Jinai: Jetzt geht's hoch her…
Raffael: Soll ich schon mal ein Ruderboot besorgen, bevor wir in diesem Wasserfall aus Tränen ersaufen?
Jinai: Ach, lass nur. Ich hab mein Schirmchen.
Raffael: *schlechte-Witze-Kasse hinhalt*
Rated: T
Disclaimer: Jinai ist mein! Muhahahaha! Mein!
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„Yuu-chan!"
Lavi.Die Person, die er im Moment am wenigsten sehen wollte. Er sah immer noch Lavis Arm um ihre Schultern.
Er war auf ihn mindestens genauso wütend wie auf sich selbst.
Lavi hatte ihn eingeholt. Er sah abgekämpft aus. Sein Bandana hing um seinen Hals und sein Gesicht war mit Staub verschmiert.
„Lass mich raten. Jinai?"
„Nein, Marie. Sie ist fast so schlimm wie Jinai." Er seufzte gespielt theatralisch. „Wir haben uns zwei echte Kämpferinnen ausgesucht, was, Yuu?"
Kanda wäre fast gestolpert. Er fing sich aber gerade noch rechtzeitig. „Was?!?"
„Tu doch nicht so. Glaubst du, ich bin blind?"
Ich hatte es gehofft.„Wenn du mir etwas sagen willst, dann spuck's aus."
„Ich weiß ehrlich nicht, was Jinai an dir findet."
Wieder beinahe gestolpert. Er blieb stehen und starrte Lavi mit einer Mischung aus Wut und Unglauben an. „Was?"
„Nichts, nichts. Aber…", er beugte sich vor und senkte seinen Ton zu einem verschwörerischen Flüstern, „ich habe euch heute Morgen gesehen." Und dann rannte er, was das Zeug hielt.
Kanda stand wie erstarrt da. Er brauchte einen Moment, um zu begreifen, was Lavi eben gesagt hatte.
Lavi hatte gesehen, dass sie im selben Bett übernachtet hatten.
Er widerstand dem Drang, hinter dem Rotschopf her zu rennen und ihn in Scheibchen zu schneiden. Obwohl Lavi ein Klatschmaul war, glaubte Kanda irgendwie nicht, dass er das an die große Glocke binden würde. Er wollte es einfach nicht glauben.
Noch ein Freund. Das wird ja langsam zur Gewohnheit.
Aber er hatte Vertrauen in Lavi. Auch wenn ihm allein der Gedanke absurd vorkam, er vertraute ihm. Eher hätte er Mugen hergegeben, als das zuzugeben. In tausend Jahren nicht.
„Kanda?" Linali stand hinter ihm. „Alles in Ordnung?"
„Ja. Was willst du?"
„Nii-san will dich sprechen. Du sollst Jinai mitbringen."
„Was? Ich weiß ja noch nicht einmal, wo das Gör ist."
„Dann hol ich sie eben. Dann kann ich auch gleich Lavi Bescheid sagen."
„Lavi?"
„Er soll auch kommen." Dann war sie weg.
Was will Komui ausgerechnet von uns? Wieso will er mit den beiden und mir sprechen?
Er machte sich auf den Weg zu Komuis Büro. Auf dem Weg dorthin rollte er die Frage in seinem Kopf hin und her, aber er fand keine Antwort, wie er es auch drehte und wendete.
Aber er hätte nicht damit gerechnet, wen er in dem Sauhaufen von Büro antraf. „Moyashi?"
„Allen. A-L-L-E-N. Merks dir endlich."
Er ignorierte ihn. „Was willst du hier?"
„Komui hat gesagt, er will mich sprechen, aber er ist anscheinend nicht da."
„Er sollte aber da sein." Hinter ihm kamen Linali, Lavi und Jinai herein. Letztere schienen heftig im Flüsterton zu diskutieren, verstummten aber, als sie die anderen sahen.
„Da ist er!" Lavi hatte Komui hinter seinem Berg von Papierkram entdeckt; er schlief. Noch bevor irgendjemand ihn davon abhalten konnte, hatte Lavi schon die magischen Worte geflüstert. „Linali will heiraten."
„LINALIIIII!!!"
Zack!
„Reiß dich zusammen, Nii-san. Sag uns lieber, warum du uns hast rufen lassen."
Alle fünf Exorzisten sahen den Abteilungsleiter mit der Beule am Kopf an. „Ich habe eine Mission. Für euch fünf."
„Du schickst gleich fünf Exorzisten auf eine Mission?" Linali sah ihren Bruder erstaunt an.
„Und ihr bekommte drei Finder mit."
