Ein wenig Glück
Narcissa fand sich am nächsten Morgen, liegend, auf dem verstaubten Boden des Dachbodens wieder.
Ihr Kopf lag auf dem, sich gleichmäßig heben und senkendem, Brustkorb ihres Mannes. Sie rollte sich auf den Bauch und stützte ihr Kinn auf seiner Brust ab.
Der weiche Stoff des Hemdes roch angenehm nach Aftershave.
Sie atmete den Duft tief ein. Zum ersten Mal seit all den Jahren hatte sie keine Angst davor, was passieren würde, wenn er aufwachte.
Zaghaft strich sie ihm über die Wange. Augenblicklich begann er sich zu regen. Langsam öffnete er die Augen.
Er brauchte einige Momente, um sich zu orientieren.
„Habe ich dich geweckt?", fragte seine Frau leise.
Er nickte und streckte sich. Dann legte er seine Arme um sie.
„Und ich muss sagen: Es gibt nichts Schöneres, als von dir geweckt zu werden."
Sie lächelte.
„Ich hoffe, dass ich mich überhaupt noch bewegen kann. Eine Nacht auf den alten Holzplanken…Ich glaube ich kann meine Beine nicht mehr spüren.", ächzte Lucius und richtete sich mit wehleidiger Miene auf.
„Es war spät gestern?"
Er nickte und rieb sich den Rücken. „Du bist auf einmal weggeknickt. Ich dachte, wenn ich dich nach Unten trage, dann würde ich dich vielleicht wecken. Du hast so friedlich geschlafen.", er lächelte sie an mit einem merkwürdigem fast seligem Ausdruck auf den Lippen.
Sie glitt mit ihren Fingern an seinen Lippen entlang.
„Ich würde dich sehr gerne küssen, Narcissa.", sagte er und sah gebannt in ihre Augen.
Sie beugte ihren Kopf ein Stück nach vorne. Er legte seine Hände um ihre Wangen und zog ihren Kopf noch näher heran.
Als sie sich endlich voneinander lösten, leuchteten Lucius Augen so, wie Narcissa es noch nie gesehen hatte.
„Wollen wir?- ich meine- Runter gehen?"
Er nickte heftig.
Sie stand auf und ging grazil auf die Luke des Dachbodens zu.
„Aber ich fürchte, du musst deinem alten Mann auf die Beine helfen.", sagte er und machte ein schmerzverzerrtes Gesicht.
Lachend kam sie zurück und hielt ihm ihre Hände hin. Er nahm sie und kam auf die Beine. Dann schnappte er seine Frau, hob sie hoch in seine Arme und schloss sie fest.
„Du fieser Schuft, das war ein Trick.", quietschte sie belustigt, als er sich mit ihr auf den Weg nach Unten machte.
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Die nächsten Tage verbrachten die Beiden ungestört miteinander in dem Manor. Narcissa fühlte sich, wie im siebten Himmel.
Sie war unbeschreiblich glücklich. Und sie hatte es verdient.
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„Was machst du da Lucius?", fragte sie, als sie sein Arbeitszimmer betrat.
Etwas zögerlich antwortete er schließlich. „Ich schreibe Draco."
Narcissa sah hinab auf ihre nackten Füße.
„Wegen der Anhörung?", murmelte sie und besah sich die Wassertropfen, die an ihren glatten Beinen herab auf den Boden tropften.
Lucius nickte.
„Würdest du vielleicht gerne mitkommen?"
Sie sah auf und ließ fast das kurze rote Handtuch fallen.
„Du…würdest mich mitnehmen? Dass ich Draco sehen kann?"
„Wenn du das möchtest."
Sie ließ sich ihrem Mann auf den Schoß fallen. Dass er dabei nass wurde interessierte ihn relativ wenig.
Fest drückte er sie an sich und roch an ihrer frisch geduschten Haut.
„Er wird sich schon wieder eingekriegt haben, Darling. Er kann ja nicht für immer schmollen bloß weil sein „Hund" fort ist."
Narcissa nickte abwesend.
War Sirius wirklich sicher in der Heulenden Hütte? Sie hätte ihn bei sich aufnehmen müssen. Für ihn da sein müssen, wie Verwandte es nun einmal waren.
Wenn ihm etwas zustoßen würde, wenn sie ihn finden würde, dann…
„Hast du was auf dem Herzen, Darling?"
Seine Stimme riss Narcissa aus ihren Gedanken.
Sollte sie ihn fragen? Ob sie Sirius zurückholen dürfte?
Sie setzte ein Lächeln auf.
„Nein, es ist nichts."
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Narcissa drehte sich und besah sich in dem riesigen Spiegel im Ankleidezimmer. Sie nickte zufrieden.
Schwarzer Rock, der nur bis zum Knie reichte. Hellblauer, flauschiger Cashmere- Pulli und schwarzer Pelz als Kragen.
Ihr blondes Haar umschmeichelte seidig ihr Gesicht.
Aus Spaß fuhr sie sich mit der Zunge über die Zähne und warf ihrem Spiegelbild einen provokanten Blick zu.
Eine zweite Person erschien grinsend im Spiegelbild. Narcissas Wangen bekamen einen leicht rötlichen Ton. Sie fühlte sich ertappt.
Wie ein Teenager mit ihrem Spiegelbild zu flirten.
Mit einem verlegenen Grinsen begann sie an ihrer Frisur zu fingern.
„Wärst du dann soweit Darling? Oder hast du noch dringende Konversation mit deinem Spiegelbild zu führen?"
Das leichte Rosa auf Narcissas Wangen verfärbte sich langsam in ein Dunkelrot.
Lucius verschränkte lachend die Arme vor der Brust.
„Du Schuft. Du lachst mich aus.", maulte sie und versuchte mit Puder ihre Wangen wieder blass zu machen.
„Lass doch.", er trat hinter sie und nahm den Pinsel aus ihrer Hand. „Ich mag das so."
Diese Bemerkung ließ sie nur noch röter anlaufen.
„Hör damit auf Lucius!"
„Womit?", fragte er unschuldig während seine Hände geschmeidig unter den Pullover glitten.
„Ich seh doch gleich aus wie sonst wer. So rot und verknittert und-"
„Wir könnten den Stoff danach glätten.", hauchte er in ihr Ohr.
„Kommt gar nicht in Frage. Ich kann auch ohne Magie gut aussehen."
„Zweifellos.", er hob ihr Haar hoch und begann viele kurze Küsse über ihren Nacken zu verteilen.
„Kommt gar nicht in Frage, Lucius Malfoy."
Energisch schubste sie ihn zur Seite.
„Gedulde dich gefälligst bis heute Abend."
„Aber-"
Verspielt wickelte sie eine Haarsträhne um ihren Finger.
Wie damals.
„Biest."
Schmollend verzog sich Lucius aus dem Ankleidezimmer.
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Ich dachte ein bisschen Harmonie kann nicht schaden. Wird nämlich im nächsten Kapitel wieder sehr unharmonisch :-)
Danke für die Reviews!
Und immer shcön weitermachen:-D
Lg Lucia
