Hallo ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr durcheinander gebracht. Ich habe den Fehler gemacht, diese Seite nicht im Original mir anzeigen zu lassen, sondern übersetzt. Dies hatte zur Folge, dass das Kapitel teilweise ins englische übersetzt wurde, was sehr chaotisch war. Nun habe ich alles hoffentlich korrigiert.


21. Verrückt, Segen oder Fluch?

Nach dem Gedankenaustausch mit Ginny war es Felicitas möglich sich jetzt ein komplettes, beinahe komplettes Bild von dem Angriff zu machen. Es fehlten ihr noch die Gründe, warum Pansy sie aus scheinbar heiterem Himmel angegriffen hatte. Wäre es nur die übliche Konkurrenz der Häuser gewesen, dann hätte der Angriff viel früher stattfinden können und wäre sicher auch nicht so drastisch ausgefallen. Irgendetwas mußte da noch im Argen sein. Am meisten störte es sie, dass Ginny darauf bestand, dass hier keine Vergeltung geübt wurde. Auf Hogwarts nicht und auch nicht irgendwo anders. Sie sah keinen Weg sich an Ginnys Wunsch vorbei zu mogeln, wie sie es sonst immer gern tat. Es war genau genommen ein Wunsch an den Orden, ausgesprochen im Imperativ. Ginny hatte derzeit keine Befehlsgewalt, aber Felicitas konnte, nein, wollte sich ihr nicht verweigern. Dafür waren die Bande zwischen den jungen Frauen zu eng. Da war aber noch etwas, was sie ihr hatte mitteilen wollen, sie brach den Gedankenaustausch jedoch ab, da Dumbledore mit dem Minister die Krankenstation betrat.

Mit ihnen und den Auroren kam auch Divina in die Krankenstation. Im Gegensatz zu den Auroren trug sie keine ganze Uniform, sondern nur ihren Umhang. Als sie sich bewegte, war darunter ein hübscher, kurzer Rock zu sehen, wie er zurzeit bei den Muggeln modern war. Oh ja, ihr fiel wieder ein, dass Harry mit ihr gemeinsam in London war, als das hier passierte. Hatte sich Pansy den Angriff getraut, da weder sie noch Harry auf Hogwarts waren? Aber sie hatte in Ginnys Gedanken gesehen, selbst wenn sie da gewesen wären, Ginny hätte sich nicht begleiten lassen. Dafür war sie zu unabhängig.

Divina stieß Felicitas unauffällig an, überrascht sah sie auf und direkt in die Augen, der nun vor ihr stehenden jungen Frau. Sie verstand es als Aufforderung, ihre Gedanken zu lesen. Sie bemerkte den kritischen Blick des Ministers, sie störte sich nicht daran. Es dauerte nicht lange, über einige Bilder musste sie mit ihr noch sprechen, oder einfach darüber hinwegsehen. Mit Harry hatte sie in London noch nie so gegessen, aber das ließ sich nachholen. Divina hatte bei ihr bezüglich Harry aus unerfindlichen Gründen eine Generalfreikarte. In ihrem Inneren wusste sie, dass Divina sie nie verdrängen würde, aber die Nähe zu Harry ließ sie aufleben. Sie wirkte jünger, frischer und schöner. Seltsamerweise erfüllte das ihr Herz mit Wärme und nicht mit Eifersucht.

Bis jetzt hatte sie noch niemand getroffen, der Ginny gefunden hatte. Mit Severus musste sie heute noch sprechen, der war von Anfang an dabei.

Harry wusste nicht, dass sie noch auf Hogwarts waren. Sie konnte ihn jetzt nicht informieren, aber das störte sie nicht. Felicitas war sich sicher, dass die Hauselfen es schon getan hatten. Mit dem Gesang über den Koboldsturm hatte die Zusammenarbeit mit diesen magischen Wesen richtig begonnen. Heute hatten sie sich wirklich übertroffen. Von Ashna, dem Nyx alarmiert, hatten sie alle informiert. Selbst Ginnys Eltern wurden auf dem Laufenden gehalten, sonst wäre Molly hier sofort aufgelaufen. Noch war hier nicht klar, ob noch weitere Angriffe folgen würden, daher warten sie derzeit auf Black-Castle.

