Juhuhuu, Mädels und auch Jungs, wenn es hier welche gibt. Lasst die Sektkorken knallen!
ES GEHT WEITER!
Diesmal mit leicht bewölkter
Stimmung an allen Fronten aber keine Sorge, die Sonne funzelt immer
wieder mal durch.Nenya stellt sich ihrer größten Angst,
nein, nicht weil sie das will und plötzlich auch eingesehen hat,
sondern weil sie es muss und ihr nichts anderes übrig bleibt.
Und es gibt Neuzuwachs im
Hauptquartier wo Joe einer Versuchung nicht widerstehen kann, was er
vielleicht noch bitter bereuen wird.
Musik gibt es für den ersten Teil von den Red Hot Chili Peppers (Nenyas absoluter Lieblingsband) mit „Otherside" und für den zweiten Teil gibt's was Plüschiges von Elvis Presley (Yeah, The King!) „Devil in Disguise"
Reviews werden wie immer gerne gesehen, seid lieb mit mir!
---O--Wolf oder Kojote?
Der warme Sand unter Nenyas nackten Zehen floss bei jedem ihrer Schritte in sanften Wellen unter ihren Füßen hervor. Ein schönes und vertrautes Gefühl. Ein Kindheitsgefühl.
Der Sand war weich und heiß an der Oberfläche, in den tieferen Schichten wurde er kühl und samtig. Sonne und Mond standen gleichzeitig am Firmament, umkreisten einander und tauchten das Land unter ihnen in rotes Gold.
Hier war der Ort an den sie hingehörte, der Ort, der sie gesucht, sie gerufen hatte. Es fühlte sich richtig an, hier zu sein, richtig, Nenya zu sein.
Zuerst hatte sie sich gefürchtet, versucht, dem Sog, der so gnadenlos an ihrem Bewußtsein riss zu widerstehen. Sie hatte sich verzweifelt bemüht, einen Halt zu finden, in sich selbst, an ihrem fremden Begleiter. Doch das Bewußtsein des Zauberers fühlte sich kalt und glatt an, ihre Geisterfinger waren taub geworden unter der Kälte und als sie den Halt verlor, hatte die unbekannte Kraft sie gepackt und so mühelos mit sich fortgerissen, wie ein mächtiger Herbstwind das letzte Blatt an einem kahlen Baum.
Als der Sturm sich endlich legte, hatte sie sich im Sand wiedergefunden. Mit kleinen roten Schmirgelkörnern in den Haaren und zwischen den Zähnen. Allein.
Nenyas Finger strichen über die raue, noch immer heiße Oberfläche eines mächtigen roten Felsens, als sie sich an ihm aufrichtete. Hier hatte sie als Kind gesessen und tausend Sonnenuntergänge beobachtet. Hierher war sie zum ersten Mal zusammen mit Wintersonne gekommen, ihrem Mustangpony. Sie war hier gestorben, in Nenyas Armen und Nenya hatte ein Stück von sich selbst zusammen mit der kleinen Stute hier begraben. Vielleicht das beste Stück, ihre Kindheit, dachte sie traurig, denn sie war kein Kind mehr gewesen, als man sie nach Tagen gefunden hatte. Und auch danach nie mehr.
Die Felsen schienen heute vor Energie zu pulsieren. Nenya lies ihre Hand auf der wilden Oberfläche entlang gleiten während sie den kleinen Felsenkamm mitten in der Wüste umrundete.
Töpfeklappern und das Prasseln eines Holzfeuers drangen an ihr Ohr. Jemand war also mit ihr hier, hatte auf sie gewartet und Nenya brauchte kein Genie zu sein, um zu wissen, wer das war.
Am Fuße der Felsen fand sie schließlich, wonach sie gesucht hatte. An einem kleinen Feuer saß eine alte, ausgezehrt wirkende Frau mit hüftlangem silberweißem Haar. Sie mochte etwa siebzig Sommer zählen, schätzte Nenya und selbst in ihrem hohen Alter und mit den nach vorne gesunkenen Schultern überragte sie Nenya noch um mehr als eine Haupteslänge. Ihre Haut war von tiefen Falten durchzogen und unter der unerbittlichen Wüstensonne zu einem dunklen Bronzeton verbrannt. Sie spannte sich ledrig und vom Wetter gegerbt über drahtige Muskeln und kräftige Sehnen, die noch immer von einem Leben voller Kraft und Anmut und schrecklicher Entbehrungen kündeten.
