Ouzel: …lach… also, ich wäre jedenfalls auch nicht so geduldig wie Hermione gewesen… was die Missverständnisse angeht, haben die beiden leider keine Zeit mehr dazu, denn es passieren jetzt ein paar Sachen… wieso bist du immer noch anonym?
diedoetlinger: tja… wahrscheinlich musst du einfach nur genau hinsehen oder die Gläser mit einem gewissen Spülmittel putzen, dann klappt's auch mit dem Nachbarn… eg
Nik: schön, dass du wieder dabei bist und nix shame on you… solange dir die Story gefällt, bin ich zufrieden! Ich hoffe nur, ich baue in Bezug auf Irland nicht zuviel Mist, denn im Gegensatz zu dir war ich noch nie da… it's all about the fantasy…
Boomshaker41: ja, nee, is klar… und ich soll dir das glauben, dass du nur Anfang und Ende gelesen hast? :D Aber andererseits… Lesen soll ja bilden, oder? :D
Queen Jane: lol… na ja, wenn keine Anstandsdame mehr in der Nähe ist… können sie schon mal aus dem Ruder laufen… du halluzinierst nicht, zumindest beim Sex hat Sev kurzzeitig die Kontrolle über seinen Blendzauber verloren… verständlich, denke ich… :D
lufa: …rotwerd… Du weißt, wie du mich verlegen machst…. :D (Nicht, dass ich mich beschweren möchte!) Was das Auffangen betrifft, wirst du sehen, dass Hermione keineswegs gleich so fühlen wird…
Try: ich nehme an, mit wow meinst du weniger das bekannte Online-Spiel? :D Auf jeden Fall ist es mir jetzt fast peinlich, dich mit einem wirklich bösartigen (und im wahrsten Sinne des Wortes!) Cliffhanger in deinen wohlverdienten Urlaub schicken zu müssen und wünsche dir trotzdem jede Menge Spaß, Agent Großkatze!
Kleine: lol… man kann fast von Glück sprechen, dass jetzt andere Ereignisse ein wenig von Sevs Missetaten ablenken und Hermione alles andere als ihn hassen wird. Aber ansonsten hätte ich dir wegen einer neuen Identität schon Recht gegeben… den Gruß hab ich übrigens ausgerichtet…
Leoka: lol… schön, wie ein bisschen Körperflüssigkeitsaustausch die Gemüter bewegt… :D Einschließlich dieses chaps sind es noch 10 Kapitel.
Schanin: prima, dass du auch wieder dabei bist! Natürlich geht die Story auch fix weiter, da ich alle zwei Tage update – insgesamt hat sie 30 Kapitel… ich fürchte, das folgende chap wird weniger geil…
ll: grööööööööl! Was ist denn ein eifersüchtiges Hinkel? Ist ja ein süßes Wort… und du hast natürlich Recht, Sev sollte langsam mal die ganzen SSHG-ffs lesen, damit er Hermione richtig einschätzen kann… :D …hust… putzt und schrubbt im Fell herum, um den zitronigen Farbstich wegzubekommen…
Simba: lol… sollte man das nicht frühmorgens lesen, nein? Ich dachte, meine Warnung wäre eindeutig gewesen… und so ein PW wird doch überbewertet… :D Jetzt sitzen übrigens gleich zwei Kniesel auf meinem Schoß, schwierig, schwierig, da zu schreiben… (und schönen Gruß von Whiskey!)…
Majin Micha: es gibt mehr… allerdings nicht mehr von dem hier… :D Sie hat zumindest etwas gesehen, MM… allerdings hat sie jetzt andere Probleme, über die sie sich Sorgen machen muss…
Lynya77: lol… die beiden verbringen eine Menge Zeit damit, nicht aneinander zu denken… na ja, du kennst ja Sevs Probleme: der Altersunterschied, ihre gemeinsame Vergangenheit, bla bla… :D Zumindest ist sich Mione sicher, was sie will… typisch Frau eben. Wutanfall? Hm, schauen wir mal, okay? Ich denke, die beiden haben jetzt erst mal andere Probleme…
Das erste chap vom letzten Drittel widme ich Nik!
