A/N: So, hier das nächste Kapitel noch schnell vor dem Halbfinale -gg- Danke für die lieben Reviews freuuu
Kapitel 21
Des Rätsels Lösung
Anstatt zu lesen, suchte Hermine sich einen Platz, von dem aus sie unauffällig dem Training der Slytherins zusehen konnte. Die grüngekleideten Gestalten fegten wie immer so rasend schnell durch die Luft, dass man nichts weiter als grüne Schleier zu Gesicht bekam.
Eine leichte Briese fuhr durch Hermines Locken und ließ die Blätter der Bäume leise rascheln, während vereinzelte Wolken am blass blauen Himmel Schatten auf die Länderein und die Türme des Schlosses warfen.
Inzwischen bereute Hermine, dass sie keinen wärmeren Umhang mitgenommen hatte, denn trotz des klaren Wetters, war die Luft kühl, ungewöhnlich kühl für diese Zeit des Jahres. Das schien die Slytherins jedoch nicht daran abzuhalten, ihr Training durchzuziehen. Als sie endlich, wie es Hermine schien nach einer halben Ewigkeit, das Quidditchfeld verließen, fühlte sie sich durchgefroren wie schon lange nicht mehr und fragte sich, warum bei Merlin sie nicht drinnen gewartet hatte.
Als die Mannschaft das Schlossportal erreichte, wandte sich eine Gestalt von ihnen ab und schlenderte über die Wiese. Sobald die Slytherins drinnen verschwunden waren, lenkte Draco seine Schritte auf Hermine zu, die mit ihrem Buch unter dem Arm ihre Hände warm rieb.
"Was ist los? Was machst du hier?", fragte er, als er Hermine erreicht hatte.
"Wonach sieht es denn aus?", entgegnete sie und fuhr fort mit dem Versuch, ihre Hände warm zu halten.
"Wolltest wohl endlich mal jemanden sehen, der wirklich Quidditch spielen kann?"
"So gut, dass er den Sieg immer anderen überlässt?" Hermine verdrehte die Augen. "Ich habe eindeutig Wichtigeres im Kopf als Besen", sagte sie, "Im Gegensatz zu dir." Sie versuchte, ihren Kragen weiter nach oben zu ziehen, um ihren Hals vor der kühlen Luft zu schützen. "Warum hast du mittrainiert?"
"Warum nicht?", fragte Draco, wickelte seinen grün-grauen Wollschal ab und legte ihn Hermine um den Hals. "Das Spiel gegen Gryffindor ist schon nächste Woche."
"Willst du spielen?", fragte Hermine unnötigerweise und nahm seinen Geruch in den Fasern des Schals war. Sie zupfte ihn zurecht, sodass ihr ganzer Hals bedeckt war.
"Solange wir hier sind..."
"Genau
darüber wollte ich mit dir sprechen. Wir denken, dass wir bald
zurück sollten."
"Dem stimme ich absolut zu",
sagte Draco ernst.
"Ich möchte nicht zurück", seufzte Hermine.
"Ich genausowenig", murmelte Draco und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen. "Aber wir müssen."
"Warum?", fragte Hermine und rückte näher.
"Weil ich es sage", erwiderte Draco noch immer ernst.
"Achja?", grummelte Hermine ohne nachzudenken gegen seine Lippen.
"Hast du keine Angst, dass uns jemand sieht?", murmelte Draco, ehe sich ihre Lippen trafen. Für kurze Zeit verdrängte Hermine die Gedanken an die baldige Abreise und gab sich einfach Dracos Lippen, seiner Zunge und seinen Händen hin, die sie durch einen dickeren Umhang wohl nicht ihren Rücken hinauffahren gespürt hätte.
Draco beendete den Kuss. "Ihr solltet so bald wie möglich zurück", sagte er und strich mit einer Hand über ihr Haar.
"Wir?",
fragte Hermine, "ohne dich?"
"Ich komme nach",
sagte Draco.
"Natürlich nicht, weil du es dir nicht nehmen lassen willst, einmal im Leben Gryffindor zu schlagen, oder?"
"Ich bin schwer verletzt, dass du sowas denkst", sagte er und zog ein beleidigtes Gesicht, "Es geht einzig und allein darum, kein Aufsehen zu erregen. Wenn wir zusammen verschwinden, dann - was!"
Hermine hatte ihm einen Finger auf die Lippen gelegt und gab ihm mit einem eindringlichen Blick zu verstehen, leise zu sein.
