Disclaimer: Keine Lust, mir was auszudenken. Blättert zurück und lest da nach, wenn ihr Wert darauf legt
A/N: WAHNSINN!!! Gleich drei Updates in einer Woche! Ihr merkt es sicher. Ich meine es im Moment richtig gut mit euch. Dafür habe ich dann doch bestimmt auch die ein oder andere Review verdient oder? (Mal so nebenbei gefragt: Heißt es eigentlich, der, die oder das Review? Bei mir sind Reviews immer weiblich, aber ist das richtig?)
In diesem Kapitel gibt es wieder mehr Lee und natürlich auch mehr Oliver. Schließlich will ich es mir mit euch nicht verscherzen.
Also, viel Spaß beim lesen!
Vergib deinen Feinden, aber vergiss niemals ihre Namen
- John F. Kennedy -
19. Kapitel – Ein Kuß und seine Folgen
Als Katie die Augen aufschlug, fand sie sich in einem völlig fremden Zimmer und vor allem in einem völlig fremden Bett wieder. Noch leicht vom Schlaf benebelt, überlegte sie, was sie gestern getan hatte und wie sie hierher gekommen sein könnte. Es dauerte eine Weile, bis sie sich erinnerte, was am Vortag gewesen war, doch dann schoss sie plötzlich im Bett hoch, als hätte sie ein elektrischer Schlag getroffen. Hektisch sah sie sich um und hob dann die Decke hoch.
Als sie sah, dass sie bis auf die Schuhe noch vollständig angezogen war, entfuhr ihr ein erleichterter Seufzer. Sie hatte schon befürchtet, dass sie halbnackt darunter war. Aber wem gehörte dieses Zimmer? Und dieses Bett? Doch nicht etwa Jerome Montague? Leise stand sie auf und sah sich genauer um. Als ihr Blick auf ein Foto auf einem Bücherregal fiel, dass sie selber in kompletter Quidditchausrüstung zeigte, packte sie kurzfristig die kalte Wut. Warum hatte Montague ein Foto von ihr? Dann allerdings ging ihr durch den Kopf, dass er vielleicht ein Foto von ihr haben könnte, aber wohl kaum freiwillig ein Buch lesen würde. Geschweige denn ganze Regale damit füllen konnte.
Neugierig trat sie näher an das Regal heran und nahm das Foto samt Rahmen aus dem Regal. Als sie sah, dass eine persönliche Widmung von ihr drunter stand, fiel bei ihr Sickel. Sie befand sich nicht in Montagues Schlafzimmer, sondern in Rogers. Dieses Foto hatte sie ihm damals in Hogwarts geschenkt, als sie noch zusammen waren. Das erklärte wahrscheinlich auch, warum sie noch komplett angezogen war, ging ihr durch den Kopf. Montague hätte sie bestimmt nicht bis zum Morgen komplett angezogen in seinem Bett liegen lassen. Nicht nach dem, was gestern zwischen ihnen geschehen war.
Sie mußte auf Rogers Sofa eingeschlafen sein und er hatte sie dann wohl in sein Bett getragen, damit sie gemütlicher liegen konnte. Aber wo hatte er geschlafen? Sie sah sich noch einmal um und bemerkte, dass nur die eine Seite des großen Futonbetts benutzt war. Also hatte sie alleine in diesem Bett geschlafen und Roger wohl auf dem Wohnzimmersofa. Auf dem Sofa, dass sogar für sie viel zu klein gewesen wäre.
„Du bist ein wahrer Gentleman, Roger Davies, stimmt's?", schmunzelte sie und sah wieder auf ihr Foto. „Und du hast tatsächlich dieses Bild noch. Beeindruckend wirklich. Vor allem, da es hier steht und nicht in irgendeinem Karton vergammelt"
Sie stellte es wieder auf das Regal, so dass die Aufschrift „Your's forever" richtig schön zur Geltung kam und ging zur Tür. Dort drehte sie sich noch einmal um und sah zu dem Foto rüber.
„Your's forever", murmelte sie leise. „Bin ich das noch? Oder hat sich das inzwischen geändert?"
Sie schloss die Augen und atmete einmal tief durch. Vor ihrem inneren Auge tauchten die Gesichter von Lee und Oliver auf
„Ich weiß es beim besten Willen nicht", seufzte sie resigniert. „Ich weiß es einfach nicht"
Katie wollte gerade die Tür von Rogers Schlafzimmer öffnen, als es an dessen Haustür Sturm klingelte. Sie hörte, wie Roger einen Fluch ausstieß, als er an seinem Schlafzimmer vorbei zur Wohnungstür eilte. Sekunden später konnte sie eine aufgebrachte Stimme hören, die auf Roger einredete. Sie hörte, wie die Wohnungstür zugeknallt wurde und jemand am Schlafzimmer vorbei rauschte und Roger herzhaft in den schönsten Farben in den hintersten Winkel der Hölle verfluchte.
„Lee?", flüsterte Katie leise zu sich selbst. „Herr im Himmel, was macht der denn hier?"
Ganz vorsichtig öffnete sie die Tür und trat auf den Flur hinaus. Roger und Lee standen sich streitend in der Küche gegenüber. Roger stand dabei im Türrahmen, während Lee neben dem Tisch stand, auf dem ein Kaffeebecher, ein Teller mit Rührei und Schinken und eine Zeitung lag, die Lee dort kurz vorher sauer hingeknallt hatte.
„Ich dachte, wir hätten einen Deal, Davies, und dann gehst du einfach los und knutscht sie hinter unserem Rücken. Findest du das etwa Fairplay?", schnautzte Lee Roger ssauer an
„Ich weiß gar nicht, was du willst, Jordan", schnautzte Roger zurück. „Ich habe mich genau wie ihr in den letzten Wochen daran gehalten"
„Vielleicht in den letzten Wochen, aber wohl kaum gestern Abend", fauchte Lee zurück. „Hattet ihr einen schönen Abend im „La Magica"?"
„Was?"
„Du hast mich genau verstanden. Wie war es im „La Magica"? Kann sich jemand wie du so ein sündhaft teures Restaurant überhaupt leisten oder mußt du in den nächsten Wochen nach Feierabend bei denen Teller waschen?"
„Nicht das dich das was angeht, aber ich habe kein Problem damit, eine Rechnung im „La Magica" zu bezahlen, Jordan. Woher weißt du überhaupt, dass wir da waren?"
Lee griff nach der Zeitung und schleuderte sie ihm entgegen.
„Es steht auf der Titelseite, du Verräter", fauchte Lee. „Inklusive einem Foto und einem genauen Bericht über eure Knutscherei im Keller"
Roger fing die Zeitung auf, die Lee ihm entgegenschleuderte und entfaltete sie.
„Scheiße", entfuhr es ihm schließlich und Katie konnte es ihm nachvollziehen. Von da wo sie stand, konnte sie zwar nur das Foto und die Überschrift des Artikels lesen, aber das alleine reichte ihr schon. Riesengroß und in Farbe war dort zu sehen, wie sie und Roger sich im Untergeschoss des „La Magica" leidenschaftlich küßten. Darüber stand in großen Lettern geschrieben: „Alte Liebe rostet nicht". Roger ließ die Zeitung sinken und sah zu Lee rüber, der ihn finster anfunkelte.
