Hallo zusammen, hier bin ich wieder und habe ein neues Kapitel für Euch dabei.

So, dieses Kapitel ist etwas schwierig für mich, ich hoffe ich verliere hierdurch nicht gerade ein paar Fans, doch so ist es, wie ich mir die Geschichte ausgedacht habe und am Ende (in einer Ewigkeit) wird das Ganze dann auch Sinn machen...
Ich bin auf Eure Reaktionen gespannt und hoffe, dass es unnötig war, dass ich mir einen Kopf darüber gemacht habe...
Wenn ich jemanden verliere, tut es mir leid, doch mit Verlusten muss man immer rechnen.

Ich wünsche Euch Allen viel Spass bei diesem Kapitel

Eure K4mik4tz3

,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel

20. Kapitel Paralleluniversum?!

Hermine pov

Firis, das kleine Phönixküken tauchte auch in den nächsten Tagen immer wieder überall bei ihr auf. Nachdem sie ihr allerdings erklärt hatte, dass sie am Morgen keine Zeit für sie habe, sich aber nach dem Unterricht gerne um sie kümmere, hielt sich Firis erstaunlicherweise daran. Es war überraschend wie Intelligent das Kleine trotz ihres Alters bereits war. Für sie und ihre Freunde war es bald schon ein vertrauter Anblick, wenn die Braunhaarige in einem Sessel ein Buch las und der kleine Phönix es sich entweder auf ihrer Schulter, ihrem Schoss oder ihrem Kopf gemütlich gemacht hatte. Nur in den Slytherin Gemeinschaftsraum wollte sie sie nicht mitnehmen, Firis hätte zu viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und sie wollte ihre Mitschüler nicht mit einem weiteren magischen Tierwesen verunsichern. Die Nächte verbrachte das Küken im Schutz ihrer Mutter, nur manchmal wenn Hermine einen ganz schlimmen Alptraum hatte, erschien der kleine Phönix in ihrem Bett und tröstete sie mit einem Lied bis sie wieder eingeschlafen war. Aria liess sie in diesen Nächten bei ihr, doch am Morgen wachte sie danach entweder alleine oder durch die kleine Stichflamme auf.

Tom und sie hatten in angefangen in den Verwandlungsstunden einen Wettstreit zu veranstaltet, da sie bei Dumbledore immer noch nur Wiederholungen machten. Sie hatten beide alle zu verwandelten Gegenstände auf ihren Tischen ausgebreitet und sie danach gleichzeitig, in ein vorher abgesprochenes, Tier verwandelt. Die Runde hatte derjenige gewonnen, der mehr Tiere, weniger Fehler und mehr Farben oder Verzierungen hinbekam. Sie durften pro Runde nur einen Zauber verwenden und da sie beide es eigentlich immer schafften alle Gegenstände auf einmal zu verwandelten, wurde die Runde meist nach den Farben und Verzierungen entschieden. Dumbledore liess sie erstaunlicherweise diese Spiele machen, sie störten auch die anderen Schüler nicht.

Überhaupt beobachtete er sie und Tom zwar immer noch, doch sein Blick kam ihr jetzt eher neugierig und nachdenklich vor und nicht mehr nur abweisend. Die Slytherins liessen sich von ihren Spielereien im Unterricht nicht ablenken, sie kannten es bereits aus dem Gemeinschaftsraum, wo die Beiden das auch manchmal zusammen mit Abraxas machten, der dann immer behauptete sie schummeln. Die Gryffindors waren lauter als die Beiden, also forderte der Verwandlungslehrer sie nur auf nicht auf sie zu achten und sich ihren eigenen Zaubern zu widmen. Im Stillen machte der Verwandlungslehrer sich allerdings eine Notiz in Zukunft solche Wettbewerbe bei den Siebtklässlern einzuführen, auch wenn er nicht glaubte, dass diese es mit allen Gegenständen gleichzeitig schaffen würden.

Firis war heute noch nicht bei ihr aufgetaucht, doch ihre Gedanken waren im Moment nicht bei ihrer Vertrauten, den irgendetwas an ihren Freunden war seltsam, also nicht an Allen. Mia und Magenta waren wie immer, aber die Jungs benahmen sich seltsam. Sie waren öfters alleine unterwegs und man sah sie hie und da zusammen tuschelnd in einer Ecke stehen. Es schien auch so, dass Tom über die Eule von Abraxas mehrere Briefe bekam, die er aber immer sofort einsteckte. Sie hatte ihn auch nie einen der Briefe in der Öffentlichkeit lesen sehen. Es breitete sich ein ungutes Gefühl in ihr aus, auch wenn sie nicht glauben wollte, dass Tom seine Todesser um sich scharte, so weckte sein Benehmen ihre Angst vor dem dunklen Lord. Sie würde ihn nicht töten, sie würde ihn nicht einmal davon abhalten, da sie das nicht durfte. Aber bereits jetzt wusste sie, dass sie sich auch niemals ihm anschliessen würde und das der Tag, an dem er ihr das vorschlagen würde, der Tag sein würde, an dem sie ihre Freunde für immer verlieren würde. Wieder kamen ihr die Worte ihrer Lehrerin in den Sinn als sie ihr vor so vielen Jahren den Zeitumkehrer aushändigte. ,,Schlimme Dinge passieren mit Menschen, die mit der Zeit spielen. Gehen sie achtsam und gewissenhaft mit dem Vertrauen um, dass Direktor Dumbeldore und ich in Sie stecken."

