Teil 21 - Noch einmal mit Gefühl

Jeder der in dem Moment an den Kerkern vorbeigekommen wäre, hätte einen der eher seltenen Momente in der Geschichte von Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, erlebt; denn Severus Snape lehnte nach vorn über gebeugt an einem der Arbeitstische und schüttelte sich vor Lachen. Hätte irgendjemand danach davon erzählt, wäre er sofort von besorgten Angehörigen in St. Mungo's Krankenhaus für magische Krankheiten und Verletzungen eingeliefert wurden, die sicher gehen wollten, dass ihr anscheinend total verwirrter Liebling kein weiteres Risiko für die Allgemeinheit darstellte.

Schließlich gelang es Hermine genug ihrer Selbstbeherrschung wieder zu erlangen, um sich aufzurichten, wobei sie sich aber immer noch die schmerzenden Rippen hielt.

Nach alldem was passiert ist, musste ich einfach mal richtig lachen, dachte sie.

Snape, stattdessen schien ihre Fröhlichkeit nicht zu teilen; oder selbst wenn er es tat, war er ein Meister darin, es zu verbergen. Tatsächlich blickte er immer noch unverkennbar böse drein. Das konnte doch nicht nur aus den nachmittäglichen Ereignissen resultieren?

„Hören Sie mal," sagte sie und versuchte ihr Lachen zu unterdrücken, „Es tut mir leid, dass sie nicht schnell genug weggekommen sind, aber es kann nicht so schlimm gewesen sein. "Die Beinhaare mit Wachs zu entfernen tut nicht so weh, und ich weiß, dass Lavender und Parvati manchmal ein wenig überrumpelnd sein können, aber sie meinen es nicht böse..."

Sie verstummte, sein Gesicht wurde überhaupt nicht freundlicher.

„Die speziellen Körperpflegetalente von Miss Patil und Miss Brown waren nicht die einzigen Entdeckungen, die ich heute nachmittag gemacht habe."

Sie zwang ihren Gesichtsausdruck in so etwas wie Ernsthaftigkeit und verschränkte ihre Arme, darauf wartend, dass er zum eigentlichen Punkt kam. Trotzdem musste sie sich immer noch heimlich auf die Lippen beißen, um das Zucken ihres Mundes zu verhindern.

„Heute nachmittag", fuhr er in säuerlichem Ton fort, „Fand ich heraus, was ein ganz bestimmter

Schüler dieser Schule von mir denkt."

Sie zerbrach sich den Kopf. Ron? Harry? Nun, sie mochten ihn nicht, aber das dürfte für ihn keine größere Überraschung gewesen sein.

„Heute nachmittag", wiederholte er „hörte ich, wie ich von Miss Lacock, einer Slytherin, als ‚süß' und ‚wundervoll' beschrieben wurde."

Ah.

Ihr Bedürfnis zu kichern verschwand; sie hätte wissen müssen, dass dieser Anfall von Sympathie zurückkommen würde, um sie zu verfolgen.

„Nun, was hätte ich tun sollen?", verteidigte sie sich. „Die Eltern des armen Mädchens waren gerade von Todessern angegriffen worden."

Snape verzog seine Nase mit einem Ausdruck, in dem sich Irritation oder Müdigkeit spiegelte.

„Miss Granger, wie oft muss ich ihnen sagen, dass Sie nicht mein Leben spielen. Wie lange denken Sie, dauert es, bis die Neuigkeit, dass ich „süß" bin, zu Voldemort und seinen Anhängern durchdringt. Wie auch immer Sie darüber denken, Sie können nicht mitfühlend zu Schülern sein, nur weil Sie sich gerade so fühlen."

Hermine bekämpfte den aufkommenden Drang, sich vor ihm wie eine Schülerin zu rechtfertigen und blickte ihm in seine böse blickenden Augen.

„Es tut mir leid.", sagte sie so ruhig, wie es ihr möglich war. „Ich habe noch nie zuvor so etwas tun müssen und ich wusste nicht, was ich machen sollte. Der Direktor war nicht da und ich glaube nicht, dass es gut gewesen wäre, wenn ich hilfesuchend zur Vertrauensschülerin gegangen wäre. Ich habe mein Bestes gegeben."

Zu ihrer Verwunderung blieb der erwartete bissige Kommentar aus.

„Ich schlage vor, Sie erzählen mir genau, was zwischen Ihnen und Miss Lacock vorgefallen ist. So kann ich entscheiden, was deswegen unternommen werden muss.

