Hey, Leute, ich hab' schon mehr als 60 Reviews! Toll, danke!
Korksie: Ich mach auch weiter, keine Sorge! ;-)
Dax: da hab' ich ehrlich gesagt nicht dran gedacht... O.o
silvertrust: Jau, Snape auf 'ner Regenbogenmine, das wär wirklich ein Anblick... aber, ich denke, du wirst noch merken, dass ich Snape nicht wirklich verabscheue... Sorry, wenn ich dich da enttäusche, aber ich hoffe du liest trotzdem weiter... grins... (achja, wie nennt sich denn 'deine Sprache' (scherzhaft gemeint)?)
Und jetzt ab in medias res:
Kapitel 21: Putzkolonne
Sie beschlossen (Oder eher: Hermine bestimmte) dass sie sich zuerst um die Fenster zu kümmern, damit wieder etwas Licht in den Raum fiel. Also holten sie sich mehrere Eimer Putzwasser, Kratzer, Schwämme, Lappen, Putzmittel, Scheuermilch und was sie sonst noch alles brauchten. Dann mühten sie sich damit ab, zuerst die verklebten Fenster zu öffnen.
Das dauerte eine ganze Weile und als sie zumindest damit fertig waren, quoll plötzlich unter der Verbindungstür zum anderen Teil der Bibliothek dichter graubrauner Qualm hindurch.
Die Tür wurde aufgerissen und Bill kam hustend und keuchend herausgestürzt, mit einer Qualmwolke, die ihm wie ein kleines Hündchen nachjagte. Er stieß Ron, der am Fenster stand zur Seite und hängte sich, vergeblich nach Luft schnappend hinaus. Sofort wurde er von einer erstickenden undurchsichtigen Wolke eingehüllt.
Snape eilte Bill nach, schimpfend und fluchend und zerblies den Fluch, der auf Bill lag.
„Weasley!", bellte er wütend. „Warum zum Teufel tun sie nie was man ihnen sagt? Bei Büchern können sie nicht mit einem läppischen Analysis daherkommen! Wenn sie nicht mit dem Oculus Astralis umgehen können, dann haben sie in einer verfluchten Bibliothek nichts zu suchen! Ist ihnen das endlich klar? Und jetzt verschwinden sie zu Green und ihren Fallen."
Wütend wirbelte er wieder herum, stürmte in das andere Zimmer zurück und schmetterte die Tür hinter sich zu. Sie prallte zurück und blieb, einen geheimnisvollen dunklen Spalt offenbarend, etwa 10 cm offen stehen.
Hustend stand Bill am Fenster. Tränen rannen aus seinen gasgereizten Augen. „Oh, Mann. Da will man ein bisschen helfen und dann so was!", murrte er, als er sich das Gesicht abwischte.
„Bill, ist alles klar?", fragte Ron vorsichtig.
„Ja", nickte er ungeduldig. „Verflixt. Ich war bei den Fluchbrechern der Klassenbeste, aber Bücherflüche sind immer so verdammt hinterlistig."
Wieder zu Atem gekommen schüttelte er sich. „Ich denke, ich leiste Darius ein wenig Gesellschaft", verabschiedete er sich und verlies fluchtartig die Bücherei.
Harry schaute Bill nach. Dann wanderte sein Blick in die Richtung in die Snape verschwunden war. Er bemerkte, dass die Tür etwas offen stand. Aus der Entfernung konnte er nicht erkennen was sich dahinter verbarg. Der Spalt störte ihn, schien ihn zu beobachten. Harry mochte es nicht, beobachtet zu werden, also ging er hinüber und wollte die Tür schließen. Nach der Klinke greifend, warf er einen kurzen Blick hindurch. Harry blinzelte und drehte den Kopf um besser hindurchspähen zu können.
Snape stand, ihm die Seite zugewandt an einem Tisch und fertigte gerade ein Buch mit wenigen knappen Zauberstabbewegungen ab. Er hob das Buch auf und strich gedankenverloren, fast sanft über den Einband. Sein Gesicht trug einen bedrückten, bedauernden Gesichtsausdruck.
Dann schüttelte der Tränkemeister ärgerlich den Kopf, warf das Buch achtlos auf einen kleinen Stapel neben dem Tisch und schritt aus Harrys Gesichtsfeld hinaus. Das Buch rutschte von dem Stapel herunter und blieb schräg an ein anderes gelehnt liegen. Harry konnte deutlich ein ihm unbekanntes Wappen sehen, das auf den Einband eingeprägt war.
Lautlos schloss Harry die Tür, wohl wissend, dass ihn eine äußerst unangenehmen Standpauke drohte, wenn Snape ihn bemerkte. Als er das geschafft hatte, schüttelte er langsam den Kopf. Was hatte das da drin eben zu bedeuten? Hatte Snape tatsächlich so gewirkt, als ob ihm wehmütige Gedanken durch den Kopf gingen? Irgendwie konnte er sich nicht vorstellen, dass Snape irgendwelchen schönen Erinnerungen nachhing.
