Liebe Leser,
In diesem Kapitel möchte ich kurz auf den Titel eingehen. Bei dem Wort "Fallen" dachte ich nicht an Fallen, wie Tretminen, Stackelteppiche oder rotierende Klingen, sondern an das Fallen, als abstürzen, sich hinlegen, auf die Fr fliegen, ich glaube ihr versteht mich...viel Spaß beim Lesen.
Yr-Is-ddwfn
Von Säulen und Fallen
Kapitel XX
Spinalonga, Griechenland
Mit dem Start des Mechanismus entfachten an den Wänden auch antike Tonschalen, die bis zu dem Zeitpunkt noch nie Feuer gesehen hatten, und orangerote Flammen tauchten die Welt um sie herum in bizarre Farben. Zu Laras Glück konnte sie nun auch den rollenden Stein erkennen, der gar nicht mehr so weit von ihr entfernt war. Mit einem schnellen Satz zur Seite schaffte sie es dem Stein auszuweichen.
Mit Erschrecken musste sie aber feststellen, dass der Stein gar nicht dafür gedacht gewesen war, Eindringlinge zu zerquetschen, sondern dafür, die Eindringlinge nicht mehr gehen zu lassen. Die runde Öffnung des Unterwassertunnels wurde ohne Probleme verschlossen und der Stein rastete ein. Würde sich nicht mehr bewegen lassen.
Der anfängliche Schreck legte sich aber schnell, da Lara solche Situationen schon lange gewöhnt war. Es war nicht das erste Mal, dass ihr Rückweg versperrt war und schon lange hatte sie sich angewöhnt, die Welt so zu nehmen wie sie war. Außerdem hatte sie ein neues Sprichwort für sich gefunden: Gehe nie den Weg zurück, wie du hingekommen bist. Das galt vielleicht nicht für den Alltag, aber auf einem Abenteuer hatte ihr dieser Vorsatz nicht selten das Leben gerettet.
Wenigstens konnte sie sich sicher sein, dass Alexia Foster und Konsorten nicht ebenfalls versuchen würden, diesen Weg zu nehmen. Lara streckte ihre Glieder, die von dem Wasser noch leicht gekühlt waren und wärmte ihre Muskeln mit lockeren Übungen. Dann machte sie sich daran, den Ort den sie nun betreten hatte zu inspizieren. Der Raum war ziemlich hoch und sehr breit. Er hatte etwa den Umfang eines Fußballfeldes. Der Witz an der Sache war, dass dies sowohl für Breite als auch für Höhe galt.
Ob es irgendwo einen Ausgang gab, konnte sie nicht erkennen. Aber sie würde es herausfinden. Eine kurze Inspektion des Bodenbereiches später brachte sie zu folgender Erkenntnis: Staub und Steine: eine ganze Menge. Ausgänge: Null! Das war keine wirklich gute Bilanz, vor allem nicht, wenn sie vorhatte ihren fünfunddreißigsten Geburtstag unter Leuten zu verbringen.
Also würde ihr nichts anderes übrig bleiben, als die Decke und einige höhere Stockwerke zu untersuchen. Tatsächlich erkannte sie im Schatten eines unausgeleuchteten Winkels eine Art von Sims. Den zu erreichen würde aber die größte Schwierigkeit sein. Es gab in dem Raum acht Säulen im griechischen Stil mit dem Durchmesser eines dieser Flachbildschirme für die Wohnzimmerwand nur eben in Rund.
Von den acht Säulen trugen aber nur zwei wirklich die Decke über ihr. Die anderen sechs Gebilde schrieen quasi danach bestiegen zu werden. Und die Tatsache, dass sie auch noch Treppenartig immer höher wurden, war noch ein Pluspunkt. Der Nachteil einer solchen Kletterpartie war das, sollte Lara abstürzen, würde nicht mehr viel übrig bleiben um überhaupt einen Geburtstag zu feiern.
Doch was würde ihr schon anderes übrig bleiben? So war ihr Job nun mal und meistens wurde sie dafür auch noch nicht ein mal bezahlt. Aus diesem Grund schrieb sie Bücher und nahm auch an Ausgrabungen teil, deren Inhalte man auch ohne weiteres an ein National Museum verkaufen konnte. Schnell sammelte sie ihre Sachen auf, ließ das Wasser aus ihren Haaren heraustropfen und machte sich schließlich an den Aufstieg. Die erste Säule war auf Kopfhöhe, also würde sie auch kein Problem haben sich hinauf zu ziehen.