Hermine wiederholte alle Details von ihrer Unterhaltung mit Minerva McGonagall und ihrem kürzlichen Treffen mit Alice Lacock in Snapes Büro. Als sie geendet hatte, verzog sie ihre Augenbrauen, damit beschäftigt, einige zusammenhangslose Informationen zusammenzufügen.

„Alice kam einige Male zu mir - für mehr als nur ein Plausch, denke ich - sie hat mir nie wirklich gesagt, was los war." Sie dachte weiter nach. „Ich hatte immer den Eindruck, dass es um irgendeine Art von Beziehungsproblem ging, aber sie ist nie genauer geworden...

Dem schrecklichen Entsetzen auf Snapes Gesicht nach zu urteilen, war klar, dass er eins und eins zusammengezählt hatte, genau wie Hermine. Sie biss sich noch heftiger auf die Lippe. Sie bezweifelte, dass ein weiterer Lachanfall in dieser Situation hilfreich wäre.

„Sie war auch bei mir gewesen", brachte er erschrocken hervor, „aber ich habe ihr nicht wirklich zugehört. Oh Gott, das kann nicht wahr sein...."

„Ist es aber leider", sagte Hermine mit schwankender Stimme, darum bemüht, sich zu beherrschen. „Ich denke, dass Ihre Miss Lacock schon seit längerer Zeit in Sie verknallt war, Professor. Ich glaube nicht, dass ich viel damit zu tun hatte."

Er funkelte sie an.

„Das ist nicht lustig", stieß er hervor.

Sie schüttelte ihren Kopf.

„Nein", stimmte sie ihm mit deutlicher Unaufrichtigkeit zu und fühlte schon die Tränen in ihre Augen steigen. „Obwohl", konnte sie sich nicht verkneifen, hinzuzufügen, „ Madame Hooch hat da ein paar sehr ...ähm....witzige Vorschläge seit dem Halloween Ball gemacht...." Sie ließ die Bemerkung im Raum stehen.

Sein Blick verfinsterte sich noch mehr.

„Vergessen Sie nicht, Miss Granger", zischte er, sich nicht bewusst, dass es in ihrer Stimme nicht annähernd so eindrucksvoll klang, „es wird eine Zeit kommen, wo ich Ihnen wieder Strafarbeiten geben kann."

Sie nickte, weil sie ihrer Stimme nicht trauen konnte. Wer hätte gedacht, dass es mal eine Zeit geben würde, wo die Androhung von Strafarbeiten von Professor Snape bei ihr Lachkrämpfe auslösen würde.

Sein Gesichtsausdruck war immer noch Unheil verkündend, aber sie hätte schwören können, da noch etwas anderes aufblitzen gesehen zu haben; etwas, dass vielleicht einen klitzekleinen Ausdruck von Selbstbelustigung gleich kam?

„Wenn Sie nun fertig damit wären, meine Autorität zu unterwandern, Hermine, dann könnten wir vielleicht zur nächsten Krise in unserer beider Leben kommen."

Der Ton war sarkastisch, aber da war definitiv ein Hauch von Ironie dahinter, wenn nicht sogar ein jungfräulicher Anflug von Humor. Und er hatte erneut ihren Vornamen benutzt. Was bedeutete, dass er sich beruhigte. Er war gar nicht so schlimm, überlegte sie, wenn man sich einmal an seine Stimmungsschwankungen gewöhnt hatte.

„Nun", sagte sie nach einer Pause," Ich denke nicht, dass da etwas wirklich Schreckliches ansteht. Es sei denn, Sie zählen den Weihnachtsball dazu."

Er erschauderte; sie konnte es ihm nachfühlen. Vor allem, nachdem er einen Nachmittag mit den Schönheitsköniginnen von Gryffindor verbracht hatte. Und die Frage nach Abendkleidung waren Momente, für die Lavender Brown und Parvati Patil geboren wurden.

„Vielen Dank, dass Sie mich daran erinnern, dass wir unbedingt etwas wegen Ihren Tanzkenntnissen unternehmen müssen. Oder besser gesagt, wegen Ihren Unkenntnissen.

Nun war sie an der Reihe zu erschauern. Sie nahm an, dass er diese Gelegenheit nutzen würde, um sich bei ihr für die doppelte Beleidigung durch unerwünschte Teenager-Leidenschaften und für die schmerzhafte Enthaarungsprozedur zu rächen.

„Und in der Zwischenzeit", fuhr er mit sanfter Stimme fort, "wollten Sie etwas mehr über Zaubertränke brauen lernen, oder?"

