LaraGirl: Es freut mich so ungemein, dass es Leute gibt, die dasselbe über Serengethy denken wie ich! Obwohl ich natürlich auch immer versucht habe, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Ob es mir wohl gelungen ist??? Du hast ein paar sehr gute Ansätze was deine Vermutungen gegenüber dem Lord betrifft.
Cobra211: Schön, dass du wieder mit dabei bist. Du schaffst das schon mit aufholen, da bin ich mir sicher!
Teufelstocher: Wohin der Lord gefahren ist, ist sein ganz persönliches Geheimnis.
Und wie lange er weg bleibt… tja, einige von euch haben in dieser Hinsicht ja schon eifrig herum gerätselt. Ob ihr wohl in diesem Kapitel eine Auflösung lesen werdet? Hm… wer weiß… evil grin
Review gegen Kapitel
lara
P.S.: Sorry, dass dieses Kapitel etwas kürzer ist, aber ich hab morgen ne wichtige, zweistündige Lateinarbeit für die es noch zu büffeln gilt. Morgen (wenn es Reviews gibt XD) stell ich euch dann das nächste Kapitel online, versprochen!
Chapter Twentyone: Ein dunkler Engel
Es dauerte nicht lange, da hallte die Grotte von Militärstiefeln wieder. Ein Trupp Krieger. Bradek vorneweg.
„Croft! Zeigen Sie sich!" Seine Stimme war nur mühsam beherrscht, man konnte seinen Zorn deutlich hören.
Am Ende der Grotte bewegte sich etwas. Seine Krieger richteten ihre Gewehre auf die Stelle und das Klacken, als sie diese entsicherten war überdeutlich zu hören. Bradek deutete ihnen, dass sie nicht schießen sollten. Noch nicht.
Lara Croft trat aus dem Schatten. Sie wirkte sonderbar ruhig. Dicht vor ihr ging eine zweite Frau. Mit angsterfüllten, blauen Augen flehte sie ihn um Hilfe an. Serengethy.
„Croft! Sie verdammte..."
„Still! Sie wollen doch nicht persönlich werden, oder Commander?" In ihrer Stimme lag Hohn, der ihn fast die Kontrolle verlieren ließ. Sie klang ihrer Sache absolut sicher.
„Sagen Sie Ihren Hampelmännern, dass sie die Gewehre runter nehmen sollen. Sofort!" In ihrer Stimme lag eine Schärfe, die ihn nicht eine Sekunde daran zweifeln ließ, dass es ihr Ernst war. Dennoch zögerte Bradek, den Befehl zu geben. Er analysierte ihre Position in sekundenschnelle. Sie stand etwas versetzt hinter Serengethy, aber immer noch seitlich genug. Er hatte genug Scharfschützen in seinem Team. Er brauchte nur den Befehl zum Schießen geben und dann...
Lara trat komplett hinter die blonde Dienerin. „Denken Sie nicht einmal daran, ich warne Sie. Oder glauben sie im Ernst, dass ich im Moment keine Waffe auf das Mädchen gerichtet habe?"
„Sie sind gar nicht fähig, sie zu töten." Bradek sah, wie Serengethy angstvoll zusammenzuckte. Ihre flehenden Augen schmerzten ihn beinahe körperlich.
„Sind Sie bereit, ihr Leben darauf zu verwetten?"
Eine beklemmende Stille trat ein.
Dann: „Steckt die Waffen weg."
Keiner der Krieger zögerte auch nur einen Bruchteil einer Sekunde, dem Befehl ihres Commanders nachzukommen. Langsam fächerten sie sich kreisförmig um die beiden Frauen auf. Sie hielten jedoch respektvoll Abstand, um keinen Schuss zu provozieren.
Laras Augen ließen die Krieger für keine Sekunde aus ihrem Blickfeld verschwinden.
„Und nun?"
„Nun schicken Sie Ihre Schoßhündchen weg."
Bradek stieß einen rohen Laut aus, der wohl Lachen sein sollte. „Das ist nicht Ihr Ernst, oder?"
„O doch, das ist es."
Die beiden fochten einen Willenskampf aus. Bradek verlor ihn zumindest dem Anschein nach. Nachdem sein Blick auf die zitternde Serengethy gefallen war.
Doch Lara war nicht so naiv zu glauben, dass seine Krieger wirklich komplett gegangen waren. Sie würden vor dem Eingang (und auch einzigem Ausgang) lauern. Doch vorerst waren sie alleine.
„Sehr gut. Wenn Sie jetzt noch die ungemein große Güte hätten mir ein SpeedBoat und ein funktionierendes Satellitentelefon zu besorgen, wäre ich Ihnen sehr verbunden. Zudem sollte genügend Benzin vorhanden sein, um zur nächsten Küste zu kommen."
