Am nächsten Morgen wurden Alatäriel, Columbine und Harry von ihren Kindern geweckt, die lachend auf dem Bett herum hopsten.
„Was ein Glück, das wir auch hier unser Bett so vergrößert haben, das wir alle sieben zusammen hier rein passen!" stellte Alatäriel belustigt fest.
Columbine kicherte: „Trotzdem kann uns unser „Meister" nicht entfliehen, obwohl er doch immer von uns hier gejagt wird!"
Harry verschränkte die Hände hinter seinem Kopf und sagte in einem überheblichen Ton: „Andererseits können hier ja auch noch das eine oder weitere Weibchen platz nehmen, wenn die Kinder nicht hier sind!"
Das war wieder einmal seine Art, um Stimmung in ihr Eheleben zu bringen. Alatäriel und Columbine schauten ihn gespielt zornig an. Dann legte Columbine los: „Uns nicht richtig zufrieden stellen können und dann nach weiterer Überanstrengung suchen...tse, tse, tse ..."
„Sei froh, wenn du die nächsten Nächte keine Nachhilfe nehmen musst", lachte nun auch Alatäriel.
In dem Moment warf sich Harry auf Alatäriel und Columbine, die nebeneinander lagen, um sie durch zu kitzeln, als Sirius und James auf Harrys Rücken kletterten.
Columbine lachte am lautesten, „Jetzt braucht unser Hengst schon Hilfe von seinen Söhnen..."
Es wurde noch eine Zeit lang herum gealbert, bis sie aufstanden, die Kinder anzogen, sich selber fertig machten und runter in die Küche gingen. Dort warteten schon Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor lächelnd auf die Familie.
„Na geht das immer so lustig zu bei euch?" fragte Gwogorn Dagor.
Alatäriel lachte: „Ja das ist unsere Art aufzustehen!"
Nimphadir Quenye lächelte auch und kam dann aber gleich zu Thema: „Lasst uns nach dem Frühstück einen Plan machen, wie wir vorgehen wollen. Doch zuerst essen wir was!"
Nach dem Frühstück begann Gwogorn Dagor: „Wir haben zwei Hauptthemen, die wir euch noch näher bringen müssen. Zum einen Müsst ihr in der stablosen Magie und in der besonderen Angriffs-Magie unterrichtet werden. Zum anderen müsst ihr die Wesen kennen lernen, die hier leben. Dabei kommen wir auch zu den Yassalar, die hier die Bedrohung darstellen. Sie leben nicht hier in Miy'Vrel, sondern außerhalb der Kuppel. Sie haben den magischen Kristall gefunden, der unserer Kuppel mit seiner vorhandenen Kraft die Kuppel zum Bersten bringen kann. Die Yassalar wollen Miy'Vrel vernichten."
Nimphadir Quenye gab Columbine, Alatäriel und Harry zwei uralte Bücher, die einen festen Ledereinband hatten und mit Runen beschriftet waren: „Dies sind die umfassenden Bücher der stablosen Magie und der besonderen Angriffs-Magie. Wichtig wäre es, wenn ihr diese durch arbeiten würdet, bevor wir mit den Übungen beginnen. Doch zuerst sollten wir planen, wie wir weiter vorgehen. Ich denke wir erklären euch die einzelnen Rassen und würden dann jede besuchen, um euch vorzustellen!"
„Genau", führte Gwogorn Dagor fort, „und während dessen lernt ihr mit uns die neuen Wege der Magie!"
Columbine, Alatäriel und Harry waren einverstanden. Sie setzten sich zusammen und Nimphadir Quenye begann: „In den Jahrhunderten, die die Bewohner unter dem Meer zugebracht haben, sind enge Beziehungen zwischen den Nixen, Meerelben, Tritonen und Menschen und Elben nicht ausgeblieben. Die Nachkommen, die hieraus entstanden, besitzen den Vorteil sich sowohl in der Stadt, als auch im Meer aufhalten zu können. Für sie gilt der Fluch Eriadnes nur in schwächerer Form. So können sie die Stadt verlassen und sich frei im Meer bewegen, müssen jedoch immer wieder zurückkommen."
„Diese neuen Rassen sind jedoch nicht die einzigen Bewohner von Miy'Vrel. Der größte Teil der Bevölkerung wird noch immer von den Menschen, Elben, Zwergen, Halblingen und Gnomen gebildet, die selbst oder deren Familien mit der Stadt untergegangen sind. Meermenschen, -elben und Tritone sind Wasserwesen und siedeln sich normalerweise nicht in der Stadt an, da ihnen hierzu die Voraussetzungen fehlen. Die Nixen selbst sind nicht in der Lage Miy'Vrel zu betreten, sie gelangen durch einen Teich im großen Park hierher, da sie an das Wasser gebunden sind. Die Kinder solcher Verbindungen wachsen normalerweise in der Stadt selbst auf, da sie nicht für längere Zeit im Meer leben können."
Columbine, Alatäriel und Harry schauten die Beiden verwundert an: „Was mich erstaunt, ist die Vielzahl der Arten von Wesen, die hier zusammen leben, und das es dabei noch keine dauerhaften Fehden zu geben scheint!" sagte Harry
„Da irrst du dich", unterbrach ihn Gwogorn Dagor, „hier gibt es mehr Zwietracht und Intrige, als man sich vorstellen kann! Aber lass mich mit einer, ich will sagen „Erscheinung" beginnen, bei der ihr merken werdet, mit welchen Problemen wir hier zu kämpfen haben. Es handelt sich hierbei um die Kinder der Nacht"
„Nach ihren Experimenten mit den Nachtelben, ihren ersten Kindern, die sie für ihren Ungehorsam verflucht hat, gab Shirashai noch lange nicht den Traum von persönlichen Dienern für ihre Vorhaben auf. So experimentierte sie diesmal mit ihren dunklen Künsten, um etwas anderes zum Leben zu erwecken, das ihr treuer ergeben sein sollte."
„In der Nacht schlich sie durch die Straßen Miy'Vrels und suchte sich aus den Bewohnern der Stadt diejenigen heraus, die ihr besonders vielversprechend erschienen, verführte sie, nur um ihnen durch ihren Kuss das Leben zu nehmen und sie zu dem zu machen, was sie nun sind – Schatten ihrer früheren Existenz, der Göttin der Nacht treu ergeben und bereit, all ihre Befehle auszuführen – zumindest die meisten von ihnen."
„Und wie sehen sie aus?" wollte Columbine wissen.
Nimphadir Quenye nickte und antwortete: „In der Tat sind die Kinder der Nacht nicht mehr nur Schatten ihres früheren Selbst, sie sind zu wirklichen Schatten geworden, körperlos und nicht wahrzunehmen, wenn sie sich nicht dazu entschließen, die Illusion eines festen Körpers anzunehmen, um damit ihren Zwecken besser dienen zu können."
„Ihr Aussehen in dieser Illusion ist so vielfältig wie ihre Natur, denn beinahe alle Wesen können zu Schatten gemacht werden, sofern es sich nicht um Valisar oder Flammenherzen handelt, die wir euch später noch vorstellen werden."
Gwogorn Dagor hob die Hand: „Doch
eines könnte sie verraten, wenn ihre Existenz jemals bekannt
werden würde, denn mit Shirashais Kuss verfärben sich ihre
Augen zu einem wirbelnden, schattigen Grauschwarz und die Haare
werden dunkler, nehmen jedes Mal einen schwärzlichen Ton an, der
noch eine leichte Erinnerung an ihre frühere Beschaffenheit
beinhaltet, rötlich oder bläulich schimmern kann, wenn
leichtes Licht darauf fällt.
Aber ganz gleich, wie ihre wahre
Gestalt gewesen sein mag, Shirashais Kuss gibt ihnen die Möglichkeit,
wesentlich anziehender zu erscheinen, als sie es im Leben gewesen
sind und so hat schon so manche dunkle Schönheit einen arglosen
Bewunderer verführt, um ihn dann durch einen langen Kuss zu
ihresgleichen zu machen."
