21. Sieg
„Interims-Captain West, die Wellenreiter befindet sich im Sturzflug. Meine Sensoren weisen daraufhin, dass unser Virus erfolgreich war und ihre Systeme infiziert hat", berichtete Gideon, „Allerdings kann sie sich als Folge davon nun nicht mehr in der Luft halten."
Das war zugleich gut und eher schlecht. Ja, es war wichtig die Wellenreiter zu neutralisieren, aber ein Crash eines Schiffes von dieser Größe konnte durchaus einigen Schaden anrichten.
„Zari, kannst du irgendetwas unternehmen um für eine sanftere Landung des abstürzenden Schiffs zu sorgen?", erkundigte sich Iris über Funk bei dem Beta mit dem Wind-Totem.
„Das Schiff ist größer als meine üblichen Testobjekte, aber ich werde es versuchen", erwiderte Zari.
„Frost kann dir ja vielleicht zur Hand gehen", schlug Iris vor und beobachtete dann, wie der unkontrollierte Absturz der Wellenreiter von einer unsichtbaren Kraft abgebremst wurde. Ganz wurde sie davon nicht am Himmel gehalten, aber zumindest fiel sie nicht mehr so schnell in Richtung Boden. Und dann tat sich unter ihr ein Eisberg auf, der ihren Sturz abbremste, und auf den sie stürzte.
„Gut gemacht", lobte Iris, „Jetzt müssen wir uns noch der Crew zuwenden. Gideon, ziel mit deinen Waffen auf die Brücke des Schiffes. Frost, Zari, Ray, geht an Bord und teilt den Invasoren mit, dass sie verhaftet sind und sich ergeben sollten, wenn sie wissen, was gut für sie ist."
„Verstanden."
Rip drehte sich zu Iris um. „Das war gar nicht schlecht, Miss West", meinte er, „Sara hätte es nicht besser machen können."
Iris nahm das Kompliment mit einem kurzen Nicken zur Kenntnis, sagte aber nichts dazu. Noch war das hier nicht überstanden. Und wer wusste schon, was alles noch schief gehen konnte?
Verdammt! Laurel rieb sich den schmerzenden Nacken und sah sich nach ihren Leuten um. Die meisten von ihnen waren damit beschäftigt gerade erst wieder auf die Beine zu kommen. „Gideon, Statusbericht!", befahl sie, doch die Antwort bestand nur in einem Rauschen. Von der K.I. war nichts mehr zu sehen oder zu hören.
„Oh, nein", murmelte sie, als sie den Eis-Meta, Ray Terrill, und die Beta-Frau durch das beschädigte Fenster in die Wellenreiter kommen sah. „Unsere Version der Wellenreiter zielt mit all ihren Waffen auf euch", erklärte der Eis-Meta kühl, „Ihr solltet euch also ergeben, wenn ihr keinen Wert darauf legt zu sterben."
Laurel knurrte wütend und zog ihre Waffe, doch ein Windstoß wehte ihr diese aus der Hand. „Eh-eh", tadelte sie die Beta-Frau.
„Soldaten des Reichs ergeben sich nicht!", erklärte Laurel wütend. Dass diese Leute das nicht wussten, verstärkte ihre Wut nur noch mehr.
„Ihr seid aber besiegt", meldete sich Ray Terrill zu Wort.
„Sind wir das?", erwiderte Laurel nur, nachdem sie ihn mit einem wütenden Blick bedacht hatte, „Solange der Führer noch dort draußen ist, sind wir nicht besiegt. Und wir sind ihm bis in den Tod und darüber hinaus treu ergeben. Ihr wisst, was ihr zu tun habt!"
Letzteres war an ihre Männer gerichtet. Sie zog ihre Giftkapsel und steckte diese so schnell sie konnte in ihren Mund und biss sie auf. Diesmal war sie schneller gewesen als der Wind, wie es schien, vielleicht hatte auch nur keiner der Anwesenden damit gerechnet, dass sie das tun würde. Aber die Direktiven des Reichs waren klar: Man durfte niemals riskieren in Gefangenschaft zu geraten, egal unter welchen Umständen.
Das Gift wirkte schnell, sie konnte spüren, dass ihr Mund taub wurde.
Vielleicht, lautete ihr letzter Gedanke, Habe ich es ja niemals geschafft die Schande, die mein Vater und meine Schwester über unsere Familie gebracht haben wieder gut zu machen, aber zumindest habe ich bis zum Ende hin mein Bestes gegeben.
