Kapitel 21
Traurig sah Annalisa auf Bruchtal. Wie lange würde es wohl dauern, bis sie diesen wunderschönen Ort wieder sehen würde. Aber vor allem, würde sie ihn jemals wieder sehen, oder hatte das Schicksal wieder andere Pläne mit ihr und Patricia.
Neugierig sah sie sich um. Überall wuselten Elben herum und brachten noch die letzten Gepäckstücke und gaben sie den Gefährten oder banden sie an das einzige Pferd das mit ihnen mitkam. Lutz.
Die Gefährten standen alle zusammen und wirkten auf Annalisa nicht gerade fröhlich.
Warum auch, sie waren kurz vor dem Aufbruch in ein ungewisses Abenteuer, bei dem das Schicksal Mittelerdes auf dem Spiel stand. Aber sollten sie sich ruhig Gedanken machen, schließlich wusste sie es besser. Lächelnd suchte sie jetzt ihre Lieblingsgefährtin. Ohne Patricia wäre sie natürlich nie mitgegangen, obwohl Elrond auch noch nach dem Rat einen Aufstand machte. Ihm behagte es gar nicht, dass die große böse Azrael mit den Gefährten mitging.
Aber als Aragorn ihn dann darauf brachte, dass sie dann wenigstens fern von seinen Söhnen und vor allem fern von ihm wäre, überwand er sich sehr schnell und gab ihr sogar seinen Segen für die gefährliche Reise.
Nun stand Patricia oder auch von allen Azrael genannt, aber wir nennen sie jetzt einfachheits- halber mal Patricia, damit die Leser auch immer schön durcheinander kommen und durch so eine leichte Kost, wie dieses FF wahrscheinlich darstellt, nicht gänzlich verblöden und sogar mal zum denken angeregt werden.
Jedenfalls stand Patricia/Azrael etwas abseits und führte eine angeregte Unterhaltung mit ihrem Noch-Verlobten Elrohir. Am Abend zuvor hatte Patricia Annalisa gesagt, dass, sobald die Gefährten weit weg seien, Elrohir seinem Vater sagen wird, dass das alles nur ein Bluff gewesen war.
„Der wird wütend sein wie nichts, deswegen habe ich von Elrohir das Versprechen abgenommen, es ihm erst zu sagen, wenn wir außer reichweite jedes Elbischen Zaubers oder Zorns sein"Lachend hatte
Annalisa nur den Kopf geschüttelt. Was sollte man auch dazu sagen.
Aber sie war wenigstens froh darüber, dass er arme arme Elladan nicht mehr so leiden musste. Bei der Erwähnung dieses Namens fing Patricia jedoch sofort an bockig zu werden und schwieg wie ein Grab, wie sie es sehr sehr selten tat. Eigentlich tat sie so was nie.
„Und du denkst daran, ich will, dass du ihn ein bisschen besänftigst. Denn ich will nicht umgebracht werden wenn ich nach dieser Sache mal wieder vorbeischaue."Elrohir lächelte sie liebevoll an und schnappte sich schnell ihren Arm um sie in eine feste Umarmung zu ziehen.
„Pass auf dich auf, Azrael. Schließlich bist du noch meine Verlobte und da mache ich mir eben Sorgen.
„Wenn es nur das ist."
„Außerdem würde es meinem Bruder nicht gefallen, würde dir etwas zustoßen."
Genervt schob sie Elrohir von sich weg. Na super, jetzt fing der auch noch an sie damit auf zu ziehen. Würde das denn nie aufhören. Wahrscheinlich nicht, denn schon kam der Grund aller Sticheleien seitens Annalisa und Elrohir.
Mit einer leichten Verbeugung und einem Kuss auf die Lippen verabschiedete sich Elrohir schnell. Als er an seinem Bruder vorbeikam murmelte er noch etwas auf Sindarin, was Patricia aber nicht verstand. Elladan wohl schon, denn er sah ihm grimmig hinterher.
