Also, bevor Beschwerden kommen: meine Halbvampire unterscheiden sich von Renesmee, das ist mir bewusst und auch so gewollt! Doch so bleibt die Spannung erhalten…
Ach, und ich habe extra noch mal im Buch nachgelesen, wie Edwards und Bellas liebes Töchterchen geschrieben wird ;)
Ich hoffe, ihr seid nicht zu enttäuscht von Edwards Reaktion… aber hey, es ist EDWARD!
Lied für dieses Kapitel… Danke meine liebe Andrea, du hast sofort nen Treffer gelandet… und wie du merkst bekehrst du mich so langsam
Muse… Hysteria
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Kap 20: Der Sturm beginnt
EPOV
Plötzlich steht ein fremder Mann sehr dicht neben Bella. Sie hat ihn scheinbar noch nicht wirklich bemerkt, sieht uns noch immer panisch an.
Ich mustere diesen Typen wütend, der tatsächlich so dreist ist und in diesem Moment seinen Arm um MEIN MÄDCHEN legt und uns konzentriert, aber ohne Furcht, mustert.
In mir brodelt es, als ich diese Geste sehe und meine Augen werfen Blitze in seine Richtung.
Er ist sehr groß, sogar größer als ich. Etwa so wie Emmett. Auch ist er sehr muskulös und recht breit gebaut, doch da kommt er nicht ganz mit Emmett mit. Mich oder Jasper übertrumpft er aber alle mal. Nicht dass ich mir deswegen Sorgen mache, denn schließlich kann kein Mensch mit einem Vampir konkurrieren.
Doch irgendwas ist anders an diesem Mann.
Obwohl ich ihn feindselig anfunkele, und mir sicher bin dass alles von meiner wahren Natur in diesem Blick zu sehen ist, da ich mich nicht einmal bemühe mich zu verstellen, knickt er kein bisschen ein. Wütend und mit knallhartem, abschätzendem Blick mustert er uns.
Erstaunt merke ich, dass ich keine seiner Gedanken hören kann. Sofort teile ich diese Erkenntnis meinen Geschwistern mit. Irritiert sehen wir uns an. OK, ich kann auch Bellas Gedanken nicht lesen, aber sie ist in all den Jahrzehnten die Erste. Dass es jetzt noch jemanden gibt, und dieser im Moment auch noch genau neben ihr steht, ist schon recht eigenartig. Doch wirklich verwirrend wird es erst nach Jaspers Satz:
„Und ich fühle nichts, keine einzige Emotion von ihm."
„Ich kann noch immer nichts sehen.", fügt Alice noch hinzu.
Jetzt lächelt er uns überheblich an, gerade so als hätte er jedes Wort verstanden. Was aber nicht geht, denn wir haben in Vampirgeschwindigkeit und sehr, sehr leise gesprochen.
„Aber er ist ein Mensch!", wirft Rosalie ein, nachdem sie noch mal prüfend die Luft eingeatmet hat.
Ja, sein Blut riecht nach Mensch, und sein Herzschlag ist deutlich zu hören.
Doch bevor wir weiter über ihn grübeln können, und ich mir überlege wie ich Bella von seiner Seite loseisen kann, reagiert diese.
Zu unserem Erstaunen ist alle Angst von ihr gewichen. Wütend wirft sie seinen Arm von ihrer Schulter, dreht sich schwungvoll zu ihm um und fährt ihn an:
„Was machst DU denn hier? Ich dachte ich war deutlich genug. ICH WILL DICH NICHT SEHEN, NICHT HÖREN UND ERST RECHT NICHT FÜHLEN!"
Es sieht fast lustig aus, wie dieses kleine Menschlein diesen riesigen Typen anfaucht.
„DAS IST MIR EGAL! Ahnst du überhaupt, wie es mir geht? Gott, ich habe keine Ahnung, was bei dir passiert, und doch weiß ich, dass es wichtig ist! Doch du ignorierst mich! Dein Telefon ist aus, nur diese dämliche Mailbox geht ran, du bist nicht zu Hause, und Charlie ist auch nicht erreichbar. Du weißt ganz genau, dass ich weiß, wie es dir geht. Und sag jetzt nicht, es geht dir gut! Ich bin weder blind noch doof und habe dich gerade komplett panisch vorgefunden!"
Er verschränkt die Arme vor der Brust und sieht sie wütend an.
„Das war nicht so, wie du denkst, ich hab mich da in was Idiotisches reingesteigert.", flehend sieht sie uns an. Sicher hofft sie, dass wir auf die Situation nicht weiter eingehen. Und das werden wir sicher nicht tun… jedenfalls nicht in absehbarer Zeit.
„Ach, und was war es dann bitteschön? Reingesteigert? Bella, diese fünf sind wirklich gefährlich, sie sind…", plötzlich bricht er ab.
OK, gefährlich sind wir, da liegt er richtig. Aber woher weiß er das nach dieser einen Situation? Und vor allem, was weiß er? Was weiß sie?
Diese ganze Situation breitet mir wirklich langsam Kopfschmerzen, mal abgesehen von diesem Brodeln in meinem Inneren, wenn ich die Zwei zusammen sehe.
„Was? Was sind sie, verdammt noch mal! Ich habe es satt! Ich habe es so satt mir ständig dieses Gesülze anzuhören.
‚Bella, du darfst es nicht wissen. Bella, es ist nur zu deinem Besten. Bella, es gibt noch gefährlicheres da draußen, wovon du nicht mal was ahnst. Bella, vertraue uns.…'
Ich will das nicht mehr! Ich will DICH nicht mehr! Ich ertrage es einfach nicht, OK? Es tut weh, verdammt, ihr schließt mich aus eurem Leben aus!", sie redet sich immer mehr in Rage, irgendwann fängt sie an mit ihren zierlichen Händen auf seine Brust einzutrommeln. Und dann bricht sie in Tränen aus. Schluchzend schlägt sie weiter auf ihn ein.
