AN: nur für euch, als kleines Dankeschön für fast 2 Jahre(!) Treue. Vielen lieben Dank fürs Lesen, fürs Genießen, fürs Reviewen. Einen guten Rutsch und Happy New Year!

AN2: Ein besonderes Dankeschön an aragock fürs betaen. Solange hat es noch kein Beta mit mir ausgehalten! Danke vielmals für die tolle Arbeit.

Kapitel 15 : Ein unvergessliches Weihnachten

Harry wurde unsanft aus seinem kurzen Schlaf gerissen, als eine große Masse auf die Matratze, auf der er lag, fiel: „Wach auf, Geschenke!"

Harry schlug nach der Masse, aber sie war längst verschwunden, bevor sein Arm sie treffen konnte. Er versuchte sich in sein Kissen zu vergraben und wieder einzuschlafen, aber die Masse zusammen mit den anderen machten weiterhin zu viel Lärm. Statt wieder wegzudämmern wurde Harry nur wacher und er realisierte schließlich, dass er so schnell nicht wieder einschlafen könnte.

Erschöpft drehte er sich auf den Rücken und öffnete seine Augen. Angesichts des Lichts im Zimmer konnte Harry erkennen, dass es später als die übliche Zeit war, zu der er sonst aufstand. Merlin sei Dank für kleine Wunder. Ron war sonst keine Morgenperson, und selbst an dem einen Morgen, an dem er früher aufwachte, schlief er länger als Harrys sonstige Aufstehzeit. Das machte Harry jedoch nicht glücklicher über die Situation. Er war müde und er wollte wirklich noch länger schlafen.

„Aufstehen, Harry!", rief die Masse wieder. Einen Moment später traf Harry ein Kissen ins Gesicht.

Harry drehte seinen Kopf und funkelte die besagte Masse an. Selbst der wacklige Boden, auf dem ihre Freundschaft stand, seit Ron Harry aus der Quidditchmannschaft geworfen hatte, schien anscheinend nicht genug zu sein, um Rons Enthusiasmus an diesem besonderen Morgen zu dämpfen. Harry funkelte ihn weiterhin an.

„Komm schon! An jedem anderen Morgen bist du vor uns wach und du suchst dir den Weihnachtsmorgen aus, um länger zu schlafen?"

Die doofe Masse wollte einfach nicht die Klappe halten. Als die Masse wieder auf sein Bett hüpfte, musste Harry sich davon abhalten, ihn nicht zu verhexen. So groß die Versuchung auch war, wusste Harry, dass es es nicht wert war, dafür seine zauberstablosen Fähigkeiten zu verraten. Er rollte sich schließlich aus dem Bett und stand auf. Als er sich streckte, gähnte er ausgiebig und versuchte einen Teil seiner Müdigkeit loszuwerden.

Als er sich im Zimmer umschaute, bemerkte er, dass seine Zimmergenossen sich bereits ihren Geschenken widmeten. Statt ihrem Beispiel zu folgen zog Harry einen Morgenmantel über und ging ins Badezimmer. Nachdem er sich den dringendsten Angelegenheiten gewidmet hatte, ging er hinunter in den Gemeinschaftsraum. Der Raum war kaum besucht, aber Hermine und Ginny waren zu sehen. Die beiden saßen vor dem Feuer und Geschenkehaufen umgaben sie.

„Da bist du ja", rief Hermine aus. „Wir warten auf euch, so dass wir unsere Geschenke zusammen auspacken können."

Ginny bewegte sich nicht einmal, um ihn zu begrüßen. Er konnte sie nicht sehr gut sehen, aber er war sich ziemlich sicher, dass sie auf dem Sofa eingeschlafen war. Wenn er nur auch so viel Glück hätte.

Harry nickte Hermine zu, drehte sich dann um und ging zurück in den Schlafsaal. Er holte seinen Zauberstab hervor und ließ seinen Haufen Geschenke neben sich herschweben, während er wieder hinunterging. Ron bemerkte sein Verhalten und fragte: „Wo gehst du hin, Harry?"

„Die Mädchen sind unten und warten auf uns, um die Geschenke aufzumachen", erwiderte er kurz angebunden, aber nicht unfreundlich.

Ron schaute verlegen aus der Wäsche, als er zu seinem Haufen Geschenke schaute, wovon die Hälfte bereits ausgepackt war. Harry wandte sich an Neville, der bisher erst wenige Geschenke aufgemacht hatte: „Kommst du Nev?"

Der Junge sah nachdenklich aus: „Nev?"

„Ich bin müde und alles, was mehr als eine Silbe hat, wird jetzt nicht funktionieren", erwiderte Harry.

Neville lachte: „Das kann ich verstehen. Lass mich nur alles zusammensuchen und dann treff' ich euch unten."

Harry nickte und ging wieder zurück in den Gemeinschaftsraum. Als er hinüber zu den Mädchen ging, bestätigte sich seine Vermutung über Ginnys fehlendes Bewusstsein. Sie hatte sich auf dem Sofa ausgebreitet und verhinderte damit, dass jemand anders sich setzen konnte, aber Harry löste dieses Dilemma, indem er Ginnys Beine hochhob und sich unter sie schob. Ginny bewegte sich leicht, wachte aber nicht auf. Harry bemerkte, dass seine Geschenke noch immer auf seine Befehle warteten und so ließ er sie direkt vor dem Sofa auf den Boden schweben.

„Wo ist Ron?", fragte Hermine.

„Er ist höchstwahrscheinlich dabei, die Geschenke wieder einzupacken, die er bereits ausgepackt hat.", erwiderte Harry. „Neville wird auch in einer Minute herunterkommen."

Hermine schnaubte, als sie hörte, dass Ron ohne sie angefangen hatte, sagte aber nichts.

Neville gesellte sich nach einer Minute zu ihnen und Ron kam kurz danach. Harry packte Ginnys Fuß, um sie wachzurütteln und bekam daraufhin einen ordentlichen Tritt gegen seine Brust. Ginny setzte sich auf, als sie Harrys schmerzerfülltes Aufstöhnen hörte und fragte sofort: „Was ist los?"

„Du hast mich getreten", erwiderte Harry empört.

„Das habe ich nicht", leugnete sie, schüttelte ihren Kopf und rieb mit ihrem Handrücken den Schlaf aus ihren Augen.

„Ich habe versucht, dich aufzuwecken und du hast mich getreten", bestand Harry auf seiner Aussage und rieb sich über die Brust.

Ginny runzelte die Stirn, als sie versuchte, ihre Schläfrigkeit abzuschütteln, um die Situation vollständig verstehen zu können. „Ich bin eingeschlafen?", fragte sie. Harry nickte. „Und du hast versucht mich aufzuwecken." Er nickte wieder. „Und ich habe dich getreten?"

„Ja!"

„Nun, wie hast du versucht, mich aufzuwecken?", fragte sie ihn.

„Ich habe deinen Fuß gepackt, um dich wachzuschütteln", erklärte Harry noch immer seine Brust reibend. Sie hatte ihn wirklich gut erwischt.

Ginny verdrehte die Augen. „Nun, dann ist es deine eigene Schuld", verkündete sie und sprach sich selber von jeglicher Verantwortung frei.

„Wie kommst du darauf?", wollte Harry wissen.

„Ich bin an meinen Füßen kitzelig. Himmel, so gut wie jeder ist an seinen Füßen kitzelig. Indem du mich am Fuß gepackt hast, war Ärger vorprogrammiert", sagte sie ihm verzweifelt.

„Das sagst du mir jetzt!"

„Das ist gesunder Menschenverstand, Harry", ließ Neville verlauten, der über das Schauspiel grinste.

„Na schön, seid halt so", grummelte Harry gutmütig. „Hey, lass mich das sehen", sagte er und nahm eine längliche Box aus Ginnys Geschenkehaufen. „Ich weiß nicht, wie das dort hineingeraten ist." Er legte die Box hinter die Couch. „Neville, lass mich deine Geschenke mal sehen."

„Ich denke nicht daran, Harry", meinte dieser und legte die Geschenke näher zu sich.

„Sei kein Baby, Harry", schimpfte Ginny und holte ihr längliches, eingepacktes Geschenk wieder hervor.

„Wie wollt ihr das also hier bewerkstelligen", fragte Neville nach einem Moment der Stille. „Einer nach dem anderen? Alle auf einmal?"

„Ich finde, wir sollten alle nacheinander die Geschenke aufmachen", meinte Hermine sofort. „Auf diese Weise können wir die Reaktionen von allen sehen."

„Das wird ewig dauern", jammerte Ron. „Wenn du die Reaktionen von allen sehen möchtest, warum bleibst du nicht einfach sitzen und schaust zu, während wir unsere Geschenke aufmachen?"

In der Hoffnung, einem Streit zu entgehen, bot Harry ihnen einen Kompromiss an: „Wie wäre es, wenn wir einer nach dem anderen die Geschenke öffnen, die wir uns gegenseitig geschenkt haben und den Rest öffnet ihr, wie ihr wollt."

„Perfekt", unterstützte Ginny ihn.

„Wer fängt also an?", fragte Neville.

„Die jüngste?", schlug Hermine vor.

„Das passt mir gut", grinste Ginny.

Als Ginny sich umdrehte, um ihren Haufen Geschenke zu begutachten und ihr erstes Geschenk herauszusuchen, wurde Ron schnell ungeduldig: „Beeil dich und nimm dir einfach eins."

„Ich weiß nicht, warum du so ungeduldig bist", schnappte Hermine. „Du hast bereits die Hälfte deiner Geschenke geöffnet."

Rons Gesicht wurde rot und er antwortete: „Ich habe nicht ..."

„Versuch es gar nicht, Kumpel", unterbrach Harry. „Alle wissen Bescheid."

Ron schnaubte und grummelte ein wenig. Sein Gesicht verlor weder die Färbung, noch schien seine Ungeduld zu verschwinden. Währenddessen begutachtete Ginny ihre Geschenke. „Nun, ich bin versucht, das große von Harry zu öffnen, weil ich sehr neugierig bin", meinte sie. „Aber ich denke, ich werde mir es bis zum Ende aufheben." Damit nahm sie Hermines Geschenk zur Hand, welches die Form eines Buches zu haben schien.

Harrys Vermutung war falsch. Es war kein Buch. Es waren zwei Bücher. "Der Ultimative Führer, um nicht durch die Z.A.G.s zu fallen" und "1001 Dinge, die jeder Jäger wissen sollte." Ginny zeigte keine Reaktion über das erste Buch, aber als sie das zweite sah, schaute sie mit einem Lächeln hoch und sagte: „Danke Hermine."

Harry war als Nächstes dran und öffnete sein Geschenk von Ron, was sich als eine Schachtel mit Schokoladenfröschen herausstellte. Er lächelte seinen Freund dankbar an. Die Vorhersehbarkeit von Rons Geschenken hatte etwas Nettes. Außerdem war er ziemlich froh, dieses Mal dem Chudley Cannons Fanartikel entgangen zu sein.

Von da an nahmen die Dinge ihren Lauf. Harry schaute interessiert zu, wie seine Freunde seine Geschenke für sie öffneten. Hermine war die erste, die eines seiner Geschenke öffnete. Sie quietschte vor Freude laut auf, als sie personalisiertes Pergament und ein Paar selbstaufüllende Adlerfederkiele vorfand. Harry lächelte, als Hermine „Danke", ausrief. Er hatte das Gefühl gehabt, dass Hermine das praktische Geschenk wertschätzen würde und war froh zu sehen, wie sehr sie es zu mögen schien.

Hermine schenkte ihm ein Buch, das von den Grundlagen verschiedener Muggelkampfsportarten handelte. Sie sagte, dass sie von seiner Kombination von einem Muggelkonzept mit einem Zaubererduell beeindruckt war und dachte, dass das Buch ihm noch mehr helfen würde. Harry freute sich tatsächlich darauf, es zu lesen. Bei den Dursleys war es ihm nie erlaubt gewesen, fernzusehen, aber er hatte über die Jahre flüchtige Blicke auf verschiedene Shows erhaschen können. Er erinnerte sich, gelegentlich Kampfsportausstrahlungen gesehen zu haben. Wenn er lernen könnte, sich so zu bewegen, könnte niemand voraussehen, was er machen würde. Er dankte Hermine enthusiastisch für das wohlüberlegte Geschenk.

