Die Sätze sind am Anfang ein wenig abgehackt und bestehen je nach dem nur aus einem Wort. Ich wollte damit zeigen, wie durcheinander die Beiden sind und ihre Gefühle noch mehr Ausdruck verleihen. Wenn es daneben gegangen ist, entschuldige ich mich und lasst es mich bitte wissen.

Ein Danke wieder an Mary Marvellous, kathleen potter, Tuniwell, Nickiii (welche Formulierungen meinst du?), Arweyna und Pony.

Viel Spaß,

Eure Nessi


Glück im Unglück

***

Weiß. Irgendwie war alles weiß. Der Kopf… er schmerzte, als würde man mit einem Hammer dagegen schlagen.

Weich… unter ihr, war es weich. Ihre Seite stach und brannte, als hätte man ihr Säure drauf gekippt. Sie presste die Augen zusammen. Ein bekannter Geruch stieg ihr in die Nase. Ein Geruch, den sie von irgendwo her kannte, aber sie konnte ihn nicht zu ordnen.

Ihr Geist war benebelt. Da waren Fetzen, Bilder, die versuchten rauszukommen und immer wenn sie glaubte, sie hätte sie, verschwanden sie wieder.

Aus weiter ferne hörte sie etwas Piepsen. Das Geräusch drang nur gedämpft in ihr Bewusstsein. Ihre Ohren waren, als hätte man Watte hineingestopft.

Langsam versuchte sie ihre Augen zu öffnen. Das Licht blendete und sie schloss ihre braunen Seelenspiegel wieder. Dann, langsam, versuchte sie es erneut. Nur ein bisschen und immer mehr. Langsam gewöhnte sie sich an die Helligkeit. Weiß.

Vorsichtig versuchte sie, ihren Kopf zu drehen und stöhnte unter den unglaublichen Schmerzen auf. Was war nur passiert, dass sie solche Schmerzen hatte?

Sie versuchte sich an etwas zu erinnern. Wo war sie? Ihre Augen erfassten Details, die sie ebenfalls an etwas erinnerte. Krankenhäuser! Der Geruch, das Piepen, die weiße Farbe. Ein Krankenhaus!

Aber… warum war sie hier? Verdammt. Sie legte ihre Hand auf ihre Stirn und zuckte unter dieser Bewegung zusammen. Ihre Seite brannte höllisch. Warum konnte sie sich an nichts erinnern? Obliviate? Sie vermutete mal nicht, denn sie wusste, dass etwas geschehen war. War es so schlimm, dass ihr Unterbewusstsein all das vergessen wollte? Sie schüttelte den Kopf und kniff die Augen zu. Falsche Bewegung. Nein, wenn sie all das vergessen wollte, hätte sie auch die anderen Erlebnisse vergessen müssen.

Ihre Augen suchten weiter den Raum ab und blieben an einer sehr blassen und kränklichen Person hängen. Ihr Herz machte einen komischen Hüpfer, ließ ihre Stirn runzeln, und dann durch fuhr sie ein Schock. Für Minuten lag sie dort wie gelähmt. Bilder zogen an ihr vorbei. Bilder, die eine schöne Zeit zeigten und Bilder, die sie am liebsten vergessen wollte. Warum hatte sie auch gewühlt?

Bilder von ihr und Draco wie sie lachten, im Kaffee saßen und ihren Kakao tranken. Draco, wie er sie in seine Arme zog und küsste und… Lichtblitze. Ihre Schmerzen, die sie immer noch spüren konnte. Das Gelächter und Geschrei. Dracos panische Augen. Seine Gestalt, die sich auf dem Boden krümmte und dann seine schmerzerfüllten Schreie. Angst. Angst stieg in ihr auf. Ihr Herz raste, als würde sie das alles noch einmal erleben. Sie sah ihn, wie er sich neben sie hockte. Sie trug. Er hatte sie nicht zurückgelassen. Er hatte sein Leben aufs Spiel gesetzt.

