Chap 21: white darkness II
Nach VgddK lief Lilli Anna nach, die mit Sirius gerade diskutierend das Klassenzimmer verließ. Diesmal ging es darum ob eine Banane nun krumm oder nur gebogen war.
"Anna..." rief sie ihr nach, woraufhin sie auch beide stehen blieben.
"Lils," grinste Sirius und zwinkerte ihr charmant zu. Eine Geste, die Anna dazu veranlasste, genervt die Augen zu rollen.
"Kannst dein Dauergrinsen abschrauben, Casanova-Verschnitt! Komm, Lilli."
Und mit diesen Worten zog sie sie von Sirius weg und gingen entfernt von ihm zurück zum Gemeinschaftsraum. Sirius schien das nicht viel auszumachen, denn nur wenige Augenblicke später waren Remus und Peter herausgekommen um mit ihm zurückzugehen.
"Was gibt's?"
"Hm?"
Anna wedelte mit den Händen in der Luft. "Du schreist meinen Namen, rennst her und das alles wegen nichts? Sag bloß, du genießt meine Anwesenheit so unheimlich?"
"Oh... ähm... Ich..."
"War'n Witz, Lilli..."
"Oh... "
"Also, was gibt's?"
Nun wo sie Anna so offen darauf ansprach, war es Lilli peinlich die Frage zu stellen. Bis vor eben wollte sie noch unbedingt wissen, was draußen vorgefallen war, aber jetzt wo sie so mit Anna den Gang entlang lief, da wurde es ihr irgendwie unangenehm nach etwas zu fragen, was Anna ihr vielleicht mit Absicht nicht sagen wollte?
"Du fragst dich was in der Stunde Zaubereigeschichte vorgefallen ist, weil James, Lissy und Ich nicht da waren..."
"Woher-"
"Ich könnts dir sagen, Lilli... aber... es wird dir nicht gefallen."
"Wie meinst du das?"
"Ich hab dir mal gesagt, du solltest nicht versuchen Lissy und James auseinander zu bringen... Warum tust du's doch?"
"Ich hab doch gar nichts getan?"
"Dann tust du das unabsichtlich?"
"Was? Was hab ich bitte getan? Ich bin mir verdammt noch mal keiner Schuld bewusst!"
Anna zog Lilli mit sich in einen anderen Gang, um vor den anderen Schülern zu fliehen. Sie zog sie mit auf die Ländereien hinaus bis zu einer abgelegenen Stelle, wo sie sich kurz umsah, ob sich auch ja kein Spion in ihrer Nähe aufhielt. Erst dann wandte sie sich wieder Lilli zu.
"Hör zu, Lissy ist nicht so wie du glaubst. Sie mag dir böse und grausam erscheinen, aber das ist sie nicht. Das dunkle und böse ist reiner Selbstschutz. Das einzige, was schlimm bei ihr ist, ist die Tatsache, dass sie unterschätzt wie viel Macht sie hier in Hogwarts hat. Du kennst Bella?"
"Ja?"
"Du kennst Rudolphus? Bella's Freund?"
"Ja..." Und mit jedem Namen, den Anna ihr aufzählte, bekam Lilli mehr und mehr Panik. Das waren alles Namen die sie sehr wohl kannte, aber in Verbindung mit sehr viel Ärger zusammenbrachte.
"Du kennst Goyle und Crabbe? Green und Table? Owen's und Nott?"
"Anna, was soll das? Natürlich kenn ich sie. Sie sind alle in Slytherin und im selben Jahr wie wir!"
"Sie sind sozusagen Melissa's Hau-die-Muggel-Truppe."
"Haudiewas?" fragte sie ungläubig.
"Melissa wird selbst niemanden Leid zufügen. Dafür liebt sie James zu sehr und weiß, wie er so etwas verabscheut, aber ihre Freunde sind da anders."
"Ich soll mich also vor ihnen in Acht nehmen?"
"Nein, jetzt nicht mehr. Ich hab Melissa noch mal ins Gewissen reden können, aber wenn du sie weiterhin so provozierst, dann kann ich für nichts mehr garantieren. Sie hört nicht immer auf mich und ich bin mir nicht mal sicher, ob sie das dieses Mal getan hat."
"Also soll ich mich doch in Acht vor ihnen nehmen?" fragte sie noch mal verunsichert.
"Ich glaube nicht, dass Lissy, Bella wirklich schon auf dich gehetzt hat. Ich hab ihr gesagt, dass James sofort bemerken würde, von wem die Bande kommt und das schlimmste was es für Lissy gibt ist, James zu verlieren." Einerseits fühlte sich Lilli schlecht, weil sie sich genau das wünschte! Sie wollte, dass James Melissa verließ und sich ihr zuwandte, und andererseits fühlte sie sich gut, weil sie wollte, dass es diesem Mädchen schlecht ging, weil dieses Mädchen ihr die ganze Zeit wehgetan hatte. Und noch während Lilli diese Gedanken hatte, bemerkte sie einen merkwürdig traurigen Blick von Anna.
