Hey Leute, ich hab's echt geschafft!

Okay, eigentlich hätte ich mehr für die Uni machen müssen, aber ich wollte euch doch nicht zu lange quälen (und bedankt euch bei Suedwind… sie hat mich daran erinnert, dass ich doch am Wochenende updaten wollte… *zwinker*). Dafür habe ich jetzt einige Reviews nicht mehr beantwortet, weil ich euch lieber dieses Chapi fertig schreiben wollte. Ich hoffe diejenigen können mir verzeihen und ich gelobe auch Besserung (ich versuche es zumindest ^^)

Jetzt will ich euch aber nicht noch länger vollsülzen…

Disclaimer: Stephenie Meyer gehört Twilight… ich leihe mir nur die Figuren für meine eigenen Ideen aus.


Edwards POV

Ich schaute in Bellas Augen…

Sie schauten leer durch Luise hindurch…

Sie antwortete nicht auf ihre Frage. Keinerlei Reaktion ihrerseits… wie immer… eigentlich durchaus deprimierend, wenn auch bekannt.

Eigentlich hätte ich am Boden zerstört sein müssen. Ich konnte die Trauer und Enttäuschung meiner Familie regelrecht spüren. Ihre Gedanken verrieten sie.

Dennoch konnte ich nicht umhin daran zu denken, dass Bella sich offensichtlich selbst in die Sitzecke gesetzt hatte. Luise Gedanken setzen mir diese Tatsache unmissverständlich vor Augen. Kurz vor unserer Ankunft war sie noch im Aufenthaltsraum gewesen und Bella hatte in ihrem Sessel am Fenster gesessen. In den paar Minuten, in denen ich meine Familie vor der Tür auf den neuesten Stand gebracht hatte und unserer Begrüßung im Empfangsraum, musste Bella sich also eigenständig auf den Weg gemacht haben.

Für Luise kam diese Reaktion einem Wunder gleich. Immer wieder ging sie in Gedanken die Tatsache durch, dass Bella sich nie für ihren Vater irgendwo selbstständig hingesetzt hatte, obwohl er regelmäßig zu Besuch kam. Zugleich dachte sie immer wieder daran, welche positiven Einfluss meine Familie und insbesondere ich auf Bellas Zustand hätte. Wenn sie doch nur wüsste welchen Einfluss ich auf Bellas ursprünglichen Zustand gehabt hatte… dann würde sie so bestimmt nicht mehr denken!

Meine Familie brachte die Situation natürlich sofort in Zusammenhang zu den Ereignissen der vergangenen Nacht.

Carlisle ging in Gedanken jegliche medizinische Erklärung durch und kam sogar zu der Möglichkeit, dass unsere ständigen Besuche in gewisser Weise zu Bella durchgedrungen wären, womit der Schmerz, vor dem sie ihr Unterbewusstsein schützte, erträglicher geworden war und sie sich somit langsam aus dem Schockzustand zu lösen begann. Bei diesem Gedankengang schaute ich Carlisle überrascht aber auch erwartungsvoll an. Es ist nur eine Möglichkeit von vielen, Edward. Ich möchte mich jetzt noch nicht festlegen, erst möchte ich noch mit Dr. Russel über alles sprechen. Er ist der eindeutige Fachmann in diesem medizinischen Bereich, nicht ich. Ich nickte unmerklich in seine Richtung, konnte meine Enttäuschung jedoch nicht gänzlich verbergen. Aber ich hoffe natürlich, dass diese Möglichkeit zutrifft oder der Situation am Nächsten kommt. Er lächelte mich leicht an und ich lächelte wissend zurück. Natürlich hoffte er auf diese Möglichkeit, jeder von uns hoffte in diese Richtung.

