3.

Das neue Jahr hatte begonnen. Lisa wohnte mittlerweile bei Rokko. Es hatte mit ein paar Klamotten angefangen, aber jetzt waren alle ihre Sachen bei ihm. Nach Göberitz fuhr sie nur noch von Zeit zu Zeit, um nach dem Rechten zu sehen oder wenn sie alleine sein wollte, aber das war eher selten. Helga war noch immer im Schwarzwald. Sie hatte eine Stelle in der Pension von Boris' Schwester bekommen und es gefiel ihr dort gut. Zu Weihnachten war sie natürlich nach Berlin gekommen, um ihre Tochter zu sehen. Für Rokko und Lisa war es schon das zweite gemeinsame Weihnachten, aber diesmal waren sie wirklich zusammen. Helga freute sich sehr für die Beiden und auch Bruno, der nach einem Besuch in Kalehne einen Abstecher nach Göberitz gemacht hatte.

„Was hältst du von einem Ausflug in den Zoo?" – „Im Winter?" – „Wieso nicht?" Gemeinsam gingen Rokko und Lisa durch den Zoo. Sie waren so ziemlich die einzigen Besucher. „Hier hat irgendwie alles angefangen." Lisa und Rokko saßen gemeinsam auf einer Bank vor dem Pinguin-Becken. „Wieso hier?" Lisa sah Rokko fragend an. „Du hast damals gesagt, dass Pinguin-Pärchen ein Leben lang zusammen bleiben. Und ich wünschte, ich wäre ein Pinguin." Er lächelte sie an: „Lisa, ich liebe dich und du bist die Frau meines Lebens." Langsam ging er vor ihr auf die Knie. „Willst du mich heiraten?" Lisa sah ihn an und machte eine Bewegung mit ihrem Mund, die an – wie Jürgen sagen würde – Karpfen auf Land erinnerte. Dann fiel sie ihm um den Hals, so dass er den Halt verlor und sie gemeinsam im Schnee landeten. „Ist das ein Ja, ein Nein oder ein ‚Ich drehe dir den Hals um'?" – „Das ist ein Ja, du Spinner."