Hey Leuter´s. auch wenn die Reviewausbeute nicht die beste war, denke ich, es wird Zeit für ein neues Cap. Dieses hier ist jedoch nur von mir korrigiert, da ich vermute, dass Ginny mit ihrem Studium sehr beschäftigt ist.
Also viel Spaß und wie immer gilt, gebt´s mir.
Euer Mr. Figgs
Kapitel 21
Harry wusste, nachdem er die Tür zum Jungenschlafsaal etwas zu laut zuschlug, nicht mehr so recht, was da unten mit ihm passiert war. Seamus schob vorsichtig seinen Bettvorhang zur Seite und hielt nach einem möglichen Angreifer Ausschau. Doch alles was er sah, war eben Harry, der nun leicht verstört mit dem Rücken an der Tür lehnte.
„Harry, ist alle Ok ?" Fragte der irische Junge besorgt. Doch es dauerte noch einige Moment, bis er ein leichtes Nicken als Antwort bekam.
„Na dann ab ins Bett mit dir." Hörte man im gleichen Augenblick Ron durch seinen Vorhang hindurch rufen. „Na Klasse", dachte Harry, als er merkte, dass sein nicht gerade katzenhaftes Eintreten schon zwei seiner Mitschüler geweckte hatte. Mit einem leicht entschuldigendem Gesicht rannte er rasch zu seinem Bett und zog seinen Umhang aus. Gefolgt von Schuhen und Jeans landete beides auf dem Stuhl neben dem Nachtschrank und Harry kroch unter seine Decke.
Doch auch wenn es schon spät und der Abend lang gewesen war, einzuschlafen ging nicht so leicht, wie es Harry gern gehabt hätte. Immer noch zerbrach er sich den Kopf, wie so er so blöd reagierte, als er Hermine und Damion hat lachen gesehen. Sie war seine beste Freundin und Damion, na ja, er war halt neu in der Schule und Hermine bekannt für ihre Hilfsbereitschaft. Sicherlich fachsimpelten sie gerade über die Koboldkriege und die komischen Namen derer Kämpfer. Es machte halt keinen Sinn, dass er böse auf die Beiden war.
Dann aber kam es Harry in den Sinn, dass er vielleicht nur überreagiert hatte, weil er in Eile war. Schließlich war da dieses Kribbeln im Finger gewesen und er wollte doch seine Theorie überprüfen. Kurz entschlossen schlug Harry seine Decke noch mal weg und tastete sich zum Nachttisch. Von dort holte er die hölzerne Kiste von Dumbledore und öffnete sie vorsichtig. Mal sehen, ob er recht hatte. Und richtig, etwas hatte sich verändert. Es war eines der kleinen Fächer, in welchem die Fläschchen mit den Erinnerungen steckten. Denn während die anderen weiterhin ruhig vor sich hin vegetierten, leuchtete dieses in einem matten Blau und zusätzlich schien das Glas, wenn auch geräuschlos, zu vibrieren. Dadurch kam die sich in ihm befindlich silbrigen Substanz in Wallung und wenn sie vorher so aussah, als wäre die Erinnerung abgestanden, dann sah sie jetzt so aus, als wäre sie gerade in das Fläschchen gekommen.
Harry überlegte, ob er sich gleich das von Dumbledore geerbte Denkarium nehmen sollte, doch ein „Hmm Hmm", hinter ihm ließ ihn hochschrecken.
„Du solltest bis morgen warten, Harry. Sich Erinnerungen mit Wut im Bauch, auch wenn sie völlig unbegründet ist, anzusehen, kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen."
Panisch schreckte Harry hoch und versuchte die Kiste vor den Augen von Damion zu verstecken. An ihn hatte Harry gar nicht mehr gedacht. Natürlich musste der Braunhaarige auch irgendwann ins Bett kommen. Wie dumm konnte man eigentlich sein. Vorsichtig beäugte er den Neuankömmling
Damion schien aber nicht weiter an Harrys „Schatz" interessiert zu sein und entledigte sich lieber seiner Klamotten. Dann blickte er sich noch mal um, ob auch keiner der andern aus seinem Bett schaute und stellte sich nackt vor den Spiegel neben seinem eigenen Bett.