Nun wollte Alatäriel mehr über ihr Verhalten und ihre Vorlieben erfahren. Harry und Columbine nickten dazu.
Nimphadir Quenye nickte:
„Shirashai hat dieses Mal wesentlich bessere Arbeit geleistet, als
bei ihrem ersten Versuch, denn ihre Kinder sind ihr treu ergeben und
führen jeden ihre Wünsche ohne zu zögern aus. Trotzdem
hat sie dabei eine Kleinigkeit übersehen, denn in jedem ihrer
Schatten steckt noch immer die alte Persönlichkeit des Wesens,
dessen Leben sie genommen hat und es ist lediglich eine Frage der
Zeit, bis ein Schatten an jemanden gerät, dessen Seele einfach
stärker ist, als Shirashais Kuss und der gegen dieses Schicksal
ankämpft und am Ende siegt. Denn Shirashai bekehrt für
gewöhnlich nicht ihre eigenen Anhänger und sucht sich
stattdessen mit Vorliebe Anhänger ihrer Schwester Eriadne aus.
Ein Spiel, das eines Tages nur fehlgehen kann.
Die Kinder der
Nacht sind Shirashais beste Assassinen und führen diese
Tätigkeit auch mit einer gewissen Leidenschaft aus, die sie umso
tödlicher macht. Doch anstatt ihr Opfer wirklich zu töten,
entzieht der leidenschaftliche Kuss eines jener Schattenwesen ihm die
Lebenskraft so lange, bis er selbst zu einem Schatten wird und seiner
neuen Göttin treu dient."
„Sollte in der Tat eines der Opfer diesen vampirischen Vorgang überleben, ist es dennoch sein Leben lang gezeichnet und hat seinen Schatten bis zum Ende seiner Existenz unwiederbringlich verloren. Trotz der Vorteile, die ein Leben als Schatten mit sich bringt – beinahe unsichtbar, unhörbar und körperlos, ohne Hunger oder Durst, bis auf jenen unstillbaren Durst nach der Lebenskraft der lebenden Wesen, kann die Existenz eines Schattens nur allzu schnell enden, denn ein Schatten braucht zwar ein gewisses Maß an Licht, um zu existieren, doch vollkommene Dunkelheit oder sehr helles Licht, löscht sie ohne eine Möglichkeit zur Wiederkehr aus und hinterlässt nur die leere, körperliche Hülle, die das Wesen einst besaß."
„Also können wir sie mit unserer Magie, besonders mit unseren Blitzringen bekämpfen und besiegen, wenn dies notwendig sein soll. Wo kann man sie finden?" Wollte Harry nun wissen.
„Gute Frage!" sagte Gwogorn Dagor: „Ein Schatten verfügt über relativ wenige Beziehungen zu seiner Umwelt, wie es sich nicht schwer vermuten lässt, wenn es auch Ausnahmen geben kann. Bei Tage müssen sie in einem sicheren Unterschlupf bleiben und so mancher verdammt dann die Existenz, die ihm von Shirashai auferlegt worden ist."
„Erst bei Nacht verlassen die Schatten ihre Wohnungen oder andere Unterschlüpfe und mischen sich unter die Bewohner der Städte, genießen ihre Feste und andere Gegebenheiten, bei denen sie mit ihrem geheimnisvollen Wesen faszinieren können, denn mit Shirashais Kuss haben sie einiges von ihrem Temperament in sich aufgenommen und sind ausgesprochen dekadent – wenn es auch ab und an schwierig wird zu erklären, warum ihr Weinkelch sich niemals leert oder warum man sie nicht bei Tage antreffen kann. Oh ja, ein Schatten genießt die körperlichen Freuden sehr, die ihm geblieben sind, denn dies ist doch die beste Gelegenheit, einen langen, lebensspendenden Kuss zu genießen, der die Gier nach der Lebenskraft endlich zu stillen vermag – für den Moment jedenfalls."
„Nun ich denke die Kinder der Nacht, wie ihr sie genannt habt, werden wir nicht besuchen müssen, aber wir müssen uns vor der Gefahr im Klaren sein, die von ihnen ausgeht. Aber ich denke sie bedeuten für uns keine primäre Gefahr!" fasste Harry zusammen.
„Es sei denn", fügte Columbine auf Harry blickend ein, „du wirst neuerdings so dekadent, das du mit dem Feuer spielen willst, mein Schatz..."
„Ja und dann verschwindest du in den Nächten, um dich ein wenig auszutoben..." fügte Alatäriel noch neckend hinzu.
Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor grinsten. Harry schüttelte den Kopf, bevor der diabolisch zu grinsen anfing: „Bisher wart ihr doch meine „heißen Mädchen der Nacht" gewesen. Wenn ich euch zu anstrengend bin, suche ich mir gerne noch weiteren Zeitvertreib..."
Als hätte Harry gar nichts gesagt fragte Columbine Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor: „Da wir die Kinder der Nacht nicht besuchen werden, sollten wir eine weitere Rasse besprechen, mit denen wir dann in Kontakt treten können." Dann fügte sie noch schelmisch grinsend hinzu: „So in einer Woche oder so!"
„Wenn sich unser kleiner Held wieder von seinen, wie hast du uns genannt, meine „heißen Mädchen der Nacht", erholt hast!" ergänzte Alatäriel und stieß dabei Harry mit dem Ellenbogen in die Seite.
„Obwohl er wahrscheinlich wieder Hilfe von unseren Kindern beim „Hoppe, hoppe Reiter spielen" braucht, wie wir heute morgen bestürzt feststellen mussten!" machte nun Columbine weiter.
Und mit einem glitzernden Blick auf Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor gerichtet setzte Alatäriel dem ganzen die Krone auf: „Ja und dann braucht unser kleiner Prinz dann morgens viel Eiweiß und Vitamine!"
Harry hatte seinen hochroten Kopf in seinen verschränkten Armen verborgen, während Alatäriel, Columbine, Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor sich bogen vor Lachen.
Nachdem sie sich beruhigt hatten ging es weiter mit Nimphadir Quenye: „Nicht nur die guten Völker leben auf der Insel Beleriar und im Sternenmeer, nein, auch diese gefährlichen Wesen nennen die Insel ihr Zuhause und wenn man ihnen begegnet, sollte man sich fürchten, denn nur allzu schnell bedeuten sie das Verderben für die Unvorsichtigen. Aber wie soll man eine Gefahr vermeiden, die man nicht einmal erkennen kann, denn die Flammenherzen sehen aus wie Menschen – ein sehr kluger Schachzug ihres Erschaffers, Narions, des Gottes des Feuers, der sein eigenes Volk, seine eigenen Kinder erschaffen hat, die sein Naturell so blendend verkörpern."
„Flammenherzen oder
auch Shira'Tanar genannt, die Kinder des Feuers, sind kaum von
normalen Menschen zu unterscheiden, obgleich ihre Haut doch einen ein
wenig tieferen Bronzeton besitzt und ihre Haare dazu tendieren,
zumindest rötlich zu sein.
Dennoch verbergen sie ihre wahre
Gestalt auf magischem Wege gar meisterhaft – denn die Shira'Tanar
haben dunkel bronzefarben schimmernde Haut und Haare, die gleich den
Flammen zu lodern scheinen und ständig in Bewegung sind wie ein
wahres Inferno."
„Ihre Augen, die schon in gewöhnlicher Gestalt dunkel wirken wie Kohlestücke, besitzen ein inneres Feuer, das mit erschreckender Intensität brennt, wenn man den Flammen darin wirklich gewahr wird. Wirkt dieses Volk also in seiner normalen Gestalt menschlich und von ebenso unterschiedlicher Gestalt wie gewöhnliche Menschen, wenn auch immer ansehnlicher auf eine unfassbare Weise, so gleichen sie in ihrer wahren Gestalt ebenso schönen, wie erschreckenden Dämonen, die eine natürlich angeborene Erotik besitzen, die ihresgleichen sucht."
