Disclaimer: Charmed und seine Charaktere gehören leider immer noch nicht mir, sondern den Leute, die sie erfunden habe.

Hallo liebe Leser!
Nach lange Pause endlich das nächste Kapitel für euch. Viel Spass beim Lesen.

Gruss Whitelightner78


Kapitel 8 – 2e)
Wenn die Sucht, das Leben regiert

Es war nicht mehr lange und Leo´s Praktikum würde beendet sein. Nachdem sie heute morgen und Mittag sehr fleißig gewesen waren hatte sich das Team auch mal etwas Entspannung verdient. Heute stand Rosa – Maria Gonzales´, aus der Buchhaltung, 45 Geburtstag an und Geburtstage wurden in diesem Krankenhaus, besonders auf dieser Station, immer gefeiert. Dabei war es auch egal ob, die betroffene Person von dieser Station oder aus einer anderen Abteilung kam. Vor ein paar Tagen hatten sie, im ganzen Krankenhaus, gesammelt und ihr zwei tolle Hummel - Figuren gekauft, da sie wussten, das sie diese total liebte. Es gab auch Kuchen und Kaffe, sowie Sekt zum anstoßen und Saft für Leo. Es dauerte eine Weile bis alle, die kommen konnten, da waren. Als letztes betrat das Geburtstagskind den Raum. Einen kurzen Augenblick später öffnet sie das Geschenk und bedankte sich bei allen Anwesenden. Eine keine Träne der Freude im Augenwinkel. Dann schüttete einer Krankenschwester namens Theries den Sekt und reichte sie an alle Anwesenden weiter und Leo bekam den Saft. „Auf das Geburtstagskind. Möge sie lange leben, gesund bleiben und glücklich sein." Sie hob das Glas hoch und nahm einen großen Schluck. Als sie jedoch bemerkte dass das Geburtstagkind nichts getrunken hatte, war sie etwas verwundert. „Was ist los Rosa? Schmeckt der Sekt nicht?" „Nein, das ist es nicht", antwortete sie. Es hat mit meiner Vergangenheit zu tun. Etwas über das ich bisher nicht sprechen wollte, weil es mir zu peinlich war und ich Angst hatte, das man mich wegen meiner Schwäche verurteilen würde." „Niemand wird dich verurteilen", sagte ein älterer Mann der rechts neben Marie stand. „Wir haben doch alle unsere Schwächen und Dinge, die zu sprechen uns schwer fällt." „Wenn du denkst das es dir helfen kann dann sprich mit uns darüber. Solltest du dir aber nicht sicher sein, dann lass es sein. Es ist deine Entscheidung, keiner wird dich zwingen." „Du hast Recht", sagte sie zu dem alten Mann gewandt, es wird Zeit den Ballast der Vergangenheit abzuwerfen, um befreiter in die Zukunft blicken zu können." Sie schaute nochmals kurz in Runde ihrer Geburtstaggäste und fing an zu erzählen. „Ich lebte in einer Kleinstadt, wo die Häuser alle ordentlich in Reihen standen und die Rasenflächen, in den Vorgärten, immer sauber gestutzt waren. Hier kannte jeder jeden. Meine Sucht begann vor 18 Jahren. Damals, nachdem mein Sohn starb. Samuels kurzes Leben dauerte nur neun Monate. Er kam mit einer Hirnmissbildung zur Welt. Die Ärzte sagten gleich, dass er nicht lange leben würde. Ein furchtbarer Schock für mich und die Verwandten machten mir sogar Vorwürfe. Meine Schwiegereltern sagten, ich wäre nicht die Richtige für ihren Sohn, wenn ich kein gesundes Kind zur Welt bringen könnte. Und mein Mann verteidigte mich nicht einmal. Dabei hatte ich, eine gelernte Steuerfachgehilfin, mich in der Schwangerschaft immer vorbildlich verhalten. Ich hatte gesund gegessen, nicht geraucht und keinen Tropfen Alkohol