Kunst & Taten
So, heute hab ich mal für beide Zielgruppen etwas. Zum einen das ruhige, ausgeglichene Freizeit Setting und die CSI ähnliche Spannung. Was gefällt euch besser? Bilder vom Louvre und das erwähnte Gebäude, sowie die beschriebenen Outfits findet ihr wie üblich bei meinem Tumblr und Pinterest Accounts.
Nach dem Gespräch mit Treville in seinem Büro und dem Telefonat mit Nathan, ging Athos wieder zu den anderen in das Guard Zimmer. Aramis und D'artagnan blickten auf. „Und?" fragte D'artagnan voller Ungeduld.
„Treville denkt, es sei Savoy." „Wie, es ist Savoy?" Porthos war nun auch sichtlich an dem Gespräch interessiert. „Savoy soll laut Treville der Strippenzieher sein. Bei der Immobiliengeschichte und auch bei Annes Entführung. Die Zerstörung der Galerien geht auch auf sein Konto."
Das schockierte die anderen drei nicht wirklich, da sie das mit den Galerien schon wussten. Auch war ihnen Savoy nie wirklich ganz geheuer. Aber dass Savoy Anne entführt haben ließ, traf vor allem Aramis. Dieser ging sofort zu den Schränken und wollte die Ausrüstung zusammensuchen.
„Dann müssen wir uns ihn schnappen, auf was wartet ihr denn noch?" fragte Aramis nun. Athos ging auf ihn zu und machte die Tür des Schrankes wieder zu. „Und was genau willst du denn jetzt tun? Er ist kein einfacher Straßendieb. Wir können nicht einfach bei ihm auftauchen und uns wie üblich verhalten."
Porthos kam Athos zu Hilfe. „Aramis, Athos hat recht. Er ist ein einflussreicher Unternehmer, dem fast die gleichen Mittel zur Verfügung stehen wie uns. Das wäre ein Kampf, denn wir verlieren könnten. Nein, wir sollten taktisch vorgehen."
Auch wenn Aramis die Entführung und das Leid von Anne Savoy heimzahlen wollte, so überzeugten ihn schlussendlich die Fakten von Porthos.
„Und wie wollen wir dann vorgehen?" stellte D'artagnan die entscheidende Frage. „Treville will, dass wir den verschwundenen CEO von Savoy finden." Dieses Mal unterstützte Porthos Athos nicht. „Und was dann? Ich habe doch gesagt, wir müssen taktisch vorgehen. Wir sollten sehen, mit wem wir es zu tun haben und nicht noch einen seiner Mitarbeiter finden."
„Aber wenn Treville sagt, dass dies in diesem Moment wichtig ist, dann müssen wir ihm vertrauen, Porthos. Grad du müsstest doch wissen, dass Treville immer einen Plan hat." Redete nun D'artagnan auf ihn ein.
„Dann wäre das ja geklärt." meinte Athos schlicht. Für ihn war dies nun zu Ende diskutiert. „Aber wie finden wir den CEO?" Aramis war sichtlich ratlos, der CEO war nun schon längere Zeit verschwunden und sie hatten keinen einzigen Anhaltspunkt.
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Jeany, Constance und Anne saßen wie verabredet gegen späten Nachmittag im Englischen Garten. Auf dem Tisch waren Kaffeetassen und Gebäck für die Damen bereitgestellt. Jede von ihnen hatte ein gutes Buch.
Ein Diener kam über die Brücke zu der kleinen Gruppe, verbeugte sich und sprach Anne an. „Madame, der Auktionator möchte Euch gerne sprechen." Er ging einen Schritt beiseite und der eben Genannte trat vor.
Anne erhob sich zugleich und begrüßte den etwas in die Jahre gekommenen Mann. „Wie schön, dass Sie es einrichten konnten uns noch heute zu berichten." „Natürlich Madame, Sie hatten ja alles schon im Vorfeld so gut organisiert, da mussten ich und meine Leute kaum noch arbeiten. Meine Empfehlungen Madame."
Er senkte kurz den Kopf, als eine Art Ehrerbietung, dann sprach er weiter. „Wir hatten sogar schon die Ergebnisse am Abend, leider waren sie nicht mehr aufzufinden. Daher kann ich Ihnen erst jetzt die finale Summe nennen."
