Danke für eure Reviews - hier das neue Kapitel nach all der Zeit! :)

LunaNigra: Viel Spaß mit diesem Kapitel! ;)

einfach so...:Danke für dein Lob und viel Spaß mit diesem Kapitel!

Elizan: Herzlich Willkommen - und danke für dein ausführliches Review!
Bezüglich des Warnings kann ich dich aber beruhigen: Schau doch einfach nochmal rein - ich habe die erste Seite aktualisiert. ;)
Danke für all dein Lob - es freut mich zu hören, dass die Charaktere ankommen, auch wenn ich sie Wandlungen durchmachen lasse. Ich wünsche dir viel Spaß mit diesem Kapitel!

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Kapitel 20:

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Seit einigen Tagen durchforsteten wir systematisch die Bücherregale des Black'schen Anwesens nach Informationen über Horkruxe; Salon nach Salon, Zimmer nach Zimmer und Schrank nach Schrank.
Heute befanden wir uns wortwörtlich am Anfang unserer Hausdurchsuchung, nämlich im Entrée und dem Salon des alten Anwesens.

Ron durchsuchte die Bücherregale im Salon, die aber scheinbar größtenteils nur Heilbücher zur Zierde enthielten. Keines der Bücher wies einen winzigen Kratzer am Einband oder gar den Knick einer Seite auf. Sie wirkten völlig ungelesen.
Harry hatte sich unterdessen die kleinen Schränke und Truhen vorgenommen, die im Salon geschickt um die Sitzgelegenheiten drapiert waren.
Und ich kümmerte mich um zwei schmale, staubige Schränke unter den Treppen im Eingangsbereich.
Gerade beugte ich mich in einen der geräumigen Schränke, als Ron einen spitzen Schrei ausstieß.

"Was ist los?", brüllte Harry durch den Salon und ich hörte, wie er einige Dinge fallen ließ, die er wohl in den Händen gehalten haben musste.

"Nichts!", rief Ron zurück und senkte dann seine Stimme zu einem Flüstern. "Nur eine Spinne, kein Grund zur Sorge."

Ich schüttelte den Kopf und wandte mich wieder den alten Regalen zu.

Nach einigen Minuten fiel mir ein großes, ledergebundenes und anscheinend sehr altes Buch ins Auge.
Neugierig zog ich es aus einem Stapel von Papieren hervor und blies den Staub von seinem Einband.

"Harry! Ron!", rief ich fasziniert und stürzte in den angrenzenden Salon. Die beiden Jungs hörten damit auf, in den Büchern vor ihnen zu blättern und blickten überrascht zu mir hoch.

Rons Miene erhellte sich beim Anblick meines strahlenden Gesichts, verzog sich aber sofort, als er den Lederband in meinen Händen erkannte.
"Die Geschichte Hogwarts?", meinte er lieblos und sah mich zweifelnd an.

Harry lachte und fuhr dann damit fort, Bücher aus einer massiven Holztruhe herauszuziehen.

"Lies weiter!", heischte ich Ron aufgeregt an und hielt den Wälzer gut sichtbar in die Höhe. "Unter dem Buchtitel steht "Neuausgabe" - oh, Ron, weißt du wie alt dieses Buch ist? Es ist sicherlich -"

Doch ich wurde durch ein wohlbekanntes, ohrenbetäubendes Knallen unterbrochen.

Erstaunt wandte ich mich auf den Fersen um und sah mich einem, wie üblich nach Tabacco riechenden, schmuddeligen Mundungus Fletcher entgegen, der mich ebenso überrascht ansah, wie ich es tat.

"Du ...? Hermine? Was machst'n du hier?" Er schien verwirrt und wandte sich um. Als er Harry und Ron sah, zuckte er einen winzigen Moment lang zusammen. "Und ihr ...?"

"Die Frage ist eher, was du

hier suchst, Mundungus", unterbach ich ihn kühl. Irgendetwas gefiel mir nicht an seinem Auftreten und ich konnte nicht erkennen, weshalb er sich unserer Gegenwart so nervös verhielt.

"Ähm, ich wollt' nur -", begann er.

Aber ein schriller Wutschrei und ein kleines Wesen, das sich auf ihn stürzte, unterbrach seine gestammelten Worte.

Mit einem dumpfen Knacken, das aus seinen Hosentaschen zu stammen schien, kam er auf den kalten Fliesen auf. Als ich den kleinen Hauselfen erkannte, der auf seiner Brust saß und mit seinen Fäusten nach ihm schlug, riss ich vor Überraschung weit die Augen auf.

"Masters Amulett... dieser dreckige Halblüter hat Master Regulus Amulett gestohlen!", schrie Kreacher und als er weiterhin mit seinen Händen auf Mundungus Körper trommelte, traten ihm Tränen in die Augen. "Und dieser dreckige Mann hat es sich sogar um seinen Hals gehängt! Wenn die Miss nur wüsste...!"

"Kreacher! Beruhige dich -", begann ich und wollte den tobenden Hauselfen von dem entgeisterten Mundungus Fletcher herunterziehen. Doch bei meiner Berührung riss er sich sofort los und warf mir einen vernichtenden Blick zu.

"Kreacher lässt sich nicht von Schlammblütern berühren, nein, und Kreacher lässt sich nicht von Schlammblütern beruhigen. Kreacher wird alles der Miss erzählen, oh, die arme Miss wird sicherlich..." Kreachers Worte übergingen in ein leises Murmeln, als er aus dem Salon herausschlurfte und nach einigen Momenten leise die Treppe hinauf zu dem Portrait seiner Herrin tippelte.

