So, jetzt kommt der allerletzte große Zeitsprung! It´s Cullen-Time!
… 2006...
Müde zog ich meinen Arztkittel an, bevor ich die Tür der Frauenumkleide des Krankenhauses von Forks aufstieß. Ein weiterer Arbeitsbeginn um sieben Uhr Morgens, ein weiterer Tag in meiner persönlichen Hölle, die sich Leben nannte.
Ich arbeitete seit einigen Jahren hier in Forks, nachdem ich in Houston „in Rente" gegangen war. Körperlich war ich jetzt wieder 28, mein altes, menschliches Aussehen hatte ich beibehalten.
Forks war eine kleine, verregnete Stadt im Bundesstaat Washington, in der Nähe von Seattle.
Eigentlich würde ich nicht in eine Kleinstadt wie Forks ziehen, doch man hatte einen Arzt gesucht. Als ich mich hier vorstellte, glaubten die Leute zuerst nicht, dass ich so jung sein konnte und schon Erfahrung als Ärztin haben sollte, doch nachdem sie sahen, wie schnell und sorgfältig ich arbeitete, stellten sie keine weiteren Fragen.
Trotzdem wunderten sie sich über die begabte, junge Ärztin, die immer freundlich war und doch mit niemandem ausging, obwohl sie Single war.
Ich hatte mein Schauspiel perfektioniert, alle hielten mich für nett und fröhlich, doch eigentlich war ich zerstört.
Ich vermisste meinen Seelenverwandten, sein wildes, weiches Haar, seine grauen Augen, seine Stimme... Jasper. 140 Jahre. Seit 140 Jahren war ich ein Vampir, und hatte ihn in dieser Zeit nur einmal gesehen.
Ich liebte ihn, meinen Bruder, klammerte mich verzweifelt an die letzten Momente mit ihm, an die ich mich erinnern konnte.
Automatisch wanderte meine Hand zu meinem Hals und umfasste das Medaillon, welches diesen Platz seit über 140 Jahren nicht verlassen hatte, während ich weiter in die Richtung meines Büros ging. Das Bild befand sich immer noch darin, und obwohl es verblichen und alt war, war es das wertvollste, was ich besaß.
Lebte er überhaupt noch? Hatte ich mir diesen Mann vor so vielen Jahren, als wir gegen Maria´s Armee gekämpft hatten, nur eingebildet?
Nein. Ich durfte die Hoffnung nicht verlieren, sie war das einzige, was mich am Leben hielt. Als ich bei den Volturi war, hatte ich so viele Vampire gesehen, die sich umbringen ließen weil ihr Seelenverwandter gestorben war.
Ich wollte sterben, doch tief in meinem Inneren wusste ich, dass das nicht stimmte. Leere Worte, die man sich so oft einredete und doch nicht glaubte. Genau so war es mit der Hoffnung. Man redete sich ein, keine zu haben, doch im Innersten hatte man sie doch. Ich hoffte, Jasper bald wiederzusehen, ich wusste nicht, wie lange ich es noch ohne ihn aushalten würde.
Ich war selbstsüchtig, das war ich schon immer gewesen. Alle glaubten ich wäre selbstlos, doch das war ich nicht. Meine Handlungen schienen das zu sagen, aber meine Gedanken und Pläne zeigten das Gegenteil.
Ein Beispiel:
Ich behandelte Leute die krank waren, half ihnen, machte Überstunden, doch eigentlich suchte ich nur eine Gelegenheit, ihr Blut zu saugen. So war ich. Selbstsüchtig und unzureichend.
Ich trank in letzter Zeit öfters etwas, wenn ich das langsamer werdende Herz meines Opfers hörte und das warme Blut meine Kehle hinunterfloss, konnte ich all die Schmerzen und Sorgen vergessen, war einfach nur Bella.
Sorgenfrei, unbeschwert, verletzlich.
Nicht wie normalerweise. Ich wusste nicht mehr, wer ich ursprünglich war. Mein jetziges ich war verzweifelt, von Emotionen zerfressen. Ich handelte nicht mehr so, wie die alte Bella es getan hätte. Ich konnte nicht mehr normal werden, egal was passierte. Ein Teil meines Geistes würde immer verbittert und hart bleiben, auch wenn der Rest sich vielleicht bessern sollte.