Esme war einfach nur überglücklich. Auch wenn Bella weiterhin nicht reagierte, so hatte sich dennoch etwas an ihrem Verhalten geändert. Es war ein erster Schritt…

Alice war in den wenigen Momenten schon wieder dazu vorgedrungen sich vorzustellen mit Bella shoppen zu gehen. Ich schaute sie leicht verwirrt an… hatte sie endlich wieder eine Vision gehabt? Sie schaute mich entschuldigend an und schüttelte leicht den Kopf. Konnte sie jetzt schon Gedanken lesen oder war ich so leicht zu durchschauen? Sie lächelte mich an. Tut mir Leid Edward, ich hab nichts gesehen… aber man darf ja wohl noch träumen, oder?! Und ja, du bist leicht zu durchschauen, dein Gesichtsausdruck spricht Bände. Sie kicherte leise und ich grummelte vor mich hin. Trotzdem musste ich sie fragen… natürlich so leise, dass ein menschliches Gehör nicht dazu in der Lage war uns zu folgen. „Hast du generell endlich einmal etwas gesehen, Alice?" Sie schaute niedergeschlagen. Nein, tut mir Leid, wenn ich versuche etwas von Bella zu sehen ist da nach wie vor nichts. Ich meine, manchmal habe ich das Gefühl als wenn da nicht NUR Dunkelheit ist… aber das ist nicht gerade viel. Ich nickte leicht verstehend. Es machte Alice regelrecht verrückt nichts sehen zu können, auch wenn sie sich in der Zwischenzeit zumindest teilweise damit abgefunden hatte. Wenn wohl auch nur, weil sie Bella regelmäßig sehen konnte und sich somit mit eigenen Augen davon überzeugen konnte, dass es ihr den Umständen entsprechend gut ging.

Jasper spürte natürlich Alice' Niedergeschlagenheit und drückte ihre Hand zur Aufmunterung. Es tat ihm regelrecht körperlich weh, Alice traurig zu sehen. Ihre sonst so aufgedrehte Art wirkte sich selbstverständlich auch auf ihn aus, es machte es ihm einfacher die ganzen negativen Gefühle zu blocken. Die allgemeine Niedergeschlagenheit machte ihm daher besonders zu schaffen. Dies führte unweigerlich wieder einmal dazu, dass er sich an allem die Schuld gab und in Gedanken wieder und wieder den unheilvollen Geburtstag Bellas durchspielte. Der Ursprung allen Übels!

Ich trat ihm unauffällig gegen das Schienbein. Ich wollte jetzt nicht daran erinnert werden und er sollte endlich aufhören sich die Schuld zu geben, verdammt noch mal! Die Schuld war ganz allein meine! Jasper schaute mich entschuldigend an und konzentrierte sich darauf, wie er Alice glücklich machen könnte. Das wollte ich noch weniger wissen…

Emmetts Gedanken waren in den wenigen Sekunden auch schon wieder in nicht jugendfreie Gefilde abgerutscht. Darüber konnte ich wirklich nur den Kopf schütteln. Es war ja nicht so, dass Emmett sich über die neue Situation nicht freute oder sich auch darüber Gedanken gemacht hatte. Doch das hatte nicht sehr lange gedauert. Emmetts größte Stärke war es nun einmal sich mit jeglichen neuen Gegebenheiten schneller als jeder andere abzufinden und dazu gehörte auch die momentane Situation.

Rosalie war immer noch damit beschäftigt eine Möglichkeit zu finden Bellas verändertes Verhalten NICHT mit letzter Nacht in Verbindung zu bringen. Typisch Rosalie! Ich musste mir ein Augenverdrehen in ihre Richtung verkneifen und richtete meine Aufmerksamkeit lieber wieder auf Bella und Luise.

Luise konnte die Tatsache, dass Bella nach wie vor nicht auf ihre Frage reagierte, keineswegs aus der Bahn werfen. Sie lächelte Bella glücklich an und tätschelte ihre Hand. Bei der Berührung zuckte Bella ganz leicht zusammen. Luise zog schnell ihre Hand zurück und schaute sie entschuldigend an. In ihren Gedanken konnte ich sehen, dass sie sich selbst schollt Bellas freie Haut berührt zu haben. Ich konnte kaum glauben was ich gerade gesehen hatte und schaute verwirrt zu Carlisle. Natürlich war auch meiner Familie die Situation nicht entgangen und sie fragen sich genauso wie ich was das zu bedeuten hatte. Carlisle wollte gerade zu einer Frage ansetzten als Luise ihm zuvor kam.

