Kapitel 20 – Such A Night (Elvis Presley)

Sie starrte ihn an.

Und Marc noch ziemlich neu in diesem ganzen gefühlsduseligen zwischenmenschlichen Situationen wusste nicht so recht einzuschätzen, ob das nun ein gutes Zeichen war, oder eher ein schlechtes.

„Was?", fragte er geradeaus, und es kam ziemlich ruppig daher.

Sie schüttelte ihren Kopf, um jegliche Gedanken daran zu verbannen, dass das hier nur ein Traum war, es gelang ihr leider nicht ganz.

„Uhm...", sie errötete. Es war ihr irgendwo peinlich, ihn zu fragen, aber es war die beste Möglichkeit: „Kannst du mich mal kneifen?"; fragte sie fast schüchtern, als sie sich auf die Unterlippe biss.

Marc ließ ein heiseres unterdrücktes Lachen von sich: „Kneifen? Glaubst du wirklich, dass du träumst?", er verzog seine Lippen zu einem spitzbübischen Lächeln.

„Nun", begann sie und holte tief Luft: „Immer wenn ich dieses Szenario erlebt habe, wachte ich auf. Aber wenn du mich jetzt kneifen würdest, wüsste ich dass ich wach bin!"

„Und das wäre gut?", fragte er leichthin und das Grinsen in seinem Gesicht verbreiterte sich noch ein bisschen.

Die Blonde nickte heftig: „Ja", sagte sie enthusiastisch.

„Ich kenne eine bessere Möglichkeit", sagte er ebenfalls mit voller Begeisterung.

Sie zog ihn abrupt an seinem Hemdkragen zu sich hinunter, ehe sie verheißungsvoll flüsterte: „Ich auch", als sie ihre Augen erwartungsvoll schloss und seinen Mund erwartete.

Doch Marc hatte blitzschnell nur seine Wange hingedreht.

Sie zog sich zurück und zog fragend die Augenbrauen hoch.
„Du, Gretchen, ich denke, dass das keine gute Idee wäre", er räusperte sich und holte tief Luft, als sie sich aus seinen Armen befreien wollte, die den Weg um ihre Taille wie von Geisterhand gefunden hatten. Er jedoch ließ sie nicht gehen, seufzte aber kläglich:
„Ich würde dich wie in ein Teenager in mein Auto schleppen", sagte er ehrlich und es sollte alles erklären. Doch seine Assistenzärztin sah ihn weiterhin nur verwirrt an.

Energisch schob er sie jetzt doch aus seinen Armen und drückte ihr seine Autoschlüssel in die Hand: „Wenn ich dich jetzt küssen würde, wäre es möglich, dass ich dich wie ein Neandertaler in meine Höhle schleppe, also meinen Wagen, und dich dort auf der Rückbank zur Besinnungslosigkeit f...", Gretchen legte ihm schnellstens die Hand auf den Mund, als auch sie endlich verstand, dass Marc nun einmal immer Marc sein würde.

Sie grinste ihn an: „Okay, Rückbank ist gut", flüsterte sie und drückte sich wieder näher an ihn heran.

Es war ihr vollkommen egal, wie drängend und verzweifelt sie klang.

Sie hatte über eine Dekade gewartet, dass dieses Szenario passieren würde, jedes Mal anders, aber nicht ansatzweise so schön, wie es letztendlich gekommen war. Und ihre Marc-Unschuld auf dem Rücksitz eines Autos zu verlieren, war vielleicht nicht so romantisch, wie sie es sich gewünscht hatte, aber wer wollte denn wirklich Romantik haben, wenn die Wirklichkeit so viel süßer war und man sich gegenseitig so sehr wollte, dass einem die Umstände egal waren?

Mar hingegen ging einen Schritt zurück. Es kostete ihn jegliche Selbstbeherrschung, standhaft zu bleiben. Sie wollte immer schon ein gewisses Ambiente haben – und auch wenn er es sehr zu schätzen wusste, dass sie seinem Körper nahezu entgegenfieberte, wusste er, dass ein Bett das Minimum an Luxus war, was er ihr geben müsste.

„Nein", sagte er entschieden.
„Wieso denn nicht", fragte sie in ihrer süßen naiven Art, worauf Marc nur den Kopf in den Nacken schlug:
„Du fährst uns jetzt in irgendein Hotel – das nächstgelegene", betonte er so würdevoll es ihm möglich war.

