Es tut mir wirklich ganz doll leid, dass es mal wieder so lange gedauert hat... *zerknirscht sei*
Aber jetzt gibts zwei chapis, weil ihr so brav gewartet habt ;)
Wie immer vielen Dank an die tollen reviewer!
Vielen Dank an die vielen Leser, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, dass ich ausversehen daneben geklickt habe... Ganz großes sorry diese chapis habe in eine andere Story gehört... Tut mir wirklich total Leid ! Ihr habt euch bestimmt voll gewundert
Also noch mal eine ganz dicke fette Entschuldigung! Das hier sind die richtigen Chapis...
Zu meiner Entschuldigung, ich war zu dem Zeitpunkt, als ich das hochgeladen hab seeehr müde...
Eine Windböe fuhr durch mahagonifarbenes Haar und zerzauste es. In mitten des hohen Grases, zwischen leuchtenden Wiesenblumen stand sie.
Sie hatte mir den Rücken zugekehrt. Ein elfenbeinfarbenes Spitzenoberteil schmiegte sich um die zarten Linien ihres zierlichen Körpers. Der Anblick hatte etwas surreales, märchenhaftes, als wäre er direkt meiner Fantasie entsprungen. Ich traute meiner Wahrnehmung nicht. Wie sollte Bella hier her kommen? Sie lag zuhause in ihrem Bett. Diese Bella hier war nur eine Halluzination, hervorgerufen durch ... Schlafmangel?
Einen Augenblick verharrte ich am Rande der Wiese, dann riss ich mich von dem faszinierenden Anblick los, und beschloss, mich selbst davon zu überzeugen, dass ich allmählich verrückt wurde. "Bella?" Wie ein aufgescheuchtes Reh sprang sie vor Schreck in die Luft und wirbelte zu mir herum, als erwarte sie den Terminator höchstpersönlich.
"Edward?", fragte sie verblüfft und machte ein paar Schritte auf mich zu. Schlief ich vielleicht noch? Zur Zeit hatte ich morgens nach dem Aufwachen schon öfters den Verdacht gehabt, von Bella geträumt zu haben. "Was machst du denn hier?" Ihr Gesichtsausdruck irritierte mich ein bisschen. Sie wirkte irgendwie... erleichtert? "Dasselbe könnte ich dich auch fragen", bemerkte ich und verkniff mir ein Grinsen. Ich kannte wirklich niemanden, der Bella in ihrer Unbedarftheit übertraf. Sie räusperte sich und ihre Wangen färbten sich aus irgendeinem Grund tief rosa. "Ich konnte nicht mehr schlafen und bin Spazieren gegangen und jetzt weiß ich nicht mehr, von wo ich hergekommen bin. Und warum bist du hier?"
Ich lachte. Deswegen war sie erleichtert mich zu sehen. "Ich jogge, wie du nur unschwer erkennen kannst", erwiderte ich. Wir starrten uns ein paar Sekunden schweigend an, dann wandte sie den Blick ab. "Wie komme ich am schnellsten zurück?" Ich erklärte ihr kurz den Rückweg, bis mir auffiel, dass sie die Arme fest um den Oberkörper geschlungen hatte. Das dünne Oberteil hielt sie nicht warm. Ich sah an mir herunter und verzog das Gesicht. Ein verschwitztes T-Shirt würde auch nicht viel mehr bringen, abgesehen davon konnte ich ihr das wohl kaum anbieten. Aber was, wenn sie krank wurde? "Ich gehe dann...", sagte Bella und bahnte sich vorsichtig einen Weg durch die Wiese, um ja keine Blume zu zertreten. Beim Gehen wiegten ihre Hüften ganz leicht hin und her. Es war kein auffälliges Arschwackeln wie bei Tanya, sondern einfach ein eleganter, weiblicher Gang. Kurz bevor Bella im Wald verschwand warf sie mir einen schnellen Blick über ihre Schulter zu. Ich zog die Augenbrauen hoch, um zu vertuschen, dass sie mich gerade dabei erwischt hatte, wie ich ihr nachgesehen hatte, verkniff mir mein Grinsen aber, bis sie sich wieder umgedreht hatte, schließlich hatte ich sie ebenfalls mein Starren erwischt.
Bella
Als ich die Treppen hinauf stieg, die zum Haus führten, waren meine Finger taub vor Kälte
Carlisle, Renee, Rosalie und Alice saßen schon beim Frühstück und sahen überrascht auf, als ich das Haus betrat. "Wo kommst du denn her?", fragte Renee über ihrem Marmeladenbrötchen. "Ich konnte nicht mehr schlafen", antwortete ich und setzte mich zu ihnen. "Du bist wie Edward!", kicherte Alice plötzlich. "Wie bitte?" Er und ich hatten rein gar nichts gemeinsam. Ich hatte weder sein überdimensionales Ego, noch sein blendendes Aussehen. Doch verschlossen waren wir beide... mit dem kleinen Unterschied, dass es bei ihm wegen seiner Arroganz, und bei mir wegen meiner Schüchternheit war. Als Gemeinsamkeit würde ich auch dies nicht bezeichnen.
