Zwanzigster Brief…
… in dem diesmal nicht unbedingt ein StarGAST ankündigt wird, eher ein „Monster of the Week"…
Dandelion ist eine weitere Figur aus meinen Büchern – dort mein ewiger Gegenspieler, Lieblingsfeind und bester Freund.
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Ihr habt schon wieder nicht richtig zugehört...
Erstens habe ich Euch gesagt, daß ich noch nicht alle Clowns gefunden habe, zweitens, daß ich nicht für alles verantwortlich bin, was im Schloß passiert! Außerdem hat niemand von Euch verlangt, durch diese Tür zu gehen - das habt Ihr einzig Eurer Neugier zuzuschreiben. Das sollte eine Lehre für Euch sein, aber wie ich Euch kenne, wird das nichts nützen...
Völlig blind in der Dunkelheit? Wie interessant...
Und ein übermächtiger Gegner war das wohl kaum. Immerhin habe ICH IHN gejagt. Wiewohl ich auch zugeben muß, daß er mir entkommen ist... Der beste Fechter der Galaxis? Dieser Titel gebührt uns beiden, Dandelion und mir. Die Frage nach dem Besseren stellt sich seit beinahe zweihundert Jahren. Aber Ihr seid mir auf keinen Fall gewachsen. Keine Angst - das ist nicht das, was ich für Euch als Showdown vorgesehen habe...!
Das „My Dear" verbitte ich mir übrigens entschieden, ebenso wie die diversen Beleidigungen Eures sogenannten Sekretärs, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Sagen wir so: ich bin deshalb sauer. Ziemlich sauer. Und zuweilen kann ich recht nachtragend sein. Das bedeutet für Euch: keine medizinische Versorgung mehr. Keine Waffen. Keine Lebensmittel.
Das nur nebenbei.
Zurück zum Thema.
Dieser Gnom, dessen Ihr Euch so vehement entledigt habt, verdarb mir übrigens nachhaltig den gestrigen Abend. Ich genoß eben den Sonnenuntergang dieses herrlichen Herbsttages vor dem Schloß, als plötzlich mit einem gutturalen Schrei dieses seltsame Wesen genau vor meine Füße fiel... Jetzt, da Ihr es sagt, meine ich mich zu erinnern, daß er mit einem „Quaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaasiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii..." aufschlug...
Zu dumm, daß Ihr nicht aus dem Fenster gesehen habt - Ihr hättet sonst bemerkt, daß auch er sich auflöste und eine kleine weiße Made aus dem Mehlberg kroch. Im Gegensatz zu den anderen habe ich diese allerdings mit meinem Degen aufgespießt, bevor sie sich davonmachen konnte. Ich habe keine Lust, auch noch den Bereich außerhalb des Schlosses verclownt zu sehen.
Rotkäppchen kenne ich leider auch. Es ist traurig, nicht wahr? Der Peter-Pan-Zauber hat bei ihr leider nachgelassen, seit einiger Zeit altert sie... Wenigstens hat sie einen Freund gefunden, und man kann über die Klingonen behaupten, was man will - sie lieben Ihre Frauen. Sein Name ist allerdings nicht Gill, sondern K'ill.
So. Ihr seid nun also an der Feuerwand vorbei. Dummerweise für Euch habt Ihr dabei eine Tür übersehen, so daß Ihr nun vor der falschen steht, in der Überzeugung, daß dies die Tür sei, zu der Pille Euch geschickt hat... Es freut mich, Euch sagen zu können, daß es definitiv die falsche ist! Allerdings ist sie genau richtig für meine Zwecke und entspricht meiner derzeitigen Stimmung auf das wunderbarste.
Die Tür selbst sieht von außen ganz harmlos aus. Dahinter ist kein Geräusch zu hören, und deshalb öffnet ihr sie recht unbedarft.
Dahinter befindet sich allerdings ein recht seltsamer Raum: er ist rundum mit Steinen vermauert, zehn Meter hoch und mit unzähligen Fackeln beleuchtet, und der Boden ist mit einem Gemisch aus Knochen und Sand bedeckt. Das macht Euch zwar stutzig, aber es ist zu spät... die Tür hinter Euch ist zugefallen und hat von innen weder Riegel noch Klinke, und außerdem ist sie dick mit Metall verkleidet. In den Wänden ist keinerlei Öffnung, und sei sie noch so klein. In den dunklen Tiefen der Kaverne allerdings meint Ihr, noch eine weitere Tür entdecken zu können. Um genau zu sein, ist es ein Tor, das genauso hoch ist wie die Kaverne selbst. Ihr seid jetzt mittlerweile wohl ziemlich beunruhigt, was ich daran sehe, daß Ihr Euch nervös umseht, aber da es keinen anderen Ausweg zu geben scheint, bewegt Ihr Euch langsam und vorsichtig auf das Tor zu. Unglücklicherweise tretet Ihr dabei auf genau die stelle im Boden, die den Öffnungsmechanismus des Tores auslöst. Dahinter ertönt nun ein Brüllen, das Steine schmelzen kann...
Das ist nun die Stelle, an der ich mich entspannt zurücklehne. Wenn ich mich recht erinnere, verfügt Ihr über einen Phaser Klasse 1, einen Dolch und einen gebrochenen Arm. Nicht gerade ein gut ausgestattetes Inventar für eine Begegnung...
mit einem Rancor!
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Klingonische Namen fangen – jedenfalls soweit ich weiß – immer mit einem „K" an, ab dem Moment, in dem der Träger das Mannbarkeitsalter erreicht. Nachzulesen in dem wirklich guten Roman „Der letzte Schachzug".
