Hier die neuen Kapitel, wenn ich ein paar Rückmeldungen erhalte, werde ich noch vor Sammstag ein paar weitere Kapitel posten. ansonsten geht die Arbeit erst in einigen Wochen weiter, ich will mir unbedingt das Original durchlesen.

Viel Spaß!

Kapitel 21

Im Licht des neuen Tages

Die Kalte Dezembersonne ging gemächlich auf und schien durch die vereisten Fenster, draußen fiel langsam der Schnee. Die Strassen lagen leer und ruhig dar. Nichts störte diese Weihnachtliche Idylle.

Harry wandte sein Blick vom Fenster ab und schaute auf die niedrige Decke. Ginny, immer noch in Abendkleidung und mit einer bunten Wohldecke zugedeckt, schief auf seinem rechten Arm, genau so, wie sie gestern eingeschlafen war. Zu seiner linken schnarchte Ron in einem großen Sessel, neben ihm schlief Hermine, ebenfalls mit einer bunten Decke zugedeckt. Überall im Raum schiefen Leute. Bill und Charly, die sich den anderen Sessel teilten, die Zwillinge, die Rücken an Rücken da saßen, Lupin und Tonks, die auf einer grünen Luftmatratze lagen, sie mit seinem Umhang zugedeckt, Mr. und Mrs. Weasley sich ebenfalls eine Luftmatratze teilten, die Grangers, die auf dem Sofa neben Harry und Ginny schliefen.

Überall im Raum verstreut lagen Zeitungen, die Geschenke unberührt unter der großen Tanne.

Ginny legte im Schlaf die Stirn in Falten und zog die Decke enger um die Schulter.

Niemand wolle in dieser Nacht in sein Zimmer gehen. Keiner wollte alleine sein, Sie blieben alle hier in diesem Zimmer. Harry war es ein Rätsel, wie er in dieser Nacht Schlaf finden konnte. Er wachte früh auf und beobachtete den Sonnenaufgang und jetzt schloss er die Augen und versuchte noch einmal einzuschlafen. Er wachte auf als Ginny ihn sanft schüttelte.

„Aufwachen", sagte sie, „Mom ist mit dem Frühstück fast fertig. Die anderen sind schon alle wach."

Er erwiderte ihr Lächeln, sah ihr nach, als sie in ihrem ziemlich zerknitterten Abendkleid oben auf der Treppe verschwand und stand auf.

In seinem Zimmer, wusch er sich schnell und zog sich um. Als er unten ankam war nur die Hälfte der Abendgäste da.

„Arthur, Bill, Charly und Remus sind bereits weg", erklärte Tonks, „und ich muss auch gleich abreisen."

„Und was ist mit uns?", fragte Mr. Granger bedrückt.

„Sie kommen mit uns", sagte Mrs. Weasley, „ins Hauptquartier. Dort ist es zurzeit sicher", sie lächelte geistesabwesend.

„Was ist mit Hogsmeade?"; fragte Ron, der ohne besondere Begeisterung sein Toast aß.

„Hier wird es überfüllt sein, alle die noch nicht hier sind werden hier sein wollen, die Zauberer werden hier Schutz suchen und das Ministerium wird einiges versuchen, um so viele Muggelangehörige der Hogwarstschüler hierher zu kriegen wie es nur geht", erzählte Tonks, „ich habe bereits Evakuierungspläne bekommen", sie wedelte mit einem Bündel Papier. Sie trank ihr Tee aus, stand auf und verabschiedete sich von allen.

„Sein vorsichtig Liebes", sagte Molly, „wir sehen uns Abends."

„Versprochen", nickte Tonks ernst und trat über die Schwele, wo sie sich sofort in der kalten Luft auflöste.

„Macht euch bereit, Kinder", meinte Mrs. Weasley, „wir reisen am Nachmittag ab. Arthur sorgt für einen Portschlüssel."

In Haus war es stil, selbst die Zwillinge waren ungewohnt ruhig. Die Grangers hielten sich Angesicht einer solchen Katastrophe ziemlich tapfer. Mrs. Weasley war den ganzen Morgen angespannt und atmete erst auf als gegen zehn Uhr Arthur auftauchte. Er setzte sich erschöpft an den Tisch und atmete durch.

„Bei Merlin, es ist schlimmer als ich dachte", sagte er, ohne sich darum zu kümmern, das Harry, Hermine und Ginny anwesend waren. Molly wollte ihn darauf hinweisen aber er schüttelte den Kopf.