"Er ist morgens auch oft draußen", erklärte Rosalie schmunzelnd. In ihren einfachen weißen Oberteil sah sie atemberaubend schön aus. "Ach so, das meinst du." Erleichtert griff ich nach einem Brötchen und verteilte darauf großzügig Honig. "Wir sind uns sogar über den Weg gelaufen", bemerkte ich betont neutral. Es wäre doch etwas seltsam gewesen, wenn Edward ihnen nachher von unserer Begegnung erzählte, und ich sie noch nicht erwähnt hatte.
"Hat er mit dir gesprochen?", fragte Alice neugierig. Irritiert sah ich zwischen Rosalie und ihr hin und her. "Was ist das denn für eine Frage?" Sie grinste. "Nur so..." Dabei sahen sich die beiden bedeutungsvoll an und wechselten wie durch Zufall das Thema.
"Also, wie lange wollt ihr uns noch auf die Folter spannen? Ihr habt versprochen, uns heute euer Geheimnis zu verraten!", sagte Rosalie. "Wir wollen es heute im Restaurant machen", erwiderte Carlisle und legte einen Arm um Renee. Die einfache Geste hatte etwas so zärtliches an sich, dass ich plötzlich einen Kloß im Hals hatte. Ich war mir nicht sicher, ob ich ihr Geheimnis überhaupt erfahren wollte. Wahrscheinlich handelte es sich um eine baldige Hochzeit. Doch es ausgesprochen zu wissen, hätte etwas endgültiges an sich. Schon allein bei dem Gedanken wurde mir ganz schwummrig. Renee war die Expertin wenn es darum ging leichtfertige Entscheidungen zu treffen.
Ein verschlafen aussehender Emmett trottete gerade die Treppe herunter und gesellte sich zu uns. Bei seinem Anblick konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Warum war mit ihm und Jasper alles so einfach, und mit Edward alles kompliziert?
Wie aufs Stichwort öffnete sich die Haustüre und Edward trat verschwitzt und mit zerzaustem Haar ins Wohnzimmer. "Guten Morgen, Edward!", sagte Renee strahlend. "Morgen", erwiderte dieser und fuhr sich lässig durch sein bronzenes Haar. Ich fragte mich zum tausendsten Mal, wie jemand so umwerfend aussehen konnte... Ich schluckte.
"Wie ich sehe, hast du wieder nach hause gefunden", stellte er fest. Seine grünen Augen mit den goldenen Sprenkeln fixierten mich ernst. Meine Hände ballten sich unter dem Tisch zu Fäusten. Was hätte ich jetzt alles dafür gegeben, eine schlagfertige Antwort parat zu haben. Stattdessen herrschte in meinem Kopf gähnende leere. "Nachhause gefunden?", wiederholte Emmett und verschlang den letzten Bisschen seines dritten Brötchens.
"Ich hab mich verlaufen", gab ich zu und starrte verlegen auf meinen Teller. Emmett brach in schallendes Gelächter aus. "Nur du schaffst es, in einem ausgeschilderten Wald die Orientierung zu verlieren." Ich zuckte mit den Schultern. "Ich hab nicht aufgepasst."
"Tja, dein Glück, dass du mich getroffen hast", sagte Edward grinsend und zwinkerte mir zu. Moment mal, hatte Edward Cullen, besser bekannt unter dem Namen, Mr. Mein-Ego-passt-nicht-in-die-Dusche, mir gerade zugezwinkert? Was war das bitteschön? Ich musste ihn ziemlich erschrocken angesehen haben, denn er lachte in sich hinein. "Ich geh mal duschen." Mit diesen Worten, und nach wie vor mit einem breiten Grinsen im Gesicht, drehte er sich um und stieg die Treppen hinauf. Ich betrachtete seinen muskulösen Rücken. "Hat er dir gerade zugezwinkert?", fragte Alice perplex. Ich riss meinen Blick vom Treppenabsatz los, wo Edward gerade verschwunden war.
"Ich hab keine Ahnung", antwortete ich ehrlich. "Soso", machte Rose grinsend. Auch Renee, Carlisle, Emmett und Alice sahen mich neugierig an. "Schaut mich nicht so an!" Dass mir die Röte in die Wangen schoss, trug nicht wirklich zur Überzeugung der anderen bei, dass zwischen mir und Edward nichts vorgefallen war. Und das war es schließlich nicht, oder?
Meine Hausaufgaben hatte ich schon gestern erledigt und mein Zimmer war mit wenigen Handgriffen aufgeräumt. Es war noch nicht einmal Mittag. Ich schnappte mein Handy vom Nachttisch und drückte die Kurzwahltaste für Jakes Nummer. Niemand meldete sich. Enttäuscht warf ich mein Handy auf das überdimensionale Bett. Ich hätte unheimlich gern mit Jake gesprochen. Langsam war der Gedanke, dass unsere Freundschaft an den vielen Meilen, die zwischen uns lagen, zerbrechen würde, nicht mehr nur eine Vermutung. Oder vielleicht machte ich mich nur selbst verrückt. Ich hatte doch von Anfang an gewusst, dass es eine Umstellung sein würde, wenn wir uns nicht jeden Tag sehen konnten. Ich rappelte mich auf und straffte die Schultern. Ich neigte dazu, die Dinge in schwarzweiß zu sehen und mit dem Minutenzeiger schritt auch meine Nervosität vor dem heutigen Abend fort.
