Hallo ihr Lieben, es hat doch etwas gedauert das Kapitel zu beenden. RL war sehr ablenkend. Hoffe euch gefällt es und naja viel Spaß beim lesen!
PS: Noch nicht beta gelesen, also nicht zu streng mit kleinen Fehlern sein ;)
Beltane 1. Mai
Ich lief schnell zu unserem Raum und durch den geheimen Eingang hinter dem Teppich. Neville und Tracey warteten schon auf mich. Na klar, wir waren ja auf dem Weg hier her. „Anna, was war denn los?", rief Neville, sprang auf und lief auf mich zu. Ich schüttelte den Kopf und murmelte: „Nichts. Prof. Flitwick wollte nur etwas mit mir besprechen. Keine Sorge!" Tracey sah mich und Neville neugierig an. Ich sah sie fragend an. Sie lächelte wissend und fragte dann verschmitzt: „Wusstest du was von dem Drachen?" Ich sah sie leicht geschockt an, Neville drehte sich abrupt zu ihr um und rief aus: „Drache?!" Ich will die beiden nicht belügen! Also was mach ich jetzt?... Ich glaub ihnen sollte ich die Wahrheit sagen. Sie sind schließlich meine besten Freunde! „Anna, was ist los?" Ich seufzte und gestikulierte zu den Sesseln. „Setzt euch!" Die beiden taten, wie ihnen geheißen war, und sahen mich gespannt an. Ich nahm tief Luft und begann zu erzählen: „Okay, was ich euch jetzt erzähle, darf diesen Raum nicht verlassen, sonst könnte ich, die anderen drei plus noch ein paar Andere in große Schwierigkeiten geraten." „Also ist das Gerücht mit dem Drachen echt wahr?", unterbrach mich Tracey ungläubig. Ich sah sie leicht genervt an, aber nickte bestätigend.
„Ja, es gab einen Drachen, einen kleinen. Hagrid hatte ihn als Ei. Er oder sie ist geschlüpft und ist immer größer geworden. Das hätte nicht mehr lange gut gehen können. Also haben Harry, Hermine, Ron und ich einen Plan geschmiedet um ihn hier raus zu schaffen. Hagrid hätte sonst nach Askaban gehen müssen." Die anderen nickten verständig. „Es tut mir leid, dass ich euch nichts gesagt habe, aber wir hatten Verschwiegenheit versprochen." Neville legte seinen Arm um meine Schulter und meinte: „Kann ich verstehen. Sie sind auch deine Freunde. Ich kann mir vorstellen, wie kompliziert das ist. Deine Freunde in Gryffindor, Ravenclaw und uns. Es ist okay, dass du bestimmte Geheimnisse für dich behältst. Aber du sollst wissen, dass wir immer für dich da sind." Ich lächelte ihn an.
Neville ist wirklich ein toller Freund, eigentlich mein bester Freund. Er ist loyal, freundlich und ja auch tapfer. Ich sagte: „Danke Neville, du bist mein bester Freund!" Neville wurde leicht rot, nickte dann leicht. Tracey räusperte sich leise und ich sah zu ihr und meinte lachend: „Und du meine beste Freundin, Tracey!" „Danke, dass weiß ich, denn du bist auch meine. Wollen wir jetzt das Beltane Fest besprechen?!" „Ja, klar!", antwortete Neville. Beltane, das große Sommerfest. Ein tolles Festmahl wird in der großen Halle aufgetischt. Noch ein kleines Detail, das nicht in den Büchern erzählt wurde. Logisch, ist für die Geschichte nicht so wichtig.
