Dieses Mal ein etwas kürzeres Kapitel. Viel Spass! Read & Review!
21. Kapitel: Eriadu, Tarkin und andere Unannehmlichkeiten; Teil 1
Jener Ring, den die Senatorin am vorangegangenen Abend überraschenderweise beim Verlassen des Manarai getragen hatte, sorgte dafür, dass die Geschichte des ungewöhnlichsten Paares auf dem Hauptstadtplaneten erneut die Titelplätter und die Schlagzeilen der einschlägigen Medien beherrschte.
Einige Blättchen sprachen von Verlobung, sogar von einer plötzlichen Heirat; andere spekulierten gar über eine Schwangerschaft der blutjungen Senatorin.
Padme wusste am Morgen nicht so recht, wie sie sich den anderen Senatoren gegenüber verhalten sollte. Für diese ging doch alles noch schneller, noch rasanter, noch überraschender vonstatten, als für sie, die Betroffenen selbst. Vor nicht einmal 48 Standartstunden hatte niemand von ihnen, ihrer Beziehung zueinander gewusst, jetzt standen sie bereits kurz vor ihrer Hochzeit!
Nach einem sehr zeitigen, sprich frühen Frühstück, er hatte einige zusätzliche Termine annehmen müssen, die nun irgendwie in seinen sonstigen Termindschungel würden passen müssen, wollte er zum Senat aufbrechen. In ihrer Begleitung.
„Wenn ich bald zu dir ziehe", begann sie plötzlich etwas nachdenklich, „dann sollte ich bereits jetzt das Organisatorische beginnen, nicht wahr?"
Er lächelte sanft, sogar freudig überrascht, dass sie dieses Thema anschnitt und er es so nicht hatte tun müssen: „Du kannst jederzeit zu mir ziehen, mein Schatz. Gerne auch schon vor der Hochzeit. Es würde mich freuen."
„Eine wilde Ehe, also?", zog sie ihn verspielt auf, scherzend, „Keine Bedenken, dass dies deinem Ansehen schaden können?"
„Welches Ansehen denn?", feixte er zurück, „Das, was noch übrig geblieben ist?", ein Lachen, „Außerdem würde ich ja nicht mit irgendeiner Frau zusammen leben, sondern mit meiner Verlobten!"
„Nun, dann könntest du deiner Verlobten doch die ersten Dinge aus ihrer Wohnung hinüber tragen, nicht wahr?"
Ihr Test, bezüglich seiner Hilfsbereitschaft trotz stetig weniger werdender Freizeit, verlief zu seinen Gunsten.
„Das würde ich sofort machen, Padme."
Sie grinste, antwortete mit „Ich weiß!" und bedeckte seinen Mund mit den dünnen, blutleeren Lippen mit einem sanften Kuss. Er erwiderte ihren Kuss, mit Hunger, Feuer, mit Leidenschaft. Er hing an ihrem Mund, trank aus ihren Lippen und verfluchte tatsächlich die Tatsache, hinaus in die ihm feindlich gesinnte Welt zu müssen, zurück an seinen Schreibtisch, worauf sich die Anträge und Gesetzesvorschläge stapelten und die Bittsteller bereits sein Vorzimmer zu belagern gedachten. In Hinsicht auf seine baldige Abreise nach Eriadu.
Wenn er bei ihr war, sie spürte, sie kosten durfte, war dem Sithlord plötzlich sein Alltag, sein Kampf gegen die Jedi gleich, fast schon unwichtig oder gar nichtig. Allein die Wärme, die Geborgenheit, die er bei niemand, nur bei Padme, hatte erleben und leben dürfen, ganz offiziell, zählte und war ihm von Bedeutung.