Hermine gelang es die Tanzstunden bis zum Tag vor dem Weihnachtsball zu vermeiden.

Sie verließ die Große Halle, so schnell wie es ihr nach dem Abendessen möglich war, und floh in Snapes Räume, um sich an das Ende eines langen Tisches zu setzen, den sie für sich selbst hergerichtet hatte, indem sie sich mit einem Schutzwall aus Büchern und Hausaufgaben umgeben hatte. Sie hoffte verzweifelt, dass Snape sie einfach ihren Aufgaben überlassen würde und sich selbst seinen Zaubertränken. Sie konnte sich nicht eine Minute lang vorstellen, dass er das leiseste Interesse daran haben könnte, ihr das Tanzen beizubringen, und es deshalb auch als Erlösung ansehen würde.

Ein Blick auf seinen leicht amüsierten Gesichtsausdruck, als er in den Raum kam, sagte ihr, dass sie da wohl enttäuscht werden würde.

„Ich wäre wahrscheinlich mehr beeindruckt", sagte er scharf, „wäre ich nicht selbst in den Klassenräumen gewesen, als all diese Aufgaben ausgegeben wurden sind. Und daher weiß ich, dass mindestens zwei von denen hier", er zeigte auf den Bücherstapel, „erst über die Ferien erledigt werden müssen."

Sie seufzte.

„Ist das wirklich notwendig? Ich kann doch einfach schnell verschwinden und den Abend dann damit verbringen, auf den Ländereien zu patrouillieren, oder so."

„Ja, es ist wirklich notwendig, Hermine. Auch wenn ich das Tanzen vermeide, wann immer es möglich ist, so bin ich zumindest mit den Grundschritten vertraut.

Wenn Sie wirklich wieder zum Tanzen aufgefordert werden, dann müssen sie kompetenter sein, als sie es bei der letzten Gelegenheit waren."

Irgendwie, dachte sie sich, dass dieses Ziel nicht sehr bald erreicht sein würde.

Er stand da und wartete auf sie. Weil sie sich nicht sofort in Bewegung setzte, sagte er ziemlich säuerlich: „Wollen wir anfangen? Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass es normalerweise Sitte ist, dass der Mann die Frau auffordert und nicht umgekehrt."

Gemächlich stand sie auf, und bewegte sich auf ihn zu. Als sie vom Tisch weg war, zog er seinen Zauberstab hervor und schwang ihn. Daraufhin rutschten die Möbel in die Ecken des Zimmers. Hermine sprang erschrocken zur Seite.

„Tanzen bedeutet sich zu bewegen." bemerkte er, „und dafür benötigt man Platz."

Sie gab sich Mühe, nicht zu erröten.

„Sehr gut", sagte er," und nun kommen Sie schon her."

Nervös näherte sie sich ihm und blieb in einem sicheren Abstand stehen. Etwas, was in der Mitte der Tanzfläche relativ einfach gewesen war, als Albus Dumbledore sie ziemlich offensichtlich gezwungen hatte, wurde nun, in der Privatheit von Snapes Räumen und ohne äußeren Zwang, fast unmöglich.

Er machte einen Schritt auf sie zu, bis er so nah war, dass sie das leicht blumige Parfum wahrnahm, das ihn umgab; sie erkannte einige der Tränke, die er ihr beigebracht hatte - „ihr" gedeihendes Schönheitsgeschäft - was um Himmels Willen würde passieren, wenn die Wahrheit herauskommen würde, fragte sie sich. Ungebeten kam ihr die Vision von einer ganzen Kosmetikserie des Labels House of Snape in den Sinn - und ganz zu schweigen von dem halsbrecherischen Wettbewerb, das diesjährige Gesicht bei Snape zu sein. Es kam ihr alles ziemlich witzig vor, und ließ sie auch ein wenig entspannen.

Wie schlimm könnte das hier werden?

„Legen sie Ihre rechte Hand einfach unterhalb meines Schulterblatts", wies er sie an, „und halten Sie Ihren linken Arm hoch."

Sie gehorchte zögerlich und sah sich schließlich Professor Snape - nun, sich selbst - haltend, nah genug, um sich der Wärme seines Körpers und dem Gewicht seiner Hand, die auf ihrem rechten Arm lag, bewusst zu sein. Finger strichen über ihre Schulter und während er sie führte, ihr erklärte, nahm sie das Heben und das Senken seiner Brust war. Er sprach ein Wort und der Raum war erfüllt mit einer swingenden Muggelmelodie mittleren Tempos; Moonlight Serenade erkannte sie überrascht. Dann erklärte er ihr die Schritte, während er sie halb mit sich zog, um ihr die korrekten Bewegungen zu zeigen.