Bei der nächsten Runde des Geschenkeaufmachens entdeckte er, dass Neville ihm eine alte Ausgabe von „Das Aurorenhandbuch" geschenkt hatte. Als Harry ihn fragend anschaute, erklärte Neville: „Es gehörte meinem Vater" Harry fehlten die Worte. Die wenigen Dinge, die er von seinen Eltern hatte, waren die wertvollsten Besitztümer, die er besaß; er konnte sich vorstellen, dass Neville ähnlich über die Sachen seiner Eltern dachte. Harry war sich sicher, dass Neville mehr von seinen Eltern hatte als er, aber er wusste, wie wichtig jedes kleines Ding war.

Neville wählte als Nächstes Harrys Geschenk. Harry war sich nicht sicher, wie sein Freund reagieren würde. Er wusste zugegebenermaßen wenig über Kräuterkunde. Er hatte niemals etwas nachgeforscht oder etwas gelesen, wenn es nicht im Unterricht durchgenommen wurde. Wissend, dass Neville das Fach mochte, hatte er den Ladenbesitzer in der Winkelgasse gebeten, ihm seine selteneren Pflanzen zu zeigen und ihm eine kurze Zusammenfassung ihrer Eigenschaften zu geben. Von denen hatte er die Pflanze ausgesucht, die Neville gerade auspackte.

Als Neville das meiste des Geschenkpapiers, welches Harry verzaubert hatte, so dass es die Pflanze nicht zerdrücken würde, entfernt hatte, hörte Harry, wie der Junge scharf einatmete. „Ist es das, was ich glaube was es ist?" fragte er Harry mit einem fragenden Blick.

„Ich hoffe es?", erwiderte Harry. „Was glaubst du, was es ist?"

„Paliurus focus," flüsterte Neville voller Ehrfurcht.

Hermine japste und Ron fragte: „Was ist so toll an der Pflanze?"

„Das ist keine gewöhnliche Pflanze", erwiderte Hermine.

„Mir wurde gesagt, dass die Pflege der Pflanze helfen soll, die Konzentration zu verstärken und es wird gesagt, dass sie ihrem Besitzer hilft, seine Ziele zu erreichen", sagte Harry hilfreich und hoffte, dass Neville das Geschenk mochte.

„Die Pflanze ist fast so selten wie mein Mimbulus Mimbeltonia," meinte Neville. „Das muss dich ein Vermögen gekostet haben."

Harry kratzte unbehaglich seinen Nacken. „Es war wirklich nicht so viel. Der Ladenbesitzer sagte, er hatte sie schon eine Weile und das nicht viele an ihr interessiert zu sein schienen", sagte Harry ihm.

„Und wann hattest du die Gelegenheit, mit diesem Ladenbesitzer zu reden", wollte Hermine neugierig wissen.

Harry hörte die Wissbegierde in ihrer Stimme und wusste, dass er bei seiner Antwort wachsam sein musste. „Ich habe ihm eine Eule geschickt und ihn nach allen seltenen Pflanzen gefragt, die er vorrätig hat, nach ihren Eigenschaften und wie viel sie kosten würden. Er hat mir eine Liste zurückgeschickt und ich habe von ihr ausgesucht", log Harry einfach und schaute Hermine direkt in die Augen, als er dies sagte. Sie fragte nicht weiter nach.

Ron war als Nächster an der Reihe. Er war sehr glücklich, ein Paar Quidditchschoner und Hüterhandschuhe, sowie eine Box Schokoladenfrösche vorzufinden und er dankte Harry enthusiastisch für die Geschenke. Harry lächelte als Antwort und sagte höflich aber leise „Gern geschehen". Nach ihrem Streit Anfang des Semesters über Quidditch, war er leicht unsicher gewesen, Ron ein Quidditchgeschenk zu geben. Er war froh zu sehen, dass sein Geschenk keiner der Spannungen wieder hochkochen hatte lassen.

Ginny hob sich Harrys Geschenk bis zum Schluss auf, genau wie sie es gesagt hatte. Es war das Geschenk, auf das er sich am meisten freute, welches er aber auch am meisten fürchtete. Er wusste, dass sie das Geschenk mögen würde, und er freute sich auf ihre erste Reaktion. Ihr Geschenk war jedoch viel teurer gewesen als alle anderen. Er war besorgt, dass sie es vielleicht nicht akzeptieren würde, aber er machte sich auch Sorgen über die Reaktionen seiner anderen Freunde, insbesondere Rons.

Ginny verlor keine Zeit beim Geschenk auspacken und förderte eine schwarze, elegante Box zutage. Mit gespannter Erwartung öffnete Ginny die Lasche der Box und öffnete sie. Sie quietschte im wahrsten Sinne des Wortes. Sie schlug den Deckel der Box zu. Sie schaute Harry mit großen Augen an, schaute dann schnell wieder hinunter, öffnete noch einmal die Box einen Fingerbreit, um hineinzuspähen. Ihre erste Beurteilung bestätigt findend sprang sie auf Harrys Schoß, so schnell, das sie Glück hatte, in seiner Überraschung nicht von ihm verhext zu werden. Wie die Dinge standen, endete er mit einem Mundvoll von Ginnys Haar, dass er versuchte auszuspucken, während sie ihn fest umarmte.

„Danke. Danke. Danke. Danke", kreischte Ginny an seinem Ohr. „Oh, ich könnte dich glatt küssen."

Harry drehte bei ihrem letzten Ausruf abrupt seinen Kopf zu ihr. Sie war erstarrt, aber hielt ihn noch immer fest. Harry konnte ihr Gesicht nicht sehen, aber er sah, wie ihre Ohren erröteten.

„Nun, was ist es", fragte Ron ungeduldig, und brach den Zauber des Moments. Nicht jemand, der herumsaß und wartete, stand er auf und ging zu der Box hinüber. Als er ihn öffnete, japste er: „Das ist ein Nimbus", rief er aus. Er streckte seine Hand aus, um den Besen zu drehen und ihn besser begutachten zu können. „Ein 2001! Du hast ihr einen Nimbus 2001 gekauft?", fragte er ungläubig an Harry gewandt.

Harry, mit seinen Armen um Ginnys Rücken gelegt, versuchte noch immer die letzten Strähnen von Ginnys Haaren aus seinem Mund zu entfernen. Er nickte. „Ich habe einen guten Deal bekommen", erklärte er kurz. Als er die letzten Haare aus seinen Mund nahm, neigte er seinen Kopf leicht nach unten zu ihrem Nacken und atmete tief ein, um den Geruch von Ginnys Haar in sich aufzunehmen. Er konnte das zufriedene Seufzen, das seinem Mund entwich nicht aufhalten. Er konnte den Geruch nicht einordnen, es war unleugbar Ginny.

„Wie um Himmels Willen hast du einen Deal für einen Nimbus 2001 bekommen? Und was genau ist ein guter Deal für einen?", wollte Ron wissen und brachte damit Harry dazu, seinen Kopf zu heben, um Ron anzuschauen.

„Erst einmal geht es dich nichts an, was ich gezahlt habe", erwiderte Harry. „Zweitens habe ich einen guten Deal bekommen, weil ich eine Abmachung getroffen habe, das neue Nimbusmodell zu kaufen, wenn es Ende Januar herauskommt."

„Es wird einen neuen Nimbus geben?", fragte Ron mit ehrfurchtsvoller Stimme, seine vorherigen Fragen vergessend.

Harry seufzte erleichtert auf und nickte, während Ginny in seinen Nacken kicherte. Er war sich nicht sicher, ob es das Gefühl seines Atmens an ihrem Nacken oder nur die Reaktion ihres Bruders war, welches das leise Lachen hervorgerufen hatte, aber er lächelte und drückte sie näher an sich. „Sie sagten, es würde Ende Januar herauskommen, spätestens Februar. Es ist angeblich ein wenig schneller als der Feuerblitz, mit besserer Beschleunigung und Manövrierfähigkeit."

„Brillant", erwiderte Ron träumerisch, unzweifelhaft mit Visionen von Besen in seinen Gedanken.

Ginny lehnte sich von Harry weg, noch immer auf seinem Schoß sitzend. Sie schauten sich einen Moment in die Augen. „Danke, Harry", flüsterte sie, bevor sie sich vorlehnte und ihn auf die Wange küsste. Sie stand auf und ging zur Box, aus welcher sie sehr vorsichtig und beinahe ehrfürchtig den Besen hob. „Ich habe meinen eigenen Besen", flüsterte sie voller Staunen. „Ich habe meinen eigenen Nimbus 2001."

Harry lächelte, als er ihre Reaktion sah. Sie lächelte breit. Ihre Augen glänzten. Sie war aufgeregt. Er schaute sich um. Niemand regte sich auf. Tatsächlich schienen alle zu lächeln. Neville gab ihm die „Daumen hoch" während Hermine ihn nur wissend anschaute. Ron schien über die Idee nachzudenken, einen Besen zu besitzen, der besser als ein Feuerblitz war. Es hätte nicht besser laufen können.

Harry war als nächster an der Reihe, da er einen Tag nach Neville geboren war. Es war die letzte Runde des Geschenkeaufmachens und er hatte sich Ginnys bis zum Schluss aufgehoben. Ihr Geschenk war eine kleine, rechteckige Box, die sich anfühlte, als sei sie aus Holz. Er riss das Geschenkpapier auf und entdeckte eine kleine rötliche Holzbox darin. Auf dem Deckel war ein Besen eingraviert. Harry hob den Riegel und öffnete es. Ein goldenes schnelles Etwas versuchte aus der Box und aus Harrys Reichweite zu entwischen, aber Harrys Instinkte waren schneller. Er streckte seine Hand und schloss sie um das goldene Objekt, bevor er sich auch nur einen Meter von der Box entfernen konnte. Harry öffnete sehr vorsichtig seine Hand. „Du hast mir einen Schnatz gekauft?", fragte er Ginny ungläubig. Ron japste.

Ginny nickte leicht. „Magst du es?", fragte sie und ihre Nervosität war deutlich auf ihrem Gesicht zu sehen.

„Es mögen", wiederholte Harry. „Ich liebe es! Danke." Mit seiner linken Hand nahm er ihre rechte und drückte sie, während er seine rechte Hand öffnete und dem Schnatz erlaubte, für einen Moment seine Flügel auszubreiten, bevor es versuchte zu entkommen. Harry war zu schnell für den Schnatz.

„Ich dachte, der schulbeste Sucher sollte seinen eigenen Schnatz haben", sagte Ginny ihm.

„Wie konntest du dir so etwas leisten?", fragte Harry ohne Nachzudenken. Glücklicherweise war Ginny von der Frage weder überrascht noch über sie verärgert.

„Ich habe meinen Körper an Fred und George für Experimente für ihr neuestes Produkt verkauft", erwiderte sie trocken.

Harrys Kinnlade fiel herunter. „Du hast was gemacht? Nein. Nimm ihn zurück.", sagte er ihr und versuchte ihr den Schnatz zurückzugeben. Als er wieder versuchte, wegzufliegen, war er dazu gezwungen, ihn wieder aus der Luft zu schnappen. Harry begann nach der Box zu greifen, um den Schnatz wieder dort zu deponieren, als der Klang von Gelächter ihn aufhielt. Ginnys Gelächter. Harry schaute sie scharf an. „Du hast mich nur auf den Arm genommen?"

„Nun, sie haben mir geholfen. Ich versuche einen Weg zu finden, um es ihnen zurückzuzahlen", erwiderte Ginny ehrlich. „Ich werde aber keine ihrer Produkte testen, zumindest nicht an mir selber", fügte sie mit einem Grinsen hinzu.

„Danke", sagte Harry ihr noch einmal.

„Gern geschehen, Harry."

Neville hatte Ginny bis zum Schluss aufgehoben und war sehr zufrieden, ein Buch zu bekommen, das davon handelte, wie er sich um seine neue Pflanze kümmern konnte. Er dankte ihr und verlor keine Minute, bevor er sich in das Buch vertiefte.

Ron war als nächster an der Reihe. Das einzige ungeöffnete Geschenk in seinem Haufen war das von Hermine. Er riss das Geschenkpapier willkürlich auf und entdeckte ein Buch über die Geschichte der Chudley Cannons: Von der Entstehung des Teams bis heute. Harry hatte Ron noch nie ein Buch mit solcher Zuneigung anschauen sehen.

Hermine war die älteste und daher die letzte, die ihr letztes Geschenk öffnete. Sie legte das Geschenk von Ron auf ihren Schoß und langte mit einem Finger unter den Tesa an den Ecken und ließ damit das Geschenkpapier intakt- aus Gründen, die nur Hermine kannte. Sie hatte schließlich eine Duftkerze und einen Körperzaubertrank vor sich liegen. Hermine lächelte Ron an und dankte ihm für das Geschenk.