Vielleicht,…nun, vielleicht bin ich doch ein wenig verliebt. Gut, sagen wir, ich bin vernarrt in sie. Nicht nur in ihren Körper, der stets weich und warm ist, und mich gerne zu empfangen scheint, sondern in sie, in ihren Geist, in ihren Intellekt. In ihre Person. In sie…
Padme…
Meister Plagueis, ich weiß, dass Ihr über mich lacht. Mich, Euren gefühlskalten Schüler, der jedwede Nähe immer strikt von sich gewiesen hat. Und dieser Schüler versteckt sich nun mit seinen Gefühlen hinter seiner viel jüngeren Verlobten, für die er quasi auch alles aufgeben würde, wenn…ja wenn, wenn was?
Wenn sie mir sagen würde, dass ich damit aufhören soll. Meine Pläne ad acta legen soll.
„Alles in Ordnung?"
Padmes Frage holte ihn aus seiner Gedankenwelt rasch zurück in die Gegenwart und machte ihm bewusst, dass der Kuss zwar beendet war, er sie aber mit solch einer Intensität umarmt hatte und sich nun an sie klammerte, dass Padme sich zu sorgen begann.
„Ja", flüsterte er, noch leicht verwirrt, „Ja, alles in Ordnung. Ich möchte dir nur für deine Nähe danken, für deine Liebe. Für all die Geduld, die du für mich aufbringst, und die Zeit,…"
„Scht, schon gut", sie berührte seine Lippen mit ihren rechten Finger, gebot ihm zu schweigen, „Du weißt, dass ich dich sehr liebe, und ich bin froh über jede Sekunde, die ich mit dir verbringen darf. Aber jetzt, nun, ich denke, wir sollten uns auf den Weg machen."
Er nickte. Sie hatte Recht; die Zeit rannte ihnen davon. Sein Tag war bis auf die letzte Minute durchgeplant und mit Besprechungen und Terminen voll gepackt. Eine Mittagspause würde er heute nicht einplanen können, erwarten dürfen; wahrscheinlich würde ein Berater ihm etwas bringen lassen, und das würde er dann zwischen Tür und Angel, wahrscheinlich lauwarm oder sogar kalt, herunterwürgen.
Beide verließen gemeinsam, gekleidet in ihre schweren Senatorengewänder sein Appartement in Republica 500 und ließen sich von einem Gleiter den kurzen Weg bis zum Senatsgebäude fliegen. Der Gebäudekomplex reflektierte die ersten Strahlen der Sonne, die einen schönen, warmen und besonders sonnigen Tag versprachen. Der Gleiter steuerte die Landefelder des Bürogebäudes an und ließ sie dort aussteigen. Seine rot gewandeten Wächter überschauten die Szenerie, jederzeit bereit, ihr Leben für ihn zu lassen.
Aber es war still. Kein Attentat zerstörte die scheinbare Ruhe des Morgens. Die Luft war frisch, würde sich aber merklich über den Tag hin erwärmen. Es stank, wie üblich auf diesem über und über mit Gebäuden und Industriekomplexen bebauten Planeten nach Abgasen.
Ganz anders als auf ihrem Heimatplaneten Naboo erschien Coruscant leblos, fast tot. Es gab eine gewisse Art von Fauna und Flora, doch die überwucherte zumeist nur die unteren oder untersten Ebenen, dort, wo schon lange kein Sonnenstrahl mehr die Umgebung erhellt hatte.
Angeblich gab es ganz unten, auf dem natürlichen Boden Coruscants, noch die einstigen Gebäude, mit denen Coruscant seine Besiedlungsgeschichte begonnen hatte. Vor vielen, vielen Tausend Jahren. Aber nicht einmal die Archäologen wagten es, sich auf die Reise zum Grund des Gebäudemeeres zu wagen, welches so unerforscht und geheimnisvoll unter ihnen lag. Es war gefährlich. Mörder, Banden und Verbrecher jeglicher Art trieben dort ihr Unwesen. Es gab Berichte von Wesen, die Mutanten glichen und deren Familien seit Generationen nicht mehr an die Planetenoberfläche gekommen waren. Dort unten herrschte das Elend und nicht einmal die erfahrenste Polizeitruppe brachte es fertig, dort für Recht und Ordnung zu sorgen. Es war Outlaw-Gebiet.