„Ich kann dir das erklären, Lee", meinte er mühsam beherrscht. „Ehrlich, das ist nicht so wie es vielleicht aussehen mag"
„Erspar mir klischeehafte Antworten, Davies. Mir ist nicht nach Ausreden zumute. Wir hatten, verdammt noch mal, einen Deal und du hast dich gefälligst daran zu halten. Es war abgemacht, dass wir ihr eine Auszeit bis nach dem Revanchespiel geben, damit sie sich darauf konzentrieren kann und ihr Privatleben nicht durch die Klatschpresse gezogen wird"
„Das ist keine klischeehafte Ausrede. Dieser Kuß ist nur das Ende einer ganz anderen Geschichte"
„Also gibst du zu, dass du sie geküßt hast?"
„Nein", fauchte Roger. „Tatsache ist, dass sie mich geküßt hat und nicht ich sie. So rum ist es erlaubt, falls du dich erinnerst. Wir hatten abgemacht, dass die einzige Ausnahme ist, wenn sie sich in der Zeit bis zum Spiel entscheiden sollte. Ich habe das nicht angefangen, sondern sie"
„Dann hat sie dich zum essen eingeladen, oder was?", höhnte Lee, der das nicht glaubte, was Roger ihm da erzählte
„Es war ein Geschäftsessen, du Idiot. Ein Interviewtermin. Deshalb waren wir da", versuchte Roger ihm die Sache klar zu machen, doch er merkte, dass Lee ihm kein Wort glaubte
Katie sah ebenfalls Lee's skeptische Miene und beschloss so leise wie möglich wieder in Rogers Schlafzimmer zu verschwinden. Wenn Lee sie hier entdeckte, würde er weder ihr noch Roger die Wahrheit abkaufen. Und was diesen merkwürdigen Deal betraf, würde sie später mal ein ernstes Wörtchen mit Roger darüber reden. Wenn Lee wieder weg war. Das war schließlich eine riesige Sauerei, die die da veranstalteten. Wie kamen die auf die Idee, einfach so Deals hinter ihrem Rücken abzuschließen, wenn die Sache sie genauso betraf? Sie hätten sie zumindest darüber informieren können, auch wenn es zu ihrem besten war.
Es waren nur noch ein paar Schritte bis zur relativen Sicherheit in Rogers Schlafzimmer, als sie über dessen Turnschuhe stolperte, die neben der Tür auf dem Boden standen. Sie verlor das Gleichgewicht und fiel unsanft auf die Knie.
In der Küche wurde es auf einen Schlag still und Katie fluchte in Gedanken herzhaft drauf los.
„Was war das?", hörte sie Lee in der Küche das Streitgespräch unterbrechen und sie hörte, wie er sich in Bewegung setzte. „Da ist doch noch jemand"
„Lee warte...", versuchte Roger ihn aufzuhalten, als Katie sich hastig aufrappelte
Sie stand gerade wieder und drehte sich schicksalsergeben zur Küche um, als Lee dort rausgestürmt kam. Dicht gefolgt von Roger, der vergeblich versuchte, ihn aufzuhalten. Als er sie vor Rogers halboffener Schlafzimmertür erblickte blieb er wie angewurzelt stehen und starrte sie an. Dann drehte er den Kopf langsam zu Roger um, der hinter ihm stand.
„Lee, komm schon", bat er. „Es ist alles völlig anders, als es jetzt den Anschein hat"
Doch Lee drehte sich wortlos wieder zu Katie um und ging auf sie zu.
„Lee...", fing sie an, doch er fiel ihr ins Wort
„Interviewtermin, hm?", fragte er jetzt plötzlich gefährlich ruhig. „Ich frage mich ernsthaft, wen ihr interviewt habt und wie dieses Interview letztendlich aussieht. Sag Bescheid, wenn es gedruckt wird. Das Interview interessiert mich wirklich brennend"
Und ohne sich noch einmal umzudrehen verließ er die Wohnung und knallte mit Wucht die Tür hinter sich zu
Katie und Roger sahen sich stumm in die Augen, bis Roger das Schweigen schließlich brach.
„Frühstück ist fertig", meinte er. „Wenn sowieso schon jeder denkt, dass wir was miteinander haben, können wir auch zusammen frühstücken. Was meinst du?"
„OK", seufzte Katie. „Aber erst will ich mich waschen"
„Das Badezimmer ist da drüben", meinte Roger und zeigte auf eine Tür neben der Küche. „Ich habe mir vor ein paar Tagen eine neue Zahnbürste gekauft. Die kannst du gerne benutzen"
„Danke", antwortete Katie und verschwand im Badezimmer
Beim Frühstück erklärte Roger Katie schließlich, was genau es mit dem Deal auf sich hatte, den er mit Lee und Oliver eingegangen war. Er gab schließlich auch zu, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn sie Katie ebenfalls darüber informiert hätten, aber das ließ sich jetzt nicht mehr ändern. Und es hätte auch diesen Auftritt von Lee nicht verhindert. Das einzige, was anders gewesen wäre, wäre, dass Katie dann von dem Deal gewußt hätte.
Nachdem sie mit dem Frühstück fertig waren, apparierte Katie kurz nach Hause, um sich was frisches anzuziehen und apparierte dann in die QM-Redaktion. Die WG war zum Glück wie ausgestorben und sie war heilfroh darüber. Nach dem Theater am frühen Morgen hatte sie keine Lust, sich jetzt auch noch mit Oliver zu streiten, der ganz sicher den Artikel auch schon gelesen hatte. Da war sie sich sicher, da er den Tagespropheten abonniert hatte und ihn jeden Morgen, bevor er zum Training ging, durchlas.
Als sie die Redaktion betrat, konnte sie Larry erkennen, der wie ein hyperaktiver Hornschwanz durch den Konferenzraum tobte und ungebremst auf Roger einbrüllte, der sich allerdings dadurch nicht beeindrucken ließ und zurückbrüllte. Durch die raumhohen Fensterelemente, die den Konferenzraum von der Redaktion trennte, konnte sie erkennen, wie Larry wie wild mit einem Stück Pergament vor Rogers Gesicht rumwedelte, der ihm dieses schließlich aus der Hand riß und auf den Tisch knallte. Larry sah einen Moment mit runtergeklapptem Unterkiefer auf seinen Reporter und schien sich wohl zu fragen, warum dieser sich heute von seiner Autorität absolut gar nicht beeindrucken ließ und kurz davor schien, die „Meuterei auf der Bounty" in „Meuterei bei Quidditch Monthly" umzutaufen und einen ganz neuen Handlungsrahmen zu geben.
„Meine Güte! Was hat der denn heute gefrühstückt? Der geht ja schon wieder richtig ab", hörte Katie Joanas Stimme hinter sich, die gerade die Redaktion betrat und neugierig zum Konferenzraum rübersah, wo das Stummtheater weiterging
„Das weißt du nicht?", meinte Alec, der das ganze gut gelaunt mit einem Kaffeebecher in der Hand ansah. „Hast du den Tagespropheten noch nicht gelesen?"
„Nein", meinte Joana und zog ihre Jacke aus. „Wieso?"
„Weil Roger und ich knutschend auf der Titelseite stehen", meinte Katie seufzend und ließ sich auf ihren Schreibtischstuhl sinken
„WAS?", stieß Joana hervor. „Ist nicht dein Ernst? Wann ist das denn passiert?"
„Gestern Abend", meinte Alec grinsend und hielt ihr den Tagespropheten entgegen. „Im La Magica"
„Im La Magica?", fragte Joana verdutzt und nahm die Zeitung entgegen. „Wie geht das denn? Larry hat Roger doch klipp und klar verboten da aufzutauchen,. solange Katie den Interviewtermin hat"
„Das hat ihn scheinbar nicht davon abgehalten, trotzdem da aufzutauchen", meinte Alec. „Wie es aber von dem offiziellen Interviewtermin zu der inoffiziellen Knutschorgie gekommen ist, kann ich dir nicht sagen. Da mußt du schon Katie fragen"
Jetzt sahen Joana und Alec Katie fragend an, die genervt die Augen verdrehte.
