Gebetat von der liebreizenden Stephi, die mit einer gewissen Ungeduld auf das nächste Kapitel wartet

Kapitel 21

Harrys Augen weiteten sich kurz, aber er hatte sich schnell wieder unter Kontrolle. "Morgen Vormittag, mit Rufus ist alles geklärt. Wenn du es irgendwie schaffen solltest, Hermine nicht über den Zweck unseres Ausflugs zu informieren, könnten wir sie ja mit Moony zusammen überraschen". "Tara, kein Wort zu Hermine, du hast ja gehört, dass es eine Überraschung werden soll", sagte Harry und die Kleine legte sich grinsend ihren Zeigefinger auf den Mund.

Dann ging er hinunter zum Pool, wo Hermine sein Eintreffen bemerkte und auf ihn zu stürmte. Stephi beobachtete grinsend die Begrüßung, sie hatte Hermines Schilderungen schon entnommen, wie sehr sie und Harry sich liebten.

Sie musste an ihre Zeit mit Torsten denken, der Mann, von dem sie geglaubt hatte, dass er ihre große Liebe sei. Wie es so aussah, hatten das noch mindestens drei weitere Frauen geglaubt. Sie musste an sein entsetztes Gesicht denken, als er nach Hause kam und sein Kopf nur knapp der schweren Kaffeetasse entkam, die sie nach ihm geschmissen hatte. Dann flogen noch einige weitere Gegenstände auf ihn zu und er hatte das Weite gesucht. Sie hatte ihn niemals wiedergesehen, denn er hatte es vorgezogen, einen Freund zu ihr zu schicken, um seine Sachen abzuholen. Es war nicht viel, was Frank holen konnte, denn sie hatte, obwohl es Juni war, ein Feuerchen im Kamin entzündet und alles, was sie ihm geschenkt hatte, genüsslich verbrannt. In den nächsten Tagen hatte sie heraus gefunden, dass er noch mehr Eisen im Feuer hatte, nicht nur die kleine Rothaarige, mit der er in ihrem Lieblingsbuchladen herumgeknutscht hatte, wobei sie ihn erwischt hatte. Andere Frauen hätten in dieser Situation vielleicht eine Szene gemacht oder sich passiv verhalten. Sie hingegen war zu ihm gegangen, hatte ruhig ihren Autoschlüssel und die Papiere von ihm verlangt und war in ihrem Honda Civic, den er sich ausgeliehen hatte, nach Hause gefahren. Dort hatte sie gewartet, bis Torsten angeschissen kam und hatte ihre beeindruckenden Fähigkeiten im Tassenwerfen demonstriert.

Tara riss sie aus ihren Gedanken heraus, indem sie an ihrer Hand zog. "Stephi, schau mal, mein Besen", sagte sie und präsentierte ihrer neuen Freundin ihren Feuerblitz. Stephi betrachtete den Besen mit gemischten Gefühlen, sie hatte nie verstehen können, was die Zauberer dazu bewog, ihr Leben auf diesen Dingern zu riskieren. Auch Motorrädern konnte sie nichts abgewinnen, da zog sie ihren japanischen Sportflitzer vor. Sie musste aber zugeben, dass der Besen durchaus beeindruckend aussah und wurde etwas neugierig auf das Original. Sie wusste von ihrer Mutter, dass Harry einen Feuerblitz besaß und würde ihn sich gerne einmal anschauen. "Harry hat auch so einen, nur in groß", wurde sie von Tara informiert.

Dann zog sie Stephi zu der Gruppe, die gerade ihre neuen Spielsachen und Kleider bewunderte. Harry hatte schon von Charley und Rhana zu hören bekommen, dass er viel zu viel gekauft hätte, aber er hatte diese Predigt abgewürgt. Tara präsentierte nun auch ihre neue Sonnenbrille, die ihrem Wunsch gemäß als cool gewürdigt wurde.