Erwartungsvoll verschränkte Patricia die Arme vor der Brust und sah Elladan mit einem undurchdringlichen Blick an.
Auch der Elb sagte kein Wort und so standen sie sich Minutenlang gegenüber und keiner sagte auch nur ein Wort um die stille um ihnen zu brechen.
Beide starrten sich in die Augen, darauf bedacht auch bloß nicht als erstes wegzuschauen.
Schließlich seufzte Elladan tief und lächelte Patricia plötzlich freundlich an.
Diese sah ihn nur irritiert an und wusste nicht, was das nun sollte.
„Ich
könnte ja jetzt sagen, dass ich mich freue dich endlich los zu
sein, um mich endlich wieder den hübschen und willigen Elbinnen
hier zu widmen!"
„Tja und ich könne ja jetzt sagen, dass
ich froh bin endlich von dir wegzukommen, da ich es nicht ertragen
kann dich immer wieder aufs neue scharf zu machen um dich dann wieder
fallen zu lassen"
Beide sahen sich wieder ein bisschen böser
an als vorher.
„Schön das wir uns dann einig sind. Ich bin froh dein grässliches Lachen nicht mehr zu hören!"
„Und ich bin froh dein unverschämtes und unelbenhaftes Verhalten nicht mehr ertragen zu müssen!"
„Und ich muss mich nicht immer wieder mit dir und deiner Anhänglichkeit rum quälen."
„Das
sagt der richtige Ich erinnere nur, das du mir einmal mehr die Zunge
in den Hals gesteckt hast als ich dir."
„Ach das. Na ja, wie
schon gesagt, so muss ich nun mal nicht dein sinnloses Gerede
ertragen!"
„Das
kann ich nur bestätigen, du warst bei den letzten malen zu sehr
von deinen Erkundungen, eines dir immer noch verbotenen Bereiches, so
beschäftigt, dass du keine Zeit hattest mich zu
beleidigen."
„Verbotener Bereich?"
Mit einer ausholenden Bewegung zeigte Patricia auf sich selbst und grinste ihn frech an.
Schneller als jeder andere hätte reagieren können war Elladan auch schon ganz nah bei ihr, packte sie bei den Schultern und zog sie zu sich hoch.
„Gott ich werde dich vermissen!"Und bevor Patricia auch nur irgendwas erwidern konnte verschloss er auch schon ihren Mund mit einem Leidenschaftlichen Kuss.
Im Hintergrund konnte sie das einstimmige Gejohle von ihrer besten Freundin, ihren Verlobten und vier kleinen Hobbits wie eines Zwerges hören.
Doch das interessierte sie im Moment weniger, als wenn jetzt in diesem Moment ein Komet genau auf Mittelerde fallen würde.
Nach ein paar Minuten unterbrach sie den Kuss. Mit geröteten Wangen und strahlenden Augen sah sie Elladan sprachlos an.
Diesem gefiel es wirklich wieder mal der Grund für eine so seltene Situation zu sein. Auch sah das kleine Menschenmädchen so einfach nur zum Anbeißen aus. Doch er unterdrücke den Impuls und versuchte stattdessen sie wieder zu küssen.
Doch ein schneller Reflex von Patricia macht ihm einen Strich durch die Rechnung.
Sie holte schnell Schwung und knallte Elladan eine.
Erschrocken ließ er sie los und sie stolperte ein paar Schritte zurück. Währenddessen rieb der angeschlagene Elb sich seine Wange, auf der nun deutlich Patricia Handabdruck zu sehen war.
Annalisa konnte sich ein lachen nicht verkneifen und selbst Gimli schien das ganz zu amüsieren und fing an über Elben zu lästern.
Schmerzvoll rieb sich Patricia dagegen die Hand, das Elben aber auch so eine Marmor gleiche Haut hatten, die sah nicht nur so aus, sondern war ebenso hart.
Entschlossen sprang sie einen schnellen Schritt auf den armen Elben zu. Alle die das ganze beobachtet hatten, vermuteten nun, dass sie sich wie eine Furie auf den Elben stürzen würde, doch nicht dergleichen geschah.
