Endlich! Es hat nach stundenlangem Probieren geklappt... Ich kann euch das neue Kapitel präsentieren! Hoffentlich hat es sich wenigstens gelohnt... Vielen Dank für die vielen Reviews! Ich war ganz sprachlos! Aber jetzt habt ihr meinen Anspruch ziemlich hochgeschraubt... Ich will jetzt immer so viele haben. Schafft ihr das? Vielen Dank auch an ranko9000, Nena, TiniSnape und Julia, denen ich leider nicht antworten konnte. Ihr habt ja alle Recht... Der Kitzelfluch war keine gute Idee, obwohl er anscheinend Früchte getragen hat g
So... lange genug gelabert. Ich hoffe ihr schreibt mir eure Meinung!
Kapitel 20 – Rückfall
Sie kam einen weiteren Schritt näher. Fast berührte ihre Nase sein Kinn.
"Nein, es war die Seele."
Severus sah sie an. Sah ihr tief in die Augen.
„Ist das dein Ernst?"
Sie nickte. Die Nervosität war ihr anzusehen, sie reckte ihr Kinn, hauchte ihm einen zarten Kuss auf seine Lippen, schloss kurz genüsslich die Augen.
„Ja, das ist es. Ich wollte es schon so lange, doch ich hatte Angst vor der Zurückweisung. Ich fühle mich das erste Mal seit 10 Jahren zu jemanden hingezogen, wie hätte ich mit Zurückweisung leben können?"
Severus zog scharf Luft ein. Und wieder meldete sich sein Gewissen. Er war Schuld, dass sie kein Leben hatte, bisher. Und nun? Nun verliebte sie sich ausgerechnet in ihn. War sie überhaupt verliebt? Er wollte es so gern wissen und doch sprach er es nicht an.
Stattdessen platzierte er viele kleine Küsse auf ihrem Gesicht, sah sie lächeln.
„Die letzte Nacht..."
„... war unglaublich.", beendete sie den Satz lächelnd.
„Das waren die Drogen."
„Das waren nicht die Drogen. Du warst unglaublich.", hauchte sie zärtlich.
Er schluckte.
„Glaub mir, das hatte mit mir nichts zu tun."
„Dann beweis es mir."
„Wie, ich soll es dir beweisen?
Sie lächelte.
„Beweis mir, dass du mich diese Nacht nicht glücklich machen kannst."
Er war sprachlos. Das war eine Wette, und was für eine! Entweder er verlor, oder beide taten es irgendwie.
„Oder willst du es gar nicht?", fragte sie sogleich verunsichert.
Statt einer Antwort fuhr er mit dem Küssen fort, platzierte kleine Küsse auf Nase, Stirn, Wangen. Sah ihr tief in die Augen, eroberte ihre Lippen, kostete ihren Geschmack. Seine Hand fuhr duch ihr weiches Haar, die andere glitt zärtlich ihren Rücken entlang. Ihr leises Stöhnen ließ ihn erkennen, wo sie sich befanden. Auch wenn er Edward nicht zutrauen würde, sie zu stören, war dessen Büro kein Ort für ein Stell-Dich-Ein. Er unterbrach sein Tun. Hermines enttäuschtes Schnurren ließ ihn innerlich schmunzeln.
„Ich glaube nicht, dass wir das hier tun sollten.", raunte er ihr zu.
Sofort änderte sich ihr Gesichtsausdruck, wurde enttäuscht, fast ängstlich.
„Ich verstehe.", sie löste sich von ihm, mied seinen Blick.
Sie wandte sich ab, zu groß war die Pein, sich ihm an den Hals geworfen zu haben. Sie wollte nur noch weg von ihm, zog sich ihrem Umhang enger um die Schultern, wollte aus der Tür gehen.
Sie warf einen letzten Blick auf ihn, sein belustigtes Grinsen gab ihr den Rest. Er schien sich über sie lustig zu machen.
Hastig öffnete sie die Tür, wollte bereits raus rennen, als sie, sanft aber bestimmt, festgehalten wurde.