Harry, der ja gleich daneben schlief, war nun leicht verstört und während er die Kiste mit den Erinnerungen vorsichtig wieder in den Nachtschrank stellte, beobachtete er Damion, wie dieser in kleines Heft unter seinem Kopfkissen hervor holte und danach anfing verschieden Narben an seinem Körper abzutasten.
Harry war kurz davor, zu fragen, was dies solle. Doch dann wiederum erschien ihm dies doch zu persönlich. Damion bemerkte allerdings, dass er beobachtete wurde. Und wenn es nicht gerade Harry, der ja seine Geschichte kannte, gewesen wäre, hätte er mit Sicherheit auch abgebrochen. Doch so drehte er sich nur kurz um und lächelte.
„Kein schöner Anblick. Ich weiß. Aber in der Großen Halle waren mir zu viele Leute."
Harry klappte der Mund auf und er wusste nichts zu erwidern. Zumal er nicht einmal eine Ahnung hatte, was Damion dort machte. Es war dann schließlich der Braunhaarige, der sein Abtasten beendete und mehrere Zeilen in das Heftchen schrieb. Dann riss er plötzlich einen kleinen Teil Papier heraus und schaute zu Harry.
„Ähm Harry, könnte ich deine Eule kurz mal ausleihen ? Es wird auch nur ein hausinterner Brief. Dad braucht diese Daten hier, für die nächsten Spritzen."
Während Damion dies sagte, wanderte sein Blick von Harry zu Hedwig, die im weit geöffneten Fenster saß und leise ihren Herren bewachte. Dieser schien allerdings noch eine Weile zu brauchen, um die Frage von Damion zu verarbeiten. Doch dann nickte er leicht. Warum eigentlich nicht. Hier ging es um Hilfe und außerdem war schon Sperrstunde.
„Komm her, Hedwig", sagte Harry und hielt seinen Arm hoch. Seine treue Schneeeule kam daraufhin angeflogen und bedachte ihn mit einem erwartungsvollem Blick. Harry streichelte sanft über die schneeweißen Federn und flüsterte.
„Bring das hier bitte zu Professor Styls. Machst du das, Ja ? Und wenn du dann willst, kannst du Jagen gehen."
Hedwig schuhute leise und hielt Damion ihr rechtes Bein hin. Der Gryffindor befestigte den Zettel daran und streichelte die Eule ebenfalls. „Danke, Hedwig", sagte er erleichtert und machte sich dann daran, seinen Pyjama anzuziehen. Zehn Minuten später war wieder Ruhe im Schlafsaal eingekehrt und nun lagen auch wirklich alle Siebenklässler schlafend in ihren Betten.
Harry hatte allerdings über Damions Worte nachgedacht und beschlossen erst morgen das Denkarium zu benutzen. Jedoch fing er auch langsam an, sich über den neuen Gryffindor so seine Gedanken zu machen. Wieso war er so ruhig gewesen und hatte beim Anblick der Erinnerungen nicht gefragt, was dies sei ? Woher wusste er, was ein Denkarium war und wieso sollte man es nicht mit Wut im Bauch benutzen ? Konnte er so etwas einfach so wissen ? Hatte denn Dumbledore doch nicht einst gesagt, das diese Geräte sehr selten und teuer waren. All diese Gedanken kreisten im Kopf des Gryffindors und er verbrachte unbewusst die halbe Nacht im Schlaf damit, sich solche Fragen zu stellen. Kein Wunder also, dass Harry sich am nächsten Morgen wie gerädert fühlte.
Wwwwwwwww
Es war dann fast Neun, als Harry seine Augen öffnete und feststellen musste, dass er der letzte Gryffindor war, der dem Reich der Träume entrinnen konnte. Rasch wusch er sich und rannte dann in Richtung der Großen Halle. Schließlich galt es noch ein paar Happen zu essen. Man konnte ja schließlich nicht nüchtern in den Unterricht gehen, der heute als Erstes aus einer Doppelstunde Zaubertränke bestand.
Nein, ohne was im Bauch wäre Slughorns ständige Suche nach berühmten Schülern unerträglich geworden. Doch dann kam Harry noch ein ganz anderes Problem in den Sinn... Hermine. Er musste sich unbedingt bei ihr entschuldigen. Und dies war etwa, dass wahrscheinlich gar nicht so einfach war. Er konnte ja schlecht sagen, „Hermine, hört auf mit Damion über Bücher zu lachen."