Anne war am Abend aus einem guten Grund nicht mehr anwesend gewesen, sie hatte aber nicht gedacht, dass ihre Abwesenheit jemand auffallen würde, um sehr beschämte sie es, dass der Auktionator dies mitbekommen hat. Sie würde rot. Constance entging dies natürlich nicht.
„Nun, Madame, ich kann stolz verkünden, dass wir insgesamt 456.000 € eingenommen haben." Alle drei Frauen waren hellbegeistert und fielen sich in die Arme. „Oh, das ist ja wundervoll. Jeany, hast du das gehört, mit der Summe können wir alle Galeristen helfen." Sagte Constance stolz.
„Monsieur, ich danke Ihnen. Sie haben einen großen Teil an dieser Summe beigetragen. Vielen Dank. Ich werde Sie in den höchsten Tönen weiterempfehlen." Der Auktionator bedankte sich und verbeugte sich am Ende. Dann führte ihn der Diener wieder in das Chateau.
Auch Jeany erhob sich nun. „Ich muss los und diese Nachricht sofort den anderen mitteilen. Ach, wie schön das ist. All unsere Mühe war also nicht umsonst." Man merkte, wie Jeany nun erleichtert war. Geld war nicht wirklich ein Thema für sie gewesen, aber auch das Schicksal ihrer Kollegen hatte sie mitgenommen.
„Mach das. Richte Grüße von uns aus. Wir werden zeitnah die Maßnahmen für den Bau, die Renovierungen und Instandsetzung bereden." Jeany verstand und eilte dann in die gleiche Richtung wie der Diener und der Auktionator zuvor.
Anne und Constance setzten sich wieder und nahmen einen Schluck Kaffee. „Weißt du was, nach all den Mühen und Entführungen und Angriffen haben wir uns etwas Entspannung und Spaß verdient."
Anne lachte nur. „Waren wir nicht erst letztens in einem Wellness-Center?" Constance schüttelte den Kopf. „Das ist zu lange her. Komm, lass uns in den Louvre gehen und anschließend machen wir eine kleine Shoppingtour."
Constance war von ihrem Vorschlag hellauf begeistert. Anne überlegte noch. Sie hatte eigentlich sehr viel Finanzunterlagen, die sie abarbeiten müsste. Aber wer sagt denn etwas gegen einen kleinen Shoppingausflug und überhaupt würde sie auch noch Kultur haben. „Gut dann machen wir das so." stimmte nun auch Anne ein.
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Noch immer saßen Athos, D'artagnan, Porthos und Aramis im Guardzimmer. Alle hatten Laptops vor sich und suchten verzweifelt nach irgendeinem Hinweis oder einer Spur für den Verbleib von Cluzet. Wo sollten sie auch anfangen. Bei dem Verschwinden von Personen waren die ersten vierundzwanzig Stunden ausschlaggebend. Bei ihnen waren aber schon Wochen vergangen.
Nathan kam nach seinem Gespräch mit Treville in das Guard Zimmer, er wollte sich einrichten und vielleicht auch Athos treffen um ihm zu danken. Athos blickte auf und als er seinen Schützling sah, klappte er den Laptop zu.
„Und wie lief es mit Captain Treville?" fragte er ihn. Ganz stolz sagte Nathan nur. „Ich darf nun mit euch arbeiten, zwar nur zu Probe, aber immerhin kann ich mich so beweisen." D'Artagnan blickte ihn nun auch an. „Meinen Glückwunsch. Hier ist es meistens rau und hart, aber man lernt sehr viel. Eine gute Entscheidung zu uns zu kommen."
Porthos winkte sogleich den Neuen her. „Nun, du kannst dich gleich hier beweisen." Nathan war etwas verwundert, hatte er doch nicht damit gerechnet, so schnell wieder anzufangen. „Komm Junge, für jemanden wie dich wird es ein Leichtes sein, jemanden zu finden." Sagte Porthos, stand auf und ließ Nathan sich auf seinen Platz setzen.
„Und wen soll ich finden?" fragte nun Nathan, begann jedoch schon auf der Tastatur herum zu tippen. „CEO von Savoy Inc., sein Name ist Cluzet. Er ist vor ein paar Wochen auf dem Weg zu Chateau Fontainbleau verschwunden." Informierte ihn Porthos vollends.
„Jetzt schieb doch nicht deine Arbeit dem Jungen zu, Porthos." Schellte ihn Aramis. Porthos grinste nur. „Hättest ja selber auf die Idee kommen können" meinte dieser nur. „Porthos hat vielleicht Recht." Sagte nun Athos. „Vielleicht?" fragte Porthos brüskiert.