"Aber wieso benimmt sie sich dann so?"
"Wie?" fragte Anna kurzzeitig verwirrt.
"Ekelhaft! Sie macht anderen das Leben zur Hölle, die ihr gar nichts getan haben. Diana, mir und noch viele andere..."
"Woher willst du wissen, dass du ihr nichts getan hast?"
"... Was? Was hab ich getan? Sags mir, denn ich bin mir wieder mal keiner Schuld bewusst."
"... Ich habs dir doch beim letzten Mal gesagt, Lilli... Hörst du mir nicht zu?"
"Was? Ich... Mensch, Anna, du redest immer so in Rätseln. Woher soll ich wissen, was du mit welchem Satz meinst?"
"Ich sagte dir, Melissa ist diejenige, mit der James zusammen ist, aber du bist diejenige, die er immer wollte. Melissa weiß das..."
"Hat James das etwa gesagt?"
"Er musste es nicht sagen. Taten sagen genug aus. Was glaubst du, warum er deine Freundschaft sucht, obwohl du ihm weiß Gott wie oft schon gedemütigt und niedergetrampelt hast? Aber Lissy liebt ihn und er liebt sie auch. Sie ist meine Freundin und James ist mein bester Freund. Ich will nicht, dass zwischen ihnen irgendetwas passiert, was sie später bereuen könnten. Deswegen geh ich immer mit."
"Oh... Also... als neutrale Person, könnte man sagen..."
"Auch... "
"Auch?"
"Ich pass ein wenig auf beide auf. Das dunkle Mal an James Rücken ist zwar im Moment inaktiv, aber wenn er sich irgendwie zu sehr anstrengt, dann wird er schwächer und die dunkle Kraft in ihm stärker. Du hast Glück, dass du ihn noch nie so in Rage gesehen hast. Er kann sich bei dir beherrschen, egal was du ihm an den Kopf schmeißt. Aber bei Lissy und mir ist er schon mal ziemlich heftig ausgeflippt. Ich will das vermeiden, weil ich weiß, dass es von..." Sie stoppte kurz. "Von seinem Mal kommt." Irgendetwas sagte Lilli, dass Anna nicht "Mal" sagen wollte.
"Dunkle Kraft? Das dunkle Mal meinst du?"
"Ja. Er ist nicht gefährlich für euch, er ist... eher gefährlich für sich selber in dem Zustand. Lissy weiß nichts von James Mal und er ist ihr gegenüber auch noch nie so ausgeflippt wie mir gegenüber. Sie und du, ihr kennt diese Seite an ihm nicht. Ihr solltet es auch nicht sehen. Ich bin mehr oder weniger dabei um beide wieder auf den Teppich zu drücken, wenn die Gemüter überhitzt sind."
"Du hast mir nicht alles erzählt, stimmts? An dem Abend... hast du mir nicht alles erzählt?"
"Lilli, ich hab dir schon damals gesagt, wenn ich dir alles erzählen würde, hingen wir in einer Woche noch hier. Und außerdem wird man so was nicht verstehen und akzeptieren können, wenn man es nicht selbst gesehen hat."
"Selbst gesehen? Warst du dabei als er..."
"Nein... oder ja... wie man's nimmt," antwortete Anna etwas verwirrt.
"... Soll heißen?"
"Nichts... ich hab dir schon zuviel erzählt und weiß noch nicht mal, wieso ich das genau tue... Eins dürfte dir damit allerdings klar sein, Lilli! Wenn du es jemals weitererzählen solltest, dann-"
"Bringst du mich um, schon klar," sagte sie leicht amüsiert. Diesmal wusste sie, dass es nur ein Scherz sein sollte und sowie Anna zurücklächelte, war sie sich nun auch sicher. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl sich mit jemandem unterhalten zu können, der einen all die Jahre eigentlich ignoriert hatte und mit dem man eigentlich so gut wie nie ein Wort gewechselt hatte. Immer wenn Lilli Anna sah, dann hatte sie das Gefühl, mit dem Mädchen sprechen zu wollen, sich mit ihr zu verstehen und jetzt tat sie das und es war genau so, wie sie geglaubt hatte, dass es sein würde..
"Anna, was du neulich in Okklumentik gesehen hast, ich-"
"Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen...," unterbrach sie sie sanft. "Im Gegenteil..."
"Im Gegenteil?"
"Ich habe... etwas gesehen, was ich fast schon vergessen hatte."