„Wozu diese Sicherheitsmaßnahmen?" Kanda wollte unter keinen Umständen mit den vieren reisen. Sie waren einzeln schon kaum zu ertragen.
„Das ist das erste Innocence, das wir gefunden haben, seit die letzten verseucht wurden. Zum Glück konnten wir sie retten. Aber von diesem haben wir allem Anschein nach zuerst erfahren, denn die Finder dort melden, dass nachts Scharen von Akuma über der Stadt patrouillieren. Eure Aufgabe ist es, das Innocence zu finden und es sicherheitshalber einem der Finder zu übergeben. Gleichzeitig sollt ihr die Stadt von dieser Akumaplage säubern. Deswegen schicke ich euch fünf los. Ihr werdet gemeinsam die Akuma vernichten und das Innocence finden. Ihr braucht dringend ein wenig zu tun und etwas Teamarbeit könnte manchen von euch sicher nicht schaden." Er vermied es, Kanda anzusehen.
„Ihr werdet morgen früh gemeinsam nach Szeged, Ungarn reisen. Dort hat eine Hochwasserkatastrophe den größten Teil der Stadt zerstört. Das erklärt wahrscheinlich auch die hohe Akumadichte. Vermutlich kam dabei ein Innocence ans Tageslicht, wodurch wir darauf aufmerksam geworden sind. Im Moment befindet sich die Stadt im Aufbau. Da werdet ihr nicht groß auffallen, aber die Akuma werden euch bemerken. Es ist eine große Stadt gewesen, also werdet ihr viel zu tun haben."
Damit entließ er sie. Jinai verschwand sofort, bevor Kanda auch nur einen Blick auf sie werfen konnte. Er hatte den Eindruck, dass sie ziemlich verstört war. Lavi warf ihm einen wütenden Blick zu und rauschte dann ab.
Kanda fragte sich, was er jetzt schon wieder getan hatte.
*~*
„Warte!"
Bumm!Tür zu. Jinai weg.
Lavi blieb vor ihrer Zimmertür stehen.
„Was ist los?" Er kam sich zwar blöd dabei vor, mit einer Tür zu reden, aber die Veränderung, die sie durchgemacht hatte, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte, beunruhigte ihn. Sie war eben seine imouto. Er wollte nicht, dass es ihr schlecht ging. Und schlecht ging es ihr, so viel stand fest; ihre verschlossenen Miene, ihr Wortkargheit und ihre roten Augen waren Beweis genug. Als er sie vorhin gefragt hatte, was los sei, hatte sie sich schlicht und einfach geweigert, ihm zu antworten. „Bitte, Jinai sprich mit mir!"
„Lavi, was ist los mit ihr?" Er drehte sich um. Hinter ihm standen Allen und Linali. Sie sahen ihn besorgt an.
„Ich weiß es nicht. Jinai, mach auf! Sag was!" Er klopfte laut gegen die Tür, um nicht zu sagen, hämmerte.
Auf einmal schwang die Tür auf, dass Lavi fast vornüber gefallen wäre. „Lasst mich einfach in Ruhe! Alle!" Es war Zeit, ihre Verbindungen in dieser Welt zu kappen. Jegliche Verbindungen.
Dann schlug sie die Tür wieder zu.
Die drei sahen sich verblüfft an. So hatten sie sie seit ihrem ersten Treffen in Oravita nicht mehr erlebt. Als wolle sie auf einmal nichts mehr mit ihnen zu tun haben.
„Lavi, was ist los?"
„Ich weiß es nicht! Ich weiß es wirklich nicht. Als ich draußen mit ihr gesprochen habe, war noch alles in Ordnung." Er hatte eine Idee. „Sie hat mit Anna trainiert. Vielleicht weiß sie etwas."
Sie hatten die Dänin schnell gefunden. Sie und Marie saßen beim Abendessen; es war immerhin schon sieben Uhr. Sie holten sich ebenfalls etwas zu essen und setzten sich zu ihnen.
„Sag mal, Anna, ist dir irgendetwas an Jinai aufgefallen? Du hast doch mit ihr trainiert. Hat sie sich irgendwie seltsam verhalten?"
„Ja, sie war überhaupt nicht bei der Sache. Sie hat einen Treffer nach dem anderen kassiert und dann ist mir schließlich der Kragen geplatzt. Ich habe sie gefragt, was los sei, und dass sie schon die ganze Zeit in Gedanken sei. Und dann ist sie noch seltsamer geworden. Sie hat stur geradeaus gesehen, geistesabwesend eine Entschuldigung gemurmelt und ist dann verschwunden. Aber wieso fragst du?"