Wir setzten uns auf die Sessel und begannen alles für das kommende Ereignis zu organisieren. „Okay, das Schwierigste wird sein, dass wir noch um Mitternacht im Tal sein müssen. Also werden wir wohl die ganze Nacht dort verbringen, denn ich habe nicht vor im Dunklen durch den Wald zu laufen und uns dabei gar zu verirren", fasste Tracey zusammen. Wir stimmten ihr zu. „Also für mich ist es kein Problem", sagte Neville und erklärte: „Ich werde mich einfach früher von der Party zurückziehen und die Vorhänge meines Bettes zuziehen; keiner der Jungs wird reinschauen. Sie werden denken, dass ich schon schlafe. Wir müssen nur morgens früh genug wieder zurück sein." Er kratzte sich nachdenklich am Kopf. Tracey nickte zustimmend. „Klingt nach einem gutem Plan. Ich mache es genauso. Vielleicht täusche ich Kopfschmerzen oder so was vor, dann wird Daphne nichts sagen, wenn ich mich früher schlafen lege." Die beiden sahen mich erwartungsvoll an und ich nickte. „Ja, so könnte es auch bei mir gehen. Allerdings kann ich nicht durch die Tür aus dem Gemeinschaftsraum verschwinden. Da würde mich jeder sehen, denn das Fest wird garantiert noch im Gemeinschaftsraum fortgesetzt. Ich muss alles schon vorher vorbereiten und gar nicht in den Turm zurückkehren."
Tracey und Neville nickten. „Was ist mit den Vertrauensschülern?" „Für den Fall präpariere ich am besten das Bett ein bisschen, sodass es so aussieht, als ob ich drin liege", überlegte ich laut. „Gute Idee. Das mache ich auch. Nur für den Fall", stimmte Tracey zu. „Okay, wir gehen also zum Festessen in die große Halle. Wir alle verschwinden ein wenig früher, aber nicht gleichzeitig, natürlich! Wo treffen wir uns denn am besten?", fasste Neville zusammen. „Ich würde sagen am Baumstumpf, oder?", fragend sah Tracey zu uns. Neville und ich nickten. „Gut, dann sollten wir alles was wir brauchen schon am Nachmittag dort hinschaffen. Decken, Kerzen, und nur für den Fall Wechselkleidung", sagte ich abschließend. Die anderen stimmten zu und den Rest des Nachmittages verbrachten wir mit Lernen und Hausaufgaben. Wie aufregend!
Eine Woche später war es Freitag und der 1. Mai; Beltane! Aber vorher hatten wir erst Unterricht. Nun ja, der Freitag ist bei uns Raben ja recht angenehm. Vormittags eine Stunde Kräuterkunde und nachmittags eine Stunde Theorie Astronomie. Schön entspannend ins Wochenende rein und die Studierstunde fällt heute auch noch aus, wegen dem Festessen heute Abend! Am besten schlafen ich etwas vor. Die Nacht wird sicher sehr lang und aufregend… Ich kam zum Frühstück runter, aß mit Emily, Lauren und Stephen und ging dann mit ihnen und Neville zu Kräuterkunde. Wir mussten eine Auswahl von Pflanzen benennen, katalogisieren und ihre Verwendungszweck aufschreiben. Ich arbeitete mit Neville und Lauren zusammen. Zwei Nerds in Kräuterkunde! Noch entspannender…
Zwischen dem Mittagessen und dem Nachmittagsunterricht mimte ich Kopfschmerzen vor und legte mich zu einem Nickerchen hin. Nach dem Astonomieunterricht setzte ich mich mit Tracey und Neville an den See und wir fragten uns gegenseitig in Geschichte ab. Wir müssen Binns loswerden! Und zwar schnell! Tracey sah auf den See und meinte leise: „Es wird bald Zeit für das Fest und dann ab ins Tal. Ich bin schon total gespannt." Neville blickte von seinem Buch auf und sagte zustimmend: „Ja ich auch!"
Das Fest in der großen Halle war toll und lecker. Die Hauselfen hatten sich mal wieder überboten mit Köstlichkeiten und kleinen Naschereien, aber ich spielte immer noch ein bisschen Unwohlsein vor und um kurz nach halb neun entschuldigte ich mich und meinte ich würde mich zurückziehen und hinlegen. Emily, Lauren und die anderen nickten verständig und wünschten mir eine gute Nacht. Okay Plan 1 hat schon mal funktioniert. Jetzt ab zum Treffpunkt. Neville und Tracey werden bald dort auftauchen.
