So hier melde ich mich – ich weiß – recht spät zurück!!! Ich versuche noch vor Weihnachten ein neues Kapitel online zu stellen, aber versprechen kann ich nichts.

Ich muss euch sagen, dass ich mit diesem Kapitel echt wieder mal meine Probleme hatte. Ein großer Teil war recht schnell fertig, doch der Schluss machte mir echt zu schaffen…

Na ja jetzt ist es ja endlich fertig und für euch online!!!

Ich freue mich auch ein kleines für mich persönliches Jubiläum zu feiern. Denn hiermit stelle ich auch das 20. Kapitel Online, was allein für sich schon toll ist, aber auch bedeutet, dass es meine längste Story bis jetzt ist!!!!

Ich danke hier einfach mal allen Lesern und Kommi-Schreibern, die mir über all die Zeit bestehen geblieben sind. Fast zwei Jahre ist es jetzt her, dass ich diese Story hier angelegt habe und ich weiß, es war nicht immer einfach mit mir, danke aber für eurer Verständnis, was ihr immer wieder beweisen habt!!!

Ich danke folgenden Kommentar-Schreibern:

Zauberlehrling, sancte-diabolus, lieselotte, bane1602, Tempestad, kloinerteufel, Lujo und Aimee Lucia

Danke auch an meine Betaleser Robino und Koharu-sama für eure Mühe und fürs schnelle Betan!!!!

So und jetzt viel Spaß beim Lesen!!!!


20. Kapitel

Das Geschrei seines Kindes weckte James aus seinem Schlaf. Lily neben ihm räkelte sich. »Gehst du, James?«

James streichelte seiner Frau übers Haar. »Ja, schlaf weiter.«

Noch etwas schlaftrunken fand James den Weg in das Kinderzimmer seines Sohnes. Harry lag in seiner Wiege und weinte. Schnell fand er auch den Grund dafür.

Harrys Teddy Bo war aus dem Kinderbettchen gefallen. Wie, konnte sich James schon vorstellen.

Er nahm den Teddy und trat zu Harry. Sein Sohn streckte die Hände nach ihm entgegen.

»Na du Satansbraten. Hast du wieder versucht Bo schweben zu lassen?« Harry sah ihn mit großen Augen an. »Ja, schon klar, du weißt von nichts, was?« Er lächelte seinen Sohn an und erhielt ein leises Kichern zurück. »Aber ich verstehe jetzt langsam, wie du zu solchen Fähigkeiten kommst.« Er seufzte. »Was wäre wohl aus dir geworden, wenn du bei uns in Frieden aufgewachsen wärst, hm?«

Harrys Augen waren bereits zugefallen. Er war wieder eingeschlafen, mit Bo in seinen kleinen Händchen. Leise trat James von dem Kinderbettchen weg und begab sich zu dem großen Fenster.

An Schlafen war jetzt nicht mehr zu denken. Überhaupt hatte er in dieser Nacht noch nicht viel Schlaf gefunden.

Entgegen dem was er Harry gesagt hatte, war James noch nicht im Stande gewesen, Lily die Wahrheit über Chris zu sagen. Denn auch wenn er sich das nicht eingestehen wollte, Harry hatte recht gehabt. Vieles von dem, was er gesagt hatte, machte jetzt, da er es einigermaßen verarbeitet hatte, Sinn.

Es stimmte. Harry hatte sie alle in Gefahr gebracht – mehrmals sogar. Und damals wussten sie noch nicht, wer er war. Und Harry war Voldemort mehr als nur ein Dorn im Auge. Die Fähigkeit in seine Gedanken einzudringen, schien selbst Voldemort zu ängstigen. Verstand er doch nicht, was dort vor sich ging. Das Problem jedoch war, dass es inzwischen in beide Richtungen zu funktionieren schien. Das hatte der letzte Tag deutlich gezeigt.

Was, wenn Voldemort herausfinden würde, dass Harry aus der Zukunft käme? Wenn er alle zukünftigen Ereignisse kennen würde. James schüttelte sich. Nicht auszudenken, was er mit diesem Wissen alles anstellen könnte.