„Sie ist seitdem so anders. Wortkarg, taub und…", Lavi senkte die Stimme, „ich glaube, sie hat geweint."
Vier Augenpaare starrten ihn an. Das war für sie so unvorstellbar wie ein menschenfreundlicher Graf. So kannten sie Jinai gar nicht. Jinai war eine gute Kämpferin, hart, wenn sie es sein musste, aber sie hatte ein gutes Herz. Sie konnten sich dieses stolze Mädchen ebenso wenig weinend vorstellen wie Kanda.
„Glaubt ihr… sie hat uns die ganze Zeit nur was vorgemacht? Dass sie immer die Starke gespielt hat, weil sie glaubt, dass sie so sein muss?" Linali äußerte ihre Vermutung ebenso leise wie Lavi.
„Es ist denkbar. Aber ich glaube nicht, dass sie das nur unseretwegen gemacht hat. Ich glaube, so musste sie schon eine lange Zeit sein. Sie hat doch erzählt, dass man ihr mehrere Leute anvertraut hat, die dann gestorben sind. Und wir hatten die Vermutung, dass sie so etwas wie eine Anführerin bei ihren Leuten war. Sie musste immer stark sein." Allen hatte kurz von seinem Lebensmittelberg aufgesehen, um diese Rede zu halten und widmete sich jetzt wieder mit Feuereifer demselben.
„Du meinst, sie hat sich so eine Maske zugelegt wie Yuu?" Alle starrten Lavi an.
„Der Vergleich hinkt." Eine weitere kurze Unterbrechung von Allens Raubtierfütterung.
„Ach, kommt schon. Auch Yuu hat ein Herz."
„Das sollten wir ein anderes Mal ausdiskutieren. Jetzt geht es um Jinai. Ich glaube, Allen hat Recht. Sie durfte nie Schwäche zeigen. Deswegen hat sie ihre Tränen auch versteckt." Linali sah Lavi ernst an.
„Aber warum hat sie geweint?" Marie machte sich Sorgen um ihre Freundin. Wenn Jinai weinte, musste etwa sehr Schlimmes passiert sein.
Lavi sprang auf. „Mir reicht's, ich rede jetzt mit ihr, ob sie will oder nicht. Ich will wissen, was los ist!" Sein halb gegessenes Abendessen ließ er stehen, als er aus dem Speisesaal verschwand.
Energisch klopfte er gegen Jinais Tür. „Jinai! Mach auf! Ich weiß, dass du mich hörst. Wir müssen reden!"
„Ich habe dir gesagt- Lavi! Raus!" Er hatte sich einfach an ihr vorbeigedrängt.
Im Schneidersitz setzte er sich auf das Bett und verschränkte die Arme. „Nein! Ich will jetzt wissen, was los ist!"
Jinai schloss die Tür. Sie wollte einfach nur alleine sein. Sich im Selbstmitleid und Schmerz suhlen, solange sie es noch konnte. Solange sie noch alleine war, ihre Seele noch ihr allein gehörte. Solange sie noch hier war. „Lavi, bitte geh. Ich ertrage im Moment keine Gesellschaft. Lass mich bitte einfach nur allein."
Sie klang erschöpft. Lavis Miene milderte sich. „Wieso kannst du mir nicht sagen, was nicht in Ordnung ist?"
Weil zu vieles nicht in Ordnung ist.„Ich… ich kann einfach nicht. Es geht nicht."
„Nenn mir nur einen vernünftigen Grund, warum ich gehen sollte."
„Du darfst dieses Zimmer in einem Stück verlassen. Das hier geht dich nichts an." Jinai klang jetzt ernst. Er konnte nicht erkennen, ob sie bluffte oder nicht.
„Du würdest mich tatsächlich angreifen?"
„Ja. Und jetzt raus." Sie öffnete wieder die Tür.
Lavi blieb noch einen Moment sitzen, dann stand er langsam auf. Er ging auf sie zu.
Sie kämpfte mit den Tränen. Vorsichtig nahm er seine imouto in die Arme. „Du weißt, dass ich für dich da bin, wenn du mich brauchst."
Hatte sie vorhin noch reglos dagestanden, so erwiderte sie seine Umarmung jetzt fest. Er spürte, wie sein Mantel an der Schulter nass wurde, wo sie ihr Gesicht vergraben hatte.
Es tat ihm in der Seele weh, sie so zu sehen, und weder zu wissen, was los war, noch, wie er ihr helfen konnte. Er liebte sie wie eine Schwester. Für seine imouto hätte er da sein sollen, aber sie wollte es nicht. Das musste er respektieren, so weh es ihm auch tat.