Mit einem Mal waren ihre Schmerzen vergessen. Sie sprang aus dem Bett. Ihre nackten Füße berührten den kalten Boden und ließ sie zusammenfahren. Eine Gänsehaut machte sich auf ihrem Körper breit. Dann überquerte sie die paar Meter und stand schließlich neben ihm.

Er war so blass. Viel, viel blasser als sonst. Er schien zu schlafen. Sie hoffte es. Seine Haare waren zerzaust. Dunkle Ringe malten sich unter seinen Augen ab. Seine Lippen waren offen. Sie schienen geblutet zu haben. Die Wangen wiesen Schrammen auf.

Ihre zitternde Hand erschien in ihrer Sicht und legte sich auf seine Wange. Ihre Finger strichen sanft über seine Lippen, dann über seine Wange und hinauf zur Stirn. Die Strähnen strich sie ihm weg. Sie hatte ihn nie so gesehen. Nie. Als sie an dem einen Morgen in seinen Armen aufgewacht war, hatte er noch geschlafen und so… friedlich ausgesehen. Davon war nichts mehr da.

Tränen sammelten sich in ihren Augen. Hermine, mach das du weg kommst. Nein, hör auf. Ich werde dich jetzt nicht zurücklassen. Hermine... Es tut mir leid. All das rannte durch ihren Kopf. Immer wieder Dracos Gesicht vor Augen und seine Augen, die in diesen Moment so viel Angst, Sorge und Verzweiflung gezeigt hatten.

Als die Tränen ihre Wange hinunter rannten schniefte sie. Sie durfte jetzt nicht weinen, aber sie konnte nicht anders. Dann unterdrückte sie ein schmerzerfüllter Schrei, als sie zu Boden sank, die Hand an ihrer Seite. Man hatte sie dort getroffen. Hast du denn wirklich geglaubt du könntest mit so einem Klotz am Bein entkommen? Nicht nur, dass es ein Mädchen ist, nein, es musste auch noch ein Schlammblut sein und dann auch noch Potters Schlammblut. Schau dich mal an, du bist mit ihrem dreckigen Blut verseucht. Er hatte sie trotz allem beschützt. Er war dort geblieben, obwohl er ohne sie viel schneller hätte entkommen können.

Sie legte sich die Hände über das Gesicht und weinte leise, tonlos. Nur das schütteln ihres Körpers deuteten darauf hin.

Nach etlichen Minuten, schaffte sie es wieder aufzustehen. Sie schaute sich zu ihrem Bett um und dann hinunter zu Draco. Ihre Zähne knabberten auf ihrer Lippe. Dann schob sie Draco sehr vorsichtig zur Seite und legte sich zu ihm. Sie wollte jetzt nicht in ihr Bett. Sie wollte bei ihm sein. Seine Nähe spüren. Seine Wärme fühlen.

Vorsichtig legte sie sich auf Seite – glücklicherweise die gesunde Seite – und schlang genauso vorsichtig einen Arm um ihn. Ihren Kopf vergrub sie an seiner Seite. Sie wusste nicht, wo er überall schmerzen haben könnte, also waren ihre Berührungen leicht und sanft. Sie vergrub ihre Beine mit ihm unter die Decke.

Kein Gedanke hielt sich daran auf, was die Ärzte denken mussten, denn so wie es aussah, waren sie im St. Mungos. Das aber hieß, dass ihre Verletzungen gravierend hatten sein müssen. Leise seufzend. Ein Ton aus Trauer und Angst.

***

Ein Stöhnen. Schmerz. Überall. Dann… etwas vertrautes. Etwas kitzelte. Vorsichtig, ganz vorsichtig, versuchte er seine Augen zu öffnen. Weiß. Ein Krankenhaus. Also hatte er wohl überlebt. Ein zynisches Grinsen. Ganz klein, aber doch da. Wie hatte er das angestellt?