Anna ließ sich auf die Wiese nieder und lehnte sich an den Baum, die Knie an ihren Oberkörper gezogen, die Arme um sie geschlungen. Fast wie ein kleines Kind saß sie da und sah zu, wie die Sonne hinter dem Horizont verschwand. Im Herbst ging die Sonne schon sehr früh unter, aber nirgends konnte man das melancholische Farbenspiel so wunderbar bewundern, wie auf den Ländereien Hogwarts. Es mag Magie gewesen, dass diesen Anblick ermöglichte und doch sah es jeden Tag von neuem anders und bildschön aus. Lilli ließ sich schließlich zu ihr im Schneidersitz nieder. Sollte sie sie ansprechen oder einfach nur da sitzen? Oder wär es besser gewesen sie allein zu lassen? Sie wusste es nicht, aber sie hatte das Gefühl, dass es gut war, wenn sie einfach nur da saß und auch zum Horizont blickte.
"Lilli?" sagte Anna nach einer ganzen Weile. "Gibt es in deinem Leben eine Person... die du so sehr hasst, dass du schon mal daran gedacht hast, sie umzubringen?" Sie hatte sich ihr nun zugewandt, sanft schwarze Augen blickten in leuchtend samragdgrüne Augen.
"Nein, stimmts?... Mord ist etwas, an das man nicht mal denken sollte, wenn man weiß-magisch ist... eine schwarz-magische Hexe denkt fast täglich daran..."
"Was willst du mir damit sagen?"
"Ach nichts... vergiss es."
"Du denkst an Mord?"
Keine Antwort, kein Blick mehr. Anna hatte sich abgewandt, hatte ihre Aufmerksamkeit wieder dem dunkel werdenden Himmel gewidmet. Die Sonne war nun hinter dem Horizont verschwunden und langsam zeigte sich der Halbmond mit seinen hell leuchtenden Sternen am Firmament. Leise konnte man die Grillen zirpen hören.
"An wen, Anna? Wen hasst du so sehr? Okay, ich bin bestimmt die letzte mit der du darüber reden willst, aber... ich kann mir vorstellen, wen du damit meinst."
Langsam wandte sie ihren Blick wieder zu ihr zurück, die Augen waren kalt und ausdruckslos, ohne jegliche Emotionen. Sie hatte sie wieder hinter einer Mauer versteckt, welche schlichtweg schwarz und kahl war, welches nichts anderes außer Gefühllosigkeit zuließ.
"Deinen Vater, richtig? Allan White."
"Mein Vater... Du kennst ihn nicht, Lilli."
"Nein, aber ich hab euch gesehen. Einige male... Ich habe den Hass in deinen Augen gesehen, wenn ihr ohne deine Mutter unterwegs wart. Warum?"
"Warum was?"
"Warum hasst du ihn? Was hat er dir angetan?" fragte sie leise. Anhand ihrem Blick erkannte man Verständnis und Sorge.
"Mir angetan? Nichts..." antwortete sie ehrlich und sank zurück gegen den Baum. Das Atmen fiel ihr mit einem mal schwerer und irgendwie baute sich in ihrem Inneren eine merkwürdige Unruhe auf. Etwas, dass sie in die Tiefe riss, mitten in einen Sturzflug.
"Für Nichts hasst du ihn aber verdammt stark. Man hasst jemanden nicht, wenn er nichts gemacht hat und ich denke, dein Hass ist auch berechtigt... Weiß es James?
Und Anna's Stimme war blitzschnell kalt und böse geworden. Nichts nettes war mehr in ihrem Ausdruck.
"Lilli, hör zu! Das hier sind Dinge, die dich absolut nichts angehen. Weder was meine Familie betrifft, noch was mich betrifft, noch ob es James weiß oder nicht weiß. Du mischt dich hier in etwas ein, dass verdammt noch mal übel nach hinten losgehen kann. Meine Eltern sind gefährlich und färben auf mich ab. Halt dich einfach von mir fern, wenn dir dein Leben lieb ist."
"Wieso?" fragte diese verdutzt.
"TUS! Zu deinem eigenen Schutz."
"Mein Schutz? Ich kann auf mich alleine aufpassen."
"Das hat Sirius auch gesagt..."sagte sie und diese Worte waren diesmal schmerzvoll ausgesprochen worden.
Langsam begann es zu regnen. Erst fielen einige Tropfen hinab, man konnte ihr Aufschlagen auf den See hören. Von Minute zu Minute wurde es mehr und mit jeder Minute fielen die Tropfen auch auf die Haut der beiden Mädchen nieder.
"Sirius..." sagte Lilli mit erstickter Stimme. In diesem Augenblick, in dem Anna es gesagt hatte, konnte man etwas erkennen. Nicht nur in ihrem Gesicht, nicht nur an der Art und dem Tonfall, wie sie es sagte, nein, an allem konnte man es verstehen.
"Hast du deswegen... mit ihm Schluss gemacht? Weil etwas passiert ist? Weil er gesagt hat, er könne selber auf sich aufpassen? Ihm war etwas passiert, richtig?"
"... Wir sollten reingehen... Es ist kalt."