Mit schwerem Herzen und einem tonlosen Seufzen wendete sie ihren Blick von Tom und Abraxas ab und richtete ihn auf den Brief in ihrer Hand. Wieder eine Absage, sie hatte nichts anderes erwartet. Der Verfasser war ein engstirniges, sexistisches Individuum, der ihr doch Tatsächlich ein Angebot für andere -in seinen Augen eher zu Frauen passenden- Arbeiten unterbreitet hatte. Da es sich für Frauen eher gehöre vor einem Mann auf den Knien zu sein. Er sei sowieso der Meinung, ihr Mund müsse mal gestopft werden, damit sie sich daran erinnere, wo Frauen hingehören. Ihre Hand zitterte so sehr, dass sie das Pergament zerknitterte. In ihr stieg der Drang auf dem Verfasser einen Besuch abzustatten und ihm genau zu zeigen zu was eine Frau fähig und wo ihr Platz war. Sie musste diesen Brief verbrennen, umgehend. Wenn sie ihn noch länger ansehen musste, würde sie durchdrehen.

,,So schlimm?" flüsterte Mia neben ihr und versuchte einen Blick auf den Brief zu werfen, sie verknüllte ihn jedoch vollständig. ,,Nur ein weiterer Mann, der mir zeigen will, wo mein Platz ist." Fauchte sie, dann fuhr sie ruhiger fort. ,,Es ist genug. Das war eine der letzten Absagen, ich bin nicht auf solche Kitzpurfel angewiesen." ,,Wo willst du denn in deinen Ferien hin?" sie zuckte mit ihren Schultern. ,,Es wäre nicht das Erste Mal, dass ich Wochenlang im Freien verbringe, vielleicht gehe ich auch in die Muggelwelt. Es gibt viele Orte zu denen man gehen kann, wenn man denkt, man könne nirgendswo hin. Und vielleicht sollte ich doch mit Dippet darüber sprechen, es wundert mich sowieso, dass ich noch nicht darauf angesprochen worden bin. Naja wahrscheinlich läge es in der Verantwortung von Slughorn, sich darum zu kümmern. Und jetzt entschuldige mich, ich werde Kopien von diesem Brief machen, damit ich ihn immer und immer wieder verbrennen kann." Sagte sie und ging mit wütenden Schritten aus der Halle. Das Tom, Newt und Abraxas ihre Unterhaltung mitangehört hatten und ihr jetzt hinterherblickten bekam sie in ihrer Wut nicht mit. ,,Menschen, keine Achtung vor dem weiblichen Geschlecht." Murmelte Abraxas abfällig, während er ihr hinterherblickte, die beiden anderen Nickten nur zustimmend.

*****

Tom pov

Er fuhr sich nervös durch die Haare, eine lästige Angewohnheit, welche er einfach nicht loswurde. Seine Haare wären zwar mit einem einfachen Zauber schnell wieder an Ort und Stelle, doch so unruhig wie er war, würde das nicht lange anhalten. Er schnaufte wütend, Abraxas und Tobias, die ihm gegenüber sassen blickten kurz von ihren Büchern auf, doch wendeten sie ihren Blick schnell wieder ab, als sie sein wütender Blick traf. Er war doch sonst nicht so unsicher oder nervös, es machte ihn wütend, dass er so reagierte. Sein Blick wanderte durch den Raum und blieb am Kamin hängen, wo Hermine und Miranda zusammen Brief um Brief verbrannten. Miranda hatte den Brief von heute Morgen in die Hände bekommen und half jetzt Mine dabei die Kopien in verschiedenen Arten immer wieder zu zerstören, so wie sie den Brief jeweils zerriss um ihn ins Feuer zu werfen musste er abscheulich sein. Er hatte dieses Szenario bereits mehrere Male beobachtet, aber nie waren die beiden Frauen mit so einem Elan dabei, wie heute. Er mochte es nicht, wenn sie so grimmig guckte. Das Flackern des Feuers malte rote Schatten in ihr Gesicht und gab ihm einen Ausdruck, denn er von der Braunhaarigen nicht kannte. Sie war schöner, wenn sie etwas las, was sie interessierte, oder wenn sie ihr kleines Lächeln lächelte. Sogar wenn sie wütend auf ihn war und ihn mit diesem Funkeln in den Augen anschrie war sie schöner, als jetzt mit diesem grimmigen von Hass gezeichnetem Gesicht.

,,Mögen dir deine Eier abfallen und die Nachwelt von deinen Nachkommen verschont werden." Fauchte Miranda, während sie die nächste Ausgabe des Briefes in kleine Zettel zerriss und dem Feuer darbot. ,,Mögen deine Eltern davon erfahren und dich auf ewig als Geister heimsuchen, du abartige nichtsnutzige Kreatur." Liess sie beim nächsten Brief verlauten, er konnte ein kleines Lächeln bei Mine entdeckten, er wusste, sie freute sich weniger über die Worte, als über den Tatendrang, mit der ihre Freundin sich mit ihr an dem Verfasser rächte. Er selbst hätte dem Verfasser ja einen Besuch abgestattet, aber Hermine war zu Huffelpluff um so etwas zu tun, wobei er in diesem Zusammenhang Hufflepuff nicht als Beleidigung meinte. Sie war generell gegen Gewalt, gegen alle Lebewesen, auch wenn er ihr gerne klar gemacht hätte, dass es Individuen gab, die es nicht verdienten zu leben, so wusste er dennoch, dass das eine Diskussion wäre, die er nicht gewinnen würde.

Nachdem Miranda noch diverse andere Krankheiten aufgezählt hatte, die den feigen Verfasser befallen sollen, war der letzte Brief verbrannt und Stille kehrte für kurze Zeit in den Raum zurück. ,,Hast du noch mehr?" fragte Miranda hoffnungsvoll. ,,Mir sind gerade noch drei weitere Verwünschungen eingefallen, die er eindeutig verdienen würde." Hermine lachte kurz auf, hängte sich bei ihrer Freundin ein und gemeinsam schlenderten sie zu den Tischen, an denen er und seine Freunde Hausaufgaben machten. Er konnte hören, wie sie ihr zuflüsterte, dass noch zwei Briefe unterwegs sein sollten, von Anderen und sie diese dann gerne für ihre Verwünschungen verwenden könne.

