Date: 21. Dezember 2007
Author: Kasseopeia
Category: Short story
Characters/Pairing: HP/Al
Genre: General
Disclaimer:da ich ja die Halbschwester von JKR bin.., hüstl. O.K., o.k. Ihr alles, mir nix.
A/N:Spoiler DH.
Widmung:Für Maxine: Happy Birthday, Süße. Lass es Dir heute so richtig gut gehen!!
An alle: I wish you a merry Christmas, and a happy new year.
Father and Son
Mit einem Schmunzeln schloss Harry die Küchentür hinter sich, nachdem Ginny ihm angedroht hatte ihn zu verhexen, wenn er die Küche nicht sofort verlassen würde. Er wusste dass sie nur Spaß machte, vor allem da sie seit gestern nur noch glücklich war, weil sie ihre Kinder wieder komplett um sich hatte. Ginny hatte ihn nur hochkant aus der Küche geworfen, da sie gemeinsam mit der kleinen Lily das Weihnachtsessen für den nächsten Tag vorbereiten wollte und sie es nicht gebrauchen konnte, wenn ihr neugieriger Ehemann ständig in ihre Töpfe spähen wollte.
Es war auffällig, wie viel fröhlicher seine Frau plötzlich war, sie schien es offensichtlich zu genießen, dass sie die Familie wieder komplett um sich hatte. Er selbst wollte auch gar nicht daran denken, nur noch eineinhalb Jahren und auch seine Tochter würde nach Hogwarts gehen. Dann würde es die meiste Zeit des Jahres über still im Haus werden.
Momentan war es jedoch überraschender Weise ruhig im Haus und gedankenverloren starrte Harry durch das Gangfenster. Es wurde immer früher dunkel, die ersten Sterne waren schon am Firmament zu erkennen. Er konnte schon den Schnee riechen, er war sich sicher, demnächst würde es zu Schneien beginnen.
Er freute sich auf Weihnachten und konnte es kaum abwarten bis morgen, dann würden Ron und Hermione mit ihren Kindern kommen und auch Teddy hatte seinen Besuch angekündigt. Dieser hatte von einer Überraschung geschrieben, er wolle jemanden mitbringen. Harry schüttelte grinsend den Kopf, dabei pfiffen die Spatzen die Sache mit Victoire schon von den Dächern. Es wurde wirklich Zeit, dass Teddy mit der Sprache rausrückte. Bill hatte ihm vor kurzem bei einem Glas Feuerwhisky gesteckt, dass er und Fleur zwar nicht glücklich darüber waren, dass ihre Tochter flügge wurde, aber laut Bill war ihnen Teddy eindeutig lieber, als irgendein Fremder.
Harry hoffte aus tiefstem Herzen, dass sich seine Lily vor ihrem dreißigsten Geburtstag nicht verlieben würde.
Leise zog er die Vorhänge zu und drehte sich zur Treppe, mal sehen was seine beiden Jungs gerade so trieben.
Ein leises Wimmern, ein Geräusch, das er seit den letzten Monaten nicht mehr gehört hatte, ließ ihn innehalten. Vorsichtig ging er zu der angelehnten Wohnzimmertür und schob sie langsam auf. Da war es wieder, eindeutig ein Schluchzen. Suchend glitt Harrys Blick durch den schwach beleuchtenden Raum und wie er schon vermutet hatte, da saß sein jüngerer Sohn auf dem Sofa, hatte die Hände um sein Knie geschlungen und weinte.
Innerlich aufseufzend ging er durch das Wohnzimmer auf Al zu, setzte sich neben ihn und schlang seinen rechten Arm um den zitternden Körper.
„James?", fragte er leise und bekam ein Nicken, gefolgt von einem Hickser zur Antwort. Ehrlich gesagt, dieses Resultat hatte er schon erwartet. Zu Neunzigprozent war sein Ältester daran schuld, wenn Albus weinte.
Er selbst hatte sich immer Geschwister gewünscht, sich immer ausgemalt wie das wäre. Darum schmerzte es ihn doppelt, wenn er mal wieder die Streitigkeiten zwischen seinen Kindern mitbekam, vor allem zwischen seinen beiden Söhnen. Ginny versuchte ihn zwar immer wieder aufzumuntern, dass das normal sei, aber sein Harmoniebedürfnis war eindeutig ausgeprägter.