Mit dieser niederschmetternden Erkenntnis betrat ich mein Büro, nachdem ich meiner Sekretärin schnell zugenickt hatte. Wie an jedem anderen Tag auch leerte ich meinen Kopf von den düsteren Gedanken, die meinen Geist nie verließen, schloss alles traurige weg und holte meine dauerfreundliche Maske hervor.
Jetzt war ich auf Arbeit, als Mensch, da hatten Gedanken über Jasper oder Vampire nichts zu suchen. Ganz abstellen konnte ich sie zwar nie, aber die harte Arbeit hier im Krankenhaus lenkte mich ab. Ein konstanter, bohrender Schmerz erinnerte mich jedoch ständig daran, dass ich eben nicht normal war.
Ich war heute absichtlich zu früh gekommen, um all die aufgestaute Papierarbeit zu erledigen. Seufzend griff ich nach einem Kuli und fing an, die ersten Blätter des riesigen Stapels zu bearbeiten.
Nach einer halben Stunde kam Alana, meine Sekretärin, mit einer Tasse Kaffee durch die Tür, nachdem sie geklopft hatte. Sie war ein kluges Mädchen, noch keine 20, mit langen, schwarzen Haaren und braunen Augen. Ich fand es schade, dass die ihre Intelligenz bei einem solchen Job vergeudete, doch eigentlich ging es mich nichts an.
„Danke, Alana. Du kennst mich zu gut" scherzte ich, als ich das dampfende Getränk entgegennahm. Eigentlich mochte ich Kaffee nicht, aber welcher Vampir tat das schon? Ich stellte mir einfach vor, es war Blut, obwohl ich nicht wusste, wie das als Mensch für mich schmecken würde.
„Gern geschehen, Dr. Whitlock. Vergessen sie nicht, dass sie nach der Mittagspause den neuen Arzt einweisen müssen." Oh, ich hatte es wirklich vergessen. Ich wollte nicht, dass es noch einen Arzt gab, so war ich nicht mehr so abgelenkt von meinen Problemen.
„Habe ich nicht, Alana. Gibt es irgendetwas über ihn, das ich wissen sollte?" Ich log sie an, aber das war mir egal. Menschen waren glücklicher, wenn man sagte, was sie wollten.
Alana kicherte. Eigentlich kicherte sie nie, also musste es etwas besonderes sein. „Ich habe schon mit ihm gesprochen, er sieht wirklich... vielversprechend aus." Bei diesen Worten bekam sie einen verträumten Ausdruck in den Augen, der neue Doktor musste wirklich gut aussehen.
„Er ist genauso alt wie sie, eigentlich hätte ich ihnen ja geraten, mal mit ihm essen zu gehen, aber er ist leider verheiratet." Nicht, dass ich mit ihm ausgehen wollte. Es gab nur einen Mann, der mich interessierte.
„Ok Alana, ich werde jetzt mit meinen Patienten anfangen. Wir sehen uns später." Mit diesen Worten stand ich auf und verließ mein Zimmer, Alana schloss die Tür, als sie hinter mir hinausging.
Die Stunden vergingen und die Mittagspause rückte näher. Während ich Arme eingipste und Wunden behandelte beschloss ich, mal wieder einen kleinen „Snack" zu mir zu nehmen. Mein Vampir-Ich hatte seit zwölf Tagen nichts mehr getrunken, und ich vermisste den Geschmack des Bluts. In Raum 102 lag gerade eine junge Frau im Koma. Ich würde einige Schlucke trinken, die Wunde versiegeln und dann wieder gehen, das hatte ich schon oft gemacht. Voller Vorfreude arbeitete ich weiter, doch jetzt schnellte mein Blick alle paar Minuten zur Uhr, ich konnte es gar nicht erwarten.
Endlich war der letzte Schnitt verbunden und ich hatte Pause. Ohne Umwege ging ich zur Personaltoilette um mich zu verwandeln, ich brauchte mein Vampirgehör. Die Toilette für die Ärzte war ein abschließbarer Raum mit Waschbecken und Spiegel.
Da ich in einigen Minuten etwas trinken würde, brauchte ich kein menschliches Mittagessen. Bei dem Gedanken an Essen knurrte mein Magen, mein Frühstück war sehr spärlich ausgefallen.
