Kapitel 21:

„Bella!" In der Ferne hörte ich jemanden meinen Namen rufen. Diese beruhigende Stimme kannte ich so gut. Carlisle war auf dem Weg zu mir. Ich wollte ihn laut rufen, aber es kam nur ein Flüstern heraus. Der Speichel des Wolfes hatte ganze Arbeit geleistet. Ich fühlte mich sehr geschwächt…Es war wie ein Gift, das in mir brannte. Mein Körper stieß es ab….es war ein unaufhaltsamer Ablauf. „Carlisle, wieso fühle ich mich so schwach? Bitte hilf mir!"

Ihr Anblick war grauenvoll. Es war schlimmer, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Verletzungen eines Vampires heilten immer schnell. Aber bei Bella sah das anders aus. Überall auf ihrem Körper waren tiefe Fleischwunden. Hautfetzen hingen herum und – es tat mir in der Seele weh – ihr Arm war vom Körper getrennt. Es war eine große klaffende Wunde…Besorgt kniete ich mich neben sie und untersuchte sie eingehend. Die Fleischwunden machten mir weniger Sorgen, auch wenn diese schon weiter verheilt sein sollten, als sie es waren. Aber ihr Allgemeinzustand war nicht in Ordnung. Sie lag am Boden und hatte kaum die Kraft den Kopf zu heben. Tiefe Schatten lagen unter ihren Augen und die Wangen waren eingefallen. Dazu sah ihre Schulter besorgniserregend aus. Die Wundränder verfärbten sich dunkel…Ihr Körper focht den Kampf gegen den tödlichen Speichel des Wolfes, und dabei konnte ihr niemand helfen. Diesen Kampf musste sie ganz alleine führen. Erneut kam ein Stöhnen aus ihrem Mund, und es schnitt mir ins Herz. Der Kampf um Leben und Tod hatte begonnen. Verzweifelt über meine Machtlosigkeit entschied ich, sie mit nach Hause zu nehmen und trug sie zurück an mein Auto….

Carlisle war da und half mir. Kraftlos lag ich am Boden und ließ seine Untersuchungen über mich ergehen. Mein Körper fühlte sich wie gelähmt an, aber die Schmerzen waren noch immer da. Es war ein Feuer, dass sich in mir ausbreitete. Ich hatte es schon mal erlebt. Nun wusste ich auch, was passierte. Mein Körper wehrte sich gegen Gift. Es musste das Gift des Wolfes sein. Während meiner Verwandlung, als ich Edward´s Gift in mir hatte, brannte es genauso. Die Angst schnürte mir die Kehle zu. Mußte ich nochmals so leiden? Würde ich mich wieder Tage unter diesen grausamen Schmerzen winden? Und wäre ich dann schlussendlich tot? Würde ich jetzt bekommen, was ich verdiente? Ein Stöhnen entfuhr mir und dann spürte ich, wie alles um mich herum in einem Nebel versank. Es war ein Gefühl des Schwindels. Ich verlor den Boden unter den Füßen und tauchte in die Dunkelheit….