"Was ist?", flüsterte Draco leicht irritiert.
"Pansy", sagte Hermine und spähte über seine Schulter hinweg auf die sich nährende Gestalt.
"Shit", grummelte Draco, ging einen Schritt zurück und setzte einen hochmütigen Gesichtsausdruck auf. Hermine, die seinem Gedankengang folgte, versuchte verletzt, oder wenigstens gekränkt zu wirken.
"Also Granger, merk dir das für's nächste Mal", schnarrte er gerade, als Pansy neben ihm auftauchte.
"Was soll sich das Schlammblut merken?", fragte Pansy in einer Weise, als wäre Hermine nichts weiter als Luft, und hakte sich bei Draco unter.
"Wie man sich gegenüber Reinblütern zu verhalten hat", erklärte Draco mit seinem in Hogwarts berümt berüchtigten herablassenden Blick.
"Halt die Klappe, Malfoy!", fauchte Hermine.
"Zügle deine Zunge, Schlammblut. Worum ging es überhaupt?", wollte Pansy wissen.
"Granger hier wollte mir einfach nicht verraten, was Potty und Wiesel schon wieder aushecken", sagte Draco. "Komm jetzt, Pansy. Ich kann diesen Anblick nicht länger ertragen", mit diesen Worten drehte er sich zum Gehen. Pansys Blick blieb noch ein wenig länger als nötig an Hermine kleben. Ein beinahe triumphaler Ausdruck stahl sich auf ihre Züge, ehe auch sie kehrt machte und mit Draco davonstolzierte.
Hermine starrte mit vor Schock geweiteten Augen hinter ihnen her, als ihre Hand sich um Dracos Schal schloss.
- - -
"Aaargh!",
stieß Ron aus, ballte seine Hände zu Fäusten und
funkelte eine Erstklässlerin wütend an, als ob sie
diejenige gewesen wäre, die Draco zu seinem Vorhaben genötigt
hätte. "Dieser schleimige Mistkerl! Wie kommt er darauf,
dass er länger bleibt? Er soll gefälligts zu erst
nach London zurück!"
Hermine verdrehte genervt die
Augen, während Ron sich weiter über Draco erboste,
platzierte einen Stapel Bücher auf dem Tisch und winkte Ginny
zu, die soeben die Treppe von den Mädchenschlafsälen
hinabkam, ohne einen einzigen Blick für Harry übrig zu
haben.
"Müsst ihr euch eigentlich jedes Mal nur wegen Quidditch so aufregen?", fragte Hermine.
"Ich habe überhaupt nichts gesagt", entrüstete Harry sich.
"Aber du hättest, wenn Ron dir noch was übrig gelassen hätte", stellte Hermine klar. "Es kommt jedenfalls nicht in Frage, dass Draco zuerst geht."
"Hermine!", riefen Harry und Ron gleichzeitig. "Du bist... unmöglich! Das würde heißen, Slytherin gewinnt gegen uns!"
"Nicht
zwangsläufig. Ginny ist als Sucher- und Jägerin talentiert
genug. Aber ich will nicht, dass Draco tagelang allein im Grimmauld
Platz ist."
Ron schnaubte. "Er ist dir wichtiger, als
Gryffindors Ehre?"
Hermine öffnete den Mund, schloss jedoch gleich wieder. Es hatte ja sowieso keinen Sinn.
Während Ron Harry zu einer Partie Zaubererschach überredete, überlegte Hermine, ob sie sich wegen Pansy Sorgen machten musste. Würde sie es wagen, Draco in den Rücken zu fallen? Was, wenn ja? Die einzige Folge würde sein, dass ganz Hogwarts wüsste, dass Harry, Ron und sie selbst mit Draco Malfoy gemeinsame Sache machten.
Oder?
Konnte
Pansy von ihr und Draco wissen? Würde ein Gerücht über
Draco und einer Muggelgeborenen Lucius Malfoy auf den Plan
rufen?
Hermine beschloss, sich nicht zu viel zu sorgen, vielleicht
hatte Pansy Dracos Schal (den sie in ihrem Umhang versteckt hatte)
überhaupt nicht bemerkt.
- - -
Zum Frühstück am nächsten Morgen schickte Hermine, nach einer schier unendlichen Diskussion mit Harry und Ron, eine Eule an Draco, in der sie ihm mitteilte, dass sie morgen aufbrechen würden, und er nach dem Spiel nachkommen sollte.