Dann saß er gerade im Bett. Das Herz raste. Konnte… War sie… Er wollte nicht zu ende denken. Schmerz über all in seinem Körper. Aber nicht wichtig. Seine Hände begannen zu schwitzen. Die blauen Seelenspiegel huschten durch den Raum. Suchten etwas. Ein leeres Bett. Benutzt.

Plötzlich ein stöhnen. Eine Bewegung neben ihm. Sein Blick senkte sich und er konnte wieder atmen. Ihr war nichts passiert. Sie war nicht tot. Sie schlief.

Vorsichtig strich er ihr das Haar aus dem Gesicht. Den Schmerz ignorierend. Langsam legte er sich wieder zurück. Die Hand immer noch an ihrem Gesicht. Er konnte und wollte nicht loslassen. Wer weiß, wie viel Zeit noch blieb. Beim nächsten Mal – er war sich sicher, dass es das geben würde – würden sie vielleicht nicht mehr so viel Glück haben. Warum also die Zeit verschwenden. Er war nur knapp mit ihr dem Tod entkommen.

Leb den Tag als wäre es dein letzter. Er seufzte. Er vergrub sein Gesicht unter ihrem Hals und über der Brust. Er spürte ihr Herz schlagen. Es war etwas, dass in den letzten Monaten zu dem wichtigsten in seinem Leben geworden war. Nie würde er zu lassen, dass es aufhören würde zu schlagen. Frühzeitig. Er würde alles in seiner Macht stehende tun, um dies zu verhindern.

Wieder ein stöhnen. Neben ihm tiefe Atemzüge. „Draco…" Schwach und doch da.

Er sah auf und in die wunderschönen, braunen Augen, die anfingen zu glänzen, als sie ihn erblickten.

„Du bist wach…", flüsterte sie. Ihr ging es nicht gut. Das Sprechen fiel ihr schwer. Wieder setzte sie an, doch er legte einen Finger auf ihre Lippen und schüttelte den Kopf.

Sie lächelte und kuschelte sich an ihm. Vorsichtig. Um ihn nicht zu verletzen. Er lächelte. und war dabei, ihr einen Arm um die Hüfte zu legen, als er inne hielt. Sie war dort verletzt. Er wollte sie genauso wenig verletzen. Also legte er seine Hand auf Wange, Ohr und halb auf den Hals. Seine Stirn ruhte gegen ihrer.

Lange lagen sie nur so dort. Den anderen ansehend. Kaum fassend, dass sie überlebt hatten, bis er begann zu sprechen.

„Es tut mir leid. Du hast keine Ahnung, wie leid mir das alles tut. Ich habe die ganze Zeit versucht das zu verhindern. Ich habe gewusst, dass das passieren würde, wenn du… bei mir bleibst."

„Du musst dich nicht entschuldigen. Für gar nichts. Und außerdem… wäre es doch trotz allem passiert, nicht? Nur wäre ich nicht dabei gewesen. Ich habe mich zu entschuldigen, Draco.", erklärte sie leise und strich ihm vorsichtig über das Gesicht. „Ich hätte auf dich hören und gehen sollen, als du es mir sagtest. Es ist meine Schuld, dass du nicht entkommen konntest. Wie dein Vater sagte, war ich dir ein Klotz am Bein."

„Nein.", widersprach er sofort und hielt inne, als das Kopfschütteln zu starken schmerzen führte. „Du bist und warst mir kein Klotz am Bein. Du hast mir geholfen."

„Aber nicht lange. Ich habe mich zweimal von einem Fluch treffen lassen.", sagte sie und schaute auf seine Brust.

Er kniff die Augen zu. „Du… Hör auf nichts, was mein Vater sagt, Hermine. Bitte.", flehte er und öffnete wieder seine Augen. Sie brannten und er wusste, dass Tränen sich erneut in den Ecken sammelten.

„Nicht.", flüsterte sie.

Er blinkte sie weg.