Ich stellte mich vor den Spiegel und schloss die Augen, konzentrierte mich auf mein gewöhnliches Vampiraussehen. Ich bemerkte, wie mein Herz aufhörte zu schlagen und meine Sinne sich verschärften. Ein Gefühl von Macht und Stärke durchfloss mich, während ich einige Zentimeter wuchs und meine braunen Haare sich in dunkelgoldene Locken verwandelten. Ich öffnete meine Augen, gerade rechtzeitig um zu sehen, wie meine Gesichtszüge sich veränderten, die Narben erschienen und ich erblasste, das grau meiner Augen sich in schwarz verwandelte, ich war durstig.
Ich nahm einen tiefen Atemzug und tausende von Düften umspielten meine Nase, der von frischem Blut am stärksten. Ein wahres Feuer entzündete sich in meiner Kehle als ich den süßen, verlockenden Geruch wahrnahm und ich schluckte Gift hinunter.
Normalerweise bekam mein Körper alle paar Tage Blut, er war es nicht gewöhnt, so lange zu fasten. Meine zierlichen Hände ballten sich zu Fäusten als ich versuchte, meine Beherrschung nicht zu verlieren. Ich durfte niemanden anfallen, das würde nur unnötiges Aufsehen erregen.
Schnell dachte ich an Jasper, seine weichen Lippen. Sie waren so perfekt, leicht geschwungen und voll. Ich erinnerte mich noch, als ich ihn geküsst hatte, es war unvergleichlich gewesen... Der „Kuss" war eine der wenigen Erinnerungen, die ich noch perfekt hervorrufen konnte. Sie war zwar unscharf durch meine damals schlechten Menschenaugen, doch ich konnte mich an jedes Detail erinnern. Wie er seine Hand sanft auf meinen Hinterkopf gelegt hatte, die leichte Bewegung seiner Lippen auf meinen, als er mich im Traum zurückküsste...
Ich hatte mich etwas beruhigt, schaffte es, den Atem anzuhalten. Der Gedanke an Jasper war immer zugleich beruhigend und aufwühlend, traurig und doch hoffnungsgebend... Ich schaute auf meine Uhr und sah, dass ich nur noch 20 Minuten hatte. Wie lange hatte ich hier gestanden, reglos, in Erinnerungen versunken? Egal.
Ich konzentrierte mich auf mein Gehör, um herauszufinden, ob ich das Bad gefahrenlos verlassen konnte. Ich hörte nichts auf den umliegenden Gängen, also öffnete ich die Tür und huschte hinaus. Meine Schritte waren lautlos, nur für einen Vampir hörbar, als ich schnell auf Zimmer 102 zurannte, immer noch die Luft anhaltend.
Ich hörte das gleichmäßige Piepen der Maschine, die den Herzschlag der Frau maß und im Einklang dazu das dumpfe, feuchte Pochen ihres Herzens. Ihre Atemzüge waren regelmäßig, sie war immer noch im Koma.
Geschickt öffnete ich die Tür und schlich auf das Bett der Frau zu. Ich lehnte mich über sie und verharrte mit meinen Zähnen über ihrer Halsschlagader. Meine Instinkte versuchten, die Oberhand zu gewinnen doch ich ließ es nicht zu. Ich durfte dieses Mädchen nicht töten.
Nachdem ich mich versichert hatte, dass niemand in der Nähe war, der mich stören könnte, biss ich zu. Meine Zähne durchbohrten ihr Fleisch wie Butter, hinterließen eine tiefe Wunde, die sofort anfing zu bluten. Ihr Herz fing an, schneller zu schlagen, das Blut füllte meinen Mund und ich atmete tief ein. Die Frau roch süß, wie Honig und Zucker, ihr Blut war einfach köstlich. Gierig fing ich an zu schlucken, die Flüssigkeit lief meine Kehle hinab und linderte das Feuer.
Meine Instinkte waren nah dran, mich zu übernehmen, als ich leise Schritte hörte, die sich auf das Zimmer zubewegten. Sofort wollte ich meine Beute verteidigen, doch dann fiel mir ein, wo ich mich befand.
Ich fluchte gedanklich, was sich für eine Lady eigentlich nicht gehörte und ließ von der Frau ab.