„Sinnliche, von den unterschiedlichsten Rot- Gold- oder Bronzetönen leicht verhüllte Gestalten, die sich oftmals in Frauengestalt lasziv auf einem Bett räkeln und ebenso sinnliche Männer mit schönen Körpern sind nur allzu verführerisch für andere Wesen, die nicht zu hinterblicken vermögen, was ihnen hierbei wirklich gegenübersteht und so fliegen den schönen Shira'Tanar eben die Herzen zu, die sie schon in ihrem Namen tragen. Was ihre Bekleidung betrifft, sind sie ebenso individuell wie andere Wesen auch und können nur schwerlich auf einen Stil festgelegt werden, sind sie dazu doch viel zu impulsiv und eigensinnig."
„Hier geht es ja heiß her und das in beiden Bedeutungen, des Wortes!" grinste Harry, „könnt ihr uns noch mehr über sie erzählen?"
"Natürlich", sagte Nimphadir
Quenye, „Wie das Feuer, aus dem sie entsprungen sind, sind
Shira'Tanar von aufbrausendem, heißen Temperament und einer
Leidenschaft, die heiß brennen kann oder auch ebenso schnell
wieder erlischt, als habe sie niemals existiert. Diese Wesen sind
impulsiv und geraten leicht in eine unheilvoll schwelende Wut, die zu
einem rasenden Feuersturm werden kann. Zwar sind sie durchaus
verschieden, doch alle haben eben diese Wesenszüge gemein, wenn
auch unterschiedlich stark ausgeprägt und dienen alle ihrem
Stammvater Narion treu, der sie aus seinem Feuer hat erwachen lassen,
sobald er ihnen einen Auftrag erteilt.
Meist bestehen diese
Aufträge darin, jemanden oder etwas zu beseitigen, das ihm zu
einem Dorn im Auge geworden ist und er hat seine Kinder zu diesem
Zweck sehr gut ausgestattet, wenn jede Talente auch für die
Shira'Tanar mehr zerstören können, als ihnen lieb ist."
„Gerät ein Shira'Tanar in Wut, so ist sein oder auch ihr Kuss tödlich und lässt den Empfänger dieses Kusses verbrennen, bis nichts mehr von ihm bleibt, eine schreckliche Eigenheit, denn Shira'Tanar haben eine sehr seltsame Eigenschaft, die für Narion selbst nicht erklärbar ist, denn sie können sehr intensiv lieben und fühlen – vielleicht ein Überbleibsel der Menschlichkeit, aus der Narion sie geschaffen hat oder die Intervention eines anderen Gottes, wer weiß? Möglicherweise ist ja die Tatsache daran schuld, daß Narion die Macht des Wassers nutzen musste, um seine Kinder auf das Leben unter dem Meer vorzubereiten und ihre Erschaffung zu ermöglichen."
„So hat mehr als ein Shira'Tanar seinen Geliebten oder seine Geliebte mit einem Kuss oder auch nur einer Berührung getötet und ist bitter und einsam zurückgeblieben, um sein Leben und manchmal auch Narion selbst dafür zu verdammen. Es ist nicht einfach, dieses Leben zu führen, denn ein Shira'Tanar ist mehr als nur ein gefühlloser Dämon, diese Wesen leben. Sie atmen, sie fühlen. Und selbst wenn sie durch und durch böse sind, so bleiben noch immer diese Emotionen, die sie zu mehr erheben, als nur zu Wesen, die ihren reinen Leidenschaften und Instinkten blind folgen müssen."
Nun sprach Gwogorn Dagor weiter: „Aber neuerdings haben sie sich entschlossen die Yassalar gemeinsam mit uns zu bekämpfen. Denn auch die Flammenherzen oder Shira'Tanar würden mit unter gehen. Sie sollten wir als erstes besuchen gehen!"
„Einverstanden, das wäre doch ein erster Schritt, um Verbündete zu finden, die uns eventuell bei der Suche nach dem magischen Kristall helfen können." Fasste Harry zusammen.
„Und in der Zwischenzeit könnt ihr euch mit den Büchern beschäftigen", schlug Nimphadir Quenye vor.
Nach zwei Wochen hatten Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor ein Treffen mit einigen Shira'Tanar vereinbart.
Columbine, Alatäriel und Harry waren schon ganz gespannt. Es sollte eine Versammlung der Shira'Tanar stattfinden, zu der sie eingeladen waren. Columbine, Alatäriel und Harry ritten auf ihren Kriegseinhörnern. Diesmal hatte Alatäriel ihren Sohn James-Lúthien vor sich sitzen und Columbine ihren Sohn Sirius-Fredegar. Harry hatte seine Töchter Lily-Aksana und Alicia-Telrúnya vor sich auf Chazor sitzen. Die fünf Phönixe begleiteten sie, blieben aber unsichtbar. Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor ritten auf Elfenpferden.
„Ich denke wir werden alleine durch unsere magischen Tiere des Feuers einen guten Eindruck hinterlassen!" resümierte Harry.
Am Mittag erreichten sie eine schöne Lichtung, an deren Rand ein großes Haus stand. Davor stiegen sie von ihren Tieren, wobei Columbine, Alatäriel und Harry ihre Drachen/Kriegseinhörner frei laufen ließen aber Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor ihre Elfenpferde anbanden.
Dann betraten sie das Haus. Sie standen dann direkt in einem sehr großen und gemütlichen Raum. Ein Feuer knisterte im Kamin und überall standen Sofas und Sessel in denen sich wirklich bildhübsche, rassige und erotischen Frauen und Männer räkelten. Als die Besucher eingetreten waren verstummten die Gespräche und besonders Columbine, Alatäriel und Harry wurden ausgiebig gemustert. Dann standen zwei Frauen mit lasziven Bewegungen auf und näherten sich Harry. Bei ihm angekommen umkreisten sie ihn und strichen mit ihren Fingern über seinen Oberkörper.
Alatäriel und Columbine sahen sehr zornig drein und schnaubten regelrecht, aber Harry hob nur eine Augenbraue, schob die beiden Frauen bestimmt zur Seite und sprach dann mit erboster Stimme: „Wir sind hergekommen, um uns gegenseitig kennen zu lernen und zukünftig möglicherweise zusammen einen mächtigen Gegner zu bekämpfen. Aber ich habe kein Interesse an anderen Frauen, also lasst das. Denn so unsagbar schön ihr auch ausseht, keine von euch kommt an meine beiden Frauen heran. Ich hoffe das ist klar genug für euch!"
Während dessen hatten sich auch Männer zu Alatäriel und Columbine gewandt, schraken aber zurück, als sie die deutliche Abneigung der Beiden spürten. Dann trat ein älterer Mann hervor der lächelnd bemerkte: „Ich kann sehen, das ihr durch den goldenen Seelenbund miteinander verbunden seid. Daher besteht auch eine Immunität gegenüber uns und unserer Ausstrahlung. Bitte verzeiht, aber das ist nun einmal unsere Natur. Aber ihr seid so stark, das nichts euch trennen kann. Meinen Glückwunsch!"
Harry verneigte sich und auch alle anderen Shira'Tanar verneigten sich gegenüber den Besuchern. Nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten, kamen auch hier einige Kleinkinder hervor. Das überraschte besonders Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor.
„Ich wusste gar nicht, das ihr auch Kinder habt!" stellte Nimphadir Quenye erstaunt fest.
„Nachdem wir uns von Narion distanziert hatten, fingen wir an ein eigenes Leben zu leben, wozu auch Kinder gehören", erklärte der Mann und zu Alatäriel und Columbine gerichtet, „habt ihr etwas dagegen, wenn unsere Kinder zusammen spielen? Wir haben draußen viel Platz!"
Alatäriel und Columbine bedankten sich und Columbine sagte: „Nein überhaupt nicht, sondern ganz im Gegenteil. Wir freuen uns, wenn unsere Kinder mit ihresgleichen spielen können!"
