Kaffee trinken oder so?"
Sie und Manny grinsten sich noch immer an, als sie den Raum verließen. Harry und Draco blieben alleine zurück.
Draco drehte sich zu Harry und lächelte leicht. Harrys Bauch machte einen kleinen Salto und er lächelte zurück. Dracos Augen wanderten hinab zu Harrys Handgelenk, zu dem Armband.
„Ich bin froh, dass du es trägst", sagte er. „Ich hatte gefürchtet, du würdest es nicht tragen."
„Ich weiß nicht, warum ich es trage", gab Harry zu. „Ich vermute mal, du willst es zurückhaben? Ich weiß nicht, wie man es abnimmt." Er streckte seine Hand aus.
„Es enthält einen sehr alten und mächtigen Schutzzauber. Man kann es abnehmen, wenn jemand, denn man sehr mag - jemand, für den man sich selbst opfern würde - Schutz braucht. Dann geht es ab." Er wirkte peinlich berührt und sah zu Boden.
Harry musterte ihn einen Moment lang. „Du hast gesagt, deine Mutter hätte es dir gegeben."
Draco nickte. "Als ich fast achtzehn war. Sie hatte gewusst, dass ich abhauen wollte und dann weckte sie mich mitten in der Nacht auf und sagte mir, ich müsste sofort verschwinden. Sie hat dieses Armband so lange ich mich erinnern kann getragen, aber in dieser Nacht hielt sie es in ihrer Hand. Ich wusste, was es bedeutete, als sie es mit um das Handgelenk legte und mich küsste." Er streckte seine Hand aus und berührte das Armband, seine Finger wanderten über Harrys Haut. „Das war das letzte Mal, dass ich sie sah."
Harry schluckte. Es war ein Geschenk, das er unmöglich zurückzahlen konnte. Er verschränkte seine Arme vor der Brust und atmete tief durch, sah dabei weg. Es war zu viel und er wusste nicht, was er antworten sollte.
„Ich schätze, du bist wütend auf mich, dass ich dir das nicht früher erzählt habe", flüsterte Draco. „Ich nehme es dir nicht übel."
Harry schüttelte den Kopf. „Nein, bin ich nicht. Du hattest deine Gründe. Und es ist ja nicht so, als hätte ich dir einen guten Grund gegeben, mir zu vertrauen." Er sah Draco in die Augen und lächelte. "Ich freue mich, dich zu sehen."
Draco verschränkte ebenfalls seine Arme und kam einen Schritt näher. „Ich wollte dir an diesem Morgen alles sagen. Aber dann wurde ich etwas abgelenkt."
"Das tut mir Leid. Ich hätte dir früher sagen sollen, was vor sich ging."
„Nein, bitte... Ehrlich gesagt wünschte ich, ich hätte gar nicht nachgesehen." Draco seufzte und blies sich eine Haarsträhne aus der Sicht. „Ich... ich wollte einfach wissen, ob ich dir vertrauen konnte. Ich hätte dich erklären lassen sollen. Es hätte uns beiden viel Kummer erspart."
„Ich bin einfach froh, dass du jetzt die Wahrheit kennst", entgegnete Harry und lehnte sich auf seinen Händen zurück. „Und außerdem hat das FBI als Resultat nun Beweise gegen Colby."
Draco trat einen weiteren Schritt vor. „Es war das Risiko aber nicht wert. Ich war so wütend auf dich und dann war ich besorgt, du würdest zu ihm gehen. Was du auch getan hast." Er warf ihm einen spöttischen Blick zu. „Es hätte ein Desaster werden können."
"Wurde es aber nicht, Dank dir und Manny." Harry lächelte. Er hatte denselben Draco vor sich, den er in Erinnerung hatte - die Person, die er vorher vorgegeben hatte zu sein, war nicht echt und das war eine immense Erleichterung. „Manny hat mich davon überzeugt, du würdest nicht kommen. Warum solltest du deine Meinung auch ändern?"