Mit ein wenig mehr Zurückhaltung betrat Harry daher die Große Halle und setzte sich an seinen Platz. Ihm gegenüber hörte sofort die Person seiner letzten Gedanken auf zu kauen und bedachte ihn mit einem sorgenvollen Blick. Sorgenvoll ?Moment mal, wieso macht sie sich Sorgen ? Dieser Gedanke schoss Harry durch den Kopf und so hörte er nur halb, wie Hermine ihn fragte, ob alles in Ordnung sei. Oder, ob der Unterricht bei Professor Styls doch nicht so einfach ist.
Harry versuchte Hermines Fragen zu verstehen und schaute kurz zum Lehrertisch. Von dort nickte ihm Styls aufmunternd zu und Harry brach den Augenkontakt ab.
„Ähm, ja Hermine. Alles ist Ok. Und bitte verzeih mir wegen gestern. Ich hatte so viel im Kopf und habe nicht nachgedacht."
Irgendwie war Harry froh darüber, dass Hermine den ersten Schritt getan hatte und er nur reagieren musste. Die kleine Lüge würde schon keinem weh tun. Zumal Harry wirklich nicht wusste, was in ihn gefahren war.
Eine halbe Stunde später fanden sich schließlich alle Siebenklässler, die es ins Fach Zaubertränke geschafft hatten, im Kerker ein und sofort begrüßte sie Professor Slughorn herzlich zu ihrer ersten Stunde. Er saß hinter seinem Pult und strich sich seinen Walrossbart, während er den Blick über die Klasse schweifen ließ. Schließlich endete seine Suche bei Harry und mit einer Mischung aus Trauer und Niedergeschlagenheit begann er.
„Sie alle sind nun unser Abschlussjahrgang und eigentlich sollten wir uns mit jeder Menge Tränke beschäftigen, die einem Zauberer oder einer Hexe, das Leben ein wenig leichtern machen würden. Früher wurde in der siebenden Klasse, die Kunst der Liebestränke und Haushaltsmittelchen gelehrt. Doch da wir uns nun offiziell im Krieg befinden, mussten auch wir uns, hier in Hogwarts, der Zeit anpassen und daher heißt unser Thema dieses Jahr, Gifte, Gegengifte und Alles, was man zum Heilen braucht.
Slughorn nahm dabei seinen Blick kaum von Harry und Damion, der direkt vor ihm saß. Mit Sicherheit wusste Dumbledore´s alter Freund um die Wunden der Zwei. Dann allerdings ging sein Blick auch zu Blaise Zabini und ein leicht missmutiges Stöhnen verließ seinen Mund.
Harry schaute daraufhin ebenfalls in Richtung des Slytherins und ihm fielen neue sichtbare Anzeichen für Verletzungen auf. Da der Schwarzhaarige jedoch die einzigste Schlange hier im Unterricht war, macht Professor Slughorn plötzlich etwas Ungewöhnliches. Ihm schien egal zu sein, ob es Blaise peinlich sein würde. Doch er stand mit einem Satz auf und ging auf den Jungen zu.
„Hier Mr. Zabini, nehmen sie dies und melden sie sich bei Poppy."
Der Slytherin sah den Professor mit großen Augen an und wusste nicht so recht, was er tun sollte. Scheinbar hatte er gehofft, dass niemand die Veränderungen merken würde
„Keine Sorge, ich werde mich um die Sache kümmern.", fügte Slughorn noch hinzu. „Doch versprechen kann ich nicht viel."
Blaise nickte und verließ rasch dem Kerker. Harry fragte sich daraufhin, was nur mit dem Slytherin los war und woher seine Verletzungen stammten. Es konnten doch nicht immer die beiden ehemaligen Gorillas von Malfoy sein. Es ergab für den Gryffindor immer noch keinen Sinn, warum die Zwei immer auf Malfoys ehemaligen Freund herum hackten.
Nachdem die Kerkertür allerdings ins Schloss gefallen war, bat Professor Slughorn wieder um Aufmerksamkeit. Er wollte endlich mit dem Unterrichtsstoff beginnen und fordert die Klasse daher auf, die Bücher hervor zu holen. Den Rest der Zeit teilten sie die bekannten Gifte in verschieden Klassen ein und schrieben sich besondere Merkmal auf.