angerührt. Nach dem Tod meines Babys hatte sie niemanden, mit dem ich über meinen Kummer sprechen konnte. Ich fing an zu drinken, den nach ein paar Gläsern Wein spürte ich meine Verzweiflung nicht mehr. Bald leerte ich bis zu zwei Flaschen am Tag. Ein Jahr nach dem Tod des Kindes zerbrach meine Ehe und ich traf Erik. Er war 59 Jahre alt. Beim ihm fühlte ich mich geborgen und geliebt. Daher ich plötzlich gar kein Bedürfnis mehr zu trinken. Ich wurde wieder schwanger und brachte einen gesunden Sohn zur Welt. Jetzt fühlte ich mich vom Glück geküsst. Aber dann kam der erneute Absturz! Als mein Vater starb, war ich wieder an dem Punkt, nicht zu wissen, wohin mit meinen Gefühlen. Ich hatte doch nie gelernt, sie auszudrücken. Ich verdrängte meine Trauer ebenso wie die Angst vor der Zukunft. Mein Vater hatte uns Betrieb hinterlassen, den ich nun mit meiner Mutter und Schwester weiterführen sollte. Es ging einfach nicht anders, ich musste einfach funktionieren, Schwäche zeigen ging einfach nicht, außerdem wollte ich perfekt sein und keinen enttäuschen. Diesem Druck hielt ich jedoch nicht lange stand und griff schon bald wieder zur Flasche. Ich gönnte mir morgens das erste Gläschen Sekt im Büro. Über den Tag verteilt trank ich dann drei Flaschen. Auf die Idee, ein Suchtproblem zu haben, wäre ich nicht gekommen. Alkoholiker, das waren für mich die Penner am Bahnhof. Aber ich? Niemals. Ich war auch nie betrunken, nur beschwipst. Alle dachten, ich sei einfach gut drauf. Mein Sohn bekam von all dem nichts mit. Nur mein Mann sprach mich immer öfter auf meine Alkoholfahne an, aber ich spielte es runter. Erik ließ sich allerdings nicht täuschen. Er sah meine Sucht und machte Druck, sodass ich einem Entzug zustimmte. In der Klinik traf ich auf richtige Säufer. Da kam ich mir mit meinen täglichen drei Flaschen Sekt richtig harmlos vor und dachte mir, das die Anderen ein Problem haben, aber ich doch nicht. Wieder daheim fing sie erneut an zu trinken, bis zu meinem Zusammenbruch. Es war einige Jahre später, im Winter, als Körper rebellierte und fast nichts mehr ging. Mir war ständig übel und ich fühlte mich zu schwach, um aufzustehen. Mittlerweile war es soweit, dass ich meine Sucht nicht einmal mehr vor meinem Sohn verbergen konnte. Ich konnte förmlich spüren, wie Luis sich von mir distanzierte. Er ließ sich nicht mal mehr von mir in den Arm nehmen. Das tat mir unheimlich weh, denn schließlich war er mein ein und alles. Es war einfach schlimm und dann, eines Tages, entdeckte mein Mann, als er nach einigen Unterlagen suchte auch noch meine gebunkerten Sektflaschen Vorrat im Wohnzimmerschrank. Endlich war ich bereit Hilfe anzunehmen. Wieder machte ich eine Entgiftung in der Klinik. Was jedoch viel wichtiger war, am Anschluss fuhr ich nach Berkeley zur Hypnose-Therapeutin Mara – Jessica Cupboard. Die Heilerin versetzte mich in Trance und ich konnte das erste Mal in meinem Leben über meine Gefühle reden. Die Therapeutin führte mich in Hypnose zurück zum Tod meines ersten Kindes. Danach flossen bei mir endlich die Tränen. Es war, als würde ein Knoten bei mir platzen. Hinterher war ich sehr erschöpft, aber auch unendlich erleichtert. Insgesamt sieben Mal besucht sie die Therapeutin. Ich kam auch zu dem Entschluss noch etwas in meinem Leben zu ändern, als