Plötzlich war da ein Hauself, die anderen im Raum bekamen es nicht mit. Felicitas stieß Divina an und wies auf die Stelle, aktuell waren nur noch die Spitzen der Ohren zu sehen. Felicitas winkte dem Besucher zu, der sich nun aus dem Versteck traute und ihr ein Kuvert überreichte. Diese handelte umgehend, ohne, dass es die Ermittler oder Dumbledore bemerkten. Nachdem die Nachricht den Krötentest bestanden hatte, öffnete sie das Kuvert. Mit wenigen, wohl gewählten Worten, die sicher ehrlich gemeint waren, brachte der Versender sein Bedauern über den Angriff auf Ginny zum Ausdruck. Das Schreiben trug keine Unterschrift oder Absender. Einigen Hinweisen im Text zufolge bezog er oder sie sich jedoch auf ein Ereignis, welches nur sie mit Daphne und Ginny erlebt hatte. Die Mitteilung endete mit einigen lateinischen Worten. Informierte sie, sie so über den Fluch, der auf Dean ruhte? Befürchtete sie, dass Ginny diesem Fluch auch unterworfen war? Die Magier in Indien hatten Begriffe gebraucht, die diesen hier beinahe entsprachen und auch eine Lösung des Problems gefunden. Von Dumbledore hatte sie noch kein Dankeschön gehört, was nach den Vorkommnissen verständlich war. Ganz unverfänglich antwortete sie ihr. Als Anerkennung ihres Mutes, in der Situation als Slytherin an Ginny zu denken, legte sie einen Armreif in das Kuvert. Daphne würde dahinterkommen, dass die Buchstaben beeinflussbar waren, dass sie so Informationen austauschen konnten, das musste sie ihr nicht schreiben. Sie würde es bemerken.

Die Befragung von Ginny war bald vorüber und sie konnten nach Black-Castle aufbrechen. Madame Pomfrey war überrascht, dass der Heiler dies zuließ.


Die Familienuhr riss sie mit ihrem Bimmeln von ihrem gemütlichen Sessel. Der Albtraum einer jeden Mutter war eingetroffen, fassungslos stand Molly Weasley vor dem kostbaren Teil, welches sie jetzt am liebsten verfluchen wollte. Warum ausgerechnet eines ihrer Kinder, und dann schwebte noch die Jüngste in Lebensgefahr. Bis sie Arthur rufen konnte, dauerte es ein paar Sekunden, vor Schrecken starr standen sie vor der Uhr, als sich der Zeiger erneut bewegte. Von der Markierung in tödlicher Gefahr wanderte er auf "In der Schule". Eigentlich beruhigend, aber was war da los? Für Molly war es klar, sie musste sich nicht mit ihrem Mann abstimmen, ihr Ziel war die Schule ihrer Kinder. Sie alarmierte ihren Sohn Charly, denn Bill, der Älteste ihrer Söhne war verreist. Sie wandte sich dem Kamin zu. Was wollte denn Arthur mit dem verstaubten Koffer? Oh das war der, welchen Harry ihnen geschenkt hatte, so konnten sie schneller zu ihrer Tochter kommen. Ein Rascheln ließ sie zu ihrem Stab greifen. Vor ihnen tauchte Addy auf. "Oh gut, dass Addy Mister und Misses Weasley noch erreicht. Miss Ginny wurde gerettet. Sie ist noch auf der Krankenstation von Hogwarts. Lord Potter bittet sie, Addy nach Black Castle zu folgen. Miss Ginny wird so bald wie möglich dort eintreffen. Hogwarts ist noch nicht sicher. Niemand weiß, was passiert ist. Lord Potter ist bei ihr." Der Hauself zeigte auf den Koffer. Arthur übernahm die Führung und stieg hinein.