Ich lief durch einen Korridor ohne Gemälde in einen Hinterhof und von dort über die Wiesen zum Wald hinüber. Nur zur Sicherheit benutzte ich kein Lumus um niemanden, der zufällig nach draußen sah, zu alarmieren. Ich wartete am Baumstumpf. Um kurz vor neun kam Tracey an und 10 Minuten später auch Neville. Er meinte: „Ich bin mit den anderen gegangen und hab mich dann abgeseilt. Das merkt sowieso kein Mensch in Gryffindor." Tracey und ich sahen uns an und zuckten nur mit den Schultern. Was sollen wir auch dazu sagen. Ich bin zwar mit Neville befreundet und er ist schon anders, als in den Büchern, aber in Gryffindor hat er trotzdem keine Freunde. Hermine und die Jungs sind ein Team. Seamus und Dean sind beste Freunde und oft zusammen durch die Switchspiele mit Ernie und seinen Freunden. Und Lavendar und Pavarti hängen dauernd mit Padma, Sue und Lisa ab; diese Quatschttanten. Dauernd nur Jungs, Mode und Jungs.
Wir liefen in den Wald und zum verborgenen Tal. Inzwischen kannten wir den Weg beinahe auswendig, allerdings sind wir ihn noch nie im absoluten dunkeln gegangen und nie so spät. Wir liefen nah beieinander und achteten auf jedes Geräusch. Tiger musste ja unbedingt schon den ganzen Tag dort verbringen und konnte uns nicht begleiten. Wir kamen an der Steinwand an und hörten plötzlich ein lautes Rascheln von der Seite. Wir traten näher zusammen und hoben abwehrend unsere Zauberstäbe. Das Rascheln wurde lauter und dann sprang plötzlich ein Schatten auf uns zu, aber von einer anderen Seite. Ich rief laut: „Protego" und was immer da angesprungen kam, prallte an dem leichten Schutz ab. Tracey und Neville leuchteten mit ihren Stäben in die Dunkelheit. „Aua", hörte ich eine bekannte Stimme maunzen und rief genervt: „Tiger, was soll das? Du hast uns zu Tode erschreckt!" „Wenn ich das getan hätte, müssten hier drei Leichen liegen, oder nicht?!", fragte dieser verschmitzt und trat ins Licht der Zauberstäbe. Ich rollte meine Augen und sah, die zweite Gestalt, die das Rascheln verursacht hatte. Es war Cory. Natürlich Cory und Tiger. Die zwei stellen immer nur Unfug an, wenn sie zusammen sind.
Tracey und Neville hatten sich nach meinem Ausruf etwas entspannt und Tracey beugte sich hinunter, nahm den kleinen Otter auf den Arm und streichelte ihn, dabei schimpfte sie leise in sein Ohr: „Kleiner Frechdachs! Man erschreckt andere nicht so, vor allem nicht seine Freunde. Und wir sind doch Freunde, oder nicht?!" „Jup, und es macht Spaß Freunde zu erschrecken!", schnüffelte der kleine Otter. Ich musste schmunzeln. Wenn Tracey ihn verstehen könnte, würde er nicht geknuddelt werden und sondern einen Klaps auf den Hinterkopf bekommen! Neville betrachtete die Szene auch, klatschte dann in die Hände und sagte: „Alle wieder beruhigt? Gut dann lasst uns gehen! Ich will zu diesem Fest und es ist bereits viertel vor zehn." Tracey stand auf, immer noch mit dem kleinen Otter auf dem Arm. Ich nahm Tiger auf den Arm und wir gingen durch das magische Steinwandtor.