Darauf ging Athos nicht weiter ein. „Nathan, vielleicht kannst du dich in einige Überwachungs- und Verkehrskameras hacken. Irgendwo muss man ihn ja gesehen haben. Hier sind die Daten wo man ihn als letztes gesehen hat. Das war im Bürokomplex La Defense."
Die Suche dauerte die ganze Nacht. Nathan tippte unermüdlich. Athos, Porthos blieben lange bei ihm und unterstützen ihn. Aramis und D'artagnan mussten hingegen gehen, da sie die Damen am nächsten Morgen nach Paris begleiten würden.
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Am späten Morgen des nächsten Tages trafen sich Constance und Anne bei den Autos im Hof. Auch Aramis und D'artagnan, sowie Marc und Vincent warteten schon dort. Aramis konnte wieder nicht seine Augen von ihr lassen.
Die beiden jüngeren bekamen dies zum Glück nicht mit, starrten aber ebenso die beiden Frauen an. Anne war auch eine Augenweide in ihrem lockeren mintgrünen Kleid. Es hatte schwarz abgesetzte Kanten und war in der Taille locker mit einem schwarzen Gürtel gebunden. Das Kleid war knielang. Dazu trug sie schwarze High Heels aus Samt. Passend zu den Feinheiten des Kleides trug sie eine schwarze Tasche und mint-farbene Ohrringe und einen Armreif.
Als sie einstieg fragte sie wie üblich. „Müssen wir denn immer mit so vielen das Schloss verlassen?" „Madame, es dient eurer Sicherheit und gerade der Louvre aber auch Paris selber ist um diese Jahreszeit von Touristen überlaufen. Mit so viel Mann können wir ausreichend Schutz gewährleisten." Erklärte Aramis ihr sachlich.
Die Fahrt zum Louvre verlief ohne Probleme und sie kamen ohne weiteren Stau in der Tiefgarage des Louvre an. Dort stiegen sie aus. Durch einen extra Aufzug gelangten sie in das Foyer. Dort besorgten Constance mit D'Artagnan im Hintergrund die Eintrittskarten. Constance musste der Kassiererin nur erklären für wen die Karten waren und sie bekamen VIP Tickets.
Diese Tickets erlaubte es ihnen die langen Warteschlangen zu umgehen. Der Louvre selber war sehr pompös und voller Kunstgegenstände. Man wusste gar nicht wo man als erstes hinschauen sollte. Man war teilweise überfordert.
D'artagnan lief immer voraus und machte den Damen Platz, sodass diese sich nicht mühsam vorbeizwängen mussten. Dabei beobachte Constance ihren Liebhaber. Er sah heute wieder verboten gut aus. Er hatte eine washed Blue Jeans an. Dazu weiße Sneaker und ein schwarzes T-Shirt mit Print, das seine Muskeln bestens definierte.
Sie sahen sich vor allem die berühmtesten Kunstwerke an. Für alle, hatte man an einem Tag, geschweige an einem halben, kaum die Zeit. Natürlich war die Mona Lisa Pflicht. Als Constance das kleine Bild näher betrachtete, nutzte D'artagnan diesen Moment, stellte sich nahe zu ihr und erzählte ihr die Geschichte, als die Mona Lisa gestohlen wurden war.
Er war ihr so nahe, dass sie sich kaum auf die Geschichte konzentrieren konnte. Sie spürte leicht seinen Arm und seinen Bizeps an ihrem Rücken, ihre Nackenhaare stellten sich auf, wann immer sein Atem an ihren Hals gelangte und erst sein Duft.
Dann gingen sie zu den Skulpturen. Da waren natürlich die berühmte Statue der Venus, dabei. Sie sahen unglaublich realitätsnah aus. Eine wahre Kunst, das fand vor allem Marc, der mehr auf die Skulpturen, als auf seine Zielpersonen achtete.
Auch die Bilder vom Astronom und das Selbstporträt von Albrecht Dürer bestaunten sie. Bei dem Bild, dass die Krönung von Napoleon darstellte und dem Gemälde mit dem Titel Freiheit für das Volk blieben Aramis und Vincent etwas länger stehen. Diese Bilder waren für die französische Geschichte von unschätzbaren Wert. Dies mussten sie in sich aufsaugen.