„Was ist denn noch? Hast du mich noch nicht genug gedemütigt?" fragte sie trotzig, sah ihn jedoch nicht an, zu groß die Scham, sollte er das verräterische Glitzern in ihren Augen sehen.
Doch es schien ihn nicht zu interessieren, was sie wollte. Sein Zeigefinger glitt unter ihr Kinn, hob es sanft hoch, damit sie ihn ansehen konnte. Gedemütigt schloss sie die Augen. Es war zu viel. Sie konnte ihn keine Sekunde länger ertragen, wollte sich von ihm lösen, doch er hielt sie nur umso stärker fest. Panik kam in ihr hoch, sie begann unkontrolliert zu Zittern. Tränen bahnten sich ihren Weg, ließen sich nicht mehr unterdrücken.
„Bitte" flüsterte sie. „Lass mich."
Severus bemerkte die Panik, ließ sie sofort los. Das hatte er nicht gewollt. Sie drehte sich um, wollte schon aus dem Büro rennen, als sie seine leise Stimme vernahm.
„Geh nicht. Bitte." Das letzte Wort war nur geflüstert.
Sie wusste nicht, was sie zum Bleiben veranlasste, und doch stand sie, mit dem Rücken zu ihn im Türrahmen, drehte sich nicht um, lief aber auch nicht weiter.
„Warum?"
Ihrer Stimme war anzuhören, dass sie noch immer weinte. Doch auch in seinen Worten waren Tränen.
„Das habe ich nicht gewollt."
Sie drehte sich nun doch um.
„Was hast du nicht gewollt?"
„Ich wollte dir niemals mehr Angst machen."
Sie sah ihn an, lange, schweigend. Was hätte sie darauf antworten können? Dass sie trotz allem Angst hatte, gar Panik verspürte? Das hätte es nicht besser gemacht.
Er stand mitten im Raum, sah sie an. Traurig, resigniert. Als hätte er etwas verloren. Sie verstand es nicht. Er wollte sie doch gar nicht.
Er kam näher, stellte sich vor sie, hob erneut ihr Kinn an. Lange sah er in ihre Augen.
„Es tut mir leid." Seine Stimme war nur ein Flüstern, seine Augen zeigten eine Wärme, die sie erschaudern ließ. Ein zaghaftes Lächeln umspielte ihre Lippen, ihre Augen waren nur noch auf ihn gerichtet. Sie schluckte hart, stellte sich der Wahrheit.
„Du hättest mir nur sagen brauchen, dass du mich nicht willst. Aber ich kenne den Unterschied von harmlosen Flirten und Zuneigung noch nicht. Ich habe es verlernt. Es war mein Fehler."
Severus seufzte.
„Ich habe nie behauptet, dich nicht zu wollen. Ich habe gesagt, dass wir das hier nicht tun sollten. Weil das Büro meines Onkels nicht der rechte Ort für die Aktivitäten ist, die ich mit dir vorhatte."
Ein bitteres Lachen war von ihr zu hören. Dir ganze Situation nur wegen ihrer Unsicherheit. Sie sah auf, versank in seinen Augen, wollte ihn nur noch küssen, vergessen, was gerade geschehen war. Ihr Gesicht näherte sich dem seinigen, ihre Hände legten sich vorsichtig auf seine Wangen, streichelten seine Haut, ihre Augen ließen seine nicht los, als ihr Lippen zart auf seinen ankamen. Vorsichtig öffneten ihre Lippen sich, ihre kleine Zunge fuhr langsam die Konturen entlang, ihre rechte Hand vergrub sich in seinem Haar. Die linke streichelte weiterhin seine weiche Haut.
Ein leises Seufzen entfuhr ihm. So gerne wollte er nachgeben, versinken in diesen so zärtlichen Kuss. Er konnte sich nicht erinnern, je von jemandem solche Zuneigung erfahren zu haben. Und doch würde zu viel ungesagt bleiben, wenn er jetzt nachgab. Und so unterbrach er, diesen so sanften Kuss.
