Wir haben gemeinsam beschlossen Ai bis zum Abend nichts zu verraten. Sie soll den letzten Tag mit mir so normal wie möglich verbringen.
Erst nach dem Abendessen setzen wir uns gemeinsam ins Wohnzimmer. Sai meinte ich muss es alleine machen. Er würde ihr es nachher schon nochmal erklären, wenn der Schock vorbei ist.
„Ai komm bitte mal her!", bete ich meine Tochter. Sie setzt sich auf meinen Schoß und schaut mich ernst an, so als wüsste sie schon was passiert. „Ich hab dich ganz doll lieb!", sage ich. Mir kommen schon die Träne, aber da muss ich jetzt durch. „Ich hab dich auch ganz doll lieb Mami!, sagt sie und kuschelt sich an mich. „Das wird auch immer so bleiben, dass versprech ich dir, meine Große!", setze ich fort. „Ja Mami, für immer!", erwidert sie unwissend. Ich schaue zu Sai, aber er schüttelt den Kopf.
Ich weiß ja selbst dass es meine Aufgabe ist. Bis jetzt hat immer er alles getan, ich bin jetzt einfach an der Reihe.
„Erinnerst du dich an das Foto, welches du vor ein paar Monaten in meinem Schrank gefunden hast?", versuche ich wieder an zu setzen. Sie nickt und schaut zu ihrem Vater. „Das ist mein alter Teampartner. So wie Naruto. Verstehst du?" „Ja, also noch ein Onkel?", fragt sie. „Ja. Weißt du das ist Sauke und den hab ich auch ganz doll lieb…" „So wie Onkel Naruto?", unterbricht mich meine Tochter. „Nein, Naruto hab ich gerne, aber nicht so wie Sasuke." Ich mache eine Pause. Das ist nicht einfach für mich, das kann mir jeder ansehen. „So wie Papa?", fragt sie nach. Nun kommt Sai mir doch zu Hilfe. Er setzt sich neben mich. „Ja, so wie mich. Ai, Sasuke bedeutet deiner Mama sehr viel schon seit sie so alt war wie du jetzt.", antwortet er anstelle von mir. „Schon so lange?", hackt sie nach. „Ja Ai. Ich liebe Sasuke schon seit ich vier Jahre war. Ich hab mit ihm viel durchgemacht, aber wir haben nie zusammen gefunden.", antworte ich nun wieder. „Sasuke ist ein abtrünniger Ninja, aber er ist keinesfalls gefährlich. Er hat vor vielen Jahren eine falsche Entscheidung getroffen und nun bereut er diese.", versuche ich ihr zu erklären. Aber abtrünnige werden doch gejagdt!", sagt sie. „Ja das ist richtig.", mischt sai sich wieder ein. „Mami liebst du diesen Mann mehr als uns?", fragt mich meine Tochter,a ls mir die Tränen wieder einmal über die Wangern laufen. „Nein, ich liebe euch genauso sehr wie ihn. Liebe wächst, sie wird nicht weniger, nur weil man mehr Menschen liebt!", erkläre ich.
„Dann ist gut.", sagt Ai zufrieden. Ich versuche zu Lächeln, was mir allerdings nicht besonders gelingt. „Ai, ich …", doch weiter komme ich nicht. Ich kann es nicht aussprechen. So glücklich ich auch vorhin noch war, fällt es mir nun schwer meine Tochter zu verlassen. Ich kann es ihr nicht sagen. „Mama liebt Sasuke wirklich sehr. Sie hat ihn all die Jahre vermisst und möchte nun zu ihm, für eine Weile. Verstehst du das?", rettet Sai mich mal wieder. „Ja, ich hab dich ja auch ganz dolle vermisst!", erwidert sie. „Danke meine Große!", flüstere ich. Wir kuscheln noch eine Weile bis ich meine Tochter ein letztes Mal ins Bett bringe. Danach setze ich mich auf die Couch und beginne einen Brief zu schreiben. Ich habe beschlossen eine Weile nicht hierher zurück zu kommen, der Abschied würde nur noch schwerer fallen.
Liebe Ai,
ich gratuliere dir zu deinem 12. Geburtstag!
Ich bin nun schon ein paar Jahre weg, dennoch liebe ich dich! Ich konnte dir damals noch nicht alles erzählen, du warst einfach noch zu jung, aber nun bist du alt genug um zu verstehen wieso ich ging.
Gerne würde ich es dir persönlich erzählen, aber als Nuknin ist mir das nicht möglich.
Es fing an als ich mich mit vier Jahren in Sasuke verliebte. Später kam ich mit ihm in ein Team und dann erließ er Konoha um stärker zu werden. Bestimmt hast du mittlerweile von dem Uchiha-Masaka gehört. Itachi, ist Sasukes großer Bruder, der wollte er besiegen. Doch zum Schluss haben sie sich doch wieder vertragen.