Es war nicht schwer ihn zu finden. Die Schlacht konzentrierte sich inzwischen auf den Bereich der Stadt, auf dem die außerirdischen Schiffe losgelassen worden waren. Die Bodentruppen und Panzer waren außer Gefecht gesetzt worden, und die Wellenreiter war abgestürzt. Doch hier in dieser Straße gab es immer noch Widerstand.
Die meisten Schiffe waren vom Himmel geholt worden, doch die Nazi-Truppen sammelten sich auf der Straße neu und wagten immer wieder erneute Attacken auf die Verteidiger von Central City. Und mitten drin in seinen Truppen war er, der andere Oliver.
Oliver erspähte ihn sofort, er war der, der sich weder von Kältepistolen noch von Meta-Kräften beeindrucken ließ. „Ich übernehme ihn", verkündete er den anderen und rannte dann auf den Führer zu. Der Führer wurde von seinen Soldaten so gut es ihnen möglich war von Angriffen anderer abgeschirmt, doch Oliver sprang einfach über sie hinweg und landete vor seinem Doppelgänger.
„Hier bin ich", verkündete er, „Lass es uns beenden."
„Ich werde dich töten", erklärte der Führer wütend, „Kara mag nicht mehr sein, aber ich habe ihr versprochen diese Welt zu annektieren, und das werde ich auch tun. Zeig, was du kannst."
Oliver atmete tief durch, griff auf 10 Jahre Training zurück, und stürzte sich dann auf den Nazi-Beta. Im Nahkampf war der Führer mindestens so gut wie als Bogenschütze. Doch Oliver schwor sich, dass er besser sein würde. Er würde diesen Alptraum beenden, hier und jetzt.
Wie viel von mir steckt wirklich in diesem Mann, und wie viel von ihm steckt in mir?, fragte sich Oliver beunruhigt, als er seine Bewegungsabläufe in denen des Betas gespiegelt wiederkannte. Das war die Frage, nicht wahr? Die Frage, deren Antwort er fürchtete. Der erste, der ihm darauf eine Antwort gegeben hatte, war der Tommy dieses Olivers gewesen.
„Du warst nicht nur mein Freund, Tommy, du warst mein Bruder", hatte Oliver Tommy-X erklärt, als er noch dachte, dass er zu diesen durchdringen könnte.
„Und deswegen würdest du mich beschützen, wenn ich mich dir anschließe? Wenn ich meinen Bruder für dich verrate, alles aufgebe, woran ich immer geglaubt habe, und mich auf eure Seite schlage?", hatte Tommy-X darauf erwidert, „Denn hier in eurer Welt müsste ich keine Angst mehr haben, nicht wahr?" Dann hatte er gelacht. „Oliver hatte recht: Ihr seid wirklich schwach. Denkst du tatsächlich, es wäre so einfach mich dazu zu bringen mein Vaterland zu verraten? Wir werden euch vernichten, da ihr es nicht anders verdient habt!", hatte er hämisch verkündet, „Du bist ein Alpha, und du weißt, dass du das nicht sein solltest. Du siehst mich an, als wäre ich eine Perversion von Tommy Merlyn, deinem Bruder. Aber in Wahrheit bist du die Perversion. Er hatte nur zu viel Angst vor deinem neuen Ich um dir das ins Gesicht zu sagen!"
An dieser Stelle hatte Oliver wütend das Kraftfeld deaktiviert und war zu Tommy-X in die Zelle getreten, was den Beta dazu veranlasst hatte einige Schritte vor ihm zurückzuweichen. „Oh, da ist er ja", hatte er dann festgestellt, „Der wirkliche Oliver ist ja doch da drinnen."
Irgendetwas, das er in Olivers Gesicht gesehen hatte, hatte ihn dazu veranlasst diese Aussage zu tätigen. War es der blanke Zorn gewesen, den Oliver jetzt in seinem eigenen Gesicht erkannte, das dem Führer gehörte?
Oder war es etwas anderes gewesen? Anstelle eines letzten verbalen Schlages hatte Tommy danach sofort die Giftkapsel geschluckt, aber weil es Tommy gewesen war, hatte Oliver nicht anders gekonnt als zumindest zu versuchen ihn zu retten. Und das, obwohl ihm der Mann wenige Sekunden zuvor mit einer Grausamkeit begegnet war, die Tommy Merlyn niemals an den Tag gelegt hatte.
