Hallo Liesl Snake und Guest!

Nein, nein, keine Sorge - ich denke diesmal macht Hermione alles richtig, oder besser gesagt alles was notwendig ist, damit es richtig wird. ;-) Entschuldigung, dass es ein bisal gedauert hat - war ein paar Tage auf Urlaub. Dafür gehts jetzt mal weiter.

lg Gaby

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Langsam kam er zu sich. Seine Hände krampften sich zu Fäusten und entspannten sich sodann wieder. Ein Zeichen, dass das Mittel wirkte. Er würde sich schon bald erheben, das Gebäude in Brand setzten und dann verschwinden. Konnte sie ihm folgen, wenn er apparierte? Schnell eilte sie noch einmal an seine Seite. Beinahe hätte sie, aus Sorge um ihn, das Wichtigste vergessen.

Wenn er verschwand, würde sie ihn niemals mehr finden, es sei denn … Es sei denn, sie gab ihm etwas mit, dass ihr möglich machte ihn, egal wohin er ging, finden zu können. Sie war schließlich eine begabte Hexe. „Ubique Deprehensio!", murmelte sie leise. Mit diesem Spruch würde sie ihn überall finden können. Sie brauchte ihn nicht in dieser Zeit, sondern ab da, wo er aus ihrer Welt verschwunden war und so verstärkte sie den Zauber noch um diese Komponente.

Jetzt noch war er voller Hass und Zorn auf sie. Obwohl … Müde wischte sie sich mit der Hand über die Stirn. Vielleicht hatte er gar nie aufgehört sie zu hassen? Sie würde es herausfinden. Das war sie Liam schuldig. Hermione verbarg sich hinter einem der Bäume, die rund um das alte Haus standen. So verharrend, brauchte sie nur noch auf ihn zu warten. Eigentlich hatte sie alles getan, was sie konnte. Den Rest musste er alleine schaffen.

Nervös kaute sie an ihren Fingernägel. Er würde es doch schaffen? Hatte sie mit ihrem Eingreifen die Zukunft erneut verändert?

„Nun komm schon!", flüsterte sie eindringlich.

Dabei starrte sie unentwegt zur Tür. Vielleicht hätte sie bei ihm noch warten sollen? Was dauerte nur so lange? Müsste er nicht schon längst hier sein? Ungeduldig stieg sie von einem Fuß auf den Anderen. Sie hätte bei ihm bleiben sollen. Immerhin hatte ihn das schreckliche Biest von Voldemorts Schlange schlimm verletzt. Gerade als sie sich dazu entschlossen hatte zurückzugehen, kam er heraus.

Auf noch wackeligen Beinen verließ er das Haus. Er war eindeutig geschwächt und nur mühsam konnte er sich aufrecht halten. Doch trotz der Dunkelheit und der Entfernung konnte sie ihm seinen Kampfgeist ansehen. Seinen eisigen Willen am Leben zu bleiben. Ein kleiner Funke verließ seinen Zauberstab und setzte das alte Haus in wenigen Sekunden in Vollbrand. Davon würde nichts als Asche übrig bleiben. Sobald er das vollbracht hatte, schien er kurz zu überlegen und war dann verschwunden.

Es war, dank ihres Zaubers, ein Leichtes ihm zu folgen. Das erste das sie wahrnahm war die salzige Bries die ihr vom Meer entgegen wehte. Sie war bei einem alten Haus, nahe einer Steilküste. Ein schmaler Pfad führte vom Haus direkt hinab zum Strand. Dort stand er. Nein, kniete er. Die Hände hatte er vor sich in den Sand vergraben und es sah ganz so aus, als müsste er um jeden Atemzug kämpfen. Er war nicht der einzige der kämpfte, auch Hermione fiel es schwer sich von ihm fernzuhalten.

Er schien Hilfe zu brauchen. Ihre Hilfe. Sie musste sich zwingen nicht zu ihm zu eilen. Stattdessen zog sie den Zeitumkehrer aus ihrer Tasche, hängte sich ihn um und begann ihn zu drehen. Sie brauchte nur genug Umdrehungen um in die richtige Zeit zu gelangen. Dorthin zurück wo er sein müsste, nachdem er sie verlassen hatte.

Die Zeit raste an ihr vorbei. Sie konnte in Zeitraffer sehen, wie Severus seine Tage verbrachte. Oft ging er zum Meer und schien nachzudenken. Vermutlich über sich, über Dumbeldore, Voldemort und wahrscheinlich auch über sie. Der Zeitumkehrer stoppte an dem Tag, an dem sie aufgebrochen war. Sie war genau richtig angekommen.

Hermione blickte sich genau um. Der Strand lag verlassen da. Vermutlich war er im Haus. Was tat er nur dort drinnen, dass ihn aufhielt zu ihr zu kommen? Ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. Sie würde es herausfinden. Entschlossen ging sie auf die Tür zu, hob die Hand und klopfte laut und deutlich an. Es dauerte, bis sich die Tür öffnete. Doch das war alles unwichtig und bedeutungslos sobald er vor ihr stand. Fragend blickte er sie an. Vermutlich wunderte er sich gerade wie er ihr gelungen war ihn zu finden.

„Na schon alles gepackt?", fragte sie bissig und rauschte unaufgefordert an ihm vorbei ins Haus.

Langsam schloss er die Tür hinter ihr und lehnte sich abwartend dagegen. Seine Augen folgten ihr als sie vor ihm hitzig hin und her lief.