Anna stand auf und ging zurück zum Schloss ohne Lilli eines weiteren Blickes zu würdigen, ohne darauf zu achten, ob sie überhaupt nachkam. Sie schien einfach nur weggehen zu wollen, vielleicht auch um nun einfach wieder allein sein zu können. Lilli konnte nicht gehen... noch nicht
Als sie wenig später in den Gemeinschaftsraum kam, fand sie Anna nicht bei den anderen. Ihr Blick wanderte zum Mädchenschlafsaal hinauf. Vielleicht war sie da. Ihr nachgehen und noch mal nachfragen und damit riskieren sich mit ihr zu streiten? Oder sie in Ruhe lassen? Die zweite Möglichkeit war vielleicht das bessere gewesen und so wandte sich Lilli den anderen zu. Remus spielte mit Peter Schach, während Sirius und James etwas spielten, was keiner zu verstehen schien. Sie nannten es Das-Spiel-Das-Keiner-Zu-Verstehen-Scheint...
Lilli sah eine Weile lang zu, wie sie unvollständige Sätze aneinander reihten, was schließlich überhaupt keinen richtigen Sinn ergab, mehr einen mächtig großen Schwachsinn, entschied dann aber doch, dass sie sich etwas wichtigerem zuwandte. Ihren Hausaufgaben. Da Professor Ick heute Abend nicht konnte, wurde das Nachsitzen auf den nächsten Abend verschoben. Noch während sie in ihre Hausaufgaben vertieft war, fiel ihr etwas auf, dass ihr dummerweise eher Angst bereitete, als dass es sie freuen sollte. Wo war Melissa? Vielleicht bei Anna oben? Wenn sie rauf ging, würde sie Gewissheit bekommen, aber wenn nur Anna da oben war und ihre Ruhe haben wollte, wäre das eher schädlich für ihre gerade am heranwachsende Freundschaft. Nur wenn Melissa nicht da oben war, wo dann? Diese Frage wurde ihr schnell beantwortet, als das Porträt zur Seite klappte und gesuchte Person herein kam. Der erste Blick, giftig wie eh und jeh, an Lilli gerichtet, der zweite Blick, süß und hocherfreut, zu James gewandt, den sie auch wenige Sekunden später in ihre Arme schloss. Sie schien das Spiel von ihm und Sirius tatsächlich zu mögen und zu verstehen, oder sie tat nur so, was Lilli's Meinung nach wahrscheinlicher war, denn sie tat nichts außer zu lachen, sobald die beiden Jungs lachten...
Gerade als sie ihre Hausaufgaben beendet hatte, kam James auf sie zu und holte sie zu den Rundgängen ab. Kaum dass sie aus dem Porträt geschritten waren, wandte er sich ihr zu.
"Alles okay?"
"Ja... Wieso?"
"Naja... weil du so-" James machte ein Gesicht wie ein verstörter Uranutan "aussiehst."
"Was?" fragte sie lachend.
"Yup. Daher nehm ich an, dass etwas nicht stimmt."
"Weil ich was?"
"Na, weil du so" Diesmal machte er ein Gesicht wie ein irres, besessenes Uranutanbaby "aussiehst."
"Das findest du lustig, oder?" fragte sie ihn amüsiert, woraufhin er eifrig nickte.
"Und wie... Also, Lilli, was ist los?"
"Ach nichts."
"Wegen nichts, sieht man nicht aus wie mit nem Zitteraal aneinandergeprallt."
"Danke."
"Bitte. Also? Um wen geht's?"
"Du würdest es mir doch sowieso nicht sagen, selbst wenn ich es dich fragen würde."
"Probiers aus. Zaubern und nicht nur lauern."
"... Was?"
"Zauberersprichwort. Überraschung! Wir haben so was auch," kommentierte er augenzwinkernd während sie um die Ecke bogen und weitergingen.
"Aha," sagte Lilli dazu lediglich. Hätte sie sich ja eigentlich auch denken können.
"Genau so wie das Fluchen mit Merlin's Namen nehm ich an?"
"Oder Dumbledore's Name. Macht aber nur Anna, sie ist die einzige, die sich das traut. Naja, könnt daran liegen dass sie Dumbledore's Urenkelin ist und keine Angst vor ihm hat..."
"Anna hat vor niemanden Angst, hm?"
"Furchtlos ist sie nun nicht. In der 1. Klasse haben Sirius und Ich ihr mal einen Streich gespielt. Sirius und Lissy kennen Anna ja schon seit dem Sandkasten und ich konnte nicht glauben, dass sie wirklich vor nichts und niemanden Angst hätte. Was macht also Klein-James? Testen! Padfoot, Moony, Wormtail und Ich haben an dem Abend eine unerlaubte Nachtwanderung mit Anna im verbotenen Wald unternommen, davor haben wir ihr natürlich noch schön Gruselgeschichten von Vampiren unter die Nase reiben müssen. Wir haben so getan als ob wir echte Vampire im verbotenen Wald entdeckt hätten und Padfoot hat perfekt so getan als ob er von einen von ihnen weggerissen worden wäre und wir habe perfekt so getan als ob wir ihm hinterher rennen wollten um ihn zu retten, es natürlich aber trotz aller Bemühungen nicht geschafft haben."
