So, auch hier hatte ich richtig viel im petto, war einfach mal wieder zu faul zum Posten ^^. Aber ihr habt es geschafft und seid bis ans Ende dabei geblieben. Dank euch dafür.

kristina: hey, super, danke für das Lebenszeichen. Hin und wieder verirrt sich also doch noch ein Trekkie hier her, hehe. *knufft dich*

nadia: danke für deine Geduld und das Betan (auch wenn es offensichtlich nicht um deine Lieblingscharas ging). Ich konnt mir mal wieder viel von dir abschauen und viele Tipps waren sehr hilfreich. *knuff*

- Kapitel 21 -

„Sie meinen, er hat mit Ihnen gesprochen?", fragte Kirk ungläubig, als er mit Uhura und Pille im Turbolift auf dem Weg zur Brigg stand.

In seinen blauen Augen fand sich der Unglaube, der normalerweise Pille inne wohnte. Aber nach dem Angriff und Lieutenant Uhuras tranceartigem Zustand auf der Krankenstation, weigerte dieser sich, jedwede Theorie anzuzweifeln. Wie unglaublich sie auch klang. Jim sah zu seinem Freund und konnte genau dies aus ihm herauslesen. Pilles Haar war zerzaust und hing ihm ins Gesicht. Seine Schultern waren niedriger als sonst, ja kraftlos. Auch wenn es eine der wenigen Überzeugungen waren, die er und Spock teilten – nämlich, dass eine Theorie erst durch eine wissenschaftlichen Beweis belegt werden konnte – so schien er genau diese Überzeugung vor kurzem in die Tonne getreten zu haben.

„Ist das nicht ein bisschen weit hergeholt?", appellierte Jim somit auch an den alten medizinischen Geist Pilles.

„Weit hergeholt, am Arsch", fluchte dieser. „Mich würde es nicht wundern, wenn wir Spock unten mit Umhang und Zylinder finden würden, umgeben von einer Schar weißer Kaninchen."

„Es ist wahr", verteidigte Uhura sich.

„Nur um sicher zu gehen, dass ich das richtig verstanden habe. Er hat in Ihrem Traum zu Ihnen gesprochen?"

Uhura war selbst am Rande ihrer Geduld und verdrehte die Augen.

„Ich habe auch davon geträumt, dass er mich angreifen würde. Kurz bevor er es wirklich getan hat", gab sie zu bedenken. „Aber zu dieser Zeit fand ich es selbst zu absurd und konnte mich nicht dazu bewegen, Ihnen davon zu berichten."

Dieses Geständnis war neu für die beiden Männer, aber Kirk wurde sofort klar, dass es sich dabei um den ominösen Moment im Turbolift handelte. Er sah Pille wieder an.

„Das ist… unheimlich. Und es wird alles immer merkwürdiger."

Pille lachte heißer und kopfschüttelnd. Untypisch. Langsam machte Jim sich wirklich Sorgen, um den psychischen Zustand seines CMOs.

„Unheimlich? Leicht untertrieben, Jim…" Wenigstens behielt er seinen üblichen Zynismus bei.

Wenn er den jemals ablegte, konnte das jüngste Gericht nicht weit entfernt sein.

„Und…" Jim gestikulierte unsicher mit den Händen, als hätte er Probleme seine Gedanken in die richtigen Worte zu fassen. „Können Sie diese Kommunikation beständig aufrechterhalten?"

„Nein", Uhura klang ein bisschen enttäuscht. „Ich fürchte, diese Verbindung wird durch Spock gesteuert."

„Wenigstens wissen wir, dass er noch da ist", überlegte Jim laut. „Hat er Ihnen mitgeteilt, ob er imstande ist, diesen mentalen Kampf zu gewinnen?"

Und da traten die Tränen zurück ins Uhuras Augen. Sie wollte es nicht, konnte aber auch nichts dagegen tun. Die Erinnerung an sein Selbst war zu schmerzlich. Vorsichtig atmete sie durch und schüttelte dann den Kopf. Ihre Stimme war belegt.