„Dein Kätzchen hat wirklich Feuer", kommt es amüsiert von Emmett. Mein wütender Blick zeigt ihm aber mehr als deutlich, dass dieser Kommentar gerade völlig unpassend war.
Langsam kann ich ihre Tränen nicht mehr ertragen, es waren schon zu viele für einen Tag! Selbst für mich ist die enorme emotionale Achterbahnfahrt fast zu viel, wie mag es diesem schwachen menschlichen Mädchen dann gehen?
Und wieso habe ich das Gefühl, schon wieder irgendwie an ihren Tränen Schuld zu sein?
Immer wieder hallt diese Frage in meinen Ohren: ‚Was sind sie?'
Bella weiß mehr, als sie sollte, doch scheinbar nicht die komplette Wahrheit. Aber dieser Mann scheint es zu wissen.
„Bella, komm, beruhige dich. Scht, mein Stern. Ich weiß doch, wie sehr es dir wehtut. So glaube doch, es tut mir auch verdammt weh. Scht, mein Stern, scht. Es tut mir leid, doch ich habe es versprochen. Ich kann nicht! Es tut mir Leid, mein Stern. So unsagbar Leid. Scht"
Er hält ihre Hände nicht fest, lässt sie weiter auf sich eintrommeln ohne mit der Wimper zu zucken. Doch er umarmt sie sanft, streicht ihr über den Rücken und über das Haar, hört nicht auf ihr sanft Entschuldigungen und diesen Kosenamen ins Ohr zu flüstern.
Es tut weh, die zwei zu sehen. Bella ist wirklich am Ende mit ihren Nerven, und doch scheint sie sehr viel für diesen Mann zu empfinden. Denn es ist in jeder Berührung, ob wütend oder besänftigend, zu erkennen, dass sie beide sich sehr viel bedeuten und sehr gut kennen. Auch wenn Bella im Moment wirklich wütend und enttäuscht ist.
Ist er gar ihr Freund?
Habe ich überhaupt eine Chance?
Ich könnte mich niemals in ihre Beziehung drängen, denn ein Mensch würde so viel besser zu ihr passen, als ein Vampir. Sie hat dieses bisschen Normalität verdient, wenn ihre Freunde schon Gestaltenwandler und Vampire sind.
Resignierend lasse ich meinen Kopf hängen. Ich ertrage den Anblick nicht länger, es tut unsagbar weh.
Ist es wirklich erst ein paar Stunden her, seit ich mir und meiner Familie eingestanden habe, dass ich sie liebe und es, trotz der wirklich schlechten Umstände, versuchen will sie für mich zu gewinnen?
Soll es das gewesen sein?
Ein paar flüchtige Berührungen, als brennende Erinnerung und Vorgeschmack auf das, was hätte sein können?
Wenn ich könnte, würden mir die Tränen in die Augen treten. Krampfhaft versuche ich den Kloß, der sich in meinem Hals bildet, zu ignorieren.
Ich drehe mich um, mache mich auf meinen traurigen Weg aus diesen Laden, fort aus Bellas Leben. Ich werde ihr Lehrer sein. Nicht mehr. Und doch werde ich immer für sie da sein und sie aus der Ferne beschützen.
Die tröstenden, mitfühlenden Gedanken meiner Geschwister blende ich aus, ich will sie im Moment nicht hören. Es würde die Hoffnungslosigkeit der Situation nur bestätigen.
Bella POV
Langsam beruhige ich mich wieder. Und dann wird mir bewusst, was ich hier tue.
Ich prügele wie eine Irre auf meinen Bruder ein, der mich einfach nur hält und gewähren lässt. So nebenbei manipuliert er natürlich meine Gefühle, war ja auch nicht anders zu erwarten. Und all das, vor den Augen der Cullens! Was sie wohl jetzt denken? Habe ich bereits zu viel gesagt?
Vorsichtig sehe ich zu ihnen… und was ich sehe, schockt mich.
Vier goldene Augenpaare sehen mich geschockt, verblüfft, verwirrt, und irgendwie bekümmert an. Doch das letzte, mir so wichtige Paar… ist nicht dabei.
Verwirrt sehe ich mich im Geschäft um, nur um zu bemerken wie Edward gerade aus der Tür verschwindet.
Ohne einen Blick.
Ohne eine Verabschiedung.
Er geht. Irgendwie habe ich das Gefühl, er verschwindet nicht nur aus diesem Laden.
Doch wieso? Habe ich zu viel verraten? Ja, ich weiß die Bemerkung war dumm und unbedacht, aber dass er deswegen geht?
Was soll ich jetzt tun? Aber irgendwas muss ich dich tun!
„MR CULLEN!", rufe ich ihm hinterher, zu irritiert von seinem Verhalten, ihn im Beisein meines Bruders beim Vornamen zu nennen.
Er dreht sich um, und sieht mich aus traurigen Augen an. Gott, was habe ich denn getan? Wieso ist er so niedergeschlagen? Seine gesamte Haltung ist eingefallen, mutlos. Fast schon schmerzhaft traurig klingt auch seine Stimme. Als hätte er etwas Wichtiges verloren.
„Miss Swan?"
„Ich, ähm, ich…", nun mach schon, du dummes Gehirn, lass dir was einfallen! Schnell! „Sehen wir uns morgen? Ich.. ich meine… ich wollte ja mit Alice an dem Referat arbeiten… Könnten Sie da eventuell helfen?"