Als es nun darum ging, die Einkäufe in Taras Zimmer zu bringen, wurde nicht nur Harry dazu verdonnert, sie zu begleiten, sondern auch Hermine und Stephi. Als Tara ihre Spielsachen und Klamotten mit Hilfe ihrer drei erwachsenen Freunde verstaut hatte, schickte sie Hermine und Stephi in den Garten zurück, wobei sie der Ersteren einen beschwörenden Blick zu warf. Hermine verstand, was Tara beabsichtigte und zwinkerte ihr verschwörerisch zu.

Als die beiden jungen Frauen auf dem Weg nach unten waren, sagte Stephi grinsend: "Kann es sein, dass die Kleine deinen Harry ganz schön um den Finger wickelt?". "Nicht nur ihn. Aber auf ihn hat sie es halt abgesehen und hängt ständig an ihm", gab Hermine zurück. "Das habe ich gemerkt. Du hättest sein Gesicht sehen sollen, als wir ihre Klamotten mit seinen Fotos bedrucken ließen", kicherte Stephi. Die Beiden setzten sich an den Tisch und Stephi erzählte einer amüsierten Gesellschaft von der Klamottenbedruckerei.

Gleich darauf war es mit dem allgemeinen Amüsement vorbei, denn Harrys und Taras Flugstunde war fällig. Wie immer starteten sie von Harrys Zimmer aus und wie immer begannen sie mit einem Sturzflug in Richtung ihrer Freunde. Stephi schrie entsetzt auf und wollte sich zu Boden werfen, aber da hatte Harry den Besen schon wieder hoch gerissen, sie konnte sein dreckiges Lachen und Taras begeistertes Quietschen hören. Die Einzige, die sich nicht erschreckt hatte, war Hermine, die mit dieser Aktion gerechnet hatte.

Stephi schaute fassungslos Harry beim Fliegen zu, sie hatte durch ihren quidditchfanatischen Vater schon einige Spiele gesehen, aber was Harry da trieb, war mit nichts zu vergleichen, was sie bei diesen Gelegenheiten jemals gesehen hatte. Noch mehr staunte sie über Tara, der selbst die waghalsigsten Flugmanöver Harrys ein unbändiges Vergnügen zu bereiten schienen. "Willst du nicht auch einmal mitfliegen?", fragte Hermine. "Ich weiß nicht so recht, Mine. Es würde mich reizen, aber was Harry da treibt, ist mir doch zu heftig", antwortete Stephi. "Er kann auch sanfter fliegen und du kannst davon ausgehen, dass er absolut sicher fliegt. Selbst Victor Krum ist von ihm beeindruckt", sagte Hermine stolz. "Na gut, ich versuche es. Wenn er es zu wild treibt, beiße ich ihn einfach", meinte Stephi und Hermine stellte sich kichernd diese Situation vor.

Als Harry einige Zeit später landete, sagte Hermine nach dem üblichen Begrüßungskuss: "Stephi möchte auch einmal mit dir fliegen, Schatz". "Aber nur, wenn du auf die Kapriolen verzichtest, die du eben abgezogen hast", sagte Stephi warnend. "Definiere Kapriolen", antwortete Harry. Wie aus der Pistole geschossen zählte Stephi die verbotenen Flugmanöver auf, vergaß aber zu ihrem Pech den Vronski-Bluff. Hermine bemerkte das, sagte aber nichts, denn sie gönnte Harry den kleinen Spaß. Außerdem hatte sie Stephi gut genug kennen gelernt, um abschätzen zu können, dass sie nicht lange sauer sein würde.

Stephi setzte sich hinter Harry auf den Besen und der hob ab. Langsam stieg er auf und Stephi stellte fest, dass es eigentlich gar nicht so schlimm war. Langsam stieg Harry auf 300 Meter, dank der umfangreichen Schutzzauber konnte er das tun, ohne gesehen zu werden. Stephi war von der Aussicht sehr begeistert und Harry bekam eine ganze Latte von Schau-mal-da-Ausrufen zu hören. Nach einer Weile beschloss er, dass Stephi jedes Schiff, jeden Felsen und jeden Baum ausreichend kommentiert hatte.