Auf Black-Castle war es unruhiger, als sonst. Es wirkte, als ob die Hauselfen die Herrschaft übernommen hätten. Überall waren sie zu sehen, selbst auf die Gemälde war die Spannung übergegangen. Einer ihrer gemeinsamen Vorfahren aus dem Haus Black grüßte freundlich. Es war einer der Letzten, den sie von den Blacks noch persönlich kannten. "Molly entschuldige, wenn ich dich so direkt anspreche. Seine Lordschaft hat uns alle aufgefordert, seine Sache zu unterstützen. Aus der Krankenstation haben wir erfahren ..."

Beruhigend für die Eltern war, dass es Ginny wirklich besser ging. Dazu kam die freundliche Hilfsbereitschaft der Hauselfen. Ständig kamen neue Informationen über ihre Tochter über die Gemälde bei ihnen an. Charly und die Zwillinge trafen in der Villa ein. Addy, der alte Hauself, überraschte sie mit einer großen Kristallkugel. Sie konnten das Opfer des Angriffs im Krankenbett liegen sehen, Harry lag neben ihr und nicht Nanda, war Harry auch verletzt? Scheinbar nicht. Addy besprach die Kugel, nun konnten sie die Gespräche besser hören, er schaffte es, mithilfe des Überwachungszaubers die ganze Krankenstation zu betrachten. Charly wunderte sich über den Umgang des Hauselfen mit der Kristallkugel. Hatten die Hauselfen schon immer die Macht über die magischen Gegenstände, oder war es Harry, der ihm den Umgang ermöglicht hatte. Er musste dem mal nachgehen. Nun aber ging es um seine Schwester. In der Kugel sahen sie den Wechsel von Harry zu Nanda. Selbst die Fragen der Auroren an Ginny konnten sie verstehen. Felicitas winkte ihnen kurz zu und schob eine Wand vor Ginnys Krankenbett. Wenig später hörten sie Schritte über ihnen im Haus. "Sie ist da, ich spüre es!" Molly stürmte zur Treppe, alle folgten ihr in Ginnys Zimmer, oben in einem der Türmchen.


Wieder drehte sich die goldene jedoch nicht wirklich materielle Kaminuhr, langsam um ihre Hochachse. Das unwirkliche an der Uhr war, dass sie von drei Seiten genau gleich aussah. Bei diesem Treffen klappte es mit den Wortmeldungen, jeder respektierte das Rederecht des anderen.

Von Nanda gut behütet, saß Ginny bei ihnen im blauen Salon. Die Ordensmitglieder hatten zuvor ohne große Aussprache zugestimmt, dass ihre Eltern an der Sitzung teilnahmen. Nach dem Bericht von Ginny bat Harry Natalija um ihren Bericht. Sie benutzte ohne viele Worte, das aufgestellte Denkarium. Allen Spekulationen um die Umstände der Tat und den Ermittlungen setzte sie damit ein Ende. Jeder konnte aus ihren Erinnerungen seine Schlüsse ziehen.

Viele Fragen wurden diskutiert. Harry war es gelungen, die Aussprache über das Warum und Wieso, so zu führen, dass es nicht zum Tribunal mit Ginny auf der Anklagebank wurde. Er bestand darauf, dass alle aus ihrer Sicht sprachen oder dass die Vorschläge für alle formuliert wurden.

"Warum sind wir manchmal nicht bereit uns begleiten zu lassen? Warum wollen wir auch einmal was alleine tun?" Ron hatte sich am Anfang schwergetan, seiner Schwester nicht vorzuwerfen, dass sie auf seine Begleitung verzichtet hatte. Nach kurzer Bedenkzeit stellte er die Fragen, die alle betrafen. Sie diskutierten, darüber, wann die Kette mit den Schutzamuletten störte und mit was sie vielleicht ersetzt werden konnte. Viele wünschten sich Rückzugsmöglichkeiten, wenn sie sich nun nicht mehr alleine in leere Zimmer oder Innenhöfe begeben sollten. Zufrieden nickte Abhijat, Felicitas hatte ihren Yogalehrer, einen Mönch aus Mumbai, in die Runde eingeladen. Einige kannten ihn schon, er wollte mit Ginny reden, damit sie das Erlebte besser verarbeiten konnte.