„Ich glaube, er fürchtet eine Niederlage. Er zweifelt daran, alleine dagegen ankämpfen zu können. Auf Dauer. Deshalb hat er nach seinem Vater verlangt. Er glaubt, dass es eine Möglichkeit gibt, dem ein Ende zu setzen. Aber allein schafft er es nicht."

Jim presste die Lippen hart aufeinander. Noch gute elf Stunden bis zur Ankunft auf der Erde. Sie würden in den späten Abendstunden dort eintreffen.

Elf Stunden, dachte er bei sich. Eine solch lange Zeit für einen mentalen Kampf.

STSTST

„Und wenn du einfach aufgeben würdest?" Jim wurde von Spocks Stimme aus dem Schlaf gerissen.

Verwirrt blinzelte er und wurde sich bewusst, dass er eingeschlafen war. Am Fuße der Kontrollkonsole.

Vorsichtig drehte er seinen Kopf und hörte das leise Knacken seines Genicks.

Wunderbar. Wenn das so weiter geht, bin ich bald ein Wrack.

Aber wie ging es dann erst Uhura? Jim fand sie direkt vor dem Energiefeld stehend, in die Zelle starrend. Spock saß noch immer auf seinen Knien, schien sich nicht bewegt zu haben.

„Hat er gerade etwas gesagt?", fragte Jim und rappelte sich auf.

Sie wandte den Blick zu ihm, unsäglich traurig. Aber doch mit einer Verbundenheit, die er sonst noch nicht von ihr gekannt hatte. Richtig freundlich. Wahrscheinlich rechnete sie es ihm an, dass er so lange mit ihr hier in der Brigg verweilte, bis sie ankamen.

„Ich glaube nicht, dass er es war", antwortete sie und lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder Spock zu.

Jim gesellte sich neben sie und beobachtete den stillen Vulkanier in seinem Gefängnis. Er sah bleicher aus, als normalerweise. In just diesem Augenblick machte er ein knurrendes Geräusch und Jim schrak auf. Aus großen Augen sah er Uhura an, die sich ganz und gar nicht zu wundern schien. Ihre tiefen traurigen Augen hatten einen verräterischen Glanz angenommen.

„Er spricht und murmelt Worte. Schon seit einigen Minuten", erklärte sie ihm. „Ich glaube, es ist sehr anstrengend für ihn."

„Er könnte ja auch langsam aufgeben. Es wird langweilig", sprach Spock die beiden an und langsam, ganz langsam hob er den Kopf.

Seine dunklen Augen richteten sich auf sie und es war wie gestern bei dem Angriff auf Pille. Dies war nicht Spock. Sofort packte Kirk Uhura an den Schultern und zwang sie ein paar Schritte zurück.

Spock lächelte angesichts dieser Reaktion.

„Seien Sie nicht töricht, Captain Kirk. Die zwei Schritte Distanz machen keinen Unterschied für mich."

Und dann machte Spock Anstalten sich zu erheben. Ungelenk richtete er sich in den Stand auf, als fiele es ihm sehr schwer. Es sah sogar beinahe so aus, als sei er angetrunken. Nach Stunden in dieser Sitzposition nicht verwunderlich.

„Wir sollten verschwinden", mahnte Kirk Uhura und wollte sie schon nach draußen drängen.

Vielleicht konnte eine größere Distanz sie schützen. Innerlich fiel etwas in Jim zusammen, als er zu dem Schluss kam, dass Spock aufgegeben hatte. Wenn sein Freund noch da war, so ohne Kontrolle und im Inneren seines Ichs gefangen. Nun fühlte auch er, das Brennen in seinen Augen. Nyota weinte bereits stumm und ihr Gesicht war von Tränen überzogen. Es war das Beste, wenn er sie hier heraus brachte. Aber Spocks Worte hielten ihn zurück.

„Ja, versuchen Sie nur zu fliehen. Sobald Spock verstummt, können Sie nicht weit genug weg sein."

Jim hörte die Frau an seiner Seite nach Luft schnappen. Dann war Spock noch da? Kämpfte er womöglich noch? Er blieb stehen und drehte sich überrascht um.