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Gegen zehn Uhr kam Athos in das Chateau, sie hatten gestern noch bis in die Nacht gearbeitet, doch leider nichts gefunden. Als er in das Guardzimmer kam, sah er Nathan, der halb auf dem Stuhl saß und seine Arme und den Kopf auf der Tischplatte abgelegt hat. Anscheinend schlief er.
Athos rüttelte ihn wach. Nathan schreckte leicht auf. „Oh ich muss wohl eingeschlafen sein." Meinte er, als er erkannte wo und mit wem er sich befand. Die Position war nicht optimal zum schlafen gewesen und er rieb sich seinen Nacken.
„Hast du was gefunden?" fragte Athos und holte beiden einen Kaffee. Nathan nahm dankend die dampfende Tasse entgegen. „Ich hätte gestern schon etwas gehabt, aber der Laptop ist für solche Sachen nicht ausgelegt, daher habe ich auch die Nacht hier verbracht." Athos nickte nur.
Das Chateau war für sein Alter und die Verhältnisse gut ausgestattet, aber es gab anscheinend noch Luft nach oben. Beide tranken still ihren Kaffee, dann kam ein Tonsignal aus dem Laptop. Nathan sah sofort nach, was dieser Ton ausgelöst hat.
„Wir haben etwas. Eine Kamera hat ihn nördlich von Fontainbleau aufgenommen. Er hatte anscheinend eine Panne. Er hielt an und stieg aus." Berichtete Nathan. „Und dann?" fragte Athos und lehnte sich so hin, dass er den Bildschirm sah.
„Nichts, die Kamera zeigt dann ein Flimmerbild an. Entweder wurde die Kamera zerstört oder man hat das Signal gestört. Moment, vielleicht gibt es in der Nähe eine Kamera, die vielleicht etwas aufgenommen hat." Nathan tippte wieder auf die Tastatur.
„Nein, im Umkreis gibt es keine weitere für den Bereich. Ich kann mal nach dem Kennzeichen suchen von dem liegen gebliebenen Auto." Athos war leicht beeindruckt, so viel Eigeninitiative hätte er Nathan nicht zugetraut.
„Ah, hier, das Auto fuhr wieder weiter. Hier zum Seine. Warte ich habe noch eine Kamera." Nathan zeigte Athos ein Überwachungsvideo. Dort sah man, wie das Auto von zwei Personen, die man nicht erkannte, in den Fluss geschoben wurde.
„Sitzt Cluzet noch drin?" Nathan schüttelte den Kopf. „Es ist in den Bildern nicht ersichtlich, wenn dann müsste er auf der Rückbank oder im Kofferraum liegen. In den Fenstern sieht man nichts. „Also stehen wir wieder am Anfang." Sagte Athos und trank den letzten Schluck Kaffee aus.
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Die große Gruppe, bestehend aus Constance, Anne, D'artagnan, Aramis, Marc und Vincent wollten etwas essen gehen nach dem anstrengenden Besuch im Louvre. Sie gingen in das Ripaille nahe des Louvre.
Anne und Constance wollten dahin laufen, aber Aramis und D'artagnan hatten vehement Einspruch eingelegt. Ein Spaziergang zur Mittagszeit war ihnen dann doch zu gefährlich. Daher fuhren sie in den sicheren Autos zu dem Restaurant.
Als Constance ausstieg kam D'artagnan nicht umhin sie bewundernd anzustarren. Sie hatte ein weißes Cocktailkleid an. Am Saum hatte es einen breiten Print. Darüber trug sie einen hellblauen Blazer, der aber sehr dünn und locker geschnitten war. Dazu hatte sie passende hohe Schuhe an und eine hellblaue Tasche.
Aramis half Anne aus dem Wagen. Dabei konnte sie seine durchtrainierten Arme und Beine gut bewundern. Hatte er sich doch heute für ein kurzärmeliges hellblaues Hemd, eine dunkelblaue Shorts und ein graues Cap entschieden. Dazu eine Uhr von CW und hellblau, weiße Sneaker.
Im Restaurant fanden sie alle ein gutes Gericht, natürlich saßen Aramis und D'artagnan bei Anne und Constance, hatten sie doch die Männer eingeladen, an ihrem Tisch zu sitzen. Marc und Vincent hatten sich einen Imbiss geholt und warteten draußen.