SSHGSSHG
Das ist die Weisheit der Krokodile: Bevor sie ihre Opfer verschlingen, vergießen sie Tränen. Francis Bacon
21. Kapitel
Sie erwachte gut zwei Stunden später, allein. Wäre das Bett nicht so verwühlt gewesen und die Luft nicht schwer und dick vom Aroma des Sex, sie hätte an einen Traum gedacht. Doch so war sie sich sehr bewusst, was geschehen war und selbst sein letzter Satz war ihr noch sehr deutlich im Gedächtnis. Hass mich nicht…
Warum sollte sie ihn hassen? Sie hatte ihn gewollt, hatte ihn praktisch angefleht, mit ihr zu schlafen. Was dachte er? Warum war er gegangen? Glaubte er tatsächlich, sie würde es bereuen? Sie bereute nichts. Im Gegenteil. Sie wollte ihn sehen, wollte ihm sagen, wie phantastisch es gewesen war, wollte ihm sagen, was sie empfand.
Hermione schloss die Augen. Sie war in gewaltigen Schwierigkeiten. Wenn sie den Schmerz in ihrer Brust richtig analysierte, hatte sie sich selbst belogen. Es war nicht nur Sex. Es war nicht nur Anziehung. Es war nicht nur Faszination für einen fremden Iren, der nicht nur älter und harscher als alle ihre bisherigen Freunde war. Es war auch nicht nur in Sex übergegangene Freundschaft. Wie es aussah, hatte sie sich verliebt. Hals über Kopf. Typisch Gryffindor eben.
Und es war auch nicht ihre Neugier, wie sie sich einzureden gepflegt hatte. Die ganze Zeit war sie der Meinung gewesen, sie hätte seine Nähe gesucht, weil er seltsam fremd war. Aber das war er keineswegs. Schon mehrere Male hatte ihr Unterbewusstsein behauptet, er sei ihr vertraut. Das war natürlich Unsinn – bis jetzt jedenfalls. Er war ihr vertraut, sein Geruch, die Festigkeit seines Körpers, sein heiseres Flüstern, seine harten Muskeln unter weicher Haut, die sich über und an ihr bewegte. Sie musste ihn sehen, unbedingt. Sie musste es ihm sagen. Sie musste ihm um jeden Preis von ihren Gefühlen erzählen oder sie würde platzen, da war sie sich ganz sicher.
Hermione sprang hastig unter die Dusche, fühlte sich fiebrig und aufgeregt und lachte über sich selbst. Was erwartete sie denn? Ein Mann wie Ref würde keineswegs erfreut sein, wenn sie ihn damit überfiel, dass sie ihn liebte. Es war albern und naiv, so etwas zu glauben. Er würde ihr einen Vortrag über Alter und Verdrängung und mochte der Hippogreif worüber noch wissen halten oder sie sogar auslachen. Also würde sie anders vorgehen müssen. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, einen Weg zu gehen, wie es die Slytherins normalerweise taten.
Sie würde weiterhin so tun, als sei es bloße Freundschaft und ein einmaliger Akt von sexueller Begierde gewesen. Sie würde sich nicht anders benehmen als sonst, aber sie würde ihm so unter die Haut gehen wie er es bei ihr schon getan hatte. Plötzliche Entschlossenheit durchfuhr sie und wild warf sie ihre Haare zurück. Er hatte keine Chance! Oder zumindest hoffte sie das.
Einen ersten Dämpfer erhielt sie, als sie zu seinem Haus apparierte und er nirgends zu finden war. Sie hörte Toby im Inneren bellen und hin- und herlaufen, doch von Ref gab es kein Lebenszeichen und sie glaubte nicht, dass er sich drinnen versteckte und sich nicht traute, ihr gegenüber zu treten. Er war einfach nicht der Typ dafür. Nein, er war fort und hatte sogar Toby zuhause gelassen. Seltsam. Wo mochte er sein? Sie drehte sich einmal um sich selbst, als sie überlegte, wie sie weiter vorgehen sollte.
Was sollte sie tun? Weiterhin an ihrem Plan festhalten, den Dingen auf Inishbofin auf den Grund zu gehen oder tatsächlich Harrys Einladung annehmen? Nun, letzteres war völlig ausgeschlossen! Irland zu verlassen kam nicht infrage, denn wie sollte sie Ref umwerben, wenn sie nach London zurückkehrte. Sie lachte laut auf. Wie hörte sich das denn an? Ref umwerben… Taten so etwas nicht immer nur die Männer?