Als sie sich neben ihn gesetzt hatte und ihr Buch hervorholte, fiel ihm wieder ein, dass er mit ihr reden musste. Erneut fuhr er sich nervös durch die Haare, es wäre so viel einfacher, wenn er einfach in ihren Kopf blicken könnte. Dann müsste er sich keine Gedanken über ihre Reaktionen machen, vielleicht sollte er tatsächlich einen Schweigezauber auf sie sprechen, doch würde sie das überhaupt zu lassen? Was wäre, wenn sie danach nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte? Warum hatte er nur solche Angst sie einzuweihen? Abraxas fing seinen Blick auf und zog fragend eine Augenbraue nach oben, er schüttelte nur kurz mit seinem Kopf und konzentrierte sich wieder auf seinen Zaubergeschichte Aufsatz, wann nur würde der alte Binns endlich sterben, damit er durch einen fähigeren Lehrer ersetzt werden würde? Sogar für ihn war der Unterricht so langweilig, dass er sich regelmässig vom Einschlafen abhalten musste. Er machte seit Jahren in diesem Fach immer die Aufsätze für andere Fächer und schlug danach die Aufgaben selbständig in einem der Bücher nach.

Nach dem er den nächsten Satz beendet hatte wanderte sein Blick wieder von seinem Pergament hinüber zur Braunhaarigen. Die Falte, welche sich immer auf ihrer Stirn bildete wenn sie über etwas nachdachte war zu sehen, ihr Blick war in die Ferne gerichtet und sie tippte sich mit dem Ende der Feder gegen ihre Lippen, die sich tonlos bewegten. Ein Funkeln in ihren Augen zeigten ihm, dass sie in ihren Erinnerungen gefunden hatte, was sie gesucht hatte, noch bevor sie sich wieder über das Blatt beugte und in ihrer filigranen leicht schrägen Schrift einen weiteren Absatz auf das Pergament schrieb. Ihr Feder stoppte und braune Augen blickten in seine, nur seiner Jahrelangen Übung war es zu verdanken, dass er nicht ertappt zusammenzuckte, sondern sie nur einen weiteren Moment ansah, bevor er sich wieder seinem eigenen Aufsatz widmete. Er musste mir ihr reden.

*****

Hogwarts pov

Ein Phönix als Begleiter also, das passte zu ihr, fand er. Es würde zwar noch einige Zeit vergehen, bis der Phönix ausgewachsen und für sie eine wirkliche Hilfe war, aber auch wenn er bis jetzt nicht mehr als ein Federball war, hatte er es bereits geschafft ein paar der Alpträume seiner Hüterin zu vertreiben und dafür war er dem Phönix sehr dankbar. Auch schien sich ihr Magiehaushalt etwas beruhigt zu haben, seit sie das magischen Tierwesen bei sich trug, auch wenn sich so die Banne um sie herum wieder etwas stabilisiert hatten. Er seufzte tonlos. Jeder Vorteil hatte immer auch einen Nachteil. Es war gut, dass ihre Magie bei ihren Alpträumen nicht mehr so unkontrolliert durch den Schlafsaal waberte, aber er wartete doch so sehnsüchtig darauf dass die Banne endlich brachen. Er wurde ungeduldig. Er wollte nicht mehr warten, war zu neugierig was sich hinter ihnen verbarg. Am liebsten hätte er sie mit einem seiner magischen Fühler an gestupst um zu sehen ob er sie brechen könnte, doch ohne zu wissen was für ein Wesen sie war, war wie einer Schlange auf den Schwanz zu treten. Man wusste sie biss zu, doch erst wenn das Gift durch die Blutbahn rauschte erkannte man die wahre Gefahr einer Schlange. Nein, das sollte er lieber bleiben lassen.

Er bemerkte, dass sie immer noch verzweifelt nach einer Bleibe für die Sommerferien suchte, welche immer schneller näher rückten. Er hätte sie gerne in seinen Gemäuer behalten in dieser Zeit, wäre es doch die perfekte Gelegenheit für eine Unterweisung. Doch da sie immer noch nicht erwacht war, war es nicht möglich und da die Schulleitung und besonders der Direktor das nie zulassen würde, war auch dies nur ein Wunschtraum. Und wenn er selbst den Direktor darum bitten würde, müsste er zuerst ein Ellen langes Gespräch darüber führen, warum er sich die letzten zwanzig Jahre dem Direktor nicht gezeigt hatte, was für Geheimnisse Hogwarts hatte, warum gerade Hermine hier bleiben solle und sonstige unnötige Fragen, auf die er keine Lust hatte. Ausserdem galt sie immer noch als Halbblut, wenn er ihm sagte dass sie ein Wesen war ohne zu wissen was für eines, würde das nur zu weiterer Panik führen. Und es stand ihm nicht zu ihre Geheimnisse an andere zu verraten. Ach wie gerne würde er die Banne an stupsen um die Dinge zu beschleunigen, obwohl er ja eigentlich mittlerweile, nach tausend Jahren, etwas mehr Geduld besitzen sollte. Aber was sie anging, so verlor er wohl diese Fähigkeit, seit sie sein Interesse geweckt hatte.

Er hoffte nur, dass sie eine sichere Unterkunft fand, denn auch wenn er wusste wie sie kämpfen konnte und er davon überzeugt war, dass sie wirklich, wie sie erwähnt hatte, im Freien überleben konnte, so wollte er sich dennoch nicht die ganzen acht Wochen Sorgen um sie machen und sich fragen wo sie war. Er hatte genug Sorgen wenn die Schüler da waren, er wollte nicht mit ihnen den Sommer verbringen. Aber im Augenblick wäre ihm ein weiterer Ravenclaw, der sich einen Fuss gebrochen hatte, weil er ein Buch fallen liess oder ein Gryffindor mit einer gebrochenen Nase, weil er nicht wusste, wie er sich gegenüber einer Dame benahm, sogar ein weiterer Hufflepuff, der letzte Woche fast das Tränkeklassenzimmer gesprengt hatte, lieber als die Slytherin, von der er nicht wusste wo sie ihren Sommer verbrachte und ob sie zurückkehrte. Sollte er nicht doch vielleicht? Nein. Er durfte nicht, er musste einfach Geduld haben. Ach warum musste immer alles so lange dauern?