Und von dort unten kamen oft die erfolgreichsten Attentäter.
Auch Sidious hatten schon den Einen oder Anderen in seine Dienste gestellt. Sie erledigten ihren Job schnell, ohne Spuren. Effizient. Sie verschwanden danach wieder, oder aber man ließ sie verschwinden. Niemand würde überhaupt nach ihrem Verschwinden skeptisch werden, da sie offiziell meist gar nicht existierten; nicht registriert waren. Illegal waren. Manchmal ihre ganze Familie; seit Generationen.
Im Gebäude des Senats angekommen, bat er sie, wie abgesprochen, ihn noch kurz in sein Büro zu begleiten, um bei Mas Amedda das offizielle Aufgebot zu bestellen, welches dann auch nach Naboo geschickt würde, damit dort die Zeremonie in die Wege geleitet werden konnte. Schließlich sollte alles seine Ordnung haben. Zudem hatte er vor, erste Pläne für die Feierlichkeit mit ihr zu schmieden und eine erste Gästeliste aufzustellen. Sechs Wochen war schließlich keine allzu lange Zeitspanne, um eine Hochzeit auf die Beine zu stellen. Eine Hochzeit, der man nicht ansehen sollte, dass sie kurzfristig geplant worden war.
Mas Amedda begrüßte sie mit den entsprechenden Unterlagen im Büro des Kanzlers, ließ sie beide unterschreiben und beglückwünschte dann das Paar. Damit galten die beiden auch vor dem Gesetz als verlobt; ihre Beziehung war damit semi-legalisiert, in manchen Gegenden der Galaxie sogar legalisiert; der Ehe gleichgestellt. Auf Coruscant oder Naboo war eine Verlobung nur die Vorstufe der Eheschließung.
Allererste Gästelisten machten den Brautleuten deutlich, dass es wahrscheinlich besser wäre, im engsten Kreis das Gelöbnis zu sprechen.
Es gab keinerlei nennenswerte Reaktion Anakins auf die Nachricht der Verlobung des Kanzlers mit der Senatorin von Naboo. Er beglückwünschte sogar seinen Freund und Mentor mit einem Lächeln, doch Palpatine merkte durchaus, dass es hinter der Maske des freundlichen Padawan durchaus brodelte und rumorte. Aber selbst wenn es Anakin wirklich störte und sein Herz von innen her zerriss, so war er doch tapfer und versuchte, seine Gefühle zu verbergen.
Wahrscheinlich, zumindest nach seiner Entschuldigung von damals zu urteilen, schämt er sich seiner Wut, wünscht er doch, dass Padme glücklich ist. Und dass ich glücklich bin. Seine beiden liebsten Vertrauten heiraten; und er steht dazwischen, muss es dulden, muss zustimmen, sogar anwesend sein…nun, zumindest werden wir ihn einladen.
Als ein guter Freund von uns ist das doch selbstverständlich!
„Nun, setz dich doch, mein Junge", forderte er den Padawan auf und ließ einen Sekretär Tee servieren. Sie saßen im Durchgang seines zeremoniellen Amtssitzes, wo er in der Regel seinen Besuch empfing, und seinem privaten Büro.
Anakin nahm in dem hellbraunen Sessel platz. Das kostbare Leder schmiegte sich an seine Kleidung. Ihm gegenüber hatte sich der Kanzler nieder gelassen. Dem jungen Mann fiel ins Auge, dass es dem älteren Mann sichtbar gut ging. Er wirkte erholt, gut gelaunt, sogar etwas verjüngt. Das musste wohl an der Verbindung zu Padme liegen. Sie tat ihm gut; ihre Liebe, ihre Nähe, ihre Zuneigung.