"Weißt du eigentlich, dass du bei der Aufzählung der verbotenen Flugmanöver eins vergessen hast?", fragte er scheinheilig. "So? Welches denn?", fragte Stephi zurück. Im nächsten Moment kippte der Feuerblitz nach vorne und sie rasten dem Erdboden entgegen. Stephi klammerte sich an Harry und versuchte ihn anzuschreien, aber ihre Stimme hatte sich vorübergehend verabschiedet. Gerade als sie sich sicher war, dass sie gleich in voller Fahrt in den Boden einschlagen würden, kippte der Feuerblitz erneut, sie fühlte sich kurz unglaublich schwer und da rasten sie in einer Spirale dem Himmel entgegen. Gleich darauf befanden sie sich ungefähr an der Stelle, von der aus sie diesen entsetzlichen Sturzflug begonnen hatten. "Den Vronski-Bluff hast du vergessen", sagte Harry, als wenn nichts gewesen wäre. "Was?", fragte Stephi verdattert. "Den Vronski-Bluff. So nennt sich dieser Sturzflug, den ich eben gemacht habe. Normalerweise benutzt man den, um den gegnerischen Sucher zu verarschen", erklärte Harry. "Und um mir einen Herzinfarkt zu verschaffen", sagte Stephi, die allmählich wieder zu sich kam. "Das habe ich in den offiziellen Quidditch-Regeln noch nicht gelesen, kann aber sein, dass ich es übersehen habe", meinte Harry. "Sei froh, dass ich eine Squib bin, sonst hättest du jetzt ein Problem", sagte Stephi, die schon wieder grinsen musste.

"Du wärst wohl gerne ein Hexe, was?". "Klar, das war schon immer mein Traum, aber ich habe halt nun mal nicht genug Magie in mir", sagte Stephi und man konnte den traurigen Unterton in ihrer Stimme mehr ahnen als hören.

Harry fasste einen Entschluss, er würde aus Stephi eine Hexe machen und das diesmal bewusst, nicht zufällig wie bei Ian, Harriet und Tina. Er steuerte diesmal gemächlich den Boden an und schwebte zu Hermine. "Schatz, komm bitte mal in unser Zimmer". Dann flog er mit der verwirrten Stephi zu seinem Balkon und landete in seinem Zimmer. "Harry, was ist denn los?", fragte Stephi. "Warte bitte, bis Hermine kommt", antwortete Harry.

Sie ließ nicht lange auf sich warten, nach weniger als einer Minute öffnete sie die Tür und trat ein. Nach der üblichen Begrüßung sagte Harry: "Stephi hat mir gerade gesagt, dass sie gerne eine Hexe wäre". Verstehen blitzte in Hermines Augen auf. "Na, das dürfte ja kein großes Problem sein", meinte sie und kicherte über Stephis verblüffte Miene. "Vielleicht sollten wir es ihr erklären", schlug Harry trocken vor. "Ich komme nicht umhin, dir zuzustimmen", tönte Hermine geschnörkelt. "Könntet ihr bitte erklären, worüber ihr da schwafelt", sagte Stephi genervt.

Als sie dann hörte, dass Harry die Möglichkeit besaß, aus Muggeln und Squibs vollwertige Hexen und Zauberer zu machen, glaubte sie zunächst, dass die Beiden sie gerade gründlich verarschen würden. Aber dann erklärte Hermine ihr diese Sache von einem eher wissenschaftlichen Standpunkt aus und sie begann daran zu glauben. Dann fragte Harry: "Jetzt liegt es an dir, willst du eine Hexe werden?". "Würdest du das wirklich für mich tun?", fragte Stephi begeistert. "Ja, aber nur unter einer Bedingung. Du musst mir versprechen, mir keine Flüche wegen dem kleinen Vronski-Bluff aufzuhalsen", gab Harry grinsend zurück. "Versprochen!", jubelte Stephi auf und fiel Harry um den Hals.