Interessiert hörte er einem gemurmelten Gespräch zu, das in einem dunklen Gang im dritten Stock stattfand. Er konnte nicht glauben was er da hörte und noch weniger, dass er das Erste Mal davon hörte, denn eindeutig, war dieses Thema bereits mehrere Male besprochen worden. Wieso hatte er das nicht mitbekommen? Wurde er etwa alt? Aber tausend Jahre waren doch noch kein Alter. Aber wenn das, was da so flüsternd durch seine Gänge hallte stimmte, dann wäre das wunderbar, in vielerlei Hinsicht. Es würde mehrere Probleme lösen und er war gespannt, was dabei heraus kam. Hoffentlich würde sich der Slytherinerbe nicht zulange mit seiner Unsicherheit aufhalten und sie bald fragen. Obwohl ein verunsicherter Slytherin an sich schon ein amüsantes Bild war.

*****
Hermine pov

,,Wenn sie danach dreimal nach links und siebenmal nach rechts gerührt haben sollte sich der Trank dunkelgrün verfärben. Mister Weasleys Trank ist violett. Wer kann mir sagen wo der Fehler liegt? Ja Mister Aubrey?" ,,Er hat die Moorfliegen zu früh in den Trank getan und die Temperatur war zu hoch." ,,Sehr gut, sehr gut. Fünf Punkte für Slytherin. Nun weiter. Beenden sie jetzt bitte ihre Zaubertränke selbständig. Mister Weasley, unterstehen sie sich noch etwas in den Kessel zu tun. Die falsche Zutat kann zu einer Explosion führen. Fangen sie am besten mit ihrem Aufsatz an, bis die Stunde vorbei ist." Flötete Slughorn durch den Raum und liess sie die Augen verdrehen. Nicht nur, dass Slughorn nur als Witzfigur ansehen konnte, wenn man einmal die Gelegenheit gehabt hatte Professor Snape beim Brauen zu beobachten, es war so, dass er die weiblichen Schüler in seinen Klassen überhaupt nicht war nahm. Er benotete zwar ihre Tränke, aber er hatte sie noch nie bei einer Frage dran genommen, so dass sie angefangen hatte sich gar nicht mehr zu melden.

Normalerweise nahm er Tom dran, weil er einen Narren an diesem und seinen Fähigkeiten in Zaubertränke gefressen hatte, doch Tom hatte sich wie die Anderen in ihrer Gruppe in den letzten Wochen nicht gemeldet. Normalerweise nahm Slughorn in trotzdem dran, doch auch diesem schien aufgefallen zu sein, dass sein Lieblingsschüler anders als sonst war. Sie blickte zu ihm rüber, er braute wie immer, mehr mit Intuition als nach Vorgabe und doch war kein Handgriff falsch oder zu viel. Nur sein Gesichtsausdruck war heute anders, so als ob er über etwas nachdachte. Sie zuckte mit den Schultern, jeder hatte Geheimnisse, ganz besonders Tom Riddle. Sie fuhr mit ihrem Aufsatz fort, vielleicht schaffte sie es, ihn zu beenden bevor die Stunde vorbei war. Dann wäre das ein Aufsatz weniger, den sie am Wochenende machen musste. Morgen war Samstag und endlich wieder ein Hogsmeade Wochenende. Sie wollte sehen, ob es in dem kleinen Zaubererdorf eine Möglichkeit für sie gab die Sommerferien zu verbringen, dann könnte sie sich vielleicht doch mit Hagrid, den Therstralen und Firis treffen.

Langsam gingen ihr wirklich die Optionen aus, obwohl noch ein paar Wochen Zeit waren. Sie beobachtete Slughorn wie er durch die Reihen lief und in die Kessel blickte. Ein Kessel vorne links, der Algie Longbottom gehörte fing verdächtig an schwarz zu rauchen, sie vermutete, dass er versehentlich Florrfliegen statt Moorfliegen verwendet hatte, die jetzt mit dem Schwefelwurz reagierten, die er gerade hineingeworfen hatte. Sie stupste Tom an um ihn darauf aufmerksam zu machen und ging dann langsam hinter ihrem Tisch in Deckung. Eine Explosion, viel stinkender herumfliegender Zaubertrank und einen kreischenden Slughorn später, war die Stunde endlich vorbei und das Wochenende begann.

Sie gingen gemeinsam in ihr Klassenzimmer, doch dann forderte Nelson Mia und Magenta mit ihm zu kommen, Elliot, Newt und Sacharias schlossen sich ihnen an und so waren nur sie selbst, Tom Riddle, Abraxas Malfoy, Tobias Black und Andrew Greengras übrig. ,,Ok, was wird das?" fragte sie, während sie zu einem der Tische ging und ihre Tasche ablegte. ,,Ich müsste kurz mit dir sprechen." Sagte Tom nur und zeigte auf die Sofas. Sie fragte sich, was er von ihr wollte und wieso dann die anderen dabei waren, doch sie zuckte mit den Schultern und setzte sich. Sie hob eine Augenbraue, als sich Tom und die Anderen sich ihr gegenüber hinsetzten. Sie kam sich vor wie wenn sie etwas angestellt hätte. Sie alleine auf einer Seite und die vier Jungs auf der anderen Seite, wenn das Sofa nicht magisch vergrössert gewesen wäre, wäre es ziemlich eng geworden bei den Jungs.