Und während sie dies taten beobachtete Harry vorsichtig den junge vor sich. Damion schien nämlich sehr interessiert an diesem Thema zu sein., auch wenn er öfters mal nachfragen musste. Scheinbar lag ihm das Fach nicht wirklich. Doch das konnte auch daran liegen, dass es sich hier hauptsächlich um Gift und Gegengifte aus England handelte. Kurz vor Mittag wurden sie schließlich erlöst und Slughorn wünschte ihnen einen guten Appetit.
Wwwwwww
Das Mittagessen war angenehm ruhig verlaufen und lediglich eine kleine Jagd durch die Halle, welcher Peeves mir dem Mönch von Huffelpuff veranstaltete, hatte das monotone Geräusch von sich auf Tellern bewegendem Besteck durchbrochen. Ein Grund für diese Stille war mit Sicherheit auch der nächste Unterrichtsblock. Hier war es vor allem Ron, der keinen Mucks wagte und so aussah, als sollte er vor allen Schülern und Lehrern mit dem Geist von Aragog tanzen.
Es hieß nach dem Mittagessen Zeit für Verwandlungen mit Stormy. Harry war wohl der einzigste Schüler am Tisch, der zumindest ein wenig Neugier zeigte. Dies hatte aber wohl eher mit seinem Erlebnis von gestern abend zu tun und der Frage, ob und wie Ems wohl den Unterricht auf ihre eigene Art gestalten würde.
Dementsprechend neugierig bewegte sich Harry in Richtung des Unterrichtszimmers. Es war wie eh und je das Gleiche und der Schwarzhaarige nahm direkt neben Ron Platz. Die Ernüchterung kam aber sehr schnell. Denn Professor Stormfire kam erneut in einem sehr biederem Kostüm daher, die Haare immer noch zu einem Dutt hochgesteckt. Die Hälfte der Klasse stöhnte leise und hoffte, dass der Unterricht wenigstens schnell vorüber ging. Aber das konnte man eigentlich auch gleich wieder vergessen.
Stormy betrat also den Klassenraum und ging schnurstracks zum Lehrerpult. Dort legte sie ihre Tasche ab und drehte sich zur Klasse. Ihre Augen wanderten suchend durch die Bankreihen und verharrten schließlich auf Ron, der immer kleiner wurde. Harry hatte schon fast ein wenig Mitleid mit seinem besten Freund. Doch dann horchte er auf.
„Nun Siebenklässler, ich hoffe doch das Essen hat geschmeckt und sie wollen sich jetzt voller Tatendrang an den vor uns liegenden Stoff stürzen. Bevor es allerdings soweit ist, wollte ich Mr. Weasley nach vorne bitten."
Ron sah entsetzt auf und blickte kreideweiß zum Lehrerpult vor. Alle Augenpaare ruhten nun auf ihm und Harry fragte sich, was Professor Stormfire vor hatte. Sie tippte nämlich ungeduldig auf das hölzerne Pult unter ihren Händen und wartete darauf, das Ron zu ihr kam.
„Kommen sie ruhig, Mr. Weasley. Ich beiße nicht. Oder wenigstens nicht sehr toll."
Ron stockte in seinen Bewegungen und sah unsicher in den Raum. Stormy hatte plötzlich etwas Hungrig-Animalisches im Blick.
„Na kommen sie schon, Mr. Weasley. Oder sich sie wieder steif, wie gestern morgen. Wenn ja, dann kennt da Madame Pomfrey ein sehr gutes Mittelchen."
Harry begann laut zu husten. Junge hatte er sich plötzlich verschluckt, als die Worte von Ems an seine Ohren drangen. Und da war er nicht der einzigste Junge im Raum. So gut wie jeder Schüler im Raum schien plötzlich eine Entscheidung zwischen Rotwerden und Loslachen treffen zu müssen. Einzig Ron hatte keine Wahl, er schien sämtliches Blut in seine Gesichtsadern fließen zu lassen und Ems schien dies sehr vergnüglich zu stimmen.