„Ihr seid sehr nett unsere und eure Kinder mit ihresgleichen zu bezeichnen. Mein Name ist übrigens Tuyjif!"
Nun stellten sich auch Harry, Alatäriel und Columbine vor.
Alatäriel bemerkte noch: „Wir wollen euch noch informieren, das wir Gefährten dabei haben, die ihr noch nicht erkennen könnt. Lasst uns dazu herausgehen und sie euch vorstellen."
Somit verließen sie das Haus und gingen nach draußen. Dort zeigte sich zuerst Tjark der Phönix von Harry. Das löste schon ein großes Erstaunen aus. Dann erschienen die vier Phönixe der Kinder und ließen sich ebenso auf ihren Schultern nieder, wie Tjark bei Harry.
Nun waren alle sprachlos und Tuyjif sagte: „Das macht euch noch sympathischer ihr seit mit magischen Tieren des Feuers zusammen. Jetzt fehlen nur noch Drachen und wir machen euch zu unseren Anführern." Alle anderen nickten, während Harry nur mit dem Kopf schüttelte und Alatäriel und Columbine schmunzeln mussten.
Dann sagte Alatäriel: „Wenn ich unseren Mann so betrachte, dann sollten wir unser letztes Geheimnis doch nicht lüften!"
„Schließlich kennt das auch noch nicht einmal Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor unsere Vertrauten hier." Kicherte Columbine.
Damit befahl sie ihrem dunkelbraunem Kriegseinhorn Gelmir sich zu verwandeln. Gelmir lief ein wenig nach rechts stellte sich auf die Hinterbeine und verwandelte sich in einen metallisch blau schimmernden Drachen von wahrhaft großen Ausmaßen.
Aller schauten mit Staunen auf Columbines Drachen.
Dann wandte sich Alatäriel an ihr hellbraunes Kriegseinhorn Ciryatan. Er lief zur linken Seite und verwandelte sich in einen dunkelgrünen Drachen, dessen Schuppen wie Smaragde glänzten.
Tuyjif, Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor schauten ebenso wie alle anderen Shira'Tanarer mit offenen Mündern die beiden Drachen an, bis es endlich Tuyjif wieder Worte fand: „Das sind ein Elementardrache und ein Naturdrache. Die wurden seit Urzeiten nicht mehr gesehen und nur der Urdrache ist noch ein wenig mächtiger!" damit schaute er erwartungsvoll zu Harry.
Der hob nur entschuldigend die Schultern und bat nun auch Chazor sich zu verwandeln. Als nun der gewaltigste und dann noch tiefschwarze Drachen, den Tuyjif, Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor jemals gesehen hatten sich erhob und losbrüllte, fielen auch die beiden anderen Drachen in das Getöse mit ein. Andächtig betrachteten alle das Schauspiel, als sich dann noch die Phönixe erhoben und um die Drachen kreisten knieten sich die Flammenherzen vor Harry, Alatäriel und Columbine, um ihnen zu huldigen.
„Bitte steht auf, ich möchte das nicht. Wir haben ein gemeinsames Ziel und sind Partner im Kampf gegen das böse." Bat Harry, während Alatäriel und Columbine dazu nickten.
Tuyjif, Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor waren sprachlos, bis sich Nimphadir Quenye endlich dazu besann: „Ihr seid mächtiger als ich in meinen kühnsten Träumen dachte. Sicher gibt es noch mehr, aber wir wollen das alles gar nicht wissen. Das uns als euch gleichberechtigt erachtet ist für uns eine große Ehre. Habt Dank dafür!"
Alatäriel und Columbine lächelten dankbar und schubsten gleichzeitig Harry in die Seite: „Los auch den Rest!" sagten sie wieder einmal synchron.
Tuyjif, Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor schauten verwirrt, als Harry sie um Geduld bat. Dann setzte er sich telepatisch mit Tasatir und Godin in Verbindung und stellte fest, das es im Moment gut möglich war für kurze Zeit zu erscheinen. Damit teleportierte Harry den Urgreifen und Tasatir zu sich auf die Lichtung und lies Tasatir sich in den Basilisken verwandeln.
Als dann noch Sirius-Fredegar und James-Lúthien auf Godin zuliefen, sich auf ihn setzten, um einige Runden zu fliegen und Alicia-Telrúnya und Lily-Aksana sich in den zusammengerollten Tasatir kuschelten war die Überraschung in allen Anwesenden nicht mehr zu steigern. Solch eine gebündelte Macht hatte noch nie jemand gesehen.
Tuyjif wandte sich an Alatäriel, Columbine und Harry und bat sie ihr Anführer zu werden. Darauf hin antwortete Harry diplomatisch: „Nur zu gerne würde ich euer Angebot annehmen. Doch es geht leider nicht. Ich möchte euch das auch erklären. Wir drei oder besser gesagt wir sieben haben eine Aufgabe, eine Prophezeiung, zu erfüllen. Dafür müssen wir von den Yassalar den Kristall holen. Damit müssen wir sie auch wahrscheinlich bekämpfen und besiegen. Dann müssen wir in meine Zeit zurück, um einen ganz schlimme dunkle Macht zu vernichten. Das habe ich bereits mit meinen Frauen zusammen Auf Atlantis gemacht. Daher rührt auch der goldenen Seelenbund. Des weiteren haben die Eltern von Alatäriel und Columbine mit zum Krohnprinzen der Elben und Druiden von Atlantis gemacht und später sollen meine Frauen mit mir zusammen Atlantis regieren. Gleichzeitig bin ich in meiner Zeit auch das Oberhaupt zweier Familien. Wenn ich nun auch noch euer Volk anführen würde, wäre ich ein schlechter Anführer. Darum bitte ich euch, es zu belassen, wie es ist. Des weiteren bitte ich dich, Tuyjif, als Anführer der Flammenherzen, mit uns eine Allianz zu gründen, die für alle Zeiten gelten soll. So könnt ihr uns später, ich spreche von einer Zeit in 1000 Jahre, wenn es nötig wäre zu Hilfe kommen. Ebenso werde ich mit allen meinen Kräften euch zu Hilfe kommen, fall ihr sie benötigt!"
Damit wandte sich Harry an Tuyjif und reichte ihm die Hand. Der schlug gerührt ein und eine tosender Jubel brach aus, als mit diesem Handschlag eine ewige Allianz beschlossen wurde. Harry teleportierte Godin und Tasatir wieder zurück zu Hermine und Ginny. Dann gingen alle wieder ins Haus um zu Mittag zu essen. Dabei stellte Tuyjif Alatäriel, Columbine und Harry seine beiden Frauen mit einem Schmunzeln vor: „Das sind Reanen und Faeanlas die es immer noch mit mir aushalten!"
Jetzt lachte Harry, legte Tuyjif seine Hand auf die Schulter und sagte nur süffisant lächelnd: „Und wie hältst du denn die Belastung aus? Andererseits jetzt wo ich dich kennen lerne, fällt mir ein Sprichwort ein: Geteiltes Leid ist halbes Leid! Oder?"
Nun lachten Tuyjif und Harry schallend. Wohl wissend das sie nicht lange auf eine Revanche warten müssten. Alatäriel legte auch gleich los: „Reanen, Faeanlas, wie ist das denn bei euch. Ist Tuyjif auch so schnell schlapp wie Harry bei uns? Nur ein-zwei Nächte Action schon liegt unser kleiner Prinz im Koma!"
„Na ja, manchmal hat unser Held noch nicht einmal soviel Kondition!" bestätigte Reanen.
Faeanlas wollte auch nicht nachstehen und bestätigte: „Ja und dann sind sie tagelang zu nichts zu gebrauchen. Wo bleiben wir dann?"
„Stimmt", bestätigte Columbine, „und wenn wir uns dann nicht hätten dann läuft in Sachen Sex überhaupt nichts mehr!"