„Uhm", sie schaute auf den Schlüssel in ihrer Hand: „Warum ich?"

„Weil ich keinen Führerschein mehr habe, zumindest nicht für die nächsten sechs Monate", sagte er trocken und Gretchens Augen weiteten sich vor Schreck:
„Du hast deinen Führerschein verloren? Warum? Wann? Marc Meier, bist du ohne Fahrerlaubnis gefahren?", fragte sie panisch, und malte sich aus, was nicht alles hätte passieren können, wenn man ihn erwischt hätte.

Doch Marc legte nur seine Hand auf ihren Rücken und bedeutete ihr den Weg zur Fahrertür, die er sogar für sie freiwillig öffnete.

„Wer hat dich denn so gut trainiert?", fragte sie lächelnd, als sie sich auf den Sitz niederließ.

„Hasenzahn?", sagte er mit diesem komischen Unterton, der ihr einen wohligen Schauer über den Rücken jagte: „Übertreib dein Glück nicht, denn sind wir erstmal in einem hübschen Zimmer, wirst du dir wünschen, dass ich meine Frustration nicht an deinem Kleid auslasse, weil es fix gehen muss!", grinste er gehässig und drückte die Fahrertür zu.

Gretchen schluckte schwer, als sie den Sitz ganz zurück schob, um sich der HighHeels zu entledigen.

Vorsichtig rieb sie sich noch einmal über den rechten Knöchel, und stellte wunderlicher fest, dass er überhaupt nicht mehr schmerzte, nun gut, zumindest nicht mehr so sehr. Vielleicht war Marc wirklich ein Gott in weiß, denn sein Liebesgeständnis war wie eine Ganzkörperheilung gewesen.

„Du kannst auf den Dingern doch gar nicht laufen", lachte er, als er zu ihrer Rechten auf dem Beifahrersitz platz nahm.

„Laufen schon, nur nicht rennen... oder autofahren", sagte sie beschämt, als sie sich anschnallte, Sitz für sie passend einstellte, Rückspiegel drehte, den Motor startete und dann die Außenspiegel verstellte.

Marc stöhnte: „Nur weil ich gesagt habe, dass ich dir den Komfort eines Bettes zukommen lassen will, musst du mich nicht noch mit dramatischer Ausdauer quälen!"

Sie grinste verschmitzt: „Da siehst du mal wie das ist, wenn man immerzu warten muss, Marc."

Er konnte nicht deuten, ob sie jetzt die Jahre seit ihrer Schulzeit meinte, oder aber, dass er sie nicht geküsst hatte.

Er lehnte sich jedoch entspannt zurück, als sie vorsichtig wie ein Fahranfänger sich in den fließenden Verkehr einfädelte, als sie die schon aufgewachte Stadt erreichten, die durch den morgendlichen Berufsverkehr sehr unüberslichtlich schien.

Sie war vollkommen auf die Straßenverhältnisse fixiert, als er ihr Profil musterte:
„Was ist denn",fragte sie verlegen und im Halbdunkeln bildete Marc sich sogar ein einen leichten Rotschimmer auf ihren Wangen ausmachen zu können.

„Ich schaue dich an", seine Stimme hatte einen fast schon gefährlich rauen Ton angenommen.

„Dann lass das, sonst kann ich mich nicht konzentrieren, Marc"

Er grinste unentwegt, bis ihm die geniale Idee kam, sie noch ein bisschen mehr zu reizen.

Als sie vor einer Ampel zum Stehen kamen, wackelte Gretchen ungeduldig mit ihrem Gasbein auf und ab. Dadurch, dass sie saß, hatte sich ihr Kleid noch eine gehörige Portion weiter ihren Oberschenkel hochgeschoben, und diese Gelegenheit nutzte Marc geschickt, um ihr auf den nackten Schenkel seine warme rechte Hand zu legen. Er beobachtete sie gespannt, wie sie zusammenzuckte und bemüht war ihre Beine fest zusammen zu pressen.
„Marc", schallt sie ihn, und schaute ihn erstmalig, seit sie losgefahren war, wieder direkt an.
„Hör sofort auf damit", hinter ihnen gab es schon das erste Hupkonzert, weil sie nicht bemerkt hatte, dass die Ampel wieder auf Grün umgesprungen war.