überschrieb ich mein Anteil an dem Steuerbüro meiner Mutter und Schwester. Die stellten sich noch zwei Kräfte ein und kommen prima ohne mich zu Recht. Ich für meinen Teil bin froh für meinen Job hier in der Buchhaltung. Ich habe immer noch eine Job mit Verantwortung, aber ich kann auch mal sagen heute geht es mir nicht so gut und gehe früher nach Hause. Es bleibt nicht mehr alle Last auf meine Schultern hängen. Ebenfalls habe ich Zeit, mich um meinen Mann und Sohn zu kümmern. Es war eine gute Entscheidung. Sei einigen Jahren gehe ich außerdem zu der Gesprächsgruppe der Anonymen Alkoholiker. Allerdings ist die Gruppe in Berkeley und nicht hier, den ich wollte nicht, das jemand, von meiner ehemaligen Alkoholsucht erfährt. Doch jetzt ist es mir gleich. Es tut gut, das ich mich endlich nicht mehr vor euch allen verstecken muss. Mit dem Trinken aufzuhören war die beste Entscheidung meines Lebens. Heute kann ich mein Leben viel bewusst genießen", beendet Rosa ihre Erzählung. Als sie in die Runde sah bekam ich nur aufmunterndes Lächeln, dann fingen sie an zu klatschen. Rosa war klar, dass sie das richtige getan hatte. Ihre Kollegen verstand sie, es sah zumindest so aus, und keiner verurteilte sie, wegen dem was gesehen war. „Du bist nicht die einzige die gegen die sich dem Kampf mit den Alkohol stellen musste", sagte eine andere Frau. Die Anwesenden erkannten sie als Doris Mc Graysel (36), eine angesehene Chirurgin. „Sie?" „Ja. Ich! Das hätte sie wohl nicht gedacht, was? Auch ich habe eine Vergangenheit hinter mir, auf die ich nicht gerade stolz bin. Allerdings bin ich froh, dass ich noch rechtzeitig die Kurve bekommen habe. Sonst würde ich hier jetzt bestimmt nicht stehen und eine so erfolgreiche Karriere vorweisen können. Das habe ich meinem Kevin zu verdanken, der mir half aus dem Dunkel des Alkohols in das Licht des Lebens zurück zu kehren. Es war bereits sehr früh, als ich dem Alkohol verfiel. Erst viele Jahre später war mir klar, das es so nicht weitergehen konnte, wenn ich noch ein Leben haben wollte." „Wie kam es dazu, dass du erkanntest, dass etwas mit dir nicht stimmt?" „In Ordnung. Ich werde euch mal die Geschichte erzählen", erklärte Doris und fing an. „Zitternd saß ich, als Studentin, meiner Professorin gegenüber, die mich mit prüfenden Augen musterte. Schweißperlen standen mir auf der Stirn und meine Zunge überzog ein ekliger Belag. Vergeblich versuchte ich meine nervösen Hände unter Kontrolle zu bringen, aber es war umsonst! Ich konnte es nicht mehr verbergen, das ich abhängig war und zwar alkoholabhängig. Zu diesem Zeitpunkt war es für mich undenkbar auch nur einen Tag ohne die Flüssigdroge durchzustehen. Heute habe ich endlich meine Sucht besiegt und bin trocken. Ich war Alkoholikerin, doch ich habe es geschafft und ich bin stolz darauf, bereits seit vielen Jahren keinen Tropfen mehr angerührt zu haben. Schon als Jugendliche probierte ich auf Partys Wein und härtere Getränke aus. Als meine Eltern sich scheiden ließen, gab es zu Hause oft Streit. Ich konnte es nicht mehr aushalten und flüchtete mich in den Alkohol. Dass ich süchtig sein könnte verdrängte ich jahrelang. Als ich mein Studium anfing wurde es noch schlimmer. Damals habe ich mein erstes Bier bereits nach dem Aufstehen getrunken. Im Laufe des Tages