Das wurde ja immer seltsamer. ,,Was weisst du über mich?" fragte er sie dann und die Frage überraschte sie so sehr, dass sie einen Moment benötigte, bevor sie eine Antwort hervor brachte. ,,Ich nehme an, dass was alle wissen. Wieso?" fragte sie etwas misstrauisch. Ihr Herz fing an zu schlagen, war das der Moment? Würde er ihr von seinen dunklen Plänen erzählen? Würde er ihr von den Todessern erzählen? Ihre Hände wurden feucht und sie umfasste ihr linkes Handgelenk, sie hoffte es nicht. Sie mochte ihn, sie mochte ihre Freunde. Aber vielleicht war es doch besser, es jetzt zu erfahren, dann könnte sie sich über den Sommer ein neues Zu Hause suchen, obwohl sie Hogwarts nicht verlassen wollte. ,,Ich bin sicher, dass du mehr weisst als andere. Aber bitte, beantworte meine Frage, es ist wichtig." Sagte er und fuhr sich durch die Haare, was sie ganz durcheinanderbrachte, eine Geste, die in den letzten Wochen zugenommen hatte. /Er scheint nervös zu sein. Was könnte Tom Riddle nervös machen? Seine Todesser sind doch etwas, was ihn stolz macht oder nicht?/

,,Ähm… Also gut. Dein Name ist Tom Riddle, du hast am 31. Dezember Geburtstag." /Bist ein Halbblut und gibst dich als Reinblut aus, obwohl ich frage mich wie der Vampir da rein passt./
,,Du bist in einem Kinderheim aufgewachsen." /Deine Mutter starb bei der Geburt, deinen Vater hast du im fünften Schuljahr getötet. /
,,Dein bester Freund ist Abraxas." /Der dein erster Anhänger war und seine gesamte Familie über Generationen an dich verpflichten wird./
,,Du bist herausragend in der Schule und ganz besonders in Zaubertränken und dunkler Magie." /Du wirst dich so sehr in dunkler Magie verlieren, bis das letzte bisschen von Tom Riddle für immer in Vergessenheit gerät und nur ein herzloses Monster ohne Skrupel übrig bleibt./
,,Du magst Schokolade, aber hasst alle anderen Süssigkeiten." /Genau wie Harry, der dazu bestimmt ist dich irgendwann zu töten./
,,Du bist Vertrauensschüler und wirst nächstes Jahr wahrscheinlich Schulsprecher werden." /Du quälst deine späteren Opfer am liebsten mit dem Crutiatos Fluch. /
,,Du liebst Schlangen." /Und wirst selbst einmal wie eine aussehen/
,,Du bist ein Parselmund.." /Du hast den Basiliken aus der Kammer gelassen und damit Mytre getötet./
„…und der Erbe Slytherin." /Und so stolz darauf, dass die einmal das Medaillon zu deinem Horkrux machen wirst. Genau wie den Ring von Slytherin, der gleichzeitig ein Heiligtum des Todes ist, aber das weisst du nicht./
,,Und du hast mir erzählt, dass du gerne Unterrichten würdest." /Doch stattdessen wirst du der gefürchtetste dunkle Zauberer aller Zeiten. Du wirst so viel Angst verbreiten, dass man nicht wagen wird deinen Namen aus zu sprechen./
,,Das war alles. Ausser unbedeutende Nichtigkeiten, wie dass du deinen Kaffee schwarz trinkst oder dergleichen." /Tom Vorlost Riddle ist Lord Voldemort/

Sie versuchte herauszufinden, ob sie etwas vergessen hatte, aber sie wusste nicht noch mehr Dinge über den zukünftigen dunklen Lord, auch wenn sie noch mehr Dinge über Tom Riddle wusste, aber sie war sich sicher, dass solche Dinge, wie er roch, das seine Magie zwar schwarz aber beruhigend war oder das er die Zunge leicht zwischen die Zähne klemmte wenn er einen komplizierten Satz schrieb, nicht die Dinge waren, die er meinte. ,,Was weisst du über magische Wesen und besonders ihre Bindungen?" verwirrt durch die Richtungsänderung des Gespräches hörte sie auf über einen dunklen Lord mit Toms Aussehen nachzudenken.

,,Ähm. Wenig. Ich habe zwar einige Dinge gelesen, doch ich finde im Unterricht wird das Thema zu wenig behandelt. Die Bindung zweier Wesen wird über ihre Magie entschieden, irgendetwas in ihnen sagt ihnen wer ihr Bindungspartner ist. Gewisse Wesen wie zum Beispiel Veelas können nicht ohne Bindungspartner leben und oft kann nur sein Bindungspartner ein wildgewordenes Wesen beruhigen. Soweit ich mich erinnere, macht die Bindung nicht vor Wesensübergreifung halt. Sogar Menschen oder auch Muggel wurden bereits einbezogen, wobei bei Muggeln die Gefahr besteht, dass sie die Bindung verweigern, weil sie selbst den Sog der Magie nicht spüren. Wenn zwei magische Wesen die Bindung schliessen, wird ihre Magie und ihre Kraft oft erhöht. Es kann eine Verkopplung stattfinden, dass man danach entweder die Gefühle oder die Gedanken seines Bindungspartner fühlen bzw. hören kann. Jedoch ist dies abhängig von der Rasse. Wenn ein Wesen, was nicht volljährig ist sich freiwillig bindet übernimmt der Volljährige Teil automatisch die Verantwortung und Befugnis über seinen Partner. Die Partnerschaft wird sowohl mit Magie wie beim Ministerium besiegelt und kann nicht mehr gelöst werden. Ist es das, was du gemeint hast?" ,,Nicht ganz. Aber bevor ich dir mehr erzähle, muss ich leider darauf bestehen einen Schweigezauber auf dich zusprechen. Das was ich dir jetzt erzählen werde, darf diesen Raum auf keinen Fall verlassen." Sagte er bestimmt und sah sie eindringlich an. /Was hat die Bindung magischer Wesen mit den Todessern zu tun? Ich verstehe gar nichts mehr. Einen Schweigezauber? Vertraue ich ihm genug um nicht zurückzuzucken wenn er seien Stab auf mich richtet? Wenn ich es wissen will, muss ich mich wohl darauf einlassen./