Harry umarmte sie fest und ließ seine Magie fließen. Stephi erbebte in seinen Armen, sie fühlte in diesem Moment eine Art Kribbeln, das sie an elektrischen Strom erinnerte, aber irgendwie war es anders. Nach einigen Sekunden ließ Harry sie los und setzte sich aufs Bett. Auch wenn er sie nun nicht mehr berührte, das Kribbeln blieb und ebbte nur langsam ab. Harry warf Hermine seinen Stab zu. "Dann teste mal, ob es gereicht hat", forderte er sie auf. Hermine drückte Stephi Harrys Zauberstab in die Hand und forderte ihre neue Freundin auf, ihn zu schwingen. "Willkommen in der magischen Welt", kommentierte Hermine die roten und goldenen Funken, die aus der Zauberstabspitze schossen. Stephi als begeistert zu bezeichnen, wäre die Untertreibung des Jahres gewesen.

Nach etlichen Umarmungen gingen die Drei zurück in den Garten, wo Hermine die neue Hexe als solche vorstellte. Die Nachricht wurde mit Begeisterung aufgenommen, vor allem von Ian, Harriet und Tina, denn nun waren sie nicht mehr die Einzigen, welche die Zauberei lernen mussten und die man öfters mal verarschte.

Als sich der Trubel etwas gelegt hatte, sagte Stephi zu Harry und Hermine, mit denen sie sich an den Pool gesetzt hatte: "Eine Bitte habe ich an euch. Könntet ihr mit mir in den nächsten Tagen einmal meine Eltern besuchen? Sie werden aus den Schuhen kippen, wenn sie erfahren, dass ich eine Hexe bin. Außerdem ist meine Mutter ein Harry-Potter-Fan". Harrys Gesicht zog sich etwas in die Länge. "Bleib cool, so schlimm wie Tara ist sie nicht", sagte Stephi beruhigend. "Sie ist noch schlimmer", fügte sie in Gedanken hinzu, sprach das aber natürlich nicht aus.

"Das können wir machen, aber nicht morgen. Ich habe einen Termin mit Rufus und ihr beide solltet einen Zauberstab besorgen gehen", meinte Harry. "Mit dem Minister? Davon wusste ich ja gar nichts", sagte Hermine. "Der Termin steht schon seit einiger Zeit fest, auch Sev soll daran teilnehmen. Albus wird ebenfalls mitkommen, er will mit Rufus etwas bereden und in der Mysteriumsabteilung hat er auch etwas zu tun", erklärte Harry und Hermine war befriedigt.

Bald wurde zu Abend gegessen und es dauerte nicht lange, bis Harry und Hermine sich zurück zogen. Harry war etwas erschöpft von dem Magietransfer und Hermine wollte ihm nicht ganz selbstlos beim Einschlafen helfen.

Stephi übernahm heute die Rolle der Vorleserin, sie wusste noch nicht, dass sie auch einen Gast in ihrem Bett haben würde. "Na komm, Tara, ich werde auch müde, ich lese dir noch etwas vor und dann gehe ich auch schlafen", sagte sie. "Kann ich bei dir schlafen?", fragte Tara wie aus der Pistole geschossen. Da die Monsterstory letzte Nacht bei Harry und Hermine ja hervorragend funktioniert hatte, fügte sie erklärend hinzu: "In meinem Zimmer gibt es nämlich Monster". Es fiel den Erwachsenen schwer, ihre Belustigung nicht zu zeigen. Noch schwerer wurde das, als Tara triumphierend über Stephis Schulter grinste, als sie sich von ihrer neuen Freundin nach der Verabschiedung zum Haus tragen ließ.

Die Beiden hatten zunächst einmal Spaß im Bad, denn Tara wollte mit Stephi duschen und auch so gut riechen wie sie. Also ließ sie sich mit Stephis Duschgel einseifen, auch ihre Haare wurden gewaschen. "Jetzt rieche ich wie du!", sagte die Kleine, als sie abwechselnd an Stephi und sich selbst schnüffelte. Dann zogen sie sich T-Shirts an und schlüpften ins Bett.