Es war nicht gut, allein zu sein, wenn der Strom dunkler Gedanken zu übermächtig wurde.
Ich trat aus dem Zimmer und begab mich auf die Suche nach Rosalie oder Alice oder irgendjemandem, außer Edward. Ich fand Alice und Rosalie draußen auf der Verandatreppe, wo sie ihre Gesichter in die zarten Strahlen der weißlichen Sonne hoben. "Hey, Bella!" Rosalie klopfte mit der Hand neben sich. "Setzt dich doch zu uns." Dankbar ließ ich mich neben sie fallen und wandte mich ebenfalls der Sonne zu, um so viel wie möglich von ihrem Licht einzufangen. Vielleicht konnte ich es als Reserve speichern... In Forks schien die Sonne fast so selten, wie es in Phoenix regnete. Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf die Wärme auf meiner Haut, die sich Kribbelnd einen Weg durch meine Adern bahnte und mich auch von innen zu wärmen schien. Ich genoss die Helligkeit, die durch meine geschlossenen Lider schimmerte, lauschte dem zarten Gezwitscher kleiner Singvögel und versuchte, daraus eine kleine Melodie zu spinnen. Sie wurde plötzlich von saftigen Flüchen übertönt, die in der beinahe warmen Luft flimmerten.
Ich öffnete die Augen und mein Blick fiel in den wunderschön angelegten Garten, wo neben einem in der Sonne glitzernden Pool und mehreren Blumenbeeten eine große freie Rasenfläche lag, auf der sich Emmett, Edward und Jasper ein Fußballspiel lieferten. Ich blinzelte, um gegen das gleißende Sonnenlicht etwas erkennen zu können. Die drei spielten anscheinend ohne Teams, jeder schoss auf beide Tore, die mit jeweils zwei Ästen markiert waren. Dabei faulten und fluchten sie wie kleine Jungs. Edward wirkte zum ersten Mal, seit ich ihn kannte unbekümmert, fast aufgedreht. Sein Lachen schallte durch die Luft. Ich schloss die Augen und lauschte dem Klang. Eine kribbelnde Wärme breitete sich von meinem Bauch bis in die Fingerspitzen in meinem ganzen Körper aus, die nichts mit der Sonne zu tun hatte. "Tor!", brüllte Jasper. "Hey, Edward", rief Emmett, "Wo hast du denn deine Augen? Das Tor hättest du locker verhindern können!"
"Mir ist aufgefallen, dass wir noch fast nichts über dich wissen", sagte Alice plötzlich. Ich sah auf und traf ihren neugierigen Blick. Ihr schwarzes Haar war wie immer zu wilden Stacheln aufgestellt und ihre Lippen glänzten pink. Das war eine dieser Fragen, von der ich gehofft hatte, sie nie gestellt zu bekommen, es aber dennoch befürchtet hatte. Ich sprach nicht gern über mich selbst, schon gar nicht, über meine Vergangenheit. Was sollte ich erzählen? -vielleicht, dass mich jede Nach die lautstarken Streitereien von Renee und Charlie wach gehalten hatten? Oder doch lieber, dass ich in Phoenix weder über einen großen Freundeskreis noch über mehr Selbstbewusstsein verfügt hatte? Immerhin schien mir mein Sarkasmus auf der Reise nach Forks nicht abhanden gekommen zu sein. Egal was ich von mir preisgab, immer kamen die Warum-Fragen. Warum bist du abends nie weg gegangen?, Warum hattest du nie einen Freund?, Warum dies?, Warum das?
"Was wollt ihr denn wissen?", fragte ich misstrauisch. "Na alles." Rose fuhr sich gekonnt mit den Fingern durch die Haare. "Wir sind jetzt schließlich so etwas wie Schwestern."
"Ich weiß aber auch noch nicht viel über euch", lenkte ich ab.
Edward
Em, Jas und ich kickten im Garten und Rose und Alice saßen auf den Stufen der Verandatreppen, um Sonne zu tanken. Bevor ich sie sah, spürte ich ihre Gegenwart, als hätte sie eine magnetische Anziehungskraft oder ich ein spezielles Peilsystem.
Ich erwischte mich, wie ich zu den Mädchen hinüber sah, und tatsächlich, sie war da. Bella saß neben Rose auf der Treppe, den ganzen Körper der Sonne zugewandt, die Augen geschlossen und ein leichtes, verträumtes Lächeln auf dem Gesicht. Wahrscheinlich vermisste sie die Sonne und die Wärme, schließlich kam sie von einem viel helleren Ort. Als ob es das selbstverständlichste auf dieser Welt war, breitete sich bei diesem Anblick auch auf meinem Gesicht ein Lächeln aus. Irgendwie erinnerte mich Bella an eine schnurrende Katze, wie sie sich so in der Sonne räkelte.