Von der Plattform aus sahen wir hinunter in das dunkle Tal… fast dunkle Tal, denn am Versammlungsort flackerten Fackeln rund um den Platz. Wir kamen wenig später dort an. Alle möglichen Tiere und Wesen hatten sich bereits dort versammelt. Die Feuervögel flogen in Kreisen über den Platz und die Wassergeister tanzten zu der Musik des Saphirs in dem kleinen Fluss, der hier entlang floss. Die Nymphen und Blätterkobolde brachten Blumen und Kräutern und legten sie überall auf die Erde. Ich schnupperte und roch die verschiedenen Düfte. Es war fast berauschend. Neville lief zu einem der Kobolde hin und begann mit ihm zu reden. Wahrscheinlich über Kräuter… Tracey war in ein Gespräch mit einem Wolkengänger vertieft und Tiger spielte mit ein paar der kleinen Füchse, die vor ein paar Wochen geboren waren.
Ich stand am Rande des Platzes und betrachtete das alles still. Die Luft um mich herum war vibrierend. Ich bekam eine leichte Gänsehaut und rieb unbewusst über meinen Arm, als ich eine Stimme hinter mir hörte. „Guten Abend Kind, wie schön, dass ihr kommen konntet!" Ich drehte mich um und machte sofort einen Knicks. Vor mir stand Kalita mit zwei weiteren Schutzfeen. Ich begrüßte sie: „Guten Abend, eure Majestät! Und ich muss mich bedanken, für die Einladung." Kalita lächelte und zeigte mir an ihr zu folgen. Ich tat es und folgte ihr in die Mitte des Platzes. Dort standen ein paar der Anführer, der einzelnen Clans vom Tal. Eine fast durchsichtige Frau, ein Wassergeist, ihr Name war Merilia kam hinzu und begrüßte Kalita herzlich und sah dann mich. „Ah, die kleine Anna. Willkommen Kind!" Ich nickte höflich und knickste leicht. Wieso immer klein? Wie wärs mit jung, das klingt bei Meilen besser!
Ich hörte der Unterhaltung zu und beobachtete dabei weiterhin wie immer mehr Wesen auf den Platz kamen. Kleine junge Blätterkobolde und andere Tierkinder spielten mit den Kräutern und Blumen. Die Chamäleonotter spielten im Wasser und auf den Hügeln versammelten sich immer mehr Wesen und unterhielten sich. Ich sah auf die Uhr. Es war inzwischen elf Uhr nachts geworden. Tracey und Neville kamen zu mir und wir setzten uns auf den Hang einer der Hügel. „Spürt ihr das auch?", fragte Tracey leise und Neville nickte zustimmend, während ich ihr meine Gänsehaut zeigte, die immer wieder kam. Es fühlt sich so an, wie damals bei unserem Versprechen", meinte Neville und schloss die Augen. „Ihr spürt die Magie, die uns umgibt. An Tagen, wie diesen, ist sie ganz besonders stark und fühlbar", unterbrach eine glucksende Stimme unsere Unterhaltung. Ich sah auf und vor uns stand Merilia, die Anführerin der Wassergeister. „Ich habe so etwas nur gespürt an den großen Festtagen zu Mittsommer und dem Jultag", erklärte Tracey. „An diesen Tagen feiern viele Zauberer und Hexen gemeinsam, nicht wahr?", erkundigte sich Merilia. Tracey nickte.
Komisch, ich hab letzte Weihnachten nichts derartiges gespürt. Bevor ich meine Frage aussprechen konnte, warf Neville ein: „Das ist ein altes Ritual in unserer Welt, aber alle die nach Hogwarts gehen, können nicht daran teilnehmen, weil wir in der Schule sind. Dort feiern wir zwar auch, aber es ist anders." Merilia nickte und erklärte: „Ihr feiert in einer Halle und nicht draußen auf den Wiesen. In einem Gebäude, so stark es auch mit Magie erbaut wurde, kann die Magie niemals so fließen, wie im Freien. Auch unsere Bauten und Höhlen bilden da keine Ausnahme. Ihr spürt Magie, in Hogwarts, hier im Tal, im großen Schutzbaum der Feen, und auch unter Wasser, denn sie ist überall, aber auf einem so weiten und offenen Platz kann sie sich freier bewegen und alle, die hier sind, geben ein wenig dazu und so ist sie so fühlbar, wie gerade. Außerdem kommt der heutige Tag dazu. Heute gedenken wir der Magie und der Elemente des Lebens.