„Möchtest Du es mir erzählen?", fragte er vorsichtig seinen Sohn, der immer wieder leise aufschluchzte und immer noch sein Gesicht in seinen Händen vergraben hatte.
Al nickte, hob seinen Kopf und drehte sein verweintes Gesicht zu seinem Vater. „J.., J.., James hat zu mir Schniefelus gesagt und dann, und dann hat er mich aus seinem Zimmer geworfen!"
Harry versteifte sich, „Er hat was gesagt??" Das durfte jetzt nicht wahr sein. Mental machte er sich eine Notiz, er musste dringend auch ein Vater-und-Sohn-Gespräch mit seinem Ältesten führen. Wie kam James nur genau auf diese Bezeichnung?
„Woher hat er dieses Wort?"
Al zuckte, erneut hicksend mit den Schultern, „weiß auch nicht, James meinte es würde sich reimen. Albus Severus Schniefelus..."
Harry holte tief Luft, „lass Dich nicht so von Jamie ärgern. Wenn er merkt, dass Dir seine Sprüche nichts ausmachen, dann hört er von alleine damit auf, weil es ihm zu langweilig wird."
Sein Jüngster nickte verstehend, kuschelte sich näher an ihn heran und er legte seinen Arm noch enger um seinen Sohn. Harry wurde schmerzlich bewusst, wie sehr er diese Momente mit seinem Jüngsten vermisst hatte. Albus war anlehnungsbedürftiger und brauchte viel mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung als James. Sein Ältester war schon immer der Lebhaftere gewesen, der ständig rumtobte oder stundenlang verschwand. Eigentlich konnten die beiden kaum gegenteiliger sein. Sein jüngster Sohn war dagegen in sich verschlossen und konnte sich stundenlang mit sich selbst beschäftigen. Sie waren wie Feuer und Wasser. James liebte es seinen Bruder zu reizen und brauchte es, sich selbst zu bestätigen, musste immer wieder seine Kräfte mit Al messen. Al ließ diese Provokationen oft genug über sich ergehen und es war nicht das erste Mal, dass James seinen jüngeren Bruder zum Weinen gebracht hatte.
Grübelnd schaute Harry auf den festlich geschmückten Weihnachtsbaum, den die ganze Familie heute Morgen zusammen geschmückt hatte. Der Rauschgoldengel, der auf der Spitze des Baumes trohnte, hatte eine besonders gründliche Inspektion durch Harry über sich ergehen lassen müssen. James wollte ihn unbedingt alleine anbringen und Harry wusste noch zu gut, was für Einfälle die Zwillinge immer gehabt hatten. Man konnte einfach nie vorsichtig genug sein, schließlich floss auch Weasley-Blut durch die Adern seiner Kinder.
Gestern Abend waren seine beiden Ältesten mit dem Hogwarts-Express angekommen und er hatte bisher noch nicht Zeit gefunden, sich mit ihnen in Ruhe zu erhalten. Dieser Umstand kam ihm im Moment sehr gelegen, um das Thema zu wechseln und Al auf andere Gedanken zu bringen. „Hast Du Lust mir zu erzählen, wie es Dir in Hogwarts gefällt? Deine Kameraden, sind sie nett?" Diese Frage entlockte Al endlich ein Lächeln und er nickte eifrig.
Durch die erste Eule, die von Al gekommen war, hatten sie erfahren, dass der Hut ihn nach Slytherin einsortiert hatte. Ein Umstand der Harry kurz in Erstaunen versetzt hatte, da er ja seinem Sohn verraten hatte, dass der Hut Rücksicht auf die eigenen Wünsche nehmen würde.
„Gefällt es Dir in Slytherin? Ihr habt ja einen gemütlichen Gemeinschaftsraum."
Al nickte und sah dann erschrocken auf. „Woher weißt Du wie mein Gemeinschaftsraum aussieht, Du warst doch in Gryffindor?"
Harry machte ein geheimnisvolles Gesicht. „Ich kenne auch den Gemeinschaftsraum der Ravenclaws."
„Dad?", Al biss sich auf die Unterlippe, „Du verrätst aber James nicht, wo genau unser Gemeinschaftsraum ist, oder?". Al hatte sich zu ihm gedreht und schaute ihn jetzt hoffnungsvoll an. Harry lachte und hob seine rechte Hand, „mein heiligstes Hogwartsehrenwort, James wird niemals von mir erfahren, wo das genau ist. Möchtest Du mir erzählen, warum Du Dich doch für Slytherin entschieden hast?"