Harry räkelte sich leise in seinem Bettchen und brabbelte etwas Unverständliches vor sich hin. Schwer vorzustellen, dass aus diesem süßen Baby einst so ein junger Mann werden würde, der sogar schwarze Magie anwenden würde.

»Nicht schwarze Magie tötet Menschen, James. Menschen töten Menschen. Die schwarze Magie verleitet sie nur ihren inneren Bedürfnisse freien Lauf zu lassen. Das macht sie so gefährlich.«

Dumbledores Stimme klang in seinem Kopf. Vor Jahren, als James gerade dreizehn war, hatte er Dumbledore gefragt warum nicht alles, was mit schwarzer Magie zu tun hat, zerstört würde, wenn sie doch allen schaden würde. Das war Dumbledores Antwort gewesen.

Menschen töten Menschen. Ja, das war wahr und das war der Grund, warum Harry so geworden war. Schwarze Magier hatte ihm alles genommen, was er je geliebt hatte. Und das Gute, die weiße Magie, hatte ihm nicht helfen können. Kein Wunder, dass er sich der schwarzen Magie zugewendet hatte. Er hatte keine andere Hilfe mehr gesehen. Feuer bekämpft man am besten mit Feuer, hatte Lily ihm einmal erzählt. Er hatte es nie so richtig verstanden, doch langsam begann er zu begreifen.

James warf einen Blick auf die Uhr. Drei Uhr. Vielleicht würde er noch ein paar Stunden Schlaf finden. Morgen wollte Lily unbedingt Sirius und die anderen besuchen und James war sich immer noch nicht sicher, ob er es ihr sagen sollte.

Als er wieder neben Lily lag und sie sich an ihn lehnte, fragte sich James immer noch, was er tun würde. Schlaf fand er in dieser Nacht nicht mehr.

»James, jetzt komm endlich. Wir wollten schon vor einer halben Stunde bei Sirius sein.« Lily sah ihn mit einem vorwurfsvollen Blick an. Harry war unterdessen vollkommen mit einer von Lilys roten Strähnen beschäftigt. Gerade eben zog er kräftig an ihr. Ihr vorwurfsvoller Blick wanderte zu Harry. »Harry mein Liebling, Mama hat dir doch erklärt, dass das nicht nett ist und Mama wehtut. Du sollst das nicht machen.« Harry sah sie aus großen Augen an und lachte dann. »Ja das dachte ich mir schon«, murmelte Lily und sah wieder abwartend zu James. Der ließ sich jedoch Zeit. Er hatte es nicht so eilig. Warum?

Er hatte es ihr natürlich nicht gesagt. Ein Feigling war er, doch zurzeit beruhigte er sich mit der Ausrede, dass Lily so sicherer war. Doch innerlich wusste er, dass es eine Lüge war.

»James!« Immer dieser Tonfall, wenn Lily ungeduldig wurde.

»Reg dich nicht so auf, Lily. Wir sagen einfach wir sind im Verkehr stecken geblieben.«

»James!« Wieder dieser Ton.

»Ja, ja, ich komm ja schon!« Murrend gab er nach. »Ich geh vor. Nur zur Sicherheit.«

Lily verdrehte die Augen, nickte aber. »Daddy will wieder den Helden spielen, Harry. Schau genau hin.«

James ignorierte es und warf Flohpulver in den Kamin. »Anwesen von Sirius Black«, sagte er laut und trat in den Kamin.

Elegant trat er auf der anderen Seite wieder heraus. James hatte noch nie Probleme mit Kaminen gehabt. Im Gegensatz zu Lily war er damit aufgewachsen.

»Ihr seid spät.«

»Ich freu mich auch hier zu sein, Sirius!«, giftete James zurück.

»Oh da ist jemand aber mit den falschen Fuß aufgestanden. Was ist los?«

James murrte. »Ich habe es ihr noch nicht gesagt«, rückte er mit der Sprache heraus.