Kurz huscht ein winziges Lächeln über seine Lippen und seine Augen funkeln amüsiert, dann setzt er eine Maske auf.
„Nun, ich denke es wäre recht eigenartig, wenn ich meiner Schwester und ihrer Freundin bei einem Referat helfe, dass ich dann später benoten werde, oder? Es ist ihr Wissen, welches bewertet wird, nicht meines.
Aber um ihre eigentliche Frage zu beantworten: Ich wohne in demselben Haus, also ist es gut möglich dass wir uns begegnen, wenn ich mich nicht in meinen Räumen aufhalte.
Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend, Miss Swan. Sie entschuldigen mich?", und mit einem prüfenden, finsteren Blick auf Damon verlässt er uns, ohne eine Antwort abzuwarten.
„Das war also dein Lehrer, Hm? Wann wolltest du es uns erzählen?", höre ich eine aufgeregte, wütende Stimme neben mir.
„Was erzählen?"
„Verarsch mich nicht, Bella. Seine Augen waren sehr dunkel. Und komm jetzt nicht mit solch einem Unsinn wie dunkles Bernstein oder Ähnlichem. Du hast Montag gelogen, stimmt's?"
„Das geht dich nichts an! Es ist egal, hörst du? Ich will hier nicht weg. Hör auf dich in mein Leben einzumischen, ich bin alt genug um meine eigenen Entscheidungen zu treffen…"
„Nein Isabella, diese eine Entscheidung triffst du nicht! Gott, muss ich erst Da… Phil anrufen oder kommst du so mit?"
Hatte ich mich beruhigt? Ja? Nun, jetzt ist die gesamte Wut wieder da.
„Du wirst dich nicht in mein Leben einmischen. Und wehe du rufst Dad an! Wenn du das tust, sind wir geschiedene Leute."
„BELLA!, Mein Stern bitte…!" Flehend sieht er mich an.
„NEIN!"
Und damit drehe ich mich von ihm weg, gehe einen Schritt auf die restlichen Cullens zu. Ich sehe ihnen nacheinander in die Augen, in der Hoffnung dort keine Ablehnung zu finden.
Doch leider habe ich bei meiner schwungvollen Bewegung diese dämliche Verletzung außer Acht gelassen, und so schreie ich auf, als ich normal laufen will und dabei meine Knie zu sehr einknicke.
„BELLA!", rufen fünf Stimmen, und fünf Paar Arme greifen unterstützend nach mir. Nur Damon und Emmett erreichen mich, und zusammen stellen sie mich wieder auf die Beine.
Damon sieht mich geschockt an und hebt kurz meinen Rock. Dann wandert sein Blick zu den Cullens. Seine Wut ist so deutlich zu spüren, als wäre es meine eigene.
„Was habt ihr getan?", faucht er Emmett regelrecht an. Der zuckt aber nicht mal mit der Wimper. Allerdings knirscht er leise mit den Zähnen.
„SIE haben nichts getan, außer mir zu helfen und mich abzulenken. Wehe du tust ihnen was, dann… dann... Ach, keine Ahnung, dann reiß ich dir den Kopf ab! Und jetzt lass mich endlich los, Emmett kann mich auch allein halten."
Als hätte ich ihn geschlagen, lässt er seine Hand sinken und sieht mich traurig an. Doch ich ignoriere diesen Blick.
„Ich möchte nach Hause.", wende ich mich an meine neuen Freunde.
Sofort schwingt Emmett mich auf seine Arme. Meine Hände klammern sich fest ihn seinen Nacken, mein Kopf sinkt an seine Schulter. Irgendwie beruhigt es mich, dass dieser große Mann mich trägt, doch ein kleiner, ok, ein großer Teil in mir, wünscht sich es wäre sein Bruder.
„Bella, es ist doch alles nur zu deinem Besten. Sie sind gefährlich für dich, bemerkst du dass denn nicht?", ruft Damon mir hinterher.
„Nicht gefährlicher als viele andere in meinem Leben. Aber sie versuchen wenigstens ehrlich zu sein. Anders als meine Familie und Freunde.", antworte ich leise ohne ihn anzusehen. Emmett hält mich etwas fester, während eine andere, kleine kalte Hand über meinen Rücken streicht.
„Ich hab dich doch lieb, mein Stern.", ruft er hinterher. In seiner Stimme hört man, wie verzweifelt er ist, doch er lässt uns gehen.
Jedoch nicht, ohne zu drohen.
„Ich weiß, was ihr seid. Und ich warne euch, es Bella zu erzählen. Ihr wisst, was geschieht wenn man in Volterra von ihr erfährt. Ihre Unwissenheit ist alles, was sie vor deren Wut schützen kann. Dafür nehme ich gern Bellas Wut in Kauf.
Ach, und sollte Bella auch nur ein einziger Tropfen fehlen, werden ihre Freunde in La Push wahrscheinlich die einzigen sein, die vor Wut aus der Haut fahren, aber nicht die einzigen die euch die Hölle heiß machen." Obwohl er recht leise gesprochen hat, ist deutlich die Drohung hinter seinen Worten zu hören. So hatte ich ihn noch nie erlebt, irgendwie scheint er im Moment komplett anders, den Cullens und Dad noch ähnlicher, zu sein.
Damit bin ich wohl nicht allein, denn ich fühle regelrecht, wie die vier Cullens erstarren. Was auch immer Damon gerade sagte, muss sehr deutlich gewesen sein. Auch wenn ich es nicht wirklich verstanden habe.
Was ist Volterra? Ein Tropfen soll mir fehlen? Was für ein Tropfen? Und was sollte der Spruch über meine ‚Freunde'?