"Und Anna hatte keine Ahnung, dass ihr das alles nur inszeniert habt, um sie reinzulegen?"
"Nein, Lils. Sie wollte zurück zu Dumbledore rennen, damit er Sirius aus den Fängen, der hässlichen Kreatur befreit, als dieser als Vampir heraus sprang und sie sich halb zu tode kreischte."
So wie James lachte, musste auch Lilli darüber lachen. Es war nicht witzig, schließlich, das wusste Lilli, hätte sie auch einen Schreikrampf bekommen, wenn dass der Fall bei ihr gewesen wäre, aber James schaffte es einem mit seinem Lachen anzustecken, besonders, wenn es von Herzen kam. Er lachte soviel in den letzten Tagen...
"Anna hat schon auch Angst... aber nicht vor den Dingen, die normale Menschen fürchten."
"Zum Beispiel?"
"Den Tot... Oder Voldemort."
"Sie hat keine Angst vor ihm?"
"Nein, dafür hat sie ne panische Angst vor Würmern."
"Vor Würmern?"
James nickte eifrig und breit grinsend.
"Zu ihrem 12. Geburtstag wollte Sirius ihr einen streich spielen. Hat einen Kuchen gebacken, der beim Anschneiden zerplatzt und Würmer von sich schleudert. Bedenke, es waren Gummiwürmer mit Erdbeergeschmack. Anna ist zuerst ohnmächtig umgekippt als sie die Würmer sah und als sie wieder zu sich kam, hat sie Sirius um die gesamten Ländereien gescheucht und DAS den gesamten TAG!"
"Echt?" lachte Lilli unfassbar.
"Yup. Sie hat erst aufgegeben als McGonagall dazwischen trat, sonst würde Padfoot heute noch laufen. Lauf, Padfoot, lauf, haben wir immer gerufen wenn er bei uns vorbeiflitzte und zu Anna riefen wir: Du schaffst es, nur noch ein bisschen!"
"Ahh... ich erinnere mich... An dem Tag sind sie 3x an Diana und mir vorbei gerannt. Sirius laut lachend und Anna laut fluchend."
"Genau!"
Beide bogen lachend um die Ecke und kamen in den Flur, der zum Slytherinturm führte.
"James?" sagte Lilli plötzlich und hielt ihn fest, bevor sie weiter hinein schreiten konnten. Es war nur so ein Gefühl, aber irgendwie hielt sie es für besser, den Flur heute auszulassen. Anna hatte Recht. Lissy mag selbst nicht dazu fähig sein, jemanden etwas anzutun, aber die Slytherins waren dafür bekannt, herum zu pöbeln und zu schlagen. Sie hatten sie früher auch oft schon genug beleidigt und beschimpft und auch Diana hatte unter ihnen leiden müssen.
"Lilli? Was ist?"
Gut, James wäre heut Abend mit dabei, aber wer sagte, dass sie ihn nicht vorher außer Gefecht setzten könnten? Wenn sie zu 10 oder mehr auftauchten, hatte er auch keine Chance und dieser Gefahr wollte sie ihn nicht aussetzen.
"Lilli!" wiederholte James aufs Neue und sah sie eindringlich an.
"Was ist? Hast du etwa Angst vor der Dunkelheit?"
"Ich ähm... nein..."
"Aber?"
Sollte sie ehrlich zu ihm sein? Er würde sie womöglich sogar noch auslachen, wegen ihrer Ängste. Besser nicht.
"Es ist wegen Lissy, stimmts?"
"Was?"
"Du hast Angst, dass sie Bella und so weiter gegen dich aufgehetzt hat."
"Woher-"
"Ich bin nicht von gestern, Lilli," sagte er kopfschüttelnd.
"Ich sagte dir schon mal, dass ich weiß, dass Melissa mit dir und anderen nicht ganz fair umgeht. Es macht mir aber nicht viel aus, denn... das ist ja nicht der Grund, warum ich sie liebe."
"Du hast aber mal gesagt, dass das der Grund ist, warum du mit ihr zusammen bist. Du hast gesagt, du bist mit ihr zusammen, weil sie BÖSE ist. Du widersprichst dir selbst, mein Guter."
"Nein, tu ich nicht... Du verstehst mich nur falsch."
"Huehn?"
"Okay," sagte er schließlich leicht genervt von ihrem Unverständnis. "Hör mir genau zu, Lilli, denn ich sag es dir nur dieses eine mal!"
"Ich höre."