Der Mann war für ihn Tommy gewesen, so wie Black Siren für Quentin Laurel war, und wie Kommandant Lance für Oliver ebenfalls Laurel gewesen war. Eine verzerrte dunkle Version von Laurel, ja, den Kopf voll mit Nazi-Propaganda, aber trotzdem Laurel. Aber wenn das stimmte, dann musste es auch stimmen, dass dieser Mann hier gegen den er gerade kämpfte - dieses Monster - Oliver war. Dass Oliver das Potential in sich hatte so zu werden.
Aber ich bin nicht so. Ich habe meine Schwester, meinen Sohn, meine Freunde, und Felicity. Und er hatte Kara …
Die Frau, die er verloren hatte. Vielleicht war das in diesem Moment der einzige Unterschied zwischen ihnen, auf den es ankam. Oliver-X hatte nichts mehr, für das es sich zu leben lohnte, Oliver jedoch hatte noch alles. Vielleicht würde es nicht von Dauer sein, vielleicht wartete die nächste Katastrophe schon hinter der nächsten Ecke auf ihn, vielleicht würde er bald auf Nimmerwiedersehen ins Gefängnis wandern, aber zumindest lebten Felicity, Thea, und William noch, zumindest konnte er von sich sagen, dass er von seinen Freunden niemals verlangen würde für ihn zu sterben, und zumindest lebte er in einer Welt, in der es sich zu leben lohnte, in der unschuldige Frauen nicht einfach so erschossen wurden, weil sie anders waren als die Herrschenden das wollten, und in der männliche Omegas nicht einfach weggesperrt wurden, weil sie keine Frauen waren.
Oliver hatte etwas, für das es sich zu kämpfen lohnte. Oliver-X hatte das, für das er wirklich gekämpft hatte, hingegen gerade verloren. Und deswegen war es Oliver und nicht der andere, der seinen Gegner zu Boden zwang und ihm das Genick brach.
Kara landete gerade noch rechtzeitig im Kampfgetümmel um zu sehen, wie Oliver seinen Doppelgänger tötete. Ich wünschte, er hätte das nicht getan, dachte sie betrübt. Vermutlich dachte Oliver, dass er es tun musste, aber …
Dieser Mann und ich, ein Paar? Nein, niemals. Kara konnte sehen, wie die Nazi-Truppen sie ehrfurchtsvoll anstarrten. Wussten diese überhaupt, wer sie war?
„Overgirl ist tot", erklärte sie laut, „Sie ist explodiert. Euren General gibt es nicht mehr, und euer Führer ist ebenfalls tot. Ich schlage vor, ihr ergebt euch."
Sie wartete ab, ob ihre Worte wirken würden. Tatsächlich schienen einige Soldaten unsicher zu werden und begannen damit ihre Waffen sinken zu lassen.
„CCPD! Keine Bewegung! Sie sind alle verhaftet!", verkündete Joe West hinter ihr und kam mit einigen anderen Polizisten im Schlepptau herangestürmt.
Kara sah sich suchend um. Einer der Anführer der Nazis war immer noch verschollen.
„Wo", wunderte sie sich, „ist Eobard Thawne?"
In einem Moment war Barry noch dabei Schiffe vom Himmel zu blitzen, im nächsten hatte ihn ein anderer Speedster gepackt und versuchte ihn zu erwürgen. Barry entwand sich aus dem Würgegriff und stellte sich seinem Gegner.
„Du und ich, Barry, darauf läuft es immer wieder hinaus, nicht wahr? Alle anderen sind reine Ablenkung", meinte Thawne.
„Du nimmst dich wichtiger als du es bist", erwiderte Barry, „Zoom war ein härter Gegner als du es bist."
Thawne öffnete den Mund um etwas darauf zu sagen, als ein helles Leuchten den Himmel über ihnen erfüllte.
„Overgirl", stellte Thawne fest und klang dabei fast ein bisschen bedauernd.
„Nazis, Thawne? Wirklich?", fragte ihn Barry dann.
„Sie waren willig und leicht zu manipulieren", erwiderte der andere Speedster, „Und sind es vielleicht noch…" Dann rannte er los, doch Barry setzte ihm sofort nach. Vermutlich plante Thawne den bösen Oliver zu finden und irgendwo hin zu bringen, wo sie sich neu sammeln und neu planen konnten, doch das konnte Barry nicht zulassen.
„Bleib stehen!" Diesmal war er es, der den anderen von Hinten packte und festhielt, aber nicht um ihn zu erwürgen, sondern um ihn aufzuhalten.