Nicht lange danach gingen sie alle hoch zu ihren Räumen, um ihre Geschenke wegzuräumen. Harry verstaute glücklich seine neuen Besitztümer. Außer den Geschenken von seinen Freunden hatte er auch den üblichen Weasleypulli von Mrs Weasley sowie eine Dose Karamellbonbons bekommen. Von Hagrid hatte Harry eine geschnitzte Figur eines Greifs bekommen. Harry war von Hagrids Kunstfertigkeit ziemlich beeindruckt. Der Greif bewegte sich nicht, wie es das Modell des Ungarischen Hornschwanzes gemacht hatte, welches er während des Trimagischen Turniers bekommen hatte, aber es war sehr detailliert angefertigt. Harry stellte es auf den Nachttisch. Er lachte leise, als er die Socken, die Dobby ihm gestrickt hatte, sowie das einjährige Abonnement zum Klitterer von Luna wegräumte. Luna und Dobby waren beide einzigartige Freunde und ihre Geschenke ließen darauf schließen.

Remus hatte Harry eine Lederjacke geschickt. In einer der Taschen der Jacke hatte Remus eine Nachricht deponiert, die Harry erst bemerkte, als er sie wegpackte. Remus dankte ihm aus vollem Herzen, dass er die letzten Monate für ihn da gewesen war und betonte, wie viel ihm das bedeutete. Er bat Harry auch, seinen Dank an Ginny weiterzugeben. Er erklärte, das Tonks ihm geholfen hatte, die Jacke auszusuchen. Sie dachten beide, dass sie nützlich sein würde, wenn er schließlich dazu kommen würde, Sirius Motorrad zu benutzen.

Harry verbrachte den größten Teil des Tages nichtstuend mit seinen Freunden. Er schaffte es, kurz zu schlafen, Ginny auch. Nicht lange nach dem Mittagessen begannen die Mädchen, alle zu ihren Schlafsälen hochzugehen, um sich für den Ball vorzubereiten. Dies ließ den Jungs ein paar Stunden für sich selbst, bevor sie selbst sich fertigmachen müssten. Harry konnte nicht anders als zu denken, dass es definitiv seine Vorteile hatte, ein Junge zu sein.

Harry, Neville und Ron verbrachten die meiste Zeit mit Zaubererschnippschnapp und Schach. Einmal beobachtete Ron, wie Harry und Neville sich am Schachbrett gegenübersaßen. Er verbrachte die ganze Zeit damit, zu stöhnen und an seinen Haaren zu ziehen, da sie so viele vorteilhafte Züge missachteten. Weder Harry noch Neville machte das etwas aus. Sie waren sich ebenbürtig und daher war es ein gutes Spiel, welches Harry knapp gewann.

Die Jungs gingen schließlich alle die Treppe zu ihren Schlafsälen hoch, um sich für den Ball vorzubereiten. Harry duschte, was Ron nicht tat, bevor er sich seine rot und goldenen Roben überstreifte. Die anderen gingen alle vor ihm nach unten und als er vor dem Spiegel stand, erinnerte sich Harry an etwas, das Ginny ihm einmal gesagt hatte. Er schaute sich um, um sicherzugehen, dass niemand da war, dann konzentrierte er sich und wollte, dass sein Haar sich auf die Länge verkürzte, die er früher gehabt hatte. Er bemerkte, gleichermaßen amüsiert und frustriert, dass sein Haar hinten hochstand.

Harry begutachtete sich kritisch im Spiegel. Es war nicht zu schlimm, nahm er an. Wenn Ginny es mochte, war das gut genug für ihn. Auf der anderen Seite fragte er sich, wie es aussehen würde, wenn er es an den Seiten etwas kürzen würde. Er verbrachte die nächsten paar Minuten damit, verschiedene Frisuren vor dem Spiegel auszuprobieren, die besser aussehen würden, aber noch immer den unordentlichen, vom Wind zerzausten Look haben würde, den er mit seinem Vater teilte. Er fand schließlich die richtige Kombination und lächelte sein Spiegelbild zufrieden an.

Er schaute sich noch ein letztes Mal im Spiegel an, um sicherzugehen, dass er zufriedenstellend aussah, bevor Harry hinunter zum Gemeinschaftsraum ging, um dem Rest der Gryffindorjungen Gesellschaft zu leisten, die alle herumsaßen oder -standen und auf ihre Verabredungen und den Beginn des Balls warteten. Harry entdeckte Rons rote Haare schnell, als er die Treppe hinunterging und bemerkte Neville neben ihm und so ging er in ihre Richtung. Eine Menge überraschter Blicke waren auf ihn gerichtet, als er den Gemeinschaftsraum betrat. Ron verlieh ihren Gedanken Worten: „Dein Haar ..." Harry konnte nicht sagen, ob seine Reaktion positiv oder negativ war.

„Deine Schwester hat mir einmal gesagt, dass sie es kurz lieber mag", erwiderte Harry mit einem Schulterzucken. Das schien die meisten Beobachter zufriedenzustellen, denn sie widmeten sich alle wieder ihren eigenen Unterhaltungen.

„Wie hast du es geschnitten?", fragte Ron ihn.

„Ich habe vor ein paar Tagen einen Zauber nachgeschlagen", log Harry leichthin.

„Ginny wird überrascht sein", sagte Neville ihm.

„Ich hoffe es", erwiderte Harry mit einem kleinen, nervösen Lächeln, was Neville breit grinsen ließ. „Wann triffst du Hannah?", fragte Harry ihn neugierig.

„Erst in 15 Minuten", erwiderte Neville und schaute auf seine Armbanduhr.

„In der Eingangshalle? Oder ..."

„Ich hole sie nahe dem Eingang zu ihrem Gemeinschaftsraum ab. Wir sollen den genauen Ort nicht kennen, daher hat sie mir einen Platz genannt, der in der Nähe ist", erwiderte Neville.

„Gut", erwiderte Harry. „Wir werden versuchen, euch in der Eingangshalle zu treffen, bevor die Türen öffnen, aber wenn wir es nicht rechtzeitig schaffen, schnapp dir einen Tisch mit denjenigen, die schon da sind, und wir werden euch dann finden."

„Ist gut", stimmte Neville zu. Er schaute wieder auf seine Armbanduhr. „Ich sollte vielleicht gehen, nur für den Fall, dass sie früh dran ist."

Harry glaubte nicht, dass es sehr wahrscheinlich war, dass das passieren würde, aber er wusste, dass sein Freund sich besser fühlen würde in dem Wissen, dass er seine Verabredung nicht warten lassen würde. „Hört sich nach einem Plan an. Bis gleich, Kumpel."

„Bis gleich, Harry", antwortete Neville. Harry richtete seine Aufmerksamkeit bereits wieder auf die Treppe der Mädchen, auf die im Moment die meisten Blicke gerichtet waren.

Es war einige Minuten später, als die ersten Mädchen hinunterkamen. Stephanie, die dritte Jägerin im Quidditchteam, war eine von ihnen, zusammen mit einem anderen Mädchen aus ihrem Jahrgang. Sie wurden von ihren Verabredungen empfangen und aus dem Porträtloch eskortiert.

Danach begannen alle paar Minuten Mädchen hinunterzukommen. Etwa die Hälfte der im Raum Wartenden war bereits gegangen, als Harry fühlte, wie sein Magen Purzelbäume schlug. Niemand anderes als seine Verabredung Ginny Weasley ging die Treppen in einem schwarzen Kleid hinunter. Er nahm ihre Erscheinung in sich auf und leckte sich unbewusst über die plötzlich trockenen Lippen.

Das Kleid war trägerlos mit einem relativ tiefen Ausschnitt. Harry fragte sich kurz, wie es gehalten wurde. Einen Moment später hätte er sich selbst einen Schlag gegen die Stirn geben können, als ihm die offensichtliche Antwort einfiel: Magie. Das Kleid schmiegte sich an jede ihrer Kurven, und Harry konnte nicht anders als seine Augen jede einzelne davon nachfahren zu lassen. Er wusste, dass sie attraktiv war, wusste, dass sie Kurven hatte, aber durch die unförmigen Roben, die sie normalerweise trug, hatte er sie nie wirklich gesehen. Nun sah er sie in all ihrer Pracht, nun, vielleicht nicht in all ihrer Pracht ...er sollte seine Gedanken wirklich nicht weiter in diese Richtung verfolgen.

Als sie die Treppe hinunter ging und in das Licht des Gemeinschaftsraumes trat, bemerkte Harry, dass ihr Kleid glitzerte. Er schaute genauer hin und sah, dass goldene Tupfen durch den ganzen Stoff gewoben waren. Selbst ohne den zusätzlichen Effekt strahlte Ginny. Sie hielt ein paar Schritte innerhalb des Raums inne und Harry schaffte es, sein Gehirn so weit zum Arbeiten zu bewegen, dass er zu ihr gehen und sie begrüßen konnte.

Sie lächelte, als sie ihn entdeckte, und Harry könnte schwören, dass er sah, wie die Umgebung sich dabei erhellte. Ihre Blicke trafen sich, als er nur noch wenige Meter entfernt war und ihr Blick wanderte kurz zu seinen Haaren. Ein weiterer Schritt, ihr Blick wanderte zurück zu seinen Haaren und ihre Augen wurden größer, genauso wie ihr Lächeln.

Nach - wie es ihm erschien - mehreren Minuten erreichte er sie schließlich. Er blieb eine Armlänge von ihr entfernt stehen und hielt kurz inne, um seinen Augen eine letzte Möglichkeit zu geben, ihre Erscheinung von Kopf bis Fuß in sich aufzunehmen, bevor er den letzten Schritt zu ihr ging. Ihre Körper berührten sich fast, als er seine Hand hob und sanft mit seinen Fingerspitzen ihre Wangenknochen nachfuhr. Sein Blick folgte seiner Hand und er war von den tiefroten Locken, die ihren Rücken hinunterfielen, fasziniert. Er musste dem Drang widerstehen, mit seinen Fingern durch die langen Locken ihres Haares zu fahren.

Wenn er jetzt nur noch seine Stimme zum Sprechen animieren könnte. Nach einem Moment schaffte er es, zu sagen: „Du siehst ..." Eine Million verschiedener Adjektive fuhren ihm durch den Kopf: unglaublich, umwerfend, wunderhübsch, sexy, sensationell, atemberaubend, wunderbar. Er entschied sich schließlich für das Wort, dass es seiner Meinung nach am besten beschrieb: „Wunderschön." Er sagte das Wort ehrfürchtig. Ginny wurde rot.

„Du hast dein Haar geschnitten?", fragte sie ihn voller Verwunderung.

Harry nickte. „Magst du es?", fragte er und hoffte, dass er es nicht vermasselt hatte.

„Ich liebe es", erwiderte sie. „Aber warum?"

Harry zuckte mit den Schultern: „Du hast mir gesagt, dass du mein Haar so mochtest, wie es früher war."

„Du hast es also nur für mich getan?", fragte sie ihn.

„Ja", sagte Harry einfach, als sei es das Offensichtlichste auf der Welt.

„Du weißt aber, dass es eine lange Zeit brauchen wird, um wieder zu wachsen?" Sie flüsterte die Frage bedeutungsvoll und Harry nickte als Antwort.

„Ich weiß. Ich lass es vielleicht so", sagte er ihr ehrlich.

„Nun, dankeschön", sagte sie ihm ehrlich. „Und du siehst nebenbei gesagt ziemlich fesch aus."

„Danke", erwiderte Harry und errötete nur ein kleines bisschen.

„Hermine sollte in einer Minute oder so unten sein, dann können wir gehen", informierte Ginny ihn.

Harry nickte geistesabwesend. Er konnte seinen Blick nicht aufhalten, der unaufhaltsam ihren Körper auf und ab glitt. „Dieses Kleid sieht einfach umwerfend an dir aus", sagte er ihr, ohne sich bewusst dafür entschieden zu haben.

„Danke, Harry", sagte sie errötend. „Ich kann noch immer nicht fassen, das ich es mir leisten konnte", sagte sie halb zu sich selbst, während sie verlegen mit ihren Händen an ihren Seiten entlangfuhr, um den Stoff zu glätten.