Nachdem diese erste Hürde geschafft war, war es nun Zeit für einen Sprung. Also nahm sie Anlauf. Die nächste Säule war schon zwei Meter vom Boden entfernt und Laras Finger umfassten den Sockelartigen Vorsprung. Erneut zog sie sich hinauf. Bei der gesamten Kletteraktion ließ sie sich genug Zeit, damit ihre Muskeln nicht verkrampften und ihr der Atem nicht ausging. Denn sie wollte nicht irgendwann kurz vor dem Ziel keine Kraft mehr haben. Die nächste Säule war schon eine etwas schwierigere Hürde. Sie lag rund zwei Meter höher, als diejenige, auf der Lara sich befand und sie würde nicht ohne weiteres darauf kommen. Ihre Finger tasteten unabsichtlich nach dem Magnethaken und sie ertappte sich, wie sie bereits nach Metall suchte, an dem der Haken halten würde.
Leider fand sie in diesem...sie wusste nicht mal wie sie es nennen sollte...in dieser Halle kein Metall. Also würde sie sich Metall schaffen müssen. Mit entschlossener Miene zog Lara die Pistole hervor, die sie für Gefechte unter der Wasseroberfläche eingesteckt hatte. Sie verschoss Bolzen aus Metall, ähnlich einer Harpune. Nur hatte sie viel mehr Durchschlagkraft. Sie legte an und zielte. Die Schüsse würden ab jetzt gut sitzen müssen. Bei dem Alter dieser Steine könnte jedes fehlende Stück oder auch jede Eruption dazu führen, dass ihr Weg hier ein Ende haben würde.
Sie schoss, links an der Säule vorbei. Der Metallbolzen bohrte sich in die Wand und Staubwölkchen rieselten zum Boden. Keine Eruption, keine Phänomene anderer Art. Ihre Hand tastete nach dem Magnethaken und umschloss ihn, als sie plötzlich ein merkwürdiges Geräusch aus ihrem Rucksack vernahm. Es war ein leises Pling, so als würde sich der Computer oder das PDA einschalten. Dann erkannte sie aber, was genau es war. Ihr Headset. Schnell kramte sie in ihrem Rucksack nach dem vergessenen Kopfhörer und steckte diesen fest, dann schaltete sie den Empfang ein.
Die Verbindung war schlecht, aber sie erkannte die Stimme wieder. „L...Lara...b...du das?!", es war die Stimme ihres Computerfachmannes Zip. Also hatte Winston ihn doch gefunden und von seinem wohl verdienten Urlaub abgelenkt: „Wo zu...Teufe...l...steckst...du?!", wollte er wissen. Sie musste sich sehr anstrengend und lauschen, um ihn überhaupt verstehen zu können.
„Ich suche gerade nach dem Palast des Poseidon, Zip. Wo warst du nur so lange?", wollte sie wissen. Sie wählte ihre Worte mit Bedacht, so dass sie sicher sein konnte, dass er keines der Worte verwechselte und sprach laut und deutlich. „Urlau...b...Alisterrrr...sagt du br...brauchst...mich.", wollte er wissen.
„Ja. Das war ein guter Plan. Gibt es was neues? Was hat man dir alles erzählt?", fragte Lara weiter. Der Metallbolzen in der Wand war vorerst vergessen. „Man...wo...bi...bist du...Empfang...schlecht...", Zip schien sie nicht verstanden zu haben. Aber sie hatte auch keinen wirklichen Elan ihm jetzt haarklein alles zu berichten.
„Auch egal...soll sag...Alister lässt ausrich...", dann brach die Verbindung ab. Das war irgendwie typisch. Eigentlich hatte Lara immer angenommen, dass nur in Hollywoodfilmen solche Situationen, in denen dem Protagonisten gerade wichtige Informationen mitgeteilt werden sollen und dann stirbt die Leitung. Sie versuchte es nicht ein mal, Zip zu rufen. Wenn dann würde er sich auf jeden Fall selbst melden und seine Computer würden ihm schon rechtzeitig sagen, wann wieder eine einigermaßen klare Verbindung bestehen würde.