„Bring mich dazu", forderte er sie heraus. Er hatte wirklich versucht, sich zu beherrschen, wirklich. Aber je länger er sie ansah, desto verlockender war die Vorstellung, sie durch bloßes Berühren in den Ekstasen-Wahnsinn zu treiben.

Keuchend, schreiend und dem Höhepunkt so verdammt nahe wollte er sie endlich unter sich sehen.

Sie versuchte seine Hand wegzuschieben, ohne dabei von ihrer Fahrspur abzukommen, doch sofern ihr dies endlich gelungen war, schob er seine Griffel direkt wieder an fast die selbe Stelle. Jedes verdammte Mal ein Stückchen höher.

„Es ist viel bequemer, wenn du deine Beine nicht so krampfartig zusammen presst, Gretchen", hauchte er leise und lehnte sich von seinem Sitz weiter nach vorn zu ihr: „Und für mich wäre es so viel einfacher", raunte er verheißungsvoll in ihr Ohr. Mit der Zungenspitze berührte er Federleicht ihre Ohrmuschel.

Sie quiekte erschrocken auf: „Marc, jetzt hör aber auf!", sie drückte seinen Oberkörper zurück in seinen Sitz, worauf er nur lachte.

„Das ist nicht witzig, Marc, guck lieber aus dem Fenster, ob du irgendwo ein Hotel ausgeschildert siehst", sie bemühte sich, ihren schnellen Atem so gut es ging zu verbergen. Wenn nur halb so viel davon stimmte, was sie damals auf der Schultoilette über ihren,... 8Freund?, Oberarzt, waren sie jetzt eigentlich exklusiv, oder nur so ein dahergelaufenes paar Menschen, dass sich in der Horizontalen austoben wollte?...) gelesen hatte, würde diese Nacht, alles bisher da gewesene in den Schatten stellen.

Doch der Gedanke, dass sie nicht genau definieren konnte, was sie nun eigentlich waren, trübte ihre Vorstellung ungemein.

„Hör auf, nachzudenken", sagte er leise, und Gretchen guckte ihn verwirrt an.

Marc legte abermals seine Hand auf ihren Schenkel und streichelte unentwegt mir dem Daumen die Innenseite.

„Marc!", sagte sie gereizt und versuchte seine Hand wieder wegzuschieben.
„Das wird hier kein Sprint, Gretchen. Das ist ein Marathon!", sagte er ehrlich.

Sie schaute ihn ungeachtetes des Verkehrs unverwandt für einen Augenblick länger als nötig an.

Sein Blick war so intensiv und durchdringend, dass es sie zu Tränen rührte:

„Oh, ne, jetzt heulst du nicht schon wieder, oder?", fragte er, und lachte keck, da sie sich vollkommen entspannt hatte, als sie ihn angesehen hatte. Als sie sich wieder halbwegs auf die Straße konzentrierte nutzte er diese Gelegenheit um seine Hand tiefer in die Innenseite ihres Oberschenkels zu vergraben um mit gleichmäßigen Bewegungen diesen kräftig zu massieren. Sie keuchte ergeben auf und stöhnte seinen Namen. Sie hatte schon wieder ihre Hand auf seine gelegt, schaffte es dieses mal jedoch nicht, sie wegzuschieben.

„Ich liebe es, wenn du meinen Namen stöhnst", flüsterte er heiser.

Gretchen schloss für einen winzigen Moment die Augen, als seine Massur heftige Blitze durch ihren Unterlieb schoss.

Und als sie ihre Lider wieder aufzuckten, sah sie das erlösende Schild:

Hilton Colonge Hotel - 500 m rechts.

Sie setzte den Blinker und kam nach einer kleinen Drehung auf dem Parkplatz endlich zum Stehen. In Windeseile schnallte sie sich ab, Marc stieg aus dem Auto, öffnete ihr die Tür und bat sie heraus. Noch bevor sie protestieren konnte, schmiss er Gretchens Schuhe achtlos auf den Rücksitz.

„Die wirst du eh nicht brauchen", raunte er, ergriff ihre Hand und zog sie ungeduldig hinter sich her.

„Ich kann doch aber nicht ohne Schuhe in solch ein edles Hotel."

„Den dürfte herzlich egal sein, ob du Schuhe trägst oder nicht, solange die Rechnung stimmt", sagte er gehetzt. Es trennte ihn nur das Check in und der Weg bis zum Hotelzimmer, bis er ihr dieses Kleid vom Körper reißen konnte und...