Sie straffte sich unwillkürlich. Es war ihr egal. Wann hatte sie sich das letzte Mal so lebendig gefühlt? So voller Tatendrang? Sie würde den Iren erobern, wie auch immer. Und sie würde herausfinden, ob tatsächlich wieder Todesser ihr Unwesen trieben, dann würde sie Harry Bescheid sagen und die ganze Bande auffliegen lassen – vorausgesetzt, es war nicht nur das Geschwätz eines gelangweilten Geistes – und dann… Tja, dann stand ihr die ganze Welt offen.
Obwohl sie natürlich nicht die ganze Welt brauchte. Sie apparierte zu ihrem Cottage zurück und begann sich geistesabwesend einen Tee zu kochen. Ein Gedanke formte sich in ihr. Sie würde hier in Irland bleiben wollen, hier leben und arbeiten. Es musste ja nicht Cleggan sein, aber die Gegend hier war wunderschön, gleichzeitig wild und sanft und sie konnte sich vorstellen, irgendwo in der Nähe zu wohnen. Bewusst verdrängte sie Ref aus ihren Überlegungen, lächelte vor sich hin und begann, ihr weiteres Vorgehen zu planen.
Zurück zur Tagesordnung, befahl sie sich energisch. Sie würde davon ausgehen, dass alles, was Neacht gesagt hatte, der Wahrheit entsprach. Das bedeutete, auf Inish Shark trieben sich dunkle Gestalten herum, die mit der schwarzen Magie der Insel herumspielten. Dass es dort tatsächlich einen starken Quell schwarzer Magie gab, hatte Hermione selbst auf Inishbofin gespürt, was zu einem weiteren Rätsel führte. Wo lag dieser Quell? Selbst wenn es keine Todesser gab, konnte sie versuchen, die Herkunft der schwarzen Magie herauszufinden. Auch wenn seit den sechziger Jahren niemand mehr auf der kleinen Insel lebte, war es immer gefährlich, schwarze Magie frei zugänglich irgendwo offen wirken zu lassen.
Ihr wurde heiß. Das musste sie Harry mitteilen! Ob Neacht jetzt eine Schwätzerin war oder nicht, sie musste ihm schreiben, dass sie selbst die schwarze Magie auf Inish Shark gespürt hatte. Hermione zog ihren Zauberstab und schickte einen Eulenruf aus. In der Regel dauerte es zwischen dreißig und sechzig Minuten, je nachdem, wie weit ein magischer Postvogel entfernt war, bis eine Eule auftauchte. Sie schrak deshalb hoch, als kaum fünf Minuten später ein Klopfen an ihrem Fenster ertönte.
Völlig verblüfft starrte sie auf einen großen Sperber, der sie mit schief gelegtem Kopf ansah. „Du meine Güte!", murmelte sie hingerissen und strich sanft über sein Gefieder, obwohl sie seinen scharfen Schnabel argwöhnisch betrachtete. Der Vogel schüttelte sich und tippte sie mit ebendiesem Schnabel an, als wollte er ihr bedeuten, komm, beeil dich, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit!
Schnell kritzelte sie ein paar Zeilen an Harry und fügte hinzu, dass sie noch für ein paar Tage hierbleiben würde. Als sie den Sperber losgeschickt hatte, machte sie sich etwas zu essen und überlegte weiter. Am besten würde es wahrscheinlich sein, wenn sie erst einmal vorsichtig das Terrain sondierte. Da die angeblichen Todesser nur nachts kamen, hatte sie wohl nichts zu befürchten, wenn sie jetzt nach Inish Shark apparierte und sich umsah.
Hermione verschloss die Tür, sah sich gewissenhaft um und disapparierte…
…um einen Sekundenbruchteil später auf den Klippen von Inish Shark zu stehen. Eine Welle von Übelkeit überfiel sie sofort mit brachialer Gewalt. Wie Teer überspülte sie die schwarze Magie, die alles hier umgab, die Felsen, das Gras, selbst die Erde schien getränkt damit. Es kostete sie erheblichen Aufwand, ihren Geist zu blockieren, in einer Form von Okklumentik zu verschließen. Trotzdem hatte sie das Gefühl, etwas Böses zupfe und zerre an der äußersten Peripherie ihres Bewusstseins.
