TERRA NOVA

Of Daughters

21. Wieder vereint

Leah stand vor dem Biobett und konnte doch nicht recht glauben, das es wahr war, wie schon vorhin im Haus, als Nathalia es ihr gesagt hatte, weigerte sich ein Teil von ihr es zu glauben. Von hinten legte sich eine Hand auf ihre Schulter. Sie sah hinter sich, es war Nathalia. „Geh nur," sagte die ältere zu ihr. Sie biss sich auf die Unterlippe und zögerte noch einen Moment, bis Nathalia sie einfach nach vorne schob. Sie warf der anderen noch einen Blick zu, dann nahm sie Washs Hand. „Hi...wir...sind bei dir." Sie kaute auf ihrer Lippe herum und kletterte schließlich, über den Stuhl mit auf das Biobett. „Ich...hab dich lieb. Wach bitte auf."

~Maddy~

Sie stand mit ihrer Mutter an der Tür und beobachtet die Szenerie im Zimmer. Leah war einfach rührend. Maddy entkam ein leises: Oooh. Als sie die Kleine mit einem liebevollen Blick bedachte. Nathalia trat nun auch ans Bett und strich Wash mit einem kühlen Tuch über die warme Stirn. Ein leises Piepsen ließ Maddy dann aufhorchen und auf die Anzeige über dem Biobett schauen, ebenso ihre Mutter, die neben ihr stand. Im Zimmer blickte auch Nathalia dorthin, nur das Kind im Zimmer schien es nicht zu bemerken.

Ihre Mum legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Sie reagiert auf die beiden, trotz der starken Sedativa, erstaunlich."

„Was meinst du?"

„Sie sollte kaum etwas mitbekommen, ich... habe sie wirklich tief schlafen gelegt," ihre Mum lächelte. „Die zwei bedeuten ihr viel."

Maddy lächelte. „Sie ihnen auch, denkst du...sie weiß das?"

„Wenn sie morgen aufwacht sicherlich. Gute Nacht, versuch du auch etwas zu schlafen."

„Ja. Mach ich." Ihre Mutter wandte sich bereits langsam ab. „Mum, denkst du...es...war richtig das sie Taylor noch nichts gesagt hat, oder...Sam?"

„Bei Sam sicher, bei Taylor, ich weiß es nicht, doch ich verstehe sie. Stell dir vor, damals am Portal hättest du geglaubt Dad seit tot, dann hätte jemand gesagt er lebt doch und du... hättest trotzdem nicht gewusst ob er auch überlebt."

„Ich...wäre verrückt geworden vor Angst."

„Siehst du." Ihre Mum lächelte ihr kurz zu, dann ging sie. Maddy sah noch einmal in das Zimmer, ehe sie sich umdrehte und ging.

~Nathalia~

Es war bereits fast zehn Uhr und Wash schlief immer noch. Aber auch ihr Vater schlief noch immer. Das wusste sie von Jayce der vorhin kurz dagewesen war, um Leah zur Schule zu bringen. Die Kleine war nur mit dem Versprechen gegangen, sofort kommen zu dürfen, wenn Wash aufwachte. Eben hatte sich ihr Verlobter noch einmal gemeldet, über Kom. Ihr Vater war wohl wach gewesen, als er alleine gewesen war, denn die Reste aus den beiden Injektionen waren aufgebraucht. Ein Lächeln bildete sich auf ihrem Gesicht, er hatte sich also wirklich selbst Schmerzmittel nachgegeben. Es war wohl doch mehr an dem dran, was Wash ihr, in einem ihrer letzten Gespräche gesagt hatte:

...er vertraut fast keinem und niemanden leicht, noch weniger Menschen aber vertraut er bedingungslos, ich bin mir nicht einmal sicher ob er es mir tut. Lucas hat die ohnehin dünnen Mauern seines Vertrauens eingerissen. Du wirst es wissen, wenn er dir völlig vertraut, er wird nachgeben, wenn er weiß, das du im Recht bist und... er verletzbar ist, wenn er es tut...

Es traf zu. Sie wollte sich gerade setzten, als das Biobett piepste und Wash sich bewegte. Eilig weckte sie die wieder eingeschlafene Maddy und ging zum Bett.