Schließlich war er aber am Lehrerpult angekommen und Professor Stormfire musterte ihn von oben bis unten. Dann erhob sie ihren Zauberstab und zeigte in Richtung Klasse.
„So, genug gelacht. Ich denke unser lieber Mr. Weasley hat seine Lektion über zu lautes Reden gelernt und wird in Zukunft jedwede negativen Worte über das Aussehen der weiblichen Bewohner Hogwarts für sich behalten. Und wenn nicht, ..." – sie wandte sich nun direkt an Harrys besten Freund- „... kannst du Charlie fragen, was passiert, wenn man mich reizt."
Dabei setzte sie ein geheimnisvolles Lächeln auf, welches aber auch sehr gefährlich anmutete. Dann bat sie Ron an die Tafel und er musste seinen Aufsatz vortragen. Glücklicherweise spornte die Liebe zu Parvati ungemein an und somit waren Harry und Hermine sehr erstaunt, wie gut der Rotschopf seinen Job erledigt hatte. Es gab fünf Punkte für Gryffindor, obwohl es ja eigentlich eine Strafarbeit gewesen war. Ron sah die Professorin mit großen Augen an und wollte gerade zurück zu seinem Platz, da stoppte ihn Stormy noch mal kurz.
„Ach Mr. Weasley, wenn sie schon mal vorn sind, dann können sie mir gleich noch behilflich sein. Unser Thema für die nächsten Stunden lautet ja Verwandlungen von lebenden Wesen und da wollte ich ihnen und ihren Mitschülern doch gleich mal zeigen, was es damit so auf sich hat."
Ron sah unsicher in die Klasse, während diese eher schadenfroh zurückblickte. Harry fragte sich jedoch, was nun kommen könnte. Dabei fielen ihm die Worte von Styls wieder ein und wie er meint, Ems solle doch sie selbst sein. Nun, so dachte Harry plötzlich, ein Dutt war bestimmt nicht nach Charlies Geschmack gewesen und er hatte recht. Denn während Stormy erklärte, was man bei der Verwandlung von Haaren beachten musste, richtete sie ihren Zauberstab auf sich und eine Sekunde später fielen ihre blonden Haare, elegant und seidengleich in Wellen über ihren Rücken. Danach war das Gesicht dran und hier schien es so, als hätte Professor Stormfire einen ähnlichen Geschmack wie Tonks. Die Augenbrauen wurden schmaler, leicht rötlich und der Mund knallrot. Ein richtiger Kussmund überlegte Harry und schüttelte sogleich den Gedanken wieder ab. Das war nun völlig unpassend.
Nun galt es, die Kleiderordnung wieder ein wenig zu verändern und hier überraschte die Lehrerin alle auf ein Neues. Sie sah Ron, der nun leicht wie in Trance da stand, an und bat ihn seinen Zauberstab zu ziehen.
„So Mr. Weasley, ich denke, da sie sich gestern am lautesten über mein Outfit beschwert haben. Sollte es nun auch an ihnen liegen, mich für das Schuljahr einzukleiden."
Die ganze Klasse stöhnte auf und einige der Jungs begannen, da sie merkten, dass Ron es wirklich tun sollte, ihrem Kumpel die lustigsten Verschläge zu machen. Bevor der Rothaarige jedoch beginnen konnte, hob Professor Stormfire ihre Hand.
„Noch einen Tipp gebe ich ihnen, Mr. Weasley. Übertreiben sie es nicht, sonst ziehe ich sie auch neu an. Und glauben sie mir, sie stehen dann in einem Kostüm da, welches eigentlich nur für die Augen von Ms. Patil bestimmt sein dürfte."
Harry schluckte und bemerkte, wie kleine Schweißperlen auf Rons Stirn entstanden. Dann ging sein Blick kurz zu Parvati und schließlich zu Hermine. Der Lockenkopf schien aber alles andere als froh über das Verhalten ihrer Lehrerin zu sein. Harry konnte dies jedoch nicht nachvollziehen. Er schaute daher zur Tafel vor und beobachtete Ron, wie dieser unter Himmelsängsten anfing das biedere Kostüm von Professor Stormfire zu verändern. Zuerst wurde die Bluse etwas weiter und die Kostümjacke veränderte sich zu einer Weste. Dann verkürzte sich der Rock ein wenig und aus dem Grau wurde ein verwaschenes Blau.