„Nicht jetzt, okay?", bat sie. „Ich erkläre euch das nachher, wenn Roger mit dabei ist. Das ist nämlich eine recht verzwickte Geschichte"
„Na, dann laß und mal hoffen, dass Larry ihn leben läßt", antwortete Joana
„Keine Sorge", grinste Alec. „Unser Kollege Davies scheint den Boss ganz gut im Griff zu haben"
Dass Alec damit durchaus recht hatte, bewies die nächste halbe Stunde, in der sich die beiden munter weiter anbrüllten. Larry lief dabei langsam aber sicher immer roter an, bis er fast aussah, wie eine überreife Gen-Tomate. Roger konnte man seinen Ärger zwar auch ansehen, doch er hatte sich wesentlich besser im Griff als Larry. Die drei Reporter im Großraumbüro beobachteten neben ihrer Arbeit weiterhin die Szenerie zwischen ihrem Kollegen und ihrem Chef, bis dieser plötzlich in seiner Toberei innehielt und langsam, fast wie in Zeitlupe immer blasser wurde und dann ungläubig den Kopf zu Katie rüberwandte
„Was ist denn jetzt?", fragte Joana verdutzt
„Ich schätze, Roger hat ihm gerade in aller Deutlichkeit gesagt, was gestern Abend im „La Magica" wirklich passiert ist", meinte Katie und sah fragend zu Roger rüber, der fast unmerklich nickte. „Yep, hat er"
„Und was ist gestern Abend wirklich passiert?", hakte Joana nach
Doch bevor Katie darauf antworten konnte, wurde die Tür zum Konferenzraum aufgerissen und Larry stürzte auf Katie zu.
„Stimmt das wirklich, Ms. Bell? Stimmt das, dass dieser Kerl versucht hat, ihnen zu nahe zu treten?", fragte Larry sie besorgt
„Nein", meinte Katie und drehte sich zu ihm um
„Nein?", meinte Larry verwirrt und sah sich zu Roger um, der seinerseits Katie fragend ansah. „Was heißt nein? Mr. Davies sagte gerade..."
„Jerome Montague hat nicht versucht mir zu nahe zu treten", meinte Katie mit fester Stimme. „Er ist mir zu nahe getreten. Und das ist noch freundlich ausgedrückt. Wenn Roger nicht eingegriffen hätte, dann wäre dieser Kerl noch wesentlich weiter gegangen, als mich an die Wand zu pressen und zu küssen. Da gebe ich Ihnen Brief und Siegel drauf, Boss"
„Das...das...", stotterte Larry und sein Kopf ruckte von Katie zu Roger zu Alec und Joana, die ebenso verblüfft guckten wie er, und wieder zurück. „Das...war eins zuviel. Niemand, absolut niemand, tritt meinen Leuten zu nahe. Den Kerl zeige ich an. Der geht nach Askaban. Da können Sie Gift drauf nehmen, Ms. Bell. Wie kommt dieser Kerl bloß auf die Idee, zu glauben, dass er damit ungeschoren davonkommt? MS. BOURBON!!! Schicken Sie sofort eine Eule zu unserem Anwalt. Der Kerl wird sich noch wundern"
Langsam erwachte Larry wieder aus seinem Schock und rauschte jetzt schimpfend und tobend in sein Büro und knapp eine Stunde später aus der Redaktion, um sich mit dem Anwalt zu treffen, den Nicolette mit einer Eil-Eule aufgescheucht hatte.
„Faszinierend, wie schnell der von Angriff auf Verteidigung umschalten kann, hm?", grinste Roger, als Larry die Tür zu seinem Büro hinter sich zugeknallt hatte
„Absolut", meinte Katie. „Man kann ja sagen, was man will. So verrückt unser lieber Larry manchmal sein kann, im Ernstfall kann man sich auf ihn verlassen. Ich möchte jetzt nicht in Montagues Haut stecken"
„Ich auch nicht", gab Roger ihr recht. „Aber mal ehrlich, wer will das schon?"
Am Abend wußten sowohl Larry, als auch Alec, Joana und der Anwalt, was genau am Vorabend im La Magica geschehen war. Katies Arbeitstag verlief sehr viel angenehmer, als sie befürchtet hatte und Larry bewies, dass er im Ernstfall genau wußte, wie die Welt sich drehte, auch wenn seine Angestellten das vorher oft genug angezweifelt hatten. Das einzige, was Katie noch Probleme bereitete, war die Ungewissheit über Olivers Reaktion auf dieses Foto. Aber das würde sie am Abend erfahren, wenn sie ihm beim Training gegenübertreten mußte.
Als sie an diesem Abend vor der Umkleidekabine der Gryffindors ankam, konnte sie leises Stimmengemurmel hören. Also waren schon einige ihrer Teamkollegen da. Hoffentlich war wenigstens Oliver noch nicht da, damit sie sich zumindest ohne Krach umziehen konnte. Tief durchatmend drückte sie die Klinke runter und betrat die Kabine, die bei ihrem Eintreten totenstill wurde, weil alle sie fragend ansahen
„Hallo", meinte sie knapp und ging zu ihrem Schrank rüber, wo ihre Ausrüstung drin hing.
„Hi", meinte Alicia schließlich, als das Schweigen schon fast erdrückend wurde. „Schön das du auch da bist. Dann können wir gleich anfangen. Umso schneller sind wir fertig. Harry und ich haben nachher nämlich noch ein Lehrermeeting"
„Kein Problem", meinte Katie und drehte sich leicht lächelnd zu ihrer Freundin um. „Ich beeile mich in die Klamotten zu kommen"
Etwa fünf Meter entfernt sah sie Oliver, der an seinem Schrank lehnte und zu ihr rüber sah. Als Katie sah, was er in der Hand hielt, schluckte sie einen Moment unwohl. Scheinbar gedankenverloren spielte er mit dem blauen Tennisball, den er ihr vor einer Weile abgenommen hatte. Schließlich stieß er sich von seinem Schrank ab und ging langsam zu ihr rüber. Vor ihr blieb er stehen und sah ihr tief in die Augen. Ein Blick, der Katie durch und durch ging.
„Oliver...", fing sie an, doch er hob die Hand, um sie zu unterbrechen
„Ich glaube, der gehört dir", meinte er unnatürlich ruhig und Katie wurde noch mulmiger zumute, obwohl sie eigentlich gar keinen Grund dazu hatte, da eigentlich gar nichts passiert war, was er ihr vorwerfen konnte. In seiner Hand, die er ihr jetzt entgegen hielt, hielt er den blauen Tennisball.
Wie in Zeitlupe griff Katie nach dem Ball, doch sie konnte den Blick nicht von Olivers Augen abwenden, in denen sie versteckt Eifersucht und Enttäuschung auflodern sehen konnte. Eifersucht auf Roger und Enttäuschung darüber, dass dieser ihren Deal gebrochen hatte. Und das sie Roger geküßt hatte und nicht ihn.
„Das Training beginnt in fünf Minuten", meinte er und drehte sich zum Rest des Teams um. „Ich erwarte euch alle in kompletter Ausrüstung auf dem Feld"
„Oliver bitte, warte", bat sie ihn. „Laß uns das klären, bitte"
„Was gibt es da noch zu klären?", fragte er ohne sie anzusehen und jetzt konnte sie den Schmerz in seiner Stimme sogar hören. „Laut Lee hat Roger den Deal ja nicht gebrochen, da nicht er dich, sondern du ihn geküßt hast. Das heißt, wenn man dem ganzen Glauben schenken darf. Ich habe nur eine Frage, Katie. Warum mußtest du gleich mit ihm ins Bett steigen? Hättest du damit nicht wenigstens solange warten können, bis du Lee und mich über deinen Entscheidung aufgeklärt hast? Soviel Fairness haben wir doch wohl verdient, oder nicht?"