Eine halbe Stunde später nahm Tara Stephi das Märchenbuch aus den Händen. Ihre neue Freundin war im Vorlesen so begabt, dass sie sich selbst eingeschläfert hatte. Tara legte das Buch auf den Nachttisch und kuschelte sich zufrieden an Stephi, gleich darauf schlief auch sie ein.

Vollkommen ausgeruht erwachten Harry und Hermine am nächsten Morgen. Sie hatten ausnahmsweise einmal den größten Teil der Nacht geschlafen, was darauf schließen ließ, dass die nächste Nacht wieder anstrengend werden würde. Einen kleinen Vorschuss gewährten sie sich schon einmal unter der Dusche, dann traten sie den Weg nach unten an, wo sich alle außer Remus und Tonks am Tisch versammelt hatten und frühstückten. Stephi und Hermine begannen mit einer angeregten Unterhaltung, während Harry von Ian und Harriet in Anspruch genommen wurde.

Nach einer Weile fragte Hermine: "Sag mal, Schatz, wie lange wird euer Termin denn dauern?". "Da können schon einige Stunden draufgehen", antwortete Harry. "Gut, dann zeige ich Stephi die Winkelgasse, wenn wir ihren Zauberstab gekauft haben". "Darf ich mit?", fragte Tara begeistert. "Meinetwegen gerne, aber du musst erst deine Eltern fragen", antwortete Hermine. Tara machte die Sache schnell klar und bald brachen sie auf, nachdem Harry und Hermine sich wie üblich verabschiedet hatten.

"Ich glaube, wir sollten nun auch aufbrechen", sagte Albus und sorgte dafür, dass sich Harrys leicht glasiger Blick klärte. Sie verabschiedeten sich und gerade, als sie ins Ministerium apparieren wollten, grinste Sev und sagte: "Anscheinend hat unser Wölfchen seine Pflicht erfüllt". Er hatte wohl Recht, denn da betraten ein ausgelaugt wirkender Remus und eine beschwingt wirkende Tonks den Garten.

Sie disapparierten lachend und tauchten im Vorzimmer des Ministers wieder auf. Hier gab es einen lauten Krach, als Percy bei ihrem Auftauchen erschrocken zurück sprang und offenbar dem Umstand, dass er auf seinem Stuhl saß, vollkommen vergessen hatte. Als er sich aufrappelte, fiel sein Blick auf Albus und er fiel erneut zu Boden. "Guten Morgen, Mr. Weasley. Falls sie diese Gleichgewichtsstörungen öfter haben sollten, wäre es ratsam, einen Heiler zu konsultieren", sagte Sev so ölig, wie nur er es konnte. Percy zog sich an seinem Schreibtisch in die Senkrechte, starrte Albus an und sagte tonlos: "Professor Dumbledore". "Wie ich sehe, funktioniert ihr Gedächtnis besser als ihr Gleichgewichtssinn, Mr. Weasley", gluckste Albus. Es war offensichtlich, dass Rufus "vergessen" hatte, Percy darüber zu informieren, dass Albus nicht so tot war, wie alle geglaubt hatten.

Da öffnete sich die Tür zum Büro des Ministers. "Ah, da seid ihr ja", sagte Rufus. "Weatherby, ich bin für die nächste Zeit in der Mysteriumsabteilung. Ich bin für niemanden zu sprechen, außer wenn das Ministerium brennt, haben sie das verstanden?". Percy nickte wortlos, noch immer starrte er Albus an. "Und Mr. Weasley, ich bitte sie nachdrücklich, meine Existenz streng geheim zu halten, bis man ihnen erlaubt, darüber zu sprechen", sagte Albus ernst. Rufus machte aus Albus Bitte einen strikten Befehl, dann machte Albus sich unsichtbar und die vier schritten zu den Aufzügen.

Nach einer kurzen Fahrt erreichten sie das unterste Stockwerk, welches sie absolut leer vorfanden. "Hast du die komplette Abteilung beurlaubt?", fragte Harry. "Nein, ich habe einen Betriebsausflug zu den Pyramiden von Gizeh für sie organisiert. Vorsichtshalber habe ich ihnen ein paar Vergissmichs mit geschickt, ihr könnt euch ja bestimmt vorstellen, was passiert, wenn Unsägliche und Muggel-Archäologen zusammen treffen". Harry, Sev und Albus prusteten los, sie wussten, dass sich die Unsäglichen nicht im Geringsten um die Geheimhaltungsabkommen scherten.