»Ihr nicht – oh!« Sirius schient zu begreifen. »Warum nicht?«

Die Antwort blieb James Sirius schuldig, denn Lily stolperte aus dem Kamin direkt in James Arme. Sie hatte sich wirklich noch nicht daran gewöhnt. Erst recht, wenn sie noch Harry auf den Armen hatte.

»Ich hasse es wirklich mit Harry über Kamine zu reisen, fast genauso schlimm wie Portschlüssel«, meckerte sie.

Sirius lachte auf.

»Was ist daran so lustig, Sirius?«, fragte sie sichtlich gereizt.

Abwehrend hob er die Arme. »Nichts. Ich habe nur gerade ein Déjà-Vu. Ich kenne noch jemanden, der das genauso hasst.«

James sah ihn schief an und verstand ihn. Er erinnerte sich. Sirius meinte Harry. Er hasste Portschlüssel, weil sie ihn immer an die Erlebnisse aus seiner Schulzeit und den Tod eines Klassenkameraden erinnerten und bei seiner ersten Kaminreise, war er statt in der Winkelgasse in der Nocturngasse gelangt. Kein guter Start, das konnte James sich gut vorstellen.

Ja, er wusste schon einiges über Harry. Es war erstaunlich, was Sirius alles von seinem Patensohn wusste. James war schnell klar geworden, wie nahe sich beide stehen mussten. Hier und in der Zukunft.

»Na ja, jetzt sind wir hier. Wo sind die anderen?«, fragte Lily und riss James damit aus den Gedanken.

»Elisa ist in der Küche und kocht. Und Remus ist bei Chris im Zimmer nach dem Rechten schauen.« , antwortete ihr Sirius.

»Wieso nach dem Rechten sehen?«, fragte Lily und drückte Harry in James Arme.

»Oh nichts Ernstes. Er ist erkältet, hat etwas Fieber. Die meiste Zeit schläft er.« Sirius deutete nach oben. »Willst du zu ihm?«

Lily nickte. »Aber zuerst möchte ich Elisa ‚Hallo' sagen. Ich bin gleich wieder da.« Sie verschwand durch die Küchentür.

»Dir ist schon klar, dass sie da jetzt die nächste halbe Stunde nicht herauskommt?«, fragte James.

Sirius zuckte mit den Schultern. »Dann können wir reden.« Er setzte sich mit James in die Sessel vor dem Kamin. Harry nahm Sirius auf seinen Arm.

»Also, warum hast du Lily noch nichts gesagt? Als du gestern von uns los bist, warst du noch Feuer und Flamme.«

James sackte sichtlich in sich zusammen. »Das ist nicht so einfach, Sirius. Du verstehst nicht «

Sirius lachte. »Oh doch, James, ich verstehe sehr wohl. Ich nehme an, dass Harrys Argumente doch nicht so unschlüssig waren, wie du anfangs geglaubt hast, was?«

»Das ist alles so kompliziert!« James fluchte leise vor sich hin und Harry begann zu kichern. »Sag's nicht deiner Mutter«, bemerkte er mit einem Lächeln.

Sirius lachte und sah zu Harry auf seinem Schoss. »Nein, das werden wir schön unter uns Männern behalten, nicht wahr Harry?«

Harry lachte und lehnte sich dann an Sirius an. Müde gähnte er. »Ist er etwa müde?«, fragte er verwirrt.

James zuckte mit den Schultern. »Er hat in der Nacht wieder mal seine magischen Kräfte ausprobiert und Bo durch den Raum fliegen lassen. Bis er aus der Wiege geflogen ist und nicht mehr zurückkam.« Er strich seinem Sohn über den Kopf. »Er war wohl doch länger wach, als ich dachte.«

James sah wieder zu Sirius. »Warum ist Harry überhaupt krank?«

Sirius sah einen Moment verständnislos zu dem Baby auf seinem Schoss, dann verstand er. »Oh du meinst den Großen!« James sah ihn schief an. »Er ist gestern Nacht draußen eingeschlafen. Als wir ihn fanden, bedeckte ihn eine leichte Schneeschicht.« Er sah zu dem kleinen Harry. »Merk dir bei Schnee draußen schlafen, ist ganz, ganz dumm!« Harry kicherte leise und brabbelte leise vor sich hin.