Bradek kam bis auf wenige Schritte auf sie zu. Lara duldete es, signalisierte dem Commander aber zugleich, dass er es nicht wagen sollte noch näher zu kommen.
„Wir sind unter uns, Croft. Sie können nun damit aufhören. Legen Sie die Waffe weg und ergeben Sie sich, bevor es zu spät dafür ist."
„So, Sie glauben also, dass es mir nicht Ernst genug ist, Commander? Muss ich dem kleinen Blondchen erst ernsthaft wehtun, damit sie begreifen? Nichts, aber auch wirklich gar nichts, wird mich daran hindern in die Freiheit zurückzukehren. Wenn ich dafür eine meiner Feinde töten muss, soll es mir nur recht sein."
Bradek unterdrückte ein Schauern beim Ernst ihrer Stimme. „Sie würden Sie niemals töten. Sie sind keine Killerin, Croft. Außerdem ist sie"
„Was? Unschuldig? Sie?!" Lara lachte boshaft. „Diesem kleinen Biest habe ich all das zu verdanken. Sie ist alles andere als unschuldig!"
Serengethy zuckte unter den barschen Worten zusammen. Schutzsuchend ging sie unbewusst einen Schritt auf Bradek zu. Kaltes Eisen auf ihrem Hinterkopf hielt sie davon ab einen weiteren Schritt zu wagen.
„Tu es nur, Kleine. Gib mir einen Grund mich für all die Qualen zu revanchieren, die ich dir zu verdanken habe...", flüsterte Lara leise ins Ohr der Jüngeren.
Serengethy fing stärker zu zittern an.
„Lass sie zufrieden, Croft!"
„Der furchterregende Commander sorgt sich um eine einfache Dienerin, wie rührend...", höhnte die Abenteurerin.
„Machen Sie lieber, was ich Ihnen gesagt habe, das hilft ihr mehr."
Bradek knirschte mit den Zähnen. Schließlich zog er sein Funkgerät und gab die Befehle durch.
„Sie bekommen was Sie wollen. Aber Croft, ich schwöre Ihnen, ich werde Sie gnadenlos jagen, sobald Sie diese Burg verlassen haben. Wenn ich Sie dann in die Finger bekomme, dann Gnade Ihnen Gott, denn ich werde es nicht tun..."
„Ihre Drohungen sind wirklich erheiternd. Sie denken doch nicht im Ernst, dass ich alleine diese Burg verlasse, nur damit Sie mir, sobald ich es getan habe, in den Rücken schießen können."
Bradek funkelte sie an. „Was wollen Sie damit sagen?"
„Ist das nicht offensichtlich? Ich nehme meine Geisel mit mir."
„Nein!"
„O doch. Zu meiner und Ihrer eigenen Sicherheit, damit Sie keine Fehler begehen, die Sie hinterher bereuen würden. Also keine netten Überraschungen wie Plastiksprengstoff unter dem Sitz, oder so."
Sie genoss eindeutig die Position, in der sie die Druckmittel in der Hand hatte.
„Ich...", meldete sich Serengethy nach einer Ewigkeit zu Wort, „Ich werde nicht mit Ihnen in dieses Boot steigen."
„Bravo. So viel Courage hätte ich dir gar nicht zugetraut. Doch dir wird nichts anderes übrig bleiben, Kleines, wenn du noch Freude an deinem Leben hast."
Ein Tor in der Felswand öffnete sich, dass Lara noch nicht zuvor bemerkt hatte und nun ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.
Einer von Bradeks Leuten fuhr mit dem gewünschten SpeedBoat aus dem Tor und ließ es am Dock in den Wellen schaukeln. Der Mann sprang aus dem Boot und nickte dem Commander zu, bevor er die Grotte wieder verließ.
„Nach dir." Lara wies Serengethy an ins Boot zu steigen.
Zögernd blickte die junge Frau den Commander an. Warum sollte sie nicht einfach versuchen zu ihm zu gelangen? Sich an ihn klammern und in der sicheren Burg bleiben?
Wieder war es das kalte Eisen an ihrem Hinterkopf, das sie davon abhielt ihre Wünsche zu erfüllen. Resignierend und mit angsterfüllten Augen sprang sie ins Boot.
„Zieh bitte die Schwimmweste an, wir wollen doch nicht, dass dir etwas passiert, oder?" Lara grinste ihre Feindin an. Diese kam mit ihrer Aufforderung mit einem Blick nach, der hätte töten können.
Lara sprang hinterher und ließ dabei den Commander keinen Moment aus den Augen. Starr stand er am Rande des Docks und starrte zu ihnen hinunter.
Lara warf den Motor an und Serengethy kauerte sich in einer Ecke zusammen.
„Vergessen Sie nicht, Bradek, keine faulen Tricks und ihrer Angebeteten wird nichts passieren."
Sie wusste es also doch. Wütend musste der Commander mit ansehen, wie die beiden Frauen aus seiner Sichtweite im Boot verschwanden, die er am meisten hasste und liebte.