~Wash~

Es war seltsam warm und viel weicher, als zuvor. Langsam nahm sie wahr, das es auch viel heller war und sie sich die weiche Unterlage keineswegs einbildete.

Ein Tuch... irgendetwas liegt über mir. Die Schmerzen...

Sie waren nicht weg, ihre Brust, die ganze rechte Seite, der Kopf, alles tat noch immer weh, doch alles war seltsam gedämpft. So ganz allmählich begann sie dieses eigenartige Gefühl des Schwebezustandes zu erkennen. Medikamente! Sedativa? Schmerzmittel? Wieso? Er wollte sie in die Hölle schicken...will er von vorne beginnen, wieso?! Verzweiflung machte sich in ihr breit und Wut. Entschlossen öffnete sie die Augen, doch es war nicht Lucas den sie sah, es waren zwei junge Mädchen, die ihr entgegen lächelten.

Maddy Shannon! Und...

„Nathalia...wo..."

„Schscht, es... ist vorbei. Alles."

Sie spürte unheimliche Erleichterung, in sich, ausgelöst nur von diesen wenigen Worten und dem Anblick seiner Tochter. Sie atmete erleichtert aus und zuckte gleich darauf heftig zusammen, was einen zweiten heißen Schmerz in der Brust auslöste. Sie keuchte, presste sich die Hand auf die Rippen und spürte unter der Kleidung einen festen Verband.

„Maddy, sie hat Schmerzen."

„Ich hole was."

Noch ehe sie begriff, das es tatsächlich die jüngere war, die nach einer Injektion griff und sie auch verabreichte, verebbte der Schmerz. Erleichtert sah sie sich erneut um. „Wo ist... Nathaniel?"

„Er schläft, zu Hause, er ist verletzt, halb so wild."

Nathaniel, zu Hause?! Schlafend?! Während ich, niemals... „Sag mir... die Wahrheit und wo... ist deine Mutter, Shannon?"

„Ich sage die Wahrheit, Alicia," Nathalia blickte ihr ruhig und ehrlich entgegen. „Aber... ich... habe ihm nicht gesagt, dass wir... dich gefunden haben. Ich... wollte...ich wollte nicht, das...naja, es ging ihm nicht gut und dir...auch nicht..."

Sie begann zu begreifen und zugleich erschreckte es sie, Nathalia hatte sie gefunden? Die Erkenntnis ließ ihre Erleichterung verschwinden. Sie spürte inneren Aufruhr, vor lauter Sorge, sofort begann es über ihr wild zu piepsen und sie spürte ihren Herzschlag wie wild. Nathalias Hand legte sich auf ihre unverletzte Schulter. „Hey, beruhige dich bitte, ich will nicht, dass sie dich wieder schlafen legen muss."

„Schaltet das Ding ab!"

Die junge Shannon beugte sich vor und der Ton erstarb. „Abschalten werde ich es nicht," sagte sie fest und ging dann hinaus. „Ich hole Mum."

Alicia sah nach einem Moment des Nachdenkens zu Nathalia. Sie wusste genau was ihr passiert war und es zerriss sie innerlich, sich daran zu erinnern, es tat so unerträglich weh. Doch zugleich musste sie einfach hören, das es den anderen gut ging. „Wo sind die Kleinen?"

„Zu Hause, keinem fehlt etwas."

Sie zögerte und streckte dann ihre Hand aus, legte sie an den Bauch der jüngeren. „Das Baby?" Fragte sie und wusste, das sie Tränen in den Augen hatte. Nathalia sah sie betrübt an, sie erkannte diesen Blick und wollte ihn nicht, sie schloss die Augen. „Bitte, Nathalia."

Die jüngere atmete hörbar ein. „Im Nebenraum, sie schläft."

Alicia öffnete die Augen und blickte die jüngere aufmerksam an, sie nickte. „Gut." Ihr kam wieder der Gedanke in den Sinn, dass seine Tochter sie gefunden hatte. „Nathalia, wer...wer war bei dir, als..."

~Nathalia~

Sie hatte geahnt das diese Frage kam und strich der älteren über die Stirn und durch den Haaransatz. Sie wusste auch, dass Alicia sich sehr unwohl fühlte sie sah es ihr an. „Nur Maddy, Reynolds und Jayce. Hier... weiß nur Dr. Shannon von dir."