Seine Lendengegend zog verdächtig und er rief sich zur Vernunft, als er dem Rezeptionisten gegenüberstand:

„Guten Morgen", sagte dieser unfreundlich, und während Gretchen sich peinlich berührt auf die Lippe biss, übersah Marc den abschätzigen Blick seines Gegenübers gekonnt.

„Ein Zimmer, für heute und morgen, auf Meier."

Der Mann ungefähr Mitte vierzig kratzte sich am Hals: „Ich denke nicht, dass wir für ihre,... Angelegenheiten, geeignet sind"

Gretchen sah unschlüssig an sich herunter. Der bezeichnete sie als Professionelle, nur weil ihre Haare ein bisschen verwuschelt waren und sie keine Schuhe trug?
Sie wollte gerade dem Mann gehörig ihre Meinung sagen, als Marc in seiner Hosentasche nach seinem Bundespersonalausweis kramte und sie dem Mann auf die Theke knallte:
„Sind Sie immer noch nicht sicher, ob meine Assistenzärztin und ich hier erwünscht sind?", fragte er gereizt und griff suchend nach Gretchens Hand. Er zitterte – vor Wut.

„Oh...", der Hotel-Futzi räusperte sich.

„Dr. Meier, verzeihen Sie bitte das Missgeschick – aber Irrtümer kommen leider immer wieder vor! Der Sekt geht natürlich aufs Haus", sagte er rasch.

„Sekt", fragte Marc jedoch unmissverständlich gekränkt.

„Uhm, ich meinte natürlich Champagner", brummte der Mann vor ihm.

„Was für ein Zimmer soll es denn sein?", fragte er weiter, als er im Computer irgendetwas eingetippt hatte.

„Kein Zimmer – die Suite", sagte Marc routiniert und von oben herab, worauf dieser furchtbare kleine Mann nur nicken konnte.

Gretchen wünschte sich nichts sehnlicher als auch einmal in ihrem so selbstsicher zu scheinen, wie ihr Freund.

Ein Page, der eigentlich für das Gepäck zuständig war – nur welches Gepäck? - legte den Weg zum Fahrstuhl mit ihnen zurück und wollte selbst einsteigen, doch Marc schüttelte ihm dankbar die Hand.

„Fahren die nicht eigentlich immer mit?", flüsterte die Blonde unschlüssig und Marc grinste sie wissend an:

„Nicht wenn du ihnen zweihundert Euro in die Hand drückst, damit sie es nicht tun", die Fahrstuhltüren schlossen sich.

In einer fließende Bewegung drängte Marc Gretchen mit dem Rücken an die verspiegelte Wand und vergrub seine Hände in der goldenen Flut ihrer Haare.

Mit einem Vorstoß seiner Hüfte die ihr sämtliche Luft aus den Lungen presste, wurde ihr die Dringlichkeit bewusst, mit der Marc zu kämpfen hatte. Und in jedem anderen non-erotischen Moment hätte sie ihn für seine Ausdauer bewundert oder sogar geweint, weil er nur für sie solange gewartet hatte. Doch in der konkreten Situation verstärkte es ihre eigene ungezügelte Lust nur noch um ein Vielfaches.

Er hatte seinen Kopf in ihre Halsbeuge gelegt und stöhnte ungeniert auf, als er diesen Rhythmus, den der erste Stoß ausgelöst hatte, nicht mehr beenden konnte.

„Du hast keine Ahnung, wie viel Willenskraft es mich gerade kostet, dich hier nicht auf der Stelle zu nehmen", flüsterte er ergeben und verfluchte diesen langsamen Fahrstuhl.

Gretchen presste ihre Hand auf den Mund, damit sie nicht anfing lauthals zu schreien, als er eine brennende Spur mit seinen Lippen von ihrem Hals zum Dekolletee zeichnete.

„Dieses Kleid hier gibt mir den Rest, ich weiß ganz genau was da drunter ist, und ich will es – sofort", wie als ob eine höhere Macht ihn erhört hatte, gab es ein kleines Bing-Zeichen, der Lift hielt abrupt an und die Türen öffneten sich auf der gewünschten Etage.

Tief einatmend löste sich Marc, und ging entschieden einen Schritt zurück, er liebte es, sie in diesen aufgelösten Zustand zu versetzen.

Er schob sie in den Korridor hinaus und zog sie schnellen Schrittes hinter sich her.