„Wie geht es dir, Draco?", fragte sie nach einer Zeit.

„Den umständen entsprechend gut. Solange ich mich nicht groß Bewege.", flüsterte er und versuchte ein aufmunterndes Lächeln. Es half.

„Gut, dann beweg dich jetzt nicht.", flüsterte sie und legte ihre Lippen auf seinen.

Wie unfair. Er dürfte sich nicht mehr bewegen? Auf ihren Wunsch tat er es erst nicht, bis er es nicht mehr aushielt, die Schmerzen vergaß und sie sanft an sich zog.

„Ich habe gesagt, du sollst dich nicht bewegen.", flüsterte sie. Versuchend ernst zu sein.

„Papperlapapp.", flüsterte er an ihren Lippen und spürte ihr Lächeln.

***

Leise öffnete er die Tür und betrat den Raum. Der nette Zauberer im weißen Kittel hinter ihm. Beide blieben erstarrt stehen, als sie die Szene vor ihnen sahen. Rechts das Bett war verlassen. Links… lagen zwei Teenager. Sie hielten sich in den Armen und schliefen. Das Herz des älteren Mannes erweichte sofort wieder. Er konnte ihnen nicht böse sein. Nicht nach all dem, was geschehen war und gleichzeitig wusste er, dass diese Beiden vernünftig waren.

Er war vor wenigen Stunden einmal hier gewesen und da hatten ihre Gesichter, selbst bei der Bewusstlosigkeit, Schmerz gezeigt. Man hatte ihnen die Angst noch angesehen und jetzt schienen sie wieder friedlich. Wenn man die Wunden und das schlechte aussehen der Beiden, vor allem das von Mr. Malfoy, nicht beachtete, dachte man, sie wären gesund und glücklich. Vielleicht waren sie letzteres, jetzt wo sie wussten, dass sie Beide überlebt hatten und sich umarmten, auch.

Es mochte Menschen geben, die nur an das Wohl von sich selbst interessiert waren. Die nur dann glücklich waren, wenn es ihnen gut ging. Körperlich, Geistig und auch in Sachen Geld, Macht und Ansehen. Er würde diese Leute nie verstehen. Deswegen würde er auch nie Voldemort, die Todesser oder Mr Malfoys Vater oder Tante verstehen.

Aber diese Beiden vor ihm, waren erst dann glücklich, wenn ihre Freunde gesund waren und sie einander hatten. Es erfüllte ihn mit Stolz. Es waren seine Schüler und hätten unterschiedlicher nicht sein können und doch wiesen sie eine solche Loyalität und Freundschaft auf. Er erinnerte sich noch gut, wie Mr. Malfoy ganz am Anfang war und nun dies. Ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. Der Junge hatte sich schon sehr verändert, aber Miss Granger ebenfalls.

Mr Malfoy hatte in der schwersten Zeit seinen Anker in seinem Feind gefunden. Der Feind wurde so langsam zur Vertrauten, Freundin und schließlich schien sie seine Liebe zu sein.

„Professor?", sprach der Mann im weißen Kittel ihn an.

„Lassen Sie die Beiden schlafen. Ich versichere ihnen, dass sie keine Dummheiten machen werden. Sie brauchen einander.", sagte er nur und mit einem letzten Lächeln verließ er zusammen mit dem Arzt das Krankenzimmer 203.

„Sind Sie sicher?", fragte der Jüngere.

Dumbledore nickte. „Wissen Sie denn nicht, dass die Liebe die beste Medizin ist?", fragte er und schaute den Mann über seine Halbmondbrille vielsagend an. „Ich denke, die Untersuchungen haben noch ein wenig Zeit."

„Professor, ich bin Arzt. Meine ganze Ausbildung sagt mir, dass nur medizin-"

„Haben sie jemals geliebt?", unterbrach Dumbledore ihn. „Wenn ja, dann wissen Sie, wovon ich gesprochen habe, wenn nein, können Sie es auch nicht verstehen."