„Hattest du überhaupt vorgehabt zu uns zurückzukommen, oder war das deine Rache?", fauchte sie zornig.

„Du kommst bei mir vorbei, stellst meine Welt auf den Kopf und verlässt mich und Liam dann einfach wieder!"

Hermione hatte die Arme vor ihrer Brust verschränkt und musterte ihn finster. Wie würde er sein Verhalten erklären? Es konnte auch sein, dass er gar nicht sagte und sie einfach wegschickte. Angespannt wischte sie sich mit der Hand über die Stirn. Warum sagte er nichts? Ihr Zorn verschwand so schnell, wie er gekommen war und machte einer Traurigkeit platz die ihr die Tränen in die Augen trieben.

„Warum tauchst du bei mir auf, weckst in mir Hoffnungen und dann... warum tust du das? Bedeutet dir deine Rache soviel?"

Ihre Stimme war bei jedem Wort immer leiser geworden. Es wäre besser gewesen nicht hier her zu kommen. Sie kam sich so unglaublich dumm und gedemütigt vor. Da stand er. Erhaben über den Dingen und spottete bestimmt über sie.

Doch plötzlich kam Bewegung in ihn und bevor sie noch ahnen konnte was er vorhatte, hatte er sie bereits hart an den Schultern gepackt.

„Du irrst dich in allem!", erwiderte er heftig, dann senkte er den Kopf und küsste sie.

„Warum bist du nicht zu mir zurückgekommen?", fragte sie ihn erneut, sobald sie wieder zu Atem gekommen war. Severus ließ seine Hände sinken und trat an ihr vorbei.

„Es gab noch … nein. Es gibt dort nichts für mich!", erklärte er bestimmt.

War sie nichts? Und Liam ihr gemeinsamer Sohn, war er nichts? „

Mehr als du ahnst! Dort gibt es mich und Liam und wir beide …"

Heftig presste er einen Finger auf ihre Lippen, als wollte er verhindern, dass sie weiter sprach.

„Sag nichts, was du nicht so meinst!"

Hermione runzelte nachdenklich die Stirn. Sie hatte ihm ihre Gefühle gestanden und mit ihm eine weitere wundervolle Nacht verbracht. Gut am folgenden Tag hatte sie Angst bekommen. Angst hatte sie immer noch. Was fühlte er?

„Du hast mich gefunden, wie ist das möglich?"

Seine Worte stahlen sich in ihre Gedanken und brachten sie zurück in die Gegenwart.

„Es gab einen Ort, von dem ich wusste, wo du zu einer bestimmten Zeit sein würdest. Ich habe dich mit einem Zauber belegt um dich finden zu können.", erwiderte sie wahrheitsgemäß.

Auch wenn sie sein Gesicht nicht sehen konnte, so war sie sich dennoch sicher, dass er in diesem Moment bestimmt eine Augenbraue in die Höhe zog.

„Du wendest gerne Magie an, wenn es um mich geht!"

Er klang weder zornig noch schien er darüber sonderlich aufgebracht zu sein. Im Gegenteil sie hatte mehr das Gefühl als würde er sie dafür bewundern.

„Ich wollte dich unbedingt finden!", flüsterte sie leise. Ihre Hand streifte seinen Arm. Vielleicht musste sie beginnen zu lernen zu vertrauen? Vielleicht war es an ihr den nächsten Schritt zu tun?

„Warum?", verlangte er zu wissen.

„Ich möchte, dass du mit mir zurückkommst und bei mir und Liam bleibst!", sagte sie bestimmt.

„Weil du mich liebst?"

Seine Frage klang provozierend und sie meinte einen leicht unsicheren Ton darunter wahrzunehmen. Nervös leckte sie sich mit der Zunge über die trockenen Lippen.

„Du kennst meine Gefühle für dich.", erwiderte sie ausweichend. Nun war sie es die ein paar Schritte von ihm fort trat.

„Du sagst du liebst mich und dennoch läufst du von mir weg!", warf er ihr vor.

Hermione schloss kurz die Augen. Er hatte recht. Sie musste aufhören Angst zu haben, wenn sie wollte, dass er bei ihr blieb. Entschlossen holte sie tief Luft und ging auf ihn zu. Dicht vor ihm blieb sie stehen und sah hoch in sein Gesicht.

„Ich liebe dich und ich will, dass du zu uns, Liam und mir, zurückkommst!"

Langsam hob sie ihre Hand und strich ihm mit zitternden Fingern über die Wange. Sie wollte ihm zeigen, wie wenig sie ihn fürchtete. Bevor sie die Hand wieder zurückziehen konnte, fing er sie mit der seinigen ein.

„Du willst? Was noch?", flüsterte er ihr herausfordern zu und beugte sich näher zu ihr herab, ganz so als hätte er vor sie zu küssen.

Hermione spürte wie Hitze in ihr hochstieg. Sie begehrte ihn. Wieder leckte sie sich über die Lippen, dann stelle sie sich auf die Zehenspitzen und presste ihren Mund auf den Seinigen. Vorher wisperte sie ihm noch ein: „Dich!", zu.

Sie hatte gehofft, dass er spätestens jetzt die Führung übernehmen würde und wurde nicht enttäuscht. Leidenschaftlich erwiderte er ihren Kuss. Sie spürte wie er seine Arme fest um sie schloss und sie mit sich zog. Es war sein Haus und so folgte sie ihm, in der Erwartung er würde sie zu seinem Schlafzimmer bringen. Sex war etwas, was sie beide bisher am Besten hingekriegt hatten.