„Ich hatte alles, Barry, für kurze Zeit hatte ich alles, aber deine Freunde mussten es ruinieren! Und nun habe ich Nichts! Es gibt keine Zukunft, in die ich zurück kann! Ich bin heimatlos und die Speed Force will mich töten! Und der einzige Grund, warum ich das weiß, bist du! Du hast mich aus der Zeitschleife gerissen, als du Flashpoint erschaffen hast!", schleuderte Thawne ihm entgegen, „Hast du eine Ahnung, wie es sich anfühlt, wenn einem sein ganzes Leben gestohlen wird? Wenn man von einen Moment auf den anderen nicht mehr existieren darf?! Ja, ich habe mich mit Nazis verbündet, aber um ehrlich zu sein: Um dir weh zu tun, würde ich mich sogar mit dem Teufel persönlich verbünden!"
Barry spürte das Gewicht dieser Vorwürfe, aber er fand sie auch unfair. Nicht er hatte diese Vendetta begonnen, das war der Alpha gewesen. „Deine schlechten Entscheidungen haben dich in die Lage gebracht, in der du jetzt bist, und nicht ich!", verteidigte er sich.
Thawne ging wieder auf ihn los, und sie tauschten einige Schläge aus, jagten einander quer durch die Stadt, und fanden sich dann in der Nähe der kämpfenden Olivers wieder. Sie trafen gerade rechtzeitig für das große Finale ein.
Thawne lachte bitter, als er das sah, und Barry nutzte die Chance um ihn gegen die nächste Wand zu pressen.
Leere Augen suchten seinen Blick. „Tu es!", forderte Thawne, „Bring es zu Ende!"
Barry tat nichts dergleichen, sondern hielt den anderen Mann einfach nur weiterhin fest. „Oh ja, ich vergaß: Der Flash tötet nicht. Vielleicht solltest du diese Einstellung noch einmal überdenken, wenn du erfährst, was ich mit deinem guten Freund Martin Stein gemacht habe…", spottete der Reverse-Flash.
„Der Professor? Wieso? Was hast du ihm angetan?", wollte Barry besorgt wissen.
Thawne grinste ihn kalt an. „Was ich für nötig hielt. Was hältst du für nötig, und was wird dein Freund Oliver Queen für nötig halten?", gab er zurück.
Barry blickte zu Boden und ließ den Alpha los. „Verschwinde schon", meinte er.
„Ich bin schon gespannt, welches Gesicht ich tragen werde, wenn wir uns das nächste Mal wieder sehen werden", meinte Thawne und war dann auch schon wieder blitzschnell verschwunden.
Ray hatte Martin so schnell wie es ihm möglich gewesen war auf die Krankenstation der Waverider gebracht, doch er fürchtete, dass er nicht schnell genug gewesen war.
„Wie sieht es aus, Gideon?", wollte er besorgt wissen.
„Ich habe keine sehr positive Prognose", erklärte die K.I., „Der Professor lebt noch, doch es liegt eine Schwellung in seinem Gehirn vor."
„Aber du kannst das reparieren, nicht wahr? Ich meine, du kannst Gehirnschäden reparieren, ich habe dich das schon tun sehen!", meinte Ray eifrig.
Gideon zögerte mit ihrer Antwort, was Ray sehr besorgniserregend fand.
„In diesem Fall wäre das nicht ratsam. Mein Eingreifen könnte zu größeren neuronalen Schäden führen als eine natürliche Heilung", erklärte sie dann, „Ich befürchte, dass ich nichts tun kann, solange Professor Stein noch mit Mister Jackson verbunden ist. Jeder Eingriff, den ich durchführe, würde auch ihn betreffen, und Mister Jacksons Gesundheit ist bisher gut."
Ray verstand, was sie meinte. Wenn sie Martin behandeln würde, war nicht zu sagen, was für Auswirkungen das auf Jax haben würde. Spätestens seit der Körpertauschgeschichte war klar, dass die Verbindung, die Martin und Jax durch die Firestorm-Matrix teilten, nicht so einfach einzuschätzen und zu erklären war, wie sie alle immer gedacht hatten.
Trotzdem durften sie keine Zeit mehr verlieren. „Jesse, ich brauche Jax hier, und das schnell", erklärte Ray über Funk, „Jede Sekunde zählt."
Wenig später traf die verletzte Heldin mit Jax ein. „Was ist los, Mann?", wollte Jax wissen, „Wie geht es dem Grauen?" Seine Sorge war nicht zu übersehen.
„Nicht so toll. Gideon wagt es nicht ihm zu helfen, solange ihr noch miteinander verbunden seid", erklärte Ray ernst. Jesse schien zu bemerken, dass dies ein sehr persönliches Gespräch war, nickte Ray kurz zu und zog sich dann aus der Krankenstation zurück.