Sie seufzte und drehte sich zu uns um. „Manchmal vergesse ich einfach wie ungern sie sich anfassen lässt." Sie schaute uns mit einem traurigen Lächeln an. Unsere verwirrten Gesichter verwirrten wiederum sie. „Ist euch das bis jetzt noch nicht aufgefallen?" Wir schüttelten synchron die Köpfe und Luise zuckte mit den Schultern. „Nun ja, wahrscheinlich, weil wir uns in der Zwischenzeit daran gewöhnt haben sie nur an bekleideten Stellen anzufassen. Meistens… wenn wir es nicht vergessen…" Noch ein entschuldigendes Lächeln. In ihren Gedanken konnte ich die Erinnerungen an die ersten Zwischenfälle wie einen Film ablaufen sehen. Zugleich fragte sie sich jedoch auch, warum es uns bis jetzt noch nicht aufgefallen war, kam allerdings zu dem Schluss, dass wir uns anscheinend unbewusst einfach richtig verhalten hatten.

Ich konnte ihr nur vollkommen geschockt hinterher schauen als sie zu ihrer eigentlichen Arbeit zurückkehrte. Die Gedanken meiner Familie schrieen mich regelrecht an.

Carlisle war verwirrt… und das kam bei ihm wirklich selten vor. In wenigen Sekunden ging er jegliche Gespräche mit Dr. Russel, Luise und dem übrigen Pflegepersonal durch, die er seit unserer Ankunft in Seattle geführt hatte. Offensichtlich hatte es wirklich keiner von ihnen erwähnt, zumindest nicht direkt. Dr. Russel hatte nur einmal von der „typischen Abwehrhaltung" eines Schockpatienten gesprochen… Carlisle schüttelte mental über sich selbst den Kopf darauf nicht näher eingegangen zu sein. Mit einem Blick in meine Richtung setzte er diese Reaktion als einen weiteren Punkt auf seine Liste der Reaktionen, die er heute Nachmittag mit Dr. Russel besprechen wollte.

Alice schaute währenddessen geistesabwesend Bella an und strich sich immer wieder selbst über ihre Hand. Nun, für einen Außenstehenden mochte sie geistesabwesend aussehen, ich wusste es besser. In ihren Gedanken ging sie immer und immer wieder ihren ersten Besuch durch… als sie es nicht mehr ausgehalten hatte, zu Charlie gefahren war und letztendlich hier in Seattle in der psychiatrischen Abteilung gelandet war… und Bellas Hand berührt hatte…

Jedem in meiner Familie war Alice' Bericht noch immer so gegenwärtig, als hätten wir ihn gerade erst gehört. Und jedem war natürlich genau die Tatsache aufgefallen, über die Alice sich gerade den Kopf zerbrach. Nun, genau genommen nicht nur Alice, aber ihre Gedanken waren am detailliertesten, schließlich waren es ihre Erinnerungen.

Innerhalb von 4,5 Sekunden konnte jeder von uns mit wenigstens 3 Situationen aufwahrten, in denen einer von uns Bella berührt hatte… und sie keinerlei Reaktion gezeigt hatte. Wir hatten es für ein schlechtes Zeichen gehalten. Schließlich zuckten Menschen normalerweise vor unserer kalten Haut zurück… das war eine normale Reaktion des Körpers auf die Kälte.

Doch nun, keine 10 Sekunden nach der unglaublichen Eröffnung von Luise, schauten wir uns alle verwirrt und dennoch euphorisch an.

Alice war kurz davor durch das Zimmer zu springen… Jasper hatte sichtliche Mühe sie davon abzuhalten. Dennoch lächelte er glücklich… so viel Euphorie auf einem Haufen hatte er schon sehr lange nicht mehr gespürt.