Den Sonntag verbrachte Hermine in der Bibliothek, wo sie tatsächlich etwas fand. Ein Buch nämlich, über Salazar Slytherin, seine Nachkommen und sein Erbe. Sie fand einen Abschnitt über die Gaunts, den letzten Nachkommen des Gründers. Tom Riddle war nicht aufgeführt, doch das wunderte Hermine inzwischen nicht mehr.
Das Kapitel enthielt eine Beschreibung des Dorfes Little Hangleton. Dem Dorf, in dem nicht nur die Gaunts, sondern auch der andere Teil von Voldemorts Familie gelebt hatte. Wirklich interessant fand Hermine den Abschnitt, der sich mit dem Haus der Riddles befasste. Nicht weil es aus dem letzten Jahrhundert stammte, oder weil es eine außerordentlich stilvolle Einrichtung aufwies. Es war ein Bild, das ihr Interesse weckte. Laut Autor war es ein magisches Bild, ein Gemälde, das eine silberne Flöte darstellte, die ab und an eine sonderbare Melodie ertönen ließ. Hermine war verblüfft, denn dem Text nach war dieses Bild das einzige im ganzen Haus, das mit Magie zu tun hatte. Der Autor wunderte sich gar, wie und warum Muggel es in ihrem Haus hatten. Zwar wurde der Leser über den seltsamen Tod der Riddlefamilie informiert, aber mit keinem Wort wurde erwähnt, dass sie durch die Hand eines Zauberers gestorben waren.
Wie
konnte jemand, der offensichtlich so genau über das Haus
Bescheid wusste, nicht wissen, dass Tom Marvolo Riddle den Mord
begangen hatte? Wie konnte dieser jemand nicht wissen, dass Riddle
Voldemort war?
Hermine erinnerte sich, dass Dumbledore Harry einst
gesagt hatte, nur wenige wüssten, was aus dem jungen Mann namens
Tom Riddle geworden war. Nur wenige? Wer, außer denen, die es
von Dumbledore erfahren hatten?
Überhaupt
irgendjemand?
Hermine hatte das Gefühl, dass sie die einzigen
sein konnte, die über dieses Wissen verfügten...
- - -
Am Montagmorgen verabschiedeten Harry, Ron und Hermine sich von Ginny, Lavender und den anderen Gryffindors. Anschließend suchten sie Professor McGonagall auf und teilten ihr mit, dass sie Hogwarts verlassen würden. Ihre Professorin mühte sich sichtlich, Haltung zu bewahren und nicht verwirrt und besorgt drein zu schauen. Sie setzte zaghaft dazu an, ihre Schüler zu überreden zu bleiben, gab aber schnell auf. Sie schien es nicht zu wagen, da sie davon ausging, dass Harry auf den Rat Dumbledores handelte.
Harry, Ron und Hermine liefen hinunter nach Hogsmeade, von wo sie disapparieren wollten.
"Ich hoffe, das hier ist nicht das letzte Mal gewesen, das wir hier waren", sagte Harry betrübt und starrte in die weißen Strahlen der morgendlichen Sonne.
"Ich auch", sagte Hermine. "Seit dem vierten Schuljahr haben wir wohl alle Angst, nicht mehr zurückzukommen", fügte sie leise hinzu, als sie die ersten Häuser des Dorfes erreichten.
"Seit er wieder da ist - wo ist Ron?", fragte Hermine plötzlich und sah sich suchend um. "Eben ist er doch noch neben mir gewesen! Ron!"
"Meinst du, er ist schon disappariert?", fragte Harry und am klang seiner Stimme erkannte Hermine seine Zweifel. Sie drehte sich um und spähte den Weg entlang, ohne eine Spur des Rotschopfes zu entdecken.
"Ron?", rief Harry, lief an den Häusern vorbei und suchte die Gassen mit den Augen ab. "Das ist nicht komisch! Komm her, Ron!"
Ein ungutes Gefühl stieg in Hermine auf und sie rannte hinüber zu Harry. "Er würde doch nicht einfach abhauen! Wo kann er sein?"
"Vielleicht ist er zurückgegangen, weil er etwas vergessen hat?", schlug Harry vor, dem ein Anflug von Panik im Gesicht stand.
"Aber er würde uns Bescheid sagen..."
Just in diesem Moment hörten sie Schritte hinter sich. Harry und Hermine wirbelten herum.
Da stand Ron.