Der Arzt blieb stumm, als sie nebeneinander hergingen. Dies gab dem Alten Grund zur Annahme, dass der Arzt nie richtig geliebt hatte. Er seufzte. Es gab so viele arme Seelen auf dieser Welt. Einst hatte die von Mr Malfoy zu ihnen gehört. Und nun war sie glücklich und lebendiger als je zuvor. Eine von Millionen, aber immerhin. Er wünschte jedem, dieses Glück, aber einige hatten Pech. Selbst mit Magie konnte man diese Liebe nicht bekommen.

Liebestränke. Wozu dienten sie? Demjenigen im Glauben zu wiegen, dass er ihn liebte und immer darauf achtend, dass man ihm diesen Trank immer wieder einflößte. Eigentlich war es keine Liebe in diesem Sinne. Es war Betrug und die wahre Liebe würde man nie finden. Er war der Meinung, dass es für jeden jemanden auf dieser Welt gab, man musste nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Er seufzte. Seine Gedanken schweiften aber auch immer so schnell ab.

Er verabschiedete sich von dem netten Arzt mit der armen Seele und stieg in den Kamin. Wenige Sekunden später und eine Hand von Flohpulver weniger, war der Schulleiter von Hogwarts verschwunden.

***

Das Feuer knisterte vor ihm und obwohl er in dessen Richtung sah, sah er nichts. Er war viel zu sehr mit dem Gedanken beschäftigt, wie es wohl seiner besten Freundin ging. Er hätte es wissen müssen. Warum sonst sollte Draco Malfoy ihm seine Hilfe anbieten? Aber stattdessen zog er die wichtigsten Personen in seinem Leben mit in den Tod. Na ja… Fast. Seine Hände ballten sich unbemerkt zu Fäusten. Er hatte ihm vertraut. Die ganze Zeit über.

„Harry?"

Der Junge blickte zur Seite und schaute ihn glänzend blaue Augen.

„Harry, alles in Ordnung?", fragte sie und öffnete seine Fäuste sanft. Ihre Berührung tat gut. Warum zum Teufel fühlte er plötzlich so.

„Ich weiß es nicht, Ginny.", sagte er dann leise.

„Du denkst an Draco, nicht?", fragte sie und schaute ihn weiterhin an. „Harry, hör mir mal zu. Wir wissen nicht genau, was passiert ist. Draco konnte bestimmt nichts dafür. Geb ihm nicht die Schuld, denn dann würdest du auch Hermine unglücklich machen.", erklärte sie.

Er schnaubte. „Es gibt nur einen, der es schafft, Hermine unglücklich zu machen, Ginny. Ich werde nicht weiter meine Augen verschließen. Ich habe versucht ihm eine Chance zu geben…"

„Nein, Harry!", sagte sie fest und nahm seine Hand. Sie zwang ihn, sie anzusehen. „Harry, tu das nicht. Hermine ist glücklich. Wirklich."

„Woher willst du das wissen, Ginny?", fragte er gereizt und entriss ihr seine Hand wieder. Dann stand er auf und begann ihm Gemeinschaftsraum auf und ab zu laufen. Die Blicke der Anderen versuchte er weitestgehend zu ignorieren.

„Sie hat es mir gesagt. Einen Tag war ich sie alleine im Krankenflügel besuchen…"

Flashback

Gut gelaunt hüpfte sie durch die Gänge von Hogwarts und stieß schlussendlich die Tür zum Krankenflügel auf. Ihre gelockte Freundin saß in ihrem Bett und vergrub ihre Nase wieder einmal in ihrem Buch. Lachend ließ sie sich neben sie nieder und blickte sie eine Zeitlang an, bevor es ihr zu langweilig wurde und sie ihre Hände zusammen klatschte. Mit Genugtuung sah sie zu, wie die Ältere erschrocken zusammen zuckte.