Alicia seufzte und drückte ihre Hand.

„Willst du... allein mit Shannon reden?"

„Hast du... alles gesehen?" Fragte Alicia düster und drehte den Kopf weg. Nathalia atmete tief durch und sah die andere ernst an. „Alles, ich...wollte nicht dass... Maddy und ich haben dich umgezogen." Unbehaglich trat sie von einem Bein aufs andere, wich dem Blick der älteren aus.

~Wash~

Sie war dem jungen Mädchen unsäglich dankbar, wie sehr sie sich bemüht hatte, auch dafür, das Nathaniel nicht alles hatte sehen müssen. Sie wollte wirklich nicht, das er sich noch mehr Vorwürfe machte. Aber... das dafür nun alles seine Tochter... was würde er dazu sagen. „Nathalia..."

„Nein, schon gut. Ehrlich, du... du hättest es auch getan," Die junge Erwachsene bedachte sie mit einem warmen Blick. Alicia wurde bewusst das sie sich viel besser fühlte, das Morphium wirkte. Sie atmete tief durch. „Holst du sie?"

Sie sah genau, wie die Jugendliche sich schwer tat und sie musterte. Alicia nickte. „Bitte."

„Okay."

Shannon klopfte und kam zusammen mit ihrer Tochter herein. „Hey, wie fühlst du dich?"

„Beschissen."

Elisabeth nickte, während ihre Tochter sich bemühte wegzusehen. Sie schaute zurück zu der älteren Shannon. „Sollte ich... noch... irgendetwas... wissen?" Fragte sie und sah die Ärztin abwartend an. Sie schüttelte den Kopf. „Nein, außer... ich bin immer da, wenn du reden möchtest."

„Danke, auch... dass... es keiner sonst etwas... gesehen hat."

„Die Mädchen haben mir nicht erlaubt eine Schwester zu holen," sagte sie und sah sie ernst an. „Wie ist es mit den Schmerzen?"

„Es...geht... Elisabeth, werde ich... wieder schwanger sein können?"

Die Ärztin nickte und wirkte dabei weder besorgt noch skeptisch.

Alicia dachte plötzlich betrübt und voller Schmerz an den Verlust. Von allem, was Lucas ihr angetan hatte, um sie zu demütigen und zu verletzten, um seinen Vater leiden zu sehen, war der Verlust das schlimmste. Sie fürchtete sich vor Nathaniels Reaktion auf diesen Fakt und was er tuen würde, sollte Lucas ihm entkommen sein, etwas... nachdem sie nicht gefragt hatte. Sie stöhnte innerlich und entschloss sich es noch nicht wissen zu wollen. Als Nathalia Momente später den Raum betrat mit dem Baby im Arm, zögerte Elisabeth noch kurz, dann verließ sie mit ihrer Tochter zusammen das Zimmer.

Nathalia kam langsam näher und blieb mit dem Baby vor ihr stehen. Alicia versuchte sich aufzusetzen, doch Nathalia hielt sie direkt zurück. „Nein, warte. Lass dir Zeit," antwortete sie leise und legte ihr das Baby einfach auf die Brust. Alicia betrachtete das Kleine und sah zu der jungen Mutter. Einerseits wollte sie Nathalia mit dem Baby fortschicken, aber ein anderer Teil wollte genau das Gegenteil. Es stimmt sie traurig, zugleich aber war sie froh, das es Nathaniels Enkelin gut ging, das Lucas ihnen nichts getan hatte, obgleich er es versucht hatte. Alicia schaute langsam von dem kleinen Kind auf ihrer Brust auf. „Wann?"

„Vor drei Tagen. Draußen im Dschungel, mit... Dad und Maddy."

Alicia hob überrascht den Kopf. „Maddy? Maddy Shannon?"

„Ja, du... wärest überrascht, sie hat sogar Dad mit ihrer Mum zusammengeflickt."