Zu Harrys Erstaunen errötete Draco und brach den Blickkontakt ab. „Es war eigentlich richtig dumm." Er schien nicht fortfahren zu wollen, also lächelte Harry ihn an und wartete. Draco hielt seine Ellbogen fest, als er sich selbst umarmte und tief durchatmete. „Mein Vater hat mir immer gesagt, ich würde einsam und erbärmlich enden", sagte er endlich. „Und ich glaubte ihm. Immerhin war jeder Versuch, eine Beziehung zu haben, schief gegangen. Entweder wollte die Person keine ernste Beziehung haben oder sie spionierte mich nur aus." Er zuckte mit den Schultern und sah dann Harry in die Augen. „Alle schwulen Männer, die ich je getroffen habe, ficken sich entweder durch die Gegend oder sind alleine. Mir kam nicht in den Sinn, dass mein Leben anders sein sollte."
Harry seufzte. Er kämpfte schwer mit sich, nicht vom Tisch herunter zu springen, Draco in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass alles gut werden würde.
„Kläglich, ich weiß." Draco sah wieder zu Boden. "Und dann kamst du vorbei und... ich habe am Freitag sehr lange mit Manny geredet, aber ich war immer noch nicht überzeugt, dass es funktionieren könnte. Ich weiß doch, wie sehr du dir eine Familie wünschst. Genau wie Manny - er will eine Frau, fünf oder sechs Kinder und an Weihnachten zwanzig Leute zu Besuch und..." Er schüttelte traurig den Kopf. „Ich bin nicht ansatzweise das, was er sich als die Person vorstellt, die er nach Hause zu Mum und Dad bringt. Ich vermute, ich habe dasselbe von dir gedacht."
„Draco-", setzte Harry an, aber jeglicher Einwand wurde mit der Hand abgewinkt.
"Nein, lass mich ausreden. Ich bin am Samstagmorgen aufgewacht und... Gott, das klingt so dumm." Er hielt inne, presste eine Hand auf seine Stirn, welche einen liebenswerten Rotschimmer auf sich trug. „Es war überall in den Nachrichten - Leute heirateten. Sie heirateten jeden, den sie wollten und dabei war es egal, ob sie schwul waren. Es war das erste Mal, dass es mir wie die Realität vorkam; wie etwas, das mir auch passieren könnte." Harrys Herz pochte heftig und er biss sich auf die Lippe, um still zu bleiben. Draco zwang sich, Harry in die Augen zu sehen. „Ich hatte gedacht, es würde nicht funktionieren, weil ich dir nicht das geben konnte, was du wolltest, aber jetzt... fange ich an, zu glauben, dass das nicht wahr ist. Mein Vater hatte Unrecht. Und wenn ich nicht hergekommen wäre, hätte ich wahrscheinlich meine beste Chance auf eine normale Beziehung verpasst."
Harry atmete zitternd ein und aus. Sein Innerstes wurde von Gefühlen überrollt und er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte. „Willst du mir damit sagen, dass du zurückgekommen bist, weil du mich heiraten willst?" Er versuchte, etwas Humor ins Spiel zu bringen. „Das ist ein bisschen schnell in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns erst seit zwei Wochen verabreden." Ein panischer Ausdruck breitete sich auf Dracos Gesicht aus und Harry grinste.
Draco rollte mit den Augen und lachte verlegen. „Du weißt, was ich meine, oder?"
Harry hielt ihm seine Hand zur Antwort hin. Draco legte die seine hinein und erlaubte Harry, ihn näher zu ziehen. „Natürlich tue ich das", wisperte er, bevor er Draco küsste. Es war ein eher schüchterner Kuss - keine Zungen, keine verrückt spielenden Hormone - aber es fühlte sich gut an. Draco lehnte sich an Harry, seine Hände stützten sich auf beiden Seiten von Harrys Hüften ab.
Sie trennten sich nach einem langen Moment, beide atmeten ein bisschen schneller als zuvor. Draco lehnte seine Stirn an Harrys Brust.
„Bitte sag mir, dass du es ernst meinst", flüsterte er.
Harry legte einen Arm um Draco. „Natürlich meine ich es ernst. Ich will das hier."
"Es wird nicht einfach werden", seufzte Draco. „Wir haben uns seit zwei Wochen angelogen und das ist kaum eine gute Basis für eine Beziehung."
„Es hat vielleicht etwas gedauert, bis ich es erkannt habe", erwiderte Harry, „aber ich habe nie gelogen, wenn ich über meine Gefühle gesprochen habe." Er strich eine Haarsträhne hinter Dracos Ohr, genoss diese einfache Berührung.
