Die Zeit, die verging, kam Edge und Christian wie eine halbe Ewigkeit vor. Sie schauten in alle Richtungen, um ja nicht überrascht zu werden. Als sie Angel endlich ausmachen konnten, waren sie sichtlich erleichtert. Christian erkannte auch gleichzeitig, dass Gangrel bei ihm war. Er wartete ungeduldig auf ein Zeichen von Angel. Dieses kam jedoch nicht. In dem Moment, in dem Christian einfach losrennen wollte, nahm Edge einen dunklen Schatten war. Schnell hielt er seinen Bruder fest.

„Nicht Chris, irgendetwas stimmt hier nicht. Angel wurde verfolgt."

„Das heißt der Taker war noch da, als er nach Gangrel geschaut hat."

„Es ist anzunehmen. Wir sollten uns jetzt aber lieber ganz still verhalten und Angel vertrauen." Als er von Christian wegsah, merkte er, dass auch der Schatten wieder abnahm. Auch Angel und Gangrel waren nirgends zu sehen. Nach einer weitern halben Ewigkeit, kehrte Angel, diesmal ohne Gangrel zurück. Christian schaute ihn irritiert an.

„Wo ist Grel? Wieso ist er nicht mehr bei dir?"

„Ich habe ihn zum Rat gebracht, dort ist er vor dem Taker sicher. Und ihr seid auch erst einmal etwas in Sicherheit."

„Was bitte soll das heißen?", fragten Edge und Christian im Chor.

„Ich habe keine Ahnung, aber ich glaube der Taker ist hinter Gangrel her. Fragt mich aber nicht zu welchem Zweck."

„Ich muss zu ihm. Ich muss wissen, wie es ihm geht."

„Chris nein, du darfst nicht zu ihm. Es ist zu gefährlich. Der Taker wird auch dich angreifen."

„Angel lass mich gehen, du kannst mich nicht aufhalten. Gangrel ist mein Vater und er braucht mich." Mit diesen Worten ging Christian uns ließ die beiden alleine zurück.

„Chris bleib hier bitte. Bring uns nicht unnötig in Gefahr. Scheiße...", verzweifelt ließ Angel sich auf den Fußboden sinken. Edge hockte sich neben ihn uns nahm ihn in die Arme.

„Gangrel wir ihn schon beschützen."

„Er kann ihn nicht beschützen. Der Taker wir Chris angreifen, mit dem Wissen, dass wir ihn helfen werden. Wenn wir es nicht tun, verstoßen wir gegen die Regeln."

„Oh Gott, wie sollen wir ihn nur beschützen?"

„Sei mir nicht böse, aber wir sollten morgen Nacht einfach die Stadt verlassen. Lass uns zurück nach Kanada gehen."

Und was bringt das Chris?"

„Ganz einfach, der Taker ist doch eigentlich hinter uns her. Sprich wenn wir nicht mehr hier sind, gibt es für den Taker keinen Grund mehr die beiden anzugreifen. Ich denke mal, wenn wir es schaffen uns, so gesehen im Streit von den beiden zu trennen und ihnen verklickern, wo wir hingehen, wird Gangrel schon dafür sorgen, dass er Taker Wind davon bekommt und er wird uns dahin folgen. So und jetzt wird mein großer den Rest der Nacht ganz fleißig das Fliegen lernen. Dann brauchen wir weniger Zeit, um nach Hause zu kommen."

„Aber wo werden wir den Tage verbringen? Und weiß der Rat über deinen Plan Bescheid?"

„Erstens werden wir uns kurz vor Sonnenaufgang zum Rat begeben und uns ordentlich ausschlafen und Zweitens, ja sie wissen Bescheid. Und ehrlichgesagt, steht Gangrel bei ihnen auf der Abschussliste."

„Okay, dann müssen wir uns nur noch etwas für den Streit ausdenken."

„Wieso, wir werfen ihm einfach vor, dass er uns an den Taker verraten hat und dass er dadurch auch Christian in Gefahr gebracht hat. Ich glaube daraus sollte sich ein guter Streit oder auch Zwist basteln lassen. Christian wird sich auf die Seite seines Vaters schlagen, da bin ich mir ziemlich sicher."