In der Nacht, in der Itachi hier in Konoha verstarb gab er mir einen Brief von Sasuke. Darin stand, dass er mich liebte. Er es sich jedoch bis jetzt nicht eingestehen konnte. Er bat mich mit ihm zu gehen. Doch ich hatte in der Nacht noch etwas heraus gefunden, nämlich das du auf dem Weg warst. Sonst wäre ich wahrscheinlich sofort gegangen. Versteh es nicht falsch, ich liebe deinen Vater, aber es ist eine andere Liebe, als die die ich für Sasuke empfinde. Ich hab eine Stunde mit Sasuke in dieser Nacht verbracht, es war ein Abschied für immer. Ich hatte nie damit gerechnet, dass Sai sich auf die Suche nach ihm macht. Ich bin ihm so dankbar für alles.
Ich konnte nicht glücklich werden, nicht ohne Sasuke. Vielleicht wäre es gegangen, wenn ich weiterhin als Shinobi hätte arbeiten dürfen, vielleicht wäre es aber auch noch schlimmer für mich gewesen. Das kann man im Nachhinein, nicht beurteilen.
Ich hoffe ich konnte dir damit verständlich machen, weshalb ich vor sechs Jahren ging.
In Liebe deine Mutter
Ich faltete den Brief, gerade als Sai rein kam. „Gib den bitte Ai, wenn sie 12 Jahre alt ist. Ich hab den Brief geschrieben, falls Naruto die Treffen nicht organisieren kann. Ich will sein Glück als Hokage nicht zerstören, nur weil ich Fehler gemacht habe.", richte ich mich an ihn. „Das werde ich.". „Und das sind die Briefe an meine Freunde. Könntest du sie ihnen bitte geben, nachdem ich weg bin?", frage ich. „Werde ich. Mach dir keine Sorgen. Du wirst jederzeit hierher zurückkehren können! Vergiss die Worte, die Tsunade damals gesagt hat. Jetzt ist Naruto Hokage. Und solltest du dich bei Sasuke doch nicht wohl fühlen, bist du jederzeit willkommen. Ich werde dich nie verstoßen!", erklärt Sai.
Ich bin ihm so dankbar für alles.
Am nächsten Morgen gehe ich duschen und ziehe meine Shinobikleidung an. Mit der Tasche gehe ich hinunter und mache wie jeden Morgen Frühstück.
Eine viertel Stunde später kommt Sai mit Ai auf den Armen in die Küche. Verschlafen lässt sie sich auf den Stuhl setzen. In Stille nehmen wir das letzte gemeinsame Frühstück zu uns. „Geh dich anziehen, wir bringen dich gemeinsam zur Akademie.", befiehlt Sai. Mir ist nicht nach reden zu Mute. „Brauchst du noch was?", richtet er sich an mich. „Nein, ich habe alles.", erwidere ich. „In Ordnung. Ich mache mich auch fertig.
Eine halbe Stunde später verlassen wir gemeinsam das Haus. Sai und ich haben unsere Missionstaschen dabei. Vor der Akademie verabschiede ich mich von meiner Tochter. „Egal wie lange es dauern wird, ich werde wiederkommen, versprochen!", sage ich. „Ich werde warten!", erwidert Ai. „Ich gebe ihr mein Haarband, welches ich immer getragen habe, bevor ich zur Genin wurde. Sofort band sie es sich in ihre schwarzen Haare. „Okay, also denk daran und geh heute mit Aki zu Hinata. Sie wird ein paar Tage auf dich aufpassen, bis ich zurück bin.", richtet sich Sai an unsere Tochter. „Wird ich bis dann. Ich hab euch lieb!"
Keine einzige Träne ist geflossen, davon sind gestern Abend schon geflossen. Wahrscheinlich wird sie es erst nach ein paar Tagen kapieren, das ich nicht in ein paar Wochen zurück bin. Ich gebe ihr noch einen Kuss und dann läuft sie zu ihren Freundinnen. Sai nimmt mich an der Hand und führt mich zum Tor.
Am Haupttor warten schon Hinata und Naruto. „Wünsche dir alles Gute Sakura! Werde endlich glücklich!", flüstert Hinata als sie mich umarmt. „Das werde ich versprochen!" Dann wende ich mich an Naruto, er überreicht mir meinen Shinobiausweis und mein Ninjaabzeichen. „Das gehört nun wieder dir. Wir werden es solange wie möglich geheim halten. Also seht zu das ihr ein gutes Versteckt findet. Werde glücklich und grüße Sasuke von mir.", bittet Naruto mich. „Werde ich." Ich binde das Ninjaabzeichen in meine Haare und stecke den Ausweis in meine Tasche. „Wir sehen uns und vergess das Schreiben nicht!", verabschiedet sich Naruto. „Bis dann Sakura!", höre ich Hinata sagen. Ich umarme die Beiden nochmal, bevor ich mit Sai Konoha verlasse.
Jetzt beginnt mein neues Leben.