Sie löste sich langsam von ihm, den Kopf noch gesenkt. „Geh jetzt." Ihre Stimme klang heiser und brüchig. Sie hatte anscheinend den ganzen Abend nur geweint.
Er konnte nichts anderes tun, als sich ihrem Wunsch zu beugen. Also ging er. Sie schloss schnell die Tür hinter ihm, als hätte sie Angst, dass er es sich anders überlegen könnte. Er hörte, wie sie auf der anderen Seite der Tür ein Schluchzen zu unterdrücken versuchte.
Wenn er doch wenigstens gewusst hätte, wer dafür verantwortlich war! Er würde denjenigen in der Luft zerreißen, der seiner imouto so wehgetan hatte.
Aber zu glauben, dass es Yuus Schuld war, so weit wollte er dann doch nicht gehen. Auch wenn der Japaner etwas schroff war, zu so etwas wäre er nicht fähig.
Lavi hatte gut daran getan, sich nicht dafür zu entscheiden, mit Kanda zu reden.
Dieser stand mit dem Rücken an die Innenseite seiner Zimmertür gelehnt und versuchte, das Monster in seinem Bauch zu beruhigen.
Arm in Arm war schon schlimm genug.
Aber was er gerade gesehen hatte, weckte in ihm den Drang, Lavi beide Arme abzuschlagen.
Er hatte sie umarmt. Kein männliches Wesen im Orden war Jinai so nah gekommen, seit sie sie zum ersten Mal getroffen hatten. Außer ihm selbst.
Er brodelte vor Eifersucht.
Vergeblich versuchte er, das Bild zu verdrängen. Er war gerade vom Abendessen zurückgekehrt, bei dem er noch mitbekommen hatte, wie Lavi auf einmal aufgesprungen und aus dem Saal gestapft war. Dann hatte er, von der Treppe aus, aus dem Augenwinkel Jinais Tür aufgehen sehen. Als er am Treppenende angelangt war, sah er sie und Lavi, eng umschlungen. Er war in sein Zimmer gestürmt, unfähig, noch länger zuzusehen.
Wir sind ja sooooo eifersüchtig!
Halt die Klappe! Was willst du jetzt schon wieder?
Momentan gibt es keinen besonderen Grund. Mir ist einfach nur fad.
Und da fällt dir nichts Besseres ein, als mir auf die Nerven zu gehen?
Soll ich mit mir selbst Verstecken spielen, oder was?
Keine schlechte Idee, wenn du mich dann in Ruhe lässt.
Seeeehr witzig. Du solltest damit auftreten. Aber wenn du darauf bestehst, dass ich einen Grund brauche, dann…
Was dann?
Dann geb ich dir einen guten Rat.
Und der wäre?
Tritt dem Typen in die Eier. Dann hast du Ruhe. Und jetzt versuch bloß nicht, mir einzureden, du hättest nicht selbst schon daran gedacht.
Ich dachte eher daran, ihm beide Arme abzuschneiden.
Das wäre ein Anfang. Übrigens bin ich dein Gedankenregister durchgegangen –wie gesagt, mir war fad- und da hab ich kein Liebesgeständnis gefunden. Eifersüchtig, aber nicht verliebt?
Ich habe auch nie behauptet, in sie verliebt zu sein.
Und wie erklärst du dir dann deinen jetzigen Zustand, Dr. Freud? Eifersucht, Begierde, heimliche Blicke, der verzweifelte Versuch, sie zu verstehen, sie kennen zu lernen? Komm mir jetzt ja nicht mit Freundschaft, sonst tret ich dich!
Ich dachte, du wärst körperlos.
Es gibt Mittel und Wege. Also?
Also was?
Stell dich nicht blöder, als du bist, oder willst du mich zwingen, meine Rede zu wiederholen?
Mein Unterbewusstsein beleidigt mich.
Du bist auch nicht gerade Jesus. Ich möchte eine Antwort hören!!
Ich weiß es nicht…
Das ist die Lüge des Jahrhunderts –nein, des Jahrtausends! Du weißt es sehr wohl, du willst es dir bloß nicht eingestehen.
Es gibt nichts einzugestehen.
Langsam wünschte ich, ich wäre jemand anderes Unterbewusstsein. Wie kann man nur so stur sein! Vielleicht hätte ich besser Lavi aussuchen sollen…
Du tust so, als hättest du eine Wahl gehabt.
Ich wünschte, ich hätte, dann müsste ich mich jetzt nicht mit dir herumschlagen.
Außerdem, wieso gerade Lavi?