„Spock?", fragte er misstrauisch und sprach den Halbvulkanier an..

Dieser lächelte ihn hämisch an. Es tat weh, dieses sonst so nüchterne Gesicht in einer solch widerwärtigen Grimasse zu sehen.

„Er… kann nicht reden. Er konzentriert sich derzeit zu sehr darauf, die mentalen Fähigkeiten zu kontrollieren. Was überaus ärgerlich ist. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis er auch dazu keine Kraft mehr hat und ich ihn endgültig verdrängen kann."

Kirk schluckte. Dann waren sie derzeit noch sicher? Uhura löste sich aus seinem Griff und trat drohend an die Zelle heran, zu ihrer vollen Größe aufgerichtet.

„Sie werden nichts dergleichen tun!", zischte sie und dann schien es, als versuchte sie etwas in dem harten Gesicht vor sich zu erkennen. „Spock? Hörst du mich? Wir erreichen die Erde in zwei Stunden. Du musst durchhalten!"

Einen Moment verdüsterte sich Spocks Gesichtsausdruck. Eine Mischung aus Unglaube und Wut trat darauf.

„Na so was", murmelte er. „So sehr liebst du sie also? Hätte ich auch nur einen Funken mehr Energie in den Angriff stecken können, ich hätte ihr den hübschen Hals gebrochen, so wie ich es mit ihrem Handgelenk getan habe."

Jim bemerkte, wie Uhura unbewusst begann, ihr Handgelenk in dem Stützverband zu reiben. Spock sah hasserfüllt auf, ihre Blicke waren tief gebunden.

„Ich fürchte, die junge Dame ist ein großer Ansporn für unseren guten Spock. Ich kann spüren, wie er sich windet und wehrt. Es ist unwahrscheinlich, dass er bereit ist, aufzugeben."

Und dann wandte er sich plötzlich um und suchte in dem ansonsten leeren Raum die Pritsche auf.

„Ich werde nicht zulassen, dass ihr mich zu einem vulkanischen Priester bringt und mein Katra aus ihm herausschneidet. Niemals. Koste es, was es wolle."

Jim runzelte einen Moment die Stirn, als er versuchte zu verstehen, was Spock da tat.

„Gehe ich unter, wird er es auch!"

Jim hatte ein ganz schlechtes Bauchgefühl. Er öffnete einen Kanal zur Krankenstation.

„Pille", sagte er langsam, die Handlungen des Halbvulkaniers beobachtend. „Komm schnell in die Brigg. Und bring ein Muskelrelaxat mit, das nicht betäubt."

„Auf dem Weg, Jim."

Spock schien sich an einem Metallteil der Pritsche zu schaffen zu machen. Nach kurzer Untersuchung packte er es einfach uns stemmte sein gesamtes Gewicht gegen die Pritsche. Jims und Nyotas Augen weiteten sich, als Spocks übermenschliche Kraft auf das Kleinod wirkte, es allmählich verbog. Das Metall wurde an der Biegung heller und dünner.

Spock funkelte ihn wütend an, als die Sekunden verstrichen und schien dann seine Bemühungen zu verdoppeln, das Metallteil loszumachen. Dieses wurde an der Biegung dünner und dünner. Und schließlich gab es nach. Mit einem Ruck taumelte Spock zurück und hielt es in Händen. Einen Moment betrachtete er sich die scharfe Kante daran und nickte zufrieden. Ohne Zögern trat er an die Energiewand und sah Jim in die Augen.

„Kann ich nicht leben, so wird er es auch nicht", zischte Spock ihn an und Jim erkannte nun, dass er sich eine Waffe gemacht hatte.

Ohne Zögern rammte Spock sie sich in die linke Seite seines Halses. Uhura schrie angsterfüllt auf, angesichts dieses grotesken Anblicks. Sie schlug beide Hände über den Mund.

„Nein!", schrie Jim.

In dem Augenblick stürmte Pille zur Tür rein. Seine Augen weiteten sich in Schock, als er sah, was Spock im Begriff war zu tun. Nur seine Geistesgegenwart befähigte ihn zum Handeln.