„Warum...was?", meinte Katie verdutzt und ignorierte die überraschten Laute der anderen. „Oliver ich habe nicht mit Roger geschlafen. Wie kommst du auf so einen Schwachsinn?"
„Dann stimmt das also nicht, dass Lee dich heute morgen in Rogers Wohnung angetroffen hat?", fragte er und drehte sich schließlich doch zu ihr um
„Doch, aber..."
„Und dass das Bett noch völlig zerwühlt war, du keine Schuhe an hattest und noch völlig wirres Ich-bin-gerade-aufgestanden-Haar hattest?"
Angelina warf Alicia ein stummes „WAS?" zu, was diese ungläubig mit den Schultern zuckend beantwortete
„Doch, aber..."
„Und dass Roger gerade dabei war, Frühstück für euch beide zu machen, als Lee bei ihm reingeplatzt ist, um ihm wegen dem Foto die Meinung zu geigen?"
„Doch, aber..."
„Und dass er versucht hat, Lee aufzuhalten, damit er dich nicht entdeckt, als du im Flur über etwas gestolpert bist?"
„Doch, aber..."
„Dann weißt du ganz genau, wie ich auf die Idee gekommen bin, dass du mit ihm geschlafen hast", meinte Oliver schließlich. „Denn du kannst mir nicht erzählen, dass da nach dem Kuß nicht mehr gelaufen ist, wenn du schon bei ihm übernachtest"
„Herrgott, laß mich doch mal..."
„Ich will davon nichts mehr hören, sonst verliere ich wirklich noch die Beherrschung", schnitt Oliver ihr weiterhin das Wort ab. „Du hast deine Entscheidung getroffen und damit müssen Lee und ich wohl oder übel fertig werden. Egal wie weh es tut. Und es tut verdammt weh. Das kann ich dir sagen"
Oliver sah sie schwer enttäuscht an und ging dann wortlos zur Tür.
„Fünf Minuten", erinnerte er sein Team nochmal und verließ dann die Umkleidekabine
Oliver flog in weiten Kreisen um das Quidditchfeld, als er unter sich rote Quidditchroben ausmachte. In einer langgezogenen Kurve setzte er zur Landung an und wollte gerade anfangen, Anweisungen zu geben, als ihm auffiel, dass noch jemand fehlte.
„Wo ist Katie?", fragte er allgemein in die Runde, doch er erhielt nur unsichere Blicke der Mädchen und schulterzucken der Jungs als Antwort. Genervt verdrehte er die Augen.
„Fliegt euch schon mal ein. Ich bin gleich wieder da", forderte er sein Team auf und verschwand in Richtung Umkleidekabine
„Glaubt ihr, dass wir heute noch zum trainieren kommen?", fragte Harry und sah ihm zweifelnd nach
„Nein", meinte Fred überzeugt und ließ sich ungerührt auf die Rasenfläche nieder, um die ersten warmen Strahlen der ungewöhnlich freundlichen Aprilsonne zu genießen.
„Ich auch nicht", meinte Alicia und ließ sich neben ihrem Schwager nieder, dicht gefolgt vom Rest des stark dezimierten Teams
Oliver betrat im gleichen Moment leicht angefressen die Umkleidekabine
„Bell, ich hatte gesagt, fünf...", fing er an zu schimpfen, sah sich aber dann ungläubig um, denn außer ihm befand sich niemand mehr in der Gryffindorkabine.
„Wo zum Teufel steckt die?", fragte er sich verwundert und sah sich suchend um.
Katies Schrank war fest verschlossen, im Gegensatz zu den anderen sechs Schränken, die seit ein paar Wochen die Kabine erweiterten. Nirgends lag oder stand etwas von ihr rum, wie es ihre Sachen sonst taten und weit und breit war von Katie selber nichts mehr zu sehen. Verwirrt drehte er sich einmal um die eigene Achse und entdeckte schließlich einen Pergamentbogen an seinem eigenen Schrank, der da vorher definitiv nicht gehangen hatte. Neugierig ging er zu seinem Schrank und nahm ihn in die Hand.
Für Oliver, stand in Katies klarer, geschwungener Handschrift darauf und Oliver runzelte verwundert die Stirn. Katie mußte aus dem Kapitänsbüro Feder, Tinte und Pergament geholt und ihn geschrieben haben, während die anderen sich umzogen. Scheinbar hatte sie keinen Moment lang vorgehabt, am Training teilzunehmen. Langsam ließ sich Oliver auf eine Bank sitzen und entfaltete den Brief
Wenn du mir vorhin nur einmal die Gelegenheit gegeben hättest, die ganze Angelegenheit zu erklären, dann könnten wir jetzt in aller Ruhe und mit der nötigen Konzentration trainieren. Leider hast du es nicht getan, da du ja viel zu sehr das verletzte, zurückgewiesene und betrogene Opfer spielen mußtest. Hättest du mir nur eine Minute lang zugehört, hätte ich dir erklären können, dass ich mich definitiv noch nicht entschieden habe und das Roger euer Abkommen nicht gebrochen hat. Du und Lee habt absolut keinen Grund, sauer zu sein. Eher solltet ihr euch bei Roger entschuldigen, dass ihr ihm ernsthaft Wortbruch zugetraut habt und dankbar sein, dass er gestern Abend rechtzeitig im La Magica war. Denn wenn er nicht gewesen wäre, hätte Montague mehr geschafft, als mich nur im Untergeschoss des La Magica zu bedrängen und zu küssen. Roger hat mich gestern vor schlimmerem bewahrt und dafür bin ich ihm wirklich dankbar. Und dass ich ihn vor leichter Erleichterung schließlich geküßt habe, kann mir weder Lee noch du vorwerfen. Ich wollte einfach nicht mehr Montagues widerliche Lippen auf meinen spüren. Ich kann nur hoffen, dass du das verstehst und mir meine Abwesenheit beim heutigen Training nicht übel nimmst. Mir ist heute nicht nach Training, denn wenn ich noch länger deinen enttäuschten und verletzten Blick sehen muß, fange ich noch an zu heulen. Und das ist das letzte, was ich jetzt möchte.
Wir sehen uns zu Hause
Katie
Oliver ließ langsam den Brief sinken und lehnte mit geschlossenen Augen den Kopf an die Wand hinter sich.
„Verdammte Scheiße", stieß er schließlich seufzend hervor. „Da hast du dich ja mal wieder schön in die Scheiße geritten, Wood"
Doch dann ging ein Ruck durch ihn. Im Blitztempo hatte er seine Quidditchklamotten ausgezogen und in den Schrank gepfeffert und war in seine normalen Klamotten geschlüpft. Er griff nach seiner Jacke und Katies Brief und rannte zum Quidditchfeld zurück.