Er beneidete seinen Mentor darum, sie Tag für Tag zu sehen, neben ihr einzuschlafen und aufzuwachen. Natürlich war Anakin bewusst, was eine Beziehung noch mit sich brachte; Obi-Wan hatte ihn selbstverständlich frühzeitig aufgeklärt. Ein Bild nagte besonders an ihm: Die Vorstellung, dass seine Padme mit dem Kanzler den sexuellen Akt vollzog.
Armer, armer Junge…dein Engel war niemals so unschuldig, wie du angenommen hast.
Sie ist fordernd, sie weiß, was sie will. Selbst ich hatte sie anders eingeschätzt und musste mir eingestehen bei unserer ersten Nacht, in der es zum Verkehr kam, dass sie ganz genau wusste, was ich zu tun hatte, damit auch sie zu ihrem Genuss kommen konnte!
Ein Unschuldsgesicht…
Nach außen hin ruhig, verschlossen, wie ein scheues Mäuschen; im Bett eine Hure.
Sie weiß ganz genau, was Männern gefällt!
„Meister Kenobi hat dir sicher bereits mitgeteilt, dass ich euch als meine Eskorte, als Leibwächter akzeptiert habe."
„Ja", murmelte Anakin, „Hat er. Er sagte etwas davon, dass unser eigentlicher Auftrag erst auf Eriadu beginnen würde und wir so genügend Zeit hätten, in einem der Lagerräume unser Training fortzusetzen."
„Und das schmeckt dir nicht?"
„Ich hatte gehofft…"
Er schwieg.
„Was hattest du gehofft, mein Sohn?", harkte er nach.
„Nun, ich hatte gehofft, ab und zu mit Padme sprechen zu können. Aber Obi-Wan, nun, mein Meister sieht es nicht gerne."
„Weshalb das? Ihr seid befreundet. Padme hatte ebenfalls im Sinn, dich zum Tee oder dergleichen einzuladen. Das enge Zusammenleben für einige Tage bietet ja eine perfekte Möglichkeit dazu."
Eine glatte Lüge. Padme wusste, dass es unvermeidbar war, den Jungen nicht ab und zu zum Tee zu ihnen einzuladen. Der Flug wehrte immerhin 5 Tage, nur noch, von ursprünglich 8 Tagen. Und es würde durchaus Zeiten der Langeweile geben; ein wenig Zerstreuung und Unterhaltung mit jemanden wie Anakin Skywalker durchaus eine willkommene Abwechslung zu all den Politikern an Bord.
„Ich würde gerne kommen", antwortete er leise.
„Ich werde es ihr ausrichten. Versprochen. Es wird sie freuen."
Möglicherweise stimmt dies sogar…nach ein paar Tagen mit Aks Moe und Organa…
„Und Meister Kenobi; ich versichere dir, auch Meister Kenobi wird nach ein paar Tagen an Bord für jede Abwechslung zu haben sein, die sich ihm bietet. Warum sollte er dir diese Möglichkeit dann noch verwehren wollen?"
Der Junge wechselte etwas verschüchtert das Thema, schnitt die Hochzeitsgerüchte an, die die Medien herausschrieen. Naboo hatte nichts dergleichen verlauten lassen, sich nicht damit gebrüstet, dass sein zurzeit bekanntester Sohn und seine zurzeit beliebteste und geachtestete Tochter heiraten würden. In Theed. Und auch ihre Büros gaben keine Kommentare ab, wenn Interviewanfragen hereinkamen oder Bestätigungen gewünscht wurden. Alles wurde streng und konsequent abgeschmettert.
Dass Anakin neugierig war, erschien dem Kanzler als selbstverständlich. Auch für den Jungen ging alles zu schnell, obwohl er es wohl durchaus geahnt hatte…geahnt hatte, dass dergleichen geschehen würde. Aber so schnell? Bestimmt nicht.