„Wir sollten Reden." Wieder war seine Stimme nur ein Flüstern.
„Du hast Recht." Sie klang resigniert, trat einen Schritt zurück und beobachtete, scheinbar völlig interessiert, den Boden.
„Aber nicht hier. Wir sollten in mein Zimmer gehen."
Er sah ihr Nicken und ging an ihr vorbei, zeigte ihr den Weg zu seinen Räumen. Hermine sah ihn wieder nicht an, dachte, sie hätte erneut etwas falsch gemacht. Doch hatte sie ihn nicht seufzen hören? Ein kleiner Hoffnungsschimmer blieb. Doch wie lange?
In seinen Räumen angekommen, bestellte Severus erst einmal Kaffee für beide. Die Hauselfen brachten diesen mit einer großen Auswahl an Knabbereien. Er reichte ihr einen großen Becher des heißen Gebräus. Langsam trank sie ihr Lieblingsgetränk, sah ihn nicht an, schwieg. Auch er hatte seit dem Eintreffen in seinen Räumen kein Wort gesagt. Doch es musste noch so viel gesagt werden. Und so begann er, nach endlosen Minuten.
„Du bist nicht mehr in Therapie, oder?"
Sie schüttelte den Kopf, starrte weiter in ihre Kaffeetasse.
„Warum nicht?"
Sie holte tief Luft.
„Seit meinem Zusammenbruch habe ich keine Therapie mehr besucht.", murmelte sie ertappt. Sie hatte gehofft, dass es niemand bemerken würde, und wenn, dass niemand mehr etwas darüber erwähnen würde. Es ging ihr doch wieder gut, oder? Nein, ging es ihr nicht. Die heutige Nacht war der beste Beweiß dafür. Doch einsehen wollte sie es dennoch nicht. Zu einfach war es, die Augen vor dem Offensichtlichen zu verschließen.
„Niemand kann dich zwingen. Doch spätestens seit heute musst auch du einsehen, dass es notwendig ist."
Sein Blick war eindringlich, machte sie nervös.
„Klar weiß ich es. Aber ich habe einfach nicht die Nerven dazu. Ich will das ganze einfach nur vergessen.", murmelte sie.
„Dazu musst du es erst verarbeiten können. Und bisher konntest du es nicht…"
Er setzte sich neben sie auf das Sofa, nahm ihre Hände in seine, sah ihr tief in die Augen.
„… Ich weiß, wie es ist, wenn man sich nicht eingestehen will, dass man Hilfe braucht. Ich bin das beste Beispiel eines überaus schlechten Patienten."
Hermine musste trotz des Ernstes schmunzeln.
„Doch wenn du nicht möchtest, dass man dich dein Leben lang mit „Samthandschuhen" anfasst, dann musst du etwas tun."
„Ich will keine Samthandschuhe", knurrte sie ungehalten. „Ich will endlich wieder leben, ohne Wenn und Aber. Ich will keine Angst mehr haben, und ich will endlich wieder Nähe zulassen können."
Sie war bereits aufgestanden, lief wie ein eingesperrtes Raubtier durch den Raum, gestikulierte wild mit den Armen.
Severus schluckte. Wie gern wäre er derjenige, der ihre Nähe genoss, doch war er nicht genau der Falsche dafür? Er war es doch, der ihr erst diese Angst eingebracht hatte. Wieder Panik in ihr verursacht hatte. Es war wohl besser, wenn er Abstand von ihr nahm. Er stand auf, immer bedacht, so viel Abstand wie möglich zu ihr zu halten, ging zur Tür, sah sie nicht mehr an.
„Ich werde mich um ein Zimmer für dich kümmern.", sagte er leise, bevor er ging.
Er ließ eine verwirrte und unendlich traurige Hexe zurück, die wieder einmal nicht wusste, was sie falsch gemacht hatte. Hatte sie das überhaupt?
-TBC-
Eine gemeine Stelle um aufzuhören, dass weiß ich. Ich hoffe ihr hinterlasst mir trotzdem ein Review.