"Ron!", rief Hermine und pure Erleichterung ließ ihr Herz wieder normal schlagen, "wo bist du gewesen?"
"Was? Ich... ich habe nur meinen Zauberstab verloren... ja... da hinten", murmelte Ron und zeigte hinter sich.
"Du bist ganz blass", bemerkte Hermine und entdeckte bei näherem Hinsehen, dass seine Augen seltsam leer aussahen. "Geht es dir gut? Du siehst mitgenommen aus."
"Nein. Nein, mir geht's gut", versicherte Ron und blinzelte ein paar Mal. "Ehrlich."
Harry und Hermine tauschten besorgte Blicke aus und disapparierten gemeinsam.
- - -
Ihre Laune sank merklich, als sie wieder in Sirius altem Haus waren. Nachdem sie in Hogwarts am munteren wenn auch nicht mehr so glücklichen Alltagsleben wie früher teilgenommen hatten, wirkte das Haus noch düsterer und trüber als zuvor.
Harry und Hermine redeten solange auf Ron ein, bis er sich dazu bereiterklärte, ein wenig zu schlafen. Sie rätselten untderdessen, was mit ihrem besten Freund los sei, denn das etwas nicht stimmte war ihnen beiden klar.
Nachdem Ron wieder aufgestanden war und es ihm sichtlich besser ging, teilte Hermine ihm und Harry mit, dass sie vermutete jemand, vermutlich Voldemort selber, würde versuchen seine Vergangenheit geheim zu halten. Weder Harry noch Ron befanden dies als sonderlich wichtig noch interessant.
"Er ist ein Halblut. Natürlich will er nicht, dass die Leute das wissen." Dagegen konnte Hermine nichts sagen und trotzdem hatte sie das unbestimmte Gefühl, dass das noch nicht alles.
Die Tage verstrichen unendlich langsam, fast so, als würde jemand die Uhr immer wieder zurückstellen, nur um sie zu ärgern.
Schließlich war die Woche vergangen und der Samstag, an dem Draco zurückkehren wollte, gekommen. Irgenwie hatten auch Harry und Ron darauf gewartet, trotz der Tatsache, dass auch mit ihm die Tage kaum spannender werden würden. Zumindest nicht für Harry und Ron.
Sie saßen am Küchentisch, auf dem das silber funkelnde Schwert Gryffindors seinen Platz gefunden hatte, als sie hörten, wie jemand die Haustür öffnete, eintrat und sie gleich wieder leise ins Schloss fallen ließ.
Schon stand Draco in der Küche, mit einem so triumphierenden Grinsen auf den Lippen, dass Harry und Ron frustriert aufstöhnten.
"Wie viel?", fragte Harry lahm.
"350 zu 50", erwiderte Draco bereitwillig und gedehnt und ließ sich elegant auf einem Stuhl nieder.
"Ebenfalls hallo", murmelte Hermine und erhielt ein Lächeln des Blonden.
"Wer hat für Gryffindor den Sucher gespielt?", fragte Ron finster.
"Deine verehrte Schwester."
"War sie... schlecht?", fragte Ron.
"Na, ich würde sagen, unter anderen Umständen hätte sie so etwas wie Konkurrenz für mich sein können", Dracos Blick wanderte zu Harry, "aber irgendwas schien ihr schlechte Laune zu bereiten."
Niemand sagte daraufhin etwas, so dass Draco ein neues Thema begann. "So, ihr habt dieses Ding also noch nicht angerührt?", er deutete auf das Schwert.
"Offensichtlich nicht", brummte Harry fuchsig, der wie Ron vollkommen niedergeschlagen war.
"Wann gedenkt ihr es zu tun?", fragte Draco, dessen Grinsen noch immer nicht gewichen war.
Sie würdigten ihn keines Blickes.
"Hey, ich hab' sonst immer gegen euch verloren und trotzdem mit euch gesprochen!"
"Oho!", machte Ron, "Ja, tut uns schrecklich Lied. Sollen wir vielleicht ein Lied über dich dichten, deine Familie beleidigen oder deine Freunde in den Dreck ziehen?", fauchte er.
"Also, das mit dem Lied ist keine schlechte Idee..." murmelte Draco. "Aber ich seh schon, ihr braucht ein bisschen Zeit. Ich bin oben, falls ihr wissen wollt, wie genau die wenigen, zufällig gefallen Tore eurer sogenannten Mannschaft gefallen sind."