„Damon, ich habe seit Montag nichts von Jacob gehört, und du weißt zu gut, dass Sam und du mir verboten habt sie zu besuchen. Wahrscheinlich würden sie auch erst in einem Monat erfahren, wenn ich heute tot umfalle!"
„Bella, hör, verdammt noch mal auf, von deinem Tod zu reden! Und du irrst dich. Die Wölfe sind deine Freunde, und wir alle sind da, wenn du uns wirklich brauchst."
„Nein, seid ihr nicht. Und ich will das auch nicht mehr. Ihr wollt mich nicht in eurem Leben, also will ich euch auch nicht in meinem. Ich will dich nicht sehen, will nicht dass du mich besuchst, auch nicht heimlich. Ich hoffe du respektierst wenigstens diesen einen Wunsch.
Emmett, kannst du mich nach Hause bringen?"
Als Antwort setzt er sich wieder in Bewegung.
Ich bekomme nur am Rande mit, wie sie mich zum Auto bringen. An Alices Schulter gelehnt und von ihr umarmt, mit meinen Beinen auf Rosalies Schoß, starre ich aus dem Auto. Meine Tränen werden ab und an von sanften kalten Fingern weg gestrichen, während andere Hände meine geschwollenen Kniekehlen kühlen und beruhigend meine Beine streicheln.
Jasper fährt das Auto von Emmett, während dieser den gelben Porsche nach Hause bringt. Wieso, weiß ich nicht, doch ich will auch nicht fragen.
Alice begleitet mich bis in mein Zimmer, hilft mir in mein Schlafzeug zu schlüpfen, während Rosalie die neuen Sachen wegräumt.
„Willst du reden?", fragt sie, nach gefühlten Stunden die ersten laut gesprochenen Worte.
„Nicht wirklich. Ich meine, seid ihr böse auf mich?"
„Bella, wenn wir böse wären, wieso sollten wir dir dann jetzt helfen? Nein. Wir sind nicht böse. Besorgt. Geschockt. Verwirrt. Aber auf keinen Fall böse!", antwortet mir Rosalie mehr als deutlich.
„Sag mal, wer war der Typ eigentlich?", fragt jetzt Alice.
Was soll ich sagen? Die Wahrheit? Doch dann hätte er es selbst gesagt. Ich denke, er hat einen Grund es geheim zu halten, und sogar ich habe bemerkt, dass die Cullens ihn wohl für einen normalen Menschen halten. Auch wenn ich enttäuscht und wütend bin, so liebe ich meinen Bruder irgendwo tief in mir, und ich könnte ihn nie verraten. Doch ich will die Cullens nicht anlügen. Also weiche ich aus.
„Er ist mir wichtig. Doch ich möchte jetzt nicht über ihn reden, OK?"
„OK. Nun, eurer Diskussion habe ich entnommen, du ahnst was wir sind, weißt es aber nicht direkt? Ich weiß, du willst nicht darüber reden, doch es ist wirklich wichtig für uns zu wissen, woran wir sind."
„Ihr nehmt seine dämliche Drohung doch nicht etwa ernst?"
„Nun, mit der Drohung gegen uns können wir leben, aber was er über dich angedeutet hat lässt keinen von uns in Ruhe."
„Ich weiß einiges, und das meiste davon darf ich nicht wissen und sollte es schon seit Jahren wieder vergessen haben. Aber ich will es euch nicht sagen, ok? Ich… ich habe keine Angst vor Euch, oder davor es euch zu sagen, doch ehrlich gesagt habe ich schon ein wenig Angst davor, wenn andere erfahren was ich weiß.
Aber ich möchte nicht auch noch eure Freundschaft verlieren. Ja, ich weiß ihr könntet gefährlich sein, aber irgendwie weiß ich, dass ihr mir nichts tun werdet. Könnt ihr das akzeptieren?"
„ich denke schon.", ist alles, was Jasper, der gerade ins Zimmer kommt, herausbringt.
„Also, was bedeutet das jetzt?", fragt Alice mit gerunzelter Stirn und schräg gelegtem Kopf, während sie sich an Jasper lehnt. Rosalie setzt sich zu mir auf's Bett.
„Nun, ich denke, wir machen weiter wie bisher… ihr tut so, als währt ihr völlig normale Menschen, und ich tu so, als würde ich kleine Details, wie eure Körpertemperatur, nicht bemerken? Zumindest erstmal?"
Eine Weile starren sie vor sich hin, bewegen sich kaum und scheinen zu Überlegen. Dann endlich antwortet mir Jasper.
„Ja, ich denke dass ist erstmal das Beste. Du solltest jetzt schlafen. Dein Vater hat auf euren AB gesprochen, dass er erst morgen früh ankommt und dann gleich zur Polizeistation muss, also bist du heute Nacht allein. Ist das OK?"
„Jasper, ich bin fast 18, und das ist nicht die erste Nacht, die ich allein bin. Ich werde sowieso schlafen, ob ich nun allein bin oder nicht.
Danke für alles, was ihr heute für mich getan habt. Ich weiß nicht, wie ich es sonst überstanden hätte."
„Dazu sind Freunde doch da, oder?", fragt mich Alice, kommt zu mir und umarmt mich zur Verabschiedung. Auch Rose zieht mich in eine kurze Umarmung und Jasper salutiert grinsend.
„Schlaf gut. Soll ich dich morgen zu Angela fahren? Oh, deinen Truck holt Emmett gerade, er wird ihn einfach in die Auffahrt stellen."
„Danke Alice, ich denke dass wäre gut, da ich bestimmt noch nicht selbst fahren kann."
„Also dann bis morgen."
Nachdem sie gegangen sind und ich meinen Truck in der Auffahrt gehört habe, lasse ich die Ereignisse des Tages noch mal auf mich einstürzen.