„Das Training fällt aus. Macht was ihr wollt. Ich habe was wichtiges zu erledigen", rief er seinem Team zu und rauschte aus dem Stadion
„Ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?", fragte George Harry, der neben ihm an einem Stützpfosten der Tribüne gelehnt saß und mit dem Schnatz spielte
„Seiner Stimmlage nach zu urteilen, ein gutes", meinte Harry. „Ich meine, er klang nicht mehr wirklich sauer oder so. Eher leicht gehetzt mit einem Hauch von schlechtem Gewissen"
„So was hörst du an 14 Wörtern in drei Sätzen?", fragte Fred ungläubig
„Du wunderst dich, was man alles so für Fähigkeiten entwickelt, wenn man Lehrer in Hogwarts ist, Kumpel", meinte Harry und lachte dabei verschmitzt. „Es ist nämlich echt erstaunlich, mit was für Ausreden oder Erklärungen die Schüler manchmal ankommen, wenn die Hausaufgaben nicht gemacht wurden oder sie zu spät sind. Ernsthaft, da steht dir manchmal der Verstand still"
„Ich glaube kaum, dass es eine Ausrede gibt, die die zwei nicht kennen, Potter", lachte Angelina auf
„OK, da könntest du Recht haben", grinste Harry schließlich, nachdem er Angelina einen Moment verdutzt angesehen hatte. „Also, was machen wir jetzt? Uns fehlt eine Jägerin und ein Hüter. Brechen wir das Training ab oder machen wir doch noch was?"
„Also, wenn ihr mich fragt, kann uns jedes Training, dass wir kriegen können nur helfen, um das Spiel zu gewinnen", meinte Alicia und sah etwas zweifelnd in die Runde, da sie sich nicht sicher war, wie die anderen das sahen, doch diese Zweifel schienen unbegründet zu sein
„Sehe ich auch so", meinte George und stand auf, um nach seinem Besen zu greifen. „Also Angelina, was sollen wir machen?"
„Wieso fragst du mich das?", fragte diese zurück
„Weil du Kapitänserfahrung hast und Profis trainierst, Sweetheart", meinte Fred und gab ihr einen Kuß. „Wer wäre also besser geeignet, Wood zu ersetzen als du?"
Katie saß auf dem großen Sofa der WG und ließ den blauen Tennisball in immer gleichem Rhythmus auf den Boden aufprallen und wieder in ihre Hand springen, als Oliver aus dem Kamin wirbelte, über Lindseys Hausschuhe stolperte und fluchend gerade noch so Halt an der Stehlampe fand, die dabei gefährlich ins schwanken geriet.
„Zum Hornschwanz noch mal, was soll das denn? Hausschuhe! Hausschuhe gehören nicht vor den Kamin. Will die mich umbringen, oder was?", fauchte er und versetzte den plüschigen Schuhen seiner Schwester einen gut gezielten Tritt, die daraufhin durch's halbe Wohnzimmer flogen und an der gegenüberliegenden Wand abprallten
„Beeindruckend wirklich", meinte Katie trocken. „Vor allem, dass..."
PLOP!
„Sag mal, geht's noch? Was soll das heißen „Komm sofort her. Wir haben was zu klären". Bin ich dein persönlicher Laufbursche, oder was? Ich laß mich doch nicht einfach so herumkommandieren. Auch von dir nicht"
Lee stand urplötzlich mitten im Wohnzimmer der WG und wedelte schlecht gelaunt mit einem Stück Pergament vor Katie herum, die ihn nur völlig gelassen ansah
„Hallo Lee. Schön dass du Zeit hattest zu kommen", meinte sie ruhig und spielte ohne Unterbrechung weiter mit dem blauen Tennisball rum.
„Schön dass ich Zeit hatte zu kommen?", grummelte Lee weiter und sah sie ungläubig an. „Eigentlich hatte ich keine Zeit. Eigentlich wollte ich nämlich..."
PLOP!
„OK, hier bin ich. Um was geht es?"
„Was will der denn hier?"
„Das wüßte ich auch gerne. Schließlich ist das hier mein Wohnzimmer und nicht seins"
Oliver und Lee warfen Roger, der gerade, genau wie Lee ein paar Sekunden vorher, wie aus dem Nichts im Wohnzimmer der Wood-Bell-WG aufgetaucht war, teils verwirrt fragende, teils grummelig grimmige Blicke zu
„Er ist hier, weil ich ihn gebeten habe zu kommen", meinte Katie, fing den Ball auf, legte ihn auf den Tisch und stand auf. „Genau wie euch"
„Also mich hast du nicht wirklich gebeten zu kommen", meinte Oliver leicht konfus
„Wenn du nach diesem Brief nicht sofort gekommen wärst, wäre ich nicht nur einfach schwer enttäuscht gewesen, sondern auch endgültig fertig mit dir, Oliver", meinte Katie und sah ihn direkt an. „Denn wenn dich das, was da stand nicht wachgerüttelt hätte, hätte ich gewußt, dass dir nicht halb so viel an mir liegt, wie du immer behauptest"
Darauf sagte Oliver nichts mehr, denn damit hatte sie ein verdammt gutes Argument gebracht, was ihn nur froh sein ließ, die Entscheidung zum Trainingsabbruch getroffen zu haben, um sofort hinter ihr her zu eilen.
„Und jetzt setzt euch bitte alle, damit wir diese ganze dämliche Sache klären können", meinte Katie und sah alle drei der Reihe nach auffordernd an
Roger und Oliver kamen der Bitte auch gleich widerspruchslos nach und ließen sich auf der weitläufigen Sitzgruppe nieder. Lee stand jedoch nur mit verschränkten Armen vor Katie und starrte finster zu Roger rüber.
„Was gibt es denn da noch zu klären?", fragte er brummig. „Es ist doch alles klar. Davies hält sich nicht an Abmachungen und knutscht dich öffentlich nieder. Und statt das wenigstens zuzugeben wie ein Mann, macht er einen auf Weichei und jammert was von Interview und geschäftlichem Essen rum"
Katie wollte gerade zu einer heftigen Erwiderung ansetzen, als sie unerwarteter Weise von Oliver unterbrochen wurde
„Das ist so nicht ganz richtig, Lee", meinte er. „Katie war gestern nicht mit Roger zusammen im La Magica. Diesen Interviewtermin gab es wirklich. Und ehrlich gesagt bin ich heilfroh, dass Roger zusätzlich auch da war"
„Du bist was?", fragte Lee ihn verblüfft, während Roger Oliver einen ziemlich überraschten Blick zuwarf, den dieser ruhig erwiderte. „Hat dich beim Training ein Quaffle falsch erwischt, Wood oder habe ich mich gerade verhört?"
„Du hast richtig gehört, Lee", antwortete Oliver. „Und nein, es hat mich kein Quaffle oder Klatscher falsch erwischt. Jetzt setz dich endlich und laß die beiden erklären, was wirklich war"
„Ich glaub's nicht", meinte Lee fassungslos. „Was zur Hölle haben die dir denn erzählt, dass du dich so einlullen lassen hast, Oliver? Das würde ich wirklich gerne mal wissen"
„Dass Roger Katie davor bewahrt hat, von Montague im Untergeschoss des La Magica vergewaltigt zu werden", antwortete Oliver ruhig und sah jetzt Lee fest an, der gerade wieder zu einer Erwiderung ansetzen wollte, als das eben gehörte sich in seinem Hirn zu etwas sinnvollem zusammensetzte und ihm vor Verblüffung die Kinnlade runterklappte und er Katie schließlich entsetzt ansah
„Können wir jetzt reden oder willst du noch eine Weile weitermeckern?", fragte sie ihn
Lee sah kurz verblüfft in die Runde und ließ sich dann schweigend in einen Sessel fallen.
„Gut", meinte Katie und setzte sich ebenfalls wieder hin. „Also, am besten ist, wenn wir ganz am Anfang anfangen, zu erklären, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass ich mich mit Montague zum Interviewtermin getroffen habe. So ganz begeistert war ich davon nämlich am Anfang nicht..."