"Ich liebe Melissa NICHT weil sie schlichtweg BÖSE ist! Ich bin mit ihr zusammen, weil es ihre Art ist, weil ich mich daran gewöhnt habe, weil wir so zusammen gekommen sind und ich es akzeptiert habe. Im Gegensatz zu dir, versuche ich Menschen NICHT zu verändern. Ich LIEBE Lissy um ihrer selbst Willen, weil sie so ist wie sie ist. Sie ist nicht böse geboren worden. Sie hatte eine schwere Kindheit, Lils. Sie hatte ursprünglich noch einen jüngeren Bruder und eine ältere Schwester. Beide sind von Muggeln getötet worden. Ihre Schwester hatte sich in einen Muggel verliebt, der sie brutal hintergangen hat und... dann hat sie sich selbst umgebracht. Das war im Sommer vor der 2. Klasse. Lissy war damals gerade mal 12 Jahre. Und ihr jüngerer Bruder wurde von einem betrunkenen Muggel überfahren, das war in Osterferien in der 5. Klasse. Lissy war selbst dabei. Als sie über die Straße liefen, wurde er vom Auto erfasst und mitgerissen, sie stattdessen weggestoßen. Aber sie hat mit eigenen Augen die Grausamkeit von Muggeln mit angesehen. Der Autofahrer hat nicht angehalten, Lils... Er hat Gas gegeben und ist abgehauen. Kein Muggel war bereit zu helfen, ihr Bruder ist elendig verblutet in ihren Armen."
Unfassbar starrte Lilli ihn an, außer Stande überhaupt etwas dazu sagen zu können. Je mehr sie erfuhr um so mehr fühlte sie tatsächlich Mitleid mit dem Mädchen, dass sie all die Jahre über gehasst hatte.
"Sie war hilflos. Sie war in der 5. Klasse und hatte auch versucht zu zaubern, aber kein Zauber wollte wirklich helfen. Kannst dir ja vorstellen, warum sie jetzt etwas komisch zu euch ist. Sie ist außerdem das einzige Kind, das die Kingcades noch haben und Lissy will ihre Eltern nicht enttäuschen, will ihre Erwartungen auch erfüllen. Ich liebe sie um ihren Willen und ihre Stärke. Ich liebe sie, weil sie mich versteht, weil ich weiß, dass sie nie etwas tun würde, was ich nicht will und weil sie auf mich hört."
"Tut sie das?"
"Ich bin der einzige, für den Melissa alles tun würde, wenn ich sie darum bitte."
"Woher willst du das wissen?"
"Vertrau mir, ich weiß es, also los..."
Er ging in den Korridor voraus, während Lilli ihn nur sehr zögerlich folgte. Einerseits, weil ihr der Schock noch in den Knien lag wegen dem gehörten, andererseits, weil sie noch immer Zweifel besaß, ob Melissa Kingcade nicht doch anders war als James glaubte.
"Das mit ihr ist schlimm, aber- Meiner Meinung nach kein triftiger Grund so auf andere loszugehen. Wir können doch nichts für die Taten von den beiden Muggeln?"
"Ich weiß und Lissy weiß das auch. Aber sie hat ihren Hass eben nicht unter Kontrolle. Ich weiß das weil ich es selbst miterlebt habe. Sie ist einfach zu temperamentvoll, lässt ihren Gefühlen freien Lauf und manchmal geht sie dann eben zu weit. Aber... sie hat mich um Hilfe gebeten."
"Hat sie?" fragte Lilli gelinde erschrocken.
"Ja... sie weiß, dass sie falsch handelt und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, sie vor sich selbst zu beschützen."
"Vor sich selbst?"
"Lissy ist eine gute Hexe, Lils, aber... wenn man nicht auf sie aufpasst, kann das sehr schnell etwas ungewolltes passieren. Ich will sie nicht an die dunklen Künste verlieren. Dafür liebe ich sie zu sehr."
'Er liebt sie zu sehr...' dachte sie verzweifelt und tief in ihrem Inneren spürte sie einen schmerzhaften Stich. Warum hatte er das sagen müssen? Langsam aber sicher verlor sie jegliche Hoffnung darauf, sein Herz doch noch zu gewinnen. Je mehr sie von ihm über Melissa und über ihre Beziehung erfuhr, desto mehr schien eine Beziehung mit ihm ins Unmögliche zu rücken. Es tat so unglaublich weh, das zu verstehen und zu akzeptieren.
Sie liefen eine Weile still im Flur herum, taten so, als ob sie aufpassen würden und sagten kein Wort. James nicht, weil er sich plötzlich bewusst wurde, dass er Lilli etwas preis gegeben hatte, was sie vielleicht gar nicht wissen durfte, und Lilli nicht, weil sie frustriert darüber war, dass James offensichtlich tatsächlich Liebe für einen Menschen empfand, den Lilli, selbst nach diesem Wissen, nicht leiden mochte. Für sie waren es selbst nach solchen Erlebnissen kein triftiger Grund, andere Leute so fertig zu machen, wie Melissa es so gut wie jeden Tag mit Vergnügen machte.