„Wenn du mir versprichst zu schweigen…", befriedigt sah Palpatine ein Nicken Anakins, „Als gut: Ja, wir werden bald heiraten; in etwas mehr als 4 Wochen. Die Vorbereitungen werden bereits auf Naboo getroffen."
„In 4 Wochen?", wiederholte der Junge irritiert, fast sprachlos.
„Die Medien überschlagen sich seitdem wir offiziell zusammen sind, daher halten wir das Datum, den Ort und alles weitere unter Verschluss. Wir werden im engsten Kreis getraut; und so hoffen wir, dass wir auch dich dort sehen werden."
Stille. Anakin stammelte etwas vor sich hin, was der Kanzler nur mühsam verstand, aber er vermutete, dass der Junge sich für die Einladung bedankte.
„Ich werde mit Meister Kenobi reden müssen", fügte Anakin schließlich noch hinzu.
Ich versichere dir, mein Junge, Kenobi wird sicher froh sein, dich für 10 Tage nicht sehen zu müssen, dich nicht ertragen zu müssen.
Vielleicht war es doch ein Fehler, dich einzuladen,…
Padme wollte dies nur bedingt,…aber sie hat schließlich zugestimmt.
„Tu das. Wenn es dir helfen sollte, so rede ich mit ihm. Padme macht der Stress mittlerweile auch schon zu schaffen; Ihr ist heute Morgen ziemlich unwohl gewesen…"
Leutnant Gouverneur Wilhuff Tarkin, der oberste Gouverneur des Sesswana-Sektors im Äußeren Rand, war extra nach Coruscant geflogen, um hier, nach einigen wichtigen Geschäften mit seinem Freund Raith Sienar von Sienar Technologies, den Obersten Kanzler und seine Gesandtschaft persönlich auf seinen Stützpunkt nach Eriadu zu begleiten. Das machte immer Eindruck, einen guten noch dazu, und bescherte im günstigsten Falle neue Freunde. Mit Mitte 30 hatte er bereits das höchste Amt im Äußeren Rand inne, dennoch hoffte er, dass seine Karriere weiter vorangetrieben würde. Den Obersten Kanzler unterstützte er bedingungslos; er hatte ihn schon kennen gelernt, als dieser erst ein ambitionierter Sektorensenator gewesen war.
Seltsam jedoch erschien ihm die Nachricht, dass der Kanzler mit seiner blutjungen Nachfolgerin angebändelt habe. In den Medien sprach man von Verlobung und spekulierte gar auf eine baldige Hochzeit. Er kannte die junge Frau nicht, hatte sie lediglich in diversen Ausgaben der HoloNews gesehen. Sie war ansehnlich, ja hübsch, vielleicht sogar zu hübsch, und sie war in der Tat noch sehr jung! Gewiss besaß sie einige Vorzüge, die sie für den Obersten Kanzler interessant machten, doch Tarkin weigerte sich, noch weiter darüber nachzudenken. Die junge Dame würde den Kanzler in ihrer Funktion als Senatorin von Naboo begleiten, somit würde er die Ehre ihrer Bekanntschaft haben.
Bisher war er nur ein einziges Mal in den Genuss einer privaten Unterredung mit dem Kanzler gekommen, und das war auf einem Ball gewesen. Ansonsten hatte er ihn zumeist in Audienzen gesprochen. Nun aber hatte das Büro des Kanzlers ihn gebeten, nicht zum Senat zu kommen, sondern direkt in die Wohnung des Kanzlers in Republica 500.
Eine besondere Ehre zweifelsohne.
Sein Lufttaxi machte an einem Landungsdock halt und ließ ihn aussteigen. Durch diverse Sicherheitskontrollen und vorbei an rot gekleideten, maskierten Kriegern, mit einem Repulsorlift hinauf, erreichte er die Ebene, auf der sich das Appartement befand. Wieder flankierten rote, maskierte Wachen den Eingang. Ehrwürdige Kämpfer, die den Kanzler bereits mehrmals das Leben gerettet hatten. Hieß es.