Mit ruhiger und Rogers Meinung viel zu sachlicher und beherrschter Stimme erzählte sie von dem Termin mit Montague am Abend vorher. Sie ging sogar soweit ins Details, dass sie von dem Fragespiel zwischen ihr und Montague genaueres erzählte. Roger bestritt gleich vehement, dass er je mehr mit Cho gehabt hatte, als das Verhältnis zwischen Kapitän und Sucherin. Oliver jedoch lief an dieser Stelle leicht rot an und gab etwas verlegen zu, dass Montague was Susan und ihn anging, wohl ins schwarze getroffen hatte. Roger konnte einen beeindruckten Pfiff und ein verschmitztes Grinsen nicht verhindern und auch Lee grinste vielsagend. Dieses Grinsen wurde sogar noch ein wenig breiter, als Katie schließlich auch von der Frage nach ihrem ersten richtigen Kuß berichtete und auch Katie konnte an dieser Stelle ihre kontrollierte Miene nicht länger aufrecht halten und warf Lee ein leichtes Lächeln zu.
„Dein erster richtiger Kuß war mit Lee?", fragte Roger sie ungläubig
„Mit dreizehn?", fragte Oliver noch ungläubiger
„Yep", bestätigte Katie schmunzelnd
„Ist das nicht ein wenig früh?", meinte Oliver stirnrunzelnd
Jetzt lachte Katie leicht auf
„Weißt du", meinte sie. „Das ist genau das gleiche, was Montague auch gesagt hat"
„Ich gebe es ja ungern zu, aber da gebe ich diesem Scheißkerl ausnahmsweise Recht", grummelte Roger. „Dreizehn ist definitiv zu jung für solche Küsse. Ich meine, so ein Küsschen hier und da ist ja okay, aber so richtig? Das finde ich dann doch etwas zu früh. Ich zumindest war älter"
„Ich auch", meinte Oliver und sah verdutzt zwischen Katie und Lee hin und her
„Ehrlich gesagt, wir wahrscheinlich auch, wenn es kein Spiel gewesen wäre", gab Lee schließlich ehrlich zu
„Spiel?", fragte Roger. „Was für ein Spiel?"
„Flaschendrehen", schmunzelte Katie. „Mit Fred, George, Lee und einer Flasche Feuerwhiskey mitten in der Nacht auf der Lehrertribüne im Quidditchstadion"
„FEUERWHISKEY???"
Fassungslos sahen Roger und Oliver Katie und Lee an.
„Ihr spielt mit dreizehn Jahren Flaschendrehen mit FEUERWHISKEY?", fragte Oliver völlig entgeistert
„Wie zur Hölle seid ihr da ran gekommen?", fragte Roger genauso konfus. „Das verkauft euch in dem Alter doch niemand"
„Weasley-Beziehungen", antwortete Katie schlicht und Lee nickte nur. „Und wir haben uns damit nicht völlig die Kante gegeben, falls ihr das meint. Wir haben alle nur genippt. Bei dem Kuß waren Lee und ich noch völlig nüchtern"
„Die leichte Benebelung nach dem Kuß kam also definitiv nicht vom Alkohol", meinte Lee wesentlich besser gelaunt als bei seinem Eintreffen in der WG
Roger und Oliver warfen sich nochmal einen verwirrten Blick zu. Dann schüttelte Oliver den Kopf und sah wieder zu Katie rüber.
„Ich glaube, ich will davon im Moment lieber nichts mehr hören. Erzähl lieber weiter, was gestern Abend passiert ist"
Also erklärte Katie weiter. Von der nichts sinnvolles einbringenden hin und herfragerei, von dem stummen Essen und den Betatschungen von Montague, von ihrem daraus resultierenden Gabelangriff – was allen drei Jungs ein befriedigtes Lächeln über die Lippen huschen ließ -, von den Berührungen mit dem Fuß bis zu ihrer Flucht zur Toilette. Roger warf zwischendurch immer wieder seine Sicht der Ereignisse ein und gab leicht zerknirscht zu, nach Katies Flucht kurz nicht auf Montague geachtet zu haben, was dazu führte, dass er ihn schließlich aus den Augen verloren hatte. Katie erzählte dann etwas stockend, was schlußendlich im Kellergeschoß passiert war. Wie Montague sie ergriffen und bedrängt hatte, wie sie sich vergeblich gewehrt hatte, wie er sie irgendwann noch energischer geküßt hatte, wie sie ihm schließlich ins Gesicht gespuckt hatte und er sie daraufhin schlagen wollte. Und wie in dem Moment Roger Montague von ihr weggerissen und heftig auf ihn eingeprügelt hatte, bis dieser schließlich die Flucht ergriffen hatte
Oliver und Lee waren bei diesen Schilderungen immer grimmiger geworden und sahen jetzt Roger verblüfft an. Dass der nette und beherrschte Ravenclaw, der immer lieber mit Worten, statt mit dem Zauberstab oder gar mit Fäusten Dinge regelte, plötzlich so aus sich rauskommen und zuschlagen konnte, versetzte sie in mehr als bloßes Erstaunen. Einen kurzen Moment herrschte eine verblüffte und erstaunte Stimmung. Dann explodierte Lee so dermaßen, dass Oliver, Roger und Katie erschrocken zusammen zuckten.
„Dieser verdammte, widerliche Bastard. Diese miese Schlange. Der wagt es dich anzufassen? Der wagt es ernsthaft dich so zu behandeln und glaubt allen ernstes noch, dass er damit durchkommt? Der kann was erleben. Wenn ich den in die Finger kriege, bringe ich ihn um. Ich schwöre, ich bringe ihn um. Ich mache einen richtig fiesen, heftigen Knoten in diese feige Slytherinschlange und werfe ihn einer Horde Hornschwänze als Leckerbissen zu. Ich..."
„LEE!!!"
„WAS?"
Lee, der vom Sessel aufgesprungen war und wie verrückt im Wohnzimmer auf und ablief, blieb vor Katie stehen, die direkt vor ihn gesprungen war, um ihn zu stoppen.
„Du wirst gar nichts tun", meinte sie drohend zu ihm
„WAS?", fragte er vollkommen entgeistert. „Wie kommst du darauf, dass ich nichts tun werde? Dieser Kerl wollte dir ohne dein OK an die Wäsche und ich soll nichts tun? Das kann nicht dein Ernst sein"
„Das ist mein voller Ernst, Lee", meinte Katie und in ihrer Stimme schwang so viel Nachdruck mit, dass Lee die Bemerkung, die ihm auf der Zunge lag, überrascht wieder runterschluckte. „Montague kriegt, was ihm zusteht. Dafür sorgt der Anwalt von QM, den mein Chef heute morgen schon aufgescheucht hat. Montague dürfte inzwischen eine Anzeige wegen Nötigung, sexueller Belästigung und Gewaltanwendung gegenüber Schwächeren am Hals haben. Und auch wenn mir letzteres nicht wirklich gefällt, da ich es ziemlich zum kotzen finde, dass er mir kraftmäßig überlegen war, ist dieser Weg definitiv der beste Weg. Ich will nämlich nicht, dass du oder einer der anderen beiden euch da einmischt und auch noch in Schwierigkeiten geratet. Laßt das die Anwälte regeln. Haltet euch da raus. Bitte"
Lee sah Katie eine ganze Weile durchdringend an. Katie hielt seinen Blick, doch es fiel ihr nicht leicht, denn die unterdrückte Wut auf Montague, die in seinen Augen loderte, ließ ihr eiskalte Schauer über den Rücken gleiten. Sie wußte in diesem Moment ganz genau, dass Lee nicht lange fackeln würde, wenn er Montague in die Finger kriegen würde.