„Wir feiern den Sommer, dachte ich", warf ich etwas verwundert ein. Merilia nickte und lachte. „Ja wir feiern den Sommer und das Leben! Magie und die Elemente der Natur sind der Grund warum wir leben, also gedenken wir ihnen heute." „Macht Sinn", stimmte ich ihr zu. „Was genau passiert den gleich?", fragte Neville neugierig, der sah das vier Baumstümpfe auf dem Platz aufgebaut wurden. Tracey und ich sahen dort hinüber und konnten vier große Holzstümpfe sehen, auf denen jeweils etwas lag, aber wir waren zu weit fort um es genau zu erkennen. „Das sind die vier Altäre der Elemente Natur: Wasser, Feuer, Luft und Erde. Wir werden uns gleich um die Altäre verteilen, zu dessen Element wir gehören. Ihr, da ihr zu keinem speziell gehört, stellt euch mit den anderen, den Schutzfeen und Einhörnern, in die Mitte des Platzes." „Und dann? Was geschieht dann?", fragte Tracey neugierig. „Das werdet ihr sehen. Bald ist es soweit!", meinte Merilia lächelnd.
Ich bin so aufgeregt. Was passiert gleich? Neville und Tracey fühlten wohl genauso, denn sie beobachteten ebenso gespannt, wie ich den Aufbau der Altäre. „Gibt es so ein Ritual nicht bei den Festen zu Mittsommer oder dem Julfest? Außerhalb von Hogwarts?" Die beiden schüttelten ihre Köpfe. „Nein, es gibt Essen, Musik und Tanz! Alle amüsieren sich, haben Spaß miteinander und feiern bis spät in den Morgen. Aber keine Rituale in dieser Art!" Ich nickte dankend. „Ich habe irgendwie das Gefühl, das gleich etwas Besonderes passiert." Wieder zog ein Schauer über meine Haut. Kalita trat in die Mitte des Platzes und rief laut aus: „Willkommen alle zusammen. Ich begrüße euch zu unserem Fest zum Gedenken und Danken der Elemente der Natur und Magie. Bitte kommt und nehmt eure Plätze ein."
Ein lautes Getuschel und Getrappel entstand, als alle auf den Platz kamen und sich hinter und um die Altäre aufstellten. Neville, Tracey und ich stellten uns zu den Schutzfeen und Einhörnern in die Mitte. Es wurde still und alle schienen auf etwas zu warten. Kalita sprach wieder: „Bitte senkt eure Häupter und gedenkt dem Leben, derer die gegangen sind und derer, die nicht bei uns sind und derer, die neben euch stehen." Alle senkten ihre Köpfe, wie zu einem Gebet. Es war ganz still. Ich senkte auch meinen Kopf und schloss meine Augen. Ich dachte an meine Eltern, mein früheres Leben, meine alten Freunde, meine neuen Freunde: Neville, Tracey, Emily, Lauren, Stephen, Harry, Ron, Hermine und meine Mitschüler. Ich hörte dann wieder Kalitas Stimme, die die Macht des Wassers, der Luft, des Feuers und der Erde anrief. Mit jedem Ruf, hatte ich das Gefühl, als ob eine weitere unsichtbare Macht um mich herumschwirrte. Ich spürte den Wind um mich herum wehen, Wasser über meine Beine und Arme fließen, roch die Blumen und Kräuter, hörte die Bäume und Sträucher rascheln und die Wärme des Feuers um mich herum wehen.