Sie konzentrierte sich so sehr, dass sie angefangen haben musste zu summen, weil er mit einem Anflug von Spott in der Stimme fragte:

„Haben Sie ein Kommentar zu dieser Musik abzugeben?"

„Ich habe Sie mir nur nie als Glenn Miller Fan vorgestellt."

Er schnaubte.

„Ich kann mir vorstellen, dass es auch gut möglich ist, zu Zauberer-Musik zu tanzen, aber ich habe diese Aufgabe noch nie gemeistert."

„Ich mag es", fügte sie auf die Musik bezogen hinzu. „Es war eines der Lieblingsstücke meiner Großmutter."

„Danke schön, Miss Granger. Jetzt fühle ich mich dementsprechend alt."

Seine Stimme beinhaltete diesen Ton, den sie begann, als seine Art von Humor zu interpretieren. Dieser Beinahe-Witz lenkte sie genug ab, um ihre Konzentration zu verlieren und sie trat auf seinen Fuß, was ihn aufjaulen ließ.

„Verzeihung", sagte sie reuevoll.

„Hermine", kam es von ihm empört. „Das ist wirklich nicht schwer. Es ist nur notwendig, dass Sie bis vier zählen können. Und es ist weitaus weniger schwierig, als die Quidditchregeln zu lernen, und das haben Sie doch auch angemessen hinbekommen, ganz zu schweigen davon, dass sie die Kunst des Fliegens auch ausreichend gemeistert haben.

„Tut mir leid", murmelte sie noch einmal. „Ich war noch nie gut im Tanzen."

„Nun, ich sehe da keinen Grund, warum das so sein sollte. Sie sind mit der Fähigkeit zu zählen, einem perfekt funktionierenden Gehör, einer normalen Koordination und einem ausreichenden Gleichgewichtssinn gesegnet. Mein Körper weiß, wie das funktioniert, aber Ihr Geist kommt ihm immer in die Quere. Wenn Sie sich einfach nur entspannen würden und aufhören würden, es so sehr zu versuchen, würden Sie es viel einfacher finden. Und um Merlins Willen hören Sie auf zu murmeln."

Das war schlimmer als 6 Jahre alt zu sein, und die mitleidigen Blicke der Mütter aufzufangen, die es geschafft hatten, Kinder zu produzieren, die körperlich begabter waren als sie.

„Sehen Sie", sagte sie, um resignierte Fröhlichkeit bemüht, „es gibt für jeden Dinge, die er einfach nicht kann. Bei mir ist es eben das Tanzen. Ich lese Bücher und lerne. Andere Leute tanzen." Sie zuckte mit den Schultern. „Warum schreiben wir das nicht als vergebene Liebesmüh ab?"

Er sah sie einfach nur an und sie hatte nicht das Gefühl, dass da Ärger oder Verdruss in seinen Augen lag; nein, es war mehr so etwas wie...Verständnis ??? Und dann war es auch schon wieder weg.

„Ich vermute, dass ich das nicht Sie sagen höre, Miss Granger. Vielmehr nehme ich an, dass irgendjemand Ihnen irgendwann erzählt hat, dass Sie nicht tanzen können und aus irgendeinem Grund haben Sie beschlossen, diesem Jemand zu glauben." Nun zuckte er mit den Schultern. „Und jetzt schlage ich vor, dass Sie ein bisschen ihrer nervenden Beharrlichkeit zurück erlangen und wir es einfach noch mal versuchen."

Vor Wut kochend und alle Gedanken von Verständnis vollkommen begrabend, stand sie auf. Dieses Mal beendete sie den Tanz, ohne einmal auf ihn getreten zu sein, auch wenn es alles etwas steif wirkte.

„Gut gemacht, Miss Granger", war der ironische Kommentar. „Ich denke, dass, wenn wir es noch einmal mit einem bisschen weniger Wut probieren, können wir für heute abend Schluss machen."

Irgendwie war das ein Kompliment gewesen, stellte sie fest. Was für eine Ironie war es doch, dass sie über 6 ½ Jahre warten musste, um Anerkennung von Snape zu bekommen, und dann auch noch für ihren Fortschritt im Tanzen.