„Bitte Lee", bat Katie ihn leise. „Bitte laß die Finger von ihm, Lee"
„Sie hat Recht, Lee", meinte Roger jetzt. „Es lohnt sich nicht, dass wir wegen so einem Scheißkerl ernsthafte Probleme riskieren. Unser Anwalt wird dafür sorgen, dass er dafür bestraft wird"
„Ist das ein guter Anwalt?", fragte Oliver jetzt, der die ganze Zeit schweigend, mit fest zusammengepressten Lippen und geballten Fäusten zugehört hatte, wie Lee genau das laut gesagt hatte, was ihm durch den Kopf gegangen war.
Auch er hatte Lee's Blick und die unterdrückte Wut gesehen und konnte es ihm absolut nachempfinden. Ihm ging es nicht anders. Aber im Gegensatz zu Lee begriff er, worum Katie sie alle bat und er wußte, dass sie im Grunde genommen recht hatte. Trotzdem würde er dafür sorgen, dass Fred und George beim Revanchespiel ein ganz besonderes Augenmerk auf Montague haben würden und ihm den einen oder anderen ziemlich ungemütlichen Klatscher entgegen schießen würden.
„Er ist einer der gewieftesten Schlitzohren, den es in dieser Branche gibt", antwortete Roger. „Ich würde ihn nicht gegen mich haben wollen"
„OK, dann werden wir unsere Finger von Montague lassen", versprach Oliver zähneknirschend. „Auch wenn es mir gewaltig in den Fingern juckt, ihn mal gehörig zurecht zu biegen"
„Danke", antwortete Katie. „Lee?"
„Hnnnnnggggh!", stöhnte Lee gefrustet auf und raufte sich die Haare. „OK. Ich versprech's. Aber sollte dieser Mistkerl oder einer der anderen Slytherinfreaks dir noch einmal zu nahe kommen, werde ich denen einen dermaßenen Knoten in ihre Schlangeneingeweide knoten, dass die Jahre brauchen, um ihn wieder zu lösen"
„OK, das reicht mir. Danke", meinte Katie erleichtert. „da wir das jetzt geregelt haben, können wir zum nächsten Punkt der Tagesordnung übergehen"
„Welchen nächsten Punkt",fragte Roger jetzt irritiert. „Ich dachte diese Kußgeschichte ist das, was wir regeln wollten?"
„Genau", meinte Oliver und hob plötzlich den Kopf. „Wie genau ist es denn jetzt zu dem Kuß gekommen? Das habt ihr uns noch gar nicht erklärt"
„Äh...", meinte Katie und sah ihn verwundert an. „Stimmt. Da hast du recht. Also im Grunde genommen war es letztendlich so, dass ich das auch nicht so recht weiß und ich denke, Roger ging es da ähnlich"
„Ich war völlig überrumpelt", gab Roger offen zu. „Und ich habe wirklich mit mir gekämpft, weil ich an den Deal mit euch gedacht habe. Aber ich bin auch nur ein Mensch und ich bin mir sicher, dass bei dem Kuß, den sie mir gegeben hat, keiner von euch standhaft geblieben wäre, wenn er an meiner Stelle gewesen wäre"
„Erspar uns die Einzelheiten. Bitte", bat Lee ihn und versetzte dem blauen Tennisball einen frustrierten Tritt mit dem Fuß, so dass er quer über den Tisch direkt in Rogers Schoß fiel, der ihn reflexartig auffing und anfing, ihn von der einen Hand in die andere zu werfen. Oliver sah mit recht gemischten Gefühlen auf diese Szene und warf Katie einen heimlichen Seitenblick zu. Auch sie sah auf den Ball in Rogers Händen und schloß dann seufzend die Augen.
„Tatsache ist, dass ich einfach nur nicht mehr Montagues Lippen spüren wollte", meinte sie schließlich leise. „Ich war einfach nur erleichtert, dass Roger plötzlich da war und habe völlig instinktiv gehandelt. Ich habe am ganzen Körper gezittert, Roger hat mich in den Arm genommen und mich wieder beruhigt. Und irgendwann ist es dann zu diesem Kuß gekommen. Das muß dann jemand von der Presse gemerkt haben, der oder die gerade von der Toilette kam oder zur Toilette ging und dann hat das ganze seinen Lauf genommen. Ich weiß nicht, wie genau es gelaufen ist, aber so in etwa muß es gewesen sein. Ehrlich Oliver, Lee. In diesem Moment hätte ich bei jedem von euch so reagiert. Egal wer von euch gerade da gewesen wäre"
„Hmm", meinte Lee nachdenklich. „Und warum warst du dann heute morgen bei Roger in der Wohnung?"
„Weil ich nur noch da weg wollte", erklärte Katie. „Ich habe ihn gebeten mich da wegzubringen und er hat uns rausappariert. Ich wäre da auch alleine nicht mehr zu in der Lage gewesen. Als wir bei ihm waren habe ich dann erst mal seinen halben Tee- und den gesamten Schokokeksvorrat geplündert und dann hat mir Roger erklärt, wie er so plötzlich da aufgetaucht war. Und wir haben darüber gesprochen, wie wir das Destaster mit unserem Chef regeln, denn das heiß ersehnte Interview war ja weit und breit nicht mehr in Sicht. Irgendwann bin ich dann wohl eingeschlafen und er hat mich ins Bett getragen"
„Habe ich", bekannte Roger. „Aber sie hat völlig alleine darin geschlafen. Ich habe eine recht ungemütliche Nacht auf meinem viel zu kurzen Sofa verbracht. Und am heute Morgen ist Lee dann wie ein Irrer mit dem Tagespropheten wedelnd und rumbrüllend in meiner Wohnung aufgetaucht und hat mich zusammengestaucht"
„Kannst du mir das verübeln? Nach der Schlagzeile", fragte Lee ihn jetzt ganz ruhig und gelassen und sah ihn direkt an. „Ganz ehrlich, hättest du an meiner Stelle anders reagiert?"
„Naja, zum Teil", meinte Roger verlegen grinsend. „Ich hätte nicht ganz so übergeschnappt, aber ich denke, ich hätte dir auch den Marsch geblasen"
„Oh Mann", meinte Oliver schließlich, ließ sich im Sessel zurücksinken und verbarg das Gesicht frustriert in den Händen. „Wie sollen wir uns unter den Umständen je einig werden, was Katie betrifft?"
Roger und Lee sahen ihn genauso ratlos an, wie er sich gerade fühlte und sahen dann unsicher zu Katie rüber, die gerade die Augen geschlossen hatte und tief durchatmete
„Das müßt ihr auch gar nicht", meinte sie schließlich leise
„Was?"
„Wie bitte?"
„Was soll das jetzt heißen?"
„Das soll heißen, dass wir jetzt einen neuen Deal machen", meinte Katie und setzte sich jetzt etwas aufrechter hin. Drei leicht verwirrte Augenpaare sahen sie an.
„Neuen Deal?", fragte Oliver konfus. „Wie, neuen Deal?"