Sie holte tief Luft und sah sich um. Das Eiland sah nicht viel anders aus als Inishbofin mit hohen Klippen, vielen Steinen und saftig grünem Gras. Sie hatte keine Ahnung, wonach sie suchen sollte, denn von der ungewöhnlichen Konzentration an schwarzer Magie abgesehen – und soweit sie wusste, war das vielleicht gar nicht einmal so sehr ungewöhnlich, da es einige Plätze in der Welt gab, die damit überquollen – wirkte Inish Shark leer und keinesfalls wie ein konspirativer Ort.
Langsam wanderte sie über die Insel. Es war schwer, sich auf etwas zu konzentrieren, wenn man die ganze Zeit beschäftigt war, die schwarze Magie abzuwehren. Vielleicht sollte sie einfach versuchen, ihre Quelle zu lokalisieren? Hermione atmete tief durch und ließ ihre geistigen Schutzwälle langsam herunter. Sofort schien es ihr, als ob sich ein klebriger Spinnenfaden um ihren Körper fand, ein Faden, der tief in sie eindrang und sie mit Versprechungen, Flüstern und Verlockungen füllte.
Es war nicht nur unangenehm und umso länger es dauerte, umso erträglicher wurde es. Sie kannte die Gefahr, die von der schwarzen Magie ausging. Irgendwann würde man den Versuchungen nicht mehr widerstehen können, nicht widerstehen wollen, und das war der Moment, in dem man seine Menschlichkeit aufgab, um alle seine Ziele um jeden Preis zu erreichen. Wenn dieser Punkt erreicht war, gab es fast nie mehr einen Weg zurück. Sie selbst kannte nur einen einzigen Menschen, dem das gelungen war, und dieser Mann war tot. Hermione versuchte, den Gedanken an Severus Snape und seine unglückliche Liebe zu Harrys Mutter zu verdrängen. Sie dachte in letzter Zeit sowieso viel zu oft an ihren verstorbenen Professor für Tränkekunde.
Sie blieb auf einer von hohen Kalksteinen umgebenen Lichtung stehen und streckte ihren rechten Arm aus. Wenn sie es zuließ, konnte sie regelrecht spüren, wie die schwarze Magie wie Hagelkörner auf sie einprasselte, kleine Nadelstiche, welche versuchten, ihre Psyche zu durchdringen. Und doch war es nicht die Luft, in der sich die höchste Konzentration befand. Sie kniete sich nieder und strich über das Gras, vergrub dann ihre Finger in dem weichen Boden. Ah… sehr viel mächtiger! Fast schon überwältigend, wie ihre Hand regelrecht verschlungen wurde.
Hermione riss mit enormer Anstrengung ihre Hand aus der Erde und betrachtete den dunklen Lehm. Zäh tropfte er von ihrer Haut, hartnäckig verharrend wie Teer. Kein Wunder, dass hier jegliches Getreide eingegangen war, so verseucht wie der Boden hier schien. Doch war es nur die Insel? Vielleicht war die gesamte irische See davon betroffen? Dann wurde es dringend notwendig zu handeln!
Sie sprang auf und lief zu den Klippen. Für einen Moment hatte sie das Gefühl, ihre Beine würden sie nicht die wenigen Meter bis dorthin tragen, es schien, als müsste sie unsichtbare Fesseln sprengen, doch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, war es auch schon vorbei und sie kletterte auf einen der großen Steine und sah in das dunkle, sich an den Felsen brechende, zischende, tobende Wasser weit unter ihr.
Wieder streckte sie die Hand aus und bemühte sich, sie wie einen Kanal funktionieren zu lassen und die Macht und Fülle der schwarzen Magie zu erfassen. Vielleicht hätte sie die Ankunft eines anderen Menschen eher bemerkt, wenn sie nicht so konzentriert gewesen wäre und wenn der Wind, der um die Klippen fuhr und heulte wie eine verlorene Seele, das Ploppen einer Apparation nicht übertönt hätte.
So jedoch wurde sie völlig von einer scharfen, näselnden Stimme überrascht, die plötzlich hinter ihr ertönte und sie so erschreckte, dass sie beinahe das Gleichgewicht verloren hätte und in die Tiefe gestürzt wäre. „Wieso bin ich nicht überrascht?", schnarrte der Mann, und sie fuhr herum, um ihn mit weit aufgerissenen Augen anzustarren.