Und damit verschwand er wieder.
Hermine beschloss, Harry und Ron allein Trübsal blasen zu lassen und folgte Draco. Sie klopfte an seine Tür und trat ein. "Ich glaube nicht, dass sie es schnell verkraften werden", meinte sie, schloss die Tür hinter sich und küsste Draco kurz.
"Das
macht den Sieg umso erfreulicher."
"Ach... ich bin zwar
nicht so verrückt nach diesem ganzen Rumgefliege, aber immernoch
eine Gryffindor. Vielleicht solltest du aufpassen, was du in nächster
Zeit trinkst..."
Draco
hob eine Augenbraue. "So schlechte Verlierer? Ganz so ernst
musst du das auch nicht nehmen."
"Ich nicht",
pflichtete Hermine ihm bei, "aber was ist mit Pansy?", und
zog Dracos Schal aus ihrem Umhang.
"Öhm? Du weißt schon, dass Pansy in Slytherin ist? Warum sollte sie mich mit einem Schal erwürgen wollen?", fragte Draco vollkommen ratlos.
Hermine
wurde ernst. "Ich glaube, sie hat gesehen, dass ich den
umhatte."
Dracos Blick verfinsterte sich. "Deshalb hat
sie sich so komisch verhalten... Und ich habe gedacht, sie ist
beleidigt, weil ich sie stehen gelassen habe...Trotzdem, glaubst du,
sie weiß, dass... wir zusammen sind?"
Hermine zuckte mit den Schultern. "Und wenn schon, was sollte passieren? Sie kann uns nichts anhaben."
"A propos anhaben", murmelte Draco, für den das Thema damit erledigt schien, öffnete Hermines Umhang und ließ ihn zu Boden fallen. Er hielt für einen Moment inne und starrte Hermine überrascht an. Diese errötete. "Ich hab ihn von Parvati geliehen", sie deutete auf den Pullover, den sie trug.
"Nicht, dass ich was gegen knalliges, kitschiges, augenkrebserregendes Pink hätte", sagte Draco grinsend, "nur es ist einfach nicht deine Farbe."
Er unterdrückte jegliche Antworten mit einem Kuss und setzte sich, Hermine mit sich ziehend, auf die Kante seines Bettes. Hermines Herz schlug schneller und schneller, als seine Lippen von ihren abließen, ihren Hals hinabglitten und eine Gänsehaut über ihren Körper jagten.
Eine Hand ließ sie durch sein Haar fahren, mit der anderen stützte sie sich auf seinem Bett ab. Dracos Lippen hatten sich wieder auf ihre gelegt und seine Zunge erforschte ihren Mund aufs Neue, als Hermines Hand gegen etwas stieß. Sie hob es abwesend hoch, ohne darauf zu achten und gab sich ganz seinen Küssen hin, bis sie erkannte, was sie da in der Hand hielt. Sie löste sich von ihm und grinste.
"Ich hätte nicht gedacht, dass -" Hermine starrte den kleinen silbernen Spiegel an und plötzlich ging ihr ein Licht auf. Es fiel ihr wieder ein und sie wusste nun die Antwort. Sie hatte Recht. Sie war sich vollkommen sicher.
Sie nahm kaum wahr, wie Draco neben ihr den Mund öffnete, um etwas zu sagen. Der Kopf einer Person war im Spiegel erschienen.
Hermine keuchte auf und ließ den Spiegel fallen. Die Person darin war bereits wieder verschwunden. Obwohl sie diese nur für Bruchteile einer Sekunde gesehen hatte, wusste Hermine, wer es gewesen war.
Dieses blasse, von öligen, schwarzen Haaren umramte Gesicht, die markante Hakennase, die stechenden, schwarzen Augen. Sie würde sie überall erkennen.
"Snape", hauchte sie. Sie spürte ihr Herz wie wild klopfen, ihre Augen brannten vor Wut, ihre Hände begannen zu zittern.
"Hermine", erklang Dracos Stimme wie aus weiter Ferne. Sie stand auf, langsam, damit ihre Schwindelgefühle nicht überhand nehmen konnten. Sie starrte Draco an, der sich ebenfalls erhoben hatte. In seinen grauen Augen spiegelte sich Furcht.
A/N: Na, wenn konnte ich noch schocken? Oder habt ihr's alle schon gewusst? -gg-
Nächstes Mal gibt's noch mehr Überraschungen und mal wirkliche Action.