„Ginevra Weasley!", sagte ihre Freundin wütend. Ihre Augen sprühten Funken.

„Tut mir leid, Mine.", sagte sie und klimperte unschuldig mit ihren Wimpern. Die Augen der Brünetten verformten sich zu schlitzen. Dann aber seufzte sie auf, schloss das Buch und sah sie aufmerksam an.

„Was willst du?", fragte sie schließlich.

„Ich? Darf ich nicht einmal meine beste Freundin besuchen gehen?", fragte sie verletzt und hielt sich spielerisch die Hand gegen die Brust.

„Ich weiß ganz genau, wenn du was willst. Das ist bei auch Weasley immer gleich."

Sie seufzte und verfluchte ihre größeren Brüder nicht zum ersten Mal. Tief im Herzen aber hatte sie alle unglaublich lieb. Vor allem Ron, Fred und George.

„Ich wollte mal mit dir reden. So ein von Frau zu Frau Gespräch."

Hermine seufzte und schüttelte dann den Kopf. „Du bist an der falschen Adresse."

„Nein, bin ich nicht.", verneinte sie und zog die Decke, die Hermine sich über das Gesicht gezogen hatte, wieder runter. „Du bist genau richtig, immerhin hast du dir nicht nur den bestaussehensten Typen der ganzen Schule geangelt, nein es ist außerdem der Slytherinprinz Draco Malfoy. Zu wem kann ich also noch eher gehen, als zu dir."

„Ginny, wirklich. Wir… sind nur Freunde.", sagte sie. Ein vergeblicher Versuch.

„Nein, wenn ihr euch geküsst habt, ist es keine Freundschaft mehr."

Flashback ende

„Stopp!", sagte Harry und fuchtelte mit den Händen wild durch die Gegend. „Du willst mir weiß machen, dass Hermine und er sich geküsst haben? So richtig geküsst?"

Ginny hob die Schultern. „Woher soll ich das wissen. Hermine erzählt ja nicht wirklich viel."

„Also weißt du nicht, ob sie sich geküsst haben?!"

„Doch. Das schon, nur nicht wie.", sagte sie lachend und besah sich Harrys verzweifelte Gesicht.

„Erzähl weiter."

Flashback

„Nein, wenn ihr euch geküsst habt, ist es keine Freundschaft mehr."

„Ginny!", schrie Hermine und wurde rot.

Sie ließ die Schultern sinken und sah ihre Freundin an. „Ich soll dir viele Grüße und gute Besserung bestellen.", sagte sie leise.

„Von wem?", fragte Hermine und setzte sich auf.

„Von einem blonden Quidditchspieler."

Hermine starrte sie an, als hätte sie zwei Köpfe. Genau genommen musste sie selbst Draco genauso angesehen haben, als er sie darum gebeten hatte.

„Von Draco?", fragte sie schließlich leise.

„Nein. Von Merlin. Natürlich von Draco. Er schien sich Sorgen zu machen.", erklärte sie, als sie an das Gesicht des Blonden zurück dachte.

„Warum…?"

„Weiß ich das? Ich dachte ihr seid Freunde?!", wehrte sie ab und Hermine seufzte wieder. Mit der Hand gab sie ihr zu verstehen, dass sie rutschen sollte und sie setzte sich neben sie. „Was genau läuft da. Klär mich auf, Hermine."

„Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht.", gab Hermine zu. „Er hat sich so verändert… Da ist nichts – na ja fast nichts mehr – von dem alten Draco. Wir reden normal miteinander und… ich kann sogar richtig mit ihm Spaß haben."

„Das klingt doch gut? Habt ihr euch noch mal geküsst?"

„Nein. Aber er hat sich echt rührend um mich gekümmert."

„Wie?", fragte sie aufgeregt.

„Er hat mir Tee gemacht, mich zu gedeckt und dann hat er mich hier hin getragen."

„Da ist etwas, nicht?", fragte sie und sah ihre Freundin vielsagend an.