„Marc, warte", quengelte Gretchen, als sich ein leichter Schmerz doch wieder in ihrem Fuß bemerkbar machte.

Doch er schüttelte nur den Kopf, während er nach der Nummer des Suite suchte und diese fast am Ende des Flurs endlich fand.

„Tut mir leid, aber das Warten hat jetzt endlich ein Ende", er entriegelte die Tür, zog Gretchen ungeduldig in den Raum und noch bevor er die Tür unachtsam mit dem Fuß zugetreten hatte, legte er in einem stürmischen Kuss seine Lippen auf ihre.

Here we are, all of us, basically alone,

seperate creatures just circling each other,

all searching for that slightest hint of a real connection.

Some look in the wrong places.

Some may just give up hope because in their mind they're thinking,

There's nobody out there for me."

But all of us, we keep trying over and over again.

Why?

Because every once in a while...

every once in a while...

two people meet an there's that spark.

And yes,

he's handsome and she's beautiful,

and maybe that's all they see at first.

But making love?

Making love.

That's when two people become one."

Breaking the laws of physics?"

Yeah, a miracle!"

Ohne das Licht anzuknipsen schob Marc Gretchen in den Raum zurück, den Kuss so gut es ihnen beiden möglich war nicht lösend. Doch immer wieder mussten sie Luft holen und aufpassen, dass sie nicht über irgendetwas stolperten. Er atmete ihren unglaublichen Geruch tief ein, und malte brennende Symbole mit der Zunge auf der Haut über ihrem Halspuls, den er heftig schlagen spürte.

„Marc", stöhnte die Blonde ergeben. Sie schob ihre Finger durch seine Haare, als er den Weg zwischen ihre Brüste gefunden hatte und das Kleid ruppig versuchte zur Seite zu schieben. Natürlich gelang es ihm nicht.

Wie eine Figur, die man so positionieren konnte, wie man es sich wünschte, so hilflos erschien sie ihm, als er sie abrupt um einhundertachtzig Grad drehte und sie an die nächst gelegene Wand schob. Unablässig streichelte er ihr gehetzt die Seiten entlang, als er spielerisch in ihre nackte Schulter biss.

Der gewünschte Effekt kam: Sie schrie ungeniert auf und er konnte sagen, dass es mit Abstand das erotischste Geräusch war, dass er jemals von einer Frau gehört hatte.

„Bitte", sie stöhnte den Tränen nah, im Kontrast zum Biss er besänftigend die geschundene Stelle mit seiner Zunge leckte.

Mit geschickten Händen öffnete er den Verschluss ihrer Trägerkette und den Reißverschluss des Kleides. In Eile glitten seine Finger über ihre Oberschenkel und schoben das Kleid über ihren Kopf. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, ihren nun freigelegten Brüsten ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als anderen Partien.

Er selbst stöhnte verzweifelt auf, er wusste nicht wie er die letzten fünf Meter in den nächsten Raum, das Schlafzimmer, durchqueren sollte, ohne dabei seine angestaute Libido an dem nackten Körper vor ihm auszutoben zu lassen.

Er schloss die Augen und bemühte sich um einen geregelteren Atem, als er seine Stirn gegen Gretchens Schulterblatt lehnte und seine Hände mit ihren, die sie an der Wand abstützten, verstrickte.

Sie merkte die plötzliche Veränderung und blieb selbst einen Moment regungslos stehen, bevor sie sich sich zu ihm umdrehte und ihn mit glasigen Augen ansah. Ihre Lippen waren geschwollen und über Wangen, Hals und Dekolletee hatte sich ein feiner Rotton ausgebreitet, das war im Dämmerlicht von der aufgehenden Sonne eindeutig zu erkennen. Ein kehliges Grollen entwich ihm, sofern er den Blick weiter ihren Körper hinab gleiten ließ.

Der passende purpurne Slip zum Kleid fiel seiner Ungeduld zum Opfer, ein reißendes Geräusch erhellte den Raum und Gretchen stand vollkommen nackt vor ihm

Mit immenser Vorfreude leckte sich die Blonde über die Lippen und ahnte nicht im Entferntesten, was diese simple Geste mit Marcs Unterleib anstellte: „Renn", stöhnte er und löste die ersten Knöpfe seines Hemdes.

Es durchzuckte sie, als sie etwas nahezu gefährliches in seinen Augen brennen sah, sodass sie, auch wenn sie nun nicht gerade rannte, sich beeilte die letzten Meter zum Bett zu erklimmen.