Dann sagten Reanen und Faeanlas synchron: „Wozu also noch Männer?"
Alatäriel und Columbine konterten ebenso synchron: „Also weg mit ihnen..."
Dann lagen sie sich schallend lachend in den Armen. Während Harry und Tuyjif die vier Frauen entgeistert anschauten fingen die anderen alle auch an zu lachen, wie ihre Oberhäupter hier auf lustige Art und Weise zur Schnecke gemacht wurden.
Dann aber kam der Konter von Harry. Er nahm Tuyjif an die Hand, ging mit ihm an das Kopfende des Tisches und sagte: „Was brauchen wir die Weiber, wahre Liebe gibt es doch nur unter Männern!" damit zwinkerte er Tuyjif an.
In einen hellen Ton antwortete Tuyjif „Stimmt lass es uns doch gleich ausprobieren!" und zwinkerte zurück.
In dem Moment riefen vier Frauen gleichzeitig: „Nichts gibt es, kusch, aus ende!"
Nun waren alle am lachen und Harry bemerkte: „Das zum Thema, dass sich verschiedene Rassen nicht verstehen können!"
Dann setzen sich alle an den Tisch und begannen mit dem Essen. Sie bleiben hier noch zwei Monate, um sich besser kennen zu lernen und die Gegend zu erkunden. Dann verabschiedeten sie sich voneinander mit der Gewissheit eine starke Allianz geschlossen zu haben.
Auf dem Rückweg machten sie in der Stadt Halt, um sich über die Halbwesen zu informieren. Dort, Abends in einer Herberge angekommen, aßen sie erst noch etwas und brachten die Kinder zu Bett als dann Nimphadir Quenye begann über die Halbwesen zu sprechen: „Durch das landen der Stadt Miy'Vrel auf dem Meeresboden kam es zu einer Vermischung der Rassen, die vorher getrennt gelebt hatten. Dabei kam es zu einer Vielzahl von neuen Formen, die an heute kurz erläutert werden sollen, um einen Überblick zu verschaffen. Hier in der Stadt können wir am besten welche von ihnen sehen. Es ist wichtig sie zu kennen. Aber mehr auch nicht. Dabei sollen auch die Halbelben, Nachkommen von Menschen und Elben nicht außer Acht gelassen werden."
„Richtig!", bestätigte Gwogorn Dagor, „ Der Nachkomme zweier verschiedener Rassen wird immer mit Vorurteilen zu kämpfen haben und so werden diese Wesen meist ein wenig unabhängiger als andere und neigen dazu Einzelgängerisch zu sein und wenige Freunde zu haben. Ihre Vorlieben und ihre Verhaltensmuster sind ebenso unterschiedlich wie ihr Aussehen und so kann man dies niemals verallgemeinern."
„An einem Ort, an dem Elben und Menschen so eng zusammenleben, bleibt die Existenz von Halbelben nicht aus. Sie vereinen normalerweise die besten Merkmale ihrer beiden Elternteile in sich und haben von beiden einige Angewohnheiten übernommen. Die Halbelben werden von den Elben normalerweise ein wenig von oben herab behandelt, aber dies hält sich im großen und ganzen in Grenzen. Die Halbelben werden noch am ehesten akzeptiert, während die Meereswesen wesentlich größere Probleme haben."
Nimphadir Quenye fuhr fort: „Die Nethia'rai sind die Nachkommen von Meerelben und Menschen, also Meereshalbelben. Sie können sowohl unter Wasser als auch in der Stadt leben, allerdings fühlen sie sich an keinem der beiden Orte zuhause. Sie haben normalerweise grünlich oder bläulich-silbrig schimmernde Haut und fühlen sich bekleidet etwas beengt. Deshalb versuchen sie ihre Kleidung so gut wie möglich zu reduzieren. Ihr Haar kann alle grün, silber und blau Schattierungen haben und sie tragen gerne Muschel und Perlenschmuck."
„Außerdem
gibt es noch die Elurathi", fuhr Nimphadir Quenye fort. „Die
Elurathi sind ebenfalls Mischwesen. Sie sind das Ergebnis von der
Verbindung aus Tritonen und Elben oder Menschen. Sie sind schöne,
schlanke aber sehr große Wesen mit Schwimmhäuten, leichten
Schuppen und z.T. elbisch anmutenden Gesichtern.
Sie sind sehr
gute Kämpfer und bewegen sich geschickt durch das Wasser. Ihre
Haut hat einen Perlmutt-Grünschimmer und ihr Haar ist von
silberner oder grünweißer Farbe. Auch sie mögen keine
Kleider und bevorzugen wenn überhaupt nur leichte Stoffe um sich
herum. Ihre liebste Waffe ist der Dreizack, mit dem sie beneidenswert
umgehen können."
Nun kam noch einmal Gwogorn Dagor zu Wort: „Die letzte dieser Mischwesenrassen sind sie Nirashana. Sie sind die Nachkommen von Meermenschen und Elben oder Menschen. Dabei gibt es zwei Variationen: einmal die Meermensch-Mensch Variante, wobei beinahe reinrassige Meermenschen herauskommen, die durch eine Spielart der Magie jedoch ihre Fischschwänze ablegen kann und jede Haut- und Haarfarbe der Menschen besitzen kann und die Meermensch-Elb Variante, die ebenfalls kurzzeitig ihren Fischschwanz ablegen kann. Dies ist allerdings auf fünf Stunden pro Tag begrenzt. Diese Variante sieht aus wie Meerhalbelben, die eben von der Farbe her etwas anders geartet sind. Beziehung zur Umwelt."
„Die Halbrassen gehören keiner der Welten ihrer Eltern an und werden deshalb weder von der einen, noch von der anderen Rassen als zu ihnen gehörig empfunden. Dies ist eine Tatsache, unter der diese Rassen schon zu leiden haben, solange es eine Vermischung gab. Ein Nachkomme zweier verschiedener Rassen wird als Bastard angesehen, nicht einmal ein ganzes Wesen, da es aus zwei Teilen besteht, die niemals zusammengehört haben."
Es machte allen, besonders den Kindern Spass in einer Stadt zu leben. Columbine, Alatäriel und Harry lernten alle Halbwesen kennen. Mit einigen traten sie sogar in Kontakt und stellten fest, das sie alle am weiterbestand von Miy'Vrel sehr großes Interesse hatten und zumindest bereit waren Informationen weiter zu geben. Hier bleiben sie sogar drei Monate, wobei sich ihre Fähigkeiten in der stablosen Magie und in der besonderen Angriffs-Magie deutlich verbesserten.
Columbine, Alatäriel und Harry feierten noch im kleinen Rahmen ihren 21.ten Geburtstag. Es waren aber Tuyjif, seine Frauen Reanen und Faeanlas und natürlich Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor anwesend. Einige Tage später gingen sie wieder in das Haus von Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor zurück.
Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück begann Nimphadir Quenye mit der nächsten Erläuterung: „Die Nachtelben oder Dunkelelben sind eine besondere Unterart der Elben, die im Verborgenen leben, da sie das Licht des Tages nicht ertragen. Shirashai hat sie einst erschaffen, da der Neid auf Liaril, die Mutter der Elben sie verzehrte und sie ihren Erfolg für sich genießen wollte. Doch die Nachtelben wandten sich von ihren dunklen Wegen ab und strebten zum Licht. Da verhängte Shirashai einen Fluch über sie- sie sollten das Licht des Tages niemals genießen können, da es ihre Haut versengen würde sobald sie es erblickten. Nur in der Dämmerung können sie die letzten Strahlen des Lichtes genießen."
Gwogorn Dagor fuhr fort: „Die Shira'Tanar besitzen nachtblaue Haut, die Farbe, die Shirashai bei ihren Kindern am besten gefiel. Sie sind hochgewachsen und schlank, wobei sie eine zarte Schönheit besitzen, die nur von wenigen übertroffen werden kann. Ihr volles Haar hat oft die silbrige Farbe der Sterne, kann aber auch schwarz oder bläulich sein. Dabei tragen die meisten Nachtelben es offen, wenn sie sich nicht den Konventionen der anderen Rassen unterwerfen und es aufstecken oder flechten."