„Nun, ich bin froh, dass du es konntest", sagte Harry ihr überaus selbstgefällig. Er war endlos zufrieden mit sich selbst, ihr die Möglichkeit gegeben zu haben, das Kleid kaufen zu können. Sie mochte es tragen und behalten dürfen, aber irgendwie fühlte Harry, dass er der Gewinner war.

Wenn Ron während ihres Gespräches nicht so nervös die Treppe der Mädchen angestarrt hätte, hätte er vielleicht den Bedarf gesehen, Harry ein blaues Auge

für die Blicke, die dieser seiner Schwester zuwarf, zu verpassen. Andererseits hätte er den meisten Anwesenden des Gemeinschaftsraumes dieselbe Behandlung zukommen lassen müssen.

Sie warteten noch eine weitere Minute auf Hermine. Ron musste ein Stups gegeben werden, so dass dieser auf Hermine zuging, die nervös auf Ron wartete. Als er schließlich direkt vor ihr stand, war es offensichtlich, dass Ron keine Ahnung hatte, was er sagen sollte. Sein Gesicht, sein Nacken und seine Ohren hatten alle eine rote Farbe angenommen und die beiden standen beinahe eine Minute lang verlegen da, bis Ron es schaffte, "Du siehst unglaublich aus", zu stammeln.

Hermine, deren Gesicht bereits einen rosa Farbton hatte, errötete tief. Harry musste zugeben, dass Ron nicht log. Sie hatte ihr Haar wie für den vorigen Ball gezähmt. Von dem, was Harry sehen konnte, hatte Hermine ihr Haar in einen eleganten Knoten hochgesteckt, wobei einige Locken ihr Gesicht umrahmten. Sie trug lavendelfarbene Roben. Sie waren nicht ganz so körperbetont wie Ginnys, aber sie zeigten deutlich eine Seite von Hermine, die man nicht oft sah.

„Danke", sagte sie. „Du siehst gut aus in diesen Roben", machte sie ihm ein Kompliment. „Blau ist definitiv deine Farbe."

„Glaubst du, du könntest meine Mum davon überzeugen", grummelte Ron gutmütig und entlockte Hermine damit ein Lachen.

Hermine schaute zu Harry und Ginny und lächelte ihnen zu: „Du siehst großartig aus, Ginny, und Harry ... dein Haar! Du hast es geschnitten. Oh, du siehst gut aus."

„Danke Hermine", erwiderte Harry ehrlich. „Du siehst auch sehr gut aus."

Die beiden Paare standen einen Moment lang sich anlächelnd da, bevor Harry sich umdrehte und Ginny seinen Arm hinhielt: „Sollen wir hinuntergehen, meine Dame?"

Sie legte ihren Arm in seine Armbeuge und antwortete: „Gerne, mein Herr." Harry legte seine andere Hand über ihre und die beiden gingen los - über Rons Gesichtsausdruck kichernd, als dieser sie beobachtete.

Hermine verdrehte nur ihre Augen und packte Ron am Arm: „Komm, Ron." Die beiden holten Harry und Ginny schnell ein, da die beiden gemächlich liefen. Die vier Gryffindors gingen in einer angenehmen Stille hinunter zur Eingangshalle. Harry musste sich den ganzen Weg darauf konzentrieren, nach vorne zu schauen, so dass er nicht stolperte oder in etwas hineinlief. Trotz seiner Bemühungen wanderte sein Blick andauernd zu dem zauberhaften Rotschopf an seiner Seite. Glücklicherweise war es mit ihr am Arm schwierig, ganz vom Weg abzukommen und sie erreichten ihr Ziel ohne Zwischenfälle.

Die Türen der Großen Halle waren noch nicht geöffnet und so waren viele Schüler in der Eingangshalle. Viele Schüler winkten Harry zu, als er an ihnen vorbeiging. Harry erwiderte ihre Grüße und nannte sie alle bei ihrem Namen, eine Leistung, auf welche Ginny ihn aufmerksam machte.

„Nun, was für ein Professor wäre ich, wenn ich nicht einmal die Namen meiner Schüler lernen würde", fragte Harry.

Ginny zuckte mit den Schultern: „Ich habe schon genug Schwierigkeiten damit, zu behalten, wer alles nur in unserer HA-Klasse ist. Ich wäre total überfordert, wenn ich mich an die Namen einer zweiten Klasse erinnern müsste."

„Ich habe eine Weile gebraucht, um sie mir zu merken, aber wenn du zweimal in der Woche mit ihnen arbeitest, dann hast du die Namen irgendwann im Kopf", war Harrys Antwort. „Wenn du in meiner Klasse bist, arbeitest du nicht notwendigerweise mit jedem der da ist, aber ich tue das. Ich stelle sicher, dass ich in jeder Stunde mit jedem Schüler interagiere, selbst wenn es nur eine Begrüßung oder eine Bemerkung ist, während ich meine Runde drehe. Ich denke, es hilft ihnen, zu wissen, dass ich da bin und dass ich ihnen Aufmerksamkeit schenke, selbst wenn ich nicht direkt mit ihnen arbeite. Macht das Sinn?"

„Vollkommen", erwiderte Ginny nachdenklich. „Ich schätze, ich habe noch nie so darüber nachgedacht, aber ich verstehe deinen Standpunkt. Du bist wirklich ein guter Lehrer, Harry. Hast du jemals überlegt, später Professor zu werden?"

Harry blieb stehen und schaute sie an: „Um die Wahrheit zu sagen, nein, das habe ich nicht, aber es ist kein schlechter Gedanke", überlegte er laut. Hermine und Ron liefen weiter, auch wenn sie beide ihnen einen neugierigen Blick zuwarfen.

„Du scheinst es zu genießen", meinte Ginny. „Und du bist offensichtlich gut darin."

„Das letzte sagte sie mit solcher Ehrlichkeit und Bestimmtheit, dass Harry sich anstrengen musste, ein Erröten zu unterdrücken. „Danke", sagte er ihr aus tiefstem Herzen. „Ich denke, ich werde darüber nachdenken. Das einzige, was ich jemals in Erwägung gezogen habe, war Auror zu werden, und ich bin mir nicht einmal sicher, warum. Ich denke einfach weil ich gut in Verteidigung bin und immer mitten in einem Kampf lande."

„Versteh mich nicht falsch", sagte Ginny. „Ich denke, du würdest auch ein ausgezeichneter Auror sein. Aber du solltest wirklich deine Optionen abwägen und sicherstellen, dass du das tust, was du tun möchtest, das, von dem du denkst, dass es dich glücklich macht."

„Ich habe mich noch immer nicht an den Gedanken gewöhnt, dass ich ein Mitspracherecht habe, was mein Leben angeht", kommentierte Harry nebenbei.

Ginny strich mit ihrer Hand seinen Arm hinunter und drückte seine Hand. Sie drehte sich zu ihm und beugte sich zu ihm. „Du sagst das, als hättest du die letzten Monate nicht getan, was immer du wolltest", neckte sie ihn im Flüsterton.

Schmetterlinge flogen durch Harrys Magen, als er ihren Körper gegen seinen fühlte. Er musste seinen Kopf schütteln, um seine Gedanken frei zu kriegen und er antwortete: „Das ist wahr, aber ich musste alles im Geheimen machen. Ich musste es alles verstecken. Es ist frustrierend, alle anlügen und so viel vor ihnen verstecken zu müssen. Ich wünschte, ich könnte einfach ich sein und diese ganzen Spielereien stoppen."

„Du weißt, dass du mit mir immer du selbst sein kannst", sagte Ginny ihm. „Du musst nichts verstecken oder so tun, als seist du jemand oder etwas anderes."

„Ich weiß", erwiderte Harry und schaute ihr in die Augen. „Und du hast keine Idee, wie viel mir das bedeutet. Ich ...", Harry schüttelte seinen Kopf, keine Worte findend. „Aber selbst so gibt es so viel, dass ich vor dir geheimhalte, dass ich dir noch nicht erzählen kann. Nicht, bis du ..."

Ginny nickte. „Okklumentik lernst", flüsterte sie.

„Wie kommst du mit Lesen voran?", fragte er sie neugierig.

Sie zuckte mit den Schultern: „Ganz gut, schätze ich. Ich habe mich nicht so oft wegschleichen können wie ich wollte, aber ich mache Fortschritte."

„Ich weiß, was du meinst", stimmte Harry reuevoll zu. „Ich habe während der gesamten Ferien kaum trainiert. Hermine und Ron hängen die ganze Zeit herum und sie machen es einem wirklich schwer, sich wegzuschleichen. Selbst Hermine hat die Bücher weggelegt. Es ist großartig, dass sie Zeit mit mir verbringen wollen und alles, aber sie scheinen mich erdrücken zu wollen. Jedesmal, wenn ich versuche, zu gehen, haben sie einen anderen Grund, warum ich bleiben sollte. Wenn ich sage, ich gehe in mein Büro, um zu lernen, bietet Hermine mir an, mit mir zusammen in der Bücherei zu lernen und selbst Ron stimmt dem manchmal zu. Es ist zum verrückt werden."

„Es tut mir leid, Harry", meinte Ginny. „Ich denke, sie wollen einfach die Dinge vom letzten Semester wieder gut machen, da ihr drei so viel Zeit im Streit verbracht habt."

„Ich weiß. Das macht es so schwer, überhaupt wütend auf sie zu sein", antwortete Harry. „Aber ehrlich, man könnte meinen sie würden erkennen, dass ich ein wenig Privatsphäre brauche."

„Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll, Harry. Vielleicht werden die Dinge sich wieder normalisieren, wenn der Unterricht wieder beginnt."

„Ich hoffe es", antwortete Harry. „Ich möchte nicht zurückfallen." Harry schaute über Ginnys Schulter und entdeckte Neville und Hannah. „Oh, da ist Neville", sagte er und machte eine Kopfbewegung, um auf sie hinzudeuten.

Ginny drehte sich um und entdeckte das Paar schnell. „Lass uns rüber gehen und Hallo sagen", sagte sie, nahm ihn an der Hand und zog ihn zu den beiden.

Harry lächelte und drückte ihre Hand. Sie schaute ihn über ihre Schulter an und grinste ihn an. „Hallo ihr beiden", grüßte Harry. „Ihr seid ein hübsches Paar."

Neville errötete und schaute auf seine Schuhe hinunter. Hannahs Wangen hatten einen ähnlichen Farbton angenommen: „Danke Harry. Ihr beide seht zusammen unglaublich aus."

Harry schaffte es, das Erröten zu unterdrücken und wandte sich zu seiner Verabredung. Er bemerkte, dass Ginnys Wangen bei dem Kompliment einen rosa Farbton angenommen hatten. Er drückte noch einmal ihre Hand. Sie drückte seine antwortend und das Paar lächelte sich an. Aus seinem Augenwinkel sah Harry Neville und Hannah einen wissenden Blick austauschen, auch wenn er sich über dessen Beweggrund nicht sicher war.

„Da seid ihr", verkündete eine überlaute und freundliche Stimme. Harry drehte seinen Kopf, um über seine rechte Schulter schauen zu können und entdeckte Ernie McMillan, der sich mit seiner Verabredung am Arm einen Weg durch die Menge bahnte. Harry erkannte sie sofort als Julianne Murphy, eine Fünftklässlerin in Hufflepuff aus seiner AHA-Klasse. Der Junge grüßte Harry und Neville mit einem Handschlag und Ginny mit einer kleinen Verbeugung. Hannah, mit der er gut befreundet war, bot ihm ihre Hand an. Er nahm ihre Fingerspitzen vorsichtig in seine Hand, ließ sich auf ein Knie sinken und küsste ihren Handrücken. Hannah kicherte über die Förmlichkeit und schlug ihm leicht auf die Schulter, als Ernie sich wieder aufrichtete.

„Ehrlich, Ernie, das ist nur ein Schulball und keine noble Ministeriumsveranstaltung", protestierte sie gutmütig. Der Junge ließ nicht erkennen, ob er sie überhaupt gehört hatte.

Luna und Alex näherten sich ihnen in diesem Moment, aber ihre Begrüßungen wurden vom Geräusch der sich öffnenden Türen der Großen Halle unterbrochen. Dumbledore stand im Türrahmen. Hinter ihm waren Feenlichter in der ganzen Halle in der Luft verteilt und ersetzten damit die üblichen Kerzen. Große Schneeflocken fielen von der himmelsähnlichen Decke und verschwanden, als sie auf der Höhe der Lichter waren. In jeder Ecke des Raumes sowie hinter dem Lehrertisch stand ein Weihnachtsbaum.