Angela geht mit Ben nach Dartmouth, schon morgen.
Der Direktor hat sich für mich eingesetzt und meinen ehemaligen Freundin den Mund verboten.
Mr. Cullen hat mich fertig gemacht.
Mr. Cullen hat Tyler fertig gemacht.
Mr. Cullen hat sich entschuldigt.
Mr. Cullen sieht extrem sexy aus.
Mike hat mich angemacht.
Jasper und Mr. Cullen haben mich vor ihm gerettet.
Mr. Cullen sieht beim Sport noch sexier aus.
Tyler hat mich angegriffen.
Mr. Cullen und Jasper haben mich getröstet.
Tyler wird vorübergehend suspendiert.
Ich habe Rosalie und Emmett kennen gelernt – und sofort neue Freunde gefunden.
Mr. Cullen – Edward – hat mit mir geflirtet, und das fühlte sich einfach richtig und wunderschön an.
Die Shoppingtour war genial.
Mr. Cullen war auch dabei, und ich bin mir sicher, nicht erst seit dem Dessousladen.
Edward uns seine Geschwister haben Lauren und Jessica fertig gemacht.
Edward hat keine Freundin.
Edward hat mich auf seinen Armen getragen… Wow, in seiner Nähe fühle ich mich so geborgen, behütet.
Ich habe mich verplappert, und damit wahrscheinlich alles kaputt gemacht, was da zwischen ihm und mir angefangen hat.
Damon hat alles noch schlimmer gemacht. Aber er war da.
Ich habe Damon fort geschickt. Meinen Bruder, meinen allerbesten Freund.
Ich habe das Gefühl, als hätte ich Edward – Mr. Cullen, genauso schnell wieder verloren, wie ich ihn gewonnen habe.
Die Cullens wissen, dass ich irgendwas weiß… und doch bedrängen sie mich nicht.
Oh Gott, wieso ist diese Situation so verfahren? Was soll ich jetzt tun?
Ich weine leise in mein Kissen. Normalerweise würde ich jetzt Damon anrufen, doch was soll ich ihm sagen? Dass ich noch immer enttäuscht bin, ihn aber trotzdem brauche?
Nein, diesmal werde nicht ich einlenken. Ja, ich weiß dass es ihm weh tut, aber ich will diese Geheimniskrämerei nicht mehr. Auch die Cullens werden da mit hineingezogen. Und das will ich nicht.
Edward… wie oft muss ich an ihn denken? Wieso ist es so schön und schmerzhaft zugleich, an ihn zu denken? Seine sanften Augen, dieses atemberaubend schöne Gesicht, der perfekte Körper.
Seine Ruhige, mitfühlende Art. Diese andere, temperamentvolle Art, die er ab und an durchscheinen lässt, wie bei den Situationen mit Tyler oder Lauren. Seine merkwürdigen Veränderungen, wenn ich ihm nahe komme.
Lächelnd denke ich daran, wie wundervoll es war an seine Brust gelehnt von ihm gehalten zu werden. Wie schön es war, als er in der Werkstatt einfach neben mir saß und seine Hände mich berührten.
Die Erinnerung an seinen Duft… süß und doch so maskulin…
Moment mal… ja, aber… das ist doch nicht möglich….oder doch?
Entweder ich verliere den Verstand, was durchaus möglich ist, nach so einem Tag, oder…
Oder es war SEIN Duft, den ich heute beim Aufwachen gerochen habe. Ja, das würde auch erklären, wieso mein Bettlaken an dieser einen Stelle so kalt war… hat ER dort gesessen? War ER nachts in meinem Zimmer, während ich schlief? Eigentlich sollte mir die Vorstellung, dass ein fremder Mann nachts an meinem Bett sitzt, mir ja Angst machen. Allerdings habe ich ja schon festgestellt, dass ich diesbezüglich nicht ganz normal bin.
Der Gedanke, dass er mich heimlich besucht hat, ist beruhigend. Bedeutet es doch, dass ich ihm wichtig bin. Und auch schon war, als er sich mir gegenüber noch so gemein benahm.
Auf einmal habe ich wieder diese wundervolle Melodie im Kopf, es scheint fast als wenn sie nach jeder Nacht deutlicher in meinem Kopf wird. Müde, und doch nicht ruhig genug zum schlafen, greife ich nach meiner Gitarre und fange an ein wenig herum zu klimpern. Es beruhigt mich, und doch habe ich das Gefühl dass irgendwas an der Melodie falsch ist, dass etwas nicht stimmt. Irgendwie unvollständig.
Irgendwann lege ich erschöpft meine Gitarre wieder neben das Bett und kuschle mich unter meine Decke.
Ob er diese Nacht erneut kommen wird? Dieser Gedanke beruhigt mich, und glücklich schlafe ich ein.
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„Bella!", fällt mir Leah freudig in die Arme.
Ich bin gerade erst bei Angela angekommen. Alice hat mich nur abgesetzt, nachdem wir für den Nachmittag bei ihr verabredet haben. Charlie würde mich von Angela abholen und zu den Cullens fahren, nachdem er mit mir Mittag essen möchte. Es gibt da wohl etwas Wichtiges zu besprechen, war alles was er mir bei unserem kurzen Telefonat erzählte.
Doch nun zählt erst einmal Angela.
Es ist auch schön, Leah wieder zu sehen. Ich habe meine Freundin wirklich vermisst. Sie ist groß geworden, sehr schlank und sehnig war sie ja schon immer. Irritiert bemerke ich, dass sie sich sehr warm anfühlt, doch wenn sei krank wäre, dann würde sie ja nicht herkommen, also denke ich mir nichts dabei.
„Hi Leah, oh man, das ist schon viel zu lange her dass wir uns gesehen haben! Wie geht es dir? Was ist in La Push so los? Und, warte mal, bist du allein hier?"