Da sie nach wenigen Sekunden immer noch kein Lebenszeichen von Zip hörte, sagte sie kurz ins Mikro das sie nichts verstehen würde, falls die Verbindung nur einseitig unterbrochen worden war und griff schließlich nach dem Magnethaken an ihrem Waffengurt. Mit einem gezielten Schwung ließ sie den Magnethaken fliegen und das isolierte Seil entrollte sich im Flug. Sie erwischte den eingeschossenen Bolzen auf Anhieb und suchte sich auf dem Sockel eine geeignete Position, um sich rüber schwingen zu können.
Sie nahm Anlauf und sprang ab, für einen Moment befand sie sich in einer Freifallphase, doch dann spannte sich das Seil unter ihren Fingern und sie pendelte hinüber zur Wand. Die Füße nach vorne gestreckt, stieß Lara an die Wand und blieb einige Sekunden hängen, um zu verdauen, dass sie nicht abgestürzt war. Der Magnethaken hielt weiterhin stand und auch der Bolzen in der Wand löste sich nicht.
„Eins zu Null für mich.", murmelte sie zu sich selbst. Dann begann sie ihren ermüdenden Aufstieg. Durch nachgreifen und langsam einen Fuß vor den anderen stemmen, holte sie die Distanz zwischen sich und dem Bolzen auf. „Wie...ermüdend.", keuchte sie. Manchmal, wenn sie so ganz alleine durch die Finsternis kroch, war es sehr hilfreich, wenn sie mal mit sich selbst die ewige Stille durchbrach. In Filmen würden in solchen Momenten dramatische Soundtracks eingespielt werden, aber das reale Leben war oft genug stumm und für MP 3 Player war dieser Job nicht geeignet. Sie malte sich gerade aus, wie sie mit dem MP3 Player im Ohr durch die Tempel schlich und nicht hörte, wie sich eine Raubkatze an sie heranschlich. Das war keine besonders glorreiche Vorstellung und Lara hatte deshalb immer davon abgeraten, bei Expeditionen, egal welcher Art sie auch sein mochten, vor Ohrenverstopfender Musik.
„Lara?!", für einen kurzen Moment drang Zips Stimme zu ihr ans Ohr: „Ich...sagen...", dann war sie wieder weg und es herrschte wieder Stille. Schließlich hatte sie das obere Ende des Magnethakens erreicht und ließ ihre Muskeln einwenig entspannen. Zwar war sie noch immer nicht aus der Gefahr, aber immerhin verbrauchte sie jetzt keine Kraft mehr darauf, sich abzustützen und rum zu greifen. Viel Zeit blieb ihr dafür aber nicht.
Sie spürte wie der Bolzen sich aus der Wand löste. Sie spürte es nicht direkt, sondern bemerkte es an dem vermehrten Austreten an Staubpartikeln. Mit einem schnellen Blick nach hinten versicherte sie sich, dass sie es schaffen würde den neuen Sockel zu erreichen, dann spannte sie ihre Beinmuskulatur an und stieß sich von der Wand ab. Durch ihre Hände ließ sie dabei die Magnethakenschnur gleiten und vollführte einen Rückwärtssalto.
In dem Moment, als ihre Zehenspitzen den Rand des Sockels berührten, brach der Bolzen an der Wand und der plötzliche Verlust des Haltes in ihren Händen, ließ Lara für einen Moment gefährlich schwanken. Mit einem nicht sonderlich eleganten Schwung brachte sie sich dazu, auf ihrem Hintern statt unten auf dem Boden zu landen. „Gut das Zip das jetzt nicht gesehen hat.", meinte sie zu sich selbst.
Keuchend blieb sie für einen Moment sitzen, versuchte ihre Beine und Arme aber dennoch durch Kreisbewegungen daran zu hindern, abzukühlen. Als sie sich erholt genug fühlte, blickte sie hinauf zu der nächsten Säule. Diese würde wieder mit einem Sprung zu überwinden sein. Also nahm sie Anlauf und sprang ab. Für einen kurzen Moment schwebte sie in der Luft und fühlte sich vollkommen schwerelos. Dann streckte sie den Arme nach vorne und ihre Finger griffen nach dem Rand des Sockels. Blitzschnell hatte Lara sich hinaufgezogen.