Noch während sie sich in die weichen Federn versuchte zu betten, war Marc schon hinter ihr und drehte sie auf den Rücken. In der einen Sekunde war er über ihr und teilte ihren Mund mit seiner Zunge entschieden in zwei, als er in einer weiteren ebenso ihre Schenkel routiniert mit seinen Knien spreizte.

Aus dem anfangs so wilden Kuss wurde nach und nach ein immer sanfterer, als er sich von ihr löste und nur ihr Gesicht betrachtete.

Sie öffnete ihre Augen nur langsam und schaute ihn lächelnd an. Kein verführerisches, kein höhnisches oder eines, mit dem sie über diese Situation im allgemeinen lachte. Ein liebevolles, gar erwartungsvolles, was das Leben für sie beide noch bringen mochte.

Mit dem ersehnten Vorstoß seiner Hüfte schrie sie das erste Mal laut auf.

Eine ihrer Hände drückte er über ihrem Kopf in die Matratze, während er sein Gesicht in ihrer Halsbeuge verbarg und seine Hüften immer wieder in sie vorstieß, jedes Mal heftiger, schneller, drängender.

Die Blonde schrie abermals auf, als ihr bewusst wurde, dass dieser Knoten in ihrem Bauch sich begann immer weiter zusammen zuziehen. Marc war nicht ihr erster Mann gewesen, mit dem sie schlief, aber ohne große Konkurrenz ihr bester, als sie schon nach ein paar Stößen in gewaltige Muskelkontraktionen schwebte.

Sie bäumte sich unter ihm auf und formte den Mund zu einem stummen Schrei. So schnell und so heftig war es in ihr in diesem Ausmaß noch nie passiert.

Sie hatte nicht mal bemerkt, dass sie in ihrer Ekstase die Beine hinter seinen Knien verschränkt hatte und ihre Nägel hilfesuchend in seine Oberarme gekrallt hatte.

Als sie matt und erschöpft wieder zurück ins Bett fiel, begann er seinen Rhythmus erneut aufzunehmen: „Marc", schrie sie.

Ein feiner Schweißfilm hatte sich auf ihren Körpern gebildet und der unverkennbare Geruch von Sex lag in der Luft, der ihn dazu weitertrieb auch endlich Erlösung finden zu wollen. Und wenn er sie dabei noch einmal mit in den Himmel nahm, war es ihm sogar sehr recht.

Diese Nacht würde sie niemals vergessen.

Dafür würde er Sorge tragen.

Wenn sie es wollte – ein leben lang.

Er schob seine rechte Hand unter ihren Oberschenkel und zog diesen nur ein paar Zentimeter weiter hinauf.

Gretchen keuchte gequält auf. Sie war so sensibel und durch die Veränderung des Winkels spürte sie ihn noch so viel intensiver in sich.

Sie presst die Augen zusammen, als er sich jetzt auch noch dafür entschied seinen Kopf aus ihrem Nacken in das Tal ihrer Brust zu legen, damit er die Brustspitzen abwechselnd mit seinem Mund reizen konnte. Diese ihr völlig neue Art, sie so hart zu nehmen, ließen sie abermals Schweben, doch diesmal umklammerte ihr Inneres ihn so egoistisch, dass er ebenfalls mit einem gutturalen fast animalischen Stöhnen dem Trieb erlag und sich erschöpft auf sie niederließ.

Für Minuten war nur das Atmen wichtig.

Marc war der Erste, dem es gelang sich wieder zu bewegen und klarere strukturierte Gedanken zu fassen, als er sich vorsichtig aus ihr zurückzog.

Ein Zittern erfasste ihren Körper und sie war zu schwach um die Augen zu öffnen.

Noch nie hatte sie sich durch Erschöpfung so glücklich gefühlt.

Nur spärlich bemerkte sie in ihrem immer noch wellenartigen ekstatischen Zustand, dass Marc sich neben sie legte und die Bettdecke über sie zog.

Matt musste sie ihm, bevor sie ins Traumland verschwand, noch informieren: „Das war der beste Sex meines Lebens."

Sein leichtes Lachen quittierte sie mit einem schelmischen Grinsen.

„Ich weiß, schließlich war er auch mit mir."

Es war so typisch.

Unromantisch.

Selbstüberschätzend.

Typisch Marc eben.

„Ich liebe dich", flüsterte sie leise.