„Woah, Bella, so viel Fragen bin ich von dir ja nicht gewohnt! Ja, mir geht es gut, ja ich bin allein, und was in La Push los ist, darfst du mich nicht fragen.
Ich darf gerade mal von meiner Haustür bis zur Geschäftsstelle von ‚La Push Tours' fahren. Wehe, ich gehe in die Wälder, es ist ja sooo gefährlich! Und wehe, ich fahre allein nach Forks, mir könnte ja was passieren, sobald ich die Grenzen von La Push verlasse. Gott, du glaubst ja gar nicht, wie Sam nervt! Alle, wirklich alle unterstützen ihn. Jake und die Jungs, Mom, Dad, der gesamte Ältestenrat. Und wenn ich mich bei Emily auskotzen will, dann sagt sie nur, es wäre ‚nur zu meinem Besten' und ich solle die Jungs ‚ihren Job machen lassen'. Naja, wenigsten Seth hält noch zu mir, obwohl ihn alle so eigenartig ansehen, als würde jeder damit rechnen, dass ihm demnächst ein zweiter Kopf wächst. Wirklich, ihr Zwei habt mir so sehr gefehlt.
Ihr und, ähm, sag mal Bella, hast du was von Damon gehört?"
„Naja, schon. Allerdings verstehen wir uns in letzter Zeit nicht so gut. Er lässt enorm den Beschützer raushängen. Und das mit dem ‚zu gefährlich' kenne ich auch. Ich darf nicht mal nach La Push, und Damon macht da mit Sam und Jake gemeinsame Sache."
„Nee, das ist jetzt nicht dein Ernst? Sam hat dir verboten, zu uns zu kommen?"
„Yep"
Und Damon und Jacob auch?"
„Yep."
„Scheiße."
„Doppelyep."
„Ich hab mich so gefreut, ihn wieder zusehen."
„Kannst du auch. Ich hab ihn eingeladen, als Sam meinte dass keiner von den La Push Jungs mitkommt. Und ja Bella, ich weiß dass du ihn nicht sehen willst. Aber er ist auch mein Freund, nicht nur dein Aufpasser- Onkel. Ich hätte wenigstens ein männliches Mitglied der Gang hier, um mich zu verabschieden."
„Ja, ich versteh das. Und, ach man, ich weiß nicht, ich vermiss ihn, irgendwie."
„A Propros Gang, wie geht es Becca und Rachel? Kommt Emily heute noch her?", versuche ich von Damon abzulenken. Also wird er wohl bald hier auftauchen. Ich hoffe, wir beide schaffen es uns zu benehmen, um Angela die letzten Stunden nicht zu versauen.
„Emily ist im Büro, aber sie will versuchen rechtzeitig her zu kommen bevor Ang los muss. Sam ist fast ausgetickt, aber Emily hat sich durchgesetzt. Rachel kommt zum Winter zurück, Paul ist schon ganz aufgeregt. Alle rechnen mit einer Winterhochzeit. Na und Becca.. du wirst es nicht glauben, aber sie hat einen Freund gefunden. Es ist wohl wirklich was Ernstes, und sie will mit ihm in Florida bleiben."
„Wirklich?", quieken Angela und ich gleichzeitig los.
Und damit ist sie eingeläutet, die Runde Geschnatter, Getratsche und Gekicher. Wir sind einfach nur drei Freundinnen, die über ihre Jungs und Familien reden, lachen, Geheimnisse austauschen. Ich erzähle von meinem Nachmittag mit den Cullens und beide freuen sich, dass ich so schnell solch gute und witzige Freunde gefunden habe. Es ist schön, dass beide die Cullens so schnell akzeptieren und nicht sauer auf mich sind.
Im Gegenteil, Angela ist froh, dass ich jetzt weiterhin Unterstützung in der Schule habe, und Leah will so schnell wie möglich die Cullens kennen lernen. Wenn es nach ihr geht, wird unsere Gang bald Zuwachs haben. Und das, obwohl Leah die Cullens noch nicht einmal gesehen hat!
„Wer Bellas Freund ist, ist auch meiner! Da können sich die Jungs auf den Kopf stellen!"
So verplappern wir einige Stunden, und immer mehr kommt mein Frust und auch der von Leah durch, dass wir so abgeschottet werden. Angela versteht uns, und spricht uns Mut zu. Wir reden über unsere Freunde, auch viel über die Familie, und Leah quetscht mich über Damon aus. Jedes Mal, wenn sein Name fällt, hat sie ein verträumtes Glitzern in den Augen.
All die Geheimnisse lasse ich natürlich weg, und den Streit mit Damon spiele ich herunter. Ich möchte ihn vor Leah nicht noch mehr in ein schlechtes Bild rücken, als ich es eh schon getan habe.
Allerdings durchschaut mich Angela, als ich anfange von Mr. Cullen zu erzählen, und mir doch tatsächlich sein Vorname rausrutscht.
„Edward, also… ihr seid schon auf du?"
„Ähm, naja, also, irgendwie?"
„Was hat das zu bedeuten? Kommt, Mädels, raus mit der Sprache!", mischt sich Leah mit ein.
Und Angela hat natürlich nichts anderes zu tun, als meine Schwärmerei sehr detailliert zu beschreiben. Mein Erröten, als Leah neugierig nachhakt, sagt wohl alles. Schließlich schaffe ich es, und beschreibe beiden, wie wunderbar die vielen kleinen Blicke und Berührungen waren, wie einmalig ich mich fühlte, als er mich auf seinen Arm gehalten hat, aber auch wie verwirrt ich von seiner plötzlichen Verabschiedung war.