Die Augen der Fremden waren flüssiges Gold und blitzten intelligent und auf beunruhigende Art und Weise hungrig.
Nenya wartete nicht, bis die Frau sie begrüßte oder sie einlud, sich zu setzen. Mit einer einzigen fließenden Bewegung ließ sie sich in den Staub zu deren Füßen sinken und preßte ihre nackte Stirn in den Sand. „Wölfin", schluchzte sie verzweifelt, „vergib mir."
Warme kräftige Hände zogen sie empor und hielten sie vollkommen mühelos in eisernem Griff auf Augenhöhe der alten Frau gefangen. „Sieh mich an, Kind.", befahl die Alte und Nenya gehorchte ohne Widerstand. „Du hast nichts Unrechtes getan, es war dein Recht diese Menschen zu töten. Sie haben dein Leben bedroht.", sagte sie eisig.
„Aber Marco war…"
„Ein Lügner und ein Mörder.", schnitt ihr die Wölfin das Wort ab. „Das allerdings kann man dir durchaus zum Vorwurf machen. Das du dich von diesem Abschaum hast benutzen und zähmen lassen." Sie seufzte schwer. „Aber du bist noch so jung."
Die Wölfin lockerte ihren Griff und setzte Nenya zurück in den Sand zu ihren Füßen.
„Warum bist du nicht gekommen, als ich nach dir rief? Du kennst unsere Gesetze, du hast das Geschenk angenommen, das ich dir gab, du kannst nicht mehr zurück."
Nenya senkten den Kopf beschämt und heiße Tränen fielen in den Sand und auf ihre Hände. Sie kauerte noch immer vor der alten Frau. „Ich kann das alles nicht. Ich habe getötet. Ich habe vollkommen die Kontrolle verloren.", flehte sie. „Bitte, ich nehme jede Strafe in Kauf, aber ich kann keine Schamanin sein, ich kann so etwas nie wieder tun."
„Du bist ein dummes Kind, kleine Nenya.", sagte die Wölfin streng, doch ein Lächeln spielte um ihre Lippen.
„Es gibt keine Strafe für Dummheit, außer den Konsequenzen, die wir damit selbst für uns heraufbeschwören."
Ihre kräftige warme Hand zerzauste Nenyas Haar. „Sieh mich an, Kind.", sagte sie sanft und Nenyas Augen trafen ihren goldenen Blick.
„Du hast getan, was man von dir erwarten konnte und wenn du nicht ein so eigensinniges Kind wärst, wie du es nun einmal leider bist, wärst du rechtzeitig zu deinem Volk zurückgekehrt um dich darin ausbilden zu lassen, wie mit deinen neuen Fähigkeiten umzugehen ist. Das hätte dir und den Leoparden viel Leid erspart."
Eine weitere Welle heißer Tränen wallte in Nenya herauf und brach sich Bahn, teils Erleichterung, teils erneuter Kummer über die soeben noch einmal durchlebte Tragödie.
Die Finger der Fremden strichen die Tränen von ihren Wangen, eine liebevolle Geste, in der aber dennoch ein Hauch von Ungeduld lag. „Und jetzt Schluss damit.", befahl sie entschlossen. „Das ist vorbei und nun nicht mehr zu ändern. Deine Aufgaben liegen in der Zukunft. Unsere Bestimmung liegt in der Wahrung des Gleichgewichtes aller Mächte."
„Aber ich…", protestierte Nenya leise.
„Nein, Kind. Auf diesem Weg gibt es kein Zurück." Die Stimme der Alten klang endgültig.
„Trink das", befahl die Wölfin und drückte Nenya einen Becher aus heißem Ton in die zitternden Hände „es wird dir helfen."
Nenya hob den Becher ohne Gegenwehr an die ausgetrockneten Lippen und bemerkte erst jetzt, wie ausgezehrt und verdurstet sie sich fühlte. Das Getränke war warm aber nicht mehr heiß, schmeckte erdig und sahnig wie ein dunkler süßer Kaffee mit viel Milch und schenkte ihr ungeahnte Energien. Nenya konnte nicht sagen, wann sie sich je zuvor in ihrem Leben so stark und ausgeruht gefühlt hätte. Doch das Gefühl war phantastisch und spülte einen Teil ihrer Ängste einfach mit sich fort.
„Du bist nicht mehr allein, bei dem was du tust, Kind. Folge meinem Ruf, wie du es bereits dein ganzes Leben getan hast und ich gebe dir die Mittel um jede Schlacht zu bestehen.", versprach die Wölfin.