Schnell fuhr ich mit meiner mit Gift benetzten Zunge über die Wunde, bevor Blut herausfließen konnte. Die Bissspuren schlossen sich und ich trat zurück.
Die Frau war blasser als vorher, doch sie lebte noch. Ich hatte nicht zu viel Blut von ihr getrunken, es würde nicht auffallen.
Die Schritte wurden lauter, näherten sich dem Gang, in dem ich mich befand. Man durfte mich nicht in dieser Abteilung finden, ich hatte hier eigentlich nichts verloren. Schnell konzentrierte ich mich auf mein menschliches Aussehen und hörte, wie mein Herz anfing zu schlagen. Meine Lunge brannte und ich holte tief Luft, was ich vorher vergessen hatte.
Meine Kleidung war unbefleckt, was ich nur durch jahrelange Übung geschafft hatte.
So schnell es ging verließ ich das Zimmer und schloss die Tür hinter mir, mein Herz pochte aufgeregt durch das Adrenalin, welches meine Adern durchfloss. Ich blickte nach rechts, in die Richtung der Fußschritte, die jetzt auch mein menschliches Gehör wahrnehmen konnte, und fing an, in diese Richtung zu gehen. Es würde nur unnötig auffallen, würde ich jetzt wegrennen. Mein Blick richtete sich auf den Boden, als ich stolpere und versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen.
Ich wurde mittlerweile nur noch tollpatschig, wenn ich aufgeregt war, was in den letzten Jahren äußerst selten passiert war.
„Entschuldigung, Madame, könnten sie mir vielleicht helfen?" Es war die äußerst wohlklingende Stimme des Mannes, der mich während meiner Mahlzeit unterbrochen hatte. Ich nahm es ihm übel, die Frau war wirklich lecker gewesen.
„Natürlich, was wollen sie?" fragte ich genervt und wandte meinen Blick sehnsüchtig in die Richtung der Cafeteria, mein Magen knurrte, da ich ja nicht fertig geworden war.
„Mein Name ist Dr. Carlisle Cullen, ich bin der neue Arzt, und suche die Ärztin, die mich einweisen sollte."
Sofort schnellte mein Blick nach oben und traf die goldenen Augen eines blassen, blondhaarigen Mannes. Carlisle Cullen. Der berühmte Vegetarier aus den Gemälden in Volterra. Aro´s Freund. Ein Vampir, der wahrscheinlich gehört hatte, wie ich die Frau aussaugte. Er war der neue Arzt. Wie schaffte er es, dem ganzen Blut zu widerstehen? Sollte ich mich ihm zeigen? Nein, ich wusste noch nicht, ob er eine Gefahr darstellte. Wieder einmal war ich froh, meine Gabe zu besitzen, sodass er meine Bissspuren und Verletzungen nicht sehen konnte.
„Ich glaube, Sie suchen mich. Mein Name ist Dr. Isabella Whitlock, schön sie kennenzulernen" , sagte ich möglichst freundlich.
„Whitlock?" fragte er verwirrt und runzelte seine blasse, eigentlich spiegelglatte Stirn.
„Ja, so heiße ich. Ist etwas?" Könnte er mich irgendwoher kennen? Höchstens von den Volturi, doch eigentlich war ich erst dort gewesen, als er schon gegangen war.
Seine blonden Haare, die nur einen Ton heller waren als seine Augen, bewegten sich leicht als er seinen Kopf schüttelte.
„Nein, ich kenne nur jemanden, der so heißt" sagte er und setzte ein Lächeln auf, das jede Frau zum Schmelzen brachte. Er sah wirklich aus wie ein Filmstar, der hübscheste Vampir, den ich bis jetzt gesehen hatte. Natürlich kam er lange nicht an Jasper heran, aber das würde niemals jemand schaffen.
Ich studierte ihn genau. Er sah jung aus, nicht älter als 25, obwohl er versuchte, älter zu wirken. Seine Haare waren zurückgekämmt, doch einige Strähnen fielen in seine Stirn, er trug einen dunkelblauen Pullover, der seine Blässe betonte, und schwarze Hosen. Sein Gesicht war freundlich, warmherzig, er war groß und schlank, nicht zu muskulös. Gerade richtig, um nicht furchteinflößend zu wirken.