„Die
größte Besonderheit der Nachtelben ist sicherlich die
Farbe ihrer Augen. Sie sind silber- oder goldfarben und glühen
in der Dunkelheit wie das Licht der Sterne selbst. Nur sehr selten
gibt es Nachtelben, die eine andere Augenfarbe besitzen und falls
doch, dann ist es meist ein stählernes blau. Die Kleidung der
Nachtelben variiert je nachdem wie sie beschließen ihr Leben zu
gestalten. Teilweise folgen sie die der Mode der Menschen oder der
Edelelben, die meisten von ihnen, die die anderen Rassen meiden
tragen aber noch die traditionelle Kleidung ihres Volkes- die zarten
Schleier, die aus dem Licht der Sterne gewoben werden und die sie in
vielfältigen Formen zu tragen verstehen. Man kann aber davon
ausgehen, daß sie in der Stadt ein wenig angepasster sind, was
ihre Kleidung betrifft. Viele Nachtelben haben eine einfache Vorliebe
für schwarzes Leder, kleiden sich damit aber sehr viel
freizügiger als die anderen Rassen. Wer jeden Tag nur leichte
Schleier trägt hat wohl im Allgemeinen eine freizügigere
Einstellung zu seinem Körper.Nimphadir Quenye hatte
noch etwas wichtiges dazu zu sagen: „Die Nachtelben sind
Ausgestoßene, denn sie können nur bei Nacht ihr Leben
leben und müssen sich bei Tage zurückziehen. Dies macht sie
in den Augen vieler zu Bösen Wesen, die zu meiden sind. Auch
ihre leuchtenden Augen tragen dazu bei die Angst vor ihnen zu
schüren. So führen die Nachtelben ein sehr zurückgezogenes
Leben und lassen sich meist in der Einsamkeit der Wälder nieder,
wo sie in kleinen Gruppen zusammenleben und in der Nacht im Licht der
Sterne tanzen.
Wie ihre hellen Halbgeschwister trachten die
Nachtelben danach Anerkennung für ihre eigene Art der Kunst und
ihre eigene Magie zu finden, bei der sie das Licht der Sterne zu
wundervollen Dingen verweben können. Es wäre den Nachtelben
damit sogar möglich großartige Architekturen zu
erschaffen, deren Schönheit alles überträfe, was
jemals erschaffen worden ist. Doch leider weiß niemand davon
und so bleiben ihre Talente verborgen. Wer würde einen
Nachtelben auch in seinem Teil des Waldes besuchen?"
„Die Nachtelben suchen unermüdlich nach einer Möglichkeit, wieder das Licht der Sonne erblicken zu dürfen. Sie lieben und hassen die Schönheit der Nacht, die ihnen das Leben schenkt. Sie möchten zurück in das Licht und die Sonnenstrahlen wieder auf ihrer Haut spüren, die sie in ihrer jetzigen Form jedoch verbrennen würden. Shirashais Rache an ihren Kindern war gründlich, denn die Nachtelben leider an einer geheimnisvollen Lichtallergie, die sie töten kann. So umgibt die Nachtelben immer eine Aura der Traurigkeit, denn nur zu gut erinnern sie sich an die kurze Zeit, während der sie neben ihren Geschwistern im Licht der Sonne tanzen durften. Sie wollen nichts lieber, als eine Wahl haben, ob sie in der Dunkelheit oder im Licht existieren."
Nun unterbrach Harry die Erzählung: „Meint ihr nicht, wenn es sich um eine Art Allergie handelt, das sie behandelbar sein müsste?"
Nimphadir Quenye schüttelte den Kopf: „Wir haben viel versucht. Wir selber sind nur Halbe Nachtelben oder Dunkelelben, da unsere Mütter sich männlichen Edelelben vermählten. Daher können wir es überhaupt erst in der Sonne aushalten!"
„Außerdem ist noch folgendes zu beachten", fügte Gwogorn Dagor hinzu, „Shirashais Rache war in vielerlei Hinsicht sehr gründlich- so flüsterte sie den anderen Rassen giftige Worte über die Niedertracht und die Gefahr ins Ohr, die von den Nachtelben ausgehen soll. Die Rassen, die im Licht leben lernten so, daß die Nachtelben böse Wesen seien, die es zu meiden gilt. Noch heute ranken sich Geschichten und Legenden um sie, die von ihren Gräueltaten berichten und die Kinder warnen sollen niemals allein in den Wald zu gehen. Nur die Edelelben kennen die Wahrheit und würden ihren Halbgeschwistern gerne helfen- aber wer würde ihnen zuhören? So bleiben die Nachtelben unter sich und fristen ein einsames Dasein. Eine Rasse, die den Yassalar so ähnlich sieht, kann nur mit wenigen Freunden rechnen."
Harry war sich sicher und Columbine und Alatäriel stimmten ihm gedanklich zu: „Ich werde alles probieren, damit wir eure „Vettern" retten können! Ich hab da schon einige Ideen!"
Nach einigen Tagen machten sie sich auf den Weg zu den Nachtelben. Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor hatten mit den Nachtelben ein Treffen vereinbart. Es war für Columbine, Alatäriel und Harry ein riesiger Vorteil, das sie durch den goldenen Seelenbund alle im Rang von Hochelben waren und dann noch Prinzessinnen und Prinz war nur der krönende Abschluß.
Wieder ritten Columbine, Alatäriel und Harry auf ihren Kriegseinhörnern. Auch hier hatte Alatäriel ihren Sohn James-Lúthien vor sich sitzen und Columbine ihren Sohn Sirius-Fredegar. Harry hatte nochmals seine Töchter Lily-Aksana und Alicia-Telrúnya vor sich auf Chazor sitzen. Die fünf Phönixe begleiteten sie, blieben aber wie bei den Shira'Tanar erst einmal unsichtbar. Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor ritten auf Elfenpferden. Da sie erst am späten Vormittag losgeritten waren erreichten sie den Treffpunkt, ein kleines aber sehr schönes Dorf beim Eintritt der Dämmerung.
Wieder wurden sie mit sehr großer Bewunderung und durch ihre Verbundenheit zu den Elben auch mit sehr viel Zutrauen empfangen. Sie wurden vom Anführer der Nachtelben Berdrsa Faelulas und seiner Frau Isgaen Faelulas begrüßt.
„Seit gegrüßt, edles Volk der Elben!" sprach Harry sie an. Ein wohlwollendes Gemurmel erhob sich und Harry bemerkte, das er sie wie seinesgleichen begrüßt hatte und keinen Wert auf den Unterschied durch die Verfluchung gelegt hatte.
Da die Kinder von Columbine, Alatäriel und Harry die meiste Zeit der Reise verschlafen hatten, waren sie noch nicht müde nach dem Abendessen und spielten noch eine Weile mit den anderen Elfenkinder herum. Später dann wurden sie von ihren Müttern zu Bett gebracht.
Harry kam auch gleich darauf zu seinem größten Anliegen zu sprechen: „Ich habe gehört, das ihr leider verflucht sein sollt, nur in der Nacht leben zu können. Auch die Gerüchte sind ja unverschämt, die über euch gestreut wurden. Ich habe mir zusammen mit meinen Frauen einige Gedanken gemacht. Wir wollen euch keine allzu große Hoffnung machen, aber wir wollen alles in unserer Macht stehende tun, um euch vielleicht doch zu heilen. Dafür brauchen wir ein wenig Blut von dir Berdrsa Faelulas, Anführer der Nachtelben, und am Besten auch von dir Gwogorn Dagor. Diese Proben wollen wir untersuchen und eventuell können wir euch dann helfen!"