Die Ruhe währte aber nur wenige Sekunden. Der alte Stein unter ihren Füßen gab nach. Ein Ruck lief durch die Säule und eines der unteren Segmente barst plötzlich. Die Säule begann zu kippen. Das schrecklichste daran war aber, dass die Richtung in die die Säule kippte, Lara von der nächsten Säule entfernte. „Keine Zeit zum Ausatmen.", murmelte sie zu sich selbst und sprintete los. Das obere Ende des Sockels würde sie nicht mehr erreichen. Der Tod war ihr also schon ziemlich sicher. Doch Lara wollte nicht aufgeben. Wenn sie schon abstürzen würde, dann würde sie vorher noch wenigstens versuchen zu kämpfen. Am Ende des kippenden Sockels sprang Lara ab und segelte durch die Luft. Sie verfehlte den Sockel tatsächlich, dafür war die Distanz einfach schon zu groß gewesen. Gerade, als sie aufgeben und ihre Augen schließen wollte, erblickte sie etwas, dass die Hoffnung in ihr keimen ließ.
An einem der einzelnen Säulensegmente war eine Kerbe, die es Lara ermöglichte mit den Fingern halt zu finden.
Das tat sie auch. Erschrocken atmete sie aus und versuchte die Vorstellung zu verdrängen, dass es ihr Tod hätte sein können. Doch sie war noch lange nicht aus der, ihr fiel einfach kein anderes Wort ein, beschissenen Situation heraus, denn es ging für sie nicht weiter, weder vorne, noch hinten, noch oben, noch unten.
Lara saß fest, denn irgendwann würden sie ihre Kräfte verlassen und sie würde hinabstürzen in den Tod. Es sei denn, sie würde einen Weg finden, dies zu verhindern. „Lara...", die Leitung rauschte und zischte. „Nicht jetzt, Zip. Ich versuche gerade mein Leben noch einige Jährchen zu erhalten.", kommentierte Lara ihre aktuelle Situation.
„...ichtig...Alist...vorlesen.", sprach Zip weiter. Ob er überhaupt darauf einging, was er möglicherweise über die Kamera an dem Headset empfing, war Lara nicht bewusst. „Alister wollte, dass du mir was vorliest?", wollte sie wissen, um ihn verstehen zu können.
„...enau...", es rauschte erneut.
Warum gab die Technik immer dann erst auf, wenn es darum ging, ein mystischen Palast zu betreten? Das war eines der vielen Mysterien, die wohl niemand jemals lösen würde. Lara seufzte: „Zip, warte damit bitte noch eine Minute.", sie griff mit der rechten Hand über den Rücken in ihren Rucksack hinein, versuchte etwas nützliches zu ertasten. Doch sie fand nichts. Also blieb ihr so nur ein Weg. Der freie Arm glitt aus der Armschlaufe heraus, dann wechselte sie ihre Hände ab und löste somit den Rucksack von ihrem Rücken.
Dann versuchte sie es mit einem Arm erneut und wühlte im Rucksack, während sie ihn so gut es ging auf dem Schoss betete. Sie fand die Desert Eagle und zog diese heraus. Die Waffe blieb für einen kurzen Moment am Reißverschluss hängen, aber das genügte um die sowieso sehr wagemutig positionierte Tasche für einen kurzen Moment schwanken zu lassen. Das Gleichgewicht des Rucksackes verlagerte sich und er begann zu kippen.
Lara widerstand im letzten Moment der Versuchung mit beiden Händen danach zu greifen. Mit einem Schrei musste Lara beobachten, wie ihre Tasche hinab in die staubige Tiefe fiel. Jetzt hatte sie nur noch die Desert Eagle als Hilfsmittel. Und das müsste ihr genügen. Sie blickte sich um auf der Suche nach einem Weg sich aus der Situation zu retten.
Dabei musste sie sich langsam beeilen, denn langsam begannen ihre Finger den Halt zu verlieren. Schweiß rann über ihr Gesicht und die Anspannung war in ihr Gesicht gezeichnet. In diesem Moment wünschte sich Lara eine Computerspielfigur zu sein. Die hatten keine Probleme, wenn es darum ging an irgendeinem Abhang Stundenlang rumzuhängen.