„Nein, Molly. Sie müssen wissen was vor sich geht, sie müssen vorbereitet sein", er sah die Anwesenden an.

„Das Geheimhalteabkommen ist hin, die Muggel wissen von uns", sagte er ernst, „die Todesser machten Sachen… die, die…. Die nicht so einfach erklärt werden können."

„Und das Ministerium?"

„Sie betreiben Schadensbegrenzung, aber so viele Gedächtnisse werden sie niemals verändern können", der Mann trank in einem Zug ein Glas Butterbier aus, das Molly ihn hinstellte.

„"Was.. was ist geschehen?", fragte Hermine zögernd, so als ob sie es nicht wirklich wissen wollte.

„Allerhand. Sie griffen erst einige Muggelsiedlungen an, die wie wir alle hoffen, blind ausgewählt wurden, danach eine große Weihnachtsparty im Zentrum Londons. So wie es sich anhört haben sie zuweilen eine regelrechte Zaubershow veranstaltet, mit Animagusverwandlungen, Flug- und Schwebevorführungen. Zum Schluss hoben sie Tarnzauber des Quidditchstadions und einigen anderen Zaubereinrichtungen, wie zum Beispiel von St. Mungo auf. Ähnlich ging es in den anderen Städten zu", der Mann sah blas und kränklich aus.

„Aber wir haben doch nicht zu befürchten, wir sind nicht Todesser", versuchte Ron alle etwas aufzumuntern.

„Den Muggeln ist es egal, Ron", sagte Hermine traurig, aber ganz und gar ohne vorwurfsvoll zu klingen, „sie wissen nicht, dass es eine andere Art von Zauberern gibt, sie sind jetzt überzeugt, dass alles magische böse ist."

„Es liegt an uns sie vom Gegenteil zu überzeugen", sagte Mr. Weasley, „wir müssen zeigen, dass es auch anders geht."

Alle nickten zustimmend. Mr. Weasley stand auf.

„Nun, ihr Lieben, ich muss mal wieder. Wollte euch nicht so lange im Ungewissen lassen. Die Jungs kommen später vorbei, um beim Umzug zu helfen, Remus und Tonks kommen direkt zum Grimmauldplatz, ich wie es aussieht auch."

„Sein vorsichtig", bat Molly, ihr Mann nickte und verschwand.

Gegen zwölf gingen die vier raus, unter den Vorwand sich noch von einigen Mitschülern zu verabschieden.

„Bleibt nicht so lange weg, hört ihr? In zwei stunden reisen wir ab", warnte Molly.

Die vier versicherten, dass sie rechtzeitig da sein werden und gingen los. Die Strassen waren wieder voll. Es waren sogar noch mehr Leute da. Tonks hatte allem Anschein nach recht gehabt. Die Menschen suchten hier Sicherheit, in einem Gebiet, das nun rund um die Uhr von Auroren bewacht wurde. Jeder Meter wurde nun ausgenutzt, überall wo es möglich war standen wackelige Häuser und bunte Zelte, wie die, die Harry bei der Quidditch WM gesehen hatte. Sie gingen durch die menge ab und zu winkten sie jemanden zu, den sie aus der Schule kannten. Am Rand wurde das Gedränge weniger, bis sie die letzten Häuser passiert haben, wo nur ein paar halb verfallene Häuser gab, die noch niemand in Beschlag nahm.

Sie bemerkten James an einem dieser Häuser. Er winkte ihnen zu und lächelte als sie näher kamen. Er schien nicht überrascht zu sein, dass Harry nicht allein auftauchte.

„Hallo", grüsste er die anderen, und zeigte auf den Eingang des Hauses,

„kommt rein hier ist es nicht so windig und wir können uns auch setzen."

Es war tatsächlich weniger windig, aber genau so kalt, das Dach fehlte zur Hälfte und in der Nacht hat es reingeschneit, so dass auf dem großen hölzernen Tisch eine dicke Schneedecke lag.

In dem Raum lagen alte Stühle, die aber stabil aussahen. Die Gruppe setzte sich um den Tisch. James schien die neugierigen Blicke nicht zu bemerken, er ging zu dem zerfallenen Kamin, räumte einige Steine beiseite und fachte ein Feuer an.

„Ähh, Theo….", begann Ron, doch der junge Mann schüttelte den Kopf.

„Kannst mich ruhig James nennen. Harry hat euch doch alles erzählt", antwortete der Zauberer und setzte sich wieder an den Tisch.

„Ist mir ein Rätsel, warum er so lange dicht gehalten hatte…", er lächelte und erntete darauf Harrys beleidigten Blick.