Harry drehte sich zu den anderen um und wollte zu Ron und Hermine hinübergehen, als seine Augen an einem Buch hängen blieben. Sah er richtig? Er zog es aus dem Haufen heraus und – tatsächlich – es trug dasselbe Wappen auf dem Einband, wie das Buch in dem anderen Raum.
„Harry?" fragte Hermine, als er das Buch aufschlug. Ron und das Mädchen tauchten rechts und links von ihm auf und blickten auf den alten Folianten hinab.
„Was ist daran so interessant?", wollte Ron wissen. Harry blätterte langsam weiter und bald schauten sich die drei Freunde verblüfft an.
„Das erklärt einiges", murmelte Harry entgeistert. Ron runzelte die Stirn und Hermine las halblaut aus dem Buch vor. „Jahrbuch von 1817 n.Chr. der Universität für die Künste der Zaubertränke, Artefakte und Geist zu Ulster... daher kennen sich Snape und Green mit Geistmagie aus."
„Und wie bist du auf dieses Buch gekommen, Harry?", wollte Ron wissen.
Harry berichtete schnell, was er gerade in dem anderen Zimmer gesehen hatte und Hermine nickte verstehend. Ron kratzte sich am Kopf. „Snape und ne schöne Erinnerung? Das hat ja Seltenheitswert. Worüber er wohl nachgedacht hat?"
Harry zuckte mit den Schultern. „Vielleicht an seine Studienzeit. Aber das spielt doch jetzt keine Rolle."
„Genau", stimmte ihm Hermine zu. „Ein Jahrbuch von Ulster hier und wie es scheint, eines im anderen Raum sagt mir zwei Dinge. Erstens muss ein Vorfahre von Sirius auf Ulster studiert haben. Wir haben also eine etwas größere Chance hier etwas über Geistmagie und die Zauberwege zu finden." Sie drehte sich um und ging zu den Fenstern zurück.
Ron warf Harry einen Blick zu und fragte dann: „Und zweitens?"
„Zweitens war die Bücherei schon vor Snapes Ankunft nicht geordnet. Es existiert wahrscheinlich auch keine Auflistung der Bücher", kam die Antwort.
Harry blinzelte kurz. Ein Gedanke formte sich. „Das heißt... es wird niemandem auffallen, wenn ein Buch fehlt, richtig?"
Die drei Freunde schauten sich aufgeregt an.
„Jaah...", hauchte Hermine. „Aber wir sollten uns sehr genau überlegen, welches wir mitnehmen. Oder überhaupt."
Harry schaute sich nachdenklich in dem mit leeren Regalen und Bücherhaufen vollgestopften Raum um.
Ron bückte sich und zog einen dicken Folianten aus dem Durcheinander. „Die hohe Philosophie der Nordmagier", las er den Titel vor. Ein anderes Buch hieß Das Einmaleins der Pflanzenkunde. Andere Titel waren von der Art wie: Restauration von verzaubertem Porzellan und Eigenschaften der Tränkezutaten Band 1: anorganische Reagenzien. Außerdem kamen Bücher zum Vorschein, die in Hogwarts wohl nicht einmal in der verbotenen Abteilung zu finden wären. Etwa Foltermethoden für den strebsamen Schwarzmagier. Eine Anleitung oder Beschwörung und Beherrschung von Dämonen. Genauso wie Gifte ohne Gegengifte und Handbuch für den Assassinen.
Harry schauderte als er sich diese Titel ansah. „Also, diese Art Buch werde ich ganz sicher nicht mitnehmen. Dass das klar ist."
Hermine schaute dem stöbernden Jungen kurz zu. „Wir sollten erst mal weiterputzen. So einfach herumzuwühlen bringt doch nichts."
Daraufhin machten sich die drei wieder über die Schmutzkruste der Fenster her. Unter leisem Gemurre und gelegentlichen Verwünschungen wurden Glasscheiben, Rahmen und Fensterbretter gereinigt. Als der Nachmittag halb vorbei war, waren wenigstens die Fenster sauber.
Die nächsten Tage verbrachten Harry, Hermine und Ron damit Bücherregale zu putzen, Bücher zu sortieren und Bücher einzuräumen. Die Zwillinge drückten sich von dieser Riesenaufgabe mit der Ausrede in ihrem Laden ewig viel zu tun zu haben und dass das alles unglaublich dringend war, und Ginny hätten sie als Helferin eingestellt. Ron beschwerte sich lautstark, als er das erfuhr.
Jaja, die Zwillinge, die ihre kleine Schwester vor dem schrecklichen Schicksal bewahren die nächsten Tage in einer völlig verdreckten Bibliothek zu schuften...grins
Tja, achja, Snape denkt in der Szene weiter oben wirklich an seine Studienzeit, aber das wird nicht weiter ausgewalzt, ich werde diese nicht weiter ausschmücken (glaube ich zumindest...)
Wer hat Vorschläge, welches Buch könnten Harry und seine drei Freunde wohl gut gebrauchen... (Ich hab mich zwar schon längst entschieden, aber ich würd' gerne hören, was ihr denkt...)
Bis nächste Woche
Thaia