Unsicher öffnete ich meine Augen und musste scharf Luft holen. Um uns herum flogen Schwaden, Spiralen und Bänder aus allen Farben des Regenbogens, durchsichtig und schimmernd zugleich. Um den vier Altären war das Farbspiel aufgeteilt. Beim Altar des Wassers umhüllten Blaugrüntöne die Wassergeister, Chamäleonotter und sämtliche andere Amphibien, die sich angefunden hatten. Um den Altar des Feuers waren die Farben mehr Rotorange. Der Altar der Erde war komplett in Grüntönen getaucht und der des Windes in hellen gelben Farben. Drum herum vermischten sich diese Farben und umspielten einander und alle die in diesem Farbenspiel stehenden Wesen. Tracey, Neville und ich sahen einander an und uns fehlten die Worte. Wir genossen die ganzen verschiedenen Gefühle, die uns erfüllten.
Dann geschah etwas Unglaubliches. Ich hatte das Gefühl, als ob mich jemand unsichtbar an die Hand nahm und in eine Richtung zog. Erst versuchte ich mich dagegen zu wehren, aber etwas in mir wollte der Macht folgen und so trennte die Schwaden, Wirbel und Schleier mich von Tracey und Neville und führten mich zum Altar des Wassers. Ich konnte die anderen zwei nicht mehr sehen und machte mir Sorgen. Aber dann legte sich eine kühle sanfte Hand auf meine Schulter und ich blickte in die beruhigenden Augen von Merilia. Sie nickte mir zu und ich entspannte mich. Was immer hier los ist. Es ist alles in Ordnung! Ich habe das Gefühl in den Tiefen des Ozeans zu sein, mitten im Wasser! Es fühlt sich gut an. So wie früher, wenn ich schnorchelnd in unserem Pool geschwommen bin. Als ob ich…. Zu Hause wäre.
Das Farbenspiel endete langsam und zurück blieb eine große Gemeinschaft von Wesen, die noch einen Augenblick ruhig dastanden um das Gefühl der Verbundenheit noch ein wenig nachklingen zu lassen. Ich sah Neville bei den Blätterkobolden stehen und Tracey stand mit den Feuervögeln zusammen. Ich blickte den beiden kurz in die Augen und sah die gleiche Frage auf ihren Gesichtern stehen, die ich mir selbst auch stellte. Was im Namen von Merlin ist gerade passiert?
Einige der Wesen begannen um mich herum zu tuscheln und auf mich, Tracey und Neville zu zeigen. Ich machte mich etwas kleiner und trat näher an Merilia heran. Das gefällt mir nicht. Was ist los? Ich hörte das Gemurmel von ein paar Wassergeistern hinter mir: „Was macht sie bei uns? Sie ist kein Wesen des Wassers. Sie ist doch nur ein Hexenkind!" „Ja, du hast recht und schau, der Junge und das andere Mädchen. Sie sind auch auserwählt!" „Was hat das zu bedeuten? Sie sind doch keine von uns!" Ermutigend! Echt total ermutigend. Danke! Merlin was ist los?
Kalita erhob etwas die Stimme: „Nun es scheint, als ob ein paar unter uns einem neuen Element angehören. Herzlichen Glückwunsch, ihr drei! Nun lasst uns feiern! Musik!" Der Saphir und auch andere Feen und Kobolde begannen Musik zu spielen und nach und nach fanden sich welche in Paaren oder kleinen Gruppen um zur Musik zu tanzen. Es gab immer noch erstaunte und verwunderte Blicke hier und da, aber die meisten wendeten sich den Festivitäten zu. Neville, Tracey und ich liefen wieder in die Mitte und warteten darauf, dass Kalita oder einer der anderen zu uns kam um zu erklären, was passiert ist. Wir mussten nicht lange warten, da kam Kalita zusammen mit Merilia, einem Feuervogel und dem Saphir auf uns zu.