Irgendwie vertraute ich ihm. Tinsley hatte uns immer eingeschärft, fremden Vampiren nicht zu trauen, immer einen Angriff zu erwarten, doch bei Carlisle war das anders.
Wenn ich bei ihm war, fühlte ich mich ein bisschen besser, nicht so allein, und ich kannte ihn gerade einmal fünf Minuten!
„Würden sie mit in mein Büro kommen? Dort können wir alles klären." Ich hatte einen Entschluss gefasst. Ich würde Carlisle sagen, dass ich ein Vampir war, mich ihm zeigen. Ich hatte das Gefühl, er würde keine Angst haben, mich nicht nach meinem Aussehen beurteilen.
Schnell nickte er und folgte mir, während ich eilig auf mein Büro zuschritt. Verschmitzt zwinkerte mir Alana zu, als sie sah, dass Carlisle mir folgte, doch ich rollte nur mit meinen Augen. Carlisle war attraktiv, keine Frage, doch ich hatte meinen Seelenverwandten schon gefunden.
Leise schloss ich die Tür, nachdem wir eingetreten waren und schloss ab. Es wäre nicht gut, wenn mich jemand in meiner Vampirgestalt sehen würde.
„Dr. Cullen-" „Carlisle" , unterbrach er mich lächelnd. „Also, Carlisle, es freut mich wirklich, dich hier begrüßen zu können. Leute wie du werden selten Arzt." Meine Mundwinkel bogen sich nach oben, als ich die Doppeldeutigkeit dieses Satzes erkannte. Er dachte bestimmt, ich meinte sein Alter...
„Nun, Dr. Whitlock-" „Bella" , verbesserte ich ihn lachend. „Bella, es freut mich natürlich auch, hier zu sein. Meine Kollegen scheinen sehr nett zu sein" antwortete er mit einem Augenzwinkern. Hätte ich nicht gewusst, dass er verheiratet war, hätte ich wahrscheinlich gedacht, er würde mit mir flirten.
Wortlos drehte ich mich um und lief zum Fenster. Es war kurz nach Mittag, der Himmel war wolkenverhangen, wie immer. Die Sonne schien fast nie hier, ich konnte verstehen, warum Carlisle und seine Frau, die wahrscheinlich auch ein Vampir war, hierhin gezogen waren.
Seufzend schloss ich meine Augen und konzentrierte mich. „Bella, was ist los?" fragte Carlisle mich besorgt, doch ich antwortete nicht. Mein Herz verstummte und die Verwandlung begann, ich konnte hören, wie Carlisle aufstand und auf mich zuging. „Bella?fragte er panisch, da er mein Herz nicht mehr hören konnte. Jetzt sah er bestimmt, wie sich meine Haare sich lockten und blond wurden, denn er blieb stehen. Die Verwandlung war vorrüber, ich war ein Vampir, schon zum zweiten Mal heute. Ich atmete nicht, Carlisle sollte nicht sehen, wie wenig Selbstbeherrschung ich hatte.
Blitzschnell drehte ich mich um und musterte Carlisle, er sah durch meine Vampiraugen noch besser aus. Ich holte ein wenig Luft, um mir seinen Geruch zu merken. Wieder umströmte der Geruch von frischem Blut meine Nase, doch ich hielt stand. Carlisle roch nach alte Büchern und Leinen, das passte zu ihm. Ich suchte seine Augen, doch er ließ seinen Blick nur über meinen vernarbten Körper schweifen und murmelte „Faszinierend", genau wie Aro es getan hatte. Ich konnte verstehen, warum die beiden so gute Freunde waren.
Ängstlich erwartete ich sein Urteil, ich brauchte jemanden, der mich unterstützte, mich von Jasper ablenkte. Allein zu leben machte mir nichts aus, aber es war so hoffnungslos. Man hatte niemanden, mit dem man über seine Sorgen sprechen konnte, dem man sich anvertrauen konnte. Nicht, dass ich Carlisle verraten würde, dass ich in meinen Bruder verliebt war, doch ihr versteht bestimmt, was ich meine.
„Bella, du-" , fing er an, doch stoppte, als er mein Gesicht sah. „Nicht möglich. Das kann nicht sein." Was hatte er gesehen?
Tja, was hat er gesehen? Ihr werdet wohl noch eine Weile warten müssen, bis ihr das erfahrt, denn ich muss in die Schule!