„Deinem Ruf soll sie folgen, Alte?", erklang eine silberhelle Mädchenstimme und Nenya lies vor Schreck und Überraschung fast den Becher fallen. Vor dem Feuer stand eine sehr junge Frau in bunten Lumpen mit einem Coladosenring im Ohr. Ihr freches Grinsen reichte ihr von einem Ohr zum Anderen und sie hatte provozierend die Hände in die Hüften gestemmt. „Sie ist mein, nicht weniger, als sie dein ist, Wölfin, vergiss das nicht. Du hast deine Befugnisse weit überschritten, als du sie schufst und ich habe dir nicht Einhalt geboten. Wir hatten einen Deal!"
Nenyas Becher zerbarst mit einem Klirren auf den heißen Herdsteinen des Feuers.
„Was?", entkam es ihr atemlos. „Erklärt das!", knurrte sie nun nicht mehr besonders zurückhaltend. Zorn wallte in ihr hoch. Doch die Wölfin streckte nur einen ihrer drahtigen Arme aus und drückte sie sanft zurück auf ihren Platz, so mühelos und unbekümmert wie eine Wölfin einen aufmüpfigen Welpen zurück auf seinen Platz verweist, ohne die Fremde in den Lumpen für einen Augenblick aus den Augen zu lassen.
„Möchtest du dich nicht zu uns setzen, Müllprinzessin?", zischte sie kalt zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Dann können wir das hier ja ein für alle mal klären.
„Gerne.", entgegnete die Unbekannte vergnügt. „Dann erzählst du der kleinen Schamanin ein Wolfsmärchen und ich ihr eines über Kojoten. Dann werden wir ja sehen, wem sie sich anschließt."
„Das steht nicht mehr zur Diskussion.", grollte die Alte dunkel. „Sie hat mein Geschenk angenommen."
„Und Meines ebenfalls.", lächelte die Kojotin siegessicher.
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Ein zaghaftes Klopfen an der Tür durchbrach die Stille des kleinen Zimmers im zweiten Stock, dessen Ruhe sonst nur durch das selige Schnorcheln des schwarzhaarigen Zaubertränkemeisters auf dem Sofagebilde gestört wurde.
„Ähm, herein?", sagte Joe mit einem Seitenblick auf den schlafenden Zauberer und Hermione steckte ihren buschigen Kopf vorsichtig durch den Türspalt.
„Komm doch rein.", bot der Schamane freundlich an und Hermione schloß leise die Tür hinter sich. Dann fiel ihr Blick auf Snape und ihre Hand schoß empor um ihr breites Grinsen zu verbergen.
Der schwarzgewandete Zauberer saß in wenig imposanter Pose auf dem Sofa, sein Kopf war nach hinten über die Lehne gefallen und er schnarchte mit halboffenem Mund und ungeminderter Lautstärke, doch mit einem Ausdruck tiefster Ruhe und Entspannung.
„Du brauchst nicht leise sein.", meinte der junge Indianer leichthin, er schläft noch eine ganze Weile.
„Du hast ihn…? Nein oder?", fragte Hermione ungläubig.
„Er sah wirklich müde aus, ich habe nur ein wenig nachgeholfen.", sagte Joe lässig aber mit einem amüsierten Funkeln in den Augen und strich sanft eine Strähne aus Nenyas Gesicht.
„Oh, Merlin.", kicherte Hermione. „Wenn er je erfährt, dass ich ihn so gesehen habe…" Sie schlug sich erneut die Hände vor den Mund um ein Lachen zu ersticken. „Wenn ich doch nur ein Foto machen könnte, davon könnten sich ganze Hogwartsgenerationen das Studium finanzieren."
Joe kramte einen Moment in seiner Jacke, dann durchzuckte ein Blitz das Zimmer und eine silberne Digitalkamera wurde in seiner Hand sichtbar. „Gute Idee", kommentierte er Hermiones Vorschlag breit grinsend. „Hab ich garnicht dran gedacht. Ich schicke dir Abzüge."
Hermione war blass geworden. „Oh nein, lass ihn das bloß nicht erfahren. Es war doch nur ein Spaß. Und ich habe ihn doch noch ein ganzes Jahr als Lehrer. Und dann noch im Orden. Und er weiß, wo ich wohne." Sie schien nun wirklich einer Panik nahe.