Das wäre lustig! Ich finde ihn nett! Es macht bestimmt mehr Spaß, sein Unterbewusstsein zu sein als deins.
Du würdest dich ständig langweilen, weil du niemanden hast, den du nerven kannst. Er ist nervig genug für euch beide.
… Stimmt. Ich liebe dich!
Was!?
Siehst du, war gar nicht so schwer. Jetzt du.
Ich glaube, du spinnst.
Wieso? Stell dir vor, ich wäre Jinai.
…
Stell dich nicht so an! Wie willst du es jemals ihr sagen, wenn du es nicht mal mir sagen kannst?
Ich will niemandem überhaupt nichts sagen.
Hmm, doppelte Verneinung. Also willst du jemandem etwas sagen. Vielleicht Jinai, dass du dich in sie verliebt hast. Apropos, ist dir schon mal aufgefallen, dass eine doppelte Verneinung eine Bejahung ergibt, eine doppelte Bejahung aber nur eine Verstärkung? Eine Ungerechtigkeit der Natur!
Du redest Schwachsinn.
Und du überhaupt nix. Sogar, wenn du mit mir redest, bringst du nur selten mehr als einen Satz auf einmal raus. Dir wird irgendwann noch die Zunge abfallen, weil du sie so selten benutzt.
Und du wirst dir einen Knoten rein machen, weil du ständig laberst.
Wenigstens sterbe ich glücklich.
Kannst du bitte vor mir sterben?
Ich lebe, solange du lebst.
Was habe ich getan, um das zu verdienen?
Ich liebe dich!
Halt die Klappe!
Ich liebe dich!
Schnauze!
Ich liebe dich!
Hör endlich auf!
Ich liebe dich!
Was muss ich tun, damit du aufhörst!?
Ihr das sagen, was ich jetzt schon die ganze Zeit sage. Ich liebe dich!
Nein!
Und wieso nicht? Ich liebe dich!
Weil.
Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich-
Gib endlich Ruhe. Ich kann es ihr nicht sagen.
Du gibst es also zu?
Ja, wenn du dann aufhörst.
Das reicht nicht. Wieso kannst du es ihr nicht sagen?
Offensichtlich. Sie hat sich in die rothaarige Nervensäge verliebt.
Das…
Kannst du nicht wegerklären. Und auch nicht wegschreien.Kanda legte sich hin. Von diesem Gespräch würde er noch Kopfschmerzen bekommen.
Und was willst du jetzt machen? Ihr fahrt immerhin morgen früh gemeinsam auf eine Mission.
Ich weiß es nicht. Ihn ignorieren?
Besser als ihn in Stücke hauen. Humaner. Und sie?
Auch ignorieren?
Das wird ein hartes Stück Arbeit. Wenn man bedenkt, dass ihr euch ein Zugabteil teilen werdet-
–mit drei anderen Leuten-
–und womöglich noch ein Zimmer-
–wieder mit drei anderen-
–ihr werdet Seite an Seite kämpfen-
–ich kümmere mich um keins von den Bälgern. Die müssen auf sich selbst aufpassen!
Willst du etwa dastehen und tatenlos mit ansehen, wie deine geliebte Jinai von einem Akumageschoss getroffen wird? So herzlos bist nicht mal du.
… Wir werden sehen, wie es sich entwickelt. Außerdem braucht sie meine Hilfe nicht. Sie kann auf sich selbst aufpassen.
Einer der Gründe, warum wir uns in sie verliebt haben.
Wir?
Ja, ich auch. Schau nicht so blöd.
…
Lass das! Ach, du bist blöd, ich geh jetzt schlafen. Gute Nacht, und schöne Träume von Lavi und Jinai, Arm in Arm-
Geh schlafen!
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Raffael: Will ich nicht!
Jinai: Hör auf, mit den Charas zu reden! –Nur noch ein Kapitel, könnt ihr euch das vorstellen?!? Ein Kapitel noch, dann ist Bleeding Love zu Ende.
Raffael: Und ‚My Obsession' beginnt.
Jinai: Pscht! Das sollte doch ein Geheimnis bleiben, du Hirnederl! Du und dein loses Mundwerk… Ja, mit Kapitel 22 ‚Amor, Noah, Magie' endet Bleeding Love, aber es geht unter dem Namen ‚My Obsession' weiter mit der Geschichte. Ich hoffe, dass ihr Jinai treu bleibt!
Raffael: Hör auf, von dir selbst in der dritten Person zu sprechen.
Jinai: Ich meine natürlich die fiktive Jinai, nicht mich! *augenroll* CU!