Esme war kurz davor in Freudentränen auszubrechen… wenn sie könnte.

Emmett grinste über das ganze Gesicht und schaute voller Stolz zu Bella. Ha, ich hab doch immer gesagt sie ist anders! Sie gehört einfach zu uns! Er freute sich wie ein kleines Kind und ich konnte es ihm nicht verübeln. Auch wenn ich seine Überzeugung, dass Bella dazu bestimmt war zu uns zu gehören, nicht teilen konnte… wohl weil ich sie nicht teilen wollte… Bella hatte ein besseres Leben verdient… überhaupt ein Leben… so konnte ich nicht abstreiten, dass Bellas Reaktion bzw. Nicht-Reaktion offensichtlich mit unserem Vampirdasein in Verbindung zu stehen schien. War es wirklich der Fall, dass ihr unsere Berührung lieber war als die eines Menschen? Carlisle stelle sich diese Frage ebenso und zu meinem Erstaunen auch Rosalie. Sie machte sich tatsächlich ernstliche Gedanken darüber wie stark die Verbindung zwischen unserer Familie und Bella offensichtlich war und wohl auch schon immer gewesen ist. Hatte sie gerade wirklich einen Anflug von Schuldgefühlen, weil sie Bella immer als Eindringling und potentielle Gefahr für unser „Familienglück" angesehen hatte? Nun, wenn dann wohl vor allem als Gefahr für ihr eigenes Glück… aber dennoch… eine gewisse Art von Reue war unverkennbar. Ich musste sie ziemlich verwirrt angeschaut haben, denn sie blickte mich spöttisch und leicht angesäuert an, bevor sie sich in einer fließenden Bewegung auf die Couch neben Emmett niederließ und mir sprichwörtlich die kalte Schulter zeigte. Auch die Anderen hatten es sich in der Zwischenzeit in der Sitzecke bequem gemacht. Ich zuckte mental mit den Schultern und setzte mich neben Bella… wie immer.

Keine 5 Sekunden später waren wir in die üblichen Sonntags-Familien-Besuchsgespräche übergegangen. Während Alice Bella von einer Modenschau in Paris erzählte, Emmett mit Rosalie und Jasper darüber diskutierte welches Spiel heute angesagt wäre („Noch einmal Mensch ärgere Dich und ich bringe jemanden um, ich schwöre es!" – Rosalie) und Carlisle mit Esme leise über die neuesten Ereignisse sprach, saß ich stillschweigend da und genoss die Nähe zu Bella.

Wie lange würde ich wohl noch hier sitzen dürfen? Schon jetzt drehte sich mir der Magen um wenn ich nur daran dachte wieder von Bella getrennt zu sein. Doch würde sie mich noch in ihrer Nähe haben wollen, wenn sie wieder vollständig bei Bewusstsein war? Die Ereignisse der letzten 24 Stunden suggerierten mir dieses Bild. Erst der „Traum" und dann diese Berührungssache… doch so sehr ich es auch hoffte, glauben konnte ich es nicht… Nichtsdestotrotz hoffte ich, es bald zu wissen.


Tjaaaaa, zumindest nicht so ein fieser Cliffhänger, würde ich sagen… oder was meint ihr?

Die ganzen Spekulationen bezüglich Reaktion/ Nicht-Reaktion von euch waren übrigens sehr interessant. Okay, die meisten hatten schon damit gerechnet, dass wohl nicht mit so einer großen Reaktion seitens Bella zu rechnen wäre… (bin ich so leicht zu durchschauen *schmoll* ^^) aber dennoch… was meint ihr? Wie lange wird es wohl noch dauern? Oder… was könnte der Auslöser sein? Wird es überhaupt einen Auslöser geben, der Bella „zurückbringt"???

Soooo, viele Fragen! Tja, ich weiß die Antworten schon *muhaha*… aber ich bin trotzdem gespannt zu erfahren was ihr so meint!!! *zwinker*