Als sie nach kurzer Zeit die Todeskammer erreichten, begann Albus, ihnen das Ritual zu erklären. Es war keine große Sache, zuerst musste Sevs Trank erhitzt werden, damit sich die Dämpfe desselben im Raum ausbreiten konnten. Dann würde Albus Part kommen, er musste eine Beschwörung in altem Keltisch sprechen. "Zum Glück versteht keiner von euch diese Sprache, denn sonst würde ich wohl rote Ohren bekommen", sagte er abschließend. Drei verständnislose Blicke trafen ihn. "Ich erkläre es euch genauer. Nehmen wir als Beispiel deinen Freund Ron, Harry. Womit könnte man ihn am Besten anlocken?". "Mit Essen", antwortete Harry wie aus der Pistole geschossen. "Genau! Ich müsste also, wäre Ron in dem Raum hinter dem Bogen gefangen, ihm die zu erwartenden kulinarischen Genüsse in den blumigsten Worten schildern. Nicht einfach: Ron, komm zu mir, hier gibt es was zu Essen, sondern ich müsste sehr ins Detail gehen". "Das heißt, wenn du in dem Bogen gefangen wärst, müssten wir dir die Vorzüge von Zitronenbrausebonbons nahe bringen und das auf keltisch", gluckste Harry. "Genau. Was nun Sirius angeht, seine größte Leidenschaft sind weder Essen noch Zitronenbrausebonbons", antwortete Albus. "Nun, das dürften bei ihm wohl Frauen sein", gab Sev vergnügt von sich. "Genau. Ich muss also die Vorzüge des weiblichen Geschlechts und die damit verbundenen Genüsse äußerst anschaulich schildern. Glücklicherweise wird Sirius keine Erinnerung an meine Worte haben, sonst könnte ich ihm nie mehr ins Gesicht sehen", sagte Albus und eine leichte Röte erschien auf seinem Gesicht. Die drei Anderen prusteten los, was von Albus mit ungnädigen Blicken kommentiert wurde.

"Wenn ihr euch beruhigt habt, könnten wir mit dem Ritual beginnen", sagte er, beschwor ein Gestell mit einer flachen Messingschale und bat Sev um den von ihm gebrauten Trank. Sev reichte Albus eine Flasche, die bis an den Rand mit einer blauen, schimmernden Flüssigkeit gefüllt war. Albus schüttete den Inhalt der Flasche in die Schale und beschwor ein kleines Feuer darunter. Nach einigen Minuten breitete sich ein stechender Geruch im Raum aus, da zog Albus ein Pergament aus der Tasche und begann, den keltischen Text darauf zu lesen. Der Anfang schien allgemein gehalten zu sein, denn den las Albus ohne das geringste Zeichen von Verlegenheit, aber dann kam eindeutig der auf Sirius abgestimmte Teil. Albus wurde wieder rot und sprach auch etwas leiser als zuvor, aber scheinbar machte er seine Sache richtig. Der Vorhang im Bogen begann sich in einem nicht vorhandenen Wind zu bewegen und als Albus das letzte Wort gesprochen hatte, sprang eine große Gestalt, die einen schwarzen Umhang trug, aus dem Bogen und schleuderte der Gruppe einige Schocker entgegen, von denen aber keiner traf. Als er bemerkte, wen er da attackierte, stellte er seine Flüche ein und fragte verblüfft: "Wo ist diese Todesser-Schlampe? Habt ihr sie schon geschnappt?". Dann fixierte er Harry und fragte verwirrt: "Harry? Bist du das? Was ist denn mit dir passiert und wie siehst du aus?". Harry trat auf ihn zu und bevor Sirius begriff, was geschehen war, hatte Harry ihn fest umarmt.