„Jim!", rief er und warf seinem Freund ein vorbereitetes Hypospray zu.

Jim fing es auf, während Pille bereits die Handfläche auf die Notabschaltung schlug. Der Computer erkannte seine Autorisierung an und sofort erlosch das Energiefeld.

Spock wollte gerade das Stück Metall quer durch die Halsschlagader ziehen, als Jim auf ihn zusprang. In einem ungeschickten Versuch, den Captain aufzuhalten, hob Spock die linke Hand, wurde aber durch die Macht der Trägheit nach hinten geworfen. Sofort spürte er das kühle Gefühl, als das Hypospray sich in seinen Oberarm entlud.

Captain und Erster Offizier gingen zusammen zu Boden. Es war so ein Durcheinander, dass Uhura erstarrt blieb, versuchte zu erkennen, ob sich eine große grüne Blutlache unter Spock bilden würde. Sie war wie gelähmt, selbst als McCoy schon an ihr vorbei rannte und Jim von Spock trennte. Der Blick wurde frei und offenbarte das Metall in Spocks Hals. Er hatte es nicht geschafft, damit die ganze Halsschlagader zu zerfetzen. Aber Blut spritzte, ein Zeichen, dass sie verletzt war.

Jim, dessen Gesicht grün besprenkelt war, griff nach dem Fremdkörper, wollte ihn aus Spock entfernen. Aber Pille hielt ihn auf.

„Nein! Nicht rausziehen. Sonst fängt es erst richtig an", geübt presste der Arzt seine Hände an Spocks Hals und verringerte den Blutaustritt ein wenig. „Schnell, leite einen Nottransport ein", wies er Jim an.

Spocks Körper war gelähmt, auch wenn er bei Bewusstsein war. Die Kühle seiner geöffneten Augen, bestätigten Pille in dem Verdacht, dass es nicht Spock selbst war, der gerade noch die Kontrolle gehabt hatte. Und dann zerfiel die Brigg, verschwamm… und die Konturen der Krankenstation verfestigten sich um ihn.

STSTST

Pille trat in den Warteraum und wischte sich noch die Hände mit einem Tuch ab. Dass er sich nicht die Zeit genommen hatte, wie sonst erst die Kleidung zu wechseln, zeugte von seiner Erschöpfung. Wie ein nasser Sack, ließ er sich neben Jim und Nyota in einen der Stühle fallen und atmete tief durch.

„Er wird's überstehen", setzte er sie in Kenntnis. „Der Blutverlust war nicht sehr groß, wir haben schnell reagiert. Seine Schlagader war beschädigt, aber nichts, das nicht schnell behoben gewesen wäre."

Jim und Nyota atmeten zugleich erleichtert auf und Spannung fuhr aus ihren Körpern.

„Meine Güte", schnaufte Jim. „Das ist vielleicht eine Achterbahnfahrt."

Aber da wurde ihm plötzlich etwas bewusst und er schrak sofort wieder auf. Ein Blick auf den Zeitmesser, sagte alles. Sofort öffnete er einen Kanal zu Sulu auf der Brücke.

„Mr. Sulu, kontaktieren Sie die vulkanische Botschaft auf der Erde. Wir treffen in zwanzig Minuten ein und werden einen Nottransport vornehmen."

Sulu bestätigte und nach kurzem meldete er sich, dass die Vulkanier auf der Erde bereit waren, den Patienten sofort zu behandeln.

„Kann ich zu ihm?", fragte Uhura und Pille hatte schon längst auf diese Frage gewartet.

Er sah keinen Sinn darin, die Frau von ihrem Partner getrennt zu halten, angesichts des ernsten Zustandes. Wahrscheinlich war sogar, dass sie Spock mehr Unterstützung bot, als Leonard selbst es mit seinem medizinischen Equipment konnte.

Still schweigend verblieben er und Jim im Warteraum und leisteten sich stumme Gesellschaft. Nicht mehr lange und dieser Alptraum hatte hoffentlich ein Ende.