»Er hatte die ganze Nacht hohes Fieber«, fuhr Sirius fort. »Erst heute Morgen ist es endlich herunter gegangen.«

James nickte.

Die Küchentür ging auf und Lily und Elisa kamen ins Zimmer. »Wir sehen kurz nach Ha Chris.« James Herz machte einen Sprung. Gerade noch gerettet.

Er stand auf. »Wir kommen mit.«

»Harry bleibt aber hier. Ich möchte nicht, dass er sich ansteckt«, bestimmte Lily.

»Schon gut, ich bleibe mit Harry unten. Geht ruhig.« Sirius nickte und James folgte seiner Frau.

Als sie bei Harrys Zimmer angekommen war, klopfte Elisa vorsichtig an und trat dann ein. Das Zimmer war abgedunkelt. Nur eine kleine Lampe am Bett spendete Licht.

Remus saß an Harrys Bett und legte ihm gerade ein feuchtes Tuch auf die Stirn.

Harry war blass, leicht verschwitz, schlief aber. Allerdings schien er nicht unbedingt gut zu träumen. Seine Augen bewegten sich schnell unter seinen Lidern hin und her.

»Hallo Remus. Schön dich zu sehen«, begrüßte sie ihren Freund. Ihr Blick wanderte zum blassen Harry. »Wie geht es ihm?«, fragte Lily leise.

Remus lächelte. »Schon viel besser. Das gröbste hat er überstanden. Ich denke, morgen wird er wieder fit sein.«

Während Lily Remus weiter nach Harrys Befinden fragte, trat Elisa zu ihm. »Du hast es ihr also nicht gesagt?«

»Wieso fragen mich das alle?«, fragte James sichtlich gereizt.

Elisa zuckte mit den Schultern. »Es ist nur gestern…«

»Ich weiß, gestern war ich mir noch so sicher. Dinge ändern sich eben.«

Elisa nickte. »Da ist noch etwas, was du wissen solltest, James.« Sie machte eine Pause und trat noch einen Schritt zu ihm. »Als wir Harry gestern Nacht fanden, hatte es frisch geschneit. Und es waren deutlich Fußspuren im Schnee. Und die führten nicht ins Haus, sondern kamen aus dem Garten. Von außerhalb, verstehst du?«

»Was willst du damit sagen? Jemand war bei Harry? Denkst du etwa Peter könnte ?« Besorgt sah er zu Harry.

»Nein, wir sind uns einig, dass es nicht Peter gewesen sein kann. Die neuen Zauber lassen ihn nicht mehr aufs Grundstück. Genau genommen lassen sie nur noch ein Dutzend Menschen aufs Grundstück und der Großteil davon ist hier und die anderen hätten sich wohl kaum angeschlichen und waren ohne einen Ton zu sagen wieder verschwunden.«

»Und wer war es dann?«, fragte James.

Elisa sah ihn ratlos an. »Das ist es ja, was uns Sorgen macht. Vielleicht hat Harry diese Person ja gesehen und kann es uns sagen, aber zurzeit schläft er nur.«

»War er noch nicht einmal wach?«

Elisa schüttelte den Kopf. »Er hat die ganze Nacht gefiebert. Wenn er mal wach war, dann war er nicht wirklich klar. Er murmelt ständig die Namen von Hermine und Ron.«

»Seinen Freunden? Sind sie nicht tot?« Ron war verschollen, Hermine bei einem Brand ums Leben gekommen. So war es doch, oder?

»Ja, es hat wahrscheinlich nichts damit zu tun. Wahrscheinlich ist es das Fieber, aber «

Elisa brach ab. Harrys Augenlider flatterten und flogen schließlich ganz auf. Desorientiert und aus leicht glasigen Augen sah er sich um.

