Aufgrund von Vorwürfen, ich würde die Tiefe verlieren, und die Malfoys nicht authentisch bringen, habe ich die Kapitel überarbeitet.
Ginny hat jetzt andere Gründe, es lohnt sich, das 19. und 20. Kapitel noch einmal zu lesen.
Danke natürlich noch an Hermina und Mrs. Moony-Lupin. Ich möchte euch nicht vergraulen.
Und noch mal für alle: Ich habe einen festen Plan (ja, mittlerweile tatsächlich!). Es folgen jetzt noch zwei Kapitel, dann ist die Geschichte zu Ende. Ich möchte Lucius als kalt, leicht sexistisch und böse rüberbringen, Draco dagegen als von der Ereignissen in Band 6 gezeichneten Jungen. Vielleicht hat er sich ja in Ginny verliebt. Ich weiß es selber nicht genau. Auf jeden Fall hasst er Harry wie eh und je. Und warum sollten böse Buben so böse sein wie alle sagen?
Akiba, wenn du doch noch mal hier herein schauen solltest, ich habe die letzten drei Kapitel überarbeitet. Vielleicht fällt es nicht auf, aber ein paar Sachen, die du so bemängelt hast, habe ich verändert. Vor allem das letzte Kapitel.
Vielleicht wird ja jetzt die Gefühlswelt von Ginny klarer. Sie hat Harry betrogen. Und fühlt sich deswegen schlecht. Vielleicht habe ich das nicht deutlich genug gemacht.
Jetzt hier Kapitel 21. Damit sollte das noch klarer werden, was ich vorher geschrieben habe. Ginny hat sich NICHT in Draco verliebt.
21. Entdeckung
Es war nicht zu übersehen, dass Lucius sehr sauer auf seinen Sohn war. Er hielt ihn grob am Arm gepackt und zerrte ihn hinter sich her den mit Kies bestreuten Weg entlang.
„Du sollst nicht nett sein zu ihr! Du sollst sie bestrafen!", schimpfte der ältere Malfoy.
Draco jammerte und zappelte, aber entkam seinem Vater nicht.
Sie passierten das schwere Eisentor der Mauer, die um das Anwesen führte, und apparierten davon.
Kaum waren sie verschwunden, tauchte ein buschiger Lockenkopf hinter einem Baum auf, gefolgt von einem zerstrubbelten Schwarzhaarigen.
„Sie sind weg."
Harry nickte zustimmend. Seine Augen waren im Zorn verengt, und er starrte noch immer auf die Stelle, an welcher die Malfoys verschwunden waren.
„Hast du gehört, was er gesagt hat?", flüsterte Hermine nervös. „Sie wollen ein Mädchen bestrafen."
„Und Malfoy war nett zu ihr, obwohl er es nicht sein sollte…", murmelte Harry. Er hasste Draco in diesem Moment mehr als zuvor.
„Harry, was meinte er damit?"
Harry zuckte mit den Schultern. Er konnte an nichts anderes denken als Ginny zu rächen, sollte ihr etwas passiert sein.
Sie schraken beide zurück, als Lucius wieder auf dem Weg erschien. Er hatte ein gerötetes Gesicht und war alleine. Mit großen Schritten ging er wieder auf das Anwesen zu.
Hermine und Harry sahen sich an, dann warf Harry den Tarnumhang wieder über sie beide und sie folgten dem Vater ihres Schulfeindes.
Sie schafften es, gerade noch so hinter ihm durch die große Haustür zu schlüpften.
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Bis in den Keller folgten sie Lucius. Dort blieb jener stehen und sprach mit einer Frau, die ihn sowohl unterwürfig als auch lüstern ansah.
„Sie sind beide da drin? Zusammen? Hast du noch nichts über Gefangenschaften gehört, du dummes Weib?! Man hält sie Einzeln! Und sicher ist die kleine Weasley noch nicht mal gefesselt! Belana, ich denke, du musst nachher bestraft werden!"
Die Frau, Belana, schaute gierig lächelnd zu Lucius herauf. Harry zog seinen Zauberstab, denn er dachte, Lucius würde sie mit einem Zauber belegen.
Als jedoch der alte Malfoy die Frau an sich presste und heftig zu küssen begann sah Harry aus den Augenwinkeln, wie Hermine sich die Hand auf den Mund presste und fast unhörbare Würgegeräusche machte.
Wenn er so eine Frau bestraft… hat er das dann auch mit Ginny gemacht?
Harrys Puls schlug schneller. Lucius grapschte ungezügelt an der Frau herum, und Hermine drehte sich weg, lehnte dabei den Kopf an Harrys Schulter.
Hinter dieser Tür wird Ginny sein. Und Ron.
Er konnte nicht mehr an sich halten. Mit einem Schwung hatte er sich von dem Tarnumhang befreit (er achtete aber darauf, Hermine nicht mit zu entblößen, sie blieb weiterhin verdeckt), und hielt den Zauberstab auf Lucius.
„Lass sie gehen!", presste er mühsam hervor und hörte Hermine leise quietschen.