"Lilli, das was ich dir heut Abend gesagt habe, versprich mir es nicht gegen sie zu verwenden. Ich habe es dir nicht erzählt, damit du sie damit aufziehst oder so."
"Das weiß ich doch, James. Ich würde das nie tun. Aber ich sehe das trotzdem nicht als eine Rechtfertigung für ihr Verhalten an."
"Und was ist mit dir?"
"Was soll mit mir sein?"
"Du bist Lissy gegenüber auch nicht unbedingt die Freundlichkeit in Person. Im Zug hast du sie bei der Besprechung äußerst dämlich dastehen lassen."
"Weil alles was sie sagte falsch war und als Schulsprecher war es auch deine Aufgabe sie zu berichtigen."
"Ich war kein Vertrauensschüler, wie du weißt? Hab also keine Ahnung warum man Professor McGonagall holen sollte und nicht Professor Flitwick."
"Weil McGonagall-"
"Die stellvertrende Schulleiterin ist. Du hast es so klar und deutlich gesagt, dass es bestimmt der ganze Zug mitbekommen hatte."
"Ich will doch nur mein Amt gut ausführen. Es ist für mich wichtig, ein gutes Zeugnis zu bekommen. Ich will Auror werden und das kann man nicht einfach so. Meines Wissens nach nehmen sie nur sehr selten Leute auf."
"Ich weiß," grummelte er schulterzuckend. „Wir können ja tauschen?"
"Tauschen?"
"Ich will nicht unbedingt Auror werden, aber so wie es aussieht, wird das wohl der Beruf, in den ich gepresst werde. Wir tauschen einfach und ich werd das was du kriegst."
"Haha, wie witzig!"
"Das war mein Ernst-" Doch weiter kam er nicht. Die Fackeln, die die Flure erhellten wurden mit einem mal ausgeblasen, als ob ein heftiger Wind an ihnen vorbeigezogen wäre und genau so plötzlich wurde es stockfinster in dem gesamten Korridor.
"James?" fragte Lilli mit zitternder Stimme. Jetzt würde es passieren. Sie wusste nicht was, aber es würde jetzt passieren. Er hatte sich geirrt, Lissy hörte nicht auf ihn, sie würde irgendetwas tun um sich zu rächen. Etwas Weiches schlang sich um ihre Hüfte, was sie vor Schreck zusammenzucken ließ. Reflexartig holte sie mit der Faust aus und schlug zu.
"Lils, ich bins." DUSCHHHHHHHHHHHHHHHH!! Das Weiche ließ von ihr ab und prallte mit einem lauten Geräusch zu Boden. Langsam aber sicher fragte sich Lilli ob das Weiche nicht eigentlich jemand war, der ihr helfen wollte?
"James?"
"... Ich wars..."
Gut, dass es dunkel war, denn so rot wie jetzt war sie wohl noch nie. Hatte sie ihm wirklich gerade mit voller Wucht ihre Faust in irgendeinen Körperteil gerammt?
"James?"
"Ich leb noch..."
"Es tut mir leid. Ich dachte, na... du weißt schon."
"Schon okay, Lils... bin ja nicht aus Glas."
James richtete sich im Dunkeln wieder auf und sie konnte hören, wie er einen schmerzhaftes uff ausstieß.
"Und was jetzt?" fragte sie vorsichtig.
"Lumos..." Die Spitze von seinem Zauberstab leuchtete auf und erhellte schwach den weiten Flur.
"Frage beantwortet?"
"Ähm... ja," sagte sie leise. Das war das naheliegendste, aber irgendwie kam sie nicht darauf. Sie war einfach viel zu durcheinander um noch einen klaren Gedanken zu fassen. Etwas fühlte sie sich auch besser, weil James da war. Weil Melissa vielleicht wirklich nicht wagte, ihr etwas anzutun, wenn James sich bei ihr aufhielt. Noch immer zitterten ihre Knie und ihre Finger vor Panik. Toll, wie sollte sie jemals ein guter Auror werden, wenn sie schon bei sowas einen Panikanfall hatte? James ging auf die Fackeln zu und berührte mit seinem Zauberstab ihre Spitzen: "Inflamare." Der Gang wurde nach und nach wieder erleuchtet. Er war bei der letzten Fackel angelangt, hatte die letzte Fackel wieder in Brand gesetzt, als er sich Lilli zuwandte, die am Ende des Korridors stand und er vor Schreck seine Augen weitete.
"Lilliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!" hallte seine Stimme im Korridor und in ihren Gedanken wieder, als sie einen Schmerz an ihrem Kopf spürte und es mit einem mal vollkommen pechschwarz wurde. Sie sah nichts mehr, sie fühlte nichts mehr, gar nichts mehr.