Bevor irgendjemand der Anwesenden etwas sagen konnte, war Harry aufgestanden. James bezweifelte, dass er sich wirklich bewusst war, was er da tat. Sein ganzer Blick war verklärt. Wahrscheinlich lenkten das Fieber und sein Unterbewusstsein seine Handlungen.

Harry setzte sich in Bewegung und verließ das Zimmer.

»Chris!« Elisa wollte ihn aufhalten, doch Remus hielt sie zurück.

»Das würde ich lassen. Ich glaube, er schlafwandelt. Und dann sollte man ihn auf keinem Fall wecken. Das könnte schwerwiegende Folgen auf seine Psyche haben«, erklärte er und Elisa nickte.

»Folgen sollten wir ihm trotzdem. Nicht dass er irgendetwas anstellt.« James stand schon auf dem Flur und behielt seinen zukünftigen Sohn im Auge. Gerade bog er um die Ecke. »Und zwar schnell, sonst ist er weg.«

Harrys Weg schien zunächst ohne Sinn zu sein. James stellte fest, dass sie dreimal an seinem Zimmer vorbeikamen und auch andere Orte im Haus mehrmals begangen, doch schließlich schien er den richtigen Weg gefunden zu haben – den Garten.

»Leute, nicht gegen Harrys Psyche, aber wenn er so da raus geht, holt er sich den Tod. Er hat nicht mal Schuhe an«, bemerkte Elisa besorgt.

James nickte und schwang seinen Zauberstab. Im nächsten Moment lag ein warmer Mantel um Harrys Schultern und ein paar Schuhe zierten die Füße. »Das sollte vorerst reichen. Allerdings gebe ich dir recht, Elisa, er gehört ins Bett.«

Elisa nickte. »Ich könnte doch versuchen, mit ihm zu reden, oder? Nur reden!«, fügte sie mit Nachdruck hinzu als sie Remus warnenden Blick sah.

Vorsichtig trat sie zu Harry, der stehen geblieben war. »Chris? Chris, hörst du mich?«

Keine Reaktion. Remus zuckte mit den Schultern. Elisa versuchte es erneut.

»Chris, wollen wir nicht wieder reingehen? Es ist kalt hier draußen.«

Diesmal gab es eine Reaktion, zu mindestens glaubte James das. Harry machte wie zum Protest noch einem Schritt in den Garten hinein.

Von hinten trat Sirius aus dem Haus. Den kleinen Harry hatte er noch immer auf dem Arm, aber inzwischen in eine warme Decke gewickelt. Lily nahm ihn Sirius ab und James erklärte kurz, was oben passiert war.

Wieder versuchte Elisa etwas. »Chris, du suchst etwas hier draußen, stimmt's?«

Wieder ein Schritt in den Garten. »Sie ruft mich«, murmelte er.

»Wer, Chris? Wer ruft dich?«

Im nächsten Moment durchbrach das Geschrei einer Eule die Szenerie und ließ alle erschrocken zusammenzucken. Die Eule kreiste über ihren Köpfen und landete schließlich auf Harrys Schulter, ganz so als ob das ihr Platz wäre.

»Das ist unmöglich!«, murmelte Sirius neben James völlig fassungslos. Und auch Elisa schien von der schneeweißen Eule auf Harrys Schultern völlig entsetzt zu sein. »Hedwig?«, fragte sie verwirrt.

Die Eule auf Harrys Schulter gurrte leise und knabberte zärtlich an Harrys Ohr. Harry schloss die Augen und sackte im nächsten Moment einfach in sich zusammen. Hedwig erhob sich kreischend und flog panisch über ihren Köpfen.

»Bringen wir ihn wieder rein!«, erklärte James und riss Sirius damit aus seiner Starre. Zusammen trugen sie Harry ins Haus. Lily wollte die Tür vor der Eule verschließen, doch Elisa stoppte sie. »Nein, lass sie rein.«

»Wirklich?« Lily beäugte die Eule skeptisch. »Sie ist ja wirklich hübsch, aber wenn sie wild ist, könnte sie gefährlich werden.«

»Keine Angst, sie ist nicht wild«, entgegnete Elisa. »Das ist Hedwig. Sie gehört Chris.«

»Oh! Na dann!« Lily öffnete die Tür und Hedwig flog hinein. Sie flatterte sofort zu James und Sirius, die Harry gerade auf der Couch niederließen. Auf der Lehne nahm die Eule Platz und beäugte die Situation kritisch.