Gerade war die letzte Wortmeldung verschwunden, als Harrys Name auftauchte. Er nahm sich das Recht, als Letzter in der Runde das Gehörte zusammenzufassen. Dies hatte auch den Vorteil, dass er allen seine Sicht der Dinge nochmals darlegen konnte. Er sah in der Runde herum, die wichtigsten Punkte waren besprochen, alle Mitglieder waren über den Angriff informiert und die Aufgaben waren verteilt. "Molly und Arthur werdet ihr hier auf Black-Castle bleiben?"

Molly schmunzelte und sah auf ihre Tochter und ihren Freund. "Danke Harry, Nanda ist doch da und auch Mr. Parker. Ich brauche mein Kopfkissen, um richtig zu schlafen. Morgen schauen wir wieder vorbei."

Er hatte damit gerechnet, aber er musste alle Interessen berücksichtigen. Die Hauselfen verstanden diese letzten Sätze als Ende des Treffens und brachten köstliche Sandwiches, was alle begrüßten.

"Oh, so etwas Leckeres!" Jetzt fiel einigen erst auf, dass Divina bei der Besprechung gar nicht dabei war. Sie stand mit dem weiten Umhang der Unsäglichen in der Türe. "Tonks kommt auch gleich, sie muss vorher noch bei Remus vorbeischauen."

Ginny winkte sie zu sich, da sie von dem bequemen Sofa nicht aufstehen durfte. Auf dem Weg zu ihr hielt Divina Harry an den Schultern fest. „Phineas Nigellus will dich sprechen, du sollst ins Büro kommen."

Zusammen mit Felicitas verschwand er in das runde Büro des Hauses.

"Oh seine Lordschaft, es freut mich, dass es nun doch geklappt hat. Da kann ich durch alle Bilderrahmen wandern und Winken, aber nichts, keine Reaktion. Da kommt so ein junges Ding und findet sofort Gehör."

"Phineas ich habe dich wirklich nicht gesehen, wenn du aber beim nächsten Mal ein Nummerngirl durch die Bilderrahmen schickst, werde ich gleich aufmerksam."

"Es gibt in der Geschichte der ehrenwerten Familie Black, keine Nummerngirls. Wenigstens nicht mehr, wir waren zu recht sehr streng, was unsere Anforderungen betraf."

"Bevor wir bis zum Werden der Welt zurückgehen, warum wolltest du mich sprechen?"

"Werter Harry, ich werde doch noch parieren dürfen, wenn du mich mit einem Nummerngirl konfrontierst. Nun hört aber, Albus möchte mit euch Morgen sprechen. Er ist sehr verwundert, über die ausgebliebene Reaktion. Ich habe schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Ist es wahr, dass der Wunsch der kleinen Ginny euch daran hinderte, Rache zu nehmen? Miss Buckley hat dies angedeutet."

"Ja, Phineas, dies und die Gewissheit, dass ein blindes Wüten gegen eine Gruppe von Menschen, welche zufällig in Slytherin sind, nur weitere Gewalt auslöst. Dies heißt nicht, dass wir jetzt Schoßkätzchen sind. Wir werden zuschlagen, wenn es für uns einen Sinn ergibt."

Das Portrait fuchtelte mit seinem Zauberstab durch das Bild. "Zeig dich Severus Snape. Warum hast du die Rolle von Harry angenommen?"

"Was soll dieser Blödsinn? Erzähle uns lieber, was bei Dumbledore los war."

"Es waren die gleichen Worte, wenigstens dem Sinn nach, mit dem Severus die Lage beschrieb. Wie konnte ich wissen, dass er außer euch in den wahren Bereich der Magie einzuführen, euch auch Verstand eingehämmert hat. Felicitas, von dir erwartet er, dass du dich am Abend im Zaubertränkekerker nützlich machst, sollte er nicht da sein.


Im Morgengrauen weckte Dobby Harry. Erschrocken schlug er die Augen auf, was war jetzt schon wieder? Dobby hatte ihn wach geschüttelt. Sonst roch es nach Tee und Toast, nach Frühstück und ein angenehmes Leben, heute nicht. Jetzt wurde auch Feli wach.

