Ich entschuldige mich (wiederholt) für die Verzögerung!

Aus einem mir nicht ganz ersichtlichen Grund schreibe ich in den nächsten Wochen um die sieben Arbeiten, weshalb die Updates bis auf weiteres auf ein bis zwei Chapters in der Woche reduziert werden. Beschwert euch nicht bei mir, beschwert euch beim Kultusministerium!

Mir gehört nichts von alledem und ich verdiene kein Geld damit.

Dies sind alles Aussagen und Gedanken der handelnden Personen und nicht meine persönliche Meinung.

Für E.

6. Kapitel

In die Archive

I got time to kill

sly looks in corridors

without a plan of yours

a blackbird sings on bluebird hill

Thanks to the calling of the wild

Wise mens child!

The riddle – Nik Kershaw

Irgendwie war die Idee einer Karte nicht mehr aus den Köpfen der Freunde zu bekommen. Es stellte sich nur ein Problem; Wo fand man denn die Grundrisspläne?

„In der Bibliothek.", schlug Remus vor. Sirius stöhnte.

„Bist du dir sicher?", fragte James skeptisch.

„Naja, irgendwo müssen wir anfangen zu suchen, und wenn nicht da, wo sonst?"

„Also los!", verkündete James und schnappte sich seine Jacke vom Schreibtischschtuhl (Warum müllte er eigentlich alleine das komplette Zimmer ein?).

„Bist du verrückt? Nicht jetzt, nachts. Es ist längst Sperrstunde.", empörte sich Remus.

„Und? Schon vergessen, wir können unsichtbar sein!"

„Aber ..."

„Müssen wir unbedingt im Dunkeln in die Bibliothek?", fragte Sirius flehend und James warf seinem Freund einen mitleidigen Blick zu. So mutig (oder eventuell auch einfach nur bescheuert) der Jüngere sonst war, diese Bibliotheks-Sache hatte ihn wirklich mehr mitgenommen als irgendeiner von ihnen es sich denken konnte.

„Tagsüber würde der Bücherdrache doch nur in unseren Nacken sitzen!"

„Weißt du Sirius,", meinte Malcom sanft, „vielleicht könntest du auch hier bleiben. Also, wenn das besser für dich wäre, ..."

„- Was soll das den bitte heißen?!", fuhr Sirius ihn plötzlich an. Seine Freunde zuckten überrascht zusammen.

„Naja, ich dachte nur … wenn du dich so sehr fürchtest ... naja ... wir können das verstehen ...", stammelte Malcom kleinlaut, verwirrt vom seltsamen Sinneswandel seines Freundes, doch weiter kam er nicht, denn Sirius hatte schon nach dem erstbesten Gegenstand der ihm unter die Finger gekommen war, unglücklicherweise ein recht umfangreicher Sternenatlas, gelangt und ihn nach dem Schotten geworfen. Malcom duckte sich und hob die Hände, sodass der Wälzer an seinen Oberarmen abprallte. Leise fluchte er. Sirius hatte das Kinn vorgeschoben und seine Augen waren zu Eis erstarrt. Ihn ihnen blitzte etwas, das ihnen allen Schauer der Angst über den Rücken jagte, und doch nur ein Bruchteil von dem was da wirklich lauerte.

„Ich hab keine Angst!", zischte Sirius und seine Augen funkelten wütend. Einen Moment noch starrte er die anderen durchdringend an. Dann atmete er tief durch und seine seltsame Laune verschwand fast so schnell wieder, wie sie gekommen war. Seine Schultern entspannten sich und er lehnte sich etwas zurück.

„Also in die Bibliothek.", seufzte er resigniert und drehte sich von seinen Freunden weg um seine Schuhe anzuziehen. Aber die anderen brauchten noch einen Moment, um das zu verarbeiten, was eben passiert war.

xXx

Auf dem Weg durch die dunkle Schule erwähnte keiner von ihnen mehr Sirius Wutanfall. Noch konnten sie locker zu viert unter James Tarnumhang verschwinden, obwohl es Malcom ein mulmiges Gefühl gab, denn wie sollte er sicher sein, das sie wirklich nicht mehr zu sehen waren? Gut, er hatte die Unsichtbarkeit bei James gesehen, und auch als sie am Weihnachtsmogren des letzten Jahres in die große Halle geschlichen waren hatte sie niemand bemerkt, und dennoch hielt er die Luft an als der fette Mönch nur wenige Schritte von ihnen entfernt durch eine Wand glitt.