„Ich will ihn nicht schon wieder verlieren."

„Aber du willst ihn bestimmt auch nicht in Gefahr bringen. Ich verspreche die, es wird nur eine Trennung auf Zeit."

„Gib es zu, du weißt mehr als du mir erzählen willst."

„Etwas anders läuft das kleine Häschen schon. Ich würde dir gerne mehr erzählen, aber ich darf es nicht."

„Du hast schon öfters mit dem Rat gesprochen oder?"

„Ja habe ich. Kurz nachdem du mich zum Vampir gemacht hast, ist der Rat auf mich zu gekommen und wollte wissen, warum ich mich nicht dagegen gewehrt habe. Bei diesem Gespräch habe ich ihnen von meinem Erlebnis mit dem Undertaker erzählt. Sie waren sich einstimmig einig, dass ich unbedingt den Kontakt zu dir halten muss. Als ein gewissen Vorfahre von uns versucht hat den Taker zu vernichten, hätte eigentlich, laut Legende einen Helfer haben sollen. Der Teil der Legende wird aber nur wenigen Auserwählten berichtet. Es heißt, dass der Engel nicht alleine kommt. Es steht auch nirgends, dass er den Anhänger für sich behält. Aber das alles erzähle ich dir später in Ruhe. Wir sollten jetzt mit dem Fliegen anfangen." Lang und breit erklärte Angel seinem Bruder, was er zu tun hätte und schon im dritten Anlauf schwebte er etwa zwei Meter über dem Boden. Als sie sich kurz vor Sonnenaufgang auf den Weg zum Rat machen wollten, fragte Angel Edge, ob er sich zu trauen würde, den Weg im Flug zurückzulegen. Mit etwas Zögern stimmte er dem Versuche zu, da er wusste, dass es zum aktuellen Versteck des Rates ein reichlich weiter Weg war. Es lag am nördlichsten Ende von Florida. Edge und Angel waren begeistert, wie gut es lief. Zugegeben ohne Edge hätte Angel die Strecke in der Hälfte der Zweit zurück gelegt. Als sie dort ankamen, wurden sie schon mit den neusten News erwartet und es wurden ihnen erklärt, dass alles für ihren Aufbruch in der nächsten Nacht vorbereitet sei und sie, wenn Christian es wollte, ihn auch mitnehmen könnten, da man ihm in dieser Nacht auch das Fliegen beigebracht hatte, damit er sich besser vor dem Undertaker schützen kann. Vorsichtig schlichen sie sich zu Gangrel und Christian ins Zimmer, da das der einzige Raum war, in dem es noch Platz gab. Der Rat hatte so viele Vampire wie möglich bei sich aufgenommen, wie sie aus Tampa und Umgebung nur aufnehmen konnten, um sie vor dem Undertaker zu schützen. So leise es nur ging schlichen sie an den beiden vorbei. Christian wurde trotzdem wach. Verschlafen richtete er sich auf und schaute die beiden an.

„Wo seid ihr beiden gewesen? Die anderen Vampire aus unserer Gegend sind schon seit Stunden hier."

„Wir haben geübt. Nicht nur du hast heute Nacht das Fliegen gelernt. Nee, nee meine kleiner Bruder, auch ich darf mal etwas lernen."

„So, so und was machen wir jetzt, ich bin nämlich nicht mehr müde."

„Wir dafür um so mehr. Wie geht es Gangrel?"

„Der Rat meinte er wird nächste Woche schon wieder fit sein."

„Du solltest dich schlafen legen Edge. Du weißt schon warum. Und du auch Chris.", unterbrach Angel sie.

„Ich bin aber gar nicht müde."

„Aber dein Körper braucht die Ruhe. Wenn ihr öfters geflogen seid, ändert sich das. Aber euer Körper muss sich erst daran gewöhnen. Las also ab in s Bett."