Triumphierend steuerte Lara das Boot aus der Grotte in die lang ersehnte Freiheit. Vor ihr war nur noch eine Hürde zu nehmen. Ein Spalt zwischen den Klippen, der aufs offene Meer hinausführen würde. Sie atmete tief die salzige Luft ein und fühlte sich befreit.
Ihre Siegesfreude wurde augenblicklich brutal gedämpft, als ein enormes U-Boot aus den Fluten des Meeres auftauchte und quer die Meeresöffnung blockierte.
Lara schrie auf vor Wut und hörte Serengethy triumphierend lachen. Bradek! Er hatte sie betrogen. Und dann schoss es ihr, was das nachtschwarze U-Boot zu bedeuten hatte. Sokrates war zurück.
Lara war kurz davor in Panik auszubrechen. Sie fühlte sich wie ein Tier in der Falle gefangen, die über ihm zugeschnappt war.
Lara warf entschlossen den Motor wieder an, den sie zuvor vor Schreck abgewürgt hatte und starrte grimmig das Unterseeschiff an. Sie würde nicht so kurz vorm Ziel aufgeben. Sie legte den höchsten Gang ein, den das Motorboot zu bieten hatte und raste auf das stählerne Ungetüm zu.
Serengethy schrie auf, als sie erkannte was die Abenteurerin vorhatte.
„Sie sind absolut verrückt, wenn Sie glauben, dass wir das überleben! Das Wasser ist um diese Jahreszeit eiskalt und wird uns gnadenlos nach unten ziehen, wenn wir nicht an den Klippen zerschellen. Das ist Wahnsinn!"
„Ich kann mich nicht erinnern, dich um deine Meinung gefragt zu haben. Du hast doch die Schwimmweste an. Spring oder bleib hier."
Serengethy starrte die Frau an. Ganz klar, sie hatte den Verstand verloren. Gehetzt warf sie einen Blick nach vorne, wo das Hindernis unheimlich schnell auf sie zuraste, und nach hinten, wo eine kleine Flotte an Motorbooten unter Bradeks Führung sie verfolgte. Sie überlegte nicht lange und stürzte sich mit einem verzweifelten Schrei in die Fluten. Ihre Schwimmweste hielt sie an der Oberfläche.
Lara hatte nichts anderes von der Dienerin erwartet. Doch sie selbst würde nicht aufgeben. Der Spalt zwischen dem U-Boot und den Klippen war zu schmal um hindurchzufahren, das war klar.
Lara versuchte sich an alles zu erinnern, das sie in ihrer Zeit beim Militär gelernt hatte und wappnete sich für das kommende.
Die Oberfläche des U-Boots war schräg nach oben abgeflacht, damit es stromlinienförmig blieb und wenig Widerstand bot. Perfekt um es als Sprungschanze zu benutzen...
Lara wusste, dass ihre Chance den Sprung zu schaffen äußerst gering war, aber sie war bereit es zu riskieren.
Das Boot raste auf das stählerne Ungetüm zu. Es war soweit. Lara kniff die Augen zusammen, als das Boot den Kontakt mit der Wasseroberfläche verlor.
Sie betete inständig, dass sie das überlebte...
Anscheinend war nicht ihr Tag. Das SpeedBoat überschlug sich und warf seine Insassin in die eisigen Fluten. Lara sank wie ein Stein.
Das Wasser war so kalt, dass es wie tausende kleine Nadeln schmerzte, die sie unaufhörlich stachen. Ihre Kleider hatten sich in Sekundenschnelle voll gesogen und zogen sie unaufhaltsam in die Schwärze des Meeres hinab. Schwach konnte sie die rettende Oberfläche erkennen. Sie war wie gelähmt, unfähig sich zu bewegen. Das war also ihr Ende. Ziemlich erbärmlich.
Plötzlich zerbrach die regelmäßige Ordnung der Wasseroberfläche, als ein Körper diese durchbrach. Sie sank tiefer und sah gebannt zu der Erscheinung empor. Ein dunkler Engel. Es konnte nichts anderes sein. So unmenschlich schön.
Erleichtert streckte sie mit einem Lächeln auf den Lippen die Hände nach der Erscheinung aus. Ganz klar, sie halluzinierte. Aber was kümmerte es sie? Der Sauerstoffmangel musste wohl schon größer sein, als sie gedacht hatte.
Als der Engel näher kam, dämmerte es ihr. Es war kein Engel. Ganz und gar nicht.
Die schiere Angst weckte Laras Lebensgeister. Sie schaffte das Kunststück sich umzudrehen und hinabzutauchen. Hinab in die tiefe Schwärze. Bloß weg von ihm.
Schließlich war es soweit. Der Sauerstoffmangel schaltete die bewusste Steuerung ihrer Handlungen ab und sie verlor das Bewusstsein.