Es war warm... wohlig warm und sehr bequem. Sie atmete leise vor sich hin, konnte nun das Zwitschern der Vögel vernehmen und es wurde langsam heller. Sonnenstrahlen? War es morgen? Mühselig öffnete sie ihre Augenlider und musste erst ein paar Mal blinzeln um sich an die Helligkeit zu gewöhnen. Sie spürte etwas Weiches unter ihren Händen. Die Decke kam ihr bekannt vor... Lilli beugte sich langsam auf und stellte verwirrt fest, dass sie wieder in ihrem Bett lag. Wie war sie hier hergekommen? Sie hatte noch ihre Kleidung von gestern Abend an...
"Na, endlich wach?" Anna sah von ihrem Bett zu ihr rüber und hatte sie erfreut angelächelt. Lilli fasste sich mit der Hand reflexartig an die rechte Schulter. Wieso?
"Hast ziemlich lang geschlafen."
"Lang? Wie lang?"
"Einen Tag?"
"Einen Tag?" fragte sie geschockt. Anna verließ ihr eigenes Bett und setzte sich zu Lilli rüber. Der Blick war besorgt und gleichzeitig auch erleichtert.
"Was ist passiert?"
"Dolohow hat dich angegriffen. Hinterrücks."
"Dolohow? Warum?"
"Weil er Muggel nicht leiden kann. Bist nicht die erste, aber du bist die erste, wo James eingeschritten ist. Er hat dich retten können, ist ein ziemlich guter Duellant und wäre bestimmt ein genau so guter Auror, wenn er sich nicht dagegen sträuben würde."
"Wieso hat Dolohow mich gestern angegriffen? Und wieso kann ich mich nicht daran erinnern?" fragte sie verwirrt.
"Vorgestern, nicht gestern. Weil du ohnmächtig warst als James sich mit ihm duelliert hat. McGonagall hat Dolohow eine Strafe aufgebrummt dafür. Er hat dich nur leicht an der Schulter erwischt. James hat dich hier her zurück gebracht. Ich hab deine Wunde verarztet."
"Du?"
"Es war ein Fluch der dunklen Künste. Die Slytherins greifen meistens nur mit solchen Flüchen an. Da kann Madame Pomfrey nicht viel tun. Sie ist eine Schulkrankenschwester, keine ausgebildete Heilerin."
"Und wie kannst du da dann helfen? Du bist Schülerin, Anna."
"... Ich kanns. Das sollte dir reichen. Sei froh, denn Pomfrey hätte deine Wunde nicht so schnell heilen können."
"Oh... Ähm... danke, wäre jetzt angebracht, oder?"
Sie lächelte sanft und stand von Lilli's Bett auf.
"Schon okay. Kann es sein, dass du dich eigentlich vor dem Nachsitzen drücken wolltest?"
"WAS?!"
"WarnScherz," winkte sie sofort leicht grinsend ab. "James hat den Trank gestern Abend alleine fertig gebraut und abgegeben. Professor Ick war damit zufrieden."
"Oh... Dann sollte ich mich bei ihm wohl auch noch bedanken."
"... Ja, schon. Aber so schnell wirst du wohl keine Gelegenheit dazu finden.," meinte Anna.
"Wieso?"
"James ist im Moment nicht in Hogwarts. Er ist von Dumbledore beurlaubt worden."
"Beurlaubt? Warum?"
"Er hat gestern eine Eule bekommen... Seine Mutter wurde bei einem Einsatz schwer verletzt. Sie liegt im St. Mungos und... ihr Zustand ist Ernst. Dumbledore fand es besser, wenn James bei ihr ist."
"Seit wann ist er schon weg?"
"Er ist vor einigen Stunden abgereist... Ich soll dir schöne Grüße von ihm ausrichten und gute Besserung. Du musst dich also wieder mal mit mir begnügen bei den Rundgängen."
Mit einem amüsierten Lächeln war Anna aufgestanden und beinahe schon auch raus gegangen wenn Lilli ihr nicht hinterher gerufen hätte.
"Anna? Ist es... wegen James? Ist es schlimm?"
"... Ich weiß nicht..." gab sie ehrlich zu. "Aber Maria hat bisher immer wieder gekämpft und doch überlebt. Ich denke, dass es auch dieses Mal nicht so schlimm wird. Nein, eigentlich hoffe ich es... Ich weiß nicht was passiert, wenn dem nicht so wäre. Wir sehen uns..."
Mit diesen Worten schritt sie aus dem Schlafsaal hinaus und hinterließ eine verwirrte Lilli zurück, die nun an nichts anderes denken konnte als an James, der fort war. Weg aus Hogwarts, bei seiner Mutter, die im sterben lag. Sie hatte sich nicht von ihm verabschieden können und das war das schlimmste an allem. Dass er nun einfach weg war, ohne dass sie ihn noch mal sehen konnte und ihm zeigen konnte, dass sie für ihn da war und mit ihm fühlte, einfach, dass er nicht alleine war, so wie sein Blick es manchmal für sie aussagte.
"James..." flüsterte sie traurig.