Kopfschüttelnd wandte ich mich zu Mundungus um und wollte ihm sogar aufhelfen, doch plötzlich stürzte sich Harry auf ihn.

"Was meinte Kreacher eben, Mundungus?", zischte er alamierend. Ich konnte förmlich sehen, wie er sich mit aller Kraft zurückhielt, um nicht wahllos Flüche auf Mundungus zu schleudern. "Wag es nicht, etwas abzustreiten, du widerlicher, feiger Dieb. Was alles hast du aus Sirius Haus' gestohlen?"

Mundungus starrte Harry einen Augenblick geschockt an, als dieser ihn schon am Kragen hochriss.
"WAS?", schrie er wuterfüllt. "WAS?"

Und in diesem Moment schien Mundungus in sich zusammenzusacken.
"Ich... ähm, nun... 'n paar Pokale und Goldteller... und 'n paar – echt nur'n paar! - Pelze... und... un' dieses Medaillon hier", fuhr er nach einem flüchtigen Blick in Harrys Gesicht eilig fort. "aber außer dem hab' ich schon alles verkauft!"

"An wen hast du die Sirius Dinge verkauft?", fragte Harry eisig.

"Ich – Harry, ich weiß es wirklich nich'; es waren so viele Leute in der Nokturngasse und die meisten ham gar nicht mehr als 'nen Preis genannt!"

"Nokturngasse!", fauchte Ron. "Du hast die Sachen in der Nokturngasse

verkauft?!"

Mundungus Gesicht verzog sich, als hätte man ihn persönlich beleidigt. Doch bevor er etwas Dummes sagen konnte, riss Harry ihm die Kette mit dem Goldmedaillon vom Hals und ließ dann seinen Kragen los.
Mundungus fiel rückwärts mit dem Hinterkopf schmerzhaft auf den Kachelboden und während er sich grummelnd den Kopf hielt, wandte sich Harry zu Ron und mir um.

"Ich muss in die Winkelgasse", sagte er. "Wer weiß, mit wem dieser Vollidiot Kontakt aufgenommen hat."

Und als er das Medaillon auf die Tischplatte des Esstisches knallte, disappierte Mundungus mit einem Geräusch, das einem Donnerschlag ähnelte.

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Ich klopfte genau zweimal gegen seine Tür und wartete.
Und es dauerte exakt fünf Sekunden, bis Draco sie öffnete.

Bevor er mir etwas Gegensätzliches verkünden konnte, schob ich mich unter seinem Arm in das Zimmer hinein.

"Habe ich dich hereingebeten?", fragte er, als ich mitten im Raum stehen blieb.

"Das letzte Mal hatte es dich gewundert, dass ich nicht sofort dein Zimmer betreten habe." Ich wandte mich zu ihm um. Er trug eine schwarze Baumwollhose und ein Hemd, welches nur teilweise zugeknöpft war, außerdem hatte er keine Schuhe angezogen.

Es war ein ungewöhnlicher Anblick. Bisher hatte ich ihn immer, sogar früh morgens, völlig akkurat angekleidet getroffen.
Ich musste grinsen.

Draco schloss die Tür und runzelte die Stirn.
"Das letzte Mal hast du mich darauf hingewiesen, dass du mehr Manieren besitzt, als ich erwartet hatte. Aber scheinbar hast du diese wieder verlernt."

"Vielleicht solltest du erst einmal wieder lernen, wie man Hemden zuknöpft", sagte ich und wies mit meinem Kopf auf seine Brust, die deutlich zwischen seinen unregelmäßig geschlossenen Hemdknöpfen sichtbar war.

Draco Malfoy zog amüsiert eine Augenbraue in die Höhe.
"Was verleitet dich zu der Annahme, dass dies nicht völlig beabsichtigt ist?"

"Nun", sagte ich langsam und gedehnt. "Ich glaube kaum, dass du mit mir flirten wolltest. Und ansonsten gibt es hier kein weibliches Wesen, das du betören könntest, Malfoy."

Draco erstarrte einen Augenblick, grinste dann aber dreckig.
"Wie überraschend, dass wir tatsächlich einmal einer Meinung sind, Granger."

"Wäre das nicht ein wunderbarer Moment, unser tiefes gemeinsames Einverständnis zu verdeutlichen, Draco?", spottete ich.

"Wenn du mir mitteilst, was du hier tust, Hermine", gab Draco genauso schnell zurück und seine Augenbraue wanderte weiter in die Höhe.

"Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass Harry und Ron das Haus für einige Stunden verlassen. Sie apparieren in die Winkelgasse. Und ich müsste -"

"Und das konnte Potter, der Held, mir nicht selbst mitteilen?", meinte Draco höhnisch.

Ich seufzte.
"Ich dachte nur, du solltest es wissen."

"Deshalb wirst du also die Vermittlerin zwischen Potter und mir? Welch ehrenvolle Aufgabe..." Sein Blick nahm wieder den alten verächtlichen Zug an.

"Was soll das?", fragte ich verwirrt. Was wollte er mit diesem Vorwurf ausdrücken?

"Ich glaube kaum, dass es dich freuen würde, wenn Harry in deine Räume käme, um dir so etwas Banales mitzuteilen."

"Ach", sagte er scharf und sein Blick wurde kalt. "Aber deine Anwesenheit, Hermine, soll mich erfreuen?"

Ich erstarrte.

Dann drehte ich mich um und stolperte aus seinem Zimmer.

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