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Letztendlich hatte Snape noch auf einige Male mehr bestanden, bevor er zufrieden war und am Ende machte es Hermine sogar beinahe Spaß, trotz ihrer schmerzenden Füße und den ziemlich spitzen Bemerkungen ihres Partners. Sie fragte sich, wie es wohl wäre, mit Snape zu tanzen, wenn er....nun wenn er, er selbst war. Sie nahm an, dass es auf jeden Fall schwer für ihn sein musste, daran zu denken, nicht zu führen. Schließlich beendete er diese Session und sie ging automatisch hinüber zum Feuer, um Tee zu machen.

Sie wurde von Snapes Stimme gestoppt.

„Hermine, Sie haben diesen Abend behauptet, dass es für jeden Fähigkeiten gibt, die er nicht erlernen wird, warum auch immer." Sie blinzelte. „Ich würde sagen, dass Tee machen auch auf Ihre Liste solcher Fähigkeiten gehört."

Sie trat vom Feuer zurück. Seine Stimme hatte ein bisschen bösartig geklungen, aber sie vermutete einen weiteren seiner Witze dahinter.

„Seien Sie mein Gast", sagte sie, sich der Ironie bewusst, dass sie diesen Satz in seinen eigenen Räumen sagte.

Er bemerkte es ebenfalls, da er ihr schlicht einen „seiner Blicke" zuwarf, wie sie zu nennen pflegte.

Sie ließ sich in einen der schweren Leder Sessel fallen, als er begann den Tee zu machen und ihr einen Vortrag darüber zu halten als ob es eine Zaubertrank-Vorführung wäre.

„Es wird empfohlen, 2 g Tee, mit einem Spielraum von plus/minus 2% je 100 ml Wasser zu nehmen. Man muss daran denken, dass der Geschmack und das Aussehen des Tees von der Härte des benutzten Wassers abhängt." Er unterbrach sich, um den Wasserkessel vom Feuer zu nehmen. „Der Kessel muss bis zu 4-6 mm unter den Rand mit frischem, kochendem Wasser gefüllt werden. Nachdem man den Deckel auf den Kessel getan hat, muss man das Ganze für genau 6 Minuten ziehen lassen." Während er vorsichtig den vollen Kessel wieder über der Feuerstelle platzierte, fügte er hinzu: " Milch sollte in einem Verhältnis von 1,75 ml pro 100 ml Tee hinzugefügt werden. Der Kessel sollte mit Deckel hochgenommen werden und dann sollte der Tee durch die getränkten Teeblätter in die Tasse gegossen werden." Er starrte zu Hermine. „Es ist außerdem selbstverständlich, dass man immer den Tee auf die Milch gießt."

Sie nickte sanft, als sie diese Informationen aufnahm und dabei dem dringenden Bedürfnis widerstand, ihre Schuhe auszuziehen und ihre Füße zu massieren, die komischerweise jetzt noch mehr wehtaten, wo sie kein Gewicht mehr zu tragen hatten.

Während er beschäftigt war, wurde sie erneut von dem merkwürdigen Gedanken getroffen, dass jemand sich in Professor Snape verknallen könnte. Bevor all dem hier, hätte sie diesen Gedanken zum Totlachen gefunden. Und jetzt - jetzt, wo sie diesen Mann viel besser kannte - und in der Tat auch viel intimere Details kannte, wenn sie darüber nachdachte. Der Anblick seines muskulösen, nackten Körpers war ihr nun vertraut; und die Reaktionen seines Körpers auch....Erregung....Vergnügen....waren ihr ebenfalls sehr gut bekannt. Aber sie dachte über seinen Körper, als ob es ihrer wäre, oder? Sie stellte sich vor, wie sie auf ihn als Fremder - als eine Frau - reagieren würde.

Da fühlte sie ein leichtes Ziehen in ihren Genitalien.

Hastig lenkte sie ihre Gedanken auf andere Dinge, auf die Tasse Tee, die ihr angeboten wurde.

Ganz genau 6 Minuten waren vergangen.

Es war erstaunlich, wie sehr 6 Minuten deine Sicht auf die Dinge verändern konnten.

A/N: Die Anleitung, wie man Tee macht, findet sich in einem der geheimnisvollsten der seltenen Zaubertrank Arbeiten - „The British Standard Institute's BS 6008: Method for the Preparation of a Liquor of Tea for Use in Sensory Tests" BS-6008: 1980/ISO-3103: 1980. Wer sagt, dass Fanfiction nicht lehrreich sein kann J Danke an Coral, dass sie es herausgefunden hat und mir geschickt hat.