„Ihr habt sicher Fragen! Kommt!" Sie führte uns zu ihrem Thron und setzte sich. „Ihr drei seid je einem Element zugeteilt worden. Ich wusste nicht, dass so etwas passieren würde, es ist recht selten." Neville drehte sich zu mir und Tracey um und fragte dann leise: „Einem Element zugeordnet? Was bedeutet das?" Der Saphir trat vor, räusperte sich und meinte: „Es bedeutet, dass ihr irgendwann in der Lage sein werdet euer Element zu kontrollieren. Wir können Blumen und Bäume zum Gedeihen bringen, können Gräben entstehen lassen oder auch schließen. Merilia und ihr Volk können das Wasser kontrollieren, nicht nur Wellen, sondern auch die Wolken, und Grom kann überall und immer Feuer herbeischwören und dieses dann kontrollieren!"
Wow, Moment mal! Zurück spulen und Stopptaste! Heißt das ich werde wie in den Geschichten von Triton und Poseidon, Fluten herbeirufen können? Tracey war die erste, die sich einigermaßen gefangen hatte und fragte ungläubig: „Wir werden Elementarmagie lernen können?" Kalita nickte: „Ja, im Groben gesagt. Da hängt noch viel mehr dahinter dran, aber das werden euch eure Mentoren", sie gestikulierte zu Merilia, Grom und Nyrom, dem Saphir „genauer erklären." Wir sahen uns an und Neville fing an zu grinsen. Ich sah ihn fragend an: „Was?" „Das ist so cool. Meine Gran, wird mir das nie glauben! Ich, ihr tollpatschige Enkel wird irgendwann die Erde kontrollieren können. Ich werde die besten und seltensten Kräuter und Pflanzen züchten." „Du warst schon immer in Kräuterkunde. Dein Element passt, aber wieso bin ich im Element Feuer?", warf Tracey ein und fügte zu Grom hinzu „nicht das es uncool ist! Aber ich verstehe es nicht."
Kalita und Merilia sahen mich erwartungsvoll an. Ich zuckte mit den Schultern und meinte ruhig: „Ich fühlte mich im Wasser schon immer wohl. Bin schon immer gern geschwommen und mein Lieblingsferienort ist der Strand und damit das Meer." Merilia nickte wissend. Grom sah Tracey fragend an und meinte: „Hast du dich in Gegenwart von Feuer jemals unwohl gefühlt? Welche Jahreszeit gefällt dir am besten?" „Der Sommer und nein. Natürlich nicht, in unserem Leben ist überall Feuer: Kerzen, Laternen, Kamine." Grom lächelte leicht. „Ich werde dich lehren das Feuer zu kontrollieren. Aber eines ist ganz wichtig und die oberste Regel!" Wir sahen ihn erwartungsvoll an. Merilia führte seinen Ansatz fort: „Ihr dürft nur hier im Tal zunächst diese Art der Magie praktizieren, nicht in der Schule. Das wäre viel zu gefährlich, denn" Nyrom beendete den Satz: „wenn diese Magie außer Kontrolle gerät, kann nur jemand der dieses Element kontrollieren kann sie beenden. Kein Zauber aus einem Zauberstab kann die Magie beenden."
Ich sah Neville und Tracey an und die nickten. „Wir verstehen!" „Gut, aber euer Training beginnt nicht heute Abend. Heute wollen wir feiern. Tanzt, lacht und habt eine gute Zeit!", entließ Kalita uns. Tracey und ich knicksten und Neville verbeugte sich respektvoll. Neville und Tracey gingen zu einen der Baumstämmen auf denen Früchte und Honig als kleine Naschereien lagen. Ich suchte Tiger und nahm ihn auf den Arm. „Mann, Tiger! Das ist heute eine Nacht!" Tiger kuschelte sich in meinen Arm und schnurrte leise: „Scheint als ob ihr bald noch öfter hier sein werdet." Ich nickte: „Ja mit Sicherheit! Ich frage mich nur wie lange das gut gehen wird?" „Wie lange was gut gehen wird?", fragte mich Neville und ich drehte mich zu meinen Freunden um, die eine Auswahl vom Buffettstamm mitgebracht haben. Ich nahm mir ein paar Trauben, während die zwei sich zu mir ins Gras setzten.