Ja, jetzt war Alicia tatsächlich überrascht und definitiv auch perplex, sie selbst war dabei gewesen, als die zweitälteste Shannon würgend aus der Klinik gelaufen war, erst vor wenigen Monaten. Sie schloss die Augen, eine Hand über dem Säugling. Sie sind viel zu schnell erwachsen geworden. In... in dem Alter habe ich... Sie sah erneut zu Nathalia auf. Sie wollte wissen wie es Nathaniel ging und sich selbst ablenken von all den Erinnerungen, die nun plötzlich wieder hoch kamen. Das Baby begann sich zu bewegen und jammerte leise, ein wenig enttäuscht, die kleine so rasch wieder abgeben zu müssen strich sie ihr über den Rücken. Nathalia streichelte ihrem Kind über die Wange. „Aylici, ruhig, alles gut." Beim Klang der Stimme nuckelte der Säugling fröhlich weiter am Schnulli. Alicia behielt das kleine Wesen weiter im Blick. „Aylici?" Fragte sie ein wenig verwundert. „War es nicht...Ayani?"

xXx

~Nathaniel~

Langsam trat sie auf den Commander zu, nachdem sie sein Haus betreten hatte, Josh hatte eben hinter ihr das Haus verlassen, samt Zoe, Sam und Leah. Er blickte sie jetzt fragend und ein wenig verwundert an, er deutete auf sie. „Miss Shannon, wollen Sie heute statt ihrer Mutter nach den Verbänden sehen?"

Die Jugendliche schien ein wenig überrumpelt und wurde rosa. Er lächelte. „Soll ich in die Klinik?" Fragte er nun. Die schüchterne der Shannons nickte jetzt. „Ja, doch nicht... zu Mum, ich...ich soll Sie zu jemand anderes bringen," antwortete Maddy Shannon, sie schien besorgt, aufgeregt und er begann sich zu fragen, was sie nach den letzten Tagen so beunruhigen konnte. „Sagen Sie Miss Shannon, was... verheimlichen Sie mir?" Wollte er nun ernst wissen.

„Das was ich nicht sagen soll," erklärte sie nun und stand plötzlich ganz ruhig und gefasst vor ihm. Er lächelte, das war also der Nerv den er bei ihr treffen musste. Ernster Blick, ernster Ton, oder Eile, plötzlich war sie wie ausgewechselt. Er stand auf. „In Ordnung, bringen Sie mich zu ihrer Mutter, oder wohin auch immer, Miss Shannon."

Sie nickte und schloss hinter ihm die Tür. Nach wenigen Metern blieb sie stehen. Er wartete und schaute hinter sich. „Miss Shannon?"

Sie kam rasch wieder näher und sprach ohne ihn anzusehen. „Tatsächlich... will Mum wirklich noch nach ihren Wunden sehen, aber... ich könnte..."

„Na, dann machen Sie es doch. Soviel ich gehört habe, haben Sie die letzten Tage mindestens soviel Zeit in der Klinik verbracht, wie Ihre Mutter, Miss Shannon." Wieder wurde das junge Mädchen rot, dieses mal aber strahlten ihre Augen. Er lächelte, wie es aussah, hatte er sie bisher falsch eingeschätzt und auch ihr Vater.

In der Klinik brachte sie ihn in einen der kleinen Verbandsräume und wenn auch zu Anfang etwas zögerlich suchte sie sich alles zusammen und fing an seinem Arm an. Nach dem spülen hielt sie inne, führte den Hautscanner vor die Wunde und bat ihn zu warten. Zurück kam sie gefolgt von Schwester Ogawa der sie etwas erzählte und den Hautscanner hinhielt. Ogawa nickte und sah die Jugendliche aufmunternd an. „Wenn du bei der anderen Wunde die gleichen Daten bekommst, kannst du sie auch verschließen. Aber lass ihn nicht ohne eine weitere Dosis Antibiotika gehen!" Die ältere zwinkerte der viel jüngeren Arzttochter zu und ging.

Ruhig und als mache sie nie etwas anderes, verarztete sie ihn und räumte das Verbandszeug am Ende unbenutzt wieder weg. Er lächelte. „Ich sollte immer zu Ihnen kommen, Miss Shannon, die Verbände fallen kleiner aus," grinste er. Sie blickte schüchtern zurück und hielt ihm eine Injektion hin. „Werde ich Hilfe brauchen?" Fragte sie keck. Nathaniel lachte leise auf, sie begann ihm zu gefallen. Er streckte ihr den unverletzten Arm entgegen und sie sah ihn überrascht an, gab ihm die Injektion. Dann stand er auf. „Also, wo soll ich nun hin?"

