Secrets Are Walls That Keep Us Alone

Kapitel einundzwanzig

„Ich glaube nicht-" setzte Regulus unsicher an. Er hatte gedacht, sie würden seinen Bruder nur beschimpfen, doch das hier sah nach mehr aus.

„Sei still, Regulus," befahl Malfoy. Er war auf Sirius konzentriert, und Sirius starrte zurück. Niemand hatte auch nur einen Blick für Regulus übrig.

Impedimenta!" Der Fluch traf Sirius bevor er reagieren konnte und warf ihn mit dem Rücken gegen seinen Schreibtisch. Regulus sah, wie sein Handgelenk hart auf die Kante aufschlug und Sirius fast seinen Zauberstab fallen ließ. Doch Sirius war stur; er biss die Zähne zusammen und packte den Zauberstab fester, weigerte sich seine letzte Verteidigungsmöglichkeit aufzugeben.

Levicorpus!" rief Sirius und deutete mit dem Zauberstab auf Avery. Der andere Junge wurde in die Luft gerissen, fiel jedoch schnell wieder in einem kümmerlichen Haufen auf den Boden, als der Spruch nachgab und Sirius von einem weiteren Fluch getroffen wurde.

„Uh-oh, Sirius. Schwierigkeiten mit deinen Zaubersprüchen?" stichelte Malfoy. Ein violetter Lichtblitz schoss aus seinem Zauberstab, obwohl er keinen Spruch gesagt hatte, und traf Sirius. Sirius brach auf dem Boden zusammen und krümmte sich vor Schmerzen, gab jedoch keinen Ton von sich.

Sein Zauberstab glitt aus seiner Hand und rollte über den Boden aus seiner Reichweite.

„Stopp," Regulus zwang die Worte heraus, doch seine Stimme war kaum zu hören. „Stopp."

„Was war das?" Malfoy zog die Augenbrauen hoch und richtete seinen Blick auf Regulus als er den Zauber beendete. Sirius blieb schwer atmend auf dem Boden liegen.

„Lasst ihn jetzt einfach in Ruhe," sagte Regulus mit flehender Stimme. Er hatte Angst seine Freunde wütend zu machen, aber das hier ging zu weit.

„Aber das macht Spaß," sagte Mulciber und traf Sirius mit einem weiteren Fluch, als dieser versuchte aufzustehen.

„Bitte," flehte Regulus, und stellte sich zwischen seine Freunde und seinen Bruder; er bemerkte den hoffnungsvollen Blick in Sirius' Augen.

„Geh aus dem Weg," sagte Avery, und schubste Regulus zur Seite.

Regulus stand innerlich zerissen da, als seine Freunde fortfuhren seinen Bruder zu quälen. Irgendwann gingen sie von Zaubern dazu über, Sirius einfach zu treten, wie er da vor seinem Bett auf dem Boden lag. Regulus fragte sich, ob er seine Eltern holen sollte, aber aus irgendeinem Grund bezweifelte er, dass sie etwas unternehmen würden.

Schließlich riefen die Eltern von unten, dass es Zeit sei zu gehen. Yaxley trat ein letztes Mal nach Sirius und die vier rauschten aus dem Zimmer.

„Sirius?" fragte Regulus unsicher und kniete sich neben seinen Bruder.

Sirius stöhnte und öffnete seine Augen um Regulus anzusehen. Seine Augen waren wieder zugeschwollen, seine Lippe blutete, wo er sie zerbissen hatte um nicht zu schreien.

„Geht's dir gut?" fragte Regulus atemlos.

„Ja," sagte Sirius heiser. „Gib mir nur eine Minute."

„Das tut mir leid Sirius."

„Nicht deine Schuld," ächzte Sirius und setzte sich vorsichtig auf.

„Aber-"

„Sie brauchten nur einen Vorwand. Es ist in Ordnung."

„Es tut mir trotzdem leid."

„Regulus." Regulus schaute zu seinem Bruder hoch. „ Es ist mir egal, was sie mit mir machen, okay? Es ist egal."

„Sie sind wirklich keine schlechten Menschen, es ist nur-"

„Mach dir nichts vor Reg. Sie sind ein Haufen zukünftiger Todesser. Und das nur, weil sie zu viel Angst vor dem haben, was Mammi und Papi sagen, wenn sie sich Voldemort nicht anschließen."

Sirius stand auf, klopfte den Staub von seinen Kleidern und stellte den Stuhl wieder auf, der umgefallen war.

„Es ist mir egal, wenn du mit ihnen rumhängst. Denk nur immer daran: so wie sie zu sein, macht dich nicht besser als andere."

„Was weißt du denn schon?" fuhr Regulus ihn plötzlich wütend an. „ Du denkst, du bist so großartig, weil du dich gegen unsere Eltern wehrst. Das macht dich nicht großartig Sirius. Es macht dich zu einem Idioten. Du bist an all dem hier selbst schuld."

Regulus drehte sich um und stolzierte aus dem Zimmer, den Flur hinunter und knallte seine Tür zu. Er warf sich auf sein Bett und betrachtete das vertraute Grün und Silber.

Ich kann ihn nicht verstehen, dachte Regulus. Er ist so dumm. Wie sonst konnte man sich erklären, dass er ihren Vater bei jeder sich bietenden Gelegenheit provozierte?

Regulus hatte oft Mitleid mit Sirius, wegen der Art, wie ihre Eltern immer auf ihm herumhackten, aber konnte man es ihnen wirklich vorwerfen? Es war doch nicht so schwer, das zu tun was sie sagten. Alles was Sirius tun müsste wäre, zumindest den Mund zu halten.

Er sollte kein Mitleid mit Sirius haben. Aber er konnte nicht anders. Sirius war trotz allem sein Bruder. Regulus konnte nicht anders als sich zu sorgen, wenn Sirius sich in Schwierigkeiten brachte.

„Sirius!" Regulus hörte seinen Vater laut und deutlich brüllen. Sirius würde für seine Kommentare beim Abendessen bestraft werden. Er hörte, wie sich die Tür seines Bruders öffnete, hörte seine Schritte auf der Treppe. Regulus drehte sich um und zog sich ein Kissen über den Kopf um alle Geräusche auszusperren.

„Ja?"

Ein lautes krach! Orion brüllt. Ein weiteres bumm! Sirius flucht. Mehr Geschrei.

Frohe Weihnachten, Sirius.