Während Lily mit dem kleinen Harry und Elisa etwas Abstand hielten, versorgte Remus Harry. »Das Fieber ist wieder hoch. Er sollte ins Bett.«

Sie nickten und mit einem Schwenk seines Zauberstabs, ließ Remus ihn in sein Zimmer schweben. »Ich bin gleich wieder unten.«

Während die Frauen in der Küche verschwanden ließen James und Sirius sich wieder auf de Couch nieder. Etwas verwirrte James noch.

»Warum wart Elisa und du so geschockt, als ihr die Eule gesehen habt?«, fragte er mit einem Blick auf das Tier, dass sich gerade an Sirius Arm hocharbeite und schließlich auf seiner Schulter Platz nahm. Von da begann sie mit dem langen Haar von Sirius zu spielen.

»Ganz einfach, weil sie nicht hier sein dürfte«, erklärte Sirius energisch und ließ Hedwig auf seinem Arm klettern, wo er sie streichelte und wie James vermutete noch einmal untersuchte, ob sie wirklich Harrys Eule war.

»Wie meinst du das?«, fragte er verwirrt.

»Nun, ich weiß von Harry, dass Hedwig schon vor Jahren gestorben ist. Sie kann also gar nicht hier sein.«

»Und ihr seid sicher, dass das Hedwig ist und nicht nur irgendeine fremde Eule?«, fragte James.

Sirius nickte und zog das kleine Halsband mit der goldenen Marke hervor auf dem Hedwigs Name stand und der Name seines Besitzers, Harry Potter. James nickte. »Das sollte Lily nicht unbedingt zu sehen bekommen«, erklärte er.

Sirius nickte und ließ die Marke wieder in Hedwigs Feder verschwinden. »Vielleicht bringen wir sie hoch zu Harry?«

Beide nickten und standen auf. Bei Harry im Zimmer angekommen ließ Remus gerade den Analyse-Zauber verschwinden.

»Wie geht's ihm, Remus?«, fragte Sirius verwirrt. Hedwig flog von seiner Schulter und ließ sich am Kopfende des Bettes nieder. Besorgt sah sie zu ihren Herren.

»Das Fieber ist wieder da, aber nicht so hoch wie gestern. Ansonsten geht es ihm eigentlich ganz gut. Ich hab ihn was gegen das Fieber gegeben. Ich denke, morgen früh ist er wieder fit.« Remus sah skeptisch zur Eule. »Sie dürfte nicht hier sein, oder?«

Sirius schüttelte den Kopf. »Nein und das macht mir Sorgen.«

»Inwiefern?«, fragte James.

»Was Harry schon seit langem wirklich besorgt, ist die Frage, wie viel er schon verändert hat – allein durch sein Auftauchen. Dass Hedwig hier ist, bedeutet doch, dass er schon etwas verändert hat, oder nicht?« Sirius sah besorgt zu seinem Patensohn.

»Ja, aber was hat er verändert, dass seine Eule aus der Zukunft hier ist?«, fragte James.

»Tja, das ist die Frage«, erklärte Sirius. »Wir sollten wieder runter gehen. Nicht, dass Lily Elisa noch die falschen Fragen stellt.«

Alle nickten und verließen das Zimmer.

So sah niemand, wie sich eine Person aus den Schatten löste und zum Bett trat. »Das hast du sehr gut gemacht Hedwig.« Die fremde Person gab Hedwig einen Keks. »Du musst jetzt an seiner Seite bleiben, er braucht dich. Wir können noch nicht zu ihm.« Ehe die fremde Person das Zimmer ebenfalls verließ, lehnte sie sich zu Harry herunter.

»Bald, Harry! Bald!«


TBC…