„Ja Papa.", antworteten beide. Kaum dass die beiden sich hingelegt hatten, waren sie auch schon eingeschlafen. Angel dagegen saß auf seinem Lager und überlegte, wie sie Christian den Abschied leichter machen könnten. Kurz vor Sonnenuntergang wurde er gleichzeitig mit Christian wach. Leise gab er ihm zu verstehen, dass er ihm folgen soll. Als sie in einem anderen Raum waren, schaute er Christian fest in die Augen.

„Morgen Angel oder sollte ich sagen guten Abend. Kann es sein, dass hier jemand mit mir reden will?"

„Ja, ich muss dich etwas Ernstes fragen. Du müsstest mir aber gleich antworten. Es gibt nicht genug Zeit, dass du darüber nachdenken kannst."

„Okay kein Problem, schieß los."

„Also gut, könntest du dir vorstellen Gangrel zu verlassen?"

„Kommt ganz darauf an, warum."

„Weil er Edge und mich verraten hat. Er hat den Taker nach Tampa geholt, kurz nachdem er erfahren hat, dass ich Vampir geworden bin. Er weiß, dass ich zu einer Gefahr für ihn werden kann. Er hat euch nicht alles erzählt, was er über mich weiß."

„Ich glaube nicht, dass er den Taker hergeholt hat. Wieso solltest du ihm denn auch gefährlich werden?"

„Wegen der Legende, von der er erzählt hat."

„Angel bitte, warum sollte er Edge in Gefahr beringen. Er ist wie ein zweiter Sohn für ihn. Meinst du nicht, dass du übertreibst?"

„Nein Chris, ich übertreibe nicht. Es ist wahr, was er getan hat. Und auch du wirst es irgendwann glauben. Edge und ich werden noch diese Nacht nach Toronto aufbrechen. Ich muss jetzt Edge wecken. Und außerdem will ich Gangrel noch zur Rede stellen.

„Aber...", weiter kam Christian jedoch nicht, da Angel ihm einen Finger auf den Mund legte.

„Mach es uns bitte nicht zu schwer. Ich verspreche dir, wir sehen uns wieder. Ich kann dir nicht sagen wann und wo, aber ich weiß, wir sehen uns wieder." In diesem Moment hörten sie einen heftigen Streit zwischen Edge und Gangrel.

„Ich glaube diesmal war jemand schneller als du."

„Auch Recht, lass uns die beiden trennen, bevor sie sich die Köpfe einschlagen." Als sie den Raum betraten, schaute Gangrel Angel mit funkelnden Augen an.

„Hast du es also geschafft, dass er gegen mich rebelliert?"

„Entschuldige Gangrel. Aber was kann ich dafür, dass du ihn und mich verraten hast. Wer bitte hat denn den Undertaker auf uns gehetzt. Aber nur damit du etwas beruhigt bist. Ich gehe zurück nach Toronto. Wenn einer der beiden will, kann er mitkommen. Edge, Christian?" Edge stellte sich demonstrativ auf Angels Seite. Beide sahen Christian den Kopf schütteln. Angel trat zum Abschied auf ihn zu und nahm ihn in die Arme.

„Es ist okay, zerbrich dir deinen süßen Kopf nicht länger. Was geschehen soll, wird geschehen. Die Legende wird sich erfüllen. Ich werde dich vermissen. Sei uns nicht böse, wir wollen dich nur schützen. Damit wandten sich die beiden um und verschwanden in der Dunkelheit. Noch als sie schon Stunden von Gangrel und Christian entfernt waren, spürten sie Christians Traurigkeit. So schnell es Edge möglich war, entfernten sie sich von Florida, nur um dieses Gefühl hinter sich zu lassen. Am Anfang hatte Angel noch mit dem Gedanken gespielt, zurück zu fliegen und Christian einfach mitzunehmen. Aber sein Verstand siegte. Er wusste dass es für Christian zu gefährlich werden würde. Etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang suchten sie sich ein Versteck, in dem sie ungestört reden konnten und sich vor der Sonne verkriechen konnten.

„So wo war ich letzte Nacht doch gleich stehen geblieben?"