Die vier Haustische waren verschwunden und waren durch zahlreiche runde Tische ersetzt worden, welche problemlos Platz für acht bis zehn Leute boten. Jeder Tisch hatte zusätzlich zu den Feenlichtern seinen eigenen Kerzenständer, um ausreichend Licht für das Essen zu bieten. Der Raum an sich war nur schwach erleuchtet. Eine große Zone in der Mitte des Raumes war frei gelassen worden. Harry nahm an, dass es die Tanzfläche war. Die Wände waren mit vielfältigen Dekorationen verziert worden: von Kränzen zu Girlanden bis zu gigantischen Zuckerstangen. Harry war der Meinung, er hätte sogar einen Schneemann, gekleidet in Festroben, gesehen, aber er konnte sich nicht sicher sein, da so viele Menschen ihm die Sicht versperrten.

Die vier Paare gingen zusammen in den Raum und beanspruchten einen der Tische für sich. Erst als sie saßen und Harry die zwei leeren Stühle sah, bemerkte er, dass sie Ron und Hermine irgendwo auf dem Weg verloren hatten. Er stand auf und suchte die Halle nach ihnen ab. Er entdeckte Rons rotes Haar schnell auf der anderen Seite der Halle. Die beiden sahen ein wenig verloren aus, als sie versuchten, die Gruppe zu finden. Harry winkte, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Nach einer Minute bemerkte es Ron schließlich und machte Hermine auf sie aufmerksam. Die beiden gingen an der Tanzfläche entlang statt sie zu überqueren, um sich ihnen anzuschließen. Währenddessen setzte sich Harry wieder hin und merkte, wie sein Blick von dem wunderschönen Rotschopf neben ihm angezogen wurde. Nun, da sie nicht gingen, hatte er jedoch nichts, um den Anstand zu wahren und um ihn davon abzuhalten, sie anzustarren.

Bevor er bemerkte, dass überhaupt Zeit vergangen war, kamen Hermine und Ron an und setzten sich auf die verbliebenen zwei leeren Stühle am Tisch. Harry schüttelte den Kopf über sich selbst und begrüßte das Paar. Menükarten erschienen vor jedem Gedeck und Harry nahm zusammen mit den anderen Schülern in der Halle die Karte zur Hand. Als er das Menü öffnete, bewegte er sich leicht und ließ damit sein Bein an Ginnys entlangfahren. Er schaute hinter seiner Karte zu Ginny hervor und sie tat dasselbe. Sie lächelten sich warm an und keiner der beiden unterbrach den Kontakt ihrer Beine. Ginny wandte sich nach einem Moment wieder ihrer Karte zu und Harry zwang sich, ihrem Beispiel zu folgen.

Er hatte Schwierigkeiten, sich auf die Karte zu konzentrieren und entschied sich schließlich für irgendein Steakgericht. Er legte seine Karte nieder und bestellte. Die Karte verschwand sofort und seine Mahlzeit erschien vor ihm. Sich umschauend bemerkte er, dass er der letzte gewesen war, der bestellt hatte. Sie aßen und machten Konversation. Das Thema drehte sich größtenteils um die Ferien und die Geschenke, die sie an diesem Morgen bekommen hatten. Als der Nachtisch serviert wurde, stellte Ernie eine Frage: „Also, was denkt ihr? Wird Malfoy heute Abend wieder Opfer eines Streiches?"

Harry und Ginny tauschten einen kurzen Blick aus. Keiner von ihnen hatte überhaupt daran gedacht, dem Slytherin-Jungen an diesem Abend einen Streich zu spielen. Ihre Gedanken waren auf ihren eigenen Abend fokussiert gewesen. Nevilles Blick wanderte kurz zu Harry und Ginny, bevor er antwortete: „Ich glaube nicht. Ich wette, die Streichespieler haben ihm die Nacht frei gegeben. Es ist schließlich Weihnachten."

„Umso mehr ein Grund, ihm einen Streich zu spielen", brach es aus Ron heraus. „Es wäre ein tolles Weihnachtsgeschenk."

„Für dich vielleicht", kommentierte Hermine. „Ich bezweifele, dass er es so sehen würde." Es schien, als würde sie gerne weiterreden, aber sie hielt sich wahrnehmbar davon ab, um einen Streit zu vermeiden.

„Das ist eine interessante Kette, die du an hast, Luna. Ich glaube nicht, dass ich dich sie jemals zuvor habe tragen sehen", sagte Ginny und wechselte taktvoll das Thema.

„Oh, das?", fragte Luna und spielte mit ihrer linken Hand mit der Schnur der Halskette herum. „Es war ein Geschenk."

„Ein Geschenk?", fragte Hermine neugierig. „Von wem ist es denn?"

„Harry", erwiderte Luna einfach und wandte ihre vortretenden Augen in seine Richtung.

„Harry hat das für dich gekauft?", fragte Ginny ungläubig.

„Oh ja", erwiderte Luna. „Es war sehr aufmerksam von ihm, mir diese besondere Halskette zu besorgen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich sie heute Abend wirklich brauchen werde. „Sie wandte ihre Aufmerksamkeit zu ihrer Verabredung Alex, als sie den letzten Teil sagte und schien ihn beinahe abwägend anzusehen.

„Was soll das bedeuten?", fragte Hermine nicht verstehend nach. „Du trägst es, oder nicht?"

Sie drehte sich wieder zu Hermine: „Natürlich tue ich das. Ich bin nur unsicher, ob mir dessen Eigenschaften heute Nacht von Nutzen sein werden", erwiderte sie vage und wandte ihren Blick wieder zu Alex, der ziemlich verwirrt von der Aufmerksamkeit zu sein schien, die sie ihm schenkte.

„Besondere Eigenschaften?" fragte Hannah Abbot ehrlich neugierig. „Welche hat es?" Sie warf Harry einen kurzen Blick zu, als hätte er die Antwort irgendwo auf seinem Gesicht stehen.

„Die Schnur wurde mit Abraxashaaren gewoben", erklärte die blonde Hexe, als würde das alles erklären.

Hannahs Gesicht zeigte Verwirrung, während Hermine sich für eine Befragung bereitmachte: „Abraxanhaare? Ihre Haare haben keinerlei magische Eigenschaften. Ich würde mich daran erinnern, etwas darüber gelesen zu haben. Ich habe alles über Abraxan gelesen, als die Schüler von Beauxbaton in ihrer von Abraxas gezogenen Kutsche für das Turnier hier ankamen."

„Oh, du hättest keine Informationen in der Bücherei darüber gefunden", meinte Luna. „Wenn du den Klitterer lesen würdest, würdest du wissen, dass Abraxanhaar eine natürliche Abwehr gegen Nargel sind."

Harry schaute sich am Tisch um. Ron war noch immer am Essen, die Unterhaltung anscheinend gar nicht bemerkend. Neville und Alex hörten beide zu, schienen aber Probleme zu haben, der Konversation zu folgen. Ernie redete leise mit Julianne. Hermine, Hannah und Ginny folgten aufmerksam der Unterhaltung, hatten aber alle unterschiedliche Gesichtsausdrücke. Hermines Gesicht hatte sich zu einem mürrischen Gesichtsausdruck verzogen, als behauptet wurde, dass der Klitterer Wissen vermitteln würde, Hannah hatte sich wieder auf die Halskette um Lunas Hals konzentriert. Ginnys Gesicht war leicht vor Konzentration zusammengezogen. Sie biss leicht auf ihre Unterlippe, als sie über diese letzten Informationen nachdachte. Harry merkte, wie sein Blick auf ihre Lippen fokussiert war.

Ginny zuckte plötzlich vor und schnippte mit ihren Fingern. Sie hatte offensichtlich das Rätsel gelöst, über das sie nachgedacht hatte. „Mistelzweig", rief sie triumphierend aus. Der ganze Tisch schaute sie an. Sie schüttelte den Kopf über die verwirrten Blicke, die auf sie gerichtet waren. „Nargel befallen Mistelzweige, richtig?"

Harry war überrascht, dass sie sich daran erinnert hatte. Wenn er seine Gedanken nicht mit Okklumentik sortiert hätte, bezweifelte er, dass er sich an diese außergewöhnliche Information erinnert hätte. Da er alle seine Erinnerungen von Luna an einem Platz gelagert hatte, hatte es ihm viel einfacher gemacht, etwas für seine seltsame Freundin zu finden. Ginny hatte ihre Gedanken noch nicht geordnet und überraschte Harry mit ihrer Fähigkeit, sich an dieses kleine Detail zu erinnern. „Das ist richtig", sagte er mit leiser Stimme.

Sie wandte sich mit einem triumphierenden Lächeln zu ihm: „Du hast ihr eine Kette gekauft, die Nargel abwehrt?", fragte sie. Er nickte. „So dass sie sich keine Sorgen machen muss, sich einem Mistelzweig zu nähern?" Harry zuckte mit den Schultern und nickte wieder. „Das ist so süß von dir, Harry", rief sie aus. Sie lehnte sich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Harry fühlte, wie seine Haut bei dem Kontakt brannte und die Hitze sich auf seinem ganzen Gesicht verbreitete. So sehr er es auch versuchte, er konnte weder das Erröten, noch das merkwürdige kribblige Gefühl, das der Kuss verursachte, verhindern. Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder zu Luna und bemerkte, wie Alex neben ihr errötete, als dieser verstand. Mistelzweig bedeutete nur eins.

Jegliche weitere Unterhaltung wurde unterbrochen, als der Schulleiter sich von seinem Platz erhob und mit seinem Messer an sein Glas klopfte: „Guten Abend. Ich hoffe, jeder von euch hat das köstliche Mahl, welches von den Hauselfen vorbereitet wurde, genossen." Hermine schnaubte, als sie an die Notlage der Hauselfen erinnert wurde. Dumbledore fuhr fort: „Nun, da wir uns ausreichend vollgestopft haben, denke ich, dass es an der Zeit ist, die Tanzfläche zu eröffnen. Es ist mir eine große Freude, euch die Unterhaltung für diesen Abend von der anderen Seite des Teiches vorstellen zu dürfen, die Nine Inch Wands."

Die Schüler standen alle auf und applaudierten enthusiastisch. Ginny legte ihre Hand auf seine Schulter und lehnte sich zu seinem Ohr vor, um zu erklären, dass sie eine aufstrebende Band waren, die schnell an Popularität gewann. Von ihnen wurde gesagt, dass sie die nächsten „Schwestern des Schicksals" sein würden. Harry folgte der Musikwelt nicht wirklich. Die Band könnte ihm nicht egaler sein, aber er stand dennoch zusammen mit den anderen auf und applaudierte.

Als die Band sich vorbereitet hatte, verkündete sie, dass sie mit einem traditionellen Walzer beginnen würden. Die Professoren gingen alle zur Tanzfläche, um zu beginnen, während die meisten Schüler sich gleich wieder hinsetzten, alle an ihrem Tisch mit eingeschlossen. Das heißt, alle bis auf Harry. Stattdessen verbeugte Harry sich und hielt Ginny seine Hand hin. „Darf ich um diesen Tanz bitten?", fragte er höflich.

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Zu sagen, dass Ginny überrascht war, wäre eine Untertreibung. Sie hatte erwartet, dass sie Harry auf die Tanzfläche schleifen müsste, um wenigstens einige Male tanzen zu können, aber hier war er und bat sie zum ersten Tanz. Sie gewann schnell ihre Fassung zurück und antwortete mit einem sittsamen Gesichtsausdruck: „Es wäre mir ein Vergnügen, mein Herr." Sie gab ihm ihre Hand und ließ sich auf die Tanzfläche führen. Sie nahmen die Anfangsstellung ein, um den Tanz zu beginnen und Ginny konnte nicht anders als zu bemerken, dass Harrys Augen funkelten. Sie wusste, dass er irgendetwas ausheckte und das er erwartete, dass er es genießen würde, was auch immer es war.

Mit einem übermütigen Grinsen auf seinem Gesicht fragte Harry. „Bist du bereit?" Sie nickte nur als Antwort und fragte sich noch immer, wie sie in diese Situation geraten waren. Die Musik begann und Ginny wartete ein wenig nervös auf Harrys ersten Schritt. Sie fühlte, wie ihr die Kinnlade herunterklappte, als er begann, sie anmutig durch die Abläufe des Tanzes zu führen. Ihre Augen wanderten zu seinen und sie sah, dass er seinen Blick nicht einmal abwandte, während er sie mit offensichtlicher Übung führte.