Dann kam ihr ein Gedanke.
„Auf gut Glück.", sie zielte auf die nächste Säule und schoss. Die Durchschlagskraft und die Größe der Desert Eagle ermöglichte es Lara, große Brocken aus der Säule zu sprengen. Dabei musste sie aufpassen, dass sie sich selbst nicht von der Säule schoss, denn der Rückschlag war so enorm, dass sie nach jedem Schuss erneut zielen musste und darauf hoffte, dass ihre Finger wenigstens noch einen Schuss überstanden.
Sie überstanden alle fünf. Die Waffe wanderte, während die nächste Säule sich gefährlich neigte. Sie barst in die gegenüberliegende Wand und befand sich nun rechts von Lara. Die Entfernung war nicht groß und die Säule zerriss die Steinwand, auf der Suche nach einwenig Halt. Den fand sie schließlich auch. Der Fall war gebremst und die Säule verkeilte sich. „Ja.", entfuhr es Lara erfreut. Denn der Winkel der Säule war auch nicht so stark, als dass sie Angst haben müsste, sofort herab zu rutschen.
Mit letzter Kraft rettete sie sich auf die gekippte Säule und ließ Arme und Beine baumeln, während sie wie ein kleines Mädchen auf einem Baumstamm auf dem Bauch lag. Ihr Atem ging Stoßweise und sie blieb so lange liegen, bis sie das Gefühl hatte, endlich wieder einigermaßen bei Kräften zu sein. Dann erhob sie sich und balancierte die Säule entlang zu der zerstörten Wand.
Diese war glücklicherweise so zerrissen worden, dass Lara daran hinaufklettern konnte. Irgendwo aus einem der entstandenen Spalten sickerte Salzwasser. Lara robbte auf allen vieren zu der zerrissenen Mauer und begann ihren Aufstieg. Die Kraft kehrte langsam in ihre Finger zurück und den Rest des Weges erklomm sie ohne Probleme. Lara dankte sämtlichen Göttern, die das Glück vertraten und hoffte auf weiteren Beistand. Bisher hatten sie immer eine Mischung aus Glück und Können auf ihren Abenteuern begleitet.
„Lara?!", erneut Zips Stimme. Mit einem letzten Zug brachte sie sich auf dem Sims in Sicherheit und atmete richtig durch. Die Leitung war hier oben viel klarer, als noch vor wenigen Minuten.
„Lara verstehst...u mich?", wollte Zip wissen. „Ja, fast einwandfrei. Was gibt es denn? Was solltest du mir vorlesen? Jetzt habe ich Zeit dir zu lauschen.", erklärte Lara ihrem Koordinator und Computertechniker. „So kryptisches Zeug. Moment, ich su...es gerade mal.", Lara hörte wie Zip mit Blättern raschelte und dann mit einem: „Aha!", das Gespräch wieder aufnahm: „Also bitte lausche."
Lausche? Lara war amüsiert, scheinbar versuchte Zip Alister voll und ganz zu vertreten. Zip begann zu lesen.
So sprachen sie: Vier sollen es sein, vier Stücke auf ewig getrennt.
Einer im Land des Windgottes, wo das Land im Schatten gedeiht, einer bei den Klängen des Wassers, einer im Fuß der Erde und einer versteckt im Morgenrot.
„Was soll das Zip?", wollte Lara wissen: „Den Text kenne ich doch." „Ja, aber kennst du auch schon die Extended Edition?!", fragte er. Lara schwieg und Zip las weiter vor.
Für ewig sollen Sie da sein, sprachen Diese weiter.
Verloren für die Ewigkeit, unbekannt dem Menschen, unbekannt dem Tiere.
Gehütet sollen Sie sein, gehütet und verborgen.
So wisse, Törichter, versuche zu finden, was verboten ist und die Hüter werden kommen...
„Hüter?!", Lara runzelte die Stirn. In Belize waren da keine Hüter gewesen. Lara wusste nicht genau, was sie dazu sagen sollte: „Ich glaube ich sehe hier keine Hüt...", sie kam nicht weiter. Im nächsten Moment tauchte ein Schatten über ihr auf und etwas spitzes sauste auf ihre Kehle hinab.
„Lara!", rief Zip erschrocken.
Fortsetzung folgt:
