Wie immer Personen usw. entliehen bei SM hab die Ausleihfrist schon überzogen, kann sie aber noch nicht zurück geben. Bin sogar aufs „abschreiben" ausgewichen…und danke an mein Bunny für die Bestechung der Bibliothekarin.

Liebe Kaline du hast dir einen Edward/Bella Moment gewünscht und dir zuliebe habe ich ihn nach vorne gerückt.

Einmal an alle, in meinem nächsten Kapitel soll Bella Rosalie, Emmett oder Jasper treffen. Für wen seit ihr? Und warum? ich kann mich einfach nicht entscheiden, bitte helft mir!

Kapitel 21

Einsam Zweisam

Leise schloss Jasper die Tür hinter sich. Alice saß mit hängenden Schulter vor ihm auf der Bettkante und blickte auf ihre Füße. Ihre Gefühle waren ein Gemisch aus Trauer, Schuld, Erleichterung und Wut.

„Ich weiß was du sagen willst" hörte er ihre leise Stimme „ich soll Rosalie nicht immer so reizen."

Er setzte sich neben sie und legte einen Arm um ihre Schulter „wenn du das weißt warum tust du es dann?"

„Elouise war meine Freundin, meine Schwester und das 60 Jahre lang, ich kann sie nicht einfach aus dem Gedächtnis streichen…"

„Das erwartet auch niemand von dir, ich weiß, das du Elouise gern hattest."

„Doch das tut ihr alle, ihr seit alle froh, dass sie zerstört ist, alle konnten es kaum erwarten das sie aus unserem Leben verschwindet und niemand schert sich darum, dass sie so lange ein Familienmitglied gewesen ist…."

„Ich denke du hattest einfach eine engere Verbindung zu ihr als die meisten von uns und du trauerst. Das ist Ok. Ich versteh das."

„Aber Rosalie nicht."

„Du solltest mit ihr sprechen, ich glaube du würdest überrascht sein"

„Sie war glücklich darüber, dass sie Elouise vernichtet hat. Du hast sie doch gehört ‚da konnte ich nicht nein sagen' " machte Alice Rosalie nach „und wie sie das gesagt hat."

„Rosalie hat all ihren Hass und ihre verletzten Gefühle auf Elouise projiziert, sie war so verletzt als du sie einfach durch Elouise ersetzt hast. Sie war glücklich mit dir als Schwester und du hast sie dann einfach fallen gelassen."

Alice überlegte „Mhmm, aber sie hat nie was gesagt"

„Doch hat sie, kannst du dich nicht erinnern?"

„Was? Wann? Sie hat mir nie etwas gesagt." Davon war sie fest überzeugt.

„Doch ich erinnere mich an eine Situation kurz bevor sie und Emmett gegangen sind, sie hat dir gesagt, dass sie dich vermisst. Sie hat dich gefragt ob ihr mal wieder alleine Zeit miteinander verbringen könntet und du hast nein gesagt."

„Das kann nicht sein, warum sollte ich nein gesagt haben." Alice konnte sich daran nicht erinnern.

„Du hattest mit Elouise einen Shoppingtrip geplant…."

Das klang nach ihr, dass musste Alice zugeben, aber sie konnte sich nicht wirklich an die Situation erinnern. War sie wirklich so mies zu Rosalie gewesen und dass bevor Elouise aufgeflogen war? Alice sagte lange nichts, als sie die Stille brach, war ihre Stimme leise und nachdenklich „Ich kann mich kaum an dieses Gespräch erinnern, vielleicht hatte mich Elouise doch mehr beeinflusst als mir bewusst ist."

„Vielleicht." sagte Jasper und nahm sie fester in den Arm. Sie kuschele sich an seine Brust und seufze.

„Ich denke ich sollte wirklich in Ruhe mit ihr reden." überlegte sie laut.

„Ich glaube das würde euch beiden gut tun." stimmte Jasper zu.

Sie blieben aneinander gekuschelt sitzen und hingen beide ihren Gedanken nach.

Edward saß in dem mittlerweile dunklem Wohnzimmer und versuchte nicht daran zu denken, was Rosalie und Emmett eine Etage über ihm machten. Er sah auf sein Piano und entschloss sich zu spielen. Er begann mit einem Stück von Bach und wechselte zu Esmes Lieblingsstück und spielte danach das Schlaflied. Seit dem er es das erste mal gehört hatte, ging es ihm nicht aus dem Kopf.

Als er jetzt dort saß ganz in Ruhe, mit den Gedanken und Erinnerungen, die sie alle von Bella gehabt hatten, im Kopf konnte er sich vorstellen, dass sie mit ihm im Raum wäre. Er konnte sie fast riechen, ihre warme Hand auf seiner Schulter spüren bevor sie sich neben ihn setzte. Er spürte ein Bein an seinem Bein und ein Kopf der sich auf seine Schulter legte. Ihr gleichmäßiger Herzschlag und ihr leiser Atem und der kleine Seufzer den sie von sich gab und er wusste, dass er ihr Lied für sie gespielt hatte. Als er dort saß und dieser Erinnerung nachhing, konnte er kaum fassen wie ihn das Glück durchströmte. Wenn sie solche Gefühle in ihm ausgelöst hatte, warum hatte er sie dann verlassen? Er verstand das nicht. Rosalie hatte erzählt, dass es wohl einen Vorfall an ihrem Geburtstag gegeben hatte, aber ihm musste doch bewusst gewesen sein, dass sie alle immer noch Vampire waren. Das so etwas passieren konnte…. Und das wusste er, bevor er sich mit ihr einließ…?

Er wechselte ein weiteres mal das Stück, Claire de Lune. Schon nach den ersten Tönen überkam ihn eine weitere Erinnerung. Sie saßen im Auto, die dunkle Landschaft raste an ihnen vorbei. Auf dem Beifahrersitz saß Bella.

Ich warte immer noch auf deine neuste Theorie."Aus den Augenwinkel konnte er sehen, dass sie sich auf die Lippe biss."Ich lache nicht." versprach er sanft.

Ich hab Angst, dass du sauer bist." Sagte sie zaghaft.

So schlimm?" Er sah sie an, aber sie erwiderte seinen Blick nicht, sie sah auf ihre Hände, die in ihrem Schoß lagen.

Ich weiß nicht wo ich anfangen soll."

Am besten am Anfang…Du hast gesagt, dass du nicht von alleine darauf gekommen bist?"

Nein."

Wie dann? Durch ein Buch? Einen Film?"

Ich war am Samstag am Strand…da hab ich einen alten Freund getroffen- Jacob Black."

Er wusste wieder wie Bella hinter das Geheimnis der Familie gekommen war. Jacob Black, hatte seinen Mund nicht halten können und ihr die Legenden seines Volkes erzählt. Und Bella hatte die fehlenden Teile des Puzzel zusammengesetzt und herausgefunden was sie waren. Allerdings erstaunte ihn noch jetzt ihre Reaktion auf die Tatsache, dass sie Vampire waren. Sie hatte gesagt, dass es ihr egal war. Egal, dass er ein Monster war, egal, dass er ihr Blut trinken wollte, egal, dass er sie mit einer einfachen Bewegung verletzen konnte. Sie war einfach umwerfend und unheimlich unvorsichtig. Er erinnerte sich wieder an die ersten zögerlichen Andeutung ihrer Gefühle und wie er sie zurück gewiesen hatte. „Du willst es ja nicht hören." Klang es immer noch in seinen Ohren. Mit den neuen Erinnerungen war seine Liebe für Bella, die er immer noch nicht wieder erkannte, noch weiter angewachsen.

Die Gedanken von Alice und Jasper nahmen einen privateren Unterton an, Emmetts und Rosalies Gedanken konnte er gerade so ausblenden. Beide Paare waren jetzt zu viel für ihn, er verließ das Haus und wanderte langsam in den Wald hinein, dabei schwelgte er in den Erinnerungen von ihm und seiner Familie.

Je mehr er über sie nachdachte und von ihr erfuhr, desto klarer und stärker wurden seine Gefühle für Bella. Er konnte die Liebe kaum fassen, die er empfand. Es schmerzte ihn zu wissen, dass sie so nah war und doch so weit entfernt. Er wollte sie sehen, mit ihr sprechen, sie berühren. Wenn es nur die Möglichkeit gäbe sie zu kontaktieren.

Plötzlich stoppte er. Vor ihm erstreckte sich eine Lichtung auf der zu seiner Verwunderung einzelne Wildblumen standen. Der Mond schien zögerlich zwischen den regengefüllten Wolken hindurch und tauchten die Lichtung in ein sanftes silbernes Licht. Aber auch ohne den Mond wusste Edward wie die Lichtung im Sommer bei Sonnenschein aussehen würde. Er war sich sicher, dass er hier mit Bella gewesen war. Er ging in die Mitte und legte sich zwischen das Laub und die Blumen auf die Wiese.

Er genoss die Ruhe und schloss die Augen. Er war sich sicher, dass wenn er sich hier konzentrierte mehr Erinnerungen zurück kamen. Er wusste es fehlten noch viele wichtige Teile.

Bella hatte sich von der Feier am Strand von La Push abgeseilt, sie wollte in Ruhe nachdenken und dafür kam nur ein Ort in frage. So huschte sie durch den Wald auf ihre Lichtung zu. Sie nutzte ihre Kräfte, um diese so lang wie möglich mit Leben zu füllen. Als sie näher kam wusste sie, dass ein Vampir auf ihrer Lichtung war und sie spürte das vertraute und lang vermisste kribbeln, dass ihren Körper durchströmte. Der Vampir war Edward. Leise schritt sie auf die Lichtung zu und sah ihn im Mondlicht mitten auf der Lichtung liegen. Lautlos schlich sie näher, bis sie neben ihm stand. Er hatte die Augen geschlossen und schien sich auf etwas zu konzentrieren.

Sie setzte sich vorsichtig neben ihn um ihn zu betrachten. Er sah genauso aus wie vor 60 Jahren. Seine Haare waren immer noch unordentlich und ein bischen zu lang, seine Haut schimmerte im Mondlicht. Sie fühlte sich das erste mal seit langer Zeit wieder zuhause. Sie wusste, dass sie ihn zurück wollte, spätestens jetzt war ihr klar, dass sie nicht von ihm fern bleiben konnte, es tat einfach zu weh.

So verbrachten sie die Nacht auf der Lichtung. Edward liegend, eingetaucht in die Erinnerungen von Bella, auf der Suche nach neuen Hinweisen. Unbemerkt von ihm, Bella die neben ihm saß und ihn nachdenklich betrachtete und versuchte zu entscheiden, was genau sie wollte.

Als die Sonne langsam aufging schlug Edward die Augen auf und ihre Blicke trafen sich. Edward war fast erschrocken, wie konnte es sein, dass er sie nicht bemerkt hatte oder war sie vielleicht nicht echt? Edward setzte sich langsam auf, wenn sie real war, wollte er sie nicht verschrecken.

Bella lächelte ihn an. „Hallo Edward." sagte sie leise.

„Hallo." hauchte er, war sie wirklich real?

Vorsichtig hob er seine Hand und berührte zärtlich ihre Wange. Sie war warm, nicht so warm wie er in Erinnerung hatte, aber wärmer als er. Sie lehnte sich lächelnd in seine Berührung. Edwards Kopf war wie leer gefegt, er hatte so viele Fragen an sie und doch fiel ihm in diesem Augenblick keine ein.

„Ich habe dich vermisst." seufze sie leise und beugte sich zu ihm. Und dann waren ihre Lippen sanft und warm auf seinen. Er wusste, dass sich genau so ihr erster Kuss angefühlt hatte. Der Kontakt ihrer Lippen war nur kurz, dann löste sie sich von ihm und stand auf. Sie trat einen Schritt zurück und wollte sich umdrehen, als er versuchte sie aufzuhalten.

„Nein, bitte warte." sie sah ihn an „Bitte bleib."

Sie legten den Kopf schräg „Ich brauche etwas Zeit." sagte sie und drehte sich um. Sie ging die Schritte bis zu der Stelle an der der Wald wieder anfing. Sie drehte sich noch einmal um und flüsterte „Bis bald." Damit war sie verschwunden.

Edward blieb noch auf der Lichtung bis die Sonne aufgegangen war. Er war zugleich glücklich und traurig, glücklich, weil er sie wieder gesehen hatte und er sie wieder sehen würde. Traurig, weil sie jetzt nicht bei ihm war und ihm immer noch so viele Einzelheiten zu ihrer gemeinsamen Geschichte fehlten. Er rappelte sich auf, heute war Schule und seine Familie würde sich sicher wundern, wo er war.

Bella war auf direktem Weg nach Hause gegangen, um eine lange Dusche zu nehmen und sich auszuruhen. Sie wusste, dass sie sich entscheiden musste, was genau sie jetzt machen wollte. Es war ihr klar geworden, dass Edward sie noch liebte. Der Blick, den er ihr zugeworfen hatte, war so intensiv gewesen, sie hatte einfach nicht widerstehen können und hatte ihn einfach küssen müssen. Auch wenn das im nachhinein gesehen nicht sehr klug gewesen war, was war, wenn er sich wieder daran erinnerte, warum er sie nicht mehr liebte. Sie hoffte, dass das nicht passieren würde. Jetzt versuchte sie sich nur auf die Gefühle zu konzentrieren, die zu ihr zurück gekehrt waren. Die Schmetterlinge, die in ihrem Magen flatterten, die Sehnsucht ihn wieder zu berühren und das Lächeln, dass sich immer wieder auf ihr Gesicht schlich. Sie wusste nur nicht, ob sie sich wieder auf die ganze Familie einlassen konnte, nachdem sie einfach ohne Abschied gegangen waren und sie im Stich gelassen hatten. Oder hatten sie es nicht? Sie seufzte… das war alles so verwirrend. All ihre Fragen würden sich sicher durch ein Gespräch klären lassen, aber sie wusste nicht ob sie einfach so mit den Cullens reden konnte.

Bella stieg unter den heißen Wasserstrahl ihrer Dusche und genoss wie sich ihre verspannten Schultern aufwärmten. Sie konnte unter der Dusche entspannen und hoffte eine Lösung zu finden. Sie war sich sicher, dass sie nicht mit allen auf einmal sprechen zu könnte, dabei würden nicht nur ihre Fragen nicht wirklich beantwortet werden, sondern es würde sie viel Kraft kosten nicht wütend zu werden. Sie hatte dafür einfach zu lange geglaubt, dass die Familie sie bewusst ignoriert hatte und noch war sie sich nicht sicher, was genau vor Elouise war und was danach.

Also würde sie sich mit einem alleine treffen müssen, aber mit wem? Mit Edward alleine zu sprechen wäre zu viel, was war, wenn er sich plötzlich wieder daran erinnerte wie er wirklich vor seiner Abreise für sie fühlte. Ein zweites mal ihr Herz gebrochen zu bekommen, dass würde sie nicht verkraften. Carlisle wäre sicherlich die logische Wahl, er war schließlich das Oberhaupt der Familie. Doch er war auch Neugierig und würde versuchen sie über ihre Identität als Nymphe auszufragen. Auf ein Verhör konnte sie verzichten. Dazu kam, dass sie sich sicher war, dass er mit Edwards Gründen übereingestimmt haben musste, sonst wäre die Familie nicht gegangen. Also ein weiterer Vampir, der sie nur als Ablenkung gesehen hatte, wenn auch nur die Ablenkung seines Sohnes.

Esmes? Fragte sie sich, nein, das würde sie auch nicht aushalten ohne ihr Vorwürfe zu machen. Sie hatte in ihr eine zweite Mutter gesehen und war einfach von ihr im Stich gelassen worden. Auch Alice fiel aus ihren Überlegungen heraus. Ihre angeblich beste Freundin war einfach so gegangen, ohne ein Wort des Abschieds. Das hatte sie nach Edwards Gehen am meisten verletzt. Außerdem wusste sie, dass sobald sie sich für sie entschied, Alice sicherlich einen Shoppingtrip plante und sie an einem wirklichen Gespräch hindern würde. Außerdem hatte sie keine Lust zu etwas genötigt zu werden, an dem sie keinen Spaß und keinen Nutzen fand, Kleidung war für sie eigentlich überflüssig, sie trug sie nur, wenn sie erwartete jemanden zu treffen, dem ihre Nacktheit unangenehm sein könnte. Da man nie wusste, was oder wen man in diesem Wald treffen würde, tendierte sie dazu (das Notwendigste) zu tragen. Auf Schuhe verzichtete sie völlig und ansonsten blieb sie bei praktischer Kleidung.

Es blieben ihr also noch drei Familienmitglieder, mit denen sie sich ein Gespräch vorstellen konnte.

Von Rosalie hätte sie keinen Abschied erwartet, Emmett ging dahin wo seine Frau hinging, auch wenn sie nicht verstand warum er sich nicht verabschiedet hatte, konnte sie es ihm irgendwie verzeihen. Jasper war schon direkt nach dem Vorfall an ihrem Geburtstag verschwunden und war nicht zurück gekehrt, auch waren sie sich nie so nahe gewesen, dass sie den fehlenden Abschied verzeihen konnte. Sie würde einfach warten, wen von den Dreien sie als erstes alleine antreffen konnte und es dann versuchen.

Damit hatte sie endlich einen Plan. Sie kuschelte sich in ihr Bett und schloss die Augen. Es war Herbst fast Winter und die Energie, die sie von der Natur erhielt wurde weniger. Die Kräfte der Natur ruhten und so auch ihre, sie waren nicht gänzlich verschwunden, aber es war ihr nicht wie im Sommer möglich ohne Schlaf auszukommen. Die durchgemachte Nacht spürte sie jetzt besonders stark und auch der Kampf mit Elouise steckte ihr noch in den Knochen.

Ein Lächeln schlich sich wieder auf ihr Gesicht und die Hoffnung in ihr Herz, Edward liebte sie und hatte sie geküsst. Heute freute sie sich das erste mal seit einer langen Zeit wieder darauf von Edward zu träumen.

Also wer soll im nächsten Kapitel mit ihr sprechen?

Kandidatin 1, die liebevolle führsorgliche Vampirin von nebenan.

Kandidat 2, der Pausenclown, der in seiner Freizeit gerne mit Bären tanzt.

Kandidat 3, unser Kummerkasten und Freizeitcowboy aus dem Süden.

Wenn ihr euch nicht entscheiden könnt schreibt trotzdem.