„Hat mir doch selber gesagt, dass ich nicht alles ausplaudern sollte."

James wurde rot.

„Ja, ist ja gut… nur dachte ich, dass du das viel früher tun würdest. Aber das tut jetzt nichts zur Sache. Auf jeden fall dachte ich mir dass ihr heute alle das sein werdet."

„Also ist das alles wahr?", fragte Ron erstaunt.

„Ich fürchte schon", antwortete James.

„Und warum wolltest du mich oder viel mehr uns sehen?", fragte Harry.

„Erstens, um Informationen auszutauschen. Zweitens, um dir zu sagen dass ich etwas vorbereitet habe, um dir die Entscheidung zu erleichtern, über die wir gesprochen haben. Und da das letzte nur dich etwas angeht werden mir die andern vergeben müssen, wenn ich dich noch einige Minuten mehr festhalte, wenn wir mit allem anderem fertig sind."

Ron, Hermine und Ginny nickten gleichzeitig.

„Nun gut. Ich fange dann an", sagte James.

„Wie ihr natürlich wisst hat Voldemort vor einiger zeit mittels Magie einen neuen Körper erschaffen", da keine Kommentare kamen fuhr er fort, „nun dieser Körper wird nicht lange halten, es versagt."

Die drei schnappten nach Luft, sagte aber nichts.

„Er suchte eine Möglichkeit den Fehler zu beheben, sich einen neuen Körper zu schaffen oder irgendetwas anderes zu unternehmen. Doch alles war um sonst."

„Woher weist du…", Rons Frage wurde von James anscheinend erwartet.

„In meiner Zeit ist es ein Teil des Schulstoffes, zugegeben in einer etwas angewandelten Variante", antwortete er, „in dieser zeit ist es mir gelungen in die untere Kreise der Todesser zu gelangen und einiges zu erfahren. Daher wusste ich, dass ich zu rechten Zeit ankam, um noch eine Möglichkeit zu bekommen meine Pläne zu verwirklichen."

„Und weiter?", fragte Ginny.

„Nun da beißt sich die Katze in den Schwanz", in dieser Zeit existierte, bis vor wenigen Monaten keine Möglichkeit, um sein Problem zu lösen. Aber in meiner Zeit gab es sie…. „

„Was bedeutet das?", fragte Hermine.

James kramte in den Taschen und zog ein Zeitungsausschnitt heraus. So wie es aussah war das keine Zaubererzeitung.

Ein Foto eines toten Mannes war abgebildet, darüber eine Überschrift.

Polizei braucht Ihre Hilfe.

Gestern Nacht wurde im Stadtpark eine männliche Leiche entdeckt. Der Tote trug keine Papiere bei sich und war, seiner Kleidung, nach zu urteilen, auf den Weg zu oder von einer Kostümparty. Alle die diesen Mann zu erkennen glauben sollen sich bei der nächsten Polizeiwache melden.

„Und?", fragte Ron, „Was er den damit zu tun?"

Hermine seufzte.

„Es war ein Zauberer, Ron."

„Genau", bestätigte James „und ich kannte ihn gut. Ich ging eine weile in die gleiche Klasse mit ihm. Sein Name ist Maximilian Lestange und in meiner zeit wurde er als Nachfolger ausgewählt."

„Nachfolger von wem?"

„Von dem Dunklen Lord. Er sollte ihn zu gegebener Zeit seinen Körper überlassen."

Ginny schauderte.

„Das ist fürchterlich."

„Ja das ist es. Auf jeden Fall war Lestange, der einziger, der außer Voldemort an das Buch kommen konnte. Und so wie es aussieht wollte er seinen Körper nicht überlassen, er hat es fertig gebrach zusammen mit dem Buch in diese Zeit zu fliehen. Wie ich ihn kenne hat er versucht es an den heutigen Voldemort zu verkaufen."

Und wie ich Voldemort kenne", sprach Harry, „hat er das Buch geschnappt und Lestange beseitigt!"

James nickte.

„Das schlimme ist nur, das heutige Voldemort nun in der Lage ist das Problem mit seinem Körper für immer zu lösen", gab er bekannt, „wenn er seinen Körper einige Male tauscht, wird es keinen geben, der ihn noch besiegen kann."

„Warum das?", fragte Harry.

„Nun ja, beim jeden Körpertausch erhält er die magischen Fähigkeiten des Wirtes, da sie nicht ein Teil seiner Seele sind, sondern an den Körper gebunden sind…."