Lucius drehte sich langsam zu ihm um. Quälend langsam, und für einen Moment war Harry verwirrt, als ihn Belana finster ansah, fast als wäre sie unglücklich, dass ihr Peiniger aufgehört hatte. Ihm wurde sein Fehler klar, als sie und Lucius synchron ihre Zauberstäbe zogen.
Im selben Moment erschien Hermine hinter ihm.
Lucius lächelte zufrieden. „Alle versammelt? Damit wird es Zeit für noch mehr alte Bekannte!"
Bevor er weg apparieren konnte, rief Hermine „Anti-Apparates!"
Lucius wurde steif und dann grünlich. Belana schaute ihn verwundert an, dann apparierte sie davon. Allerdings hörte man ihre Stimme Sekunden später hinter ihnen in der Eingangshalle.
„Master Malfoy! Master Malfoy! Schnell! Potter ist da!"
Ihr Rufen wurde leiser, und ihre Schritte verhallten.
„Potter, Granger, ihr habt einen Fehler gemacht!", zischte Lucius und öffnete die Tür hinter sich mit einem Schwung seines Zauberstabes. Er stürzte hinein, Harry und Hermine hinterher.
Doch kaum waren sie drin, knallte die Tür zu und sie stellten fest, dass Lucius nicht mit hinein gekommen waren.
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Hermine fluchte so laut und hasserfüllt, dass sogar Harry sie ängstlich ansah.
„Nur einen Fehler hat er gemacht… er hat unsere Zauberstäbe hier gelassen!", setzte sie hinterher und lächelte grimmig.
Dann fiel ihr Blick auf den immer noch gefesselten Ron an der Wand. Mit einem Schwung ihres Zauberstabes befreite sie ihn und eilte zu ihm, um ihn in den Arm zu nehmen.
Derweil drehte sich Harry zu Ginny. Sie hockte verloren in den aufreizenden Sachen und schaute ihn traurig an.
Wenn er mich so ansieht… er denkt nicht wie gut ich aussehe. Draco würde das denken.
Ginny schüttelte den Kopf. Sie durfte nicht so denken. Harry war da. Er kam um sie zu retten.
„Ginny, Liebes…", begann Harry.
Sie drehte den Kopf weg, und er setzte sich neben sie, legte vorsichtig eine Hand auf ihren Arm.
„Die Klamotten stehen dir irgendwie nicht.", flüsterte er.
Verwundert sah Ginny ihn an. Konnte er Gedanken lesen?
Jetzt wäre der Moment, ihm zu sagen, dass er sich zum Teufel scheren soll. Draco sorgt für mich.
Mühsam kämpfte sie gegen die Tränen. Es war leichter, sich von ihm zu trennen, als ihm zu sagen, dass sie ihn betrogen hatte. Es wäre nicht fair, das letzte Mal auch als Vergewaltigung zu stempeln.
„Es tut mir so leid, was mit dir passiert ist. Wenn ich dich hier rausgeholt habe werde ich dich nicht mehr aus den Augen lassen. Ich suche dir einen Ort, an dem du auch alleine sicher bist."
Er klang so fürsorglich. So verlockend.
„Harry, du weißt nicht, was mir passiert ist. Ich habe viel nachgedacht." Wie oft soll ich diesen Satz noch sagen? Wie oft muss ich mich noch erklären? „Und eigentlich dachte ich…dass ich dich nicht mehr will."
Harry rutschte ein Stück weg. Hermine sah zu ihnen herüber, auch Ron blickte traurig zu ihnen.
„Du willst dich von mir trennen? Jetzt?" Harry lachte fast panisch. „Ist dir die Situation nicht bewusst? Zufällig sind wir hier um dich – Ron natürlich – zu retten. Du kannst dich jetzt nicht trennen!"
Es lag Ginny auf der Zunge, ihm von Dracos Zuneigung zu erzählen. Von ihrer Zuneigung zu ihm. Aber bevor sie etwas sagen konnte, stand Hermine auf und kam herüber.
„Harry, wir müssen hier raus, bevor Lucius die Todesser holen kann."
Ginny hielt ihn am Handgelenk fest, bevor sie aufstanden.
„Ich möchte mit dir noch darüber reden."
Er sah sie kalt an.
„Bitte!", flehte sie leise und er nickte. Abweisend.
Hermine hatte Ron mit einem Zauber vom Dreck befreit und gab Ginny ihren Mantel. Harry schaute finster. Er hatte keinen Umhang dabei.
Minuspunkt für mich.
Es wurmte ihn, dass sie nach den schlechten Erfahrungen mit den Malfoys nicht mehr mit ihm zusammen sein wollte. Ich bin doch der Vater ihres Kindes! Sie sollte mich lieben.
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Natürlich bemerkte Hermine die nervösen Blicke Harrys zu Ginny. Sie war mit ihrem Bruder unter dem Tarnumhang. Wenn es zum Kampf kommen sollte, konnten sie sich mangels fehlender Zauberstäbe schließlich nicht verteidigen. Ron sollte mit ihr versuchen zu fliehen.
Und sie würde mit Harry kämpfen. Gegen was auch immer auf sie wartete.