Er betrat die Wohnung und wurde sogleich von Sate Pestage, dem Berater und Sekretär des Kanzlers, empfangen. Er schien regelrecht auf ihn gewartet zu haben. Zu spät war er bei Weitem nicht, selbstverständlich nicht!
„Seine Exzellenz erwartet Euch im Salon", Pestage verbeugte sich rasch und wies Tarkin die Richtung, bat ihn, ihm zu folgen. Und so gelangte der Gouverneur von Eriadu innerhalb von wenigen Augenblicken in den Öffentlichen Salon.
Dort erwartete ihn Palpatine in der Tat schon, doch war er nicht allein. Neben ihm saß eine wirklich junge, und in Tarkins Augen bezaubernde Frau, gekleidet in die Robe einer Senatorin. Wahrscheinlich hielt der Kanzler es für notwendig, ja taktvoll, ihm seine Lebensgefährtin offiziell vorzustellen, wäre sie doch oftmals in seiner Nähe; häufiger zumindest als sonst irgendjemand. Beide erhoben sich freundlich, als er den Raum betrat.
Nach einer tiefen Verbeugung und einem Gruß, den Palpatine erwiderte, ergriff der Kanzler das Wort: „Leutnant Gouverneur Tarkin, ich möchte Euch meine Verlobte vorstellen. Senatorin Padme Naberrie Amidala; sie ist unter den Senatoren, die das Komitee bilden."
Verlobte? Also stimmen die Spekulationen der Presse?!
„Es ist mir eine Freude, Euch kennen lernen zu dürfen, Milady."
„Mir ebenfalls, Leutnant Gouverneur Tarkin", antwortete diese mit ruhiger, leiser, aber wohlklingender Stimme, dann fügte sie hinzu, dass sie sich entschuldigen müsse, um letzte Vorbereitungen zur morgigen Abreise zu treffen. Sie neigte grüßend ihr Haupt in Tarkins Richtung und verließ dann den Salon, um die Herren bei ihrem Gespräch nicht zu stören. Der Kanzler bot Tarkin einen Sitzplatz an und beide ließen sich auf den mit kostbaren Stoffen bezogenen Sesseln nieder. Ganz der gute Gastgeber ließ Palpatine alkoholische und nicht-alkoholische Getränke servieren.
„Meinen Glückwunsch zur Verlobung, Eure Exzellenz. Verzeiht, dass ich etwas überrascht wirke, ich hatte noch nicht davon gehört."
„Das mag daran liegen, dass wir es noch nicht bekannt gegeben haben. Die Presse ist einfach nur lästig geworden", er lächelte etwas, schmunzelte, „Aber nun, sagt mir, ist alles auf Eriadu vorbereitet worden?"
„Die Vertreter der Gilde der Sklavenhändler haben zugesagt, ebenso einige Vertreter der Hutts. Die Sicherheitsstandards sind erhöht worden, die Sicherheitssysteme auf dem neusten Stand. Ich habe mir erlaubt, meine besten Männer als Eure Leibwache einzuteilen."
Palpatine winkte ab: „Bitte, Tarkin. Ich habe meine Leibgardisten und zusätzlich noch die Jedieskorte, die mir der Senat und der Rat der Jedi aufgedrängt haben. Ich versichere Euch, dass ich bestimmt nicht noch mehr Wachen brauche, die unnütz um mich herum stehen und mich davon abhalten, die Verhandlungen zu führen."
„Aber, Kanzler, es geht um Eure Sicherheit!"
„Dessen bin ich mir vollends bewusst. Ich mag auf Naboo etwas naiv und unvorsichtig gewesen sein, aber seit unbesorgt, ich plane nicht, mich allein auf Eriadu zu bewegen!"