Tröstend nimmt Leah mich in den Arm. Sie kennt dieses Gefühl zur Genüge, schließlich hat sie lange gebraucht um über Sam hinwegzukommen, nur um sich dann Hals über Kopf in Damon zu verlieben, der sie, aus welchem Grund auch immer, auf Abstand gehalten hat.
„Ähm, Bella, hast du ihnen gesagt, dass Damon dein Onkel ist?", fragt mich auf einmal Angela.
„Ähm, ich weiß nicht mehr. Hm, nein?", sehe ich sie fragend an.
„OK, du heulst dich an der Schulter eines ihm fremden Typen aus. Und so wie ich euch kenne, war der Streit recht emotional und eure Gesten sehr vertraut? Ich meine, Bella, wenn ich nicht wüsste, dass ihr Onkel und Nichte seid, würde selbst ich manchmal denken, ihr währt ein Paar.", schließt sich jetzt auch Leah an.
„Ja, aber was hat das mit Edward zu tun?"
Plötzlich meldet sich eine tiefe, mir nur zu vertraute Stimme aus Richtung Tür.
„Er war eifersüchtig."
Geschockt sehe ich Damon an.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst!", fange ich an, die Wut kocht regelrecht erneut in mir auf. Doch irgendetwas in seinem Blick lässt mich einhalten. Er sieht zu Leah, und sein Blick wechselt von verliebt zu irritiert und dann zu wachsam.
„Sorry, Mädels, ich wollte nicht so reinplatzen. Aber ihr habt mein Klopfen nicht gehört."
„Kein Problem, komm rein!", lädt Ang ihn sofort ein.
„Kein Problem? Damon, das war garantiert nicht für deine Ohren bestimmt!", fauche ich ihn an. Das fehlt ja noch, dass er jetzt auch schon von meiner verrückten Schwärmerei weiß.
„Glaub ich dir. Aber wenn ich Gestern nicht so auf deine Schmerzen fixiert gewesen wäre, hätte ich es da schon gemerkt, dass ist dir bewusst, oder?"
Ich grummele nur, mit ihm jetzt zu diskutieren macht kaum Sinn, wir können nicht frei sprechen.
„Bella, entschuldige. Ich denke, ich verstehe dich jetzt. Es tut mir wirklich Leid, dass ich mich da eingemischt habe. Und ich verstehe, dass du hier bleiben willst. Ich werde dich nicht wegholen, versprochen. Aber, bitte, sei in Zukunft ehrlich zu mir, das erspart uns beiden so manches."
Seine Stimme ist sanft, so wie schon lange nicht mehr. Doch bevor ich etwas erwidern kann, mischt sich Leah ein.
„Was heißt hier, keine Geheimnisse mehr? Dann solltest du wohl den Anfang machen. Und wieso, bitteschön, hast du dich nicht mehr bei mir gemeldet? Du hast mich geküsst, verdammt noch mal, und kein einziges Mal angerufen. Hast du überhaupt eine Ahnung, wie es mir geht? Ich vermisse dich, und das Erste, was ich von dir höre, ist dass du Bella tyrannisierst und uns den Kontakt verbietest. Du.. du bist so ein Idiot!", redet sie sich immer mehr in Rage.
Emily kommt gerade ins Zimmer, uns sieht sprachlos, so wie wir alle, zu ihr.
Leah ist aufgestanden, steht wütend wie ein Racheengel und zitternd im Raum. Sie blitzt Damon an, alle Liebe ist aus ihrem Blick verschwunden.
Damon ist der erste, der sich fängt.
„Emily, es ist nicht Seth, es ist Leah!", ruft er durch den Raum.
„Was, aber… aber das gab es noch nie! Es waren immer Männer!", Emily ist sichtlich geschockt.
Leah zittert immer mehr, sie bekommt aber kein Wort mehr raus.
„Emily, ich RIECHE sie!", brüllt Damon.
Er sieht auf einmal wirklich gefährlich aus, eine Seite, die ich bisher noch nie so gesehen habe.
„Emily, ruf Sam an. Bella, du versuchst es bei Jacob und Angela probiert Paul, Jared, Embry oder Quil zu erreichen. Sagt ihnen, Leah ist ein Wolf wie sie, auch dass ich hier bin."
„Was soll das bedeuten? Ein Wolf wie sie?", frage ich, während Emily schon das Telefon in der Hand hat.
„Bella, jetzt hör ein einziges Mal auf mich, verdammt!", knurrt Damon mich dunkel an.
„Drohe ihr nicht!", herrscht Leah zurück.
„Leah, komm, beruhige dich bitte. Es ist nur Damon! Er wird Bella nichts tun, das weißt du. Beruhige dich!", redet Emily auf Leah ein.
„Shit, sie muss hier raus! Emily, es ist zu spät.", Damon klingt fast verzweifelt.
„Emily, Bella, Angela, stellt euch hinter mich. Angela, ist sonst noch wer im Haus?"
„Ich denke nicht, Mom wollte direkt zu Ben fahren, und Dad wollte die Zwillinge holen und dann auch dorthin kommen.", Angela, ist sichtlich erschüttert, doch irgendwie schaffen wir es seine Befehle auszuführen.
„Bells?", höre ich Jakes Stimme. Er klingt reserviert, und doch beruhigt es mich, ihn zu hören.
„Jake, irgendwas passiert hier. Damon meinte, ich soll dich anrufen und sagen Leah ist ein Wolf wie ihr. Was auch immer…"
„FUCK!", brüllt es mir entgegen.
„Wo seid ihr? Wer ist alles da?", jetzt wirkt er gezwungen ruhig, und doch sehr angespannt.
„Bei Ang, Nur Emily, Leah, Ang und ich. Und Damon."