Joe musterte sie besorgt, dann den Zauberer. „Ist der wirklich so schlimm? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Er sieht so friedlich aus, wenn er schläft." Und er lachte erneut laut los. „Keine Sorge, dein Geheimnis ist bei mir sicher.", beteuerte er der nun kalkweisen Hermione, die dem Schlafenden immer wieder nervöse Blicke zuwarf.
Die Tür flog erneut auf und diesmal standen Albus Dumbledore, John Deer und eine stämmige dunkelhäutige Hexe in den Vierzigern, die Hermione nicht kannte, in der Tür.
„Joe Coyoté, eines Tages wirst du es zu weit treiben.", sagte der alte Schamane mit einem warnenden Funkeln in den Augen nach einem Blick auf den Zauberer. „Ich möchte zu gerne mal wissen, was an manchen Tagen in deinem Kopf vorgeht." Er seufzte. „Nun gut, die Besprechung beginnt in einer Stunde, Hermione wird dich mit der Wache bei Nenya ablösen, wenn du dabei sein möchtest. Weck bitte den Professor wieder auf, dann könnt ihr noch etwas essen bevor es losgeht. Und bitte denke dran, dass wir hier Gäste sind." Es war ihm anzusehen, dass er über Joe milde amüsiert war, aber er würde auch keine weiteren Machtdemonstrationen gutheißen.
Dumbledore ergriff nun das Wort.
„Miss Granger, das ist Emeralda Gerson, sie wird dieses Jahr unsere neue Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste sein. Sie ist ebenfalls ein Ordensmitglied. Sie wird den letzten Raum am Ende des dritten Stocks beziehen und allen Jugendlichen im Hauptquartier ab morgen Stunden in Verteidigung geben. Wir werden versuchen, soviel Wissen in den Hauptfächern wie möglich zu vermitteln. Die Älteren Schüler werden bitte dann die Jüngeren unterweisen, wie es die DA ja bereits erfolgreich praktiziert hat. Würden sie Prof. Gerson bitte ihr Zimmer zeigen?"
Hermione nickte der neuen Professorin freundlich zu. „Was ist mit Nenya? Soll ich dann wieder herunterkommen, um nach ihr zu sehen?", fragte sie, da es den Nichtordensmitgliedern nicht möglich war, sich ohne einen spezifischen Auftrag in der Nähe der Ordensquartiere zu bewegen. Dumbledore überlegte einen Augenblick. „Da dies ja ohnehin Professor Snapes Zimmer ist und wir noch einige Umquartierungen machen müssen, ", sein Blick traf Joe und John, „halte ich es persönlich für das Beste, wir bringen Miss Coyoté gleich in ihrer Nähe unter, wo sie zweifellos sein möchte, sobald sie wieder erwacht." Er bedachte den alten Indianer mit einem fragenden Blick, doch John nickte sein Einverständnis. „Gut, dann wäre das ja geklärt.", meinte er. „Ich treffe dann alle Ordensmitglieder gegen 21:00 Uhr in der Eingangshalle." Und mit einem Nicken an alle Beteiligten rauschte er in Begleitung des alten Schamanen aus der Tür.
Hermione wandte sich fragend an Joe und die neue Professorin. „Ich darf in den Ferien nicht zaubern. Könnte jemand von Ihnen mir bitte helfen, Nenya schweben zu lassen?"
„Das wird nicht nötig sein, Mädchen.", meinte die neue Professorin forsch. Sie hob Nenyas bewusstlose Gestalt über ihre kräftige Schulter und lächelte warm. „Wo ich herkomme, wissen auch die Zauberer noch, wie man die eigenen Hände zum Arbeiten benutzt. Dann geh mal voraus."
Zurück blieben ein tief schlafender Zaubertränkemeister und ein junger Schamane, der vor der nicht ganz ungefährlichen Aufgabe stand, den Zauberer zu wecken, den er gegen dessen Willen zuvor in Tiefschlaf versetzt hatte. „Er sieht wirklich ganz nett aus, wenn er schläft.", versicherte sich der junge Indianer. „Und außerdem ist er jetzt ja viel ausgeschlafener als vorhin. Wird bestimmt nicht so schlimm werden."
Und mit diesen zu seiner eigenen Ermutigung gesprochenen Worten nahm er seinen Zauber von dem Magier.
Na, wird Joe seine kleinen Dummheiten überleben?
Wird Nenya eine Wolfs- oder eine Kojotenschamanin?
Und was hat es mit dem erwähnten Deal auf sich?
Vermutungen, Theorien, Fragen, Lob oder Kritik? Her damit!