„Er kumuliert die Kräfte", flüsterte Hermine entsetz, „er wird immer stärker."

„Und wie oft kann er wechseln?", fragte Ginny schaudernd.

„Zwischen den Wechseln muss wenigstens ein Jahr vergehen, die Seele wird sonst zu stark geschwächt. Ansonsten wechselt er den Körper, wenn der aktuelle versagt. Er hat immer noch die gleichen Probleme, bloß ist die Lösung viel leichter, er muss sich keinen Körper schaffen, er nimmt sich einen."

Die fünf schwiegen. Eine solche Zukunft war alles andere als rosig.

„Wie gehet es nun weiter?", fragte Harry leise.

„Die Muggel wissen von der Zauberwelt, sie werden versuchen Widerstand zu leisten, aber letztendlich werden sie nicht viel ausrichten. Voldemort lässt Dementoren, Vampiren und Wehrwölfen freie Hand."

„Bei Merlin", hauchte Ginny.

„Vielleicht passiert es gar nicht", Ron klang fast verzweifelt.

„Vielleicht", seufzte James.

„Was ist mit uns? Mit anderen Zauberern?", fragte Ginny.

James verzog das Gesicht.

„Die Zauberwelt wird genug eigene Probleme haben. Früher oder später werden die meisten die Seiten wechseln, ob freiwillig oder nicht. Diejenigen die es nicht tun werden gezwungen im Untergrund zu leben. In der Ersten Zeit wird es so gut wie keinen Widerstand geben."

„Düstere Zeiten", murmelte Ron, „was können wir dagegen tun?"

James versuchte zu lächeln.

„Vieles. Zu erst musst ihr zum Hauptquartier des Ordens. Dort seid ihr sicher. Nimmt jeden auf, der an euere Tür klopft. Grimmauldplatz Nr. 12 wird für lange Zeit ein sicherer Zufluchtort bleiben."

„Was noch?"

„Setzt euere Ausbildung fort. Aus den letzten Auroren des Ministeriums wurde in meiner Zeitlinie eine starke Widerstandsgruppe."

Die vier nickten, sie fragten gar nicht woher James über ihre Ausbildung zur Auroren wusste.

„Ich weis nicht wie lange es dauern wird, bis Voldemord den entscheidenden Schritt macht, vielleicht nur Wochen, vielleicht auch Jahre. Die Ereignisse überschlagen sich, ich wusste, dass meine Ankunft einiges verändert, aber ich hoffte, dass Veränderungen sich in Grenzen halten werden."

„Tun sie das etwa nicht?", fragte Harry bedrückt.

„Ich fürchte nicht. Laut den Aufzeichnungen, die ich gefunden habe, brach der Krieg aus, kurz bevor Harry sein siebtes Schuljahr beendete. Und nun…."

Wieder herrschte schweigen, Keiner wollte mehr was sagen.

Bis Ginny aufstand.

„Wir müssen gehen. Mom wartet sicher auf uns bereits", die anderen nickten.

„Sehen wir uns noch?", fragte Hermine. James lächelte.

„Ja. Ich werde in einigen Tagen ins Hauptquartier kommen", das Mädchen nickte und ging hinaus zur Ron und Ginny. Harry blieb bei James.

„Was wolltest du mir über…."
"Ach, ja!", James' Gesicht erhellte sich, „mein Plan hat funktioniert. Ich habe eine Möglichkeit gefunden, dir… eine Art…. Rückfahrschein zu besorgen."

„Rückfahrschein?"

James lachte.

„Du wirst schon sehen! Vorasgesezt du….", er brach ab und wurde wieder ernst, „mach dir keine Gedanken darüber, du sollst nur wissen, dass dir nun alle Wege offen stehen."

Harry nickte, obwohl er nicht recht verstand was das alles bedeuten sollte.

„Wir sehen uns", versicherte James, als Harry den Raum verlies.

Draußen warteten seine Freunde auf ihn, die erfreuliche Weise keine Fragen stellten. Schweigend gingen sie zurück zu Haus, wo sie tatsächlich bereits erwartet wurden.

„Kommt schon", trieb Bill sie an, „schnappt euch ein paar Sachen und ab!", sie griffen nach einigen Koffern und versammelten sich neben Bill, der auf ein geöffneten Regenschirm deutete, „grüßt Mom, von mir."

Sie streckten ihre Hände zum Regenschirm und kaum berührten ihre Hände den Stoff, als ihnen die Welt unter den Füssen weggerissen wurde.