Ron schien immer mehr zu schwitzen und Professor Stormfire begann zu lachen. Sie betrachtete sich kurz von oben bis unten und meinte dann in Richtung der Klasse gewandt.
„Also meine Herrschaften, und hier besonders die Damen, wenn ich das hier so sehe, wende ich mich mit einer Bitte an sie. Wenn das nächste Hogsmeadewochenende ansteht, dann nehmen sie sich bitte dieses armen Kerlchens da drüben an. Zeigen sie ihm die neuste Mode oder geben sie ihm die Teenwitch zum Lesen. Oder ihr, Jungs, teilt euren Playwizard mit ihm. Denn das hier tut doch schon sehr weh."
Im nächsten Moment richtetet Stormy ihren Stab auf sich und mit einem gekonnten Schwung verwandelten sich die Sachen von neuem. Harry klappte der Mund auf und nun verstand er auch, warum Charlie mit Ems früher mal zusammen war. Denn Professor Stormfire trug plötzlich ein hautenges Lederkostüm, bestehend aus bestem grünbraun geflammtem Drachenleder, und hohe Stiefel. Allerdings war dies nicht zu vergleichen mit diesen Sachen aus dem Magazin, welches Dudley mal unter seinem Bett versteckt hatte. Nein, es sah eher elegant und teuer aus. Und der lange Ledermantel mit seinen silbernen Schnallen, der sich jedoch fast wie ein Stoffumhang bewegte rundete die Sache ab.
Die Jungen begannen zu pfeifen und Ron nutzte dies, um schnellstmöglich an seinen Platz zu kommen. Dort klopfte ihm Harry lachend auf die Schulter und meinte, er sei nun erlöst. Den Rest des Tages würde man eh nur noch über Professor Stormfire reden. Doch es waren nicht nur die Jungen die begeistert schienen. Nein, auch ein paar Mädchen schien zu gefallen, was sie sahen und belagerten die junge Lehrerin plötzlich mit jeder Menge Bitten, ihnen zu zeigen, wie man seine Sachen so verwandelt.
Stormy gab daraufhin einige Tipps und das Versprechen noch mehr Geheimnisse zu verraten. Sie wurde daraufhin sofort um hundert Prozent beliebter bei den Mädchen und konnte nur mit Mühe die Klasse wieder zum Unterricht begehren.
Dieser war dann auch sehr schnell vorbei und der Klassenraum leerte sich. Harry wollte gerade ebenfalls gehen. Doch da erklang Ems Stimme.
„Mr. Potter, Mr. Weasley sie beide bleiben bitte noch kurz zurück. Professor Styls wird gleich hier sein, um mit ihnen was zu bereden."
Harry sah unsicher zuerst zu Ron, der jedoch auch keine Ahnung hatte, und dann zu Hermine. Der Lockenkopf schien aber nicht minder verwirrt und schüttelte nur ihren Kopf. Harry meinte daraufhin, dass es nicht so schlimm sein könnte und bat Hermine, ihm einem Platz in der Bibliothek frei zu halten. Sie hatten schließlich jetzt zwei Stunden frei und da konnte man ja ein wenig lesen. Es galt ja eine Aufgabe zu erfüllen.
Fünf Minuten später traf dann auch Professor Styls ein. Und während er Stormy, als Ron wegschaute, eine kleinen Kuss zuwarf, lächelte er Harry nur wissend an. Danach verschwand die Professorin und so blieben nur noch sie drei im Raum. Styls bat sie, Platz zu nehmen und begann mit seinem Anliegen.
„Nun Mr. Weasley, Harry, ich habe euch gebeten hier zu bleiben, weil ich ein kleines Problem habe. Ich bin halt nicht sehr erfahren mit den Aufgaben eines Hauslehrers und daher wollte ich euch fragen, ob ihr eine Lösung für das Problem der Quidditchhausmannschaft kennt."
Harry und Ron sahen ihren Hauslehrer mit großen Augen an und wussten nicht so recht, was Styls meinte. Gut, Harry war Kapitän und wenn man es richtig sah, brauchten sie auch nicht wirklich neue Spieler. Deshalb war Harry auch ein wenig verwirrt darüber, dass Styls in der Mannschaft ein Problem sah.