So leise wie sie nur konnten stießen sie die große Doppeltür auf die in die untere Etage der Bibliothek führte und schlichen sich durch die Gänge.

„Was meint ihr wo man so eine Karte finden könnte?", wisperte Malcom so leise das seine Freunde ihn kaum verstanden.

„In der Geschichte von Hogwarts?", schlug James vor, doch Remus schüttelte den Kopf.

„Nein. Da habe ich schon drin gelesen, da ist nichts."

„leute, bevor wir weiter machen, last uns unter diesem Stück Stoff vorkommen, ich bekomme keine Luft mehr.", flüsterte Sirius. „In diesem Labyrinth hier findet uns doch eh keiner mehr."

James stimmte ihm ebenso leise zu und zog den Umhang von ihren Köpfen. Sirius hatte recht – bei Nacht glich die Bibliothek mehr den je einem düsteren Irrgarten. Die hohen Regale verwehrten dem Mondlicht den Eintritt durch die eh in diesem Teil recht kleinen runden Fenster und bei Nacht waren all die schwebenden Kerzen die den Ort sonst erleuchteten gelöscht worden. Fröstelnd sah Malcom sich um. Auf einmal konnte er die Angst seines Freundes doch recht gut nachvollziehen, der Gedanke, lange Zeit im Dunkeln zwischen diesen Büchern zu irren, ganz alleine ... alleine …

Alleine ...

Ein eisiger Hauch fuhr durch seine Haare. Malcom zuckte zusammen und seine Hand fuhr wie von selbst zu der Stelle wo der Kruzifix unter seinem Hemd hing. Sein Herz hämmerte in seiner Brust.

„Was ist?", fragte Remus besorgt.

„Nichts, nichts, ich dachte nur ich hätte was gehört … eine Maus oder so.", sagte er hastig, vielleicht ein wenig zu hastig, und warf einen Blick zu Sirius. Der kleinere Junge war totenbleich geworden und seine Lippe zitterte kaum merklich.

„Na los, kommt.", wisperte James und zog Sirius am Ärmel mit sich. „Lasst uns einfach zuerst in den Archiven nachsehen."

Lumos." Sirius ließ die Spitze seines Zauberstabs mit einem kleinen Schlenker aufleuchten.

„Wo sind denn die Archive?", fragte Malcom.

„Irgendwo hinten – im ganz alten Teil, da kommt kaum mal einer hin.", zischte Remus zurück. „Oh, wenn wir erwischt werden sind wir so tot!"

„Dann lassen wir uns halt nicht erwischen!"

Leise wieselten sich die vier sich durch die halbe Bibliothek, nur geführt von Sirius kleinem Lichtschimmer.

„Seit ihr sicher das wir hier etwas finden?" Remus skeptisch. Das Archiv war eine gigantische Sammlung von Tagespropheten, Bekanntmachungen, Kopien von Dokumenten, Flugblättern die zu irgendeiner Zeit gedruckt und für die Schüler als Betrachtenswert erachtet wurden und glich nun im dunklen einer verworrenen Ansammlung hoher Regale, vollgestopft mit vergilbten Blättern, Ordnern und Mappen. Außerdem war das Archiv der einzige Teil der Bibliothek, der noch ein kleines Untergeschoss hatte, welches vor undenkbaren Zeiten in den Stein, auf den Hogwarts gebaut, gehauen worden war.

James schritt langsam die Regale entlang, zog schüchtern einen der Kästen, die zwischen den losen Stapeln herumlungerten, hervor und klappte den Deckel hoch. Mit spitzen Fingern fischte er einen ausgeschnittenen Artikel heraus und ließ auch seinen Zauberstab aufleuchten.

„Der ist von 1950 Millionenerbin Hepzibah Smith tot aufgefunden – Hauself beschuldigt.", las er die Schlagzeile vor.

„Klingt ja fies der Name.", flüsterte Malcom Remus zu und dieser musste kichern.

„Zu spät.", stellte Sirius fest. „Wir suchen die ganz alten Dokumente, die um 990."