„Ach mir tun die beiden schon sehr leid." Sagte Anne und blickte zur Tür. Aramis beruhigte sie. „Wir mussten alle da durch, das ist nun mal so, wenn man neu ist und ein Rekrut. Wir alle mussten dadurch. Oder D'artagnan?" Dieser nickte nur zustimmend.
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Athos stand hinter Nathan, dieser durchsuchte weiter die Kameras und das Deep Web um Spuren von Cluzet Verbleib zu finden. Treville kam herein und stellte sich neben Athos. Athos flüsterte zu Treville.
„Nathan hatte die ganze Nacht hier gearbeitet. Wir wissen jetzt, dass Cluzet womöglich eine Panne hatte. Dann fielen die Kameras aus, das nächste was wir gefunden haben, war, dass sein Auto in die Seine geschoben worden war."
„Ich habe ihn!" rief Nathan laut und lehnte sich auf dem Stuhl zurück. Treville und Athos gingen näher an ihn heran und blickten auf dem Bildschirm. „Hier, ein lebloser Körper wird von einer Person getragen. Das passiert nur achthundert Meter entfernt von der Stelle, wo er stehen geblieben ist."
„Kann man den Träger identifizieren?" fragte nun Treville. Nathan versuchte einen anderen Blickwinkel, aber auch hier ohne Erfolg. „Nein, es ist sehr dunkel und die Kameras haben keine gute Qualität." „Wohin trägt er ihn?" warf nun Athos ein.
„Zu einem Transporter. Moment ich bekomme das Kennzeichen heraus und kann ihn so verfolgen." Wieder begann Nathan mit seiner Arbeit. Athos und Treville standen nur neben ihn und begutachteten seine Arbeit.
Sie waren wirklich von den Fähigkeiten, dem Einsatz und dem Ehrgeiz des Jungen beeindruckt. Hätten sie doch weitaus länger gebraucht für die gleichen Informationen. „Es ist ein Transporter, er hat ihn da hineingeworfen. Ah, und der Transporter ist dann in Richtung Paris gefahren."
Nathan öffnete dann eine Karte von Paris. „Hier, dort hielt er an. Das Auto steht bis heute noch da. Ich kann die Adresse an die Handys schicken." Sagte nun Nathan und drehte sich zu ihnen um. Treville nickte. Endlich hatten sie eine gute Spur.
„Athos, wir schauen uns da mal um." Treville wollte gehen. Bei so einer wichtigen Aufgabe wollte er selber in der ersten Reihe stehen. „Ich werde noch Verstärkung holen, der Stadtteil ist nicht gerade der beste und wer weiß, was uns da alles erwartet."
Athos schaute erst in den Dienstplan und suchte sich diejenigen heraus, die man von ihrem Wachposten abziehen konnte. Dies waren acht Stück. Dann ging er noch in den Keller. Dort trainierte gerade Porthos.
Porthos bearbeitete einen Sandsack und war durch den Schweiß Oberkörperfrei. Athos warf ihm sein T-Shirt entgegen. „Wir haben Arbeit." Meinte er nur knapp und ging wieder nach oben. Porthos fing gekonnt sein Shirt auf, nahm beim vorbeigehen seine Trinkflasche mit und folgte seinem Freund.
Dann gingen die acht Wachen, Treville, Porthos und Athos zu den Wagen, die in der Garage standen. Nathan sollte auch mitkommen, dieser hatte wie immer seinen Laptop unter dem Arm. Sie nahmen die drei Volvos und fuhren los.
Die Fahrt dauerte nicht lange und sie waren in einem der äußeren Stadtgebiete. Sie parkten eine Querstraße weiter und stiegen alle aus. Dann öffneten sie die Kofferräume und rüsteten sich aus mit Schutzwesten, Waffen und Blendgranaten. Einer der Männer nahm noch eine Ramme mit.
Während sich alle bereit machten, überprüfte Nathan das Gebäude. „Das Gebäude steht seit einigen Jahren leer. Es hat drei Stockwerke und einen Keller. Man sollte es nicht betreten, da es baufällig ist, aber der Statiker hat ein Gutachten erstellt, in dem steht, dass es erstmal nicht einsturzgefährdet ist."
Nachdem sich Athos, Porthos und Treville noch einmal den Bauplan angeschaut hatten, diesen hatte Nathan während der Fahrt schon heruntergeladen und den dreien auf seinem Bildschirm gezeigt, ging es los.