Über Als Gesicht schlich sich eine leichte Röte, „James."
Natürlich, das hätte ihm ja klar sein können, dass gerade sein Ältester wieder mal irgendwas damit zu tun hatte.
„Nachdem Du mir gesagt hast, dass es auch o.k. wäre, wenn ich nach Slytherin käme, da... da habe ich mir gedacht, dort hätte ich meine Ruhe vor ihm und da wäre ich einfach Albus Potter und nicht der kleine Bruder von James."
Harry nickte verstehend, „und, wie gefällt es Dir in den Kerkern?"
Die Augen seines Sohnes leuchteten auf, er strahlte über das ganze Gesicht, „Klasse, alle sind ganz nett, außer dieser Scorpius, der ist ein wenig eingebildet. Aber dem hab ichs gegeben."
Harry musste sich ein Lachen verkneifen, wenn Scorpius auch nur annähernd Draco ähnelte, konnte er sich sehr gut vorstellen, dass dieser mit Al kollidierte.
„Was hast Du getan?", fragte er seinen Jüngsten neugierig.
„Flederwicht", kam die Antwort kurz und trocken. Harry nickte, was für eine dumme Frage, dies war schließlich die Spezialität von Als Mutter. Ginny hatte es sich nicht nehmen lassen, eigenhändig all ihren Kindern den Kniff bei diesem Fluch ausführlichst beizubringen.
„Severus wäre stolz auf Dich gewesen, dass Du ein Slytherin geworden bist.", versuchte Harry seinen Sohn zu bestätigen.
„Habt Ihr zusammen gegen Du weißt schon wen gekämpft?", wechselte Al überraschend das Thema. „Nenn ihn ruhig bei seinem Namen, Voldemort.", aufmunternd blickte Harry auf seinen Sohn herab.
„Haben Onkel Severus und Du zusammen gegen Vol, Voldemort gekämpft? Ich habe seinen Orden, Merlin erster Klasse, im Pokalzimmer gesehen. Das ist genau der gleiche, den Du immer in der Schublade in Deinem Schreibtisch versteckst."
„Du warst im Pokalzimmer. Strafarbeit?", stellte Harry fest. Al nickte bejahend „Jep, von Professor McGonagall, weil ich Scorpius verhext habe."
„Soso und Du weißt, dass ich so einen Orden habe und sogar wo ich ihn aufbewahre?" Harry schüttelte amüsiert den Kopf.
„Klar, ich weiß auch wie berühmt Du bist und was Du alles getan hast.", erwiderte Al stolz. Natürlich sein Ruf eilte ihm in Hogwarts voraus, daheim war seine Vergangenheit nie ein Thema, aber für die Mitschüler seiner Kinder war das natürlich spannend.
Gedankenverloren schüttelte er seinen Kopf, als ihm Als Frage wieder einfiel. Onkel Severus, was für eine ungewöhnliche Bezeichnung für diesen dunkelgekleideten, verschlossenen Mann.
„Nein, wir haben nicht direkt gemeinsam gegen Voldemort gekämpft, aber ohne ihn hätte ich diesen Kampf wohl nicht gewinnen können. Er hat sein Leben geopfert, er war ein sehr mutiger Mann. Leider haben wir erst nach seinem Tod erfahren, was er alles für uns getan hat."
Al nickte ernsthaft, obwohl er die Einzelheiten nicht kannte, schien er zu verstehen. „Meinst Du er hätte mich gemocht", leise, fast zögernd kam die Frage über Als Lippen und er schaute seinen Vater aus großen grünen Augen aufmerksam an.
Harry blickte auf seine Hand, die auf der Schulter seines Sohnes lag. Hätte Severus diesem Kind gegenüber, das seinen Namen trug, positive Gefühle aufbringen können?
Versonnen glitt sein Blick über das Gesicht seines Jüngsten, dessen Augen seiner Großmutter und seinen Eigenen so sehr glichen. Hätte Severus in Albus Lily gesehen, oder hätte er Al ebenso gehasst wie Harry? Hätte die Zeit seine Wunden heilen können, oder hätte Severus Schmerz über seine unerfüllte Liebe ihn immer beherrscht, dass für andere Gefühle kein Platz geblieben wäre?