„Shit, Damon und Leah, Na klasse. Wie geht es Leah?"
„Sie ist irgendwie total wütend, ich weiß nicht wieso. Und sie zittert total."
„Leah, beruhige dich!", redet Emily weiter auf sie ein, doch sie scheint nicht durchzudringen. Leah zittert immer mehr, fast scheint sie zu vibrieren.
„Damon, ich erreiche Sam nicht!", Emily klingt verzweifelt.
Jetzt fängt Leah an wütend zu knurren. Es klingt gefährlich, uns so langsam bekomme ich Angst vor ihr.
„Nein, Nicht jetzt! Nicht Leah, Oh Gott!", flüstert Damon, Tränen rollen sein Gesicht runter.
„Shit, Bella, gib mir Damon, sofort.", sagt Jacob, und wortlos halte ich Damon mein Telefon hin.
Ich verstehe nicht was er sagt, doch jetzt zittert auch Damon. Er wirkt verzweifelt.
„Nein Jake, ich kann das nicht! Was wenn ich sie verletzte?"
Ich höre Jacob durch das Telefon schreien, verstehe ihn aber nicht.
„OK, Jacob, aber du erklärst es Sam?", er klingt resigniert.
„Bis gleich.", damit legt er auf.
„Emily, es ist zu spät.", seufzt er, dann drückt er den Rücken durch, seine Haltung wird steif, unbeweglich. In diesem Moment erinnert er mich so sehr an unseren Dad, wenn Damon als Teenager Mist gebaut hat. Damals wurde ich immer aus dem Zimmer geschickt, und es gab lautes Getümmel, danach mussten wir meist neue Möbel kaufen.
Ich ahne, dass gleich etwas Schreckliches passieren wird.
„Damon, aber es ist doch Leah!", flehe ich ihn an.
Kurz blickt er zu mir, seine Augen traurig und verzweifelt.
„Ich weiß. Aber sie ist im Moment nicht sie selbst.", dann strafft er sich erneut, Emily, Angela, Bella, raus aus dem Zimmer, aber bleibt im Haus. Emily, du passt auf…"
„Ja. Ich hoffe die anderen kommen schnell!", antwortet Emily, greift meine und Angelas Hand und zieht uns aus dem Zimmer.
„Leah, ich liebe dich. Ich werde dich immer lieben. Bitte verzeih mir.", höre ich Damon, dann einen lauten Knall, die Wände beben.
„Oh Gott!". schreit Angela neben mir auf, Emily hält sie im Arm, ihr Blick ist direkt in meine Augen gerichtet.
„Was… was passiert da?", frage ich verzweifelt, als ich das Klirren vom zerbrochenen Fenster höre. Im Garten ist ein wildes Fauchen und Knurren zu hören, auch klingt es nach zersplittertem Holz. Ich stehe auf, will zum Fenster gehen um zu sehen, was da draußen passiert.
„Nein Bella, bleib.", Emilys Stimme klingt ungewohnt autoritär.
„Du weißt es?", fragend sehe ich sie an.
Angela ist ein Häufchen Elend, sie hat sich neben Emily zusammen gekauert, die wiederum ihr die Ohren zuhält, um die Geräusche etwas abzuschirmen.
„Ja, und ich habe deinem Bruder gerade versprochen, dich da raus zuhalten."
„Mein… Du weißt über Damon Bescheid?"
„Ja. Und ich weiß, wie wütend du bist. Ich verstehe, wie sehr dich diese ganze Geschichte aufregt. Doch ich kenne auch die andere Seite. Ich wünschte, es gäbe eine Weg es dir zu erklären ohne meine Versprechen brechen zu müssen.", sie kling ehrlich, und auch verzweifelt.
„Was passiert mit Leah? Wird Damon ihr wehtun?"
„Die Frage ist eher, wird Leah Damon wehtun. Er liebt sie, und wird sich sicherlich zurück halten. Doch sie wird das nicht tun. Wir können nur hoffen, dass die anderen schnell da sind.
Bella, es tut mir so Leid, aber nach heute wird Leah nicht mehr die Freundin sein, die sie bisher für dich war. Gib ihr Zeit, genauso wie Jacob. Wir alle lieben dich. Oh Bella, du gehörst doch dazu!", schluchzt sie.
„Aber… wieso?", frage ich, bestürzt und geschockt von Emilys emotionalem Ausbruch.
„Weil du Damons Halbschwester bist, und wegen deinem Stiefvater. Wegen den Cullens. Du weißt, sie sind anders. Und sie sind theoretisch alle Feinde von La Push. Es ist schwer, doch Damon versucht alles, um wenigstens dir nicht die Freunde zu nehmen."
Noch immer höre ich den Kampf von draußen, doch nun höre ich anderes Knurren. Es klingt, als wären dort draußen riesige Tiere, die gegen irgendwas kämpfen würden. Langsam wird es ruhiger, die Geräusche klingen weiter entfernt.
Emily steht auf, geht zum Fenster. Auf einmal dreht sie sich zu mir um. Ihre Augen leuchten, als hätte sie eine Idee.
„Bella, komm her, schnell! Und sage niemandem, dass ich dich gerufen habe."
Irritiert springe ich auf und trete zu ihr. Ich folge ihrem Blick, und was ich sehe, trifft mich wie ein Schlag.
Inmitten von Angelas Garten steht ein riesiges, rostrotes Tier.
Und wir alle wissen ja, wer da im Garten steht… nur, wann wird Bella es erfahren?
Wie geht es mit Damon und Leah weiter?
Und was wird mit Edward und Bella?
Das Kapitel heißt nicht umsonst der Sturm beginnt… und zwar mächtig gewaltig in bellas innerem und um sie herum.