,,Ich verstehe zwar nicht wieso, aber in Ordnung, wenn du den Spruch laut sagst." Antwortete sie, während sie ihre Hand auf ihrem linken Unterarm so verschob, dass sie im Notfall den Zauberstab ziehen könnte. Tom nickt und blickte kurz zu Abraxas, dieser erhob sich und begann den Raum mit verschiedenen Abhörschutz und Stummzaubern zu versehen, während Tom seinen eigenen Zauberstab zog. Es war seltsam Toms Zauberstab auf sich selbst gerichtet zu sehen, doch sie blieb ruhig sitzen und folgte den Zauberstabsbewegungen und den Worten genau. Sie spürte wie sich der Zauber auf sie legte und verhindern würde über das Folgende zu sprechen. Unruhig verlagerte sie ihr Gewicht etwas und wartete was als nächstes kam.

,,Was du über die Bindung bei Wesen gesagt hast, war alles korrekt, wie erwartet. Aber da du dein Wissen nur aus Büchern hast, möchte ich wissen, ob du weisst dass die Bindung nicht nur Wesenübergreifend ist, sondern sich auch nicht nach dem Geschlecht richtet? Und die Magie dafür sorgt, dass sie sich fortpflanzen können? " fragte er sie, während Abraxas wieder neben ihm Platz nahm. Irritiert runzelte sie die Stirn, dass hatte sie nicht gewusst, spielte allerdings für sie keine Rolle. Und dass die Magie dafür sorgte, dass zum Beispiel zwei Männer Kinder bekommen konnten war irgendwie nachvollziehbar, denn Magie suchte sich immer ihren Weg. ,,Hast du ein Problem damit? Also das zwei Männer.." er schaute unsicher zu Abraxas hin, der nur hilflos mit den Schultern zuckte. Plötzlich wie aus dem Nichts hatte sie das Bild eines schwulen Lord Voldemorts im Kopf, der auf seinem Thron sass, in pinken Roben und mit einer Federboa um den Hals und sie konnte nicht anders als anfangen zu lachen.

,,Was?" fragte er eindeutig noch verunsicherter und das brachte sie noch mehr zum Lachen, denn selten sah man einen unsicheren Tom und die hilfesuchenden Blicke zu Abraxas unterstrichen das Bild nur noch. ,,Entschuldigung." Japste sie zwischen zwei Lachern und versuchte zwanghaft sich zu beruhigen, sie schaffte es allerdings nicht ganz und konnte sie es sich nicht verkneifen zu fragen. ,,Willst du mir mitteilen, dass du schwul bist Tom?" danach wünschte sie sich, sie hätte die Kamera von Collins dabei, vier schnappatmende Slytherinschüler, darunter ihr Oberhaupt alle total sprachlos und zu tiefst schockiert. Das wäre doch mal ein gutes Motiv für eine singende Weihnachtskarte.

,,Was?! NEIN!" schaffte es Tom dann endlich sich aus seiner Starre zu befreien, er lief purpur Rot an. Sie lächelte noch einmal. ,,Gut. Auch wenn es mich nicht gestört hätte. Auch bei dir nicht." Sagte sie zu Abraxas und ihre Augen funkelten voller Schalk. ,,Wir wissen einfach, dass Menschen aus irgendeinen Grund grosse Probleme mit gleichgeschlechtlicher Liebe haben, besonders Muggel scheinen eine Abneigung dagegen zu haben und ich musste wissen wie du dazu stehst." Versuchte Tom wieder etwas Ernsthaftigkeit in das Gespräch zu bringen, nachdem Abraxas Hermine jetzt ansah wie der Tod persönlich, Andrew vor Lachen vom Sofa gefallen war und mit der Faust auf den Boden schlug.

,,Ich verurteile weder Menschen noch Wesen nach ihrer Herkunft oder ihrem Blutstatus, wieso sollte es für mich eine Rolle spielen ob sie jemanden vom selben Geschlecht lieben?" fragte sie ihn dann sanft um ihm entgegen zu kommen. Es stimmte was sie sagte und sie hatte die selbe Aussage damals gegenüber Ron gebracht, als dieser sich aufregte, weil er erfahren hatte, dass Deam Thomas und Seamus Finnigan in ihrer Zeit ein Paar waren. ,,Du hast Recht. Ich hatte gehofft, dass du es so sehen würdest. Trotzdem musste ich es wissen." Sagte Tom und wirkte auf einmal sehr erleichtert, aber auch etwas beschämt.

,,Tom, warum erzählst du mir das?" fragte sie nach, als einige Minuten lang Ruhe im Raum herrschte, abgesehen von einem immer noch japsenden Andrew, der es nur schwer schaffte sich zu beruhigen. Abraxas warf einen Stillzauber auf ihn und nickte danach Tom aufmunternd zu, dieser Atmete tief ein und sah sie danach ernst an.

,,Ich bin nicht der, der ich vorgebe zu sein. Ich war nie im Waisenhaus und meine Eltern sind nicht tot. Wir verschleiern das, weil meine Eltern recht bekannt bei den magischen Wesen sind und sie in Ruhe gelassen werden wollen. Die Vampire wissen gezwungener weise davon, da mein Vater ein hohes Tier bei ihnen ist, aber sie sind auch alle durch Verträge dazu verpflichtet zu schweigen. Sie sind beides Wesen und beides Männer. Ric hat mich ausgetragen und ist von daher gesehen so etwas wie meine Mutter, aber sie sind beides Männer und ich war nicht sicher wie du das auffasst.." sagte er dann und fuhr sich erneut nervös durch die Haare. Sie hatte das Gefühl, dass das Gespräch immer noch nicht bei dem Punkt angelangt war, worauf Tom hinauswollte. Aber es beruhigte sie, dass es anscheinend wirklich nicht um Todesser ging. Und ein schüchterner und verunsicherter Tom war ein Bild für die Götter. Am liebsten hätte sie ihm sein Haar noch mehr verwuschelt, jetzt wo mal nicht jedes Haar akribisch an seinem Platz lag. Doch dann konzentrierte sie sich wieder darauf, was er gesagt hatte.