„Ich schon", grinste Draco, "zumindest bis zur letzten Nacht."
Harry schnaubte. „Du bist ein schrecklicher Lügner. Ich bin ziemlich frustriert durch deine ganzen vermischten Signale geworden." Er grinste und Draco lachte. „Wie lange wirst du hier sein?"
"Mindestens drei Monate", sagte Draco. „Ich bin hier, um zu helfen, das Büro einzurichten und die Beziehungen mit den lokalen Agenturen zu etablieren. Und dann ist da natürlich noch deine Untersuchung." Er hob eine Augenbraue.
"Ich könnte deine Hilfe gebrauchen", gab Harry zu. „Es gibt im Moment zu wenige Leute, denen ich vertrauen kann. Nach dem, was du uns heute erzählt hast, bin ich noch entschlossener, herauszufinden, was vor sich geht."
„Und dabei will ich dir helfen. Du wirst beides darstellen: die Zielscheibe und den Untersucher, was immer schwierig ist. Ich sollte es wissen." Draco lehnte sich vor und seine Arme glitten um Harry herum, um ihn näher an sich zu ziehen. „Das wird nicht einfach. Die Hälfte der Leute, die heute in dem Konferenzraum waren, könnte mit den Todessern in Kontakt stehen. Sie werden immer misstrauisch bleiben - denn jetzt bin ich selbst eine riesige Zielscheibe für die Todesser."
„Darum werden wir es langsam angehen", antwortete Harry und drückte ihn noch näher. „Es gibt immerhin ziemlich viel Papierkram."
Draco löste die Umarmung und sah Harry direkt an. „Und das hier wird auch nicht einfach. Es ist schwer, mit mir eine Beziehung zu haben und wir arbeiten auch noch unter schwierigen Umständen zusammen."
„Ich will es versuchen", meinte Harry und legte seine Hand auf Dracos Wange. „Ich war verheiratet und wurde geschieden, also weiß ich, wie eine schlechte Beziehung aussieht." Er lehnte sich weit genug vor, um seine Lippen über Dracos streifen zu lassen. „Und du scheinst ziemlich gut zu mir zu passen."
Dracos Lippen lächelten gegen seine. „Warum beginnen wir diese Beziehung nicht mit einem Mittagessen? Ich verhungre."
„Natürlich tust du das", seufzte Harry und ließ von ihm ab. „Ist es sicher für dich, dich in der Öffentlichkeit zu zeigen?"
„Du wärst überrascht, was ein guter Zauber nicht alles kann", zwinkerte Draco. „Aber wir gehen am besten in irgendeine Muggelgegend. Zieh mich in der nächsten Zeit bloß nicht in die Winkelgasse."
„Deal", grinste Harry. „Gibt da eh nicht viele gute Restaurants." Draco küsste ihn wieder und trat dann zurück, damit Harry vom Tisch herunterkommen konnte. Harry nahm ihn bei der Hand und führte ihn zur Tür. „Da gibt es ein kleines Sushirestaurant, das ich gerne ausprobieren würde", schlug er vor. „Nicht weit von hier. Wir können gehen."
Draco drückte seine Hand und lächelte. „Ich liebe Sushi."
Harry lächelte zurück und öffnete die Tür. „Ich weiß."
FIN
Das war's, Ende, finito, Schluss, aus, basta! °heul°
Aaaber, tehe, es gibt noch eine Fortsetzung! „Surrender the grey" heißt sie und ich hoffe, wir sehen uns dort wieder! Meiner Meinung nach ist das Sequel nämlich noch besser °verschwörerisch grins°
Gebt mir einfach noch ein wenig Zeit, damit ich ein paar Kapitel im Voraus übersetzen kann und schon kann ich euch wieder... beglücken °lach°
Es sei denn, ihr wollt keine Fortsetzung, dann spar' ich mir die ganze Arbeit °evil grin° Sagt mir in einem Review einfach euren Wunsch:-P
Außerdem ist klein Dia heute 18 geworden, da wollt ihr ihr doch sicher ein Geschenk in Form eines Reviews machen, oder? °blinzel°
Bis dahin: Cheers und bleibt anständig!
Eure Dia