„Aber, unsere Verbindung stärkt ihn doch, sie erhält ihn am Leben", argumentierte Jax verzweifelt.
„Und sie reißt dich auch mit in den Tod, wenn etwas schief gehen sollte. Und wir wissen beide, dass das das Letzte wäre, das Martin wollen würde!", erklärte Ray fest, „Jax, sein Leben steht auf dem Spiel. Willst du das wirklich riskieren, weil du nicht bereit bist ihn gehen zu lassen? Martin Stein ist und bleibt eine Legende. Er ist einer von uns, egal, ob ihr beide nun Firestorm seid oder Martin Stein und Jefferson Jackson."
Jax nickte bedrückt. „Okay, okay, du hast ja recht. Es ist nur … ich weiß nicht, ob ich Ciscos Hexengebräu vertrauen kann", gab er zu.
„Wir müssen es riskieren", gab Ray zurück.
„Na gut. Aber ich habe es nicht bei mir, es ist in StarLabs", erklärte Jax.
„Jesse…", begann Ray.
„Schon unterwegs", meinte der weibliche Beta, der offenbar überhaupt nicht vor der Türe gelauscht hatte.
Jax trat zu dem besinnungslosen Martin und sah ihn ernst an. „Ich war so darauf fokussiert, dass ich dich nicht verlieren wollte, Grauer, dass mir nie in den Sinn gekommen wäre, dass ich dich tatsächlich für immer verlieren könnte. Nicht jetzt, wo Lily und Ronnie Teil deines Lebens sind. Und ich werde dich nicht verlieren, keiner wird das", erklärte er mit fester Stimme und legte seine Hand auf die seines Partners, „Du wirst leben, hörst du. Thawne wird nicht derjenige sein, der zuletzt lacht."
Ray hoffte sehr, dass Jax damit auch recht hatte. Jesse erreichte sie wenige Momente später mit dem Serum. „Hier, trink es lieber schnell", riet sie Jax. Der nickte, öffnete die Flasche, und trank den Inhalt leer. Dann hielt er inne und zog eine Grimasse.
„Und?", wollte Ray gespannt wissen, „Funktioniert es?"
„Ja, ich kann es spüren. Bzw. ich kann ihn nicht mehr spüren", erklärte Jax.
„Na gut, Gideon, leg los!", befahl Ray, „Retter Marty!" Denn Jax hat recht, wir können ihn nicht verlieren! Niemals.
Jax, Ray, und Jesse warteten ab, während Gideon an die Arbeit ging. Nach einer Weile meinte die K. I. : „Ich habe getan, was ich konnte. Der Rest hängt von dem Professor ab. Ich muss Sie allerdings alle vorwarnen, dass es möglich ist, dass Schäden zurückbleiben", berichtete sie dann.
Ray und Jax tauschten einen besorgten Blick aus. Dieser Mann vor ihnen war Martin Stein, Nuklearphysiker, der Erfinder der Firestorm-Matrix. Sein Intellekt war sein größter Stolz, wenn man von seiner Familie und Jax absah. Wenn bleibende oder auch nur vorübergehende Schädigungen im Gehirn zurückbleiben sollten, wie würde er das verkraften? Könnte er es überhaupt verkraften?
Vor zwei Jahren hätte er es vermutlich gar nicht verkraften können, doch nun sah das vielleicht anders aus. Nun hatte er Lily und Ronnie, vielleicht würde das ausreichen um ihn zu trösten. Das hoffte Ray zumindest.
Jesse schien irgendetwas Unsichtbaren zu lauschen. Dann meldete sie: „Offenbar haben wir gewonnen. Die letzten Nazis haben sich ergeben. Der Krieg ist vorbei. Wir haben gesiegt."
Ray starrte Martins bewusstlosen Körper an. Ja, sie hatten gesiegt. Aber zu welchen Preis?
A/N: Ich? Martin umbringen? Soll das ein Witz sein? Wie könnte ich das jemals den wunderbaren Martin Stein antun?! Aber als Autorin sehe ich natürlich, dass sein Tod den anderen Charakteren Arcs gegeben hat und uns Zusehern ermöglicht hat Leo Snart länger zu genießen. Daher habe ich einen Kompromiss gefunden, der mir erst erstaunlich spät einfiel, nämlich als ich eine kurze Pause eingelegt habe um den Valentinstags-Oneshot zu schreiben. Reviews vor den Epilogen?