Mitfühlend sah sie den Elladan an und betrachtete eingehend den Handabdruck.
Schnell packte sie ihn am Kragen und zog ihn zu sich runter. Elladan war zu verblüfft um auch nur irgendetwas zu unternehmen oder sich in irgendeiner weise zu wehren, im Gegenteil, hoffte er doch sie würde das eben unterbrochene wieder aufnehmen.
Stattdessen zog sie ihn nur ein Stückchen zu sich runter und fing an, an seinem Hals zu saugen.
Erschrocken zog er Luft ein und schloss instinktiv die Augen.
Was tat dieses kleine Mädchen da bloß mit ihm, normalerweise hätte er jede andere Elbe jetzt von sich gestoßen, aber hier war es etwas anderes.
Annalisa lachte mittlerweile so sehr, dass ihr Bauch wehtat und sie anfing zu weinen.
Der
besorgte Aragorn war sofort an ihrer Seite und gab ihr ein
Taschentuch, aber ein schneller Blick zu Arwen ließ ihn
erbleichen und er schnellte zurück zu ihr um sich
Knutschenderweise bei ihr zu verabschieden: Er war halt auch nur ein
Mann!!!
Alle Umstehenden besahen sich dagegen die Szene die
Patricia und Elladan ihnen da boten.
Immer noch hangen Patricias Lippen an Elladans Hals, den das ganze nicht im geringste zu stören schien. Im Gegenteil, ein breites und anzügliches lächeln lag auf seinem Gesicht.
Patricia war in Gedanken ganz woanders. Im Kopf sang sie Kirchen und Schlagerlieder um sich bloß abzulenken. Zwar war sie kein Kerl und man konnte ihr nicht ansehen, wenn sie sich in einem Zustand der Erregung befand, doch diese ganze Situation ging auch nicht ganz spurlos an ihr vorbei.
Schließlich befand sie es für gut und wich mit einem schnellen Schritt zurück. Breit grinsend sah sie Elladans Gesicht an und musterte dann seinen Hals. Ja, das hatte sie gut gemacht. So schnell würde der Elb sie nicht vergessen, vor allem nicht mit SO einem GROßEN Knutschfleck am Hals.
Ganz langsam öffnete Elladan nun endlich die Augen und sah Patricia an. In ihren Augen konnte er genau lesen, was auch er gerade fühlte.
„Ich werde dich auch vermissen!"
Schnell und leise vor sich hin lachend drehte sie sich um und lief zu den reisefertigen Gefährten, schnappte sich ihren Rucksack und ging schnurstracks zu dem Tor von Bruchtal und wanderte los, einen verwirrten Elbenprinzen und noch viel verwirrtere Gefährten zurückzulassen.
Diese ließen sich aber nicht lange lumpen und folgten, dem in ihren Augen kleinen Miststücks, schnell auf dem Weg in ein ungewisses Abenteuer.
Zurück blieb ein Elb, der nun am liebsten im Boden versinken würde, da sein Vater, ein Bruder, Erestor und Glorfindel und der ganze Rest von Bruchtal ihn jetzt nur mit einem seltsamen Blick bedachte.
Schnell drehte er sich um und suchte sein Heil in der Flucht. Erst am selben Abend sollte er den Knutschfleck entdecken und musste sich so den Sticheleien seines Bruders aussetzen.
Elrond hatte aufgehört sich über Azrael zu ärgern, auch wenn sie anscheint mit Elrohir verlobt war zum Abschied dagegen Elladan sehr intensiv geküsst hatte.
„Illuvatar, lass sie einen netten Gondorianer kennen lernen und ihn heiraten, auf das sie nie wieder den Boden Bruchtals betrete. Oder schick sie schnell wieder in ihre eigene Welt!"
Doch natürlich würde Illuvatar ihn nicht erhören, das wäre ja noch schöner!!!!!!!!
Ende Kapitel 21