/Tom Riddle ist kein Waisenkind?/ fragte sie sich. Wie war das möglich? Als Harry, Ron und sie über die Vergangenheit von Lord Voldemort informiert worden waren, war es ein wichtiger Punkt, dass er im Waisenhaus aufgewachsen ist. Dumbeldore hatte die Theorie, dass er deswegen Böse geworden war. Kurz kam ihr der junge Dumbleodre in den Sinn. Wie passte das alle zusammen? /Bin ich in einem Paralleluniversum gelandet?/ fragte sie sich kurz, doch irgendwie konnte sie das noch weniger glauben. Das Ganze war so verwirrend, sie wusste nicht mehr was sie noch glauben sollte. Gerne hätte sie ihn nach Merope Gaunt gefragt, seiner angeblichen Mutter. Doch sie hätte nicht erklären können, woher sie von ihr wusste. Oder nach dem Vater, denn er ja anscheinend nicht umgebracht hatte.

Doch es gab eine andere Frage, die ihr auf der Seele brannte. ,,Aber wieso wurdest du dann als Halbblut in der Schule angemeldet?" fragte sie, es beschäftigte sie schon lange, warum er als Halbblut galt, sogar noch in ihrer Zeit, wenn er doch eindeutig Vampirgene in sich trug. Abraxas Lachen und ein Schlag von Tom an dessen Schulter holte sie wieder aus ihren Überlegungen. ,,ähm.. das war eine Strafe. Ric dachte, es würde mir gut tun, einmal die andere Seite zusehen." sagte er und wurde sogar etwas rot dabei, während Abraxas erneut anfing zu lachen. ,,Hat nur nicht geklappt. Er konnte zwar nicht sagen dass er kein Halbblut war, aber das er der Erbe Slytherins war, hat er in seiner ersten Woche rausposaunt." Warf Abraxas lächelnd ein, was ihm einen weiteren Schlag einbrachte.

/Interessant, normalerweise bevorzugt Tom es Leute mit seinen Blicken zum Schweigen zu bringen und nicht durch halbernstgemeinte Schläge./ ,,Mir klingeln jetzt noch die Ohren von dem Heuler, der eigentlich kontraproduktiv gewesen ist, weil danach jeder im Gemeinschaftssaal wusste, dass er nicht "nur ein normales Halbblut" war." Warf jetzt auch Tobias ein und nahm einen Schluck von einem Butterbier, sie fragte sich, woher er jetzt schon wieder eine Flasche her hatte. ,,Ich finde das alles wirklich interessant und es freut mich, dass du mir genug zu vertrauen scheinst, dass du mir das erzählst, aber ich verstehe immer noch nicht warum?" fragte sie erneut nach. Tom holte tief Luft und atmete tief aus bevor er sich vorlehnte, seine Ellbogen auf seinen Knien abstützte und sie eindringlich ansah, er wirkte immer noch ernst, aber eindeutig weniger besorgt als vorher.

,,Ich weiss, dass du noch keine Unterkunft während den Sommerferien gefunden hast, obwohl oder gerade weil es eigentlich Slughorns Aufgabe wäre, sich um seine Schüler zu kümmern. Ich habe meinen Eltern von dir erzählt und sie haben sich einverstanden erklärt, dass du den Sommer bei uns verbringen könntest. Wenn du möchtest. Du müsstest allerdings erneut einen Schweigezauber auf dich sprechen lassen. Dieses Mal von Sal, meinem Vater, er ist etwas eigen was Vertrauen und Loyalität angeht und macht solche Dinge lieber selbst." Sagte er und wirkte dabei etwas verlegen, dann fing er sich wieder und fuhr fort. „Aber wir haben ein grosses Haus.." ,,Hust. Schloss" warf Abraxas ein und Tom brachte ihn mit einem Blick zum Schweigen. ,,Ein grosses Haus mit Garten, mehrere Zimmer und eine Bibliothek, die dir gefallen könnte. Dieser unmögliche Idiot an meiner Seite wird ab und zu auch da sein und da alle Sechstklässler Jungs eingeweiht sind, könnte ich mit meinen Eltern sprechen, dass Mia auch eingeweiht und kommen könnte oder du sie besuchen gehst." endete er und Stille legte sich über den Raum.

/Die ganze Situation ist total seltsam, aber wenn es stimmt, würde das mein Problem wirklich lösen. Aber bei jemandem wohnen, den ich nicht kenne und die Eltern des dunklen Lords sind?/ überlegte sie und blickte zu Tom, er sah unsicher zu ihr rüber und sie versank in seinen grauen Augen. Er war Tom. Einfach nur Tom. Und nach dem sie das eben alles erfahren hatte, wusste sie nicht mehr wie gut sie ihn überhaupt kannte. Wenn sie es nicht selbst erlebt hätte, hätte, hätte sie niemandem geglaubt, dass er jemals böse sein würde. Er war noch nicht der dunkle Lord und sie glaubte nicht daran, dass es eine Falle war. Auch wenn er irgendwann einmal böse werden würde, so war er es jetzt noch nicht. In diesem Moment bemerkte sie, dass sie ihm vertraute. Sie würde sicher auch eine Möglichkeit finden ihre eignen Nachforschungen weiter zu betreiben und wer wusste schon, was in einem Schloss, das einem Vampir gehörte, alles für interessante Bücher zu finden waren. Falls es ihr nicht gefiel, könnte sie immer noch gehen, sie war nicht dumm und wusste sich zu wehren. Ausserdem gefiel ihr der Gedanke, dass sie ihre Zeit mit Tom verbringen könnte. Die Ferien würden sicher aus unzähligen interessanten Diskussionen und sicher aus dem einen oder anderen Experiment bestehen, dass sie zusammen machen konnten. Und so wie er sich vor ihrer Reaktion in Bezug auf seine Eltern gefürchtet hatte, hatte sie das Gefühl es war ihm wichtig, dass sie mitkam. ,,Wenn es möglich ist, nehme ich dein Angebot sehr gerne an. Ich möchte aber deinen Eltern wirklich keine Umstände bereiten." entschied sie dann das Abenteuer zu wagen.