„Harry, was ich eigentlich sagen will ist, dass ich mir überlegt habe, dass es für dich vielleicht ein wenig stressig werden könnte, wenn du das Team anfü..."
„Sie wollen mich absetzen ?", rief Harry überrascht und sah Styls mit einer Mischung aus aufkommender Panik und Unverständnis an. Dieser hob daraufhin abwehrend seine Hände und verbesserte sich rasch.
„Nein, nein Harry, das will ich nicht. Ich weiß doch, was dir das Spielen bedeutet. Albus und auch Minerva haben es mir ganz oft erzählt. Nein, was ich meine ist, dass du vielleicht die Arbeit des Kapitäns mit jemanden teilen solltest. Ich habe gehört, dass sie, Mr. Weasley, auch ein sehr interessierter Spieler, aber vor allem ein Stratege sind."
Beim letzten Satz sah der braunhaarige Professor in Richtung Ron und dieser schien nicht ganz genau zu wissen, was er mit seinem immer roter werdendem Gesicht sagen soll. Harry allerdings dachte angestrengt darüber nach, was Styls gerade gesagt hatte. Vielleicht hatte der Professor ja recht. Er hatte eine wichtigere Aufgabe als Quidditch. Deshalb schaute er im nächsten Moment seinem Freund direkt ins Gesicht und sagte,
„Ron, Professor Styls hat Recht. Ich muss mich um andere Dinge kümmern, wichtigere Dinge. Du weißt was ich meine."
Harry vermied das Wort Horkrux zu verwenden. Er wollte nicht, dass Ron wusste, dass Styls schon wusste, wonach sie suchten. Wie hätte er seinem Freund erklären sollen, dass der Professor schon nach nur einer Stunde bei ihm, Harry´s Geheimnis kannte. Wie sollte er Ron erklären, dass er wieder einmal seinen Geist nicht verschließen konnte. Auch deshalb drängte er Ron zu einer schnellen Entscheidung, die dann auch in einem leicht ungläubigem „JA" kam.
„Ich sehe, ihr habt verstanden", sagte Styls und blickte zwischen seinen beiden Schülern hin und her. „Doch Harry, denke nicht, dass ich dich so einfach absetzen werde. Ich dachte eher daran, dass Ron vielleicht als Trainer fungiert, die Entscheidung letztendlich aber bei dir bleibt."
„Damit kann ich leben." Sagte Ron ohne weiter nachzudenken und grinste Harry an. „Ich bin eh nicht so gut im Leute zusammenscheißen. Mir reicht es, wenn ich meine Taktiken ausprobieren kann und Slytherin der Arsch aufgerissen wird."
Im nächsten Moment wurde Harry Freund aber auch schon rot. Denn da sein Mund mal wieder schneller war, und als Professor Styls auch noch seine Augenbraue hochgezogen hatte, war dem Gryffindor doch tatsächlich entfallen, das Styls a.) als Lehrer vor ihnen stand und b.) früher selbst im Hause Slytherin gewesen war.
Harry konnte über Rons Feingefühl nur schmunzeln und auch Stephano Styls schien dies so zu sehen und stimmte mit ins Lachen ein. Er meinte, dass die Zwei sich noch mal in Ruhe zusammensetzten sollten und danach auch die Mannschaft um ihre Meinung bitten. Von seiner Seite aus sei aber alles geklärt und somit wäre das Gespräch eigentlich zu Ende. Dann aber fragte er Harry noch nach seinem Finger und der Gryffindor erinnerte sich plötzlich, dass er noch was vor hatte. Schnell ging er in Richtung Gryffindorturm. Doch auf dem halben Weg stoppte er. Was ist, wenn die Erinnerung mehr Zeit brauchte ? Er würde zu spät zum Unterricht kommen. Und was war mit Hermine ? Sie wartete mit Sicherheit in der Bibliothek.
Nein, dachte Harry. Das Denkarium konnte noch warten. Zumindest bis heute Abend. Dann würde sich Harry einen ruhigen Platz suchen und vielleicht wieder etwas Neues über Tom Riddle erfahren. Mit diesen Gedanken im Kopf kehrte der Gryffindor um und machte sich auf den Weg zur Bibliothek.
TBC