Es war ein großer, breitschultriger Zauberer in einem teuren, dunkelblauen Umhang. Es war jedoch nicht einmal so sehr die Tatsache, dass er einen Zauberstab auf sie gerichtet hielt, die Hermione den Atem nahm und etwas Heißes in ihrer Kehle aufsteigen ließ. Es waren die kalten, grauen Augen in dem spitzen Gesicht und die langen, hellen, fast silberblonden Haaren. Sein Anblick drängte Erinnerungen an die Oberfläche, die sie hatte vergessen wollen. Dieser Mann hatte ihr und ihren Freunden immer nur schaden wollen.
Er hatte Ginny einen Horkrux von Voldemort untergeschmuggelt, Harry mehrmals nach dem Leben getrachtet und Ron immer behandelt wie den Schmutz unter seinen Schuhen. Und sie selbst… hatte sich schreiend in seinem Wohnzimmer gewunden, während er teilnahmslos zusah, wie seine verrückte Schwägerin sie folterte. Dieser Mann war der Inbegriff der reinblütigen Bosheit. Er war feige, hinterhältig und gewalttätig. Er war Lucius Malfoy.
„Es ist schon eine Zeitlang her, dass wir uns getroffen haben, aber es ist trotzdem unhöflich, einfach dazustehen und nichts zu sagen, Miss Granger", höhnte er. „Oder ist es mittlerweile Mrs. Weasley?" Er tippte nachdenklich mit dem Zeigefinger der linken Hand gegen seine Lippe. „Was mache ich jetzt mit Ihnen, kleines Schlammblut? So lange war Inish Shark mein Zufluchtsort, und jetzt tauchen Sie hier auf und schnüffeln herum… Haben Sie nicht bemerkt, dass sie einen Alarmzauber ausgelöst haben? Was tun Sie eigentlich hier?"
Hermione wollte von dem Felsen herunter springen, doch Malfoy ruckte mit seinem Zauberstab. „Ah, ah, ah… nicht bewegen, sonst werde ich nervös – und Sie wollen doch nicht, dass ich nervös werde…" Sie biss sich auf die Lippe. Sie war nicht nervös. Sie war zu Tode erschrocken. „Nun, Schlammblut? Antworten Sie oder ich sehe mich gezwungen, Sie dazu zu zwingen!"
„Ich würde Ihnen nicht raten, einen unverzeihlichen Fluch anzuwenden", sagte Hermione heiser. „Mittlerweile ortet das Ministerium jeden davon und verfolgt sie strafrechtlich. Außerdem weiß Harry Bescheid, wo ich bin. Wenn mir etwas passiert, sind Sie fällig!" Ihre Hände zitterten, und sie ballte sie zu Fäusten.
„Ts, ts… impertinent wie eh und je. Und wissen Sie was? Ich glaube Ihnen kein Wort. Sie würden niemals allein hergekommen sein, wenn Sie Unterstützung der Auroren hätten. Zufällig haben meine Schutzwälle nämlich nur das Eindringen eines magischen Wesens gemeldet – Ihres! Ich denke, Sie sind wieder einmal über eines meiner Geschäfte gestoßen und schnüffeln auf eigene Faust herum."
Sie tastete unauffällig nach ihrem Zauberstab und versuchte, ihn am Reden zu halten. „Und Sie glauben, der nächste dunkle Lord werden zu können? Haben Sie denn nichts aus der Vergangenheit gelernt?"
Malfoy zeigte ein sardonisches Lächeln. „Ich hätte nie geglaubt, dass mein Sohn und ein wertloses Schlammblut ein- und dieselbe Phrase nutzen würden, aber nun ja… Verdorben seid ihr bis ins Mark durch Dumbledore und Hogwarts."
„Hier ist nur einer verdorben, und das bin bestimmt nicht ich!", fauchte Hermione und lockerte ihren Zauberstab, damit er aus dem Ärmel gleiten konnte.
„Ich wusste, ich hätte Bellatrix gewähren lassen sollen…", erwiderte er und fügte dann völlig unvermittelt hinzu: „Expelliarmus!"
Der Fluch traf Hermione voll in die Brust, entriss ihr den Zauberstab und ließ sie unkontrolliert nach hinten stürzen. Sie breitete ihre Arme aus, um sich festzuhalten, doch hinter ihr war nur Leere. Eine schreckliche, weite Leere und ein langer Weg nach unten.
Sie fiel. Und dieses Mal war kein Ref da, um sie aufzufangen.