"Bei Merlin Dobby! Was ist?"

Für Harry zeigte sich, bei dem Ausspruch von Felicitas, ein Unterschied, zwischen ihnen. Sie war in der magischen Welt aufgewachsen, er hätte nie in einem solchen Moment an Merlin gedacht. „He, was ist?" wär sein Ausruf gewesen.

"Professor Dumbledore sagte: Dobby hole Harry und Feli. Er sagte auch, sie sollen sich beeilen!"

Schnell sprangen sie auf und zogen die bereitgelegten Kleider an.

Sie trafen auf Professor McGonagall, welche sich den Türspeiern vor dem Büro des Direktors auch gerade näherte. Sie kannte natürlich den Namen der süßen Leckerei, welche wohl gerade von Dumbledore favorisiert wurde. Harry überprüfte den Sitz des Ringes aus Mumbai und seines Zauberstabes im Umhang, während die Treppe sie nach oben brachte.

Der alte Schulleiter saß hinter seinem Schreibtisch, es schien, dass er da wohl schon die ganze Nacht gesessen hatte. Felicitas suchte in den Taschen ihres Umhangs.

"Danke Felicitas für deine Bereitschaft, Severus hat mir schon ein paar "HalloWach" überlassen. Ich muss mich kurz mit euch besprechen, bevor hier der ganz große Aufmarsch stattfindet." Er wies mit einer einladenden Geste auf die kleine Sitzgruppe hin, auf deren Tisch heute nicht einmal Tee oder Kekse standen, was sonst üblich war. "Wo habt ihr Natalija gelassen? Wir müssen alles abklären, dazu brauche ich ihre Fähigkeiten!"

"Meine scharfen Zähne oder der genauso scharfe Verstand?" Sie hatte sich aus ihrer Fledermaus-Form verwandelt, als die sie zuerst auf dem Boden gelandet war.

"Den Verstand meine Liebe und deine manchmal ungewöhnliche Sichtweise." Er schwieg plötzlich und wirkte wie abwesend, sie kannten ihn schon so gut, dass sie wusste, er suchte nach Worten. Worten, die das klar aussagten, was er dachte.

"Merlin sei Dank, wie ich hörte, geht es unserer Ginny besser. Ein Wunder, dass so schnell Hilfe da war. Wir wissen immer noch nicht, wie die Blutungen gestoppt wurden. Genauso bin ich sehr glücklich über eure Reaktion. Ich befürchtete, dass der große Krieg, der uns bevorsteht, aufgrund dieser Schandtat hier auf Hogwarts ausbrechen würde. Ich bin begeistert von eurer Einsicht, dass Gewalt nicht Gewalt gebären muss. Es wird Situationen geben, da müssen wir zu gewaltsamen Mitteln greifen, aber das nur zur Abwehr von Schlimmerem. Nun haben wir ein weiteres Problem. Es gab heute Nacht eine Wandlung in dem Verhalten von Miss Pansy Parkinson, eine schreckliche Veränderung."

"Wir haben damit nichts zu tun!", bemerkte Felicitas nachdrücklich. "Wir haben uns an Ginnys Wunsch gehalten und nichts, rein gar nichts unternommen! Niemand kann von uns verlangen, dass wir Mitleid mit dieser mörderischen ... niederträchtigen Missgeburt haben. Egal was mit ihr ist, dies ist das Letzte, was ich für sie empfinde!"

Dumbledore sah wissend auf. "Mitleid von euch zu erwarten wäre mehr als unangemessen. Die Wachen des Ministeriums haben keine Versuche festgestellt, dass jemand Kontakt mit Miss Parkinson aufnehmen wollte. Sie haben sogar magische Überwachungszauber eingesetzt und trotzdem hat sie über Nacht ihren Verstand verloren."

Harry räusperte sich doch etwas betroffen. "Albus, du hast schon viele fürchterliche Vorkommnisse erlebt, kommt so etwas manchmal bei Tätern vor?"