Er wusste es nicht.
Albus war so ganz anders, als er selbst. Wenn er genau darüber nachdachte, hatte Al sehr viel von seiner Großmutter Lily, die er nie kennen lernen würde, geerbt. Sie war ebenfalls sanftmütig gewesen und hatte genauso einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit gehabt. Harry hatte wieder die Szene vor Augen, die er damals in Snapes Denkarium erblickt hatte. Wie Lily Severus verteidigt hatte, als die Marauders ihn in die Zange genommen hatten. Den Schmerz in Lilys Augen, als Snape sie beleidigt hatte...
Harry zwang sich dazu in die Gegenwart zurückzukehren, Al schaute ihn immer noch erwartungsvoll an und wartete auf die Antwort seines Vaters.
Langsam nickte Harry ihm zu. „Ja Albus, ja ich glaube Dein Onkel hätte Dich gemocht." Al atmete erleichtert aus und Harry war froh, dass er ihm diese Antwort gegeben hatte. Wie hätte er denn seinem elfjährigen Sohn die Sache mit Lily und Severus und auch seiner persönlich schlechten Beziehung zu seinem ehemaligen Zaubertrankprofessor erklären sollen?
„Freust Du Dich auf Morgen, Albus? Auf Weihnachten?", wechselte er schnell das Thema.
„Oh ja, ich hoffe soo dass ich das bekomme, was ich auf den Wunschzettel geschrieben habe. Bekomme ichs?" sah ihn Al aus großen Augen fragend an.
Harry runzelte die Stirn, er hatte keinen blassen Schimmer was sich seine Kinder dieses Jahr gewünscht hatten. Er musste zu seiner Schande gestehen, dass er dies alles Ginny überlassen hatte. Er hatte mit Ron vor Weihnachten einige Überstunden gemacht und einfach keine Zeit gehabt, sich um Dinge die Zuhause anstanden, zu kümmern.
„Den Wunschzettel hat doch der Weihnachtsmann!", versuchte er sich aus der heiklen Situation zu retten.
Al kicherte, „das wissen Lily und ich schon seit 5 Jahren, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Mum und Du, Ihr kauft doch immer die Geschenke."
Verblüfft blickte Harry zu Al, bis ihm die Erleuchtung kam. „ Von James?", Als Nicken überraschte ihn natürlich nicht wirklich. War ja klar, dass James eine diebische Freude daran hatte, damals dieses neu errungene Wissen sofort mit seinen kleineren Geschwistern zu teilen.
„Dad? Hast Du Lust mit mir eine Runde Snape explodiert zu spielen?", riss ihn Al aus seinen Gedanken.
Harry nickte seinem Sohn bejahend zu. Es war schon Monate her, dass er dies mit seinen Kindern gespielt hatte. Es wurde ihm schmerzlich bewusst, dass er diese Ferien mit seinen Kindern genießen sollte. Die Jahre glitten ihm unter den Händen davon, Zeit die er nicht festhalten, aber dafür bewusst erleben konnte und auch wollte.
„Möchtest Du nicht James fragen, ob er mitspielen will?", fragte Harry seinen Jüngsten.
„O.K. Dad, kann ich machen.", antwortete Al ihm eifrig und drückte ihm einen kurzen Kuss auf die Wange, als er aufstand.
Harry folgte seinem Sohn in den Flur und Al sprang unbeschwert die Treppenstufen hinauf, die in den ersten Stock führten, um seinen älteren Bruder zu holen.
„Ach Al!", hielt Harry ihn noch mal auf.
Dieser drehte sich auf der obersten Stufe um und schaute fragend zu seinem Vater herunter.
„Was hast Du Dir eigentlich vom Weihnachtsmann gewünscht?"
Als Augen blitzen auf und seine Wangen waren vor Begeisterung leicht gerötet.
„Einen Zaubertrankkasten!", kam die stolze Antwort seines Sohnes.
Als Harry sich langsam umdrehte, glitt ein Lächeln über sein Gesicht und er konnte nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, woher er jetzt genau diese Gewissheit hatte, aber er war sich auf einmal sehr sicher.
Oh ja, Severus hätte Al gemocht!