brachte ich es dann noch auf sechs bis sieben Liter. Es war definitiv die schlimmste Zeit in meiner Gift - Karriere. Erst wenn ich die ganze Bierkiste geleert hatte, hörte mein Körper auf zu zittern. Meine Mitstudenten packten sich morgens Brote in die Tasche und ich steckte mir Bierflaschen ein. So gelingt es mir die Vorlesungen am Vormittag einigermaßen durch zu halten, doch am Nachmittag brauche ich dann wieder Nachschub. Ich machte nahezu jeden Tag lange Spaziergänge um mich besser zu fühlen und meine Bedarf an Alkohol zu decken, ohne das mir jedem dabei zusehen konnte. Während ich so durch die Gegend lief schüttete ich literweise den mitgebrachten Alkohol in mich hinein. Doch es half mir nicht weiter. Im Gegenteil, meine Leistungen verschlechterten sich immer mehr. Doch ich war einfach nicht in der Lage mich aufzuraffen und mein Elend selbst zu stoppen. Nach dem Gespräch mit meiner Professorin schmiss ich erstmal mein Studium hin. Meine Eltern flehten mich an eine Therapie zu machen. Ich versuchte es, aber ohne Erfolg. Ich trank sogar noch mehr als vorher. Erst einige Zeit später schaffte ich es, aus dem Teufelskreis auszubrechen. Ein Freund erkannte mein Problem und brachte mich zur Suchthilfe. Mir war klar, dass es meine letzte Chance war. Mein Körper rebellierte zwar gegen die Entgiftung und ich hatte Schweißausbrüche, aber ich hielt durch. Mit dem Sucht - Aus kam auch meine große Liebe. Kevin (36). Bereits als ich ihn das erste Mal sah, wusste ich, dass er die Liebe meines Lebens ist. Ich sprach ihn an und erklärte ihm als. Er verstand mich und half mir. Kevin stand und steht mir immer bei. In guten wie in schlechten Zeiten. Ich traute mich endlich wieder, Zukunftspläne zu schmieden. Nach einer Weile machte ich mein Studium zu Ende, absolviert mein Praktikum und absolvierte eine erfolgreiche ärztliche Laufbahn. Wie zogen zusammen und heiraten. Es war nicht immer leicht für uns doch trotz einigem hin und her haben wir es geschafft auch heute noch glücklich und zufrieden zusammen zu leben", endete Doris ihre Aussage. Es war klar, nicht nur die Leute die jeden Tag bei ihnen, im Krankenhaus, Hilfe suchten hatten Problem, sondern auch die Menschen, die es sich hier zur Aufgabe gemacht hatten, den vielen Patienten zu helfen. Nach den ausführen der Beiden, trauten sich auch noch andere über ihre Leben zu reden, ihre Probleme und Süchte, die von Tabletten bis zu Harten Drogen gingen. Eigentlich sollte es nicht nur eine Geburtstagsfeier werden, dass sich so viele Menschen ihre Probleme von der Seele sprechen würden, war nicht abzusehen gewesen. Doch es machte Rose nichts aus, das dies alles an der Feier zu ihrem Ehrentag geschah, denn sie hatte erkannt dass sie mit ihren Problemen nicht allein dastand und man sie so nahm wie sie war. Leo lernte daraus wieder einmal, das man mit Hilfe seiner Familie und / oder seinen Freunden vieles erreichen kann. Dies ermutigte ihn wieder einmal, niemals die Hoffnung aufzugeben, dass er und sein Vater auf Dauer wirklich gut miteinander auskommen könnten. Leo war klar, dass das Verhalten seines Vaters sich schon merklich verbessert hatte, doch wirklich gut war es nicht. Er würde weiterkämpfen, so wie es auch all die Menschen hier getan hatten, auch wenn es bis in alle Ewigkeiten dauern würde.