Jetzt schien sie wieder aufgeregt und unsicher, er begann zu ahnen was das ganze sollte und nickte. „Sie... ist hier, nicht? Wash." Er hatte es bereits geahnt, als er seine Tochter am Morgen und den ganzen Mittag nicht gesehen hatte. Er nickte. „Wo... wo ist sie?"

Maddy schüttelte den Kopf. „Es... es ist nicht... wie Sie denken."

„Was hat er getan?"

Doch die Jugendliche bekam kein Wort mehr heraus, bedeutete ihm lediglich ihr zu folgen. Mit einem nagenden Gefühl der Trauer und Verzweiflung folgte er ihr. Bis zu einem der abgeschirmten Räume ganz hinten. Für einen Moment zögerte er am abgesperrten Bereich, da sie jedoch einfach weiterging folgte er ihr durch den schmalen Korridor, bis zu einem der letzten Zimmer. Sie öffnete die Tür und blieb stehen... Er wappnete sich und atmete tief durch, er wusste, die ganze Grausamkeit des Verlustes würde ihn gleich wieder übermannen und fragte sich, ob die junge Shannon bleiben würde. Das was er zwei Schritte später vorfand aber, darauf war er nicht vorbereitet...

Seine Tochter stand vor einem Bett, von dem sie sich leicht abwandte als er eintrat, damit gab sie ihm den Blick frei auf eine weitere Person... es traf ihn wie ein Schlag... Alicia!

„Aylici?" Fragte Alicia gerade seine Tochter, sie hatte ihn noch nicht bemerkt. „War es nicht...Ayani?"

Nathaniel brauchte um sich zu fassen, seine Tochter sah ihn gebannt an. Er atmete tief ein. „Nathalia?" Fragte Alicia seine Tochter.

„Sie...hat sich umentschieden. Ayani- Alicia," sagte er und ging langsam auf die drei zu. Sie schaute ihm entgegen und in ihrem Gesicht standen Erleichterung und Sorge, Trauer und Zweifel. Nathalia trat zur Seite und er nahm Washs Hand. „Alicia...du...du..."

„Ja, ich lebe," antwortete sie. Er legte eine Hand auf den Rücken seiner Enkelin und sah Alicia überglücklich an, das er weinte ignorierte er. Er beugte sich ungläubig vor, legte ihr eine Hand auf die Stirn und küsste sie dann dort. „Alicia..." mehr bekam er nicht raus. Sie streckte eine Hand aus und strich ihm über die Wange. „Ich...weiß," sagte sie.

Er lächelte und sah sie einfach an. Dann nahm er das Baby und reichte es an seine Tochter. Nathalia blickte ihn ruhig an und ging dann hinaus. Er nahm Alicias Hand und setzte sich neben sie, auf einen Stuhl, ohne sie aus den Augen zu lassen. Er konnte es noch immer nicht fassen. „Was... hast du Schmerzen?"

Sie legte sich wortlos eine Hand auf den Bauch, und er nickte, das war etwas was er schon wusste. Lucas Aufzeichnung an ihn. Die Bilder wiederholten sich in seinen Gedanken. „Ich weiß, es... es tut mir Leid."

„Mir auch."

Er umfasste ihre Hand und küsste sie. „Ich liebe dich, ich... ich dachte, ich hätte dich verloren, euch beide." Er fühlte sich, als wäre er tausende Fesseln los und zugleich war er tieftraurig, er hatte seine Frau, Lucas hatte sie warum auch immer nicht getötet, doch seine Tochter...

„Nathaniel?"

Er sah auf und ihr direkt ins Gesicht. „Nathaniel, wo ist Lucas?"

„Im Dschungel...ich hoffe inzwischen als Futter."

„Ihr...ihr habt ihn nicht..."

„Ich... habe gezögert, mein Fehler, als ich dachte ich hätte ihn... hatte ich ein Messer zwischen den Rippen, Skye...," er atmete tief ein, „Skye hat dreimal geschossen, sie half mir auf und...er war fort. Sollte ich ihn jemals wieder sehen, ist er tot."

„Nathaniel, es... ist nicht deine Schuld, er... ist...immer noch dein Sohn."

„Nein, nicht mehr. Nicht nach allem was er getan hat."