Bellas Sicht:
"Mann, Bella. Jetzt steh endlich auf!", wurde ich von einer hohen Sopranstimme aus dem Schlaf gerissen.
Das war garantiert nicht Edward!
"Lass mich schlafen.", murmelte ich und kuschelte mich in die Kissen.
"Bella, jetzt wach endlich auf. Heute ist deine Hochzeit!"
Hochzeit!
Sofort saß ich senkrecht im Bett und sah direkt in das Gesicht von Alice.
"Na geht doch.", murmelte diese, während ich nur gähnte.
"Ich bin so müde.", sagte ich leise, woraufhin Alice nur schnaubte.
"Welch ein Wunder, wenn man bedenkt, dass du den gesamten Tag und die halbe Nacht mit Edward rumgeknutscht hast. Ich musste euch zwingen endlich damit aufzuhören. Gewaltsam auseinander reißen!"
"Ja, und dann hast du Edward rausgeworfen.", warf ich ihr beleidigt vor, woraufhin sie lediglich die Augen verdrehte.
"Es ist nunmal Tradition, dass das Brautpaar die Nacht vor der Hochzeit nicht zusammen verbringen darf."
"Jaja.", meinte ich nur und erhob mich langsam.
Ich vermisste Edward jetzt schon und es waren immerhin noch mehrere Stunden, bis ich ihn endlich wiedersehen würde. Einne Welle des Glücks durchflutete mich, als ich daran dachte, dass ich ihn heute heiraten würde. Zum zweiten Mal. Doch das erste Mal war damit nicht zu vergleichen. Es waren nur wenige Minuten gewesen und nicht wirklich besonders. Aber heute würde das anders sein. Unsere Familien waren dabei, unsere Freunde und Bekannte. Erst würden wir feiern, dann würden Edward und ich uns zurückziehen und den nächsten Tag würden wir in die Flitterwochen fahren. Naja, eigentlich konnte man es absolut nicht Flitterwochen nennen, denn wir würden nicht wirklich etwas davon haben. Meine Verwandlung würde nämlich gleich dort stattfinden. Wir würden unsere Flitterwochen irgendwann nachholen. Irgendwann. In ein paar Jahren.
Ich seufzte niedergeschlagen bei dem Gedanken.
Doch im Endeffekt war daran nunmal nichts zu ändern.
"Bella. Huhu! Jemand zu Hause?", zwitscherte Alice und wedelte mit ihrer Hand vor meinem Gesicht herum.
Erstaunt blickte ich sie an, woraufhin sie anfing mich auszulachen.
"Komm, wir machen dich jetzt fertig.", meinte sie fröhlich.
Nachdem ich erst einmal geduscht hatte, wurde ich sofort von Alice in die Mangel genommen, die begann meine Haare leicht anzuföhnen, damit ich mein Kleid nicht nass machte. Dann half sie mir in mein wunderschönes Hochzeitskleid, das Alice zum Glück wirklich ergattern gekonnt hatte. Dann musste ich mich auf einen Stuhl setzten und stillhalten, da Alice begann mir die Haare hochzustecken. Es war mir schon immer ein Rätsel gewesen, woher sie das Alles konnte. Sie zwirbelte und flocht was das Zeug hielt und es schien sie keinerlei Mühe zu kosten. Fröhlich pfiff sie und in ihren Augen konnte ich sehen, wie viel Spaß es ihr machte und wie viel es ihr bedeutete, dass sie das für mich tun dürfte.
Als sie nach kurzer Zeit fertig war, erkannte ich meine sonst so langweiligen, herunterhängenden, dunkelbraunen Haare kaum wieder. Sie glänzten und waren kunstvoll aufgesteckt. Zur Krönung hatte sie mir noch ein Strassdiadem aufgesetzt, das mit Perlen besetzt war. Es sah einfach wunderschön aus. Das erste Mal in meinem Leben fühlte ich mich wie eine Prinzessin und das war wundervoll.
"Danke, Alice.", sagte ich zu ihr und bemerkte wie mir eine Freudenträne die Wange hinunterlief.
Sie lachte glockenhell, während sie sie mir wegwischte und meinte:"Kein Problem, Bella. Du weißt doch, wie gern ich das tue."
Natürlich wusste ich das und zum ersten Mal genoss ich ihr Hobby.
Dann begann sie mich zu schminken. Allerdings nur sehr leicht und natürlich. Wie ein proffessionelles Brautmakeup. Ich glaubte, kein Stylist der Welt hätte das Alles so gut hinbekommen wie Alice.
Dann gab sie mir zum Abschluss noch Ohrstecker, die aus den selben Perlen wie die des Diadems bestanden.
"So. Fertig.", meinte sie zum Abschluss und rieb sich die Hände.
Ich war überwältigt, wie hübsch ich heute aussah. Natürlich konnte ich keinem Vampir der Welt damit Konkurrenz machen, aber dennoch war ich für meine Verhältnisse wunderschön.
Zu meiner großen Verwunderung freute ich mich plötzlich vor all den Leuten zu stehen.
Vielleicht hatte Alice mich einer Gehirnwäsche unterzogen.