Besonders die Nachtelben aber auch Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor waren begeistert. So erhielt Harry jeweils die Blutproben und zog sich mit Columbine und Alatäriel zurück. Sie brauchten vier Tage, in denen sie selbst mit ihren Kindern kaum Kontakt hatten, die das aber gar nicht so sehr missten, da sie viele Kinder in ihrem Alter hatten mit denen sie spielen konnten.
Nach vier Tagen kamen die völlig übermüdeten aber offensichtlich sehr stolzen Columbine, Alatäriel und Harry zu Berdrsa und Isgaen Faelulas, bei denen auch Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor saßen.
„Wir haben herausgefunden, warum ihr nicht in die Sonne könnt!" begann Alatäriel.
Columbine fuhr fort: „Es handelt sich um eine sogenannte Sonnenallergie, die aber durch eine Behinderung einer Gehirnfunktion verursacht wird, um es einmal einfach zu beschreiben!"
„Durch unsere gemeinsamen Kräfte ist es uns gelungen einen Trank herzustellen, der diese Gehirnfunktion wieder anstößt, so das ihr keine Probleme mehr mit der Sonne haben solltet!" vervollständigte Alatäriel.
Damit deutete Columbine auf einen großen Kessel, der von Harry hergebracht wurde: „Hier ist nun der Trank und ich gebe euch auch das Rezept mit der Zubereitungs-Anleitung dazu, so das ihr ihn euch selber brauen könnt. Nehmt einen Schluck davon und ihr werdet die Sonne wieder ohne Einschränkungen genießen können!"
Nimphadir Quenye, Gwogorn Dagor und Berdrsa und Isgaen Faelulas standen auf und nahmen Alatäriel, Columbine und Harry gerührt und mit Tränen in den Augen in die Arme. Sie waren alle sprachlos. Die drei verabschiedeten sich, da sie erst einmal Ausschlafen wollten.
Als sie aufwachten hatten sie scheinbar den ganzen Vormittag verschlafen. Sie verließen ihre Hütte und stellten fest, das ganz offensichtlich die Nachtelben Geschichte waren. Es herrschte ein reges Treiben und überall waren glückliche Gesichter zu sehen. Als sie bemerkt wurden konnten sie sich der vielen dargereichten Hände gar nicht erwähren.
Der Anführer der Nachtelben Berdrsa Faelulas und seine Frau Isgaen Faelulas stellten sich vor Harry, Columbine und Alatäriel und Berdrsa sprach: „Ihr habt ein Wunder vollbracht. Wie ist euch das gelungen?"
Harry erklärte: „Meine Frauen haben magische Taschen, mit deren Inhalt sie nicht nur fast alle Krankheiten heilen können, sie können auch ganz neue Heilmittel herstellen. Aber es hätte nicht gereicht, um euch zu heilen. Da ich aber noch einen magischen Heilstab besitze konnten wir drei gemeinsam diesen Trank entwickeln. Somit haben wir nur unsere Geschenke, die wir einmal erhalten haben, zu eurem Vorteil genutzt. Sonst haben wir gar nichts gemacht!"
Berdrsa Faelulas Frau Isgaen schüttelten nur ihre Köpfe und Isgaen sagte: „...nichts gemacht ... ihr habt uns unser Leben zurück gegeben. Wir werden nun alle, die von diesem Fluch bedroht waren, heilen können. Unser ewiger Dank sei euch sicher. Wir haben auch erfahren, das ihr die Anführerschaft bei den Shira'Tanar aus verständlichen Gründen abgelehnt habt. Drum bitten wir euch mit uns ebenfalls eine ewige Allianz zu gründen."
Damit waren alle einverstanden. Sie blieben hier noch vier Monate, da die Nachtelben, wie sie weiterhin genannt werden wollten sie nicht gehen lassen wollten und bei dieser herzlichen Aufnahme wollten Columbine, Alatäriel und Harry solch eine schöne Zeit genießen. Am ende hatten ihre Kinder sogar angefangen zu sprechen und sie feierten noch gemeinsam den 2. Geburtstag der Kinder von Columbine, Alatäriel und Harry!
Sie wollten aber nicht zurück in das Haus von Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor, sondern direkt zu dem Volk der Karôs Adar, besser als Silberzwerge bekannt. So wurden sie von Gwogorn Dagor darauf vorbereitet. Er fing mit der Erklärung an: „Die Karôs Adar, besser als Silberzwerge bekannt, gehören zu den besten Handwerkern, die Miy'Vrel jemals hervorgebracht hat. Sie sind für die eindrucksvollsten Gebäude verantwortlich, die man hier finden kann. Außerdem bilden sie neben Menschen und Elben die größte Mehrheit derer, die diese Insel bewohnen. Zwerge mögen zwar unter anderem die kleinsten Bewohner dieser Insel sein aber das bedeutet keineswegs, daß man sie übersehen sollte...oder könnte.
Hier setzte nun Nimphadir Quenye fort: „Die Karôs Adar sind kleinwüchsig und besitzen einen stämmigen Körperbau. Sie besitzen einen etwas dunkleren Hautton als die Edelelben und haben oft braunes, schwarzes, rotes oder auch blondes Haar und überwiegend dunkle Augen. Normalerweise neigen sie dazu, sich praktisch zu kleiden und dadurch eine möglichst große Bewegungsfreiheit zu erhalten, die ihnen bei ihrer Arbeit zugute kommt. Es kann natürlich auch durchaus vorkommen, daß ein Zwerg oder eine Zwergin bei ihrer Arbeit anstatt eines losen Hemdes und einer losen Hose / Rock mit wenig mehr als einer ledernen Schürze bekleidet sind, was von den anderen nur mit großen Augen betrachtet wird, wenn sie es zu Gesicht bekommen. Wer würde dies auch von einem Zwergen erwarten? Besonders von einem, der in seiner Werkstatt steht?"
„Fakt ist jedoch, daß die Männer jegliche Art des Bartes mögen, die Frauen sich aber mittlerweile sehr oft rasieren, um nicht das typische Klischee der mannhaften Zwergenfrau mit dem langen Bart ausfüllen zu müssen. Auch Zerge haben schöne Söhne und Töchter. Wenn es um Schmuck geht, bevorzugen die Zwerge oft ihren in Eigenarbeit hergestellten mit den verschlungenen Mustern und man kann davon ausgehen, daß sie sich in der Herstellung solcher Dinge gegenseitig zu übertreffen streben."
Nun hatte Gwogorn Dagor noch etwas hinzu zu fügen: „Die Steinzwerge sind ein sehr handwerklich, künstlerisch interessiertes Volk. Sie gehören zu den begabtesten Architekten, die die Insel je hervorgebracht hat und können Gebäude von unglaublicher Schönheit erschaffen, die den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen scheinen. Dabei sind sie ebenso Meister der Schnitz- und der Schmiedekunst und können perfekte Waffen oder wundervollen Schmuck scheinbar mühelos erschaffen. Ein Zwerg hat ein einen angeborenen Sinn für die richtigen Proportionen. Ihre Kunstwerke sind so fein, da den Zwergen eine eigene Form der Magie innewohnt. Dies kann man mit der angeborenen Magie der Elben vergleichen."
„Sie alle tendieren normalerweise dazu sehr ruhig zu sein und denken erst gründlich nach, bevor sie sprechen. Ein allzu heißblütiges vorgehen können die meisten von ihnen nicht nachvollziehen. Ein Zwerg wird wohl erst dann heißblütiger werden, wenn eine Schlacht ansteht, die heutzutage natürlich eher selten sind oder wenn er sich ernstlich verliebt. Außenstehende mögen einen Zwerg oft als rau und brummig empfinden aber unter der harten Schale ruht meist ein gutes Herz, daß die Zwerge nur selten zeigen. Wenn sie es schließlich tun, kann man davon ausgehen, daß ein Zwerg jemanden als wahren Freund ansieht. Die Zwerge haben keinen Adelsstand und lehnen zuviel Pomp für gewöhnlich ab, da sie die einfacheren Dinge des Leben vorziehen. Ein Adeliger, der sich in die teuersten Stoffe hüllt und seine Nase zu hoch trägt, hat für einen Zwerg meist etwas zu verbergen und dies ist für die ehrlichen Gesellen in der Tat verabscheuungswürdig."