„Neben mir, wenn ich mich nicht irre." Edge grinste nur, als Angel ihm die Zunge raus steckte.

„Sehr witzig der Herr. Ich kann ja auch gerne alles für mich behalten."

„Nein, nein bitte bestrafe mich nicht für meine vorlaute Klappe. Ich bin jetzt auch ganz brav du still. Und ich werde dir auch ganz aufmerksam lauschen." Edge ging vor Angel auf die Knie.

„Wie bitte hat Christian es so lange mit dir ausgehalten. Ich an seiner Stelle wäre wahrscheinlich schon verzweifelt. Also gut, ich werde noch einmal Gnade vor Recht walten lassen. Also Ohren spitzen und ganz still sein. So ich wollte dir noch einen interessanten Teil der Legende erzählen. Wie ich dir schon gesagt habe, steht der Engel nicht alleine da. Er wird von einer in seinem Leben sehr wichtigen Person begleitet. Denn nur sein Begleiter kann ihn über die Vorfahren seines Vaters aufklären. Ich glaube, du weißt wer gemeint ist. Des weiteren steht geschrieben, dass er im entscheidenden Kampf unerwartet Hilfe bekommt. Die Person, die ihm helfen wird, soll sich zu diesem Zeitpunkt im Besitz des Anhängers befinden. Womit wir beim nächsten Thema wären. Laut der Legende wird der Engel diesen Anhänger unbewusst oder ungewollt an seinen Helfer weitergeben. Allerdings steht auch geschrieben, dass der Anhänger kurzfristig seine Wirkung verliert. Apropos Anhänger, wo habe ich den eigentlich?"

„Vielleicht schon ungewollt weitergegeben? Aber erzähl weiter bitte."

„Ist schon gut möglich. Ich hätte nur zu gerne mitbekommen, wer mir helfen wird. Okay zurück zum Text. Wie ich schon sagte, wir die Hilfe unerwartet sein uns sie wird aus einem blauen Flammenmeer erscheinen."

„Entschuldige bitte die Unterbrechung, aber ein blaues Flammenmeer? Ganz ehrlich, hast du schon mal ein blaues Flammenmeer gesehen?"

„Ja habe ich, auf einer Abbildung, eines gewissen Angels gegen den Undertaker. Aber willst du wissen, warm der Versuch damals fehlgeschlagen ist?" Angel wartete erst gar nicht auf eine Antwort. „Man hat ihm damals nicht geglaubt. Und dem entsprechend fehlten ihm seine Helfer. Auch er wusste wohl nicht viel über seine Ahnen. Aber ich habe ja dich. Du kannst mir etwas über die Vorfahren unseres Vaters erzählen, hoffe ich. Es sollen sich wohl einige Hinweise in der Geschichte befinden, die uns weiterhelfen sollen. Der Rat geht davon aus, dass ich dieser Engel bin und mir jegliche Unterstützung versprochen. Sie wollen den gleichen Fehler nicht noch einmal machen. Denn wie heute erschien dem Engel damals der Taker auch auf der Suche nach dem Amulett."

„Sprich es wiederholt sich alles, was damals geschehen ist."

„nur dass man damals das Amulett in einer Holzkiste gefunden hat und niemand in die Klapper gewandert ist."

„Okay ich glaube, dass reicht mir für heute. Ich bin nur noch müde."

„Dann lass uns schlafen. Und wenn wir morgen in Toronto angekommen sind, erzählst du mir alles, was du über den Stammbaum unseres Vaters weißt. Ich bin echt schon ganz gespannt. Im übrigen wird unser Quartier bei unseren Vorfahren sein. Sprich auch du wirst morgen dann für dich bestimmten Sarg zu Gesicht bekommen. Der Rat ist der Überzeugung, dass wir dort am sichersten sind."

„Wirst schon Recht haben. Schlaf schön, wenn du ein Kopfkissen brauchst, komm einfach kuscheln." Das war das letzte, was Edge sagen konnte, bevor er fest einschlief.

- Fortsetzung folgt -