„Weißt du, wenn du so weitermachst, wirst du noch Fliegen fangen", meinte Harry nach einiger Zeit mit einem - wie sie bemerkte - selbstzufriedenem Grinsen auf dem Gesicht.

„Aber wo ...? Wie hast du ...?", stolperte Ginny über ihre Fragen. Es fehlten ihr die Worte.

„Wo ich gelernt habe zu tanzen?", fragte Harry selbstgefällig. Ginny nickte. „Was lässt dich annehmen, dass ich davor nicht tanzen konnte?" Sie warf ihm einen Blick zu, der deutlich machte, dass sie darauf nicht hereinfallen würde. „Okay, ich konnte davor nicht tanzen", gab Harry zu.

Ginny lächelte selbstgerecht: „Die Frage ist: wie kommt es, dass du jetzt tanzen kannst?"

„Ziemlich einfach", erwiderte Harry mit einem frechen Grinsen.

„Du wirst es mir nicht verraten?", fragte Ginny mit ihrem besten gestellten Schmollen.

„Du wirst es bald herausfinden", antwortete Harry. „Genieße für den Augenblick einfach nur den Tanz."

Und sie genoss es. Sie tanzten ebenfalls die nächsten paar Lieder, was zwei schnellere und einen langsamen Tanz beinhaltete. Ginny war nach jedem immer mehr beeindruckt. Harry tanzte und führte und drehte sie mit einer überraschenden Leichtigkeit. Sie hatten Spaß an den etwas extravaganteren Drehungen, die sie ausführten. Nach ein paar Liedern gingen sie von der Tanzfläche weg, um sich mit einem Kelch Kürbissaft zu erfrischen.

„Ich muss sagen, dass ich ziemlich beeindruckt bin, Potter", sagte Ginny ihm ehrlich. „Ich hatte nicht erwartet, dass du heute Nacht so viel tanzen würdest, zumindest nicht ohne viel Drängen. Das habe ich sicherlich nicht vorausgesehen. Hier war ich, bereit, am Ende der Nacht mit einem Fußbad die Schmerzen meiner armen Zehen zu lindern - Lach nicht. Ich konnte nach dem letzten Ball tagelang kaum laufen - und hier bist du und forderst mich für den ersten Tanz auf, einen traditionellen Walzer, welchen du perfekt getanzt hast. Als sich herausstellte, dass du ziemlich gut bist, dachte ich, dass du diesen einen Tanz für das Turnier gelernt hattest oder so, da du den Ball eröffnen musstest. Stell dir also meine Überraschung vor, als du die anderen Tänze genauso gut gemeistert hast."

Sie sah, wie er versuchte, ein Grinsen hinter seinem Kelch zu verstecken, als er einen Schluck trank. „Nun, ich habe dich zum Ball gefragt. Ich wollte dich nicht enttäuschen oder dich mit gebrochenen Zehen zurücklassen, also habe ich sichergestellt, dass ich einigermaßen tanzen kann", erwiderte Harry nur.

„Nun ... danke, Harry", antwortete sie sanft. „Es bedeutet mir eine Menge, dass du dir die Mühe gemacht hast. Du musstest das wirklich nicht tun."

„Ich wollte", sagte Harry ihr. „Ich wollte Spaß haben und noch wichtiger, ich wollte, dass du Spaß hast." Er trank einen weiteren Schluck. „Wenn ich nicht wüsste, wie man tanzt, würde ich höchstwahrscheinlich noch immer am Tisch sitzen und mir Sorgen darüber machen, und du wärst gezwungen, bei mir zu sitzen und zu versuchen, mich davon zu überzeugen, wenigstens einen Tanz zu tanzen. Wir würden die Nacht damit verschwenden. Das ist das Letzte, was ich wollte."

Ginny schaute zu ihrem Tisch und tatsächlich sah sie Hannah und Hermine mit Neville und Ron dort sitzen. Sie wusste, dass Neville schließlich nachgeben würde und so viel mit Hannah tanzen würde, wie sie wollte, und er würde sein bestes versuchen, auch wenn Ginny nicht anders konnte als Mitleid mit Hannah und ihren armen Zehen zu haben. Hannah hatte nicht die geringste Ahnung, auf was sie sich einließ. Ihre Aufmerksamkeit auf ihren Bruder und Hermine lenkend hoffte Ginny, dass Hermine Ron überzeugen konnte, sich zu entspannen und zu tanzen. Ron konnte unglaublich starrköpfig sein, wenn er wollte, und Ginny hoffte nur, dass dies nicht einer dieser Momente sein würde. Sie wurde von Harrys Stimme aus ihren Gedanken gerissen: „Bist du bereit, wieder zu tanzen?"

Ginny lächelte strahlend: „Nach dir." Sie sah, wie Harrys Blick zu ihren Lippen huschte, und sie konnte das Erröten nicht verhindern, als seine Zunge aus seinem Mund glitt und über seine Lippen fuhr.

Sie ließ sich von Harry zurück auf die Tanzfläche führen, um sich von ihm an sich ziehen zu lassen, als sie begannen, sich zu dem langsamen Tempo des derzeitigen Liedes zu wiegen. Sie legte ihren Kopf in Harrys Halsbeuge und atmete seinen Duft ein, während sie zufrieden seufzte. Es schien eine perfekte Nacht zu werden. Das erste Mal in ihrem Leben trug sie Roben, die sie nicht fühlen ließ, als seien es Klamotten aus zweiter Hand. Das Essen war exzellent gewesen. Die Musik war großartig. Und Harry ... Harry war mehr als sie je zu träumen gewagt hätte.

Er hörte nie auf, sie zu überraschen. Sie hatte gehofft, einen wunderschönen und - sie wagte es zu sagen - magischen Abend mit Harry zu verbringen, aber er hatte ihre Erwartungen bereits weit übertroffen. Er hatte die richtigen Dinge gesagt. So wie er sie ansah, ließ er sie sich wie das hübscheste Mädchen auf der Welt fühlen. Es war, als sei sie für ihn die einzige Person im Raum. Und es ließ sie sich einzigartig fühlen, Harrys Aufmerksamkeit so auf sich zu ziehen.

Dann waren da die Berührungen, die sie geteilt hatten. Sie waren Arm in Arm zur Großen Halle gelaufen. Er hatte eine Weile lang ihre Hand gehalten. Wenn sie nicht falsch lag, hatte er während des Abendessens absichtlich sein Bein ihres berühren lassen, und er hatte sichergestellt, diesen Kontakt während des gesamten Essens nicht abbrechen zu lassen. Nichts konnte jedoch mit dem Gefühl verglichen werden, von ihm gehalten zu werden, als sie sich zum Takt der Musik bewegten. Das Tanzen im Allgemeinen war unglaublich, ob sie zu den schnelleren Liedern oder Walzer tanzten oder sich nur festhielten und sich hin-und her wiegten. Es war unglaublich, mit Harry tanzen zu können. Das Wissen, dass er es nur für sie gelernt hatte, machte es nur noch besonderer.

Mehr als alles andere war es Harrys Lächeln, dass die Nacht für sie perfekt machte. Sie hatte über die Jahre viele Emotionen auf Harrys Gesicht gesehen, aber niemals zuvor hatte sie ihn so lächeln sehen, wie er sie heute anlächelte. Zu wissen, dass sie diejenige war, die es hervorbrachte, dass sie diejenige war, die er so anlächelte, nun, sie hatte sich in ihrem ganzen Leben noch nie so geschätzt und gewollt gefühlt.

Ginny hatte sich schon seit einiger Zeit Gedanken über Harrys Gefühle gemacht. Sie wusste, dass Harry sie mochte und sie einen besonderen Platz in seinem Leben einnahm, aber sie wusste nicht genau, wo sie stand oder was genau er für sie fühlte. Manchmal fragte sie sich, ob Harry selbst die Antwort darauf hatte. Er behandelte sie anders als alle anderen. Er war viel offener mit ihr, aber es war mehr als das. Er war nicht nur offen, er verließ sich auch auf sie. Am Anfang des Semesters hatte er Probleme gehabt, selbst die simpelsten Berührungen oder ihren Trost zu akzeptieren, aber nun begrüßte er den Kontakt.

Es gab so viele kleine Zeichen, die einzeln betrachtet nicht viel bedeuteten, aber alle zusammengenommen gaben sie ihr zu Denken. Sie konnte Harrys Hände an ihrem nackten Rücken fühlen. Eine Hand fuhr ihren Rücken rauf und runter, während die andere eine Locke ihres Haares zwirbelte, die bis zur Mitte ihres Rückens hinunterfiel. Seine Hände hatten die Tendenz, von ihrer Hüfte einen Zentimeter hochzurutschen, dort, wo ihr Rücken frei lag. Sie liebte das Gefühl seiner Hände auf ihrer Haut und sie hoffte, dass er das Gefühl so sehr genoss wie sie. Vor diesem Abend war sie sehr über Harrys Gefühle verwirrt gewesen. Sie hatte sich gefühlt, als würde sie sich an eine nichtexistente Hoffnung klammern, aber nun sah die Sache anders aus.

Nun fühlte sie, als könnte sie richtig gelegen haben. Vielleicht bedeuteten alle diese Zeichen wirklich etwas. Vielleicht könnte Harry wirklich etwas mehr für sie fühlen. Sie schmiegte sich etwas näher an Harry und genoss das Gefühl, als Harry seinen Griff festigte. Ja, das war auf jeden Fall ein magischer Abend.

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Harry staunte über das Gefühl von Ginnys Haut unter seinen Händen. Er entschied, dass rückenfreie Festroben eine der brillantesten Erfindungen waren, denen er begegnet war. Er hatte Schwierigkeiten, seine Hände davon abzuhalten, über ihre nackte Haut zu fahren und ihr Haar um seine Finger zu wickeln. Jedesmal, wenn er sie an sich zog, kletterten seine Hände von ihrer Hüfte hoch zu der freigelegten Haut an ihrem Rücken, und er dachte, dass er einige Male gehört hatte, wie Ginny ein zufriedenes Seufzen ausgestoßen hatte, aber er konnte sich das auch nur eingebildet haben.

Ein schnelleres Lied begann, und als Harry Ginny führte, beschleunigte er allmählich ihren Rhythmus. Er ließ Ginnys Hüfte los, als er sie eine Drehung machen ließ und lächelte und lachte mit ihr, als sie nun in der doppelten Geschwindigkeit des Takts tanzten. Sie lenkten viele neugierige Blicke auf sich, aber es kümmerte sie nicht. Sie fuhren fort, zu ihrem eigenen Rhythmus zu tanzen.

„Wo hast du also tanzen gelernt, Harry?", fragte Ginny nicht zum ersten Mal an diesem Abend.

Harry grinste: „Wieso bist du so interessiert?"

„Ich muss wissen, wem ich zu danken habe", erwiderte Ginny freiheraus.

Harrys Lächeln wurde breiter: „Du würdest es wahrscheinlich nicht glauben, wenn ich es dir sagen würde."

„Versuch es", forderte sie ihn heraus, während die beiden sich drehten.

„Alles zu seiner Zeit", sagte er und lehnte sich vorwärts, um sie in einer Fallfigur zu leiten. Er konnte seine Augen nicht davon abhalten, kurz zu dem Ausschnitt ihres Kleides zu blicken und entschied, dass er eine gute Fallfigur* ziemlich mochte.

Das nächste Lied war ein langsames und Harry zog Ginny an sich, als die beiden begannen, sich im Takt der Musik hin und herzuwiegen. Harry konnte das breite Lächeln nicht unterdrücken, das auf seinem Gesicht auftauchte, als er Ginnys Körper an seinem fühlte. Die schnellen Lieder machten Spaß, aber da war etwas an den langsamen Liedern und beim Halten von Ginny, dass Harry sich unerklärlich glücklich und innerlich warm fühlen ließ.

„Hattest du gestern Nacht Spaß?", fragte Harry sie leise.

Ginny nickte gegen seine Schulter. „Es macht Spaß, in Tiergestalt herumzutollen. Ich habe noch nicht viel Zeit als Löwin verbracht."

„Nun, dass müssen wir dann ändern, nicht wahr?", erwiderte Harry.

„Das müssen wir wohl", stimmte sie zu.

„Denkst du, du wirst uns weiterhin Gesellschaft leisten?", fuhr er fort.

„Ich weiß nicht", erwiderte Ginny. „Ich möchte eure gemeinsame Zeit nicht stören."