„Wie lange niemand in Hogwarts mitbekommt, was wir hier treiben", antwortete ich ihm. Neville nickte verständig, aber Tracey schüttelte den Kopf und meinte: „Das wird noch lange dauern. Keiner achtet wirklich auf mich und solange meine Noten gut sind, wird sich Snape nicht regen. Er ist zwar aufmerksam, aber er kontrolliert uns nicht auf Schritt und Tritt." Neville überlegte und meinte dann: „Das gleiche bei mir. In Gryffindor achtet niemand, wo wer ist und die McGonogall hat genug mit ihren vielen Pflichten zu tun. Ich falle da einfach durch die Maschen." Ich seufzte. Das klingt zwar positiv, kann aber negativ aufgefasst werden. „Und bei mir denken die meisten, das ich dann bei anderen Freunden bin, oder beim Switschball oder im Musikflügel. Ich tanze auf zu vielen Hochzeiten, als das jemand aufpassen kann wo ich wann bin." Tracey lachte auf: „Das stimmt. Gäbe es Tiger nicht und unseren Raum, wüsste ich nicht, wo ich mit dem suchen anfangen sollte." Neville nickte zustimmend. Ich wurde leicht rot und schmunzelte.
„Wollen wir tanzen?", fragte Tracey hibbelig. Diesmal musste ich lachen und sprang auf. „Na klar! Neville?" Neville wurde rot und murmelte: „Ich kann nicht tanzen." Tracey verdrehte ihre Augen und meinte: „Hier gibt es keine Standardtänze. Komm schon!" Tracey und ich sahen uns an, grinsten, griffen gleichzeitig seine Arme, zogen ihn hoch und fingen an zu der Musik der Nymphen zu tanzen. Wir tanzten stundenlang. Irgendwann wurden wir müde und legten uns einfach ins Graß und schliefen bis zum nächsten Morgen. Tiger hatte es sich auf meinem Bauch gemütlich gemacht und schnurrte glücklich.
In den frühen Morgenstunden schlichen wir uns zurück nach Hogwarts und in unseren Raum, wo wir auf den Beginn des Frühstücks warteten. Als die ersten Schüler durch die Schule liefen, trennten wir uns und gingen in unsere Schlafsäle. Ich öffnete leise meine Tür und sah, das Lauren und Emily noch immer friedlich schliefen und schlich mit Tiger zu meinem Bett, öffnete die Vorhänge und ordnete mein Bett. Dann nahm ich meine Waschtasche und lief ins Badezimmer um mich unter die heiße Dusche zu stellen. Als ich 30 Minuten später wieder in mein Zimmer kam, war Emily bereits wach und blickte mich überrascht an. „Guten Morgen Anna! Geht es dir heute besser?", fragte sie freundlich. Ich nickte und sagte: „Ja, danke. Mir geht es gut. Wie war gestern noch die Feier?" Emily begann zu erzählen und währenddessen öffnete auch Lauren verschlafen die Augen und setzte sich auf.
Als wir alle angezogen waren, gingen wir hinunter in die große Halle zum Frühstück. Ich sah Neville, der sich mit Hermine unterhielt und Tracey, die bei Daphne und Theo saß und offensichtlich eine gute Zeit hatte. Sehr gut! Unser nächtlicher Ausflug ist niemandem aufgefallen. Ich nahm mir eine Schüssel Müsli und Obst und begann zu essen, während ich Emilys und Stephens Diskussion mit halben Ohr zuhörte.
Hoffe es hat euch gefallen. Kommis bitte unten rechts ;)
Lg Mel