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Als die kleine Gruppe mit dem Essen fertig war und bezahlt hatte, fuhr sie in das Carrousel du Louvre. Einer großen Shoppingmall die unterirdisch lag. Zwar waren ihre männlichen Begleitungen nicht wirklich erpicht darauf, nun shoppen zu gehen, aber Constance und Anne waren erfreut, neben all dem Trubel mal etwas Geld für sich ausgeben zu können.
Anne und Constance liefen in der Mitte, Marc lief voraus. An Annes Seite lief Aramis. D'artagnan und Vincent liefen am Schluss. „Wir anstrengend ist das bitte. Ich bin nicht aus der Armee gegangen um nun Taschenträger von einer reichen Frau mit ihrer Assistentin zu werden." Beschwerte sich Vincent leise.
Anne und Constance konnten ihn nicht wirklich hören, waren sie doch schon zu sehr gefangen im Konsumrausch. Doch Aramis, aber vor allem D'artagnan hatten ihn genau gehört. Als Anne und Constance sich gerade einen Stand mit Ketten und anderen Schmuck anschauten, nahm ihn D'artagnan zur Seite.
An einer Ecke der Mall konnte sie so kaum jemanden beobachten. Er drückte ihn gegen die Wand, sein Unterarm schnürte dabei Vincent fast die Luft ab. „Ich möchte so ein respektloses Verhalten gegenüber den Gästen des Kings nicht mehr sehen. Es ist ein Privileg für ihn zu arbeiten und es ist ein Privileg, seine Gäste zu beschützen."
D'artagnan redete ruhig und mit gedämpfter Stimme zu ihm. Diese ruhige Art war man sonst nicht wirklich von ihm gewöhnt, dass machte es um so gefährlicher. „Ich will, dass du deine Arbeit ordentlich und professionell machst. Und wenn die Damen wollen, dass du ihre Taschen trägst, dann wirst du das machen. Haben wir uns verstanden?"
Vincent nickte, soweit es ihm mit D'artagnans Unterarm an seiner Kehle möglich war. „Wenn ich dich noch einmal so reden höre, dann wirst du dir wünschen, wieder bei der Armee zu sein. Denn dann wird deine Zeit beim King zur Hölle." Mit dieser Drohung ließ er von ihm ab.
Vincent schnaufte nach Luft und atmete schnell ein und aus. Er hatte immer gedacht, dass Athos oder auch Porthos die gefährlichen der vier waren, aber anscheinend unterschätzte man D'artagnan. Dieser Fehler würde ihm nicht ein zweites Mal passieren.
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Eine kleine, schwarz gekleidete Gruppe, gut ausgerüstet, ging in ein Gebäude, das teilweise nur noch als Ruine stand. Der Captain teilte drei Gruppen ein. Eine Gruppe sollte die zwei oberen Geschosse sichern. Die zweite sicherte das Erdgeschoss und die Ausgänge ab.
Er selbst, Athos und Porthos gingen nach unten in den Keller. Sie gingen vorsichtig vor und deckten sich gegenseitig. Doch im Keller war niemand. Dann hörten sie von oben Gepolter. Über Funk wurde jedoch zugleich durchgegeben, dass alles klar war.
„Habt ihr etwas gefunden?" fragte Athos das erste Team. „Es waren zwei Männer im zweiten Geschoss, wir haben sie überwältigt." Gab der Team Führer durch. Treville ging mit Porthos weiter in den Keller herein. Sie stießen auf eine Tür.
Porthos leuchtete mit seiner Taschenlampe nach unten. Am Boden stand ein Tablet mit dreckigen Geschirr. Er machte Treville und Athos, der gerade aufschloss, darauf aufmerksam. Treville drückte dann vorsichtig die Türklinke herunter. Jedoch ließ sich die Tür nicht öffnen.
Athos nahm das Walkie-Talkie. „Ramme in den Keller." Gab er nur kurz durch. Sofort kam einer des zweitens Teams mit dem gewünschten Objekt. Auf drei brachen sie die Tür ein und stürmten in den Raum.
Dieser war kaum beleuchtet, sie konnten nur dank ihrer Taschenlampen etwas erkennen. Der Raum an sich war feucht, fast schon modrig. Es roch nicht wirklich gut. Es gab nirgends Möbel, kein Stuhl, kein Bett und auch kein Tisch. In der hintersten rechten Ecke saß ein Mann zusammengekauert auf dem Boden.