Hermine nickte.

„Bist du glücklich?"

„Du hörst dich an, als würdest du nach meiner Beziehung fragen, die nicht existiert. Aber ja, ich mag ihn. Vielleicht mehr als ich eigentlich sollte."

„Na also. Dann nimm dein Glück selbst in die Hand.", sagte sie und sprang auf. In ihren Augen loderte es.

„Was?"

„Warte nicht länger. Tu etwas."

Flashback ende

„Du hast sie dazu angestiftet?", fragte er baff.

„Nein. Sie hat ihn vorher schon so gemocht und ich kann dir eins sagen, Harry Potter.", sagte sie, langsam wütend, und stach mit ihrem Zeigefinger auf ihn ein. „Draco Malfoy mag unsere Hermine ganz genauso. Denn sonst würde er sich nicht so um sie kümmern, er würde sie nicht im Krankenflügel besuchen gehen und er hätte sie zurückgelassen."

„Was sagt uns-"

„Die Tatsache, dass wir ihn mit Hermine zusammen gefunden haben! Die Tatsache, dass Hermine ihn in ihren Armen hielt, was darauf hindeutet, dass er versucht hat, ihr zu helfen!"

„Du interpretierst da zu viel rein.", sagte er und schlug ihre Hand weg. Er konnte nichts mehr hören.

„Nein, mein Lieber, du übertreibst. Du ziehst irgendwelche Schlüsse aus einer Angelegenheit, von der du keine Ahnung hast! Warte ab, bis die Beiden wieder gesund sind und dann frag nach! Aber ich werde nicht zu lassen, dass du alles kaputt machst!"

„Kaputt? Ginny, es ist ein Malfoy!"

„Na und? Und du bist Harry Potter und ich Ginny Weasley?! Was ist da für ein Unterschied? Nur weil er Malfoy heißt und sein Vater in den Reihen der Todesser steckt? Dann sag ich dir mal was Harry, ich bin Reinblut und sollte ich dich dann nicht auch hassen? Draco Malfoy ist anders. Ich weiß es! Lass es endlich gut sein."

„Ich werde nicht zu sehen, wie Hermine in ihr eigenes Unglück rennt!", schrie er. Er war wütend. Warum sah Ginny nicht, was wirklich vor sich ging?

„Ihr eigenes Unglück?", schrie sie zurück.

„Ja! Schau dir nur an, was passiert ist! Zu erst war sie komplett neben der Spur, dann sitzt sie nachts plötzlich weinend bei mir und Ron und jetzt auch noch das! Alles wegen dem Idioten!"

„Idiot?! Vielleicht ist er das Beste, was Hermine passieren konnte! Wir wissen nicht, was vorgefallen ist. In allen drei Bereichen nicht, also hör endlich auf!"

„Ich werde nicht aufhören, Ginny.", wehrte er und verschränkte die Arme.

„Wieso nicht? Hast du vielleicht mal was von Glück im Unglück gehört?!" Sie atmete schwer. Das schreien zerrte auch an ihren Kräften.

„Glück? Ich sehe in diesem Slytherin kein Glück."

Dann weinte sie. Sie weinte einfach so vor ihm und sein Herz verkrampfte sich eigenartig und schmerzhaft. Ihre blauen Augen schwammen in Tränen und blickten ihn an. Er konnte keine Gefühle sehen. Doch. War sie verletzt?

„Wer bist du?", flüsterte sie und schüttelte langsam den Kopf.

Das war ein Schlag in den Magen. Wie konnte sie nur?

„Ich habe gedacht, ich würde dich kennen, aber anscheinend habe ich mich da getäuscht.", sagte sie und drehte sich um. Das Portrait schwang hinter ihm auf und er wusste, dass sie gegangen war.

Seine Augen schlossen sich und dann wurde er sich alle starrenden Augenpaare bewusst...


Und? Lasst mir bitte wieder ein Review da.