"Jeder Mensch verarbeitet seine Schuld anders, viele verdrängen sie, oder überspielen ihre Selbstvorwürfe einfach. Im letzten Krieg und auch in Zukunft werden viele sich auf die gute Sache, die sie mit ihrem Tun unterstützen wollten, berufen und leider keinerlei Schuld empfinden. Zurück zur Schülerin, ich habe das noch nicht so erlebt. Oft haben Gefangene, die Jahre lang unter inhumanen Bedingungen weggesperrt wurden, ihren Verstand verloren, aber nie direkt nach der Tat."

"War sie vielleicht schon vor der Tat verrückt", wandte Natalija ein. "In der Geschichte gibt es viele Beispiele von verrückten Mördern."

Der alte Professor schüttelte den Kopf: "Bei der Vernehmung waren keinerlei Merkmale zu erkennen gewesen, auch nicht, als die Auroren ihre Erinnerungen überprüften." Er schwieg wenige Minuten um dann, wie gewohnt seine Gedanken zu Ende zu bringen. "Ja die Auroren haben dies bestätigt, auch der Minister war über die Kaltblütigkeit, welche aus purer Eifersucht entstand, erschrocken."

"Albus", wandte sich seine Stellvertreterin an ihn. "Hast du schon etwas von der Ermittlung mit dem Zeitumkehrer gehört?"

"Zeitumkehrer", erkundigte sich Felicitas interessiert, auch Natalija war aufmerksamer geworden. Harry hoffte inständig, dass die Vampirin nicht in diese Sache involviert war. Eigentlich war abgesprochen, dass niemand etwas unabgestimmt unternimmt.

"Ja, Hopkins hat Shacklebolt und diesen Miller beauftragt, die Zeit, seit der Festsetzung nochmals mit dem Zeitumkehrer zu durchleben, wir haben Gewissheit, dass es keinen Einfluss von außen gab. Vielleicht sind in St. Mungo die Heiler in der Lage, ihr noch zu helfen."

"Hier stellt sich wieder die Frage, was besser ist?"

"Meine Liebe, was willst du damit sagen?", Professor McGonagall sprang auf und sah Natalija durchdringlich an."Ich bin entsetzt, du, ausgerechnet du solltest doch wissen, dass es immer ein Quäntchen Hoffnung gibt."

Diese lies sich nicht einschüchtern. Was kommt nach der erhofften Heilung, Professor? Ich habe früher, als die Todesstrafe in Europa noch üblich war, einige Mediziner belauscht. Die waren stolz darauf, den Delinquenten für die Hinrichtung fit gemacht zu haben. Lieber in der eigenen geistigen Welt leben, als gesund im feuchten Kerker von Askaban langsam zu verfaulen."


Es herrschte betretene Stille, die Schulleiter in ihren Bilderrahmen schwiegen, und sahen interessiert auf.

"Miss ist es nicht wichtig jemand für seine Untat büßen zu lassen?", empörte sich ein Vorgänger von Dumbledore.

"Doch es ist wichtig, aber ist es in dem Fall menschlich, sie aus ihrer Welt zu holen? Es wird Stimmen geben, die der jungen Täterin eine Chance geben wollen. Weder Opfer noch die Gesellschaft finden so ihren Frieden. So liegt es in keinem menschlichen Ermessen, doch Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Warum sonst gibt es in der magischen Welt den Kuss des Dementors als Strafe?"

"Albus", wandte sich dieser an seinen Nachfolger. "Waren es vielleicht Dementoren, welche über das arme Mädchen herfielen?"

Harry konnte die Diskussion nicht mehr ertragen, so schnell konnten Interessierte aus einem Täter ein Opfer machen, wenn sie nur wollten. Da gab er Natalija recht. Er unterbrach das Gespräch der Schulleiter, das konnten sie auch alleine unter sich ausdiskutieren.

"Wie können wir dir weiterhelfen Albus?"