„Einen Deal, an dem wir alle vier beteiligt sind", meinte Katie. „Ich weiß ja, dass ihr es mit dem Deal unter euch dreien nur gut gemeint habt. Und es hat ja auch geholfen. Die Presse hat uns und vor allem mir ja wieder etwas mehr Ruhe gegeben, als sie gemerkt hat, dass von euch nichts mehr kommt. Aber ihr hättet mich darüber informieren sollen. Schließlich ging es auch mich was an"
„Da haben wir in dem Moment nicht wirklich dran gedacht", meinte Oliver entschuldigend. „Wir haben nur gedacht, dass wir drei ja eigentlich der Grund des ganzen Theaters sind und du nur der Punkt, an dem alles zusammen läuft. Wenn wir uns also zurückhalten, würdest du aus der Schußlinie geraten. Und das ist dann ja auch so gewesen"
„Ja", meinte Katie. „Trotzdem hätte ich gerne Bescheid gewußt. Aber das läßt sich jetzt nicht mehr ändern. Deshalb will ich jetzt auch einen neuen Deal"
„Und wie soll der aussehen?", fragte Lee und sah sie fragend an
„Der soll so aussehen, dass ich euch jetzt klipp und klar mein Wort gebe, dass ich bis spätestens zum Tag, an dem das Spiel stattfindet, eine Entscheidung getroffen habe, was euch betrifft", erklärte Katie rundheraus und hielt abwehrend die Hand hoch, als alle drei protestieren wollten. „Nein. Laßt mich bitte ausreden. Ich halte euch schon viel zu lange hin und dass ihr immer noch so hartnäckig seid, statt schon längst das Weite gesucht und jemand anderes den Kopf verdreht zu haben, rechne ich euch wirklich hoch an. Aber wenn ich mir jetzt nicht selber ein wenig Druck mache, ziehe ich das noch länger durch und das ist euch allen gegenüber nicht fair. Ich habe euch Sylvester schon gesagt, dass ich wirklich Angst davor habe, dass ich zwei von euch enttäuschen muß, aber das werde ich wohl nicht verhindern können. Ich kann nur hoffen, dass ich diese beiden nicht als gute Freunde verliere, wenn ich mich schließlich entschieden habe. Denn davor graut mir wirklich. Aber ich gebe euch hier und jetzt mein Wort. Am Tag des Revanchespiels, nach dem Abpfiff, wenn wir entweder einen Gryffindorsieg feiern oder uns aus Frust über eine ungerechte Niederlage sinnlos betrinken, werde ich euch meine Entscheidung mitteilen. Fest versprochen. Denn viel länger kann das so nicht weitergehen"
Als Katie schließlich fertig gesprochen hatte, sahen sich Oliver, Roger und Lee einen Moment lang an und wußten nicht recht, was sie dazu sagen sollten. Schließlich räusperte sich Roger als erster und sah Katie fest in die Augen.
„Bist du dir wirklich ganz sicher, dass du das willst?", fragte er sie
„Wegen uns brauchst du dir nämlich nicht so einen Druck machen", machte Oliver es noch deutlicher. „Wir wollen alle, dass du dich entscheidest, aber wir wollen nicht, dass du völlig unter Druck vielleicht am Ende die falsche Entscheidung für dich triffst"
„Wir wollen alle, dass du glücklich wirst, Katie", mischte sich jetzt auch Lee ein. Wenn du das nur tust, damit wir endlich Ruhe geben, laß es bitte. Tue es nur, wenn du das wirklich willst und nicht, weil du dich durch uns unter Druck gesetzt fühlst"
„Ich will das wirklich, weil ich es will und nicht, weil ich Druck von euch bekomme", meinte Katie überzeugt. „Es ist nicht so, dass ich von euch keinen Druck kriege. Denn den kriege ich, dass ist unter diesen Umständen auch gar nicht anders möglich. Aber ich will diesen Deal, weil ich endlich eine Entscheidung will und weil ich sie nicht treffe, wenn ich mir jetzt nicht selber Druck mache. Dazu kenne ich mich zu gut. Also bitte, laßt mich hierbei nicht hängen, Jungs. Ich bitte euch"
„OK, wenn du das wirklich willst, bin ich dabei", meinte Oliver nach einem kurzen Moment des Überlegens
„Ich auch", meinte Roger. „Wenn das wirklich das ist, was du willst, bin ich dabei"
„Danke",meinte Katie und sah Lee fragend an
„Sieh mich nicht so an, Kats", meinte Lee daraufhin „Natürlich bin ich auch dabei"
„Ihr seid wirklich die besten", meinte Katie erleichtert, als alle dem Vorschlag zugestimmt hatten. „Dann sollten wir diesen Deal irgendwie hieb- und stichfest machen. Irgendwelche Vorschläge, wie?"
„Feuerwhiskey?", fragte Lee verschmitzt grinsend und spielte damit unmissverständlich auf das Gespräch hin, dass sie vor knapp einer halben Stunde noch geführt hatten
„Kein Problem", meinte Oliver genauso grinsend und sah fragend zu Roger und Katie rüber. „Wir haben welchen da"
„Also ich habe definitiv nichts gegen einen guten Feuerwhiskey einzuwenden", meinte Roger schulterzuckend
„OK, dann Feuerwhiskey", entschied Katie und stand auf, um die Gläser zu holen, während Oliver die Flasche Feuerwhiskey aus dem Schrank holte.
Als sie kurz darauf mit Feuerwhiskey ihren neuen Deal festigten, fiel Olivers Blick für einen kurzen Moment auf den blauen Tennisball, der inzwischen vergessen auf dem Wohnzimmerfußboden in der Nähe des Kamins lag. Katie hatte ihnen allen gerade ihr Wort gegeben, sich in spätestens 10 Tagen für einen von ihnen zu entscheiden. Und er hoffte ehrlich, dass sie diese Entscheidung nicht von einem simplen Tennisball abhängig machte. Denn dann sah es sowohl für Lee, als auch für ihn selber ziemlich düster aus.
A/N: OK, wir haben also wieder mal einen Deal. Jetzt liegt es also komplett in Katies Hand, wie es ausgeht und die Jungs können eigentlich nur noch abwarten
Ich hoffe, dass euch dieses Kapitel gefallen hat und die Reaktionen von Oliver und Lee einigermaßen zu eurer Zufriedenheit ausgefallen sind. Wer jetzt meint, dass Oliver Roger noch hätte zusammenstauchen sollen, hat vielleicht sogar Recht damit. Aber ich dachte, dass ich einen von den „betrogenen" Jungs ausflippen lasse und einen Katie gegenüber seine Enttäuschung zeigen lasse. Und meiner Meinung nach ist stille Enttäuschung schmerzhafter zu ertragen, als wenn man angebrüllt wird. Und der arme Oliver ist in dem Moment ja wirklich schwer enttäuscht gewesen.
Jetzt geht es zum großen Showdown und da habe ich eine Frage an euch alle. Der Showdown zieht sich über drei Kapitel hin. Oder besser gesagt, über 2 ½. Diese Kapitel sind definitiv, bis auf eine letzte kleine Überarbeitung, fertig. Genau wie der Epilog. Jetzt würde ich gerne von euch wissen, ob ihr die Kapitel in einem Rutsch, d.h. innerhalb von drei aufeinander folgenden Tagen haben wollt oder ob ich euch zwischen den Kapiteln Zeit lassen soll, damit ihr Zeit habt, das alles vernünftig zu überdenken und euch Gedanken über eure Reviews (die ich sehr, sehr gerne hätte) machen könnt?
Um euch die Entscheidung darüber etwas zu vereinfachen, sage ich gleich, dass es zwischen zweien dieser drei Kapitel einen gewaltigen Cliffhanger gibt. Also wären schnelle Updates vielleicht gar nicht so übel. Andererseits dauert es dann wesentlich länger, bis es die Fortsetzung gibt. Denn die habe ich zwar vorbereitet, aber es steht bisher nur der Storyplot und es ist noch keine einzige Zeile eines Kapitels fertig.
Wie gesagt, es ist eure Entscheidung. Das Finale in einem Rutsch und dafür längere Wartezeit bis zur Fortsetzung oder das Finale mit längeren Wartezeiten zwischen den Updates und dafür am Ende eine relativ kurze Wartezeit bis zur Fortsetzung. Ich richte mich ganz nach euren Wünschen