"Nun", begann Harry, „dann lasst uns einmal die Zwerge besuchen!"
Columbine, Alatäriel und Harry verabschiedeten sich von den Nachtelben und begaben sich auf die Reise zu den Zwergen. Dort angekommen wurden sie freundlich von König der Karôs Adar oder auch Silberzwerge Gorlodra und seine Gemahlin Thobdra begrüßt.
Nachdem man auch eine Weile dort geblieben war und auch hier enge Kontakte geknüpft hatte verabschiedeten sich alle voneinander und Columbine, Alatäriel und Harry und ihre Kinder ritten mit Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor zu deren Hütte. Dort angekommen ruhten sie sich aus und vollendeten ihre Ausbildung in der stablosen Magie und in der besonderen Angriffs-Magie. Dann begannen die beiden die letzte und entscheidende Rasse vorzustellen.
Nimphadir Quenye begann mit der Erzählung: „Wunderschön, begabt, geschmeidig, überintelligent und durch und durch böse. Das sind die Yassalar, die größte Bedrohung, die jemals das Sternenmeer bevölkert hat. Wo die Elben Licht sind, sind die Yassalar die Dunkelheit. Sie leben in ihrem eigenen Reich Zarasshin, einem Reich unter dem Meer, das nur die Mutigsten zu betreten wagen und das von der dunklen Priesterin Marashina mit eiserner Hand regiert wird."
„Keine andere Rasse gleicht der exotischen Schönheit eines Yassalar. Ihre Haut ist blauschwarz wie die Nacht und an ihren Armen und Beinen glänzen silbrige Schuppen, die ihre geschmeidigen, schlanken Körper betonen. Für gewöhnlich sind sie extrem feingliedrig und besitzen lange, schlanke Finger an deren Spitze sie oft die die Nägel lang wachsen lassen. Die Augen eines Yassalar können tiefblau, silbern oder tiefviolett erscheinen, gerade so, wie sie es wünschen und sie können damit in der Dunkelheit der Meere alles wahrnehmen. Die Haare eines Yassalar sind in der Regel silbrig und glänzend. Dabei erreichen sie eine erstaunliche Fülle, die die Yassalar je nach Vorliebe mit raffinierten Muschelspangen bändigen."
Gwogorn Dagor fuhr fort: „Als Wasserwesen bestehen sie nicht auf Kleidung, bedecken ihren Körper aber meist mit Stoffen aus einem fließenden Material oder nutzen ein lederartiges Material, dem das Wasser nichts anhaben kann. Außerdem haben sie eine starke Vorliebe für schönen Schmuck, der oft mit magischen Edelsteinen bestückt ist. Dabei folgen sie in Kleidung und Schmuck den Formen ihrer Umgebung und mögen ebenso wie andere Elben feine Muster."
„Interessant ist ihr Verhalten und ihre Vorlieben. Die Yassalar sind grausam und böse. Sie verehren ihre Hohepriesterin Marashina wie eine Göttin und erfüllen ihr jeden Wunsch. Meistens haben diese Wünsche die Eroberung neuer Gebiete, die den Yassalar als Lebensraum dienen sollen zum Hintergrund und sind darauf aus, die Yassalar noch mächtiger zu machen und das ganze Sternenmeer zu beherrschen. Bei jeder anderen Rasse würde man ein solches Vorhaben als den Größenwahnsinn einiger Verblendeter abtun, nicht so jedoch bei den Yassalar- wenn jemals eine Rasse dieses Ziel erreichen kann, dann sie."
„Die Yassalar leben in lockeren Lebensgemeinschaften zusammen. Selten entstehen diese aus Liebe, denn allzu oft bringt Marashina die Paare zusammen, die die vielversprechendsten Kinder haben werden. Dabei befolgt sie offenbar die Eingebungen Arisshnas, die ihr die besten Paarungen aufzeigt. Wenn eine solche Paarung nicht mehr als gut erachtet wird, hat Marashina keine Skrupel ihren Untertanen neue Lebenspartner zuzuweisen. Dies alles lässt vermuten, daß die Yassalar nur wenig Freiraum haben. So ist es jedoch nicht wirklich."
Nun machte Nimphadir Quenye weiter: „Ein Yassalar hat immer eine dunkle Seele, nur wenige wählen für sich das Licht und noch weniger von ihnen gelingt es ihr Volk zu verlassen, denn Marashina lässt sich nicht gerne verraten."
„Die Yassalar leben in ihrer merkwürdigen Stadt Zarasshin, die vollkommen aus bläulich leuchtendem, kristallartigen Stein erbaut worden ist und weithin durch das Sternenmeer zu sehen ist. Ihre Behausungen sind meist luxuriös und ein jeder von ihnen besitzt einen oder mehrere Sklaven- andere Meereslebewesen, die in ihre Gefangenschaft geraten sind. Die Yassalar haben etwas geschafft, wonach die meisten guten Rassen trachten- es gibt keine Armut bei ihnen, denn Arrishna sorgt für ihre Kinder- zumindest solange sie ihr treu dienen."
„Was auch noch wichtig ist", sagte Gwogorn Dagor ist: „Die Yassalar hassen alle Lebewesen, die das Meer um sie herum bevölkern. Dabei haben sie mittlerweile auch die untergegangene Insel Beleriar ins Auge gefasst, die die Metropole Miy'Vrel beherbergt und Macht und Reichtum verspricht. Dazu suchen sie unermüdlich nach einem Weg die Kuppel zu zerstören, um die Stadt für sich bewohnbar zu machen."
„Einen besonderen Hass verspüren die Yassalar auf die Meereselben, die sie nur allzu gerne vernichten würden, wenn sie keine so starken Verbündeten hätten. Im Grunde genommen sitzen die Yassalar wie eine große, schwarze Witwe in ihrem Netz und warten darauf, daß ihre Zeit kommt."
Columbine, Alatäriel und Harry waren geschockt über die derart große Gefahr für Miy'Vrel.
Nachdem sie sich von am Abend noch unterhalten hatten gingen Columbine, Alatäriel und Harry nun zu Bett. Sie hatten sich für den nächsten Tag vorgenommen einen längeren Ausritt zu unternehmen. Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor hatten angeboten für diesen Tag auf die Kinder aufzupassen.
Columbine, Alatäriel und Harry genossen den Tag in vollen Zügen. Am frühen Abend erreichten sie das Haus von Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor. Der Anblick der sich dort ihnen bot war grauen erregend. Das Haus war bis auf die Grundmauern nieder gebrannt. Im gestreckten Galopp ritten sie auf die rauchenden Trümmer zu. Kurz davor lagen Nimphadir Quenye und Gwogorn Dagor in ihrem Blut. Von den Kindern war nichts zu sehen.
Harry sprang von Chazor und rannte auf das Paar zu. Nimphadir Quenye war tot, wie er entsetzt fest stellte und Gwogorn Dagor würde auch nicht mehr lange überleben. Während dessen schauten sich Columbine und Alatäriel entsetzt und panisch um und suchten nach ihren Kindern.
Dann schlug Gwogorn Dagor die Augen auf und flüsterte: „Yassalar ... hier ... Kinder ... entführt ... nie ... weidersehen ... tot ..." dann machte er noch einen letzten Atemzug und war auch tot.
Er untersuchte Nimphadir Quenye nochmals genauer und stellte fest, das sie auch geschändet worden war. In der Hand von Nimphadir Quenye fand er eine Art Nachricht. In der stand, das sie drei Miy'Vrel umgehend verlassen sollten, wenn ihnen ihr Leben noch etwas wert sei. Die Kinder würden sie nie wieder sehen.
Er zeigte entsetzt die Nachricht seinen Frauen, die in einem Weinkrampf zusammen brachen.