„Die sind unten.", wisperte Remus unbehaglich. „Die Treppe ist glaube ich da hinten."

Sirius schluckte beim Anblick der ausgetretenen Steinstufen die in die Tiefe führten. James kletterte vorsichtig als erster die steilen Wendelstufen hinunter, das abgegriffene Seil, das als einziger Handlauf mit mehreren Eisenringe angebracht war, fest umklammert. Remus folgte ihm schüchtern und Sirius guckte beim Abstieg als wäre das finstere Loch im Boden der direkte Weg in die Hölle. Malcom warf einen letzten Blick über die Schulter bevor er den kleiner werdenden Lichtkugeln seiner Freunde folgte. In der Bibliothek war es dunkel gewesen, doch hier unten herrschte eine alles umfassende Dunkelheit, so schwarz wie der Schatten des Todes, und darin funkelten die magischen Lichter wie zwei helle Sterne. Remus fröstelte und schwang ebenfalls seinen Zauberstab kurz durch die Luft um einen weiteren kleinen Stern erstrahlen zu lassen, und auch Malcom versuchte es – doch er brachte nur einen kleinen Funkenflug zustande, ähnlich dem einer Wunderkerze, bevor das Licht wieder erlosch. Er seufzte genervt. Warum musste so etwas immer ihm passieren?

Er stützte eine Hand gegen die weiß gekalkte Wand rechts von ihm und sah sich blinzelnd im ältesten Teil der Bibliothek von Hogwarts um. Der Boden war mit schlichten, wahrscheinlich grauen Steinplatten ausgelegt, im Gegensatz zu den knartschenden alten Dielen oben, und auch die Decke war weitaus niedriger als er es in irgendeinem anderen Teil des Schlosses gesehen hatte, gerade mal knapp zwei Meter. In regelmäßigen Abständen erhoben sich schlanke Säulen um die Decke in kleine Quadrate zu unterteilen, welche wiederum von steinernen Balken gekreuzt wurden. Der Raum war mit etwa halbhohen Schränken aus dunklem Holz, welche ein Unzahl an ungewöhnlich flachen Schubladen aufwiesen, gefüllt. Remus zog eine davon auf, senkte seinen Zauberstab darüber und pfiff anerkennend.

„Wow.", flüsterte er. „Diese Dinger sind jetzt aber wirklich alt." Im nächsten Moment verfinsterte sich sein Gesicht. „Ich glaube immer noch nicht, das wir uns nachts in die Bibliothek schleichen sollten."

„Wir dürfen hier eh nicht sein, also reg dich ab, Kumpel.", beschwichtigte ihn James und spähte ihm über die Schulter. „Kannst du das lesen?"

„Nein, du Pfosten, sehe ich aus als könnte ich Latein?"

James beugte sich etwas näher und versuchte die verschnörkelten Buchstaben auf dem vergilbten Pergament zu entziffern. „Sit nostri ... honoris ad certi- certiorem qui ...qui ... Was zum Teufel? Das ist ja wirklich Latein." Remus sah aus, als ob er sich für seinen Freund schämte. Malcom grinste.

Sirius war weiter nach hinten gegangen und zog systematisch die Schubladen auf, warf einen Blick hinein und schob sie wieder zu.

Was machst du?", fragte James, mutiger geworden. "Nicht so laut!", zischte Remus.

"Ich suche nach etwas, das wie ein Plan aussieht.", antwortete der Jüngere, öffnete eine weiter Schublade und ließ sie enttäuscht wieder zuschnellen.

James fuhr sich mit einer Hand durch die Haare und atmete tief ein, wärend er einen Blick über den Raum schweifen ließ. "Das sind ziemlich viele Schubladen, wisst ihr?", fragte er unsicher. "Das kann noch Stunden dauern."

"Dann ...", flüsterte Remus. "Dauert es eben Stunden."

xXx

Reviews! Reviews! Gleich hier! Frische Reviews!

Der Satz, den James vorließt, bedeutet übrigens: „Es ist uns eine Ehre, ihnen mitteilen zu können, dass ..." wobei das „dass" erst im weiterem Verlauf des Satzes auftaucht. Viele nette Grüße an meinen Lateinlehrer und das Aci … Das ist eine spezielle lateinische Art, Sätze zu bauen – ARRG, Stilmittel! Wie ich sie hasse!