"Harry, ursprünglich, wollte ich euch heute Morgen informieren, dass es Mr. Dean Thomas besser geht. Der Heiler von den Internationalen hat den Tipp, welchen du Felicitas aus Indien bekamst, bestätigt. Wir konnten den Fluch brechen. Er muss nur noch ein paar Tage dortbleiben. Wir haben gut zusammengearbeitet, darauf bin ich sehr stolz! Vielleicht kann ihn Mr. Finnigan demnächst einmal besuchen. Sie wollen testen, wie er auf die Umwelt reagiert."

"Schön zu hören. Sollte er es wollen, ich wäre auch bereit ihn zu besuchen", meinte Harry und wandte sich zum Gehen.

Felicitas wollte zu Snape verschwinden, seit der Krankenstation hatte sie ihn nicht mehr gesehen, aber jetzt hörten sie seine Stimme. Er kam mit einem Paar mittleren Alters die Treppe herauf. Die Frau hatte ein angeschwollenes verweintes Gesicht. Vermutlich die Eltern der Parkinson.

In der großen Halle herrschte eine gedrückte Stimmung. Die Schüler saßen in Gruppen an ihren Tischen und unterhielten sich leise, immer mehr trafen ein. Ron hob den Daumen nach oben und berichtete leise, dass seine Schwester die Nacht gut überstanden hatte. "Mum und Dad sind seit heute Morgen wieder bei ihr, die Arme kann sich nicht einmal drehen, ohne, dass ihr jemand helfen will."

"Harry, vielleicht solltest du dich beim Training austoben", riet ihm gerade Hermine. "Du musst dich nicht an der Butter abreagieren. Deine Wut verschwindet nicht, auch wenn du ein ganzes Pfund auf das Brot klatscht."

"Oder Reporterinnen vermöbeln", schlug Ron vor, nachdem über ihnen die Eulen mit den Zeitungen aufgetaucht waren.

"Lord Potter gibt im Streit um die

ausländischen Minderheiten nach!"

In großen Lettern prangte das derzeit wichtigste Ereignis der magischen Welt Großbritanniens auf dem Tagespropheten. Erst einige Absätze darunter stand, warum es eine Änderung in dieser Angelegenheit gab. Dass es nur ein Entgegenkommen war, dass Harry und die beiden Mitkläger eingegangen waren und jetzt es auf eine Einigung zwischen dem Ministerium mit der Internationalen Zauberervereinigung ankam, wurde nicht erwähnt. Um so mehr die hervorragenden Leistungen der britischen Heiler, welche den schwarzen Jungen wieder heilten, der durch eine noch nicht aufgeklärte Verkettung von Umständen auf Hogwarts Fluchschäden erlitten hatte.

Beruhigt gab Harry die Zeitung weiter. Was war mit dem Tagespropheten los. Früher hätte Rita doch gefragt, wie er in den Unfall von Dean Thomas verstrickt, oder warum er ihn nicht gerettet hätte. „Keinen Satz über den Angriff auf Ginny", bemerkte er.

„Vermutlich will die Kimmkorn darauf warten, bis sie mehr weiß. Sie kann, ohne den Täter oder die Motive zu kennen, sich kaum in Beschuldigungen auslassen", mutmaßte Seamus.

„Vielleicht hat auch Hopkins und Dumbledore mäßigend auf sie eingewirkt, sie haben nach mir mit ihr gesprochen." Alle schauten auf Hermine, die eine nicht vorhandene Fliege fing, um mit dem Tier in ihrer holen Hand zu schimpfen."

Wer den Klitterer las, erfuhr mehr und ausführlicher von den Umständen, wie ein ausländischer Heiler St. Mungo zu Hilfe gekommen war. Hier stand auch genau recherchiert, warum die Klage gegen das Ministerium aufgeschoben wurde. Luna strahlte, als sie merkte, dass die Zeitung ihres Vaters bei den größeren Schülern mehr Beachtung fand als der Tagesprophet.

Hier stand auch etwas von dem Angriff auf Ginny, aber nichts Reißerisches, sondern mehr besorgt klingend und zur Mäßigung mahnend.

An anderer Stelle las man auch die Zeitungen und machte sich Gedanken.