„Du störst nicht", bestand Harry. „Ich genieße es, dich um mich zu haben." So sehr er es auch versuchte: Harry hatte Probleme, herauszufinden, was genau ihn Ginnys Gesellschaft so sehr genießen ließ. Er konnte es einfach nicht zuordnen. Er mochte es einfach, bei ihr zu sein und wollte immer mehr Zeit mit ihr verbringen.

„Aber was ist mit Prof... Remus?", wollte Ginny wissen.

„Machst du Witze?", fragte Harry ungläubig. „Hast du auch nur die geringste Idee, wie viel es ihm bedeutet, Menschen um sich zu haben, die gewillt sind , hinter seine Krankheit zu schauen, um ihn als den zu sehen, der er ist? Nun, das ist noch gar nichts im Vergleich zu dem, was es bedeutet, Menschen in seinem Leben zu haben, die ihm während seiner monatlichen Nächte helfen, die bereit sind, bei ihm zu bleiben und ihm einen kleinen Trost zu schenken, wenn er sich verwandelt. Er wird sich geehrt fühlen, dass du ihm weiterhin helfen willst. Er hat mir eine Notiz in der Jacke gelassen, die er mir gegeben hat. Er wollte, dass ich dir sage, wie sehr er es zu schätzen weiß, dass du letzte Nacht da warst."

„Nun, dann kannst du auf mich zählen", erwiderte Ginny.

„Gut", sagte Harry glücklich. Er war froh, dass sie helfen wollte und dass es ihnen die Gelegenheit geben würde, mehr Zeit gemeinsam zu verbringen und dazu noch in ihrer Tiergestalt. Harry hatte auf mehr Zeit gehofft, während der sie im Wald spielen könnten, aber sie waren so beschäftigt, besonders Ginny, dass es ihnen vor dem Semesterende nicht möglich gewesen war. Nun, da das Semester zu Ende war, waren zu viele Menschen unterwegs, um jemals die Chance zu haben, sich unbemerkt wegzuschleichen.

Während sie sich weiter zur Musik bewegten, schaute sich Harry um. Hermine hatte es schließlich geschafft, Ron auf die Tanzfläche zu schleppen. Er hielt sie eine Armlänge von sich weg und starrte auf seine Füße, während sie tanzten. Harry war versucht, mit den Augen zu rollen, erkannte aber, dass er genauso aussehen würde, wenn er keinen Unterricht gehabt hätte. Der Gedanke ließ ihn grinsen. Er konnte sehen, dass Ginny unendlich neugierig war, wo er gelernt hatte, zu tanzen. Die Tatsache, dass sie es mehrmals angesprochen hatte, war dafür Hinweis genug.

Dieser Gedanke ließ Harry seine Tanzlehrerin in der Menge suchen. Im Moment redete sie mit Professor Flitwick, der auf dem Lehrertisch saß. Als das Lied endete, lockerte Harry seinen Halt an Ginny und ließ seine Hände von ihrem Rücken zu ihrer Hüfte gleiten. Er lächelte, als er ihr ins Gesicht sah. „Würde es dir was ausmachen, wenn ich den nächsten Tanz mit jemand anderen tanze?", fragte er sie.

Sie zuckte mit den Schultern: „Das ist in Ordnung, schätze ich."

„Danke", sagte er ihr. „Ich bin gleich zurück."

Sie nickte und verließ die Tanzfläche, während Harry sich einen Weg durch die Menge zu Professor McGonagall bahnte. Er lächelte, als er zum Lehrertisch ging. „Professor McGonagall, Sie sehen heute Abend bezaubernd aus. Und Ihnen ebenfalls einen guten Abend, Professor Flitwick", grüßte Harry freundlich.

Der winzige Professor grüßte zurück und Professor McGonagall erwiderte: „Guten Abend, Mr. Potter. Ich nehme an, Sie haben eine gute Zeit?"

„Sehr, dankeschön", antwortete Harry. „Ich habe mich jedoch gefragt, ob ich die Ehre für diesen Tanz haben darf?" Er hielt ihr seine Hand einladend entgegen.

Seine strenge Lehrerin lächelte warm. „Sehr gerne", erwiderte sie und legte ihre Hand in seine.

Harry führte sie auf die Tanzfläche. Er stellte sie in Position und begann, seine Professorin zu führen. „Ich wollte dir für die ganzen Unterrichtsstunden danken", sagte Harry ihr ehrlich.

„Das Vergnügen war ganz auf meiner Seite, Harry", erwiderte sie. „Es war eine Chance, dich besser kennenzulernen. Und hier zu sehen, wie gut du dich amüsierst, hat es umso lohnender gemacht."

Harry lachte hell auf. „Wenn ich gewusst hätte, dass es mit ein wenig Vorbereitung so viel Spaß macht, hätte ich dich vor zwei Jahren schon gefragt, mir das Tanzen beizubringen", witzelte Harry.

Sie lächelte. „Ich wage zu sagen, dass es mehr die Gesellschaft und nicht so sehr das Tanzen ist, dass du an diesem Abend genießt", beobachtete sie.

„Du hast wahrscheinlich Recht", stimmte Harry nur leicht errötend zu, während sein Blick automatisch die Quelle seines Vergnügens an diesem Abend suchte. Ginny stand im Moment an der Seite der Tanzfläche und redete mit ihren Zimmergenossinnen.

Sie schaute zu ihm hinüber und ihre Blicke trafen sich. Sie zog eine Augenbraue hoch, etwas, dass ihn noch breiter grinsen ließ. Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder seiner Tanzpartnerin zu. „Die ganze Nacht schon hat sie versucht, herauszufinden, wo ich gelernt habe zu tanzen", sagte er ihr mit einem verschmitzten Grinsen.

„Ich denke, ich habe dein Geheimnis ruiniert", war McGonagalls Antwort.

„Ja, ich dachte, es wäre amüsanter, es sie so herausfinden zu lassen statt es ihr einfach zu sagen", gab Harry zu.

Als das Lied zum Ende kam, ging Ginny zu den beiden. Professor McGonagall war die Erste, die das Wort ergriff: „Guten Abend, Miss Weasley. Ich hoffe, sie haben heute Abend eine gute Zeit?"

„Die habe ich, danke", erwiderte sie. "Und ich schätze, das habe ich Ihnen zu verdanken."

McGonagall lächelte: „Ja, ich war ziemlich überrascht, als Harry mich angesprochen hat, ob ich ihm das Tanzen beibringen kann, aber es hat sich herausgestellt, dass er ein exzellenter Schüler ist."

Ginny lächelte Harry an: „Nun, Sie haben ihn sehr gut unterrichtet. Danke schön."

„Gern geschehen", erwiderte die normalerweise so strenge Lehrerin. „Nun, ich lasse euch beide in Ruhe den Ball genießen. Danke für den Tanz, Harry."

„Das Vergnügen war ganz auf meiner Seite", erwiderte Harry. Er drehte sich zu Ginny um und hielt ihr seinen Arm hin. Sie nahm ihn und die beiden gingen an die Seite der Tanzfläche, wo sie Ron und Hermine antrafen. Die vier redeten eine Weile, wobei Hermine seine neuerworbenen Tanzfähigkeiten hinterfragte und schnell die Verbindung zu Professor McGonagall herstellte, nachdem sie sie tanzen gesehen hatte. Ron schaute Harry bei dessen Eingeständnis nur komisch an.

Als der nächste Tanz begann, schleppte Hermine einen willigen Harry auf die Tanzfläche, wo die beiden zu einer beschwingten Melodie tanzten. Er war ein wenig über das Tempo des Liedes erleichtert. Da es so schnell war, gab es kaum eine Gelegenheit für eine Unterhaltung und er war nicht dazu gezwungen, Hermine nahe zu halten. Er fühlte sich noch immer nicht ganz wohl mit Körperkontakt bei Menschen, und er war noch immer ein wenig auf der Hut, was Hermine anging. Seit ihrer Konfrontation am Wochenende war sie viel angenehmer gewesen, aber nachdem er das ganze Semester damit verbracht hatte, ihre Fragen zu vermeiden, war Harry noch nicht bereit, seine Gewohnheiten abzulegen.

Er hatte gerade den darauffolgenden Tanz mit Ginny beendet, als Neville und Hannah sich ihnen näherten. „Wie wäre es mit einem Tanz der alten Zeiten willen?", fragte Neville.

Ginny akzeptierte und Harry nickte zustimmend. Als die beiden gingen, um zu tanzen, bot Harry Hannah seine Hand an: „Lust zu tanzen?"

„Gerne, danke", erwiderte sie.

Die beiden redeten leicht miteinander, als sie zu einer relativ langsamen Melodie tanzten. „Also sag mir, wie du den Ball genießt", sagte Harry.

„Es macht sehr viel Spaß ...", sie sah so aus, als würde sie gerne ein "aber" hinzufügen, aber sie ließ den Satz unbeendet.

„Aber ... deine Zehen bringen dich um?", vollendete Harry.

Sie lächelte und errötete, als sie antwortend mit den Schultern zuckte: „Er ist kein so schlechter Tänzer, aber meine Zehen haben ein wenig gelitten, das ist wahr."

Harry nickte. „Er versucht es zumindest", sagte Harry. Er schaute zu Ron und Hermine hinüber, die für ein weiteres Lied an der Seite saßen. Tatsächlich hatten die beiden bisher erst wenige Male getanzt.

„Ja, ich bin froh, dass er wenigstens gewillt ist, es zu versuchen. Er ist toll, auch wenn ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn er mir auf die Zehen tritt. Es tut ihm immer so aufrichtig leid. Es ist unmöglich, deswegen böse auf ihn zu sein", sagte sie ihm.

„Das hört sich wie Neville an", erwiderte Harry. „Ich glaube, er wäre gar nicht so schlecht, wenn er seine Nervosität überwinden könnte. Das letzte Jahr über ist es schon viel besser geworden, aber er wird noch recht schnell nervös und verlegen. Mit etwas Selbstvertrauen könnte er eine ganz andere Person sein."

„Ich mag Neville so wie er ist", meinte sie ohne nachzudenken. „Ich finde es süß, dass er so nervös wird."

Harry grinste. „, So, tust du das, mhm?", sagte Harry und warf ihr einen wissenden Blick zu.

Sie errötete.

„Es ist okay", versicherte Harry. „Dein Geheimnis bleibt unter uns."

„Danke", sagte sie aufrichtig, und Erleichterung war in ihrer Stimme zu hören.

„Sei nicht entmutigt oder enttäuscht, wenn er nicht gleich versteht, was du für ihn fühlst oder wenn er nicht sofort nach seinen Gefühlen handelt", sagte Harry ihr hilfreich. Er war sich ziemlich sicher, dass Neville das gleiche fühlte.

Sie nickte eine Sekunde lang verstehend, bevor ihre Augen sich weiteten und sie ihm in die Augen schaute: „Seine Gefühle?"

Harry grinste verschmitzt. „Oh nein, du bekommst nichts aus mir raus", lachte Harry. Er war sich sicher, dass sie die Botschaft verstanden hatte.

Das Lied ging zu Ende. „Danke für den Tanz", sagte Harry ihr.

„Es war mir ein Vergnügen", antwortete sie. „Du bist ein ziemlich guter Tänzer."

„Danke", erwiderte Harry. „Ich hatte eine gute Lehrerin."

„Ginny?", fragte sie.

Harry schüttelte den Kopf: „Professor McGonagall."

Ihre Augen wurden größer: „Huh. Nun, das ist interessant."

Harry lachte über ihre Reaktion. „Sie ist wirklich nicht so schlimm, wenn man sie mal kennenlernt. Sie benutzt einfach ihr strenges Verhalten, um die Schüler bei der Stange zu halten."

„Das muss ich im Hinterkopf behalten", erwiderte sie.

„Sag ihr aber nicht, dass du das von mir hast", witzelte Harry.

Nach einigen weiteren Tänzen mit Ginny bemerkte Harry die späte Stunde und erkannte, dass die Zeit für seine letzte Überraschung an diesem Abend sich näherte. Als das momentane Lied ausklang, fragte Harry Ginny: „Möchtest du rausgehen und etwas frische Luft schnappen?"

Ginny zuckte mit den Schultern und sagte: „Sicher."

Harry bot ihr seinen Arm an, welchen sie gerne nahm und führte sie durch die Schülermenge zu den gigantischen Türen, die zur Eingangshalle führten. Von dort aus war es eine kurze Strecke zu den Türen, die auf die Ländereien führten. Wie beim letzten Ball waren Feenlichter am Weg zu den Ländereien positioniert. Aufgrund der Kälte waren nicht viele Leute draußen, und diejenigen, die für frische Luft hinausgingen, blieben nicht lange.