Aber ich hatte jetzt keine Zeit mich mit solchen Fragen auseinander zu setzten, da wir jetzt los ussten. Ich konnte schon die vielen Gäste hören, die mittlerweile angekommen waren. Sowohl die Trauung, als auch die Feier fand im Garten der Cullens statt. Sie hatten ihn extra geschmückt und Tische und Stühle dort hingestellt. Außerdem hatten sie ein sehr großes Buffett bestellt.
Plötzlich klopfte es an der Tür und ich schreckte aus meinen Gedanken.
"Herein.", meinte ich überrascht.
Die Tür wurde geöffnet und mein Vater kam aufgelöst hinein.
"Bells, wir sollten langsam los. Es ist-", begann er, stoppte aber, als er mich genauer betrachtete.
Mit großen Augen sah er mich an und hauchte:"Du siehst wunderschön aus, Kleines."
Ich war sehr gerührt, da er normalerweise so gut wie nie Gefühle zeigte. Geschweige denn mir Komplimente machte.
"Danke Dad.", erwiderte ich glücklich und lief zu ihm.
Alice hatte für heute zum Glück keine High Heels ausgesucht, sondern lediglich weiße Pumps, die keinen allzu hohen Absatz hatten.
Ich atmete noch einmal tief durch, bevor ich mich bei meinem Dad unterhakte und die Treppen hinunterschritt.
Nun standen wir vor der Tür, die in den Garten führte und plötzlich stürzte eine gigantische Welle der Aufgeregtheit über mir ein.
Meine Atmung beschleunigte sich und mein Herz drohte aus meiner Brust zu springen.
"Keine Angst, Bella.", flüsterte Alice noch, bevor sie hinauseilte.
Doch auch das half nicht wirklich.
Prompt wurde ich von dem Klang des traditionellen Hochzeitsmarschs aus meiner Starre gerissen.
Mein Dad begann zu laufen und wie in Trance folgte ich seinem Beispiel. Ein leichtes, sanftes Lächeln umspielte meine Lippen, als ich hinausschritt und die verzückten Gesichter der Gäste sah.
Und dann erblickte ich schließlich ihn.
Meinen Edward.
Er sah umwerfend aus in seinem schwarzen Smoking, in dessen einer Knopf eine Rose gesteckt war.
Er lächelte strahlend, als er mich sah und seine Augen leuchteten so sehr vor Glück, dass ich es selbst auf diese Distanz hin sehen konnte.
Bei seinem Anblick durchströmte mich ebenfalls das Glück und mein Lächeln wurde um ein vielfaches breiter.
Dann nach einer gefühlten Ewigkeit war ich enlich bei ihm angekommen. Ich gab meinem Dad, der etwas niedergeschlagen aussah, einen Kuss auf die Wange und lächelte ihn strahlend an.
Dann nahm ich Edwards Hand und hatte einzig und allein nur noch Augen für ihn.
Wie konnte man nur so umwerfend aussehen?
Als der Priester dann die Trauung begann, wandte ich mich ihm zu. Auch wenn mir das sehr schwer fiel.
Alles ging unglaublich schnell. Es kam mir vor, als wären es nur fünf Minuten gewesen, als der Priester dann fragte:"Wollen Sie, Edward Anthony Mason Cullen, die hier angetraute Isabella Marie Swan zu ihrer Frau nehmen? Sie lieben und ehren bis in alle Ewigkeit?"
Obwohl ich die Antwort eigentlich hätte kennen müssen, hatte ich dennoch ein wenig Angst, dass er es sich anders überlegt hatte.
Mir fiel ein großer Stein vom Herzen, als er antwortete:"Ja, ich will."
Dann wandte er sich an mich und es kam mir so vor, als hätte ich auch Edwards Anspannung fühlen können:"Und wollen Sie, Isabella Marie Swan, den hier angetrauten Edward Anthony Mason Cullen zu ihrem Mann nehmen? Ihn lieben und ehren, bis in alle Ewigkeit?"
"Ja, ich will.", antwortete ich mit zu meiner Überraschung fester Stimme.
Dann steckte Edward mir meinen Ehering an den Finger und obwohl ich in schon längere Zeit trug, bewunderte ich ihn aus Neue.
Anschließend steckte ich ihm auch seinen Ring an und Edward schenkte mir ein strahlendes Lächeln. Tausende von Schmetterlingen flogen in meinem Magen umher und meine Knie wurden weich vor Glück.
Wie jeden Tag fragte ich mich, womit ich so einen wundervollen Ehemann nur verdient hatte.
"Sie dürfen die Braut jetzt küssen.", hörte ich noch im Hintergrund, bevor Edwards Lippen sanft auf meine trafen. Am liebsten hätte der Kuss niemals aufhören sollen, doch nach kurzer Zeit löste er sich dann doch von mir. Anscheinend war das auch Edward zuwider, denn er lächelte mich bedauernd an. Doch später hatten wir zum Glück genug Zeit für uns. Da konnten wir das Alles nachholen.
Wir drehten uns zu unseren Gästen um und ich sah, dass meine Mutter vor Freude weinte. Auch Esme sah man an, dass sie leicht schluchzte, nur das aus ihren Augen keine Tränen flossen.
Jetzt würden wir feiern.
Hallo Leute! Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen. Vielen Dank für eure Reviews.
Bitte reviewt!