,,Dann ist es beschlossen! Ich werde sofort meinen Eltern einen Brief schreiben. Ich werde offiziell die Ferien im Waisenhaus verbringen, allerdings wird ein Golem, wie jedes Jahr, meinen Platz einnehmen. Ob Hermine White als Golem auch ins Waisenhaus geht oder einfach verschwindet überlegen wir uns noch. Feststeht, dass wir beide mit einem Portschlüssel direkt aus dem Zug hinausreisen, bevor wir den Bahnhof erreichen." Erklärte ihr Tom und sie hatte das Gefühl, dass es ihn sehr freute, dass sie den Sommer bei ihm verbrachte, sie konnte nicht leugnen, dass es ihr ebenso ging.

Tom erzählte ihr noch ein bisschen von seinen Eltern, Sie hiessen nicht wie er Riddle, sondern Gaunt, was der offizielle Mädchenname seiner angeblichen Mutter war. Sie wusste, dass diese Familie als letzte Angehörige von Salazar Slytherin galten. Sie fragte sich kurz warum sie sich nicht Riddle nannten, doch sie nahm an, dass seine Eltern lieber einen magischen Namen tragen wollten, als einen Muggelnamen. Ausserdem vermutete sie weiter, wollten sie wahrscheinlich so verhindern, dass eine direkte Verbindung mit Tom gemacht werden konnte. Tom selbst, war nicht wirklich auskunftsfreudig im Bezug auf seine Eltern, doch sie beschloss sich einfach selbst ein Bild von ihnen zu machen, wenn sie sie dann kennenlernen würde.

Beim nächsten Gedanken musste sie schmunzeln, wer hätte ihr das in ihrer Zeit jemals geglaubt; Sie, Hermine Jane Granger, verbrachte ihre Sommerferien beim dunklen Lord und seinen Eltern. Sie verbiss sich ein Lachen bei der Vorstellung, welche Gesichter Harry und Neville darüber machen würden, wenn sie ihnen das erzählen könnte. Sie war sich sicher, Lunas Reaktion wäre wie immer überraschend und total anders als erwartet. Doch leider konnte sie es ihnen nicht erzählen. Nicht jetzt. Aber vielleicht irgendwann.

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Hogwarts pov

Er hatte dem Gespräch genauso neugierig gelauscht wie seine zukünftige Hüterin, er wusste zwar um das Geheimnis des Slytherin Oberhaupts, doch er war gespannt zu erfahren, was er ihr alles erzählen würde. Es war für ihn nicht ganz so eine grosse Überraschung, dass er es ihr erzählte, er hatte bereits länger die Vermutung gehabt, dass er das tun würde. Er musste es ja fast, wenn er sie mitnehmen wollte. Er musste bei diesem Zufall lächeln, er war gespannt darauf, ob die Eltern des Jungen erkennen würden, was die junge Frau war. Aber natürlich hätte er keine Möglichkeit dies herauszufinden, ausser die beiden kämen nach Hogwarts, was er allerdings nicht annahm. Sie waren seit Ewigkeiten nicht mehr hier gewesen und hatten sich um andere Dinge zu kümmern.

Er hatte auch die Vermutung, dass das Phönixküken es nicht gut auffassen wird, dass ihre Vertraute solange von ihr getrennt war. Es war zwar noch ein Küken und brauchte die Nähe zur Mutter, aber durch die Wahl ihres Vertrauten benötigte sie auch deren Nähe. Aber er war sich sicher, dass das durch den Feuertransport kein Problem darstellen wird, Aria war ja auch einverstanden mit der Wahl ihrer Tochter. Und er freute sich darüber, dass bald ein Phönix in seine Schilde eingeflochten werden würde, sobald seine Hüterin ihre Aufgabe angenommen und mit ihm das Ritual vollzogen hatte.

Auch er selbst würde die Braunhaarige vermissen, es war für ihn sehr interessant gewesen sie zu beobachten, aber so hatte er Zeit sich die Aufgaben zu überlegen, dann könnte er beginnen sobald sich diese vermaledeiten Banne auf ihr endlich lösen würden. Er wurde wirklich immer ungeduldiger in dieser Sache. Das lag aber auch daran, dass die Siebtklässler voller Vorfreude und Ungeduld auf das Ende ihre Schulzeit warteten. So wie der Grösste Teil der Schülerschar sehnsüchtig auf die Ferien blickten.

Er versuchte sich nicht gekränkt zu fühlen, dass so viele so schnell wie möglich aus seinen Hallen raus wollten. Er konnte ja verstehen, dass sie zu ihren Familien wollten, doch keiner dachte an ihn und wie er dann wieder alleine dableiben musste und sich langweilte bis sie wiederkamen. Vielleicht könnte er die Geister diesen Sommer zu einer erneuten Partie Schlosslabyrinth überreden, doch diese mochten es eigentlich nicht so gerne, wenn sie nicht einfach durch die Wände schweben konnten und waren dann immer ganz brüskiert darüber. Wahrscheinlich würde er einfach wieder etwas schlafen oder den Bowtruckle und den anderen magischen Wesen bei ihren Beschäftigungen zusehen.