Als sie hinausgingen, bemerkte Harry, wie Ginny neben ihm zitterte. Er vollführte einen Wärmezauber mit der Hand, die sie hielt und welcher sich schnell durch ihre beiden Körper ausbreitete. Ginny schreckte überrascht auf und lächelte Harry dann dankbar an: „Dankeschön."

„Nicht der Rede wert", erwiderte Harry. Er führte sie gemächlich durch den vorübergehend angelegten Gartenbereich und weiter hinaus auf die Ländereien. Sie schaute ihn fragend an, sagte aber nichts.

Eine kurze Distanz vom Schloss entfernt führte Harry sie einen kleinen Hügel hoch. Er nahm seinen Zauberstab hervor, auch wenn sie beide wussten, dass es nicht notwendig war und benutzte ihn, um eine große Decke auf dem Gras heraufzubeschwören. Sie zog eine Augenbraue hoch und fragte: „Und was glaubst du, was hier passieren wird, Potter?"

Harry grinste frech. „Ich dachte an einen magischen Abend", war seine spielerische Antwort. Er setzte sich auf die Decke und zog etwas an ihrer Hand, um sie ebenfalls dazu zu bringen. Sie tat es, wenn auch etwas zögernd. Sie hatte wirklich keine Idee, wo das hinführen würde, auch wenn sie nicht uninteressiert war, es herauszufinden.

Harry schaute nur in den Nachthimmel, ein kleines verträumtes Lächeln auf dem Gesicht: „Es ist eine wunderschöne Nacht, würdest du nicht zustimmen?"

„Das ist es", stimmte sie zu, als sie hoch zum Nachthimmel und zu den erleuchteten Fenstern des Schlosses schaute.

„Ich habe es wirklich genossen, den Abend mit dir zu verbringen", sagte er ihr ehrlich. Er nahm ihre Hand und verschränkte ihre Finger.

„Ich auch", sagte sie ihm. „Die ganze Nacht war wunderbar. Danke Harry."

Harry lächelte nur. Er konnte es nicht erklären, aber er begann eine Horde Schmetterlinge im Bauch zu fühlen. Er versuchte, das Gefühl zu unterdrücken, aber mit wenig Erfolg. Er schaute Ginny wieder ins Gesicht und das Gefühl wurde stärker. „Die Nacht ist noch nicht vorüber", erwiderte er schließlich.

Ginny schaute ihn fragend an, bevor sie meinte: „Was machen wir hier draußen, Harry?"

Harry lächelte geheimnisvoll: „Du wirst sehen. Es wird jeden Moment beginnen." Er legte sich zurück und wandte seine Aufmerksamkeit zurück zum Himmel über Hogwarts.

Ginny folgte fragend seinem Blick, blieb aber stumm. Tatsächlich: Keine zwei Minuten später begann die Show. Sie streckte sich neben Harry aus und sah zu, wie die Feuerwerke explodierten. Es folgten mehr und mehr und bald war der Nachthimmel vollständig von Funken in allen Farben und Formen erleuchtet. Sie rutschte näher zu Harry, als sie weiterhin dem Spektakel zuschauten, bis ihre Schultern sich berührten. Er erwiderte die Geste, indem er einen Arm um sie legte und sie leicht an sich drückte. Sie kuschelte sich daraufhin noch näher an ihn.

Harry lächelte, als er weiterhin die Lichter im Himmel beobachtete. Es war das perfekte Ende für einen brillanten Abend. Er war bei Ginny, nachdem sie dem gesamten Abend gemeinsam mit reden, lachen und tanzen verbracht hatten. Sie waren zusammen und allein und genossen die Gesellschaft des anderen und das Feuerwerk. Er schuldete den Zwillingen wirklich etwas dafür, dass sie das organisiert hatten. Er hatte nicht erwartet, dass sie ihm das Feuerwerk gratis geben würden, noch hatte er erwartet, dass sie anbieten würden, sich um den Aufbau zu kümmern. Das einzige, was Harry hatte tun müssen, war, den Brief zu schreiben, in dem er um ihre Hilfe bat.

Sie bewegte sich leicht neben ihm. Er schnappte einen Hauch ihres Haares auf und lächelte über den Duft. Er war noch immer nicht in der Lage, zu definieren, was genau ihr Geruch war. Er holte noch einmal bedacht und tief Luft. Sie roch wie ... Zuhause, wie auch immer das roch. Er hatte seit langer Zeit schon kein Zuhause, nicht mehr, seit er ein Baby war. Das war wahrscheinlich der Grund, warum er Schwierigkeiten hatte, ihren Duft zuzuordnen. Er mochte die Idee, Ginny mit Zuhause gleichzusetzen.

Er riss sich aus seinen Gedanken und konzentrierte sich auf die Show und das wunderschöne Mädchen an seiner Seite. Er zog sie ein wenig näher an sich und sie erwiderte die Geste, indem sie sich noch näher an ihn kuschelte. Ihr Kopf lag nun auf seiner Schulter. Als das Finale begann, war Harrys Aufmerksamkeit zwischen dem Anblick und Ginnys Hand, die über seine Brust und seine Seite fuhr, geteilt.

Als das letzte Licht begann, am Himmel zu verblassen, wandte sie sich mit einem neckischem Lächeln auf ihrem Gesicht zu ihm: „Ich nehme an, dass du das vorbereitet hast."

„Ein Gefallen von deinen Brüdern", erwiderte Harry. „Sobald ich es angesprochen hatte, ließen sie mich nichts mehr damit zu tun haben."

Sie lächelte süß: „Ich muss daran denken, mich bei ihnen zu bedanken." Und nach einem Moment fügte sie hinzu: „Und bei dir."

Harry schluckte, als er den Blick sah, den sie ihm zuwarf. Er fühlte, wie sein ganzer Körper sich erwärmte. Er leckte sich über die Lippen, die plötzlich trocken waren. Ihre Augen glänzten, und Harry fühlte, wie er in ihren Tiefen versank. Ohne sich bewusst dazu entschieden zu haben, begann er sich zu ihr vorzulehnen. Die Zeit schien im Zeitlupentempo zu vergehen, als ihre Gesichter sich immer näher kamen.

Und dann passierte es.

Harry schrie vor Schmerzen auf und krümmte sich zusammen. Seine Hand flog zu seiner Narbe, welche mit einem brennenden, versengenden Schmerz aufflammte. Er fühlte sich, als würde er fallen und dann stoppte es. Als er seine Augen öffnete, wurde ihm schlecht.

Vor ihm gingen in schwarze Roben gekleidete Zauberer und Hexen von Haus zu Haus. Orangene und grüne Lichter leuchteten aus den Gebäuden, gefolgt von Schmerzensschreien und gequälten Schreien. Ein Mann stand daneben und beobachtete alles, den Moment genießend. Er ging durch die Straßen und lachte grausam über die Misere der bemitleidenswerten Muggel. Aus dem Augenwinkel sah er eine Bewegung. Als er hinübersah, bemerkte er ein kleines Kind, das sich hinter ein paar Büschen versteckte. Sie versuchte wahrscheinlich, sich zum Wald wegzuschleichen, der direkt hinter dem Gebäude war und in dem es einfacher wäre, sich zu verstecken.

Harry fühlte, wie seine Lippen sich zu einem grausamen Grinsen verzogen und konnte Voldemorts Aufregung spüren, als er sie mit dem Imperiusfluch belegte und sie zwang, aus ihrem Versteck heraus und zu ihm zu laufen. Harry war entsetzt und wünschte sich verzweifelt, dass er dem kleinen Mädchen irgendwie helfen könnte, aber er konnte nicht. Er war in einem Albtraum gefangen, einen realen Albtraum, und es gab nichts, dass er tun konnte, um es aufzuhalten. Er sah angewidert zu, als er den Fluch von ihr nahm. Das kleine Mädchen war vor Angst wie erstarrt. Die panische Angst war in ihren Augen deutlich zu sehen und die Pfütze, die sich zu ihren Füßen bildete, bestätigte sie.

Er konnte fühlen, wie sein Lächeln breiter wurde. „Du hast Grund, mich zu fürchten", sagte er dem Mädchen mit seinem schlangenähnlichen Zischen. Ihre Augen wurden noch größer, etwas, von dem Harry nicht geglaubt hätte, dass es möglich sei, und einen Augenblick später schrie und wand sich das Mädchen unter dem Cruciatusfluch. Er hielt sie für eine ganze Minute unter dem Fluch. Das Mädchen bewegte sich nicht, nachdem er den Fluch von ihr genommen hatte. Ob sie nicht dazu in der Lage war oder einfach nur intelligent genug war, tot zu spielen, wusste Harry nicht. Harry betete still, dass Voldemort das Mädchen in Ruhe lassen und weggehen würde. Er war überrascht, dass seine Gebete erhört wurden und er Voldemorts zischendes Lachen hörte: „Wie nett von dir, uns Gesellschaft zu leisten, Harry. Ich hoffe du genießt die Festlichkeiten. Es ist eine Schande, dass du das Mädchen nicht retten kannst." Damit wandte er seine Aufmerksamkeit wieder dem kleinen Mädchen zu, welches zusammengekrümmt vor seinen Füßen lag und er zischte: "Avada Kedavra." Harry fühlte sich krank, als er die verdorbene Freude fühlte, welche durch Voldemort floss.

Harry kämpfte mit allem, das er hatte, um die Verbindung zu Voldemort zu brechen. Er wusste nicht, wo sie waren, aber er dachte, dass er sie rechtzeitig finden könnte, wenn er nur zurück zu seinem Körper könnte. Alle seine Anstrengungen waren umsonst. Egal wie sehr er es versuchte, er konnte nicht fliehen. Er fühlte Voldemorts Belustigung über seine Misere und er dachte, dass die Schlange tatsächlich versuchte, ihn zurückzuhalten, um ihn dazu zu zwingen, mehr zu sehen.

Harry war hilflos und konnte nur im stummen Entsetzen die unbeschreiblichen Geschehnisse beobachten, die überall um ihn herum geschahen. Er sah, wie Todesser Muggel jeden Alters folterten und mit ihnen spielten. Er war von ihrem Gelächter und ihrem Genuss des Horrors und der Schmerzen, die sie ihren Opfern antaten, abgestoßen. Er hatte von Voldemort erwartet, ein krankes Vergnügen zu fühlen, aber er hatte nie gedacht, dass der Rest der Todesser genauso krank und verdorben war. Die Erkenntnis machte ihn krank und machte ihn umso wütender. Noch schlimmer waren die Gefühle des Genusses, die er in Voldemort fühlen konnte. Es ließ Harry sich schmutzig fühlen.

Das schlimmste, das er beobachten musste, war nicht die Folter, die die Todesser und Voldemort den Muggeln antaten. Nein, für sie war es nicht genug, nur Angst und Schrecken zu verbreiten, sie verspürten eine große Freude und Genuss, den Imperiusfluch zu benutzen, um Familienmitglieder dazu zu zwingen, sich gegenseitig zu foltern. Harry glaubte nicht, dass er jemals das verzweifelte Flehen der Kinder vergessen würde, noch die verständnislosen, entsetzten Blicke, die sie ihren Eltern oder Geschwistern zuwarfen, während sie die verschiedenen Gräueltaten ertrugen. Sie wussten nicht, was ein Imperiusfluch war, noch wie er die Menschen beeinflusste. Sie konnten nicht verstehen, warum ihre Familienmitglieder sie so gnadenlos folterten. Harry bemitleidete diejenigen, die am Leben gelassen wurden und gezwungen waren, mit ihren Erinnerungen zu leben.

Schließlich, gefühlte Stunden später, hatte Voldemort gerade eine Mutter und ihr Baby umgebracht und er zischte: „Frohe Weihnachten, Harry Potter."

Ende Kapitel

*wer sich unter der Fallfigur nichts vorstellen konnte, hier noch ein Link für ein Bild (wie immer die Leerzeilen wieder entfernen...):

www . jacottin photos/2000/000506-dlndm/images

(ihr wisst nicht wie lange ich an dieser besch*** Stelle gebraucht habe: ich habe gegoogelt, gesurft, gesucht und meinen Kopf malträtiert um eine ordentliche Beschreibung zu finden. Sollte jemand eine bessere Idee haben: Nur her damit!)

Danke „Guest" für die Review: da ich nur übersetze, habe ich leider keinen Einfluss auf die Kapitelanzahl…