Nathaniel…", setzte ich an. „Ich weiß dass ich heute viel Mist gebaut habe, der schwer zu verzeihen ist und dennoch hoffe ich, dass du das kannst. Ich streite nicht ab, dass die Odyssee mit Castiel ihren Reiz auf mich hatte und dennoch ging diese Aktion nicht von mir aus, sondern von ihm. Ich weiß, dass sich das jetzt wie ein kläglicher Versuch mich wieder ins rechte Licht zu rücken anhören muss, aber ich sage die Wahrheit. Er hat sich Eintritt zu meiner Kabine verschafft und mich überrumpelt. Ich selber wäre nie auf die Idee gekommen zu ihm in die Kabine zu gehen! Egal was Melody dir auch erzählt haben mag, ich würde nie auf die Idee kommen, durch so eine Aktion unsere Freundschaft zu gefährden, dafür bist du mir einfach als Freund zu wichtig. Ich hoffe das kannst du mir verzeihen. Ich entschuldige mich auch für meinen Wutausbruch heute Nachmittag. Ich hätte dir deine Gefühle für Melody nicht vorhalten dürfen, da es mich ja schließlich auch nichts angeht. Aber deine plötzliche Abneigung hat mich sehr getroffen und das Resultat war nun mal eine Kurzschlussreaktion. Aber Menschen machen eben Fehler, stimmts? Ich hoffe dein Meinung über mich ist unverändert geblieben und falls nicht bleibt nur zu sagen, dass ich dies sehr bedaure. Deine Freundin Maike!". Ich faltete den Zettel sorgfältig und schlich heimlich zu seinem und Kentins Zelt nachdem ich mich versichert hatte, dass sie Jungs noch am Grillplatz waren. Leise machte ich mich am Zelt zu schaffen. Wo konnte ich den Brief am besten hinlegen das er, und auch nur er, den am besten fand? „Was soll das werden?". Ich fuhr zusammen. „Das ist soweit ich weiß nicht dein Zelt!". Hinter mir war, ohne dass ich es bemerkte, Castiel aufgetaucht. „Ich habe etwas für Nathaniel!", schnauzte ich ihn an. Den Zettel stopfte ich heimlich in meine Gesäßtasche. „Und was?", fragte er grinsend. „Das geht dich überhaupt nichts an!". Er stellte sich direkt vor mich und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Ich denke, es geht mich sehr wohl etwas an!", sagte er und küsste mich. Diesmal waren seine Küsse weniger zärtlich, sondern eher fordernd. Ich versuchte ihn wegzudrücken, was aber nicht funktionierte. Er drückte sich nur noch fester an mich. Ich spürte sein Herz unter seinem Shirt pochen. Seine Hände rutschten meinen Rücken hinunter und umklammerten meine Hüften. Im Gegensatz zu heute Morgen, empfand ich das nun nicht mehr als angenehm. Seine Hände rutschten noch ein Stück weiter nach unten und bekamen meinen Hintern zu fassen, ich schaffte es endlich ihn wegzudrücken. Er grinste mich hämisch an und hielt etwas zwischen Zeige- und Mittelfinger hoch. Mein Zettel! „Was ist das?", fragte er höhnisch und faltete ihn auseinander. „Gib das sofort wieder her!", schrie ich ihn an und versuchte, das kleine Stückchen Papier aus seiner Hand zu reißen, ohne Erfolg. „Du hast die kleine Odyssee mit mir also genossen!", sagte er grinsend, während er den Zettel lass. Ich lief rot an! „Die Sache mit „du bist mir als Freund zu wichtig und „Die Aktion ging von ihm aus", streichen wir aber noch, oder?", fragte er schnippisch. „Und was wenn nicht?", fragte ich wütend und versuchte erneut, ihm den Zettel aus der Hand zu reißen. Er grinste mich böse an. „Dann wird die liebe, kleine Melody erfahren, dass du trotz ihrer Drohung noch hinter ihm her bist!". „Was…aber wie…", stammelte ich. Tränen sammelten sich in meinen Augen. Hatte Rosa vorhin recht gehabt? Wieder grinste er und drückte mir erneut einen Kuss auf den Mund. „Was ist hier los?". Nathaniel kam mit Kentin im Schlepptau zum Zelt gelaufen. Er guckte erst mich an, dann Castiel. „Darf ein Paar nicht mal für fünf Minuten alleine sein?", grinste Castiel. „Paar?". In Nathaniels Blick kehrte die Traurigkeit zurück. „Es ist nicht so, wie du denkst?", heulte ich. „Und wie ist es dann?", fragte er gekränkt. Kentin legte eine Hand auf seine Schulter und zog ihn wieder Richtung Grillplatz. Castiels Grinsen war nur noch eine fiese Grimasse. Ich schaffte es endlich Castiel den Zettel zu entreißen. „Ich wollte dir das hier geben", ich drückte Nathaniel meinen Brief in die Hand, „aber du glaubst ja lieber der Lüge dieses Idioten!". Ich rannte davon, damit niemand mich heulen sah.